Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Steinheim (Stadt Hanau, Main-Kinzig-Kreis) 
Die jüdischen Friedhöfe 

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

Siehe Seite zur Synagoge in Steinheim (interner Link)  
     

Zur Geschichte der Friedhöfe     

In Steinheim bestand ein alter jüdischer Friedhof vermutlich seit dem 17./18. Jahrhundert. Dieser Friedhof wurde auch von umliegenden Gemeinden belegt und zum 1. Oktober 1892 wegen voller Belegung geschlossen.

Grosssteinheim Israelit 17101892.jpg (21425 Byte)Notiz in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Oktober 1892: "Groß-Steinheim. Der hiesige israelitische Friedhof, auf welchem auch noch Beerdigungen aus anderen Gemeinden stattfanden, ist am 1. Oktober behördlicherseits geschlossen worden, da derselbe überfüllt ist".

Längere Auseinandersetzungen zwischen der Stadt und der jüdischen Gemeinde gab es seit 1914 und in den 1920er-Jahren auf Grund der Bemühungen der Stadt, die damalige Bülowstraße, heutige Dalbergstraße zu erweitern. Der Friedhof wurde gleich zu Beginn der NS-Zeit abgeräumt und eingeebnet (1933-1935); die Leichen mussten von der jüdischen Gemeinde unter Leitung von Lehrer Oppenheimer exhumiert und auf den neuen jüdischen Friedhof verlegt werden. Die Straße wurde verbreitet; auf dem Friedhofsgelände eine Grünfläche angelegt, auf der 1936 das Kriegerdenkmal von 1870/71 aufgestellt wurde, das bisher auf dem Platz am Obertor gestanden war. Das Kriegerdenkmal steht bis heute auf dem alten jüdischen Friedhof; einige erhaltene Grabsteine des alten Friedhofes wurden auf den neuen Friedhof verbracht. 
     

Ein neuer jüdischer Friedhof wurde noch Ende 1892 angelegt und eingeweiht. Er umfasst eine Fläche von 7,02 ar. Auf dem Friedhof befinden sich einige Steine des in der NS-Zeit geschändeten und zerstörten alten jüdischen Friedhofes. 
  
     

Lage der Friedhöfe   

Der alte Friedhof liegt auf dem Grundstück Ecke Darmstädter Straße / Dalbergstraße; der neue Friedhof an der Odenwaldstraße.

Lage des neuen jüdischen Friedhofes in Steinheim auf dem Stadtplan von Hanau: links anklicken und unter "Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, jüd., Steinheim"  

    
   

Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 18.4.2008)    

Der alte jüdische Friedhof Steinheim Friedhof a154.jpg (120808 Byte) Steinheim Friedhof a155.jpg (123515 Byte)
  Blick auf den Friedhof und das Kriegerdenkmal 1870/71
     
Steinheim Friedhof a152.jpg (84714 Byte) Steinheim Friedhof a156.jpg (128341 Byte)     
Hinweistafel mit beschönigendem Text 
im Blick auf die Vorgänge in 
den 1930er-Jahren
Blick auf den Friedhof 
von der Dalbergstraße
   
   
       
Steinheim Friedhof a153.jpg (124227 Byte) Steinheim Friedhof a150.jpg (126818 Byte) Steinheim Friedhof a151.jpg (98441 Byte)
Das 1936 auf dem alten jüdischen Friedhöfen aufgestellte Kriegerdenkmal von 1870/71
            
Sommer 2008: Neuanlage des Friedhofgrundstückes 
(Fotos: Claus Ludwig, 
Aufnahmendatum 16.6.2008) 
Steinheim Friedhof 550.jpg (97917 Byte) Steinheim Friedhof 551.jpg (91269 Byte)
Im Zusammenhang mit dieser Neuanlage wurde/wird in Steinheim die Frage diskutiert, ob das 1936 hier aufgestellte Kriegerdenkmal (seitdem eher ein Schandmal auf diesem Grundstück) wieder von Friedhofsgrundstück entfernt werden soll. Gleichfalls wurde die Frage diskutiert, ob die Leichen vom Friedhof zu Beginn der NS-Zeit tatsächlich alle exhumiert und auf dem neuen Friedhof beigesetzt wurden, da sich dort keine Fläche ausmachen lässt, wo die Beisetzungen damals stattfanden. Sollten nicht alle Toten vom alten Friedhof exhumiert und neu beigesetzt worden sein, wären Baggerarbeiten wie oben gezeigt, eine erneute Friedhofschändung. 
        
        
Der neue jüdische Friedhof Steinheim Friedhof n150.jpg (107815 Byte) Steinheim Friedhof n151.jpg (93475 Byte)
  Das Eingangstor Die Hinweistafel
     
Steinheim Friedhof n159.jpg (108561 Byte) Steinheim Friedhof n153.jpg (100746 Byte) Steinheim Friedhof n160.jpg (112855 Byte)
Blick auf das Friedhofshäuschen
 
Steinheim Friedhof n152.jpg (88625 Byte) Steinheim Friedhof n156.jpg (100366 Byte) Steinheim Friedhof n157.jpg (59147 Byte)
   Grabstein Mitte für Aron Meyersohn
 (1878-1927)
  
     
Steinheim Friedhof n158.jpg (101178 Byte) Steinheim Friedhof n155.jpg (120318 Byte) Steinheim Friedhof n154.jpg (139903 Byte)
Grabstein rechts für Hermann Meyer
 (1852-1927)
Grabsteine der letzten auf 
dem Friedhof Beigesetzten
Grabstein links für Johanna Lichtenstein geb. Herz (1892-1933); dritter Grabstein von links für Lina Herz geb. Simon (gest. 1934)
    
     

   
   

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Hanau    mit Seite zum jüdischen Friedhof Steinheim   
Begräbnisliste des jüdischen Friedhofes in Großsteinheim  
Zur Seite über die Synagoge in Steinheim (interner Link)   

Literatur:  

Steinheim Buch 01.jpg (7870 Byte)Ernst Henke: Geschichte der Juden der Stadt Steinheim am Main. Unter Mitarbeit von Leo Mayer und Willi Walther. 408 S. Cocon-Verlag Hanau. ISBN 3-928100-96-3. Informationen auf Verlagsseite (CoCon-Verlag).    

     

    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 07. Mai 2011