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"Synagogen im Main-Kinzig-Kreis"
Wachenbuchen (Stadt
Maintal, Main-Kinzig-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Wachenbuchen bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938/39. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts
zurück. 1754 wurden 13 jüdische Personen am Ort gezählt.
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie
folgt: 1835 38 jüdische Einwohner (7,0 % von insgesamt 543 Einwohnern), 1861
90 (12,4 % von insgesamt 724), 1871 97 /12,8 % von 758), 1885 108 (12,8 % von
843), 1905 111 (10,0 % von 1.112). Die jüdischen Haushaltsvorsteher waren als
Viehhändler und Metzger sowie - seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert - auch als
Kauf- und Geschäftsleute tätig (Textil- und Kolonialwarenhandel).
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine 8-klassige Israelitische
Elementarschule sowie ein rituelles Bad. Zur Besorgung
religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als
Vorbeter und Schochet tätig war. In der israelitischen Elementarschule wurden
1864 17, 1870 20 Schüler unterrichtet. Als Lehrer werden genannt: Samuel Birk (mindestens
seit 1864 bis 1874), Jakob Rothschild (1875), Jakob Emmerich (1877-1907; Emmerich hatte
1893/96 25 beziehungsweise 23 Schüler zu unterrichten, nach 1900 noch 16
Schüler). Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Hanau
beigesetzt, nachdem die Bemühungen der jüdischen Gemeinde, am Ort einen
Friedhof anzulegen, erfolglos geblieben sind. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Hanau.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der Gemeinde Siegfried Marx (geb. 5.2.1897
in Reichelsheim, gef. 8.8.1917) und Josef Schönfeld (geb. 14.10.1871 in
Wachenbuch, gef. 14.7.1918). Ihre Namen stehen auf dem Kriegerdenkmal am
Kirchturm.
Um 1924, als zur Gemeinde 17 jüdische Familien gehörten mit zusammen 90
Personen (6,4 % von insgesamt etwa 1.400 Einwohnern), war der Gemeindevorsteher
Salomon Strauss II. Als Lehrer, Kantor und Schochet wird ein Lehrer Leo Sonneberg
genannt. An der Israelitischen Elementarschule wurden von ihm noch 12 Kinder
unterrichtet. 1932 wurden 84 jüdische Einwohner gezählt. Weiterhin
war der erste Gemeindevorsteher Salomon Strauss II; Schriftführer und Schatzmeister
war Salomon Strauss VI. Weiterhin war auch Lehrer Sonneberg in der Gemeinde
tätig. Er unterrichtete im Schuljahr 1931/32 an der Israelitischen Schule 10
Kinder (in 8 Klassen). An jüdischen Vereinen bestanden: 1. die
Israelitische Männer-Krankenkasse (gegründet 1895; 1932 unter Vorsitz von
Salomon Strauss V; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung hilfsbedürftiger
Kranker und Bestattungsweisen; 1932 19 Mitglieder). 2. Der Israelitische
Frauenverein (gegründet 1895; 1932 Vorsitzende Berta Strauß; Zweck und
Arbeitsgebiet: Unterstützung hilfsbedürftiger Kranker, Bestattungswesen; 1932
17 Mitglieder). 3. Der "Israelitische Jugendbund" (vgl. Artikel unten
zur Spende der Torarolle 1910).
1933 lebten noch 83 jüdische Personen in Wachenbuchen (5,7 % von
insgesamt 1.465 Einwohnern). In diesem Jahr wurde die Israelitische
Elementarschule aufgehoben; danach gab es noch eine Religionsschule. Zuletzt
hatten 10 Kinder die Elementarschule besucht. In
den folgenden Jahren ist der große Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Viele verzogen in den
Jahren 1937-38 nach Frankfurt und wurden später von dort deportiert. Einige der
jüdischen Gemeindeglieder sind in die USA ausgewandert, drei nach
Palästina/Israel, drei nach Holland, eine nach England.
Von den in Wachenbuchen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Joseph Appel (1891), Else
Burg (1916), Josef Burg (1875), Mathilde Burg geb. Stern (1875), Johanna
Dessauer geb. Stern (1889), Simon Dessauer (1893), Gertrud Eisemann (1932),
Helene (Henriette) Eschwege geb. Reinhard (1872), Fanny Grünebaum geb. Strauss
(1862), Irma Heippert geb. Strauss (1907), Inge Henriette Herlitz (1930), Lina
Herlitz geb. Stern (1904), Nanny Hess geb. Strauss (1888), Hedwig Jenny Katz
geb. Strauss (1877), Karoline Lilie geb. Stern (1883), Helene Löbenstein geb.
Reinhardt (1883), Selma Maass (1874), Josef Reinhardt (1886), Sally Reinhardt
(1876), Emma Schönfeld geb. Strauss (1859), Emma Siegel geb. Strauss (1869),
Lehrer Leo Sonneberg (1892), Hedwig Sonneberg geb. Grünebaum (1896), David Stern (1912), Hilde Stern (1915), Josef Stern (1909), Julius Stern (1879),
Louis Stern (1874), Seligmann Siegmund Stern (1872), Gustel Straus geb. Burg
(1908), Alfred Strauss (1901), Antonie Strauss geb. Stern (1874), David Strauss
(1879), Ferdinand Strauss (1881), Josef Strauss (1890), Lazarus Strauss (1866),
Samuel Strauss (1870), Arthur Strauss (1894), Hedwig Strauss (1904), Henny
Strauss (1896), Ilse Strauss (1932), Jenny Strauss geb. Gernsheimer (1892),
Mathilde Strauss geb. Strauss (1868), Mathilde Strauss (1879), Mina Malchen
Paula Strauss (1883), Salomon Strauss (1866), Simon Strauss (1917), Jeanette
Weiss geb. Stern (1880).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Lehrers / Vorsängers /Schochet 1875
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. März 1875: "Bekanntmachung.
Die israelitische Lehrerstelle für den gesamten Jugendunterricht zu Wachenbuchen, mit welcher die Vorsängerstelle daselbst verbunden ist,
soll wieder besetzt werden. Bewerber um dieselbe wollen ihre Gesuche, mit
den nötigen Zeugnissen versehen, bei der unterzeichneten Stelle binnen
vier Wochen einreichen: Gehalt 600 Reichsmark, neben freier Wohnung, und
60 Reichsmark für Heizung des Schullokals. Für Bewerber, welche auch den
Schächterdienst versehen können, ist noch Aussicht auf einen
Nebenverdienst von circa 120 Reichsmark jährlich vorhanden.
Hanau, den 15. März 1875. Königliches israelitisches Vorsteheramt. Hamburger. |
90. Geburtstag von Lehrer i.R. Samuel Birk (Lehrer in
Wachenbuchen bis 1874)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1929: "Meerholz
(Kreis Gelnhausen), 20. Mai (1929). Am vergangenen Donnerstag den 16. Mai
feierte Herr Lehrer i.R. S. Birk, seinen 90. Geburtstag. Der Jubilar
erfreut sich einer seltenen geistigen und körperlichen Rüstigkeit.
Lehrer Birk ist geboren in Sterbfritz. Seine Ausbildung erhielt er an dem
heute nicht mehr bestehenden Lehrerseminar in Schlüchtern.
Nach Absolvierung seiner Studien wurde ihm die Stelle in Wachenbuchen
bei Hanau übertragen, von wo aus er am 16. Oktober 1874 an die damalige
israelitische Volksschule nach Meerholz
berufen wurde. Dort versah er den Dienst als Lehrer, Vorbeter und Schochet
bis 1. Oktober 1908 in vorbildlicher Weise. Seit dieser Zeit lebt Herr
Birk, geehrt und geachtet von allen Mitbürgern hier, im
Ruhestand.
Die Geburtstagsfeier gestaltete sich so recht zu einem Ehrentag. In seiner
Bescheidenheit hatte sich der Jubilar die von der israelitischen Gemeinde
geplanten Feierlichkeiten verbeten, sodass nur eine familiäre Feier
abgehalten wurde. Viele Kollegen aus Nah und Fern waren gekommen. Der
Hessische Lehrerverein ließ durch seinen Vorstand telegraphisch seine
Wünsche übermitteln. Neben einem Glückwunschtelegramm des Vorstandes
des hessischen jüdischen Lehrervereins, hatte diesem seinem Mitglied,
Lehrer (Samuel) Levi Birstein, den
Auftrag erteilt, persönlich die Wünsche der jüdischen Lehrerschaft
Hessens zu übermitteln. In seiner Ansprache verglich Lehrer Levi den
Jubilar mit unserem Lehrer Mosche, der im hohen Alter - 'sein Auge war
nicht getrübt und seine Säfte nicht geschwunden' (5. Mose 34,7) -
ungebrochen an körperlichen und geistigen Kräften sein 90. Jahre
vollendet hat. Selbstverständlich hatten sich die Mitglieder der
Israelitischen Gemeinde Meerholz
vollzählig eingefunden, und auch viele andere hatten persönlich oder
schriftliche ihre Wünsche ausgesprochen. die israelitische Gemeinde Hanau
ließ durch Herrn Lehrer Weingarten gratulieren. Es ist nicht möglich,
all die Ehrungen einzeln aufzuzählen, die dem Jubilar als Nestor der
Lehrerschaft Kurhessens zuteil wurden. '(Alles Gute) bis 120 Jahre." |
Lehrer Jakob Emmerich tritt in den Ruhestand (1907)
Mitteilung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. April 1907: "Wachenbuchen.
Nach 40jähriger Amtstätigkeit ist Herr Lehrer Jakob Emmerich in den
Ruhestand getreten." |
Barmizwa-Anzeige für den Sohn von Lehrer Leo Sonneberg (1934)
Anmerkung: Lehrer Leo Sonneberg ist am 31. März 1892 in Somborn geboren. Er
war nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938, bei denen er schwer
misshandelt und verletzt wurde, mit seiner Familie nach Frankfurt geflüchtet
(d.h. mit seiner Frau Hedwig geb. Grünebaum, geb. 1896 in Rohrbach und seinem
Sohn Paul, geb. 1921). Von Frankfurt wurden die Eltern im Oktober 1941 nach Lodz
deportiert und sind später umgekommen. Die weitere Geschichte des Sohnes Paul
Sonneberg ist nicht bekannt.
Familien-Nachrichten
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Oktober 1934: "Barmizwoh:
Paul, Sohn des Herrn Lehrer Leo Sonneberg, Wachenbuchen bei Hanau. Schabbat
Kodesch Paraschat WaJira" (am Heiligen Schabbat mit der
Toralesung Wajira = 1. Mose 19,1 - 22,24, das war am 27. Oktober
1934) |
Aus
dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben
Der Israelitische Jugendbund sammelt für eine Torarolle
(1910)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. Dezember
1910: "Wachenbuchen. Der 'Israelitische Jugendbund'
(Präsident: Sally Reinhardt) beabsichtigt eine neue 'Sefer-Tora'-Rolle
schreiben zu lassen; es sollen zu diesem Zwecke allwöchentlich Sammlungen
unter den Mitgliedern stattfinden." |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Joseph Reinhardt
(1918)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 22. Februar
1918: "Wachenbuchen. Im 65. Lebensjahre starb der auch in
weiteren Kreisen bekannte Joseph Reinhardt. Er war ein braver und
rechtschaffener Isch Jehudi (= frommer jüdischer Mann). Seine
Kinder - ein Sohn steht als Lehrer in Köln - erzog er gleichfalls zu
frommen Menschen. Wenn er zu den Herbstfeiertagen als Chasan (Vorbeter)
wirkte, wusste er stets die schönsten Töne und Harmonien der Brust zu
entlocken und zur Andacht zu stimmen." |
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und
Privatpersonen
Hochzeitsanzeige von Sally Reinhardt und Fanny geb.
Eckmann (1903)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 11. September
1903: "Als Vermählte empfehlen sich:
Sally Reinhardt - Fanny Reinhardt geb. Eckmann Wachenbuchen -
Heusenstamm." |
Die Mazzenfabrik Reinhardt bietet ihre Mazzen an (1919 /
1922)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Januar 1919: "Die
unter Aufsicht des Herrn Rabbiner Dr. Bamberger, Hanau a.M. stehende Mazzenbäckerei
von J. Reinhardt Sohn, in Wachenbuchen, nimmt noch
Bestellungen entgegen. Lieferung zum amtlich festgesetzten Höchstpreise,
frei Haus. Man verlange Bestellschein durch Postkarte oder Fernsprecher
Amt Hanau 581. Keine besondere Zustellungsgebühr.
J. Reinhardt Sohn, Wachenbuchen." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Februar 1922:
"Die unter Aufsicht Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Gradenwitz,
Hanau stehende Mazzosbäckerei J. Reinhardt Sohn, Wachenbuchen, empfiehlt
sich zur Lieferung von Mazzos zu Verbandspreisen. Bestellungen per
Postkarte werden prompt ausgeführt. - Vertreter gesucht. -" |
Verlobungsanzeige für Irma Stern und Adolf Strauss (1922)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1922: "Irma
Stern - Adolf Strauss. Verlobte.
Brückenau (Bayern) - Wachenbuchen bei Hanau. Februar
1922." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war ein Betraum beziehungsweise eine erste
Synagoge vorhanden.
Eine neue Synagoge wurde 1870 erstellt, unmittelbar neben ihr das
Gebäude der jüdischen Schule (mit Lehrerwohnung). Es handelte sich bei der
Synagoge um einen
einfachen Saalbau in Bruchsteinmauerwerk mit dem Satteldach (kleine
Krüppelwalmen) giebelseitig zur Wachenbucher Straße. Mit den großen
Rundbogenfenster unterschied sich das Haus von einem Wohnhaus. Der Betraum hatte
50 Männer- und 28 Frauenplätze. 1910 gab es Pläne zur Erweiterung der
Synagoge.
Pläne zur Erweiterung der Synagoge (1910)
Mitteilung
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Mai 1910:
"Die israelitische Gemeinde in Wachenbuchen beabsichtigt, demnächst
ihr Gotteshaus bedeutend zu erweitern und namentlich eine neue
Frauengalerie herzustellen. Die Arbeiten werden schon demnächst in
Angriff genommen." |
Beim Novemberpogrom 1938 (nach
vorliegenden Berichten bereits am 8. November 1938, einen Tag vor den
meisten anderen Orten in Deutschland) wurde die
Inneneinrichtung der Synagoge insbesondere durch SA-Leute, aber auch durch
andere Nationalsozialisten völlig demoliert. Das Schulgebäude wurde zerstört
(hier wurde später eine Durchfahrt zur Straße Alt Wachenbuchen angelegt). Der
jüdische Lehrer Leo Sonneberg schwer misshandelt und aus dem Ort getrieben. Während der
Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde
das Synagogengebäude seit September 1943 als Lager für ausländische
Arbeitskräfte (Kriegsgefangene) zweckentfremdet. Es war nun im Besitz der
Gemeinde Wachenbuchen.
Nach Klärung des Restitutionsverfahrens 1949/50 (die Gemeinde Wachenbuchen
hatte 6.566 Mark für das Gebäude an die JRSO zu bezahlen) wurde das Gebäude
zunächst von einer Autoreparaturwerkstatt aus Frankfurt verwendet. Danach zogen
Sportvereine ein, die den Raum als Übungsstätte verwendeten. Schließlich ließ der evangelische
Pfarrer Eckerlin das Synagogengebäude als evangelische Kirche herrichten, da die
evangelische Kirche seit dem 6. Januar 1945 durch einen Bombenangriff zerstört worden war.
Zwei Jahre wurde die ehemalige Synagoge als Kirche verwendet, bis im Herbst 1953
die evangelische Kirche wieder eingeweiht werden konnte. Nach 1953 kam das
Synagogengebäude in
Privatbesitz und wurde als Schlosserwerkstatt (Erdgeschoss) mit einer Wohnung im
Obergeschoss verwendet.
Eine Gedenktafel wurde 1984 angebracht mit dem Text: "Dieses
Gebäude diente als Synagoge für die jüdische Gemeinschaft von Wachenbuchen,
später auch Bischofsheim, Dörnigheim und Hochstadt. Sie wurde 1880 erbaut und
zerstört am 9. November 1938. Zum Andenken an die während der
nationalsozialistischen Zeit umgebrachten und vertriebenen Juden aus
Wachenbuchen, Hochstadt und Dörnigheim. Gewidmet von der Stadt Maintal 1984".
Die Gedenktafel konnte zunächst nur auf eigenen Ständern auf dem Gehsteig vor
dem Haus angebracht werden, da der Besitzer mit einer Anbringung am Gebäude
nicht einverstanden war.
Adresse/Standort der Synagoge: Alt
Wachenbuchen 34
Fotos
(Quelle: sw-Foto: Arnsberg Bilder s. Lit. S. 194;
Altaras S.161-162)
Die ehemalige Synagoge
vor
1970 |
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Am Gebäude ist noch kein Tor
eingebrochen |
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Die ehemalige Synagoge
1985 |
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Am
Synagogengebäude ist inzwischen ein Einfahrtstor eingebrochen
(auf Foto
rechts noch deutlicher zu sehen) |
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Aktuelle Fotos
werden noch ergänzt; über Zusendungen freut sich der Webmaster der
"Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite. |
Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Januar 2010:
Über die Arbeit des Vereins
"Brüder-Schönfeld-Form e.V." |
Artikel von Jörg Andersson in der "Frankfurter Rundschau" vom
Januar 2010 (Artikel): "Maintal. Erinnerungen an die Verfolgten
In seiner neuen Funktion ist Herbert Begemann viel beschäftigt. Am 15. Januar führte der Vereinsvorsitzende des "Brüder-Schönfeld-Forums" einen Geschäftsmann aus Buenos Aires in den Dorfkern von Wachenbuchen. In der Kleinen Hainstraße 10 kniete Marcello Glass (40) vor sieben Tafeln, die Gunter
Demnig als Stolpersteine in Erinnerung an jüdische Schicksale verlegt hatte..." |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 332-333. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. S. 194. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 161-162. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 139. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 457-458. |
 | Peter Heckert: Jüdisches Leben im Maintal. o.J.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Wachenbuchen
(now part of Maintal) Hesse-Nassau. Numbering 38 (7 % of the population) in
1835, the community maintained an elementary school from 1852 to 1933 and built
a synagogue in 1880. Its population grew to 111 (10 %) in 1905. Affiliated with
the rabbinate of Hanau, it numbered 83 in 1933, dwindling to around 40 by Kristallnacht
(9-10 November 1938), when its synagogue and the one in nearby Hochstadt were
vandalized. All the remaining Jews fled; 17 emigrated, while others perished in
the Holocaust.

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