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Friedhöfe in der Region"
zur Übersicht über die
jüdischen Friedhöfe in Unterfranken
Karbach (Landkreis
Main-Spessart)
Der jüdische Friedhof
(Seite erstellt unter Mitarbeit von Leonhard
Scherg, Marktheidenfeld)
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in
Karbach (interner Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden traditionell in Laudenbach
beigesetzt. Ein eigener Friedhof in Karbach wurde spätetsens seit 1812
von der Gemeinde angestrebt, war aber nicht unumstritten. Daher wurde eine
Stellungnahme des berühmten Rabbiners Baal-Schem (Isaak Löb Wormser;
1768/69-1847) aus Michelstadt eingeholt.
Dieser forderte zur Einigkeit, besonders in dieser Angelegenheit auf. Die erste
Bestattung auf dem neuen Friedhof war die des im Alter von 73 Jahren im März
1819 verstorbenen Reitz Rosenband, woran auch der Grabstein
erinnert.
Auch Juden aus Homburg (seit 1852), Erlenbach und Marktheidenfeld
wurden auf dem Friedhof Karbach beigesetzt. Die Friedhofsmauer wurde 1881 um den
Begräbnisplatz erbaut. Der Friedhof wurde bis 1938 belegt, die
letzte Beisetzung war am 17. Oktober 1938 (Max Guttmann). Es sind etwa 340
Gräber vorhanden mit teilweise sehr schön verzierten Grabsteinen (nach der
letzten Zählung 234 Grabsteine in 16 Reihen).
1981 wurde der Friedhof geschändet (zwei Gräber ausgehoben).
Lage des Friedhofes:
Der Friedhof liegt südwestlich von Karbach auf
einem Hügel innerhalb eines kleinen Waldes nahe dem alten Sportplatz. Er ist
eingetragen auf dem Ortsplan der Gemeinde Karbach: hier
anklicken (Quadrat B 4).
Der Friedhof ist nicht zugänglich (massive,
relativ hohe Bruchsteinmauer um den Friedhof). Anmeldung / Schlüssel bei Herrn Josef Laudenbacher unter
09391-6935.
Das Denkmal am Eingang trägt die Inschrift: "Den Toten zur Ehre und
zum Ewigen Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger, an ihre Verfolgung, an ihr
Leid und ihren Tod. Uns Lebenden sei es Mahnung, kommenden Geschlechtern eine
eindringliche Lehre. Errichtet im Jahre 1983 von den Gemeinden Karbach, Homburg
und Marktheidenfeld".
Fotos
(Alle Fotografien wurden von Klaus
Kurre, Mainberg angefertigt und dürfen nicht ohne Genehmigung weiter
verwendet werden. Hochauflösende Aufnahmen und weitere, hier nicht
hinterlegte Bilder können per Mail
bei
Klaus Kurre angefordert werden).
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern.
Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988. S. 71-72. |
 | Michael Trüger: Der jüdische Friedhof Karbach. In: Der
Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. Jg. 1998 13.Jg. Nr.
77 vom September 1998 S. 29-30. |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in
Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 327f.
|
 | Leonhard Scherg: Jüdische Gemeinden und Einrichtungen. In: Juden
im Landkreis Marktheidenfeld. Marktheidenfeld 1993 (=Schriftenreihe des
Historischen Vereins Marktheidenfeld und Umgebung Bd. 13.) S. 7-70. |
 | ders.: Jüdisches Leben im Main-Spessart-Kreis. Orte, Schauplätze,
Spuren. (Reihe: Orte jüdischer Kultur) 11/2000 Haigerloch 2000. |
 | Michaela Juhr: Das Leben der jüdischen Gemeinde in Karbach und
ihre Vernichtung im Dritten Reich. Fachwissenschaftliche Grundlegung und
Umsetzung in einer Unterrichtseinheit für das historische Lernen in der
vierten Klasse der Grundschule. Schriftliche Hausarbeit für das Lehramt an
Grundschulen. Universität Würzburg 1999. |