Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Kraisdorf bestand eine jüdische Gemeinde bis Ende des 19.
Jahrhunderts. Ihre Entstehung geht die die Zeit des 18. Jahrhunderts
zurück. Die jüdischen Familien waren von den Freiherren von Altenstein
und der Rotenhanischen Gutsherrschaft aufgenommen worden.
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Kraisdorf auf
insgesamt 14 Matrikelstellen die folgenden jüdischen Familienvorstände
genannt (mit neuem Familiennamen, Erwerbszweig und Familienverhältnissen): Isack Bruchmann
(Schlachter, 52 Jahre und bereits gebürtig in Kraisdorf, aus Schlachter tätig;
hatte fünf Söhne und drei Töchter), Simon Rauenecker (Warenhändler, hatte
Frau und eine Tochter), Wolf Rau (Waren- und Rauzeughändler, hatte Frau, zwei
Söhne und vier Töchter), Bonfurt Reus (Warenhändler, hatte Frau, einen Sohn
und eine Töchter), Jacob Straus (Viehhändler, hatte Frau und eine Tochter),
Witwe von Salomon Reus (lebte von der Strickerei, hatte zwei Söhne und eine
Tochter), Seligmann Gut (Warenhändler, hatte Frau und drei Söhne), Moses
Hartmann (Warenhändler, hatte eine Frau, keine Kinder), Laeser Hartmann
(Warenhändler, hatte Frau und zwei Töchter), Haium Braun (Warenhändler, hatte
Frau, einen Sohn und eine Töchter), Isac Süskind (Schmuser, hatte Frau, zwei
Söhne und zwei Töchter), Moses Straus (Viehhändler ( hatte Frau drei Söhne
und drei Töchter), Hindel, Witwe von Viehhändler Joseph Rosenberger (hatte
drei Söhne und eine Tochter), Isac Braun (Auszüger, hatte Frau, einen Sohn und
eine Tochter).
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind die jüdischen Familien
des Ortes in andere Orte verzogen beziehungsweise
ausgewandert.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge
(s.u.), eine Schule (Schulhaus Ortsstraße Nr. 17) und ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war
zeitweise ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig
war.
Von den in Kraisdorf geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Fanny Brückmann
(1875), Rosa Brückmann (1869), Marianne Steinhardt geb. Brückmann (1877),
Gertrud (Gertraud) Wahler geb. Raiß (1871).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige von Moses Goldfinger (1887)