Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Neunkirchen (Kreisstadt / Saarland)
mit Orten der Umgebung 
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen      
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte     
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version
      
In Neunkirchen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940, deren Entstehung in das 18. Jahrhundert zurückgeht. Seit 1776 konnten sich die ersten Juden niederlassen: in diesem Jahr stellte Fürst Ludwig den Juden Abraham Jacob und Jacob Mendel aus Illingen einen Schutzbrief aus mit der Erlaubnis, ihren Wohnsitz in Neukirchen zu nehmen. 1777 folgte Aaron Mayer, gleichfalls aus Illingen. 1786 gab es elf jüdische Familien in Neunkirchen: Abraham Jakob, Jumbel Isaak, Meier Aaron, Jakob Mendel, Alexander Samuel, Meier Elias, Hayum Bernheim, Meier David, Simon David, Elias David, Meier Hanauer. 1790 wurde die Zahl der erlaubten Familien in der Stadt für einige Jahre auf zehn begrenzt. 
 
Im benachbarten Wiebelskirchen erhielten 1782/83 zwei jüdische Personen/Familien je einen Schutzbrief. 
 
1808 werden als jüdische Handelstreibende in Neunkirchen und Wellesweiler genannt: in Neunkirchen August Joseph, August Theobald, August Elias Simon, Samson Löb, Moises Hans, Liebermann Meyer, Hans Jakob, Bernheim Leonhard, Meyer Meyer, Samuel Blach, in Wellesweiler August Daniel.  
 
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts wie folgt: 1808 wurden 78 jüdische Einwohner registriert, 1833 97, 1843 101. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1925 mit 234 Personen (0,53 % von insgesamt 41.031 Einwohnern) erreicht, danach ging sie langsam, seit 1935 immer schneller zurück. Zur jüdischen Gemeinde Neunkirchen gehörten zeitweise auch die in Elbersberg, Wiebelskirchen, Schiffweiler, Wellesweiler und Spiesen wohnenden jüdischen Personen.
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Religionsschule beziehungsweise zeitweise eine Elementar-/Volksschule (in der Anzeige unten wird ein jüdischer Elementarlehrer gesucht), ein rituelles Bad sowie seit 1831 einen eigenen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Bei anstehenden Neubesetzungen wurde die Stelle immer wieder ausgeschrieben (siehe Ausschreibungstexte unten).  
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde David Herold (geb. 12.6.1878 in Ruchheim, gef. 23.10.1917), Ludwig Herz (geb. 3.11.1882 in Kirn, gef. 24.10.1918), Arthur Schönfeld (geb. 12.12.1885 in Neunkirchen, gef. 7.1.1917) und Ernst Winter (geb. 10.12.1895 in Neunkirchen, gef. 1.2.1915). Außerdem ist gefallen: Otto Baumgarten (geb. 27.2.1896 in Neunkirchen, vor 1914 in Trier wohnhaft, gef. 28.9.1918).     
     
Um 1925 bildeten den Gemeindevorstand die Herren Daniel August, Heinrich Lachmann, Samuel Winter, Eduard August, Max Joseph, J. Seligmann, H. Henoch, L. Oppenheimer, Wronker, Hanau, Hoffmann und A. Blum (Wellweiler). Als Religionslehrer und Kantor war Nathan Heinemann angestellt. Er unterrichtete damals 21 Kinder. An jüdischen Vereinen gab es eine Chewra Kadischa, ein Frauenverein und einen Jüdischer Jugendbund
    
Nach dem Ersten Weltkrieg und noch bis 1935 war Neunkirchen französisches Staatsgebiet. Dennoch kam es auch in Neunkirchen bereits in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zu ersten Anschlägen gegen jüdische Geschäfte und die Synagoge.  
 
In den Jahren nach 1935 verließen viele jüdische Familien die Stadt auf Grund des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt (s.u.) sowie der jüdische Friedhof verwüstet. Die letzten 12 in Neunkirchen lebenden jüdischen Personen wurden im Oktober 1940 in das Konzentrationslager Gurs deportiert. .       
  
Von den in Neunkirchen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Mathilde Dreyer (1869), Leo Emanuel (1899), Samuel Fischer (1885), Sally Frank (1909), Karl Friedmann (1878), Anna Fröhlich geb. Oppenheimer (1853), Grete Goldmann (1913), Heinz Leo Goldmann (1816), Roth Goldmann (1924), Fanny Günzburger geb. Weil (1863), Johanna Günzburger (1889), Siegfried Günzburger (1896), Lydia Hahn geb. Cohn (1896), Karl Hayum (1910), Gertrud Henoch (1908), Germaine Herrmann geb. Bloch (1896), Myrtil (Myrtel) Herrmann (1896), Moritz Herz (1881), Jakob Herze (1901), Caroline (Lina) Hess geb. Meyer (1885), Rosalie Hirsch geb. Löb (1879), Hertha Horn geb. Jakob (1899), Edith Ilse Kahn geb. Hertz (1903), Erna Kahn (1890), Michael Lerner (1835), Jettchen Levi geb. Wallach (1869), Kurt Simon Lewy (1906), Leopold Maier (1864), Friedel Maurer (1897), Adalbert Mayer (1913), Eugen Mendel (1898), Herbert Mendel (1905), Kurt Meyer (1922), Elsbeth Nathan geb. August (1897), Gutella Oppenheimer geb. August (1869), Ida Oppenheimer geb. Neuschüler (1883), Hedwig (Hedi) Ottmann geb. Glaser (1897), Naftalie Piperberg (1877), Wilhelm Rödelsheimer (1895), Johanna Scheffel geb. Wechsler (1903), Else Schwarz geb. Mayer (1907), Rosetta Sender geb. Grünewald (1881), Berta Siegel (1879), Anna Singer geb. Messer (1898), Grete Singer (1921), Lazar Singer (1882), Mathilde Singer (1925), Moritz (1910), Oskar Sösmann (1888), Günther Stein (1925), Siegfried Stein (1891), Alfred Vooß (1892), Else Vooß geb. Hoffmann (1900), Else Weber geb. Weinberg (1839), Ida Weinschenk geb. Bernheim 1882).              
Hinweis: bei einzelnen Namen könnten fehlerhaften Angaben vorliegen, falls diese Personen aus einem anderen Neunkirchen stammten; eventuelle Hinweise bitte an den Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.         
  
Aus Wiebelskirchen sind umgekommen: Fanny Gerold geb. Haas (1879), Erna Levie geb. Haas (1892), Hugo Meyer (1895). 
Aus Wellesweiler ist umgekommen: Eduard August (1880).  
Aus Schiffweiler sind umgekommen: Hugo Haas (1881), Auguste Moses geb. Haas (1886).  
  
Nach 1945
zogen einzelne jüdische Personen wieder in Neunkirchen zu. Eine neue, im Vergleich zur Vorkriegsgemeinde sehr kleine Gemeinde entstand um 1970. 
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers, Vorbeters und Schochet 1876 / 1877 / 1885    

Neunkirchen Israelit 23081876.jpg (60220 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. August 1876: "In der hiesigen Kultusgemeinde ist die Stelle als Kantor, Lehrer und Schochet bis 1. September diesen Jahres zu besetzen. 
Der jährliche Gehalt mit Wohnungsmiete beträgt Reichsmark 1.500. Verlangt wird streng nach Ritus nebst Chor-Leitung (am liebsten ein unverheirateter Mann). 
Baldigste Anmeldung nebst Zeugnisse und Lebensbeschreibung nimmt der Unterzeichnete entgegen. Neunkirchen (Regierungsbezirk Trier), 1. August 1876. Der Vorstand Lazarus Rothschild." 
   
Neunkirchen Israelit 16051877.jpg (37867 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Mai 1877: "Die israelitische Gemeinde zu Neunkirchen, Regierungsbezirk Trier, beabsichtigt einen geprüften Lehrer, Vorbeter und Schochet sofort oder auch später zu engagieren. Gehalt inklusive Schechita 1.500 Mark. Qualifizierte Bewerber wollen sich binnen 4 Wochen, mit Einlage ihrer Zeugnisse, melden bei dem Vorstand Lazarus Rothschild."
  
Neunkirchen Israelit 26101885.jpg (42415 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Oktober 1885: "Die in hiesiger Gemeinde vakant gewordene Stelle eines Elementarlehrers, Kantors und Schächters soll sofort besetzt werden. 
Das Gehalt nebst Nebeneinkünften beträgt circa 1.500 Mark pro Jahr. Reflektanten wollen gefälligst den Meldungen an uns ihre Zeugnisse in Abschrift beifügen. 
Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Neunkirchen bei Saarbrücken". 

   
Anzeige von Lehrer Nathan Lemmel (1925)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1925: "Kantor 
mit guter Stimme, sucht für hohe Feiertage Stelle als 
Hilfsvorbeter

wenn möglich größere Gemeinde, kann auch Schofar blasen, mit oder ohne Chor. 
Nathan Lemmel
, Lehrer, Neunkirchen (Saar)."   

  
- Lehrer Nathan Heinemann wird 1929 genannt als der Redner bei der Beisetzung seiner Schwiegermutter Helene Sulzbacher in Bad Mergentheim
    
    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   

Antisemitische Aktivitäten in der Stadt (1891)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. März 1891: "Die auf den 1. März in Neunkirchen seitens der Volkspartei einberufene Versammlung, in der Herr Rechtsanwalt Dr. Kohn aus Dortmund sprechen sollte, wurde polizeilich aufgelöst. In Dudweiler hatte Herr Kohn unter großem Beifall unbehelligt gesprochen, während in Neunkirchen eine Anzahl halbwüchsiger Buben durch fortwährendes 'Hepp-Hepp'-Rufen einen solchen Höllenlärm vollführten, dass es nicht möglich war, zu einer geordneten Abhaltung der Versammlung zu gelangen."          
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. März 1891:  
Derselbe Bericht wie in der Zeitschrift "Der Israelit" - siehe unten.   
 
Neunkirchen Israelit 07051891.jpg (95840 Byte)Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1891: "Neunkirchen. Der hiesige Metzgermeister Louis Wenzel hatte vor einiger Zeit an seinem Laden ein Schild angebracht, mit der Inschrift: 'Hier hat kein Jude Zutritt!' Einige Tage ließ die Polizei diese Demonstration unbehelligt, dann wurde das Plakat polizeilich entfernt und beschlagnahmt; gegen Wenzel soll Anklage wegen groben Unfugs erhoben worden sein. Ein weiterer Erfolg für ihn ist indes nicht ausgeblieben; die hiesigen Arbeiter haben ihn mit dem Spitznamen 'Hepp Hepp' ausgezeichnet und wenn sie morgens 1/2 6 Uhr auf die Schicht gehen, dann klingt dieser Ruf aus Hunderten von Kehlen vor der Wohnung Wenzel's. Herr Wenzel ist dieselbe Person, die jüngst bewirkte, dass eine Versammlung des hiesigen Volksvereins, in der Herr Rechtsanwalt Kohn aus Dortmund sprechen wollte, der Auflösung verfiel. Er hatte eine Anzahl halbwüchsiger Buben engagiert, die bei der Rede Kohn's fortwährend 'Hepp Hepp!' schreien mussten; wegen dieses Lärms wurde die Versammlung aufgelöst und geschlossen."   

     
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum Tod von Lazarus Rothschild (1901)  

Neunkirchen Israelit 04031901.jpg (34907 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. März 1901: "Neunkirchen, den 26. Februar (1901). Vorigen Mittwoch starb im Alter von 73 Jahren Herr Lazarus Rothschild. Der Verstorbene war das älteste Mitglied in der jüdischen Gemeinde, sehr wohltätig gegen Arme und sehr beliebt bei Juden und Christen; das bestätigte seine Beerdigung, die unter außerordentlich großer Beteiligung stattfand."  

   
Erinnerung an Familie Lorig und ihr Kaufhaus in Wiebelskirchen 

Lorig Salomon 019.jpg (218495 Byte)Joseph Alexander Lorig eröffnete im Jahr 1900 in Wiebelskirchen ein Haushaltswarengeschäft in der Brückenstraße 11. Sein Sohn Salomon Lorig übernahm das Geschäft seines Vaters und erweiterte es zum "Kaufhaus Lorig", das er bis in die 1930er-Jahre erfolgreich führte. Nach der Angliederung des Saarlandes an das Deutsche Reich 1935 beschloss Salomon Lorig, mit seiner Frau und der Tochter auszuwandern. 1936 traf die Familie Lorig in Tel Aviv / Erez Jisrael ein.
Salomon Lorig war in Wiebelskirchen zeitweise Kommandant der örtlichen Feuerwehr. Weiteres zur Familiengeschichte mit weiteren Fotos (vor allem aus Wiebelskirchen) siehe Seite zu Wiebelskirchen    

  
   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
  

Anzeige eines jüdischen Heiratsvermittlers (Schadchen) (1891)   

Neunkirchen Israelit 11051891.jpg (33823 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Mai 1891: "Ein Schadchen
der große Bekanntschaft in allen jüdischen Kreisen besitzt, vermittelt Partien von der einfachen bis zu der feinsten, gewissenhaft und diskret. Aufträge richte man vertrauensvoll unter D.D. Nr. 2747 postlagernd Neunkirchen, Regierungsbezirk Trier." 

   
Manufaktur-, Herren- und Damen-Konfektionsgeschäft zu verkaufen (1893) 

Neunkirchen Israelit 14091893.jpg (41586 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1893: "Sichere Existenz. Ein seit 30 Jahren mit bestem Erfolg betriebenes Manufaktur-, Herren und Damen-Konfektionsgeschäft mit alter, treuer Kundschaft, geräumigem Ladenlokal, Wohnhaus mit Garten, vollständiger Ladeneinrichtung (ohne Warenlager) an der frequentesten Hauptstraße 
Neunkirchens
(Regierungsbezirk Trier) ist Verhältnisse halber unter günstigsten Bedingungen zu verkaufen. Offerten unter Nr. 5983 an die Expedition des Blattes ergeben."     

    
Anzeige des Manufaktur- und Herren-Konfektions-Geschäfts Jos. Jakob Söhne (1900)  

Neunkirchen Israelit 13121900.jpg (33752 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Dezember 1900: 
"Für unser Manufaktur- und Herren-Konfektions-Geschäft suchen wir zum baldigen Eintritt einen 
Lehrling. 
Jos. Jakob Söhne,
Neunkirchen, Bezirk Trier."    

      
Anzeige des Manufakturwaren- und Möbelgeschäftes D. Mendel (1906)      

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. April 1906: 
"Suche für mein Manufakturwaren- und Möbelgeschäft einen 
Lehrling
aus guter Familie zum sofortigen Eintritt. Station im Hause.  
D. Mendel, Neunkirchen, Regierungsbezirk Trier."    

 
Anzeigen von Max Joseph (1902 / 1905) 

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1902: "Lehrling 
findet
in meinem Leder- und Schuhmacherartikelgeschäft per Januar oder Ostern Stellung. 
Max Joseph
, Neunkirchen a. Saar."    
  
Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 24. November 1905: "Lehrling gesucht. 
Per 1. Januar suche einen Lehrling. Pension im Hause. 
Max Joseph, Leder- und Schuhmacherartikel. Neunkirchen (Saar)."   

    
 Anzeige des Konfektionsgeschäftes Heinrich Henoch (1926)  

Neunkirchen CV 05031926.jpg (94311 Byte)Anzeige in der Zeitschrift des "Central-Vereins" (CV-Zeitung) vom 5. März 1926: 
"Saargebiet. 
Suche per sofort oder später Dame zur selbständigen Leitung meiner großzügig angelegten Konfektionsabteilung. Dieselbe muss äußerst gewandt im Verkauf sein und die Fähigkeit besitzen, mit zu disponieren. Gutbezahlte Dauerstellung zugesichert. Offerten mit Bild und Referenzen an 
Heinrich Henoch, Neunkirchen (Saar).   

   
Nach der Auswanderung: Hochzeitsanzeige von Sol. Schwarz und Hansi Schwarz geb. Lorsch (1942)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Aufbau" vom 16. Januar 1942: 
"Statt Karten   
Sol. Schwarz  Hansi Schwarz geb. Lorch. 
Vermählte. 10. Januar 1942.  
1131 President Str.  Brooklyn, N.Y.  
(fr. Neunkirchen-Saar)  (fr. Dieburg)."         

        
        
        
Zur Geschichte der Synagoge         
    
Anfang des 19. Jahrhunderts kaufte die jüdische Gemeinde ein etwa 2 ar großes Grundstück, auf dem um 1847 ein jüdisches Gemeindezentrum erbaut wurde ("Judenschule" mit Versammlungs- und Betraum). Wenige Jahre später bemühte man sich um den Bau einer Synagoge. Diese wurde nach 1860 auf den Fundamenten eines Renaissance-Schlosses der Fürsten von Nassau-Saarbrücken erbaut und am 25. November 1865 eingeweiht. Es handelte sich um ein rechteckiges Gebäude mit Satteldach. Als Synagoge war das Gebäude durch die beiden Gebotstafeln erkennbar.      
    
Zur Baugeschichte und den Einweihungsfeierlichkeiten liegen mehrere Berichte vor. Aus einem Bericht vom Januar 1865 ist zu entnehmen, dass der Bau bereits weit fortgeschritten war und von der Gemeindeverwaltung der Stadt ein ansehnlicher Betrag zur Baufinanzierung überwiesen wurde:   
    
Unterstützung durch den Gemeinderat der Stadt Neunkirchen 1864  

Neunkirchen Ben Chananja 11011865.jpg (31756 Byte)Kurzer Bericht in der Zeitschrift "Ben Chananja" vom 11. Januar 1865: "In Neunkirchen (Kreis Ottweiler) bewilligte ebenfalls der Gemeinderat 500 Taler zum Baue einer neuen Synagoge, was auch die hiesige königliche Regierung genehmigt hat. Diese Synagoge ist ein sehr schönes Gebäude und soll sie noch im Verlaufe des Winters eingeweiht werden."

   
Die Einweihung der Synagoge am 1. Dezember 1865  

Neunkirchen Ben Chananja 20121865a.jpg (74028 Byte)Bericht in der Zeitschrift "Ben Chananja" vom 20. Dezember 1865: Wenn auch nur aus weiter Ferne, verdient ein Fest und die Art und Weise, wie es gefeiert wurde, allenthalben bekannt zu werden. Leider nicht an allen Orten offenbart sich ein solcher Geist der Liebe, wie er sich in diesem Feste kundtat. Hier wurde am 1. dieses Monats (1. Dezember 1865) eine Synagoge eingeweiht, die der kleinen jüdischen Gemeinde Ehre macht. Dieselbe hat keine Opfer gescheut, ihr Gotteshaus so geschmack- und prachtvoll auszuführen, als nur ihre Mittel reichten. Das ist übrigens keine seltene Erscheinung in unserem Regierungsbezirk, dem der würdige und tätige Oberrabbiner Herr Kahn als Geistlicher vorsteht. In den 26 Jahren seiner Amtsverwaltung ist dies die 28. neue Synagoge, die auf seine Veranlassung in seinem Sprengel gebaut wurde, was derselbe in seiner Weiherede auch bemerkte und mit  c.ch (unklare Abkürzung oder Begriff)  bezeichnete. 
Das Fest der Einweihung wurde auf recht sinnige und erhebende Weise begangen. Es war mehr ein Triumphzug von dem Hause des Herrn Dampfmüllers Pioch bis an die neue Synagoge, wie ihn der hiesige Ort noch nie gesehen hat. Voran die Torarollen in ihren prächtigen Umhüllungen, sodann weißgekleidete blumenbekränzte Mädchen, nach ihnen der Oberrabbiner, umgeben von dem Vorstande, dann die weltliche Behörde, der Gemeinderat und der Schulinspektor und zuletzt die hiesige Gemeinde, der größte Teil der hiesigen Einwohner ohne Unterschied der Konfession und eine unzählbare Menge auswärtiger Glaubensgenossen.
Neunkirchen Ben Chananja 20121865b.jpg (230293 Byte)Der ganze Ort war festlich geschmückt. Die Straße, durch welche der Zug geschah, zeichnete sich dadurch am meisten aus, dass fast Haus an haus mit Fahnen, Teppichen und Girlanden geschmückt und die Fenster und die Stellen, wo das Trottoir sein sollte, von teilnehmenden fröhlichen Menschen besetzt waren. An der Synagoge angelangt, überreichte ein Mädchen dem Herrn Oberrabbiner den Schlüssel, wobei dasselbe und noch ein zweites Gedichte vortrugen. Die Pforten öffneten sich und nun begann der Gottesdienst, zu dessen Verschönerung die Gesänge des Herrn Kantors Schnerb von Merzig mit seinem Chor sowohl, als auch der von dem hiesigen israelitischen Lehrer Herrn Sänger und dem christlichen Lehrer Herrn Löwer geleitete Chor vieles beitrugen. Nicht unerwähnt dürfen wir lassen, wie sehr der hiesige Gesangverein, aus lauter Christen bestehend, die ganze Versammlung durch seine herrlichen Gesänge erbaute.
Die Krone des Ganzen aber war die Rede des Herrn Oberrabbiners, der er die Worte des 1. Buches Mose 32,25-31 zu Grunde legte. Israel ist ein Gotteskämpfer und das ist der göttliche Auftrag an das jüdische Volk, zu kämpfen für die Weiterverbreitung der Kenntnis des wahren Gottes, des Allgütigen und Allbarmherzigen, zu kämpfen, nicht mit dem Schwerte in der Hand, sondern mit den Waffen der Duldsamkeit und Liebe, kraft des Gebotes: (hebräisch zitiert und übersetzt): Und du sollst lieben deinen Nächsten wie dich selbst ohne Unterschied der Religion. Das war denn so ein rechtes Feld für diesen Mann der ungeheucheldsten Liebe und des aufrichtigsten Strebens, auf dem er sich meisterhaft bewegte, und großen Kiddusch HaSchem (Heiligung des Namens Gottes) verursachte. 
Nicht minder, wie bei den Feierlichkeiten beteiligten sich auch die hiesigen christlichen Einwohner an dem auf diese Feierlichkeiten folgenden Festessen und Bällen. Bei ersterem fehlte es nicht an recht sinnigen und witzigen Toasten, wozu der Herr Oberrabbiner ebenfalls sein Scherflein beitrug. Nachdem ihm von dem Rektor der hiesigen höhern Bürgerschule ein solcher ausgebracht wurde, in welcher er auf seine "humane Rede" anspielte, erwiderte er mit Anführung der Begebenheit des Heiden mit Hillel. Dies fand solchen Beifall, dass ein christlicher Gast ein Glas mit Wein nahm und mit demselben auf seinem Fuß zu dem Herrn Oberrabbiner hüpfte und ihm ein Hoch brachte. 
Wir dürfen in unserem Berichte einige Männer nicht unerwähnt lassen, die sich um den Bau, wie um die schöne Ordnung bei der ganzen Festlichkeit, sehr verdient machten. Es sind dies der Vorsteher Herr G. Strauß, Herr Dampfmüller Pioch und Herr Rothschild.  
Ich schließe mit den Worten eines hiesigen christlichen Berichterstatters in der hiesigen Blies-Zeitung: "Wie dasselbe (Fest der Einweihung) möglich gemacht worden nur durch die seltene Opferwilligkeit, durch das edelmütige Zusammenstehen der Glieder der Gemeinde, besonders des Baukomitees /der oben genannten drei Herren), so wurde es als nun endlich der Tag erschien, in einer Weise ausgeführt, die wir nicht besser zu bezeichnen wissen, als durch en Wunsch: Möge in der israelitischen, möge in der christlichen Gemeinde beider Konfessionen, möge in ganz Neunkirchen dieser Geist der Eintracht sich in Permanenz erklären, dann wird es in jeder Beziehung wohl mit uns stehen!".
"Mögen alle Glieder der jüdischen nicht nur, sondern auch unserer christlichen Gemeinden beherzigen, was im Vorstehenden gesagt ist, dann wird unsere Zeit, der man so oft den Vorwurf macht, dass sie im Materialismus versumpfte, verderbe, den Namen des goldenen Zeitalters weit eher verdienen, als irgend eine der "guten alten Zeiten".   

Ein weiterer Bericht erschien in der Zeitschrift "Ben Chananja" am 27. Dezember 1865 mit der Anmerkung: Wiewohl wir die in Rede stehenden Einweihung bereits einen Originalbericht gebracht haben, glauben wir dennoch, den vorliegenden der "St. Johanner Zeitung" entnommenen Bericht unsern Lesern mitteilen zu müssen, da derselbe aus der Feder eines Christen geflossen ist:    

Neunkirchen Ben Chananja 27121865.JPG (142615 Byte)"Von der Blies, 2. Dezember" Gestern Abend fand die Einweihung einer neuen Synagoge in Neunkirchen statt. Dieses geschmackvolle Gebäude ehrt den frommen Sinn der kleinen jüdischen Gemeinde und liefert den Beweis, welche großen Opfer ein ungeheuchelter frommer Sinn zu bringen fähig ist und wie stark die Einigkeit macht. Es fehlte aber auch nicht an Anerkennung. Alle Einwohner Neunkirchens, ohne Unterschied der Konfession, gaben ihre aufrichtige Teilnahme an diesem hohen Feste auf die erfreulichste und humanste Weise zu erkennen. Der ganze Ort war festlich geschmückt. Alle Häuser waren beflaggt, und an dem Zuge in die neue Synagoge beteiligten sich Christen wie Juden. Auch der würdige evangelische Geistliche, Herr Pfarrer und Schulinspektor Zimmermann von Wiebelskirchen, eilte herbei, um dem großen Jehova, der ja der Gott aller Menschen ist, die Ehre zu geben. Wir bezeichnen dieses Fest am entsprechendsten, wenn wir es ein Verbrüderungsfest nennen. Die alle Zuhörer begeisternde, sehr vortreffliche Predigt des Herrn Oberrabbiners Kahn von Trier auf Grund 1. Buch Moses 32,25-31 über die Auggabe Israels, beweist klar und deutlich, dass die Liebe, dieses heiligte Gebot des Gesetzes, keine ausschließende, sondern eine alle Menschen ohne Unterschied des Glaubens umfassende sei; die Gesänge, die zum größten Teile von Christen geleitet und ausgeführt wurden, bewiesen, dass die christlichen Einwohner Neunkirchens dieses Gebot der Liebe nach seiner wahren Bedeutung aufzufassen und auszuüben verstehen, und wenn alle Geistliche so lehrten, wenn alle Laien so handelten, es müsste, ja es würde die Scheidewand, die leider noch immer die Menschen trennt, bald verschwunden sein. "Der Morgen ist angebrochen, die Sonne ist aufgegangen", diese Worte des Textes, welche der würdige Herr Oberrabbiner so oft mit Nachdruck wiederholte, wiederholen auch wir. Keine Macht der Erde wird es vermögen, einen solchen Geist der Liebe, wie er bei diesem Feste in Lehre und Tat sich kundgegeben, wieder zu bedrängen. Wer lieben kann, liebe, wie der liebe Gott liebt, alle seine Geschöpfe der ganzen Welt, ohne Unterscheid des Glaubens und Standes, der freue sich mit uns recht herzlich des miterlebten schönen Festes einer Synagogen-Einweihung.   

Die Synagoge in Neunkirchen war über 70 Jahre Zentrum des jüdischen Gemeindelebens in Neunkirchen. 1921/22 wurde sie nochmals umfassend renoviert und am 7. Mai 1922 neu eingeweiht. Seitdem befand sich auch eine Tafel für die fünf im Ersten Weltkrieg aus der Gemeinde Gefallenen in der Synagoge.    

Renovierung und Neueinweihung der Synagoge 1921/22   

Neunkirchen Israelit 18051922.jpg (111266 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Mai 1922: "Neunkirchen (Saar), 9. Mai (1922). Die israelitische Gemeinde Neunkirchen (Saar) hat unter erheblichen Kosten und nur aus eigenen Mitteln ihr am oberen Markt gelegenes Gotteshaus vollständig renovieren lassen. Mit ihren in maurischem Stil gehaltenen Malereien, den neuen Teppichen und der als Himmel mit Wolken ausgemalten Decke ist die Synagoge ein wahres Schmuckkästchen geworden, das aber den Beter nur zur Andacht reizt. Durch Vergrößerung der Empore ist auch für die Damen mehr Raum verfügbar geworden. Das vollendete Werk macht der Baufirma Emmrich hier alle Ehre. Am Sonntag, den 7. Mai, fand um 10 Uhr vormittags die feierliche Einweihung statt, bei der das Gotteshaus vollständig gefüllt war. Der Vorsteher, Herr Daniel August, hielt eine kurze kernige Ansprache, in der er die erschienenen Ehrengäste begrüßte unter weiter seiner Freude über das nunmehr vollendete Werk Ausdruck gab. Der neugegründete Chor sang darauf einen Psalm, worauf Herr Rabbiner Dr. Alexander aus Saarbrücken die Fest- und Weihepredigt hielt. Nach Gesangsvortrag wurde eine Gedenktafel für die fünf Angehörigen der Gemeinde enthüllt, die im Weltkriege teils gefallen, teils an seinen Rückwirkungen gestorben sind. Herr Lehrer Heinemann ehrte die Entschlafenen in einer tief zu Herzen gehenden Rede. Es folgte dann das Totengebet für die Krieger und nach dem tadellosen Vortrag zum Psalm fand die stimmungsvolle Feier ihr Ende. Es sind dies die Herren: Ernst Winter, Arthur Schönfeld, Adolf Blum, David Herold und Ludwig Herz." 

Die Synagoge blieb Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens in Neunkirchen bis 1938. 
    
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Trupps und andereNationalsozialisten aufgebrochen und verwüstet, danach niedergebrannt. Im Januar 1939 wurde die Ruine abgebrochen. 1942 kam das Grundstück an einen Bierverleger, der ein Kino auf dem Grundstück bauen wollte. Nach 1945 wurde ein Wohn- und Geschäftshaus auf dem Grundstück erbaut. Am Nachfolgebauwerk (Gebäude der Deutschen Bank) wurde am 10. November 1978 eine Gedenktafel angebracht.  
     
     
Adresse/Standort der SynagogeEcke Oberer Markt 8 / Irrgartenstraße (ehemalige Synagogenstraße)   
     

      
Fotos
(Historische Aufnahmen: Sammlung Hahn: Foto mit * aus dem Buch: Synagogen Rheinland-Pfalz, Saar s.Lit.) 

Neunkirchen Synagoge 002.jpg (62259 Byte) Neunkirchen Synagoge 001.jpg (90463 Byte)   Neunkirchen Synagoge 1601.jpg (535538 Byte)
Der Obere Markt in Neunkirchen um 1920  Die Synagoge (Ausschnitt aus Karte links)   Weitere historische Karte (verschickt 1926)  
     
Neunkirchen Synagoge 003.jpg (64089 Byte) Neunkirchen Synagoge 004.jpg (52398 Byte) Neunkirchen Synagoge 006.jpg (45119 Byte)
Marktbetrieb vor 
der Synagoge* 
Ausschnitt aus 
Karte links* 
Karte aus der Zeit um 1920 mit
 der Synagoge links 
      
Neunkirchen Synagoge 008.jpg (43756 Byte) Neunkirchen Synagoge 007.jpg (25831 Byte) Neunkirchen Synagoge 005.jpg (28887 Byte)
Weitere historische Karten mit der Synagoge    
   
 Neunkirchen Synagoge 050.jpg (228817 Byte)  Neunkirchen Synagoge 050a.jpg (104865 Byte)  
Obige Karte zeigt hauptsächlich das Denkmal für "Wilhelm den Großen" (Karte von 1909).  
(Gemeint ist Kaiser Wilhelm I., für den zwischen 1967 und 1918 mehr als 
1000 Kaiser-Wilhelm-Denkmäler errichtet wurden)  
 
    
Neunkirchen Synagoge 110.jpg (76729 Byte) Neunkirchen Synagoge 100.jpg (11614 Byte)
Die zerstörte Synagoge (Quelle: Tigmann s. Lit. S. 66)   Gedenktafel für die Synagoge  

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

Juli 2012: Presseartikel über christlich-jüdisches Zusammenleben in der Stadt  
Artikel von Heike Jungmann in der "Saarbrücker Zeitung" vom 5. Juli 2012: "Juden und Christen lebten unter einem Dach. 
Neunkirchen. "Es liegt ein Segen auf diesem Haus." Die wunderschöne Aussage über das Haus Nummer 25 in der Hohlstraße stammt von Lotte Kuhn, der Mutter von Ursula Frantz. Es ist ihr Elternhaus beziehungsweise das Haus, das ihre Großeltern Jakob und Lina Kuhn im Jahr 1910 im damals ländlichen Teil von Neunkirchen bauten, über das wir heute berichten..."   
Link zum Artikel    
Anmerkung: Bis zur Emigration nach Amerika 1935 lebte in dem Haus Hohlstraße 25 neben der Familie von Jakob Kuhn das jüdische Ehepaar Simon August und seine Frau. Zwischen den Familien bestand eine enge Freundschaft.    
 
  

     
       

Links und Literatur   

Links:  

Website der Stadt Neunkirchen 
Website des Historischen Vereins der Stadt Neunkirchen  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof Neunkirchen (interner Link)  
Artikel zum Nachbargebäude "Burgkeller" (mit Hinweis auf die Nachbarschaft zur ehemaligen Synagoge!): hier anklicken 

Literatur:  

Ottmar Paulus: Die Synagogengemeinde Neunkirchen. Neunkirchen 1978. 
Werner Fried: Die Juden in Neunkirchen. Veröffentlicht vom Historischen Verein der Stadt Neunkirchen. o.J. 
Marcus Krämer: Novemberpogrom 1938 - "Kristallnacht" in Neunkirchen. Neunkirchen 1990.   
Eva Tigmann: "Was geschah am 9. November 1938?". Eine Dokumentation über die Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung im Saarland im November 1938. Eine Veröffentlichung des Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel. Saarbücken 1998.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 449-450 (mit weiteren Literaturangaben). 
Wolfgang Melnyk: Die Juden in Neunkirchen / Jüdische Bürger in Neunkirchen. In: es Heftche. Das Stadtmagazin für Neunkirchen und Umgebung. Jahrgang 13 Ausgabe 148 August 2010 (1. Teil), Jahrgang 13 Ausgabe 150 Oktober 2010 (2. Teil), Jahrgang 13 Ausgabe 151 November 2010 (3. Teil), Jahrgang 13 Ausgabe 152 Dezember 2010 (4. Teil), Jahrgang 13 Ausgabe 153 Januar 2011 (5. Teil), Jahrgang 13 Ausgabe 154 Februar 2011 (6. Teil).   
Edgar Schwer: Den jüdischen Gefallenen des Saarlandes 1914-1918 zum Gedenken. In: Saarländische Familienkunde Band 12/4. Jahrgang XLVIII 2015 S. 559-600. Online zugänglich: eingestellt als pdf-Datei.    

  
  

 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Neunkirchen Saar. Jews are first mentioned in 1777. In 1790 their residence was limited to ten families. Their number grew to 188 in 1843. Among breadwinners, 23 were merchants, peddler, and shopkeepers, eight artisans, and four butchers. A synagogue was consecrated in 1865. In the 1870s, after the Jews received equal rights, they played an active part in local life and fulfilled such obligations as military service. Among the leading Jewish business enterprises was the local branch of the Levi chain for industrial supplies, which became a large department store in 1901 and employed 300 workers in the 1920s. After Worldwar I, Neunkirchen came under Frech control and developed industrially. In 1927, the Jewish population reached 234 (total 41,031). There were few manifestations of antisemitism until the region was annexed to the Reich by plebiscite in January 1935. Many Jews subsequently sold their businesses and left the city. In 1935, 142 Jews remained in Neunkirchen and its attached communities (Elversberg, Spiesen, Schiffweiler and Wiebelskirchen). Emiogration intensified still further after the publication of the Nuremberg laws. The local population and the Church did little to help the Jews in the face of mounting persecution. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was burned and Jews were arrested and beaten. Seven Jews were deported to the Gurs and Drancy concentration camps. Of the vast majority who fled, 63 reached France, 20 Luxembourg, and 27 Palestine. The 59 who left for other German cities are presumed to have died in the Holocaust. 
    
     

                   
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Stand: 19. August 2017