Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Butzbach (Wetteraukreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Gemeindebeschreibung von 1936 (!)    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Antisemitische Regungen um 1890   
Berichte zu einzelnen Personen in der Gemeinde 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos   
Links und Literatur     

          

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)       
     
Bereits im mittelalterlichen Butzbach, das 1321 Stadtrechte erhielt, lebten jüdische Personen: 1332 werden solche im Zusammenhang mit einer Anleihe erwähnt. Während der Pestzeit 1348/49 waren auch die Butzbacher Juden von der Judenverfolgung betroffen. Nach dieser Verfolgung hört man 1371/72 wieder von Juden in der Stadt. 1384 wird eine jüdische Gemeinde mit Synagoge in Butzbach genannt. Die jüdischen Familien lebten insbesondere in der seit 1351 genannten Judengasse, hatten jedoch auch außerhalb dieser Gasse Grundbesitz. Ihre Haupteinnahmequelle war die Pfandleihe. Doch hört man auch von einem jüdischen Arzt (Jacob, 1408), von jüdischen Gelehrten (Aaron Katz, Gelehrter in Butzbach, der 1421 bei St. Goar erschlagen wurde) oder von einem Schochet (Schächter) der jüdischen Gemeinde. Von einer Vertreibung der Juden am Ende des Mittelalters beziehungsweise zu Beginn der Neuzeit ist nichts bekannt, doch zogen offensichtlich die meisten Juden Mitte des 15. Jahrhunderts aus der Stadt fort. 
   
Im 16. und 17. Jahrhundert lebten wiederum Juden in der Stadt, die hauptsächlich vom Kleinhandel, aber auch vereinzelt von Handwerken lebten. 1622 wurden fünf bis acht Familien gezählt, 1653 sieben, 1656 zehn Familien mit einem "Rabbi". Aus nicht bekannten Gründen verzogen die Familien nach einiger Zeit wieder aus Butzbach oder wurden ausgewiesen (nach Bericht von 1936, s.u. war die Ausweisung 1676)
 
Seit Anfang des 18. Jahrhunderts konnten wieder einzelne jüdische Familien zuziehen.   
  
Gemeinde des 19./20. Jahrhunderts: Zu einem stärkeren Zuzug kam es erst wieder im 19. Jahrhundert. 1830 gab es noch keine jüdischen Einwohner in der Stadt, um 1848 wurden 27 in fünf Familien gezählt. Da abzusehen war, dass weitere Familien folgten, erhielten sie wenig später die Genehmigung zur Gründung einer selbständigen Religionsgemeinde. Ein Betsaal konnte noch im August 1848 eingerichtet werden (s.u.). Lehrer Oppenheimer aus Gleicherwiesen übernahm den Unterricht der Kinder. Der erste Vorstand bestand aus Mayer Meyer, Löb Kaufmann und Nathan Simon. 1868 gab es bereits 14 Familien in Butzbach. Durch Zuzug aus den Nachbardörfern - verstärkt nach der Zeit des Ersten Weltkrieges - und Zuzug einiger sogenannter "Ostjuden" wurden es bis etwa 40 Familien. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Hoch-Weisel der Gemeinde in Butzbach zugeteilt (1905 noch fünf jüdische Einwohner). Hauptsächlich verdienten die jüdischen Familienväter ihren Lebensunterhalt als Kaufleute (auch Schuhwarenhändler, Textilkaufleute), als Viehhändler, Landesproduktenhändler, Metzger, Tabakwarenhändler, als Uhrmacher oder Schuhmacher.

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (seit 1848 Betsaal, seit 1926 Synagoge s.u.), eine Religionsschule und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet fungierte. Nachdem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Lehrer aus Gleicherweisen die Kinder unterrichtet hatte, wurde 1855 ein eigener Religionslehrer angestellt (Ausschreibung unten). Von 1885 bis zu seinem Tod 1920 war über 32 Jahre Emil Spiro Lehrer, Vorbeter und Schochet der Gemeinde. Sein Nachfolger war Moritz Fuld.  
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Siegfried Stern (geb. 18.1.1879. geb. 15.5.1920). Außerdem ist Jacob Rosenbaum gefallen (geb. 6.12.1880 in Butzbach, vor 1914 in Wiesbaden wohnhaft, gef. 3.5.1906).   
  
Um 1925 - als 139 jüdische Einwohner gezählt wurden, waren die Vorsteher der jüdischen Gemeinde Isidor Krämer, Hermann Löb und David Grünebaum (1932 dieselben Personen im Vorstand). Der bereits genannte Moritz Fuld war Lehrer, Kantor und Schochet. Er unterrichtete damals fünf jüdische Kinder in der Religionsschule und erteilte acht Kindern an höheren Schulen Religionsunterricht (1932: insgesamt 12 Kinder). Er unterrichte auch teilweise die Kinder umliegender Gemeinden, in denen es keine eigenen Lehrer mehr gab (u.a. in Münzenberg). Die Gemeinde war als orthodox eingestuft und damit dem orthodoxen Provinzialrabbinat in Gießen zugeteilt. An jüdischen Vereinen gab es insbesondere den Israelitischen Frauenverein (Ziel: Unterstützung Hilfsbedürftiger und Kranker) sowie den Männer-Krankenverein (Chewra Kadischa, Unterstützung Hilfsbedürftiger, Bestattungswesen). 
 
Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 148 Personen, d.h. 2,6 % der Gesamtbevölkerung) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert, ein größerer Teil von ihnen in die USA (80 Personen). Beim Novemberpogrom 1938 wurde nicht nur die Synagoge, sondern auch jüdische Geschäfte und Wohnungen völlig verwüstet. U.a. wurde das Uhrwarengeschäft von Hermann Löb (Griedeler Straße 9) zerstört, wertvolle Standuhren und Schmuckwaren auf die Straße geworfen. SA-Leute trampelten darauf herum, ein Teil der Waren wurde gestohlen. Die Frau von Hermann Löb starb sechs Wochen später an den Folgen der erlittenen brutalen Misshandlungen. 
   
1941-42 wurden die letzten 18 jüdischen Einwohner in Vernichtungslager deportiert. 

  
Von den in Butzbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Dora Altmann geb. Bryt (1915), Albert Baer (1886), Egon Baer (1931), Ernst Baer (1883), Inge Baer (1933), Ludwig Blumenbach (1883), Cejmah (Cemah) Bryt (1888), David Bryt (1884), Dora (Dvora) Bryt (1915), Laja Bryt geb. Rabinowitz (1886), Julius Cohn (1910), Meta Ehrlich geb. Stumpf (1900), Julius Ehrlich (1882), Wolfgang Ehrlich (1930), Ernst Fischmann (1904), Moritz Fried (1908), Cäcilia Fried geb. Fuld (1908), Auguste Fröhlich (1879), Fina Fröhlich (1884), Johanna Fröhlich (1869), Max Fröhlich (1893), Cerline (Zerline) Fuld geb. Fried (1907), Hannelore Fuld (1934), Hedwig Garbarsky geb. Straub (1895), Hugo Gernsheim (geb. ?), Moritz Grünspahn (1906), Willi (Wilhelm) Herschel (1914), Johanna Jacobs geb. Fröhlich (1876), Ella Kahn geb. Mayer (Meijer, 1914), Fanny Kahn geb. Katz (1887), Amalie Katz geb. Isselberger (1882), Emil Katz (1882), Hermann Katz (1878), Irmgard Katz (1909), Ricke (Rika) Katz geb. Isselberger (1885), Theo Kaufmann (1875), Isidor Zacharias Krämer (1866), Jettchen Krämer geb. Herz (1870), Meta Krämer geb. Stern (1904), Lothar Krämer (1930), Meta Krämer geb. Stern (1904), Otto Lissmann (1897), Paula Löb geb. Heumann (1890), Levi Löwenstein (1879), Rosa Löwenstein geb. Strauß (1877), Siegfried Marx (1897), Berta Mayer geb. Gottlieb (1887), Elisabeth Mayer (1924), Max Mayer (1882), Minna Mayer geb. Lichtenstein (1881), Max Mayerfeld (1896), Martha Meijer geb. Mayer (1884), Theodor Meijer (1910), Alfred Moses (1887), Bertha Nathan geb. Rosenthal (1862), Johanna Neufeld geb. Rosenthal (1870), Josef Oppenheimer (1874), Moritz James Oppenheimer (1879), Moritz Rosenbaum (1876), Leopold Rosenblatt (1898), Margot Johanna Rosenblatt (1927), Paula Rosenblatt geb. Löwenstein (1904), Trude Fanny Rosenblatt (1933), Emil Rosenstein (1881), Martha Rosenstein geb. Lichtenstein (1883), Lilly Rosenthal (1902), Friederike Seewald geb. Decker (1885), Ruth Simon (1923), Selma Simon geb. Sommer (1893), Frank Ferdinand Spiro (1930), Leo Spiro (1890), Nanny Spiro geb. Mayerfeld (1890), Resi Spiro (1924), Robert Spitzer (1908), Herbert Steinfels (1911), Fritz Salomon Sternbach (1903), Fritz Sundheimer (1892), Benni Tannenbaum (1902), Hertha Tannenbaum geb. Krämer (1903), Herbert Tockus (1901), Salomon Wald (1882), Arno Wormser (1884).     
    
 
   
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
     
Gemeindebeschreibung von 1936 (!)      

Butzbach GBlIsrGF Okt1936 S28.jpg (137394 Byte)Artikel im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom Oktober 1936 S. 28-29: "Butzbach. Alte Stadt von 5.600 Einwohnern, schon 773 beurkundet, lange Zeit zur Herrschaft Münzenberg, dann zur Grafschaft Hanau gehörig, dann unter anderen Herrschaften aufgeteilt, seit 1741 bei Hessen-Darmstadt; im 30-jährigen Krieg arg heimgesucht; dann 1672 einige Tage Hauptquartier des Großen Kurfürsten im Feldzug gegen Frankreich. Seit etwa 1 1/2 Jahrhunderten ständiges, aber langsames Wachstum der Seelenzahl und Wohlhabenheit. - Die (jüdische) Gemeinde Butzbach ist jünger als etwa die Friedberger; doch schon 1349 Judenverfolgungen. Ein Teil der Gemeinde zieht augenscheinlich nach Frankfurt. So ist Kaufmann von Butzbach, der 1404 'des Verkehrs mit gebannten Juden beschuldigt', durch die Stadt von Kaiser Karl IV. um 2.000 Gulden losgekauft worden war, 10 Jahre später der größte jüdische Steuerzahler von Frankfurt. Nach dem 30-jährigen Krieg bald wieder Juden in Butzbach, schon beunruhigt durch eifernde Geistliche, die die von den Behörden gestattete Beschäftigung von 'Sabbatfrauen' durch geistliche Zwangsmittel zu verhindern suchen, bedroht durch Landesverweisung, die infolge von Kompetenzstreitigkeiten der regierenden Herren, erst 1676, 5 Jahre später als anderswo erfolgt. Aber schon Anfangs des 18. Jahrhunderts leben wieder einige Schutzjuden dort. Seitdem langsames Anwachsen der Gemeinde, in den letzten 100 Jahren kräftiges Aufblühen. Um 1900 zählte die Gemeinde 100, heute wohl noch 40 Seelen. Von einstigen Hoffnungen zeugt die neue Synagoge, errichtet 1926, mit etwa 120 Sitzplätzen. - Bis 1926 hatte der Gottesdienst in einem eigens dazu hergerichteten Saal im ersten Stock des Rathauses, etwa ein Jahrhundert hindurch, stattgefunden. - Alter Friedhof, zugleich für Griedel und Gambach, an der Strasse zwischen diesen beiden Orten, im Feld. In Butzbach ist, dicht am Bahnhof, der stattliche Markt mit ungewöhnlich schönen Fachwerkbauten und unvergleichlich schönen Holzschnitzereien allein eine Reise wert. Auskunft Lehrer R. Fuld, Weiselerstr. 7 (Läuten!). - 
Wir folgen vom Bahnhof aus dem blauen Strich nach Osten, nach Griedel - nur noch kleine Judensiedlung, schon 1596 genannt, mit stattlicher alter Synagoge - und sind nach 2 1/2 Stunden schönen Wegs in Münzenberg."       
Butzbach GBlIsrGF Okt1936 S29.jpg (56729 Byte)Abbildung zu obigem Artikel: "Das Rathaus zu Butzbach. In seinem ersten Stockwerk fand etwa 100 Jahre lang, bis 1926, der jüdische Gottesdienst in einem eigenes dazu hergerichteten Saal statt." 

     
     
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1855 / 1885 / 1920

Butzbach AZJ 12021855.jpg (25396 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. Februar 1855: "Die israelitische Gemeinde Butzbach im Großherzogtum Hessen sucht einen Religionslehrer ledigen Standes, der, im Besitze von guten Zeugnissen, zugleich Vorbeter und womöglich auch Schächter ist und sofort eintreten kann. Der Vorstand."
 
Butzbach Israelit 06081885.jpg (42561 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1885: "Bis zum 1. September dieses Jahres wird in hiesiger Gemeinde die Stelle eines Lehrers, Vorbeters und Schächters vakant. Das Einkommen beläuft sich auf ca. 1.000 Mark. Reflektanten hierauf wollen ihre Zeugnisse gefälligst an den Unterzeichneten einsehen. Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde in Butzbach: Gabriel Rosenthal."
 
Als nach dem Tod von Lehrer Spiro im Juli 1920 die Wiederbesetzung der Lehrerstelle anstand, ist sie zunächst mit einem zu knapp bemessenen Gehalt ausgeschrieben worden, worauf sich die "Arbeitsgemeinschaft des israelitischen Lehrervereins in Hessen" zu Wort meldete: 
Butzbach Israelit 15071920.jpg (58305 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Juli 1920: "Warnung. Die vakante Lehrerstelle in Butzbach (Oberhessen) ist mit  3.500 Mark Jahresgehalt, einer Teuerungszulage (unbestimmt) und 1.500 Mark, jedoch nicht garantierten Nebeneinnahmen ausgeschrieben. Wir warnen alle Kollegen vor einer Bewerbung, beziehungsweise die bereits berufenen vor Annahme der Stelle, bis die leistungsfähige Gemeinde ein auskömmliches Gehalt bewilligt hat. Die Arbeitsgemeinschaft des israelitischen Lehrervereins in Hessen. J. Lebermann, Darmstadt - H. Simon, Darmstadt."

    
Zum 25-jähriges Dienstjubiläum von Lehrer Emil Spiro (1911)    

Butzbach Israelit 03081911.jpg (36451 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. August 1911: "Butzbach, 31. Juli (1911). Herr Emil Spiro sieht am 6. dieses Monats auf seine 25jährige Wirksamkeit als Lehrer und Chasen (Vorbeter) der hiesigen Gemeinde zurück. Herr Spiro hat es verstanden, durch Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit großes Ansehen und Verehrung auch bei den nichtjüdischen Mitbürgern zu erwerben. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch recht lange in unserer Gemeinde zu wirken."
  
Butzbach Israelit 24081911.jpg (88728 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. August 1911: "Butzbach, 20. August (1911). Wie bereits berichtet, konnte Herr Spiro, Lehrer und Vorbeter der hiesigen Gemeinde, im Anfang dieses Monats auf seine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. Obwohl der Jubilar in seiner Bescheidenheit sich jede Feierlichkeit verbeten hatte, ließ es sich die Gemeinde trotzdem nicht nehmen, einen Festgottesdienst zu veranstalten. Nachdem sich die ganze Gemeinde in der reich geschmückten Synagoge versammelt hatte, überreichte Herr L. Metzger nach vorausgegangenem Gottesdienst Herrn Spiro mit einer herzlichen Ansprache einen Pokal als Ausdruck des Dankes der Gemeinde für die ihr geleisteten treuen Dienste, wofür Herr Spiro in bewegten Worten dankte. Auch die nichtjüdischen Mitbürger überbrachten dem Jubilar ihre Glückwünsche, sowohl die Geistlichkeit als auch die Kollegen. Die aus nah und fern in großer Anzahl eingelaufenen Glückwunschtelegramme etc. beweisen, welch großen Ansehens sich Herr Spiro in weiten Kreisen erfreut."
  
Butzbach FrfIsrFambl 04081911.jpg (11060 Byte)Meldung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. August 1911: "Butzbach: Lehrer Spiro feiert nächster Tage sein 25jähriges Amtsjubiläum". 

 
Zum Tod von Lehrer Emil Spiro (1920)    

Butzbach Israelit 24061920.jpg (108383 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Juni 1920: "Butzbach, 13. Juni (1920). Plötzlich und unerwartet wurde am 21. Siwan (nicht Iwan; d.i. 30. Mai 1920) unser allverehrter Lehrer, Herr Emil Spiro - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -, nach kaum vollendetem 61. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abberufen. Für unsere Gemeinde und die naheliegenden Gemeinden, in welcher der Verklärte die Jugend unterrichtete, ist der Tod dieses Mannes ein großer Verlust und schafft eine schwierig auszufüllende Lücke. In Fulda geboren und erzogen, war Spiro, wie man sagt, noch einer vom alten Schrot und Korn. Seit 32 Jahren wirkte er in unserer Gemeinde als Lehrer, Schochet und Vorbeter und war stets darauf aus, in den Gemeinden den Frieden zu erhalten. Jeder, der ihn aufsuchte, wurde mit Rat und Tat unterstützt. Auf dem Friedhof schilderte Herr Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld, Gießen, das Wesen dieses edlen Mannes. Alsdann sprach Herr Hauptlehrer Storch im Namen der hiesigen Stadtschule und der Herr Realdirektor für die Realschule. Herr Lehrer Ehrmann aus Friedberg sprach im Auftrag der verschiedenen Lehrervereine, zu welchen der Verblichene gehörte und zum Schluss rief Herr Lehrer Spiro als Verwandter, in ergreifenden Worten dem Verklärten Lech Beschalom (geh in Frieden) nach. Sein Andenken wird in unserer Gemeinde unvergesslich sein und die Erinnerung an ihn bleibt ein Segen. Möge Gott der Witwe und dem einzigen Sohn seinen Trost sprechen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

   
Zum Tod von Frau Spiro geb. Rothschild, Witwe von Lehrer Emil Spiro (1922)  

Butzbach Israelit 09021922.jpg (93625 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Februar 1922: "Butzbach, 24. Januar (1922). Vergangenen Dienstag haben wir mit Frau Lehrer Emil Spiro einen Esches Chajil (wackere Frau) zu Grabe getragen, deren ganzes Leben nichts anderes als Erfüllung jüdischer Pflicht gewesen ist. Sie wird deshalb nicht nur vom Kreise ihrer Familie und der Freunde, sondern von der ganzen Gemeinde und Umgegend aufrichtigen Herzens innig betrauert. Sie entstammte der bekannten Familie Rotschild aus Alsfeld und wurde schon im Elternhause im Geiste der Menschenliebe erzogen. So ward sie die würdige Gattin ihres Mannes, des leider so früh von uns gegangenen und in weiten Kreisen bekannten Lehrers Emil Spiro seligen Andenkens. Wenn ihr Mann seine berufliche Tätigkeit in Schule und Haus im Sinne der Thauro, Awaudo und in Gemillus Chessed (Tora, Gottesdienst und Wohltätigkeit) entfalten konnte, so konnte er das nur, weil die Gattin ihm als Hilfe zur Seite stand, weil ihr warmes Herz für alles Jüdische, für alles Gute schlug. All dem gab Herr Rabbiner Dr. Hirschfeld aus Gie0en in seinem Hesped (Trauerrede) tiefergreifend Ausdruck. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

  
Lehrer Moritz Fuld publiziert theologische Beiträge 
Die nachfolgenden Abschnitte werden nicht abgeschrieben - bei Interesse bitte die Textabbildungen anklicken.    
   
Lehrer Moritz Fuld hat verschiedentlich theologische Beiträge verfasst und publiziert.
1. Beitrag aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Dezember 1925: "Eine falsch verstandene und unrichtig übersetzte Raschistelle - zugleich eine kleine sprachliche Studie über Genesis 31,10".   

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2. Beitrag aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. und 12. November 1925: "Bemerkungen zu einigen verwandten Stellen in Wajero und Tauldaus" (gemeint textliche Anmerkungen zu Bibelversen aus 1. Mose 21 und 26; Wajero und Tauldaus meint Wochenabschnitte der Tora = Wajero und Toldot)   

Butzbach Israelit 05111925.jpg (311020 Byte) Butzbach Israelit 05111925a.jpg (128306 Byte) Butzbach Israelit 12111925.jpg (294740 Byte) Butzbach Israelit 12111925a.jpg (40585 Byte)

3. Beitrag aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Oktober 1925: Bemerkungen zu einer schwierigen Stelle in 1. Mose 6,22 von Lehrer M. Fuld in Butzbach 

Butzbach Israelit 15101925.jpg (305647 Byte)   

 
25-jähriges Amtsjubiläum von Lehrer Moritz Fuld (1926)       

Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1926: "Butzbach, 12. April (1926). Lehrer M. Fuld begeht am 23. April sein 25-jähriges Amtsjubiläum".      

      
      
Antisemitische Regungen
Um 1890
- Wahl von Philipp Köhler 
Anmerkung: in den Israelitischen Zeitungen wurden die Erfolge der Antisemiten bei den Landtags- und Reichstagswahlen mit großer Sorge verfolgt. Im Bereich von Butzbach sorgte in den jüdischen Gemeinden der Antisemit Philipp Köhler aus Bettenhausen bei Langsdorf für große Unruhe. Er war von Beruf Landwirt. Zwar schaffte er 1890 nicht die Wahl in den hessischen Landtag, doch wurde er 1893 für die "Deutsch-soziale Reform-Partei" in den Reichstag gewählt.

Butzbach Israelit 07081890.jpg (14947 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. August 1890: "Darmstadt, 5. August (1890). Bei den hessischen Landtagswahlen ist in Butzbach der Antisemit Köhler gewählt worden".
  
Butzbach AZJ 15081890.jpg (71413 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. August 1890: "Darmstadt, 7. August (1890). Die außerordentlichen Vorbereitungen, welche die antisemitische Partei für die eben beendeten Landtagswahlen in Hessen getroffen hat, sind vergeblich gewesen. Ein einziges Mandat ist den Hetzern zugefallen, und auch das noch durch die Gunst des Zufalls,: es geschah dies im Wahlkreis Butzbach, wo für den national-liberalen Dr. Vogt und den Antisemiten Köhler die gleiche Anzahl von Stimmen abgegeben war; das Los entschied für Köhler. Dagegen ist der antisemitische Angriff in allen anderen Wahlkreisen, besonders hier in Darmstadt, glänzend abgeschlagen worden. Die bisherigen Vertreter, der liberale Oberbürgermeister Ohly und der Vorsteher der israelitischen Gemeinde, Bankier Wolfskehl, gegen die sich der Hauptsturm der Gegner richtete, sind mit glänzender Majorität wiedergewählt."     
  
Butzbach Israelit 18081890.jpg (47158 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. August 1890: "Darmstadt, 16. August (1890). Die in Butzbach zur zweiten hessischen Kammer vollzogene Wahl des Antisemiten Köhler soll, wie der 'Frankfurter Zeitung' mitgeteilt wird, angefochten werden, da einer der für die Wahl Köhlers eingetretenen Wahlmänner die hessische Staatsangehörigkeit nicht besitzt. Ist das zutreffend, so muss die Wahl für ungültig erklärt werden, da sie bekanntlich bei Stimmengleichheit durch das Los entschieden wurde." 
  
Butzbach Israelit 26021891.jpg (22983 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Februar 1891: "Butzbach, 21. Februar (1891). Der Antisemit Köhler von Bettenhausen, dessen Wahl bekanntlich ungültig erklärt wurde, ist bei der heutigen Neuwahl in den hessischen Landtag für den Kreis Butzbach-Nauheim seinem liberalen Gegner Vogt unterlegen."

    
Der Antisemitismus sorgt für "schlimme Zwietracht" in der Bevölkerung (1891)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Dezember 1891: "Butzbach, 4. Dezember (1891). Einen recht deutlichen Beweis, wie der Antisemitismus schlimme Zwietracht in breite Schichten der Bevölkerung hinträgt, bieten die hiesigen Vorkommnisse. Unser Städtchen ist in seinen zwei Märkten, Katharinen- und Faselmarkt, der Mittelpunkt für die ganze Umgebung der gesegneten Wetterau. So weit haben es die Böckel-Apostel nun glücklich gebracht, dass die Antisemiten-Vereine der Dorfjugend es für angezeigt hielten, am letzten Katharinenmarkt, am 25. November, einen antisemitischen Ball in Nieder-Weisel durch mächtige Plakate auszuschreiben, und zwar in der offen ausgesprochenen Absicht, den Marktverkehr in Butzbach damit zu schädigen. Das bedenken die jugendlichen Heißsporne nicht, dass sie damit nicht nur das gute Verhältnis zwischen Stadt und Land, sondern auch ihr eigenes Interesse schädigen, denn die so wirksame Prämiierung des besten Marktviehes am Faselmarkt wird damit auch hinfällig werden. Geht man der Sache auf den Grund, so wollen sie dadurch beleidigt sein, dass ihrem Böckel von Seiten eines hiesigen Gasthofbesitzers der Saal für seine Hetzversammlungen verweigert worden ist. So wenig die Stadt dafür kann, so dankbar sollten sie der betreffenden Wirtschaft sein, dass sie des Friedens halber auf eine Einnahme verzichtet."         

     
Um 1924 - antisemitisch eingestellter christlicher Geschäftsmann  

Butzbach CV-Ztg 17011924.jpg (19713 Byte) Mitteilung in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins" vom 17. Januar 1924: "Nach Offenbach. Der Inhaber der Firma Joh. Niederhauser, Butzbach, schreibt in einem Briefe an einen jüdischen Fabrikanten, dass er als Christ nur mit Christen Geschäftsverbindungen haben will."   

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Zum 70. Geburtstag des langjährigen ersten Gemeindevorstehers Isidor Krämer (1936)

Butzbach Israelit 26051936.jpg (35462 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Mai 1936: "Butzbach, 21. Mai (1936). Unser langjähriger erster Vorsteher, Herr Isidor Krämer, feiert am 2. Juni seinen 70. Geburtstag. Unter seiner Amtszeit wurde unsere Synagoge gebaut. Auch sonst hat er sich große Verdienste um das religiöse Leben in der Gemeinde erworben. Wir wünschen ihm an der Seite seiner teuren Gattin mit Gottes Hilfe noch einen gesegneten Lebensabend. (Alles Gute) bis 120 Jahre."   

       
Zum Tod von Nathan Simon (1934)     

Butzbach Israelit 08111934.jpg (78379 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. November 1934: "Butzbach, 1. November (1934). Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust erlitten. Am Schabbat Lech Lecha (= 20. Oktober 1934) verschied nach kurzem Unwohlsein Nathan Simon im jugendlichen Alter von nur 47 Jahren. Aus einer hochachtbaren religiösen Familie aus dem benachbarten Pohlgöns stammend, war er stets bestrebt, die Traditionen unserer Religion hochzuhalten. Noch am letzten Jom Kippur wirkte er als Vorbeter und trug mit Andacht seine Gebete vor. Die Liebe und Wertschätzung zeigte sich bei der Beerdigung, die unter großer Beteiligung am Montagnachmittag stattfand, zu der auch aus allen Nachbargemeinden Freunde und Bekannte herbeigeeilt waren. Herr Lehrer Fuld von hier schilderte am Grabe in bewegten Worten die Verdienste des Heimgegangen. Auch der Vorsitzende des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten Herr Löwenberg aus Frankfurt am Main war herbeigeeilt, um von dem verewigten Frontkameraden in markanten Worten Abschied zu nehmen. Herr A. Wertheim sprach im Namen der hiesigen Ortsgruppe. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."        

   

Kennkarte aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
   
 Kennkarten von ihn Btzbach geborenen
 bzw. wohnhaften Personen
 
 Butzbach KK MZ Fried Moritz.jpg (95517 Byte)  Nieder-Weisel KK MZ Fulda Hannelore.jpg (74583 Byte)  
  Kennkarte (Mainz) des Kaufmanns Moritz Fried, geb. 9. September 1908 in Butzbach, 
später in Mainz wohnhaft. Moritz Fried wurde am 25. März 1942 ab Mainz - Darmstadt
 in das Ghetto Piaski deportiert und ist umgekommen.    
Kennkarte (Friedberg 1939) für Hannelore Fuld (geb. 20. April 1934 in Nieder-Weisel),
 wohnhaft in Butzbach und Mainz, am 30. September 1942 deportiert ab Darmstadt
 vermutlich nach Treblinka, umgekommen    

      
      
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Lehrlingssuchen des Manufaktur- und Konfektionsgeschäftes Leopold Metzger (1889 / 1891 / 1902)

Butzbach Israelit 17061889.jpg (31008 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juni 1889: "Für mein Manufaktur-, Konfektions- und Schuhwarengeschäft suche einen Lehrling unter guten Bedingungen zu engagieren. Kost und Logis im Hause. Samstag und Feiertage geschlossen. 
Leopold Metzger
, Butzbach (Hessen)."      
   
Butzbach Israelit 20051891.jpg (40129 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1891: "Zu beachten! Suche für mein Manufaktur- und Konfektionsgeschäft, Samstags und Feiertage geschlossen, Kost und Logis im Hause, einen jüngeren oder älteren Lehrling  unter guten Bedingungen zu engagieren. Leopold Metzger, Butzbach, Hessen."    
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1902: "Suche für mein Manufaktur-, Konfektions- und Schuhwarengeschäft einen Lehrling und einen Volontär, angehend Commis unter günstigen Bedingungen. Kost und Logis im Hause. 
Leopold Metzger
, Butzbach."     

     
Anzeige der Handlung von Louis Engel (1915)      

Butzbach Israelit 19081915.jpg (55181 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. August 1915: "Prima koschere Suppen- und Gemüse-Eier-Nudeln hergestellt unter Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Provinzial-Rabbiner Dr. Hirschfeld, Gießen, versendet per Post oder per Bahn per Pfund Mark 1.10. 
Louis Engel, Butzbach (Oberhessen)."    

   
Todesanzeige für das 5-jährige Mädchen Resi Spiro (1929) 

Butzbach Israelit 28031929.jpg (39142 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. März 1929: "Am Schabbat Paraschat Sachor (d.i. am 23. März 1929) ist unser herziges Kind und Schwesterchen Resi - sie ruhe in Frieden - im vollendeten 5. Lebensjahr von uns gegangen. 
Die schwer geprüften Eltern: Leo Spiro und Frau nebst Söhnchen Emil Ernst. 
Butzbach. Die Beerdigung hat bereits stattgefunden." 

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge                    
    
Im ausgehenden 14. Jahrhundert wird eine Synagoge genannt ("Judenschule", 1384). Ihr Standort war in der ehemaligen "Judengasse", der heutigen "Hirschgasse" (vom Marktplatz in westlicher Richtung zur Stadtmauer). Die spätmittelalterliche Synagoge scheint mit Wegzug der jüdischen Familien Mitte des 15. Jahrhunderts aufgegeben worden zu sein, da sie vor 1476 oder in diesem Jahr in die Hand der Stadtherren geriet. Noch längere Zeit waren Mauerreste dieser Synagoge vorhanden.
   
Die Mitte des 19. Jahrhunderts zugezogenen jüdischen Familien besuchten zunächst die Gottesdienste im benachbarten Ort Hoch-Weisel. 1848 wurde den Familien ein Raum im ersten Obergeschoss des Rathauses zur Feier der Gottesdienste zur Verfügung gestellt (Betsaal). Am 12. August 1848 (Schabbat Nachamu, 13. Av 5608) konnte in diesem ein erster Gottesdienst der nach Butzbach zugezogenen jüdischen Familien gefeiert werden. In der Kultusordnung orientierte man sich an Gottesdienst in der Hauptsynagoge in Frankfurt am Main. Von 1857 liegt ein Bericht in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vor, in dem über den ersten Betsaal und die Gestaltung der Gottesdienste, u.a. auch über die Einführung des Chorgesanges in Gottesdiensten der Butzbacher jüdischen Gemeinde berichtet wird: 

Butzbach AZJ 15061857.JPG (209617 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. Juni 1857: "Butzbach (Großherzogtum Hessen), 31. Mai (1857). Es wird für Sie, geehrter Herr Redakteur, nicht uninteressant sein, auch etwas von unserer kleinen, im Emporblühen begriffenen Gemeinde zu erfahren. Es ist noch kein Dezennium her, dass nur eine jüdische Familie hier ihren Wohnsitz hatte, welche, so wie die ersten später hierher übergesiedelten Familien einem Dorfe, unweit von hier, zugeteilt waren. Da nun nach und nach die Übersiedelung leicht vonstatten ging, namentlich durch die Freizügigkeit von 1848 (welche, nebenbei bemerkt, momentan wieder zum Gegenteil umgeschlagen ist), so nahm die hiesige Gemeinde in dem Maße zu, dass wir schon im August 1848 (Schabbat Nachamu) unseren eigenen Gottesdienst einrichten konnten, und uns in Folge dessen zu einer förmlichen Gemeinde konstituierten.
Wir wendeten uns damals, da die meisten Gemeindeglieder nicht den alten Gottesdienst, wie er leider noch in den meisten Gemeinden unserer Provinz besteht, wünschten an Herrn Rabbiner Stein in Frankfurt a.M., der uns mit dankbarer Anerkennung bereitwilligst darin an die Hand ging und uns die ganze Kultusordnung der Hauptsynagoge zu Frankfurt a.M. unter einem wohlwollenden Schreiben übersandt; in der Hauptsache richteten wir uns nach diesem vereinfachten und veredelten Kultus, ohne jedoch den dreijährigen Zyklus anzunehmen und mit Auslassung der Gesangspartien wegen damaligen Mangels eines dazu befähigten Lehrers.
Letzterem Übel ist jetzt abgeholfen, indem wir seit einiger Zeit in der Person der Herrn Religionslehrers Oppenheimer aus Gleicherwiesen einen tüchtigen Kantor akquiriert haben, der mit den zwar noch wenigen Kindern unserer Gemeinde einen Chorgesang einführte, der auf das Herz eines jeden wahrhaften, für seine angestammte Religion begeisterten Israeliten einen tiefen Eindruck zu machen nicht verfehlt, und in jeder Hinsicht den Kultus hebt, namentlich sind es, Herr Doktor, die Lieder aus Ihrem Gesangbuche, welche sehr erhebend auf den Gottesdienst wirken.
Würden sich unsere Rabbinen ein klein wenig mehr um Schulen und Kultus bekümmern, und nicht jede Gemeinde sich selbst überlassen sein, so stünde es wahrlich ganz anders darum; der alte, ohne Ordnung und Feierlichkeit abgehaltene Gottesdienst müsste dann einem würdevolleren, begeisterten Kultus Platz machen."

Da die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder weiter zunahm, bemühte sich die Gemeinde um den Erbau einer Synagoge in der Stadt. Bereits 1881 wurde ein Synagogenbau genehmigt, doch damals nicht ausgeführt. 1920 wollte man einen neuen Versuch zum Bau machen. Über Spendenaufrufe versuchte man einen Teil des notwendigen Geldes zu bekommen: 

Butzbach Israelit 22011920a.jpg (52905 Byte)In der Zeitschrift "Der Israelit" erschien beispielsweise am 22. Januar 1920 folgender Aufruf: "Die jüdische Gemeinde Butzbach (Oberhessen) ist genötigt, eine Synagoge zu bauen. Fünfzig Jahre hat diese in einem Saal des hiesigen Rathauses ihren Gottesdienst abgehalten. Die Stadt hat jetzt den Raum selbst zu brauchen. Die hiesigen Mitglieder haben schon einen größeren Baufonds dafür gezeichnet, jedoch reichen die Mittel nicht dazu aus. Wir bitten deshalb edeldenkende Glaubensgenossen um Überweisung einer Geldspende an de Vorstand der Synagogen-Baukommission. Postscheckkonto: Frankfurt (Main) 22072, Hermann Löb. Herr Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld in Gießen ist bereit Auskunft zu erteilen. 

Durch die Inflation verzögerte sich der Baubeginn. Erst 1926 konnte im Zentrum der Stadt eine Synagoge erstellt werden. Die Grundsteinlegung war am 14. April 1926. Hierzu erschien der folgende Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. April 1926:

Butzbach Israelit 22041926.jpg (84618 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. April 1926: "Butzbach (Hessen), 20. April (1926). Schon seit mehr als vier Jahrzehnte erstrebte die kleine hiesige israelitische Gemeinde den Bau eines eigenen Gotteshauses; bisher jedoch ohne jeglichen Erfolg. Erst in der Gegenwart beginnt sich der Wunsch der Gemeinde durch den Zwang der Verhältnisse zu verwirklichen. Am Rausch-chaudesch Ijor (gemeint der Monatswechsel zum Monat Ijar 5686 = 14. April 1926) wurde der Grundstein der Synagoge gelegt. Idyllisch und dennoch zugleich würdig an der Hauptverkehrsstraße gelegen, wird sich das kleine Gotteshaus erheben als ein Zeichen neuerwachenden jüdischen Lebens und Opfersinns einer Kleingemeinde, welche für diesen Zweck bereits bedeutende Geldopfer gebracht hat und noch zu bringen hat, da die Hauptsumme für den Bau geliehen werden musste. Diesen Opfersinn einer Kleingemeinde zu fördern, dürfte heute, wo das jüdische Leben in den Kleingemeinden so darniederliegt, mit eine der vornehmsten Aufgaben der Allgemeinheit bedeuten, und es wird deshalb herzlichst gebeten, das heilige Werk nach Kräften durch Spenden zu unterstützen und zu fördern. Spende nimmt entgegen der Vorstand der israelitischen Gemeinde Butzbach (Hessen), Weiselerstraße." 

Die Einweihung der von Architekt Lippert (Butzbach) entworfenen und gebauten Synagoge war am 20. August 1926, verbunden mit einem großen Fest für die ganze Stadt. Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld (Gießen) nahm die Einweihung vor. In der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. September 1926 erschien ein ausführlicher Artikel zur Einweihung: 

Butzbach Israelit 21091926.JPG (224780 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. September 1926: "Die neue Synagoge in Butzbach (mit 2 Bildern, siehe unten). Das, was fast jede jüdische Gemeinde mit einem gewissen Entwicklungsgang als eine selbstverständliche Einrichtung aufzuweisen hat, eine eigene Synagoge, das fehlte der Gemeinde Butzbach bisher, und alle Bemühungen in dieser Richtung hin schlugen bisher fehl. Erst der Zwang der Verhältnisse, verbunden allerdings mit einem für die heutige wirtschaftlich schwere Lage wirklich bemerkenswerten Opfersinn, führte zur Erreichung des Ziels. Jetzt steht die neue Synagoge da - nicht wirkend durch Größe und Weite des Raums, sondern "durch ruhige pietätvolle Formgebung, fast silhouettenhaft, umrahmt von großen Bäumen. Am 20. August, nachmittags 2 Uhr, begann die nach jeder Beziehung würdig verlaufene Einweihungsfeier. Stark und herzlich war die Anteilnahme der Bevölkerung an dem seltenen Fest und massenhaft der Zustrom der auswärtigen Gäste. Um es vorweg zu sagen: die Veranstaltung bildete nach Form und Inhalt, in ihrer straffen Organisierung und in ihrem vornehmen und würdigen Verlauf und schließlich in ihrer eindrucksvollen Wirkung auf die Teilnehmer und Zuschauer einen wahren Kiddusch-haschem ("Heiligung des Namens Gottes")! Das städtische Rathaus, in welchem sich seither der Betsaal der israelitischen Gemeinde befand, trug Flaggenschmuck. Ebenso war die Straße, durch welche sich der Festzug bewegte, reich beflaggt. Viele auswärtige israelitische Gemeinden hatten ihre Vertreter gesandt. Von Seiten des Landesverbandes war Kommerzienrat Meyer aus Mainz erschienen. Ferner wohnten die Geistlichen der beiden anderen hiesigen Konfessionen, die Vertreter der Schulen (Oberrealschule, Volksschule usw.), der Kirchenvorstände und anderer Korporationen der Stadt der Feier bei. Herr Lehrer Fuld von der israelitischen Gemeinde eröffnete die Feier mit einer Abschiedsansprache vor dem alten Synagogenraum im Rathause. Er gab vor allem eine gedrängte, scharf umrissene Entstehungsgeschichte der neuen Synagoge und schilderte die verschiedenen Schwierigkeiten, die zu überwinden waren. Nach Absingen des Wahi-binsoa durch den hiesigen Synagogenchor erfolgte das Ausheben der Torarollen und eine kurze Ansprache der Provinzialrabbiners Dr. Hirschfeld - Gießen. - Herr Architekt Lippert - Butzbach, welcher den Bau der neuen Synagoge geleitet und auch den Entwurf gemacht hatte, überreichte dem Vorstande der israelitischen Gemeinde die Schlüssel zu dem Gotteshause. Nach Beendigung dieser kurzen Feier setzte sich der Festzug unter den Klängen des Liedes: "Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" unter Vorantragen der Torarollen nach der neuen Synagoge in Bewegung. Es waren feierliche, fast ergreifende Augenblicke, als der nicht alltägliche Zug, von zahlreichen Zuschauern umsäumt, durch die festlich beflaggte Straße dahinschritt. Vor dem Portal der neuen Synagoge begrüßte Herr Bürgermeister Dr. Hansen namens der Stadt alle Festgäste aus nah und fern herzlich 
Butzbach Israelit 21091926a.JPG (219103 Byte)und beglückwünschte die israelitische Gemeinde zu ihrem neuen, schönen Gotteshaus auf das innigste. Es lege Zeugnis ab von der Einigkeit und dem festen Willen, der in ihr herrsche. Fräulein Ferna Katz sprach in anmutiger Weisen einen von Herrn Lehrer Fuld verfassten schwungvollen Eröffnungsspruch und übergab die Schlüssel zum Gotteshaus an den Vertreter der Kreisamts, Herrn Regierungsrat Dr. Grein. Dieser übermittelte die besten Glückwünsche der Regierung und des Kreisamts zu der schönen Feier. Der Vorsteher der hiesigen israelitischen Gemeinde übernahm den Schlüssel und gab ihn mit kurzem Gelöbnis an den Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld weiter. Mit Segensworten schloss dieser das Gotteshaus auf und übergab es seiner Bestimmung, und nun strömte die festliche Menge, soweit sie das Gotteshaus zu fassen vermochte, herein. Jeder war von der Schönheit des Innern der Synagoge überrascht. Beim Chorgesang: "Ma towu" ("wie lieblich...") erfolgte der Einzug der Torarollen, die von einigen älteren Mitgliedern der Gemeinde getragen wurden. Dabei setzte gleichzeitig ein Gesang von Knaben unter Leitung des Herrn Dr. Ehrenreich ein. Es folgte nun das Anzünden der "ewigen Lampe" und das Öffnen der heiligen Lade und endlich das Einheben der Torarollen unter dem Chorgesang "Umnuchau Jaumar". Der Vorstand der hiesigen Gemeinde, Herr J. Krämer, gab dann einen kurzen Rückblick auf den Bau der Synagoge, dankte den zahlreich erschienenen Vertretern der verschiedenen Korporationen und allen Teilnehmern. Herr Kommerzienrat Meyer aus Mainz überbrachte die Glückwünsche des Landesverbandes und der Schwestergemeinde Mainz. Herr Dr. Hirschfeld hielt nun eine großangelegte Festrede, die tiefen Eindruck hinterließ.
Die Butzbacher Zeitung schreibt: "Der Verlauf der Feier war erhebend und der großen Sache würdig. Ein Volk, das seine Religion hält und ehrt, achtet sich damit selbst am meisten. Auch wir wünschen der israelitischen Gemeinde viel Glück bei der Einweihung ihres herrlichen Gotteshauses, das ein wahres Schmuckstück geworden ist und unserer Stadt zur Ehre gereicht. Sie hat gestern gesehen, dass die ganze Bürgerschaft an ihrer Feier Anteil nahm. Und wenn der Geist der Versöhnung von dieser Feier gegangen ist, so ist das wohl der höchste und schönste Gewinn."
Am Freitag Abend fand zum ersten Male Sabbatgottesdienst in der neuen Synagoge statt. Die Räume waren bis zum letzten Platz gefüllt, und eine tiefe Rührung und andächtige Weihe und wirkliche Festesstimmung erfüllt die große Schar der andächtigen Beter. Vorzüglich bewährte sich der von Herrn Lehrer Fuld aus äußerst bescheidenen Stimmmitteln zusammengeschweißte Synagogenchor. Der Schacharisgottesdienst nahm mit dem Chorgesang: "Ma towu" seinen Anfang und gestaltete sich ebenso feierlich. Herr Dr. Hirschfeld hielt wieder eine meisterhafte Predigt. - Am Sonntag den 22. dieses Monats war die neue Synagoge auf einige Stunden für die breitere Masse geöffnet und wurde von ca. 2.000 Personen besucht. 

Bei der Butzbacher Synagoge handelte sich um einen polygonalen Zentralbau. Es waren 120 Sitzplätze vorhanden.

Nur 12 Jahre war die Butzbacher Synagoge religiöses Zentrum der jüdischen Gemeinde der Stadt. Einer der letzten vorliegenden Berichte, der von einer besonderen Feier in der Synagoge zu erzählen hat, bezog sich auf die 40-Jahrfeier zur Stiftung einer Torarolle durch die Familie Engel. Der Bericht erschien Ende August 1935 in der Zeitschrift "Der Israelit":      

Butzbach Israelit 29081935n.jpg (47051 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit vom 29. August 1935: "Butzbach, 26. August (1935). Am Samstag Paraschat Reeh (Schabbat mit der Toralesung Reeh = 5. Mose 11.26-26,17, das war der 24. August 1935) sind 40 Jahre verflossen, dass die von Familie Engel gestiftete Sefer Tora (Torarolle) von Rabbiner Dr. Hirschfeld - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - eingeweiht wurde. Zum Andenken an diese Feier vor 40 Jahren wurde am verflossenen Schabbat diese Sefer Tora mit ihrem Feiertagsschmuck beim Morgengottesdienst ausgehoben, und wie der der Feierlichkeit seinerzeit die Sidre (Toraabschnitt) Reeh daraus vorgelesen".

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt. Auf Grund beharrlichen Schweigens der älteren Butzbacher Bürger konnte nie aufgeklärt werden, wer die Täter waren. Die Hauptaktivisten dürften SA-Leute gewesen sein. Die Feuerwehr schützte die Nachbarhäuser, insbesondere eine in der Nähe befindliche Lackfabrik. Die drei Vorstandsmitglieder Hermann Lob, Leopold Rosenblatt sowie David Grünebaum) waren nach dem 10. November 1938 ins KZ Buchenwald verschleppt worden. Sie unterschrieben am 14. Dezember 1938 zwangsweise den Verkaufsvertrag über das Synagogengrundstück (Löb und Rosenblatt unterschrieben noch in Buchenwald, Grünebaum war entlassen worden und unterschrieb in Butzbach).

Ein Gedenkstein wurde am 9. November 1981 am Synagogenstandort aufgestellt. Er trägt die Inschrift: "Hier stand die jüdische Synagoge der ehemaligen Jüdischen Gemeinde Butzbach. Erbaut 1926, in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft niedergebrannt am 9. November 1938. Am gleich Tag wurden auch die Synagogen in den Stadtteilen Griedel, Nieder-Weisel und Pohl-Göns zerstört. Damit begannen Vertreibung und Vernichtung unserer jüdischen Mitbürger. Von diesem Geschehen lassen wir uns mahnen: Nie wieder darf unser Volk den Terror gegen Menschen zulassen. Shalom - Friede". 
   
   
Adresse/Standort der Synagoge:      Zwischen Wetzlarerstraße und Ludwigsstraße
   
   

Fotos:  

Das Rathaus in Butzbach -
 Haus des ersten Betsaales
Butzbach Rathaus 010.jpg (71084 Byte)
   Im 1. Obergeschoss des Rathauses befand sich von 1848 bis 1926 der Betsaal 
der jüdischen Gemeinde.  Quelle: Geschichtsverein Butzbach
       
    Die Synagoge  
Butzbach Synagoge 001.jpg (127796 Byte) Butzbach Israelit 21091926c1.jpg (64068 Byte) Butzbach Israelit 21091926c2.jpg (61304 Byte)
Die 1926 erbaute und 1938 zerstörte
 Synagoge in Butzbach
(veröffentlicht in: Arnsberg s. Lit. 
und Hammer-Schenk s.Lit.)
Hinweis: In der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21.9.1926 erschienen zu dem 
oben wiedergegebenen Bericht auch zwei Fotos, die jedoch nur in ungenügender 
Qualität eingescannt wurden. Doch soll auf die Fotos zumindest 
hingewiesen werden.
        
Der Gedenkstein Butzbach Synagoge 095.jpg (88284 Byte)  
  Gedenkstein für die zerstörte Synagoge,
 aufgestellt 1981 (Quelle)
 

   
     

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Butzbach  
Geschichtsverein für Butzbach und Umgebung   
Seite zur Gedenkfeier am 10. November 2003 am Synagogenplatz 
Seite zur Geschichte von "Butzbach im 20. Jahrhundert" mit Bericht zu den Ereignissen beim Pogrom 1938  
Informationen zum jüdischen Friedhof der Stadt (interner Link)  
Website von Hanno Müller (siehe Literatur) www.fambu-oberhessen.de mit Fotos der jüdischen Friedhöfe in und um Butzbach http://www.fambu-oberhessen.de/juden-friedhoefe.html 

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 147f; III,1 S. 197-199.
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 1 S. 106-108.
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. 1971 S. 31.
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 183-184. 
Ludwig Hellriegel: Geschichte der Butzbacher Juden. Wetterauer Geschichtsblätter. Bd. 17 1968 S. 29-55.
Stadtarchiv und Museum Butzbach (Hg.): Vor 50 Jahren brannten die Synagogen. Aus sieben Jahrhunderten jüdischen Lebens in Butzbach und Umgebung. Begleitheft zur Sonderausstellung. Butzbach 1988.
Harold Hammer-Schenk: Synagogen in Deutschland. Geschichte einer Baugattung im 19. und 20. Jahrhundert. Teil I S. 522. Teil II Abb. 475.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 93-95.
Butzbach Lit 015.jpg (54675 Byte)Hanno Müller/Dieter Bertram/Friedrich Damrath/Dr. Dieter Wolf: Familienbuch Butzbach Band V: Judenfamilien in Butzbach und seinen Stadtteilen. 
Siehe website www.fambu-oberhessen.de       

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Butzbach Hesse. Established in the 14th century and expelled in 1667, the community was not revived until 1848. Its members upheld the Orthodox tradition of Frankfurt am Main and numbered 122 (4,9 % of the total) in 1890. By 1933 the Jewish population had risen to 148 (2,6 %), but the Nazi economic boycott made it impossible for Jews to remain. Ninety-seven left before December 1938, most emigrating to the United States and British Commonwealth countries. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was desecrated and then burned down, Jews were attacked, and their property was looted or destroyed. Some Germans, however, defied the Nazis and protected local Jews, hiding their valuables and rescuing a Torah scroll. 
      
       

                   
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Stand: 28. Mai 2015