Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Ernsbach (Stadt Forchtenberg, Hohenlohe-Kreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge 

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version
   
In dem den Grafen von Hohenlohe gehörenden Dorf Ernsbach bestand eine jüdische Gemeinde bis 1925. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Erstmals wurden 1675 oder kurz danach fünf jüdische Familien aufgenommen (1679 genannt: Marx, Liebmann, Hirsch, Schew Samuel und Salomon). 1697 werden bereits zehn jüdische Haushaltsvorstände genannt. 
    
1807 waren 26 jüdische Familien am Ort. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1844 mit 233 Personen in 40 Familien erreicht. Ihren Lebensunterhalt verdienten die Ernsbacher Juden vor allem durch Handel und Gewerbe, einige auch durch Landwirtschaft. 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Berlichingen beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Unter den Lehrern sind bekannt: Nathan(ael) Forchheimer (Lehrer von 1875 bis 1896), Samuel Rosenberger (1896 bis 1909). 1832 wurde die Gemeinde dem Rabbinatsbezirk Braunsbach (später Schwäbisch Hall) zugewiesen. 
    
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging die Zahl der jüdischen Einwohner stark zurück. 1900 waren es noch 79 Personen, 1933 nur noch zwei, die noch vor den Deportationen verstorben sind.    
    
Von den in Ernsbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Hermine Bär geb. Lang (1894), Cilly Benjamin geb. Buxbaum (1882)  Frieda Bieringer (1870), Sofie Bruchsaler geb. Israel (1864), Bernhard Buxbaum (1868), Emil Buxbaum (1868), Ernst Buxbaum (1897), Moritz Buxbaum (1886), Emma Dreifuss geb. Israel (1894), Berta Engel geb. Kocherthaler (1875), Karoline Güthermann geb. Kocherthaler (1884), Sigmund Gutmann (1871), Jonas Israel (1866), Julie Israel (1871), Sigmund Israel (1861), Frida Jacob geb. Buxbaum (1890), Carry Kahn geb. Oppenheimer (1885), Lina Kahn geb. Krug (1889), Emanuel Kocherthaler (1861, später in Nürnberg), Emanuel Kocherthler (1869, später in München), Max Kocherthaler (1863), Leopold Lang (1895), Louis Lazarus Lang (1893), Mina Lang geb. Israel (1888), Irma Levi geb. Kocherthaler (1897), Sara Levy geb. Kocherthaler (1860), Sophie Marx geb. Stern (1882), Isak Morgenroth (1867), Selma Morgenroth (1903), Rebeacke (Rosa) Neuhaus geb. Löw (1873), Amalie Salomon geb. Rosenthal (1891), Julius Stern (1881).   
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer/Vorbeter       

Hilfsvorbeter gesucht (1876 / 1908) 

Ernsbach Israelit 30081876.jpg (42984 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. August 1876: "Ernsbach (Württemberg). Infolge des Rücktritts eines seither an den ehrfurchtgebietenden Tagen dahier in Funktion gestandenen Vorbeters wird für genannte Zeit ein Ersatz-Vorbeter gesucht, welcher eine Tefillot (Gebete/Gottesdienste) zu vertreten hätte. Gefällige Offerten unter Beischluss von Zeugnissen sieht entgegen das israelitische Kirchenvorsteheramt."   
   
Ernsbach Israelit 10091908.jpg (38211 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10.September 1908: 
"Auf Jomkippur wird ein 
Hilfsvorbeter
 
zu Schacharit und Mincha (Morgen- und Mittaggebet) gesucht. 
Gefällige Offerten mit Bezeichnung der Forderung in Bälde erbeten. Israelitisches Kirchenvorsteheramt Ernsbach, Württemberg."   

   
Lehrer Löwenthal wird ausgezeichnet (1840)  

Ernsbach AZJ29021840.jpg (74761 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Februar 1840: "Aus dem Württembergischen, 10. Februar (1840). Nach dem Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom 18. Januar dieses Jahres wurde von der Königlichen Evangelischen Synode zu Stuttgart, neben mehreren evangelischen Schullehrern, auch dem israelitischen Lehrer Löwenthal in Ernsbach, Dekanats Öhringen, eine Prämie mit 20 Gulden zuerkannt, ein sprechender Beweis von der Humanität und Unbefangenheit unserer höchsten Behörden, und wie sie nur das Verdienst stets im Auge haben und nichts so sehr den konfessionellen Bezug. Ruhm und Ehre einer solchen aufgeklärten und toleranten Regierung!".

   
Lehrer Löwenthal wechselt von Ernsbach nach Mühringen - Rabbiner Dr. Wassermann wechselt angeblich nach Kassel (1846)   

Muehringen AZJ 04051846.jpg (88006 Byte) Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. Mai 1846: "Durch die Vakatur der nun dem Lehrer Löwenthal zu Ernsbach übertragenen Schulstelle zu Mühringen, läuft jetzt wieder ein Sturm von Petitionen der Bewerber um die Ernsbacher Lehrstelle, die ohne Emolumente doch nur 225 Gulden fixen Gehalt nebst freier Wohnung einträgt, bei der evangelischen Oberschul- und der israelitischen Oberkirchenkirchenbehörde zu Stuttgart, en. Aus diesem Andrang lässt sich die finanzielle Lage und geringe Hoffnung der württembergischen Lehrer und Vorsänger ersehen, die, abermals in Folge einer ungünstigen Ministerialentscheidung, als Konfessionsschullehrer keinen Anteil an der Aufbesserung derjenigen Volksschullehrergehalte anzusprechen haben, welche sich nicht auf 250 Gulden belaufen, während die Ständekammer von dieser Unterscheidung kein Wort vernehmen ließ.  
Wie man hört, wird der bei uns allgemein geachtete, von seiner Gemeinde sehr verehrte Rabbiner Dr. Wassermann in Mühringen als Rabbiner nach Kassel kommen.   L....u."      

  
Lehrer Samuel Rosenberger wechselt nach Laupheim (1909)   
Anmerkung: Samuel Rosenberger (geb. 24. April 1861 in Oberdorf, gest. 1939 in Stuttgart) war nach seinen Studien im Lehrerseminar Esslingen (1877-1880) Lehrer in Eschenau (1882-1887), Talheim (1890-1894), Öhringen (1894), danach in Ernsbach (1896-1909). 1909 wechselte er nach Laupheim, wo er bis 1928 blieb. Er starb am 30. Oktober 1939 in Stuttgart (wohin er 1938 gezogen war) und wurde im dortigen Israelitischen Teil des Pragfriedhofes beigesetzt.  

Ernsbach Israelit 09121909.jpg (59686 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Dezember 1909: "Ernsbach, 25. November (1909). Zu Ehren des nach Laupheim scheidenden Lehrers Rosenberger sammelten sich seine Freunde in der 'Traube'. Das Lokal war dicht gefüllt. In den Reden des Bürgermeisters, des Pfarrers und der Lehrer kam es zum Ausdruck, welcher Beliebtheit sich der Scheidende im hiesigen Orte erfreute und dass er sein Amt zur vollen Zufriedenheit bekleidete. Herzliche Wünsche wurden ihm und seiner Familie auf dem Wege mitgegeben. Lehrer Rosenberger gab ins einer Erwiderung einen Rückblick über seine 13-jährige Wirksamkeit und dankte für die ihm erwiesenen Ehrungen."

       
       
Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben        
Antijüdisches aus Ernsbach (1872)               

Ernsbach AZJ 23011872.jpg (120879 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Januar 1872:  "In Ernsbach (Oberamt Öhringen am Kocher) besteht ein Drittel der Bevölkerung aus Juden. Trotzdem durfte noch nie ein Israelit bei Beratung einer Gemeindeangelegenheit ein Wort mitsprechen, d.h. noch nie wurde ein Israelit in den Gemeinderat gewählt. Bisher haben sich dieselben über diese Zurückstellung hinweggesetzt, bis das intolerante Gebaren der Gemeinderatsmitglieder im Laufe dieses Sommers sie zu den möglichsten Anstrengungen zwang, um wenigstens eine Stimme im Gemeinderate für sich zu erhalten, welche dieser so billig denkenden Versammlung gegenüber die Rechte der israelitischen Staatsbürger vertreten sollte. Im Juni dieses Jahres beschlossen nämlich die Mitglieder des Gemeinderats mit großer Majorität, von dem damals stattfindenden Friedenskinderfeste die israelitische Schuljugend auszuschließen. Da ein Anlass zu diesem Beschlusse in dem Umstande gefunden werden konnte, dass die Mittel zur Abhaltung des Festes aus einer christlichen Stiftung flossen, erboten sich die Israeliten sofort, die für sie erforderliche Summe durch eine Kollekte aufzubringen. Trotzdem wurde dieser namentlich gegen die ausgeschlossenen Kinder so überaus grausame Beschluss aufrecht erhalten und die Israeliten, die an den Lasten des Krieges und seinen Folgen so gut mitzutragen hatten als irgend 
Ernsbach AZJ 23011872a.jpg (123887 Byte)ein anderer, zum Mitfeiern des Friedens für unwürdig erklärt. Was das für einen Eindruck auf die Kinder machen muss, in deren Herzen auf diese Weise der konfessionelle Hass gepflanzt wird, den man in unseren Zeiten so gern als überwunden bezeichnet, kann sich jeder denken. Ein gebildeter Mensch, der das betreffende Protokoll liest, würde sicher im Zweifel sein, ob das Datum nicht richtiger 871 statt 1871 heißen sollte. In Folge dieser Vorgänge strengten sich bei der letzten Gemeinderatswahl Mitte Dezember die Israeliten in Ernsbach besonders an, um nur einen minder von Vorurteilen befangenen Mann aufs Rathaus zu bringen, und beinahe wäre dieses gewiss nicht unbillige Unternehmen gelungen, wenn nicht folgender Vorfall den Ausschlag gegeben hätte. Während der Wahlhandlung stattete ein Mitglied der Wahlkommission, ein Gemeinderat, den im Vorzimmer des Wahllokals sich aufhaltenden Wählern einen Besuch ab und ermahnte sie mit den schönen Worten: 'Schaffet nur, dass kei' Jud nei kommt! S'hent schon z' viel Juden g'wählt; schaffet nur, sonst spuckt's!' Diese Worte schlugen durch und kein 'Jud' wird das Ernsbacher Rathaus entheiligen. Die Beurteilung solcher Zustände und solcher Agitationsmittel glauben wir getrost ohne weitere Besprechund der Öffentlichkeit überlassen zu können."    

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Stellengesuche von Lehrer Nathanael Forchheimer (1890) 
Lehrer Nathan(ael) Forchheimer (geb. 10. Oktober 1842 in Niederstetten) war nach seinen Studien im Lehrerseminar Esslingen (1860-1862) Lehrer in LaudenbachKappel (1867) und Pflaumloch (1867-1875). danach in Ernsbach (1875-1896). 1896 wechselte er nach Buttenhausen, wo er bis 1908 blieb. 1914 lebte er in St. Ludwig/Elsass, zuletzt in Heilbronn.  

Ernsbach Israelit 21071890.jpg (57358 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Juli 1890: "Stellen-Gesuch. Für einen kräftigen, wohlgeschulten, auch braven und willigen Jungen von 13 Jahren suche ich auf nächstes Frühjahr eine Lehrstelle in einem an Sabbat und Festtagen geschlossenen kaufmännischen Geschäft bei freier Station. 
Desgleichen suche ich auf den ersten Oktober oder etwas später für ein 15-jähriges, wohlerzogenes und im Weißzeugnähen tüchtig bewandertes Mädchen eine Lehrstelle unter obigen Bedingungen, wo dasselbe das Putzgeschäft oder das Kleidermachen gründlich erlernen könnte. Offerten erbeten an 
Lehrer Forchheimer, Ernsbach (Württemberg)."   

    
Weiteres Stellengesuch von Lehrer Forchheimer (1891)  

Ernsbach Israelit 01061891.jpg (34326 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Juni 1891: "Für meinen 14-jährigen, wohlerzogenen und gut geschulten Neffen suche ich eine kaufmännische Lehrstelle bei freier Station und erbitte mir gefällige Anträge. 
N. Forchheimer,
israelitischer Lehrer in Ernsbach (Württemberg)."

    
    
    
Zur Geschichte des Betsaales /der Synagoge      
  
1711 wurden zunächst im Kupferhammerbau ein Betsaal und ein Schulraum eingerichtet. In der Mitte des 18. Jahrhunderts war eine "Judenschule" in einem herrschaftlichen Bau an der Papier- und Mahlmühle eingerichtet. Um 1770 konnte eine Synagoge "von Stein gebaut unten am Bach" erstellt werden. Unmittelbar angebaut war die Lehrerwohnung mit einem Schulzimmer. Die Lage unmittelbar an der Kocher erwies sich jedoch als sehr problematisch, da die Gebäude durch Feuchtigkeit und Überschwemmungsgefahr ständig bedroht waren. 1784 geschah ein schlimmes Unglück. Bei einer plötzlich während dem Unterricht eintretenden Überschwemmung konnte zwar der damalige Lehrer mit seinen Schülern noch das Schulzimmer verlassen. Ein Junge, der unbemerkt zurück blieb, ertrank jedoch in dem überfluteten Raum. Die jüdische Gemeinde hatte damals nicht die Mittel, um ein Schulhaus mit Lehrerwohnung auf einem anderen Grundstück zu erstellen. 
    
Vor 1835 war inzwischen der Vorsänger in eine andere Wohnung umgezogen. Die Schule war jedoch noch am alten Standort, wobei das Schulzimmer einen Großteil der alten Vorsängerwohnung einnahm. Die Behörden klagten über die israelitische Schule in Ernsbach als einem "ganz ungesunden", "dumpfen" und im Blick auf die jederzeit drohenden Überschwemmungen "gefahrvollen Lokal". "In diesem Kerker", so meinte das Oberamt, könne unmöglich weiterhin Schule abgehalten werden. Dabei sei das Gebäude so schlecht, dass es nicht einmal verkauft oder zur Aufnahme von Armen benützt werden könnte. Der jüdischen Gemeinde blieb nichts anderes übrig, als 1836/37 ein neues Schulhaus mit Lehrerwohnung zu erbauen. Die Finanzierung bereitete große Schwierigkeiten; immerhin wurden 350 Gulden aus der Staatskasse genehmigt.   
     
Um 1850 war auch die Synagoge in einem sehr schlechten Zustand. Der Braunsbacher Rabbiner Dr. Maier Hirsch klagte anlässlich einer Visitation des Oberamtes Öhringen im August 1853 darüber, "dass die alte, baufällige und ganz unwürdige Synagoge in Ernsbach den Sinn für das höhere Göttliche niederschlage, die heilige Ehrfurcht für das Gotteshaus erkalten lasse und nicht den Eindruck des Erbauens, sondern des Zerstörens auf den Besucher mache". Der Öhringer Regierungsrat Knauf besuchte daraufhin selbst die Synagoge und fand die Schilderung des Rabbiners für "vollkommen bestätigt". Er entdeckte auch, dass an einer Seitenwand des Gebäudes ein tiefer Riss entstanden war, "der den Vorsänger mit schweren Sorgen erfülle und auch nicht gefahrlos zu sein scheint". Eine bautechnische Überprüfung des Gebäudes schloss sich an. Da die bisherige Synagoge sowieso für die inzwischen 36 jüdischen Familien am Ort zu klein war, beschloss die Gemeinde, einen Neubau zu erstellen. Baumeister Dillenius von Weinsberg wurde beauftragt, Pläne und einen Kostenvoranschlag anzufertigen. Diese wurden im Februar 1854 eingereicht und schließlich auch von den Behörden genehmigt. Im Frühjahr 1854 wurden die Bauarbeiten vergeben, sodass bis 1855 eine neue Synagoge am Platz der alten erstellt werden konnte (heutiges Grundstück Marktplatz 5). Für den Neubau musste die Gemeinde 3.484 Gulden aufbringen, was sehr schwierig war, da 15 der jüdischen Familien in sehr armen Verhältnissen und von öffentlicher Unterstützung lebten. 534 Gulden konnte man über "milde Stiftungen" und den Verkauf des Abbruchmaterials der alten Synagoge aufbringen. Von Seiten des Staates wurde ein Beitrag von 475 Gulden gewährt. Über dem Eingangsportal der Synagoge war als Inschrift Psalm 118,20 zu lesen (hebräisch, übersetzt: "Dies ist das Tor zum Ewigen, Gerechte ziehen durch es hinein").  
  
1925 wurde das Synagogengebäude verkauft und diente später als Feuerwehrmagazin. Schließlich wurde es zu einem Wohnhaus mit Friseurgeschäft im Erdgeschoss umgebaut (Standort Marktplatz 5). Die Mobilien der Synagoge kamen 1925 nach Öhringen. Im August 1992 wurde an der ehemaligen Synagoge eine Hinweistafel angebracht
.  
      
      
      
Fotos 
Historisches Foto  
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg. 1932. S. 75) 

Ernsbach Synagoge 001.jpg (49360 Byte)

Die Ernsbacher Synagoge (vor 1925)
Die Inschrift über dem Eingang ist aus Psalm 118,20:
"Dies ist das Tor zum Ewigen,
Gerechte ziehen durch es hinein"

   
Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Ernsbach Synagoge 002.jpg (70113 Byte) Ernsbach Synagoge 005.jpg (101683 Byte)
     Ehemalige Synagoge in Ernsbach; das
 charakteristische Walmdach ist erhalten. 
 Foto von 1987 
   
     
   Ernsbach Synagoge 003.jpg (63728 Byte) Ernsbach Synagoge 001.jpg (47355 Byte)
      Ehemaliger seitlicher Aufgang 
zur Frauenempore
       
Fotos 2004:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 1.8.2004)
 
Ernsbach Synagoge 131.jpg (56644 Byte) Ernsbach Synagoge 133.jpg (68193 Byte) Ernsbach Synagoge 132.jpg (49428 Byte)
Die ehemalige Synagoge vom Marktplatz aus gesehen   Der frühere Eingang zur Frauenempore
   
   Ernsbach Synagoge 004.jpg (41053 Byte)   
  Die 1992 angebrachte Gedenktafel    
     
Ernsbach Rathaus 101.jpg (57623 Byte) Ernsbach Rathaus 100.jpg (46717 Byte) Ernsbach Schule 100.jpg (50170 Byte)
Das Rathaus der Gemeinde Ernsbach, eine Stiftung des jüdischen Einwohners 
Samuel Kochertaler 1909 
Auf dem freien Platz zwischen den beiden
 Häusern stand bis vor wenigen Jahren 
das jüdische Schulhaus  
    
     
Andernorts entdeckt  Bad Soden Friedhof 1677.jpg (257161 Byte)
   Grabstein für Benny Buxbaum geb. 1879 in Ernsbach, gest. 26.2.1910 in Bad Soden
Grabstein im jüdischen Friedhof in Bad Soden   
          

    
     

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Forchtenberg  
Übersicht über die in den "Central Archives for the History of the Jewish People" (CAHJP) in Jerusalem vorhandenen Archivalien der jüdischen Gemeinde Ernsbach: pdf-Datei hier anklicken 

Literatur:

Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1966. S. 72-73.  
Forchtenberger Heimatbuch. 1983. S. 310.321.334. 
Naftali Bar-Giora Bamberger: Die jüdischen Friedhöfe im Hohenlohekreis. 2002. 
Art. "Bekenntnis zur gemeinsamen Vergangenheit - Gedenktafel an Ernsbacher Synagoge erinnert an eine friedliche deutsch-jüdische Geschichte". In: Hohenloher Zeitung vom 3.9.1992.   
Eberhard Kugler: Jüdischer Leben in den Dörfern - die Ansiedlung in Ernsbach. In: ...geschützt, geduldet, gleichberechtigt... Die Juden im baden-württembergischen Franken vom 17. Jahrhundert bis zum Ende des Kaiserreichs (1918). Hg. von Gerhard Taddey (= Forschungen aus Württembergisch Franken Bd. 52) 2005 S. 107-123.  
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S.   
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.   

     
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust".   
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.   

Ernsbach  Wuerttemberg.  Jewish settlement commenced in 1680 with a peak population of 224 in 1843. The community was dismantled in 1925 when the two remaining Jews joined the Berlichingen congregation.  
   
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 19. Dezember 2013