Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
Zur Übersicht "Synagogen in Unterfranken"  
   

Obernbreit (VG Marktbreit, Kreis Kitzingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde 
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)
(Erstellt unter Mitarbeit von Friedrich Heidecker, Träger- und Förderverein s.u.)  
   
In Obernbreit bestand eine jüdische Gemeinde bis 1911. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16./17. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1528 Juden am Ort genannt. Sogenannte Judenschutzbrief wurden von der Ortsherrschaft im 16. Jahrhundert 1531, 1534 und 1558 ausgestellt. Auch im 17. Jahrhundert lebten Juden am Ort: 1668 ließ sich ein Jude in Obernbreit erneut nieder - er hatte einen Schwarzenberger Schutzbrief (Hoffmann: Geschichte und Beschreibung der protestantischen Pfarrei Obernbreit o.J. S. 33). 1714 waren sechs jüdische Familien am Ort, 1796 gleichfalls sechs Familien. 
  
Ihre Blütezeit hatte die Gemeinde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit wurde die Höchstzahl jüdischer Einwohner erreicht: 1814 122 jüdische Einwohner (11,1 % von insgesamt 1.101 Einwohner), 1832 157 (12,3 % von insgesamt 1.279) und 1867 126 jüdische Einwohner (9,3 % von insgesamt 1.355). Nach 1870 ging die Zahl der Juden am Ort durch Aus- und Abwanderung zurück: 1871 98, 1880 81, 1890 52, 1900 28, 1910 20 jüdische Gemeindeglieder.  
  
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Obernbreit auf insgesamt 27 Matrikelstellen die folgenden jüdischen Familienvorstände genannt (mit neuen Familiennamen und Erwerbszweig): Hirsch Hayum Heim (Viehhandel und Parnass = Gemeindevorsteher), Kusel Jacob Jung (Geldgeschäfte), Sendel Jontoff Grünenwald (Viehhandel), Abraham Hyeronimus Herzfelder (Ellenwarenhandel), Meyer Loew Rosenfeld (Ellenwarenhandel), Isaac Loew Rosenfeld (Weingeschäfte), Hirsch Jantoff Rosenbach (Wein- und Viehhandel), Nathan Sendel Grünwald (Viehhandel), Samuel Hirsch Heim (Viehhandel), Joseph Abraham Hyeronimus Herzfelder (Ellenwarenhandel), Samuel Wolf Goldstein (Ellenwarenhandel), Moses Loew Benario (Spezerei- und Ellenwarenhandel), Abraham Hirsch Waldmann (Ellenwarenhandel), Jacob Joseph Gunzenhäuser (Weinhandel), Jacob Abraham Waldmann (Handel mit altem Eisen), Hirsch Baer Klein (Handel mit kurzer Ware), Samson Bineas Biener (Viehschmusen), Jacob Loew Loewenhaupt (Viehschmusen), Gerst Loew Loewenburger (Handel mit kurzer Ware), Jacob Sußmann Ahrnheimer (Handel mit kurzer Ware), Jacob Laemlein Pfeiffer (Viehschmusen), Manes Laemlein Loemann (Schnittwarenhandel), Jacob Hirsch Klein (Schnittwarenhandel), Michael Moses Marx (Handel mit kurzer Ware und Viehschmusen), Wolf Isaac Breitenbach (Viehhandel), Israel Hirsch Heim (Spezerei- und Lederhandel), Jason Enslein Franck (Ellenwarenhandel), Benjamin Herzfelder (Warenhandel, seit 1825), Moses Rosenfeld (Feldbau, seit 1825).          
   
An Einrichtungen hatte die Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule (Mitte 19. Jahrhundert zeitweise Elementarschule?) und ein rituelles Bad (im Synagogengebäude s.u.). Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof Rödelsee beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungstexte unten; 1870/71 wurde die Stelle des Vorsängers und Schächters separat ausgeschrieben, möglicherweise gab es damals noch einen jüdischen Elementarlehrer, der die Funktionen des Vorbeters und Schächters nicht gleichzeitig übernahm; bei der Ausschreibung 1887 sind die Ämter miteinander verbunden; 1901 erfolgte die Ausschreibung der Stelle zusammen der der Nachbargemeinde in Gnodstadt). Die jüdische Gemeinde gehörte zum Distriktsrabbinat in Kitzingen.  
     
Nachdem auf Grund der seit Mitte des 19. Jahrhunderts relativ schnell zurückgegangenen Zahl der Gemeindeglieder bereits 1911 die jüdische Gemeinde aufgelöst worden war, wurden die hier noch lebenden jüdischen Einwohner der Gemeinde in Marktbreit zugeteilt.
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Gefreiter Ludwig Breitenbach (geb. 4.1.1871 in Obernbreit, vor 1914 in Schweinfurt wohnhaft, gef. 22.7.1917) und Feldwebelleutnant Leopold Frank (geb. 15.4.1877 in Obernbreit, vor 1914 in Nürnberg wohnhaft, gef. 21.10.1916).   
    
1925 wurden noch 12 jüdische Einwohner am Ort gezählt, 1933 neun. 
  
Die letzten vier jüdischen Einwohner wurden im Februar 1942 in das Vernichtungslager Izbica (bei Lublin/Polen) beziehungsweise in das Ghetto Theresienstadt deportiert. 
      
Von den in Obernbreit geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Hilda Eiba geb. Schatzmann (1887), Elisabeth Gallinger (1896), Ida Goldschmidt (1890), Hannchen (Hanna) Lebrecht geb. Rosenfelder (1874), Leopold Löbenberger (1863), Ida Nadel geb. Sänger (1879), Regina Neumaier geb. Rindsberger (1872), Rudolfine Radzieyewski geb. Löbenberger (1889), Bernhard Rindsberger (1878), Heinrich Sänger (1876), Joseph Sänger (1884), Siegfried Sänger (1878), Justin Schatzmann (1923), Moritz Speyer (1887), Joseph Sänger (1884), Leopold Sänger (1871), Rudolf Sänger (1869).
      
      
      
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1869 / 1870 / 1871 / 1875 / 1884 / 1894 / 1901   

Obernbreit Israelit 24021869.jpg (36909 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Februar 1869: "Erledigt
die Schächter- und Vorsängerstelle dahier mit einem jährlichen Einkommen von circa 300 Gulden nebst freier Wohnung. Bewerber wollen sich innerhalb 4 Wochen an den Unterzeichneten wenden.  
Obernbreit bei Marktbreit am Main, 17. Februar 1869.  
Der israelitische Kultus-Vorstand 
Samuel Rosenfeld."   
   
Obernbreit Israelit 22061870.jpg (26860 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juni 1870: "Erledigt -  
die Vorsänger- und Schächterstelle dahier mit einem jährlichen Einkommen von ca. 300 Gulden nebst freier Wohnung. Die Stelle kann sofort besetzt werden, und wollen sich Bewerber innerhalb 4 Wochen an den Unterzeichneten wenden. 
Obernbreit bei Marktbreit a.M., 1. Juni 1870. 
Der israelitische Kultusvorstand Samuel Rosenfeld."
   
Obernbreit Israelit 12071871.jpg (24752 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Juli 1871: "Erledigt. Die Vorsänger und Schächterstelle dahier, mit einem jährlichen Einkommen von circa 400 Gulden nebst freier Wohnung, ist erledigt. Bewerber wollen sich innerhalb 4 Wochen an den Unterzeichneten werden. Obernbreit bei Marktbreit a.M., 16. Juni 1871. 
Samuel Rosenfeld
, Kultus-Vorstand."    
 
Obernbreit Israelit 08091875.jpg (36248 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. September 1875: "Die Vorsänger- und Schächterstelle in Obernbreit ist sofort zu besetzen mit einem fixen Gehalt von fl. 200   Fl. 100 Schechita und  fl. 100 Nebenverdienste. 
(Polen keine Aufnahme). Bewerber wollen sich schriftlich wenden an den Kultusvorstand Obernbreit, Bayern".    
   
Obernbreit Israelit 23051887n.jpg (39473 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1887: "Die israelitische Religionslehrerstelle Obernbreit (Unterfranken), verbunden mit Vorsänger- und Schächter-Funktion, soll sofort besetzt werden. Jährlicher Ertrag ca. Mark 900 nebst freier Wohnung. Offerten an den Kultusvorstand 
S. Löwenhaupt
. Kultusvorstand."
   
Obernbreit Israelit 27081894.jpg (22965 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. August 1894: "Die Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle Obernbreit (Unterfranken) 
wird am 1. November dieses Jahres vakant. Jährlicher Ertrag ca. Mark 1000 - nebst freier Wohnung und 50 Mark Vergütung für Beheizung. Seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse schriftlich an den Unterzeichneten wenden. 
Der Kultusvorstand 
L. Loebenberger."
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. November 1901
"Die Religionslehrer- Chasan- und Schochetstelle in Obernbreit (Unterfranken), verbunden mit Gnodstadt, ist sofort zu besetzen. Jährliches Einkommen ca. Mark 1.100 nebst freier Wohnung. Meldungen erbeten an   
J. Sänger
, Obernbreit, Kultusvorstand."         

        
      
Zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde      
Erinnerung an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert - Grabstein für Abe Rosenfiels (Rosenfeld) aus Obernbreit in New Orleans (1835-1907)     
Anmerkung: das Foto wurde von Rolf Hofmann (Stuttgart) im April 1994 im 1860 eröffneten Hebrew Rest Cemetery in New Orleans, 2100 Pelopidas at Frenchman Street, near Elysian Fields and Gentilly Blvd., aufgenommen.      

Grabstein im "Hebrew Rest Cemetery" in New Orleans für 
"Abe Rosenfield  
Obernbreit
Bavaria  June 14, 1835 - May 5, 1907. 
A Heart full of tender affection. 
A life of quiet Kindliness
and unselfish service.  
Frances F. Rosenfield  
March 16, 1852 - May 30, 1924  
Frances H. Block 
 
May 1, 1895 - August 11 1967".      

          
          
          
Zur Geschichte der Synagoge     
         
Bereits vor 1748 wird ein Betsaal oder eine Synagoge vorhanden gewesen sein. 1712 ist vom Bau beziehungsweise der Einrichtung einer jüdischen Schule die Rede. 1748 wurde eine (neue?) Synagoge erstellt. Sie war bis 1911 religiöses Zentrum der jüdischen Gemeinde Obernbreit. In dem Gebäude war auch eine Lehrerwohnung sowie ein rituelles Bad (Mikwe), das sich in 10 m Tiefe unter dem Gebäude befindet und vor wenigen Jahren wieder entdeckt wurde.

Nach der Auflösung der Gemeinde 1911 wurde die Inneneinrichtung verkauft: 

Obernbreit Israelit 27041911.jpg (29907 Byte)Am 27. April 1911 erschien in der Zeitschrift "Der Israelit" folgende Anzeige: "Synagogeneinrichtung. Infolge Auflösung der Kultusgemeinde Obernbreit wird die innere Einrichtung der dortigen Synagoge bestehend in sehr gut erhaltenen Männer- und Frauenständen, Almemor, Steinverkleidung des Oronhakodesch und 1 Lüster etc. billig abgegeben. Offerten an Kultusvorstand S. Weinberg in Marktbreit." Aus der Anzeige geht hervor, dass es bis zuletzt in der Synagoge Obernbreit traditionelle Betpulte (Ständer) und keine Bänke gegeben hat.
  
Anm.: Almemor: Vorlesepult, Oronhakodesch = Toraschrein, Lüster = Leuchter".

Die ehemalige Synagoge wurde verkauft und wird seitdem als Lager/Werkstatt für Landmaschinen/Maschinenhalle verwendet. Der gut erhaltene Hochzeitsstein an der Nordseite des Gebäudes wurde 1996/99 letztmals renoviert. Bei Bauuntersuchungen der vergangenen Jahre wurde die ursprüngliche Raumaufteilung der Synagoge nachgewiesen und die ehemalige Mikwe wiederentdeckt.  
 
2005 bildete sich ein Träger- und Förderverein für den Erhalt der ehemaligen Synagoge unter dem Vorsitz von Friedrich Heidecker und Bürgermeister Bernhard Brückner. Es gelang, die ehemalige Synagoge selbst in baufälligem Zustand in ein Kulturzentrum zu verwandeln. Vorträge und Musikveranstaltungen fanden statt. Die vom Träger- und Förderverein von Anfang an angestrebte Sanierung der ehemaligen Synagoge wird 2012 durchgeführt. Anfang März 2012 war "Spatenstich" für die ersten Arbeiten. Der frühere Gebetsraum soll in seinem früheren Zustand wiederhergestellt werden. Nach Abschluss der Sanierung soll das Gebäude als kulturelles Begegnungszentrum genutzt werden. 
      
      

Adresse/Standort der Synagoge
Kirchgasse 4 (ehemalige Judengasse) (neu seit Beschluss des Marktgemeinderates Obernbreit vom 14.10.2008: An der Synagoge 1
   
   
 
Fotos
(Farbfotos: Hahn, Aufnahmedatum 12.5.2006)  

Toraschild aus der jüdischen Gemeinde
(Foto aus der Sammlung Theodor Harburger: Quelle: Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem; veröffentlicht in "Die Inventarisierung jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern". Jüdisches Museum Franken. 1998 S. 381)
Marktbreit Synagoge 021.jpg (91122 Byte)
Toraschild von 1737 aus Obernbreit, kam nach Auflösung der Obernbreiter Gemeinde nach
  Marktbreit, 1938 vermutlich zerstört    
  
     

Ehemalige Judengasse und Synagogegebäude

Obernbreit Synagoge 206.jpg (70033 Byte) Obernbreit Synagoge 205.jpg (72995 Byte) Obernbreit Synagoge 204.jpg (103695 Byte)
Blick in die Kirchgasse 
(frühere Judengasse) 
Das Gebäude der 
ehemaligen Synagoge (Südseite) 
  
     
Obernbreit Synagoge 200.jpg (81222 Byte) Obernbreit Synagoge 203.jpg (66921 Byte) Obernbreit Synagoge 202.jpg (43847 Byte)
Nordseite  Segmentbogenförmiges Fenster - 
mit Glassteinen zugemauert 
Verrostete Hinweistafel 
       
     
Obernbreit Synagoge 201.jpg (51862 Byte) Obernbreit Mikwe 01.jpg (73338 Byte)
Chuppastein (Hochzeitsstein) mit traditioneller Inschrift: "Stimme des Jubels und Stimme 
der Freude - Stimme des Bräutigams und Stimme der Braut" sowie hebräischer Jahreszahl 
(5)508 = 1747/48 und im Zentrum des Sternes "Masel Tow" = Gut Glück
Der Zugang zur wieder entdeckten Mikwe
 (Fotomontage: Hans-Christof Haas) 
  
    
Obernbreit Schule 200.jpg (137127 Byte) Obernbreit Schule 202.jpg (88139 Byte) Obernbreit Schule 201.jpg (152951 Byte)
Nach mündlicher Überlieferung: das Gebäude der früheren jüdischen Schule, erhalten als Wohnhaus in der Kirchgasse 33. 
     
     
Andernorts entdeckt  Frankfurt Friedhof N12043.jpg (228842 Byte) 
  Grabstein für Ludwig Löwenhaupt (geb. 1877 in Obernbreit, gest. 1961 in Frankfurt) 
im jüdischen Friedhof an der Eckenheimer Landstraße in Frankfurt am Main    
     

  
  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

Im Juni 2005 wurde der "Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Obernbreit e.V." gegründet. Der Verein hat inzwischen das ehemalige Synagogengebäude erworben und bemüht sich um eine langfristige Sicherung und eine Rekonstruktion, um es als Raum für Begegnungen zu nutzen, die sich unter anderem mit dem Thema Toleranz beschäftigen.
  
Juni 2008: Stand der Bemühungen um den Erhalt der ehemaligen Synagoge Obernbreit  
OBERNBREIT  - Artikel in der "Mainpost" vom 15. Juni 2008:  
"Neues Leben in der Synagoge - Das 260 Jahre alte Gebäude soll ein Raum für kulturelle Begegnungen werden
Vor 260 Jahren, im Jahr 1748, wurde die Synagoge in Obernbreit fertiggestellt. Ein wichtiges Ereignis, fand der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge, und erinnerte am Wochenende mit verschiedenen Veranstaltungen an dieses Ereignis. Eine Ausstellung, ein Vortrag, Führungen und ein Film über jüdisches Leben in Kitzingen wurden angeboten. Friedrich Heidecker vom Synagogenverein erklärte die Geschichte und den Aufbau der Synagoge. Im 19. Jahrhundert waren bis zu zwölf Prozent der Einwohner Obernbreits Juden. Bis 1912 wurde das Gebäude als Synagoge genutzt. Nach der Zeit der Judenverfolgung unter den Nazis wurde das Gebäude zeitweise als Lagerraum oder Werkstatt verwendet und dafür umgebaut. Die dadurch entstandenen "Wunden" am Gebäude sollen sichtbar bleiben, sagte Friedrich Heidecker. Aber das ehemals vorhandene Tonnengewölbe des Sakralraumes soll wieder entstehen. Auch die Frauenempore soll wieder angedeutet werden. Bereits ausgegraben wurde die Mikwe (rituelles Tauchbad), die während der Arbeiten entdeckt wurde. 45 Stufen führen hinab zum Grundwasser, das zu jeder Jahreszeit zwischen zehn und zwölf Grad Celsius hat. Am Freitagnachmittag wurde eine Ausstellung mit künstlerischen Arbeiten von Schülern des Gymnasiums Marktbreit eröffnet, die auch am Samstag und Sonntag betrachtet werden konnte. Die Bilder waren ohne Bezug zum Jahrestag der Synagoge entstanden, denn es war eine kurzfristige Idee, die Ausstellung zu organisieren, sagte Kunstlehrerin Ulrike Dietrich-Knoblin. Sie erklärte bei der Eröffnung der Bilderausstellung die Aufgabenstellungen und deren künstlerische Umsetzung. Es sei denkbar, dass in den kommenden Jahren weitere Ausstellungen des Gymnasiums in der ehemaligen Synagoge durchgeführt werden, eventuell auch von anderen Fachschaften, meinte sie. Musikalisch begleiteten Josef Nusko (Lehrer am Gymnasium Marktbreit) und der A-capella-Schulchor des Gymnasiums Marktbreit die Eröffnung mit einigen Liedern. Einen Vortrag über Juden hielt am Samstagabend Pfarrer Hans Schlumberger. Der gebürtige Marktbreiter betonte, dass bei Juden die Familie das Zentrum des gelebten Glaubens ist, weniger die Synagoge und verdeutlichte dies am Beispiel des Schabbes (jüdischer Feiertag, an dem keine schwere Arbeit erlaubt ist). Synagogen seien mehr ein normales Versammlungshaus, einzig die dort aufbewahrte Thorarolle habe eine besondere religiöse Bedeutung (die Thora-Rolle besteht aus den fünf Büchern Mose). Eine Mikwe wird genutzt, um kultisch rein zu werden, da im Judentum Wasser und Reinigung eine große Rolle spielen. Dafür muss sie Zugang zu 'lebendigem Wasser' haben, also zu Quellwasser oder Grundwasser, erklärte er. Der Verein hatte die ehemalige Synagoge 2005 erworben mit dem Ziel, dass diese wieder ein Begegnungsraum wird. Auch Ausstellungen, Lesungen und andere Veranstaltungen seien denkbar." 
 
Juni 2009: Zum 75. Geburtstag des für den Erhalt der ehemaligen Synagoge engagierten Altbürgermeisters Friedrich Heidecker
Artikel in der "Mainpost" vom 7. Juni 2009:    "OBERNBREIT - Altbürgermeister Heidecker wird 75 - Engagiert in der Kommunalpolitik
(rt) Altbürgermeister Friedrich Heidecker aus Obernbreit feiert an diesem Montag seinen 75. Geburtstag.
Am 8. Juni 1934 in Pulvermühle, dem heutigen Schopfloch im Landkreis Ansbach, geboren, absolvierte Heidecker nach der Volksschule in Lehengütingen das humanistische Gymnasium in Dinkelsbühl. Studien in Deutsch, Geschichte und Englisch folgten in Heidelberg, Berlin und Erlangen. Mit der Anstellung als Lehrer in Marktbreit 1961 folgte im gleichen Jahr die Heirat mit Ehefrau Sigrid, zwei Töchter und zwei Enkel rundeten das Familienbild ab.   
Nachdem Heidecker bereits 1965 Mitglied des Personalrats am Marktbreiter Gymnasium wurde, übernahm er von 1973 bis 1986 dessen Vorsitz. Sein kommunalpolitisches Engagement startete Heidecker 1972 als Mitglied des Gemeinderats in Obernbreit. Höhepunkt dieser Tätigkeit waren drei Perioden als erster Bürgermeister der Marktgemeinde von 1984 bis 2002. Die Kanalsanierungen und vor allem Projekte der Dorferneuerung mit der Neugestaltung des Rathausplatzes sind dabei ebenso zu nennen, wie die Wohnbaugebiete.
Seit 1981 war Heidecker viele Jahre Mitglied im Aufsichtsrat der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft des Landkreises Kitzingen, dessen Vorsitz er seit 1999 inne hatte, gleichzeitig war er Mitglied des Kreistags. Auch in der SPD bekleidete Heidecker etliche Ämter, unter anderem den Kreisvorsitz. Derzeit organisiert er offene monatliche Veranstaltungen im Ortsverein. Nach seinem politischen Ruhestand gab Heidecker an der Martinsheimer Grundschule Deutschunterricht für Ausländerkinder und Kinder von Spätaussiedlern. 
Das ganz besondere Anliegen des Obernbreiter Altbürgermeisters ist seit einigen Jahren die ehemalige Synagoge in Obernbreit. Seit vier Jahren ist er der Vorsitzende des Trägervereins ehemalige Synagoge Obernbreit und vor wenigen Tagen wurde er für eine weitere Amtszeit bestätigt. Nachdem der Verein das Gebäude übernommen hatte, musste erst einmal umfangreich aufgeräumt werden: Über viele Jahrzehnte war die ehemalige Synagoge als Scheune und Lagerraum genutzt worden. Dabei kam auch die für den Landkreis einmalig gut erhaltene Mikwe zu Tage, 45 steile Stufen unter Bodenniveau. Heute sucht Heidecker zusammen mit den Vereinsmitgliedern nach Geldern, um das Haus zu sanieren. Klar, dass Friedrich Heidecker seinen 75. dazu nutzen wird, den vielen Gratulanten dieses Thema nahe zu bringen. Am liebsten wäre ihm natürlich eine Spende für die ehemalige Synagoge."   
   
April 2011: Finanzierung der Sanierung des Synagogengebäudes wird schwierig - der Trägerverein ist zuversichtlich  
Artikel in der "Main-Post" vom 2. April 2011(Artikel): "OBERNBREIT. Synagogenfinanzierung wird eine harte Nuss 
Trägerverein in Obernbreit zeigt sich dennoch verhalten positiv – Bernhard Brückner Nachfolger von Helmut Walz Ganz im Schatten der Trauer um den kürzliche verstorbenen stellvertretenden Vorsitzenden und Gründungsmitglied Helmut Walz stand die Hauptversammlung des Träger und Fördervereins ehemalige Synagoge Obernbreit. 'Man sagt, jeder ist ersetzbar, aber er ist absolut unersetzlich', sagte ein zutiefst berührter Vorsitzender Friedrich Heidecker beim Totengedenken.

Eigentlich war die Sitzung einberufen worden, um Ersatz für die Schatzmeisterin Beate Krämer zu finden, die aus beruflichen Gründen ausscheidet. Dass nun auch gleichzeitig ein neuer stellvertretender Vorsitzender zu wählen war, erwies sich als terminlicher Zufall. Gerhard Krämer wird die Kasse übernehmen und Bernhard Brückner den stellvertretenden Vorsitz. Das fiel Brückner sichtlich nicht leicht, doch hat der Posten durchaus praktische Vorteile: Da in diesem Jahr voraussichtlich die Sanierung des Synagogengebäudes ansteht und die Gemeinde Obernbreit dabei der Maßnahmeträger ist, ist Brückner als Bürgermeister ohnehin engagiert und die Verbindung mit dem Amt im Verein bot sich an. Zumindest für die kommenden zwei Jahre.
Wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Verein und Gemeinde derzeit ist, zeigte auch das zweite große Thema des Abends: die Sanierung der ehemaligen Synagoge. Wie berichtet, wurde das Gebäude bereits vor rund 100 Jahren profaniert, da die Zahl der Juden in Obernbreit damals drastisch zurück ging und es nicht mehr genügend männliche Gemeindemitglieder für einen Gottesdienst gab. In der Folge wurde das Gebäude als Lagerhalle und Scheune genutzt, bis es vor wenigen Jahren vom eigens gegründeten Förderverein gekauft wurde. Als Sensation erwies sich damals die Entdeckung einer gut erhaltenen Mikwe (Ritualbad) in einer Tiefe von zehn Metern unter der Scheune.
Vor wenigen Tagen sprachen die Zuschussgeber, Heidecker und Brückner, über den Stand der Finanzierung. Für die Vereinsvertreter ein kleiner Rückschlag, denn wenn sie die Fördermittel erhalten wollen, müssen sie in der eigenen Finanzierung nachbessern. Bislang wurden 300 000 Euro für die Sanierung als ausreichend angesehen. Zehn Prozent davon, also 30 000 Euro, muss die Gemeinde aufbringen, die auch als Maßnahmeträger auftreten muss. Um in den Genuss der Fördermittel zu kommen, muss der Verein nun weitere Richtlinien erfüllen, was sich mit rund 60 000 Euro an Mehrkosten auswirken wird. Abzüglich der möglichen Eigenmittel und weiterer angekündigter Finanzhilfen, ergibt sich eine Deckungslücke von rund 20 000 Euro für den Verein.
Diese Mittel über Spenden, Aktionen und Veranstaltungen aufzutreiben, wird die dringlichste Aufgabe des Vereins in den nächsten Monaten sein. Denn sobald das Geld da ist, kann der Förderantrag gestellt und anschließend mit der Sanierung der ehemaligen Synagoge begonnen werden. Verhalten positiv zeigte sich Bernhard Brückner: 'Es wird eine harte Nuss werden, aber ich glaube, wir werden es hinkriegen. Die Zeichen stehen gar nicht schlecht.'
Wahlen beim Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit: Vorsitzender Friedrich Heidecker und Schriftführer Jürgen Scherer wurden bestätigt. Bernhard Brückner ist stellvertretender Vorsitzender. Beate Krämer übernimmt den Posten des Pressereferenten, Angela Nusko, Steffi Schäfer, Margret Löther und Karin Tremmel sind Beisitzer. (ro)"   
    
Juli 2011: Ausflug des Förder- und Trägervereins nach Schopfloch 
Obernbreit PA  072011s.jpg (8599 Byte)Foto links von Heidecker:  Eintauchen in die Geschichte: Eine Exkursion zum Judenfriedhof in Schopfloch unternahm der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit.
Artikel von "kefe" in der "Main-Post" vom 4. Juli 2011 (Artikel): "OBERNBREIT. Aufräumen mit den Mythen 
Förderverein wanderte zum Judenfriedhof Eine Exkursion zum Judenfriedhof in Schopfloch unternahm der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit. Dabei führte Angelika Brosig die Gruppe aus Obernbreit durch das weite Areal des Friedhofs und stellte die Geschichte des 'Gottesackers' von der Anlage im 17. Jahrhundert bis zur Schändung im Dritten Reich und der geringen Anteilnahme an dessen Zustand bis in die jüngere Vergangenheit dar.
 
Beeindruckend für die Teilnehmer war laut Pressemitteilung das Einzugsgebiet: Die Toten aus bis zu 30 Kilometer entfernten Dörfern wurden auf Wagen, die von Pferden gezogen wurden, nach Schopfloch gebracht. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Bestattung binnen 24 Stunden stattfinden musste, bedeutete dies für die begleitende Trauergemeinde eine enorme Anstrengung.
Brosig räumte mit den diskriminierenden Mythen um jüdische Bestattungsbräuche auf; etwa dem, dass Juden stehend oder sitzend begraben wurden. Dies gehe zurück auf Falschinterpretationen von Betrachtungen fremder Riten, so die Expertin.
Brosig stellte ihren Gästen zudem einzelne Steine im Detail vor. Die Auswahl traf sie nach Bekanntheitsgrad der Toten, nach Alter, Symbolik und Dringlichkeit der Sanierung.
Im laufenden Jahr konnten auf Grund ihrer Initiative mit finanzieller Hilfe aus verschiedenen Quellen etwa 20 Steine restauriert werden. Außerdem ist im Herbst eine größere Aktion zusammen mit dem Technischen Hilfswerk geplant: Ein Teil des Aufwuchses aus der Zeit seit 1938 muss entfernt werden, weil er für den Erhalt der Grabsteine hinderlich ist."    
  
September 2011: Schüler erforschen die jüdische Geschichte und präsentieren die Ergebnisse     
Artikel von Uschi Merten in der "Main-Post" vom 7. September 2011 (Artikel): "Die Synagoge wieder belebt
Der Tag des offenen Denkmals ist für die Schüler, die sich am Projektseminar von Dr. Josef Endres im Fach Geschichte beteiligt haben, ein besonderer Tag. Zwar wurden sie bereits von Kultusminister Ludwig Spaenle für ihre innovative Arbeit ausgezeichnet, doch jetzt stellen sie ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit vor.
Die Projekt-Seminare zur Studien- und Berufsorientierung bilden einen wesentlichen Bestandteil des G8. Der Projekttitel des Seminars war: 'Wiederbelegung einer ehemaligen Synagoge – eine kulturelle Bereicherung für Obernbreit'. Und so setzten sich die Jugendlichen in einer mehrmonatigen Arbeit mit diesem Thema auseinander.
Es wurde recherchiert, in Archiven oder auf dem jüdischen Friedhof in Rödelsee. So konnte der Beitrag der jüdischen Bevölkerung für Oberbreit erforscht werden.
Doch auch das Gebäude der ehemaligen Synagoge wurde genau untersucht und seine Architektur festgehalten. Anhand der Forschungen entstand ein Holzmodell. Auf der Grundlage der Befunduntersuchung wurde begonnen, die alte Wandbemalung zu rekonstruieren und auf eine Folie zu übertragen.
Ein Rundgang durch die virtuell erstellte Synagoge ermöglicht ein historisches Raumerlebnis.
Die ehemalige Landsynagoge mit einer außergewöhnlichen, zehn Meter tiefen Mikwe stand noch vor wenigen Jahren vor dem Verfall. Und so haben die Teilnehmer des Projekt-Seminars mit ihren Forschungsarbeiten den 'Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit' unterstützt. Sie haben dazu beigetragen, diese Synagoge, die lange Zeit als Scheune genutzt wurde, wieder neu zu beleben.
Langfristig soll ein Ort der Erinnerung und Begegnung und damit auch ein kulturelles Zentrum im ländlichen Raum geschaffen werden. Damit sich die Besucher in die Zeit zurückversetzten können, gibt es außer dem virtuellen Rundgang 'jiddische' Musik, die Klezmermusik, die früher auf Hochzeiten, Ernte- und Hoffesten gespielt wurde.
Die Ausstellung wird am 11. September um 13 Uhr eröffnet. Ort: An der Synagoge 1 in Obernbreit."   
 
Weiterer Artikel von Uschi Merten in der "Main-Post" vom 12. September 2011: "Ein virtueller Gang durch die ehemalige Synagoge. Schüler stellten ihr prämiertes Projekt in Obernbreit vor" . Link zum Artikel; auch eingestellt als pdf-Datei.     
 
Eröffnungsrede P-Seminarausstellung "Ehemalige Synagoge Obernbreit" - eingestellt bei YouTube.com 
 
 
November 2011: Schüler erarbeiten ein virtuelles Modell der Synagoge  
Artikel von Mechthild Buck in der "Main-Post" vom 17. November 2011: "Gymnasiasten stellen virtuelles Modell der Synagoge vor.  
Im Rahmen ihres Projekt-Seminars 'Wiederbelebung einer ehemaligen Synagoge - eine kulturelle Bereicherung für Obernbreit' haben Marktbreiter Gymnasiasten ein virtuelles Modell der ehemaligen Synagoge erstellt..."  
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei.    
   
Februar 2012: Die Restaurierung der ehemaligen Synagoge kostet 300.000 €  
Artikel von Robert Haass in der "Main-Post" vom Februar 2012: "OBERNBREIT. 300 000 Euro für die Sanierung der Synagoge 
Gemeinde muss nur zehn Prozent tragen – Etat wenig spektakulär Ohne Gegenstimmen und auch ohne Diskussion verabschiedete der Obernbreiter Gemeinderat am Dienstagabend einen 'wenig spektakulären Haushalt' – wie ihn Bürgermeister Bernhard Brückner kommentierte...
Auf den ersten Blick sehr hoch sind die Ausgaben für die größte Investition des Jahres, die Sanierung der ehemaligen Synagoge. Hier sieht der Etat 300 000 Euro vor. Allerdings entfallen auf die Gemeinde davon gerade Mal zehn Prozent. Der Rest, 270 000 Euro, wird von Zuschüssen getragen..." 
Link zum Artikel     
 
März 2012: Die Restaurierung der ehemaligen Synagoge kann beginnen  
Artikel von Tom Müller in "Die Kitzinger" vom 7. März 2012: "Umbau der Synagoge kann losgehen. 
Sanierung.
Die Obernbreiter Synagoge wird zum Kultur- und Begegnungszentrum umgebaut. Der historische Kern des Gebäudes bleibt dabei bewusst erhalten. Nach einer 10.000 Euro Spende ist auch die Finanzierung jetzt komplett..." 
Link zum Artikel    
Artikel von Robert Haass in der "Main-Post" vom 8. März 2012: "Obernbreit. Ärmel hochkrempeln für die Synagoge. Vereinsmitglieder und Gemeinderäte trafen sich zu einem symbolischen Spatenstich in Obernbreit..."  
Link zum Artikel     
 
Oktober 2012: Auszeichnung für Schülergruppe aus Marktbreit für die Rekonstruktion der Synagoge in Obernbreit   
Artikel von Henry Stern in der "Main-Post" vom 22. Oktober 2012: "MÜNCHEN/WÜRZBURG. Simon-Snopkowski-Preis für Schüler aus Höchberg und Marktbreit. Erinnern ist nicht immer einfach. Oftmals wird die Erinnerung gar als unangenehm und belastend empfunden. Dies gilt besonders, wenn es um das schwärzeste Kapitel der deutschen Geschichte geht: Die Verfolgung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. 
'Die Gestaltung einer menschenwürdigen Zukunft in Frieden und Freiheit braucht aber stetige Erinnerung an die Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur', forderte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei der Verleihung des Simon-Snopkowski-Preises in München. Mit dem nach dem früheren Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern benannten Preis werden alle zwei Jahre Schülerarbeiten zur Erforschung jüdischer Geschichte und Kultur in Bayern sowie des Holocaust ausgezeichnet.
Dieses Mal befanden sich unter den vier Preisträgern auch zwei Projekte aus Unterfranken: Das Gymnasium Marktbreit (Lkr. Kitzingen) wurde für die detailgetreue Rekonstruktion der Synagoge in Obernbreit gewürdigt. In enger Kooperation mit einem Förderverein sowie dem Denkmalschutz rekonstruierten die Schüler die 1911 aufgegebene religiöse Geschichte des Gebäudes und schufen eine Nachbildung aus Holz sowie einen virtuellen Rundgang am Computer. 'Wir wollten die vergessene kulturelle Bedeutung der Juden gerade für fränkische Landgemeinden in die Öffentlichkeit rücken', sagte der Projekt-Lehrer Josef Endres, der zusammen mit Schulleiter Toni Gernert und den Schülern Fabian Herbst und Jan Weinkaemmerer den Preis entgegennahm. Die alte Synagoge wird inzwischen als Kultur- und Begegnungszentrum genutzt..."  
Link zum Artikel   
 

  

  

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Obernbreit  
Website des Träger- und Fördervereines Ehemalige Synagoge Obernbreit e.V.  

Literatur:  

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 356-257.380.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 100-101.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 513-514.
Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13. Würzburg 2008. S. 198. 
Franken Obpf Lit 010.jpg (75915 Byte)Hans-Peter Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Obernbreit S. 102-104.  

    
           


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Obernbreit  Lower Franconia. Jews were present in the 16th century under letters of protection. They numbered 126 in 1867 (total 1.355). In 1911 Jews numbered only about 20* (1933: 9) and so were attached to the Marktbreit community. Under the Nazis, five left and four were deported to Izbica in the Lublin district (Poland) and to the Theresienstadt ghetto in 1942.   
   

*Die Vorlage der Encyclopedia wurde hier leicht überarbeitet.  

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge    

          

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 16. Mai 2013