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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Dertingen (Stadt Wertheim, Main-Tauber-Kreis)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts den Grafen von Löwenstein-Wertheim
gehörenden Dertingen bestand eine jüdische Gemeinde bis um 1925. Ihre
Entstehung geht auf das 15. oder 18. Jahrhundert zurück.
Um 1825 wurden 26 jüdische
Einwohner gezählt. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1850 mit 54 Personen
erreicht.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), neben der
sich auch ein rituelles Bad und ein jüdische Schlachthaus befanden (heute
Parkplatz). Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof
in Wertheim beigesetzt. Die Gemeinde wurde 1827 dem Rabbinatsbezirk Wertheim
zugeteilt.
1933 lebte nur noch eine Familie Schwarzschild am Ort.
Von den in Dertingen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Hilda Hammel geb.
Fleischmann (1897), Adolf Schwarzschild (1882), Karoline (Lina) Schwarzschild
(1879), Sophie Schwarzschild geb. Brückheimer (1881).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Berichte
zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Jüdische Schmiedemeister in Dertingen seit Ende des 18. Jahrhunderts
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. April 1896:
"Von Interesse ist die Nachricht, dass in Dertingen (Amtsbezirk
Wertheim in Baden) seit über 100 Jahre jüdische Schmiede leben, namens
Schwarzschild, die fromm sind und für die Bauern arbeiten außer
Sonnabend und Sonntag." |
Zur Goldenen Hochzeit von Nathan Schwarzschild und Rose geb. Rothschild
(1927)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. November 1927: "Dertingen
bei Wertheim, 7. November (1927). Am 13. November begehen in voller
Rüstigkeit die Eheleute Herr Nathan Schwarzschild, 79 Jahre und Frau Rose
geb. Rothschild, 80 Jahre, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist
als Schmiedemeister hier tätig und übt heute noch sein Gewerbe aus. Wir
wünschen den Eheleuten noch ein recht langes Leben bei voller
Gesundheit." |
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge
1814 wurde eine Synagoge
erbaut, die bis 1925 in Gebrauch war. Über die Baugeschichte der Synagoge
konnten keine Aktenbestände ausfindig gemacht werden. Nachdem die Zahl der jüdischen
Gemeindeglieder auf nur acht zurückgegangen war, wurde die Synagoge
geschlossen, 1926 von der politischen Gemeinde erworben und zu einer Schule
umgebaut (Kochschule für Mädchen, landwirtschaftliche Fortbildungsschule für
Jungen). Seit 1942 diente das Gebäude als Altersheim des Landkreises
Tauberbischofsheim. Nach 1945 war im Erdgeschoss zeitweise die Postvermittlung
eingerichtet. 1956 wurde es zu einem bis heute erhaltenen Wohnhaus umgebaut
(Obere Straße 23).
Fotos
Historische Fotos:
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Historische Fotos sind nicht bekannt,
Hinweise bitte an den
Webmaster von "Alemannia Judaica", E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite |
Fotos nach 1945/Gegenwart:
Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn) |
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Das durch zahlreiche Umbauten
veränderte ehemalige Synagogengebäude |
dass; Rückseite |
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Vorderseite (Straße) mit
Eingang |
Eingangstor |
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Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 22.9.2003) |
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| Ansichten des
ehemaligen Synagogengebäudes von der Oberen Straße |
Eingangstür von der Oberen
Straße |
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| Rückseite des Gebäudes |
Seitenansicht von Westen |
Kellereingang von der
Rückseite, vermutlich Zugang zum rituellen Bad |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 66. |

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