Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Karlsruhe (Stadtkreis)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt im 19./20. Jahrhundert 
  
Hier: Berichte zu einzelnen Personen der jüdischen Gemeinden (auch der Israelitischen Religionsgesellschaft)  

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Karlsruhe wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 10.11.2014.    
     
Hinweis: die meisten Texte dieser Seite konnten noch nicht abgeschrieben werden, könnten jedoch durch Anklicken der Textabbildung gelesen werden
     
   
  
Übersicht:   

Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde      
Der Messerschmied Isaak Hirsch in Karlsruhe wird ausgezeichnet (1837)  
-  Abraham Ettlinger aus Karlsruhe steht im türkischen Kriegsdienst und scheint zum Islam übergetreten zu sein (1837)  
-  Zum Tod von Kaufmann Wormser (1861)  
-  Ministerialrat Moritz Ellstädter wird badischer Finanzminister (1868)  
Postkarte von Oberrat Raphael Wormser nach Leutershausen (1874)   
Zum Tod des Oberrates Joseph Altmann (1874)  
Unangemessenes Auftreten des orthodoxen Rabbiners Dr. Lehmann (Mainz) bei der Beisetzung des Oberrates Joseph Altmann (1874)   
-  Erinnerung an den 100. Geburtstag von Naphtali Epstein (1882) 
-  Zum Tod von Medizinalrat Dr. Homburger (1883)   
-  Zum Tod von Kreisgerichtsrat a.D. Meir Heimerdinger (1883) 
70. Geburtstag von Oberrat Benjamin Willstätter (1884)   
Schreiben des Großherzoglichen Geheimen Kabinetts aus Anlass der goldenen Hochzeit von Stadtrat Adolf Bielefeld (1890)   
Oberprimaner Heinsheimer erhielt die goldene Medaille des Fichte-Preises des Großherzogs (1890)   
Bankier Fritz Homburger wurde als Nachfolger von Oberrat Adolf Bielefeld in den Stadtrat gewählt (1890) 
Die Kaufleute Rudolf Herrmann und Leopold Ettlinger werden zu Handelsrichtern ernannt (1890)  
50-jähriges Dienstjubiläum von Oberrat Benjamin Willstätter (1892)    
-  Beisetzung der Hofgoldstickerin Hannchen Heimerdinger (1893)  
-  Hinweis auf das rituell geführte jüdische Hotel von K. Strauß "Europäischer Hof" (1893)  
Alt-Synagogenratsvorsteher Bar. Bernheim wird ausgezeichnet (1894)   )   
Zum Tod von Baronin Julie von Haber (1896)   
-  Anzeige der Gumbel Mosbacher'schen Stiftung (1900)   
-  Zum Tod von Raphael Wormser, Sohn des Gründers der Israelitischen Religionsgesellschaft Baruch Wormser (1901, IRG)  
-  Zum Tod von Bella Homburger, Witwe von Bankier Veit L. Homburger (1901)   
-  David Rudolf Homburger, Inhaber einer Weingroßhandlung wird Großherzoglich Badischer Hoflieferant (1902)  
-  Goldene Hochzeit von Meier Strauß und Frau (1902)  
-  Zum Tod von Auguste Willstätter (1903)  
Gedächtnisfeier für Samuel Strauß (Karlsruhe) in Fulda (1904)    
-  Zum Tod von Fabrikant Max Würzburger (1905)  
-  Zum Tod von Finanzminister a.D, Moritz Ellstädter (1905)  
-  Trauerfeier für Finanzminister a.D. Moritz Ellstädter (1905)  
-  Erinnerungen an Dr. Moritz Ellstädter (Artikel von 1905)  
-  Zum Tod von Rechtsanwalt Dr. Max Friedberg (1907) 
Auszeichnung für Chefredakteur Julius Katz (1907)    
-  Zum Tod von Baurat Prof. Ludwig Levy (1907)   
-  Zum Tod von Therese Thalmann (1908)  
-  Zum Tod des Chemikers Dr. Reinherz (1909)  
Über den Reichstagsabgeordneten Dr. Ludwig Haas (Artikel von 1912 und 1914) 
Stadtrabbiner Dr. Meier Appel, Bertha Friedberg und Sara Meier (alle aus Karlsruhe) werden mit der Friedrich-Louisen-Medaille ausgezeichnet (1912)  
Über die Sängerin und Gesangspädagogin Emilie Kaula geb. Ettlinger (geb. 1833 in Karlsruhe, gest. 1912 in München; Artikel von 1920)  
Zum Tod von Firmenchef Leopold Ettlinger und von Chefredakteur Julius Katz (1912)     
-  Zum Tod von Ehrenrabbiner Dr. Alexander Stein (früher in Worms, gest. in Karlsruhe, 1914)    
Rechtsanwalt Ludwig Marum folgt dem gefallenen Rechtsanwalt Dr. Frank im Landtag nach (1914)  
Dr. Max Meyer lehnt eine Berufung an die TH Karlsruhe auf Grund der antisemitisch geprägten Studentenschaft ab (1920) 
-  Im November 1918 wurde die großherzogliche Familie durch den jüdischen Innenminister Dr. Ludwig Haas mit 40 Soldaten beschützt (1921)  
-  Antisemitischer Angriff des Studentenausschusses der Technischen Hochschule gegen Direktor Dr. Max Mayer (1920)   
-  Mord an der 22-jährigen Frau Fuchs im Trödlerladen Fuchs (1923)  
-  Zum Tod von Moses Goldberg (1923)  
70. Geburtstag von Dr. David Mayer (1924)   
-  Zum Tod von Liebmann Strauß (1927)  
-  60. Geburtstag von Gumpel Thalmann (1928)  
Artikel zum Tod von Ludwig Haas (geb. 1875 in Freiburg, gest. 1930 in Karlsruhe)   
-  Zum Tod von Kaufmann Saly Rothschild (1934)  
-  70. Geburtstag von Dr. Eduard Biberfeld (1934)  
-  Zum Tod von Minna Kaufmann geb. Ascher, Gattin von Emil Kaufmann (1934)  
-  Ergänzung zum Nachruf für Minna Kaufmann geb. Ascher (1934)  
-  Zum Tod von Rabbi Josef Heller (1935)  
Zum Tod von Aron Hanauer (1936)    
Über einen Briefwechsel zwischen Dr. Richard Fuchs (Karlsruhe) und Karl Wolfskehl (1937)   
Wegzug von Max Heinemann (1937)  
-  Zum Tod von Gertrude Heinemann (1938)  
Zum Tod von Nathan Bär (1938)  
Zum Tod von Isak Ettlinger (1938)  
Todesanzeige für den nach der Deportation umgekommenen Adolf Heimberger (1942)    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige des Manufakturwarengeschäftes S. Guggenheim (1872)  
Anzeige des Mehl-, Produkten- und Kolonialwaren-Engros-Geschäftes N. J. Homburger (1914)   
Anzeige der Ledergroßhandlung Haber & Klein (1920)   
-  Hochzeitsanzeige für Jakob Altmann und Ruth Falk (1930) 
Sonstiges zu jüdischen Personen / Persönlichkeiten aus Karlsruhe     
Literaturhinweis und Straßenbenennung zu Julius Hirsch   
Literaturhinweis zu Gustav Landauer   
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: Grabstein in New York für Emilie Bruno geb. Hochstädter aus Karlsruhe (1834-1889)   
Dokument zur Geschichte der Familie Model in Karlsruhe    

     
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  

Der Messerschmied Isaak Hirsch in Karlsruhe wird ausgezeichnet (1837)  

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1837 S. 330 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): 
"Bekanntmachung
Die Verteilung von Prämien an israelitische Ackerbauer, Handwerker und Taglöhner. 
In Bezug auf das Ausschreiben vom 18. Juli vorigen Jahres wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, dass durch Beschluss der hierzu besonders gewählten Kommission vom 13. vorigen Monats 
1) die für einen Ackerbauer bestimmte Prämie dem Bürger und Bauer Wolf Moses Wolf in Königsbach, Amts Durlach,  
2) die für einen Handwerker bestimmte Prämie dem Bürger und Messerschmied Isaak Hirsch dahier, und 
3) die für einen Taglöhner bestimmte Prämie dem Bürger Jakob Reiß in Nußloch, Amts Wiesloch, zuerkannt wurde. 
Das Ausschreiben der Prämien für 1837 wird seinerzeit erfolgen. 
Karlsruhe, den 27. März 1837. 
Der Verein zur Verbesserung der bürgerlichen Verhältnisse der Juden in Baden."   

 
Abraham Ettlinger aus Karlsruhe steht im türkischen Kriegsdienst und scheint zum Islam übergetreten zu sein (1837)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitschrift des Judentums" vom 16. September 1837: "Die türkische Artillerie hat sich in neuester Zeit mit einem jungen Karlsruher, und zwar einem Israeliten, bereichert. Er ist der Sohn eines dortigen Handelsmannes, Abraham Ettlinger, und hatte sich vor einiger Zeit, von kriegerischer Tatenlust getrieben, in griechische Dienste anwerben lassen. Aus Griechenland desertierte er, kam nach mancherlei Abenteuern auf türkischem Gebiete nach Larissa, und wurde dort bei der reitenden Artillerie eingereiht. Als seine Verwandten davon Kunde erhielten, wandte sich der Vater an die Regierung mit der Bitte, auf diplomatischem Wege dessen Losgebung zu erwirken. Die badische Regierung wandte sich zu diesem Zwecke an die österreichische, welche sofort die geeigneten Schritte in Konstantinopel tun ließ. Die Antwort des türkischen Kabinetts ist nunmehr eingetroffen. Der requirierte Artillerist scheint vom mosaischen Glauben zum Islam übergegangen zu sein, und sich so gut im türkischen Kriegsdienst zu gefallen, dass er gar nicht mehr wegverlangt. Er soll versprochen haben, wenn er einmal Pascha von drei Rossschweifen sei, auf Urlaub einen Besuch dort abzustatten."       

   
Zum Tod von Kaufmann Wormser (1861)  
Hinweis: bei "Kaufmann" handelt es sich um einen Vornamen.    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Januar 1861:   
Karlsruhe Israelit 09011861b.jpg (294991 Byte)    

  
Ministerialrat Moritz Ellstädter wird badischer Finanzminister (1868)         

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1868:   
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Februar 1868:  

   
Postkarte von Oberrat Raphael Wormser nach Leutershausen (1874)     
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries; zusätzliche Angaben gleichfalls von Peter K. Müller)   

An "den löblichen Synagogenrat" 
in Leutershausen..."  
Leutershausen Dok 1304.jpg (264072 Byte) Leutershausen Dok 1304a.jpg (251766 Byte)

Die Zwei-Kreuzer-Postkarte (Ganzsache) mit Poststempel Carlsruhe - Bahnhof, 25.5.74 wurde "An den löblichen Synagogenrath" in Leutershausen bei Ladenburg von Raphael Wormser aus Karlsruhe verschickt. Der Text der Karte: 
Hiermit beehre ich mich einem löblichen 
Synagogenrath den Empfang der an 
Herrn Oberrath Altmann gesandten 
16,47 Gulden als Ergebnis einer Collecte in der 
dortigen isr. Gemeinde für die Nothleidenden in 
Palästina anzuzeigen.
Carlsruhe 24 May 1874 Ergebenst
Raphael Wormser. 

Raphael Wormser und Oberrat Altmann waren beide Mitglieder der Israelitischen Religionsgesellschaft Karlsruhe. Josef Altmann (1818 - 1874; Bericht zu seinem Tod siehe unten) war Stiftsrabbiner und Rabbiner der Israelitischen Religionsgesellschaft in Karlsruhe von 1849 bis 1874 und Mitglied des Oberrats der Israeliten Badens. Raphael Wormser (ca. 1839 - 1901; Bericht zu seinem Tod siehe unten) war Gemeindevorsteher (Parnass) und Mohel der Israelitischen Religionsgesellschaft Karlsruhe.     


Zum Tod des Oberrates Joseph Altmann (1874)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. November 1874:          

    
Unangemessenes Auftreten des orthodoxen Rabbiners Dr. Lehmann (Mainz) bei der Beisetzung des Oberrates Joseph Altmann (1874)        

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Dezember 1874:             


Erinnerung an den 100. Geburtstag von Naphtali Epstein (1882)    

Karlsruhe AZJ 05091882.jpg (133596 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. September 1882:       

     
Zum Tod von Medizinalrat Dr. Homburger (1883)       

Karlsruhe AZJ 19061883.jpg (172546 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Juni 1883:     

 
Zum Tod von Kreisgerichtsrat a.D. Meir Heimerdinger (1883)      

Karlsruhe AZJ 17071883.jpg (299222 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Juli 1883:     

      
70. Geburtstag von Oberrat Benjamin Willstätter (1884)  
Anmerkung: Benjamin Willstätter (1813-1895) war ein Bruder des Rabbiners Elias Willstätter.      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. Januar 1884: "Oberrat Willstätter, der in Karlsruhe geboren ist und nun schon eine 48-jährige Tätigkeit als Lehrer, Rabbiner und Mitglied der Badischen obersten israelitischen Religionsbehörde seiner Vaterstadt und seinem engeren Vaterlande gewidmet hat, feierte am 23. Dezember vorigen Jahres seinen 70. Geburtstag. Trotzdem der Jubilar in seiner Bescheidenheit jede öffentliche Feier gern vermieten hätte, so ließen es sich seine Freunde doch nicht nehmen, diesen Tag festlich zu begehen. Am vorhergehenden Sabbat hielt Herr Rabbiner Dr. Schwarz in der Synagoge die Festrede und sprach für den Gefeierten ein inniges Gebet. Abgesehen von zahlreichen Privatkundgebungen der Teilnahme von Nah und Fern überbrachten am Jubeltage Deputationen die Glückwünsche und Geschenke der Gemeinden, der Rabbiner und Lehrer Badens. Mögen dem seiner amtlichen und gesellschaftlichen Stellung wegen hochangesehenen und als Mensch vielverehrten Jubilar noch viele Jahre frischen Schaffens und ungetrübten Glückes beschieden sein."                    

 
Schreiben des Großherzoglichen Geheimen Kabinetts aus Anlass der goldenen Hochzeit von Stadtrat Adolf Bielefeld (1890)   
Anmerkung: zu Adolf Bielefeld (1812-1895) siehe den Artikel im Stadtwiki Karlsruhe "Adolf Bielefeld"      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Juni 1890:                   

     
Oberprimaner Heinsheimer erhielt die goldene Medaille des Fichte-Preises des Großherzogs (1890)         

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Juni 1890:                  

 
Bankier Fritz Homburger wurde als Nachfolger von Oberrat Adolf Bielefeld in den Stadtrat gewählt (1890)    
Anmerkung: Bankier Fritz Homburger (1850-1920). war zeitweise (1918-1920) Vorsitzender des Synagogenrats der jüdischen Gemeinde Karlsruhe und Mitglied des Oberrats der Israeliten sowie - wie hier berichtet - ab 1890 Karlsruher Stadtrat. Foto auf einer Seite von schule-bw.de.   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. Juli 1890: "Bei der vor kurzer Zeit in Karlsruhe stattgehabten Neuwahl in den Stadtrat wurde Herr Bankier Fritz Homburger, unser Glaubensgenosse, an Stelle des wegen vorgerückten Alters ausgeschiedenen Herrn Oberrats Adolf Bielefeld, gewählt."                    

       
Die Kaufleute Rudolf Herrmann und Leopold Ettlinger werden zu Handelsrichtern ernannt (1890)   
Anmerkung: zu Leopold Ettlinger (1844-1912) siehe den Wikipedia-Artikel Leopold Ettlinger (Kaufmann).      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. Dezember 1890: "In Baden hat der Großherzog folgende Glaubensgenossen zu Handelsrichtern ernannt; die Kaufleute Rudolf Herrmann und Leopold Ettlinger in Karlsruhe; Viktor Lenel und Louis Hirsch in Mannheim."                 

    
Die Leiche von Oberlandesgerichtsrat Max Heinsheimer wird gefunden (1892)      
Anmerkung: zu Oberlandesgerichtsrat Heinsheimer siehe Wikipedia-Artikel "Max Heinsheimer"       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. Mai 1892:  "Die Leiche des seit Ende vorigen Jahres verschwundenen Oberlandesgerichtsrat Heinsheimer - Karlsruhe wurde im Rhein bei Speyer gelandet."                   

 
50-jähriges Dienstjubiläum von Oberrat Benjamin Willstätter (1892)  
Anmerkung: Oberrat Benjamin Willstätter (1813-1895) war ein Bruder des Rabbiners Elias Willstätter     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom  16. Dezember 1892: "Am 9. Dezember beging in Karlsruhe in aller Stille Herr Oberrat Willstätter sein 50-jähriges Dienstjubiläum. Bei dieser Gelegenheit verlieh der Großherzog dem Jubilar das Kommandeurkreuz des Zähringer Löwenordens."                 

 
Beisetzung der Hofgoldstickerin Hannchen Heimerdinger (1893)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juni 1893    

   
Hinweis auf das rituell geführte jüdische Hotel von K. Strauß "Europäischer Hof" (1893)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. August 1893:       

    
Alt-Synagogengratsvorsteher Bar. Bernheim wird ausgezeichnet (1894)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Mai 1894: "Aus Baden, 22. Mai (1894). Zum 29. April, dem Jahrestage des Regierungsantrittes unseres Großherzogs, erfolgten vielfache Auszeichnungen. Von Glaubensgenossen erhielten solche u.a. Bankdirektor Hofrat Dr. Felix Hecht in Mannheim und Bezirksrabbiner Dr. Jos. Eschelbacher in Bruchsal das Ritterkreuz I. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen, Alt-Synagogenratsvorsteher Bar. Bernheim in Karlsruhe und Kaufmann E. J. Löwe in London das Ritterkreuz II. Klasse; Gerichtsschreiber G. Oppenheimer in Buchen das Verdienstkreuz dieses Ordens."             

 
Zum Tod von Baronin Julie von Haber (1896)    

Karlsruhe AZJ 19021897.jpg (153324 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Februar 1897: "Karlsruhe, 5. Februar (1897). Eine sehr interessante Frau, die letzte ihres Stammes, ist hier im hohen Alter gestorben, nämlich die Baronin Julie von Haber. Sie war, wie gesagt, die letzte dieses adeligen Namens, welche auf dem israelitischen Friedhofe beerdigt wurde. Die zahlreichen Teilnehmer bei dem Leichenbegängnisse waren, mit Ausnahme des Herrn Stadtrabbiners Dr. Appel und einiger anderen Funktionäre, fast alle Christen, meist Adelige. Die Verstorbene war allein dem Judentum treu geblieben. Sie hatte testamentarisch angeordnet, dass nach ihrem Ableben 2.000 Mark an jüdische Arme verteilt werden sollen. In ihrem Hause fand man hebräische Gebetbücher mit deutscher Übersetzung, die von einem öfteren Gebrauche zeugten. Sicher ist es nur ihrem Einflusse zu verdanken, dass ihr im Tod vorangegangener Gemahl Max von Haber und ihr einziger Sohn, der als Offizier den Krieg von 1870/71 mitgemacht hatte und einige Jahre später ebenfalls verstorben ist, dem Judentum treu geblieben sind. Der Schwiegervater der Verstorbenen, Salomon von Haber, im Jahre 1760 in Breslau geboren, war der Sohn armer Eltern; er hatte sich durch seinen Unternehmungsgeist eingroßes Vermögen erworben und ließ sich Ende des Jahrhunderts in Karlsruhe häuslich nieder. Habers Unternehmungsgeist verdankt Baden seine bedeutendsten Fabriken. Großherzog Karl ernannte ihn zum Hofbankier, und Großherzog Ludwig verlieh ihm 1829 den erblichen Adel. Er starb im Jahre 1840. Als ein Sohn desselben, Moritz von Haber, sich mit einem Offizier, Freiherrn von Göler, duellierte und dieser fiel, erregte dies in Karlsruhe großen Unwillen, und Haber musste fliehen. Ein anderer Sohn, Louis von Haber, hatte nach dem Tode seines Schwiegervaters eine Zuckerfabrik in Böhmen übernommen. Er war Begründer großer industrieller Institute in Österreich. In Anerkennung seiner Verdiente hat ihn der Kaiser von Österreich in den erblichen Freiherrenstand erhoben und zum Mitglied des Herrenhauses berufen".     


Anzeige der Gumbel Mosbacher'schen Stiftung (1900)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juli 1900:       

 
Zum Tod von Raphael Wormser, Sohn des Gründers der Israelitischen Religionsgesellschaft Baruch Wormser (1901, IRG)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Mai 1901:   
Karlsruhe Israelit 02051901a.jpg (365446 Byte)   

   
Zum Tod von Bella Homburger, Witwe von Bankier Veit L. Homburger (1901)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1901:   

 
David Rudolf Homburger, Inhaber einer Weingroßhandlung wird Großherzoglich Badischer Hoflieferant (1902)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Juli 1902:    

   
Goldene Hochzeit von Meier Strauß und Frau (1902)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. August 1902:  

 
Zum Tod von Auguste Willstätter (1903)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Januar 1903:   

   
Gedächtnisfeier für Samuel Strauß (Karlsruhe) in Fulda (1904)    

Fulda FrfIsrFambl 26021904.jpg (72343 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. Februar 1904: "Fulda, den 22. Februar (1904). Im Anschluss an den Minchah-Gottesdienst hielt unser allverehrter Herr Provinzial-Rabbiner Dr. Cahn eine Gedächtnisfeier für den der Erdenwelt so früh entrückten Herrn Samuel Strauß, Karlsruhe, ab, die auf die zahlreichen Anwesenden einen überwältigenden Eindruck hervorbrachte. Ausgehend von dem Worte unserer Weisen, dass der Mensch verpflichtet sei, auch Gott zu danken, wenn ein schweres Geschick ihn niederbeuge, zeichnete der Herr Redner unter Zugrundelegung der Bibelstelle: 'Und der Knabe Samuel wurde immer größer und wohlgefälliger sowohl bei Gott, wie bei den Menschen,' ein Lebensbild des Entschlafenen so klar und wahr, dass auch derjenige, der den großen Toten nicht kannte, schmerzbewegt ausrufen musste: 'Wehe, dass dieser Fromme von uns genommen, wehe, dass der Tod eine solche Lücke gerissen.'  
Wir hoffen und wünschen aufrichtig, dass die herrliche Rede dem Drucke übergeben werde."     

  
Zum Tod von Fabrikant Max Würzburger (1905)        

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 10. März 1905:    

   
Zum Tod von Finanzminister a.D. Moritz Ellstädter (1905)        

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 16. Juni 1905:     
 
Karlsruhe AZJ 23061905.jpg (277363 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Juni 1905:   

   
Trauerfeier für Finanzminister a.D. Dr. Moritz Ellstätter (1905)      

Karlsruhe AZJ 23061905a.jpg (235425 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Juni 1905:      


Erinnerungen an Dr. Moritz Ellstätter (Artikel von 1905)     

Karlsruhe AZJ 07071905a.jpg (491967 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. Juli 1905:        
Karlsruhe AZJ 07071905b.jpg (146755 Byte)    

  
Zum Tod von Rechtsanwalt Dr. Max Friedberg (1907)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Februar 1907:   
 
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. Februar 1907:  

  
Auszeichnung für Chefredakteur Julius Katz (1907)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Mai 1907:     

 
Zum Tod von Baurat Prof. Ludwig Levy (1907)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Dezember 1907:      

 
Zum Tod von Therese Thalmann (1908)         

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. September 1908:   

 
Zum Tod des Chemikers Dr. Reinherz (1909)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Januar 1909:    

    
Stadtrabbiner Dr. Appel, Bertha Friedberg und Sara Meier (alle aus Karlsruhe) werden mit der Friedrich-Louisen-Medaille ausgezeichnet (1912)      

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Oktober 1912:      

   
Über den Reichstagsabgeordneten Dr. Ludwig Haas (Artikel von 1912 und 1914)         

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. April 1912:        
Karlsruhe AZJ 05041912a.jpg (181658 Byte)   
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. Dezember 1914: "Wie sein badischer Landsmann und Kollege Ludwig Frank hat sich auch Dr. Ludwig Haas, der bekannte demokratische Politiker und fortschrittliche Reichstagsabgeordnete für Karlsruhe, gleich nach Kriegsbeginn als Kriegsfreiwilliger gemeldet.  
Der 'Unteroffizier des Landsturms' wollte nicht nur zur Bahnbewachung dienen, sondern er, der in Bern und Basel mitgearbeitet hatte, um das Verhältnis zu Frankreich freundschaftlicher zu gestalten, wollte nun, da das Vaterland angegriffen war, an die Front vor den Feind.   
Mit dem neugebildeten Regiment 'Karlsruhe 109' kam er auch sehr bald in die schweren Kämpfen um Ypern, wo er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde. Schon nach wenigen Tagen hatte die Kompanie keine Offiziere mehr, und so bekam er, der indessen Vizefeldwebel geworden war, als Offizierstellvertreter die Führung der Kompanie.  
Wir haben schon früher einmal das Bild des verehrten Mannes gebracht, stellen aber gern unseren Lesern den wackeren Kämpfer für Recht und Freiheit noch in Uniform vor.  J.G."     

           
Über die Sängerin und Gesangspädagogin Emilie Kaula geb. Ettlinger (geb. 1833 in Karlsruhe, gest. 1912 in München; Artikel von 1920)   

Karlsruhe AZJ 01101920.jpg (485202 Byte) Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Oktober 1920: "Emilie Kaula. Am 29. September 1912 schied Emilie Kaula, eine der hervorragendsten Gesangsmeisterinnen des neunzehnten Jahrhunderts, die auf das Münchener Musikleben Jahrzehnte hindurch den weitesttragenden Einfluss ausgeübt hat, fast achtzigjährig von dieser Erde. Das Lebensbild dieser Glaubensschwester, über die bisher nur sehr wenig bekannt war, dem geschätzten Leserkreise dieses Blattes nahe zu bringen, soll die Aufgabe dieser kleinen Skizze sein. Emilie Kaula wurde am 9. Juli 1833 als die Tochter des Karlsruher Hofgerichtsadvokaten Veit Ettlinger und seiner Gattin Sarah Sophie Kaula aus Augsburg geboren. Inmitten einer zahlreichen Geschwisterschar wuchs sie im Sonnenschein zärtlichster Elternliebe und Fürsorge heran und genoss eine vorzügliche Erziehung. Frühzeitig zeigte sich bei ihr ausgesprochene musikalische Begabung und namentlich eine auffallend schöne Stimme. Der Gedanke an eine künstlerische Ausbildung lag in jener Zeit den höheren jüdischen bürgerlichen Familienkreisen noch fast gänzlich fern. Der Cäcilien-Verein ihrer Vaterstadt, in dem Händel'sche und Mendelssohn'sche Oratorien und Schumann'sche Chorkompositionen aufgeführt wurden, gab dem jungen Mädchen häufig Gelegenheit zum Solosingen und in Schumanns 'Paradies und Peri' hatte sie einen großen Erfolg. Der Dirigent des Vereins war auch Emiliens Gesanglehrer, verstand jedoch wenig von Stimmbildung und nur die glücklichen Anlagen seiner Schülerin bewahrten diese vor Gefährdung ihrer Stimmmittel. Ein Solo aus Mozarts 'Idomeneo', das Emilie singen sollte, gab ihrer Mutter Veranlassung, diese dem ehemals berühmten, in Karlsruhe lebenden Tenor Haizinger zuzuführen, der mit lebhaftem Interesse die Partie mit der jungen Kunstnovize studierte. Schon früher hatte Liszt sie in Karlsruhe gehört; bei einem ihm zu Ehren veranstalteten Konzert, in dem sie mitwirkte, wurde ihr die Auszeichnung zuteil, dem berühmten Gast einen Lorbeerkranz überreichen zu dürfen, wofür sie Liszt mit schmeichelhaften Worten auf die Stirn küsste. 
Von außerordentlicher Bedeutung für Emiliens musikalische Ausbildung war ein längerer Aufenthalt in Paris, im Hause ihres dort verheirateten älteren Bruders. Sie blieb von 1858 bis 1861 dort und kam namentlich durch ihren Vetter, den Komponisten Friedrich Gernsheim, der seinen Studien eine Reihe von Jahren in der französischen Metropole oblag, mit vielen musikalischen Größen in Berührung, u.a. auch mit dem berühmten Gesangsmeister Julius Stockhausen. Dieser hatte in Paris einen vorzugsweise aus Deutschen bestehenden kleinen Gesangverein gegründet, den er leitete; Emilie sang in diesem Chor und Stockhausen erklärte, er höre stets sofort ihre schöne Stimme heraus. Durch diesen Verein lernte sie auch Frau Pauline Viardot-Garcia kennen, die ihre Stimme sehr schön fand und sie einlud, bei ihr zu singen und ihren Unterrichtsstunden zuhörend beizuwohnen. Fraglos haben diese beiden Gesangsgrößen bedeutenden Einfluss auf Emilie gehabt. Bei Gernsheim traf sie u.a. auch Saint-Saëns, Colonne, die Milanollo und viele andere Musiker und Sänger von Ruf. Unter den deutschen Musikern, die ihr schon damals näher traten, war vor allem der spätere Hofkapellmeister in Karlsruhe und Generalmusikdirektor Hermann Levi und dessen Bruder, der unter dem Namen Lindeck in Paris wirkte. In den Pariser Aufenthalt Emiliens fiel auch die berüchtigte erste Tannhäuser-Aufführung, der auch Emilie mit ihrem Bruder beiwohnte. 
Heimgekehrt vermählte sich Emilie noch in demselben Jahre 1861 mit einem Verwandten ihrer Mutter, dem damaligen Bankdirektor Hermann Kaula aus Harburg. Kurze Zeit darauf übersiedelten jedoch die Gatten nach München, der Vaterstadt Kaulas, wo dieser ein Bankgeschäft gründete. Die junge Frau setzte hier eifrig ihre musikalischen Studien fort, nahm noch längere Zeit Gesangunterricht, gründete ein Gesangquartett und in ihrem Hause fanden oft musikalische Aufführungen statt, die sich später zu einem glänzenden musikalischen Salon erweitern sollten. Im Jahre 1872 kam Hermann Levi von Karlsruhe nach München und durch ihn wurde sie mit Brahms bekannt, dem sie mit ihren Quartettmitgliedern seine 'Liebeswalzer' vorsang, die dieser und Levi begleiteten.  
Nachdem 1876 Emiliens Gatte nach längerer Krankheit gestorben war, begann sie ihre Kunst als Beruf auszuüben. Ihr Gesangsquartett entfaltete sich zu einem Gesangverein, für den sie junge Dirigenten von musikalischer Bedeutung zu gewinnen wusste, unter anderem auch Joseph Rubinstein. Emilie Kaula gebührt das Verdienst, in einer Zeit in München für Brahms eingetreten zu sein, als dieser noch unbeachtet war; viele seiner Kompositionen erfuhren in ihrem Hause ihre erste Aufführung, ebenso später die Blumenmädchenszene aus dem 'Parsifal', wie die ersten Kompositionen des jungen Richard Strauß. Als Hermann Levi die glänzenden gesangspädagogischen Erfolge seiner Freundin wahrgenommen hatte, empfahl er sie warm jungen Gesangstudierenden. Ihre erste Schülerin war die spätere Konzertsängerin Pia von Sicherer, zahllose andere folgten, die überall in deutschen Landen auf der Bühne und im Konzertsaal den Ruhm der Kaulaschen Gesangschule verkündeten. In den achtziger Jahren veranstaltete Frau Kaula mit ihrem Schülerkreise und ihrem Gesangverein auch einige Opernaufführungen; später fanden nur öffentliche und private Konzerte statt und schließlich löste sie ihren Gesangverein auf. Bis kurz vor ihrem Tode bildete ihr Salon nicht nur den Mittelpunkt der musikalischen Welt Münchens - die Komponisten Ludwig Thuille, Max von Schillings und andere mehr verkehrten oft und gern in ihrem Hause -, auch viele Persönlichkeiten, die in den literarischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Kreisen Münchens Ruf und Ansehen genossen, scharten sich um die hochgebildete, geist-, gemüht- und taktvolle Frau, von der sie reiche Anregungen empfingen und die es in einzigartiger Weise verstand, ihr Heim zu einer Stätte edelster Geselligkeit zu gestalten. Bis in die späteste Zeit konnte Frau Kaula ihren Schülern alles selbst vorsingen, was ja bei jedem Gesangunterricht besonders wichtig ist. Als Gesanglehrerin war sie überhaupt nicht hoch genug zu schätzen; niemals hat sie Talentlosigkeit beschönigt. Max Zenger, der Komponist des 'Kain', sagte von ihr kurz vor seinem Tode:  'sie ist die gewissenhafteste Lehrerin, die ich kenne, sie hat noch nie eine Stimme verdorben und hat noch nie versprochen, was sie nicht gehalten'. Niemals hat sie wenig behabten Schülern trügerische Hoffnungen auf dereinstige reiche künstlerische Erfolge vorgespielt. So ist es ihr natürlich nicht erspart geblieben, auch vielfach Undank zu ernten, jedoch bei weitem mehr Dank und Anhänglichkeit ist ihr zuteil geworden. Sie war ihrem großen Schülerkreise nicht nur die ernste strenge, rastlose Lehrerin, sondern auch eine wahrhaft mütterliche Freundin und Beraterin, und wo sie nicht selbst mit Geldmitteln helfen konnte, suchte sie ihre einflussreichen Verbindungen für die ihrer musikalischen Erziehung anvertrauten jungen Talente                  
Karlsruhe AZJ 01101920a.jpg (126350 Byte)  nutzbar zu machen. Bis zum letzten Hauche ging ihr die Kunst über alles. Sie hatte die Freude, ihre musikalische Begabung auf ihre beiden Kinder verehrt zu sehen. Ihr Sohn Friedrich Kaula, Direktor der München-Dachauer Papierfabrik, ist ein bekannter Mäzen der Münchener Gesellschaft. Ihre Tochter Magdalene Muncker geb. Kaula (sc. geb. 1861 in München), die Gattin des bedeutenden Literaturhistorikers der Münchener Universität Professor Franz Muncker, hatte sich schon als junges Mädchen als Pianistin Ruf erworben und die pianistische Begleitung bei den Gesangstunden wie bei den öffentlichen Aufführungen der Kaulaschen Schülerinnen übernommen. Nach dem Tode ihrer Mutter hat sie deren verwaister Schülerinnenschar die liebevollste mütterliche Fürsorge angedeihen lassen. In ihrem letzten Lebensjahrzehnt hatte Frau Kaula noch die Genugtuung, dass ihre verwitwete Schwester, Frau Helene Wertheimer, die ihr an Geist und Güte, Bildung und echter Weiblichkeit ebenbürtig war, von Wien nach München übersiedelte und in ihrem Hause eine neue Heimat fand. Geistig und körperlich frisch und rege bis zu ihrem Ende hat sich Frau Kaula in allen Schichten einer ungewöhnlichen Verehrung erfreuen dürfen und ihr Heimgang bedeutete nicht nur für das musikalische München einen schmerzlichen Verlust. Ihr segensreiches Wirken als Gesangspädagogin wie ihre edle Persönlichkeit leben im Andenken aller derer, die sie gekannt und geschätzt, unvergessen fort. Ihrer Schwester Anna Ettlinger in Karlsruhe danken wir wertvolle Nekrologe auf Hermann Levi und den der Familie ebenfalls eng befreundeten Felix Mottl. Sie genießt in ihrer Vaterstadt hohes Ansehen durch ihre literarischen Vorträge wie als Schriftstellerin, und ihr Übersetzungen aus dem Englischen und Polnischen gelten als vorbildlich.
Breslau  -  Regina Reißer."  

 
Zum Tod von Firmenchef Leopold Ettlinger und von Chefredakteur Julius Katz (1912)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 13. Dezember 1912:       


Zum Tod von Ehrenrabbiner Dr. Alexander Stein (früher in Worms, gest. in Karlsruhe (1914)     

Karlsruhe AZJ 13021914.jpg (35349 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Februar 1914:      

 
Rechtsanwalt Ludwig Marum folgt dem gefallenen Rechtsanwalt Dr. Frank im Landtag nach (1914)  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Oktober 1914: "Bei der Landtagsersatzwahl in Karlsruhe für den im Kriege gefallenen Rechtsanwalt Dr. Frank wurde Rechtsanwalt Ludwig Marum - Karlsruhe ohne Gegenkandidat gewählt."              

   
Dr. Max Meyer lehnt eine Berufung an die TH Karlsruhe auf Grund der antisemitisch geprägten Studentenschaft ab (1920)    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. Februar 1920:             

 
Im November 1918 wurde die großherzogliche Familie durch den jüdischen Innenminister Dr. Ludwig Haas mit 40 Soldaten beschützt (1921)        

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 29. September 1921:           

    
Antisemitischer Angriff des Studentenausschusses der Technischen Hochschule gegen Direktor Dr. Max Mayer (1920)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1920:    

   
Mord an der 22-jährigen Frau Fuchs im Trödlerladen Fuchs (1923)         

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juli 1923:      

   
Zum Tod von Moses Goldberg (1923)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Oktober 1923:   

  
70. Geburtstag von Dr. David Mayer (1924)      

Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 24. Juli 1924: "Dr. David Mayer, Geheimer Oberregierungsrat in Karlsruhe, vollendet am 25. Juli sein 70. Lebensjahr. Sein Name wird nicht nur in Baden mit stolzer Verehrung genannt, sondern seine unermüdliche, rastlose Tätigkeit auf allen Gebieten öffentlich jüdischen Lebens hat ihm die Wertschätzung weitester Kreise verschafft. Ein leuchtendes Denkmal seiner umsichtigen Fürsorge ist das 1912 gegründete Friedrich-Luisen-Hospiz in Bad Dürrheim, eines der schönsten jüdischen Heime unseres Vaterlandes. Allezeit ist ihm seine Gattin eine verständnisvolle Mitarbeiterin bei seinem segensreichen Schaffen gewesen. Wir gratulieren herzlichst!"        
 
Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des Central-Vereins) vom 28. August 1924: "Für die zum 70. Geburtstage mir gewidmeten Zuschriften und sonstigen Liebesbeweise sage ich, auch namens meiner Gattin, allerherzlichsten Dank.
Karlsruhe, 15. August 1924. 
Geh. Oberregierungsrat Dr. D. Mayer
."        

 
Zum Tod von Liebmann Strauß (1927)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1927:    

    
60. Geburtstag von Gumpel Thalmann (1928)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Dezember 1928:     

   

Freiburg JuedWZKassel 08081930.jpg (292842 Byte) Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 8. August 1930: "Die Trauer um Ludwig Haas".       


Zum Tod von Kaufmann Saly Rothschild (1934)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Mai 1934:   

   
70. Geburtstag von Dr. Eduard Biberfeld (1934)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Oktober 1934:   

  
Zum Tod von Minna Kaufmann, Gattin von Emil Kaufmann (1934)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. November 1934:   
   
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom  

   
Ergänzung zum Nachruf für Frau Minna Kaufmann geb. Ascher (1934)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. November 1934:   

   
Zum Tod von Rabbi Josef Heller (1935)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1935:      

  
Zum Tod von Aron Hanauer (1936)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. August 1936:        

 
Über einen Briefwechsel zwischen Dr. Richard Fuchs (Karlsruhe) und Karl Wolfskehl (1937)      

Karlsruhe CV-Ztg 27051937.jpg (442685 Byte)Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 27. Mai 1937:   

   
Wegzug von Max Heinemann (1937)         

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juli 1937:    

  
Zum Tod von Gertrude Heinemann (1938)         

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1938:    

  
Zum Tod von Nathan Bär (1938)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. März 1938:    

  
Zum Tod von Isak Ettlinger (1938)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juli 1938:      

   
Todesanzeige für den nach der Deportation umgekommenen Adolf Heimberger (1942)   
Anmerkung: Adolf Heimberger ist am 26. Mai 1866 in Sindolsheim als Sohn von Aron Heimberger und Rebekka geb. Friedberger geboren. Er ist in Sindolsheim aufgewachsen. Nach Abschluss seiner Ausbildung war er kurze Zeit (wann?) in Kuppenheim als Religionslehrer tätig. Danach übernahm er die Stelle des Kastellans ("Kirchendiener") in der Karlsruhe Synagoge. Adolf Heimberger wurde am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert und starb im Lager Noé am 14. Januar 1942 an Hunger. Seine Frau Wilhelmine hat die Lagerzeit überlebt und starb 1952 in Baltimore/USA.    
Weiteres siehe im Gedenkbuch für die Karlsruhe Juden zu Adolf Heimberger   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Januar 1942: 
"Mein geliebter Mann, unser geliebter Vater und Großvater 
Adolf Heimberger
 
ist unerwartet im Camp Noé gestorben. 
Wilhelmine Heimberger Camp Noé  
Familie Niedermann  Rivesaltes  
Familie Straus  
Emil Heimberger  1724 Ruxton Ave., Baltimore, Md."  

  
  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Anzeige des Manufakturwarengeschäftes S. Guggenheim (1872)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. April 1872:     

   
Anzeige des Mehl-, Produkten- und Kolonialwaren-Engros-Geschäftes N. J. Homburger (1914)        

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. März 1914:     

  
Anzeige der Ledergroßhandlung Haber & Klein (1920)       

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. Juli 1920:             

 
Hochzeitsanzeige für Jakob Altmann und Ruth Falk (1930)       

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juni 1930:       

    
    
     
Sonstiges zu jüdischen Personen / Persönlichkeiten aus Karlsruhe   

März 2012 / Mai 2013: Literaturhinweis und Straßenbenennung zu Julius Hirsch   
Julius Hirsch Lit 010.jpg (59323 Byte) Werner Skrentny: Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet. Biografie eines jüdischen Fußballers. Verlag "Die Werkstatt" Göttingen 2012. 
Julius Hirsch (1892-1943, für tot erklärt 1945) wurde in Achern, Heilanstalt Illenau, geboren, und gehörte dem Karlsruher Fußball-Verein an. Als erster deutscher Fußballspieler wurde er mit zwei unterschiedlichen Vereinen Deutscher Meister (1910 Karlsruher FV, 1914 SpVgg Fürth), er war Olympiateilnehmer 1912 in Stockholm. Bis auf die Fürther Jahre und den 1. Weltkrieg hat Julius Hirsch zeitlebens in Karlsruhe gelebt.  
Der Deutsche Fußball-Bund vergibt seit 2005 alljährlich den "Julius-Hirsch-Preis" für das Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. 
Das Buch berücksichtigt auch das Schicksal von Gottfried Fuchs, Glaubensgenosse von Hirsch und bis heute erfolgreichster deutscher Torschütze in einem Länderspiel (1912 Olympische Spiele, zehn Tore gegen Russland). Gottfried Fuchs war ebenfalls Karlsruher, er siedelte 1929 nach Berlin über, emigrierte 1938 in die Schweiz, von dort nach Frankreich und 1940 nach Kanada, wo er als Godfrey E. Fochs 1972 in Montreal verstarb.
  
Buchvorstellung ("Buch der Woche") auf der Website des Deutschlandfunks:  
Artikel von Herbert Fischer-Solms vom 3. Juni 2012: "Der jüdische Fußballer Julius Hirsch...."  
Link zum Artikel    
 
Mitte Mai 2013: Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe hat einstimmig beschlossen, dass am früheren KFV-Stadion ein Stück des Karlsruher Wegs künftig Julius -Hirsch-Straße heißt und der KFV-Gedenkplatz an der Ecke der Berliner Straße Gottfried-Fuchs-Platz.   
Vgl. die Informationen zu Julius Hirsch und Gottfried Fuchs auf der Website des Karlsruher Fußballvereins     
 
April 2017: Literaturhinweis zu Gustav Landauer   
Karlsruhe Landauer Lit 2017.jpg (229610 Byte) Gustav Landauer ist am 7. April 1870 in Karlsruhe als zweites Kind des jüdischen Schuhwarenhändlers Hermann Landauer und seiner Frau Rose geb. Neuburger geboren. Er besuchte in Karlsruhe das Bismarck-Gymnasium. 
Zu seiner weiteren Biographie siehe Wikipedia-Artikel "Gustav Landauer": https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Landauer   
Informationen über das Buch siehe pdf-Datei zum Buch (Verlagsinformationen).   

   
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: 
Grabstein in New York für Julius Bruno aus Mannheim (1827-1886) und Emilie Bruno geb. Hochstädter aus Karlsruhe (1834-1889)    
   
Anmerkung: das Grab befindet sich in einem jüdischen Friedhof in NY-Brooklyn.      

   Grabstein für "Julius Bruno  
Born in Mannheim Sept. 6, 1927 
Died May 14. 1886" und 
"Emilie Bruno née Hochstaedter 
Born at Karlsruhe Nov. 8, 1834. 
Died Nov. 19, 1889".   

   
   
 Dokument zur Geschichte der Familie Model in Karlsruhe    

Aus alten Tagebüchern und Erinnerungen der Familien Hirsch, Strupp, Eisenberg  
Familienchronik von 1924 - aufgezeichnet von Betty Schunk geb. Hirsch
     
Aus dem Leben meiner Eltern und Großeltern sind mir wohl Erinnerungen geblieben, jedoch kann ich mich nicht für die Richtigkeit der Zeitangaben verbürgen, denn es liegen Jahrzehnt dazwischen und ich selbst bin, nebenbei bemerkt, bereits 74 Jahr. Die Eltern meiner Mutter, Alphonse Worms und Brunette geb. Model, lebten bis zum Jahre 1813-14 in Paris, mussten dann die Stadt verlassen und gelangten über Straßburg, wo sich meine Mutter noch erinnert, nachts durch das Heerlager getragen worden zu sein, durch Kehl nach Karlsruhe. Mein Großvater, der unter der Regierung Louis XIV. Steueroberkontrolleur in Paris gewesen, betrieb nun ein Ex- und Importgeschäft von und nach Frankreich. Die Großmutter besaß eine, an den Baron von Haber in Karlsruhe verheiratete Schwester, deren Sohn, Moritz von Haber, der allbekannte Geliebte der damaligen Großherzogin von Baden war. Diesem intimen Verhältnis ist eine Tochter, Prinzess Cäcilie, später Großfürstin Michael Michaelowitsch von Russland entsprossen. Man nannte sie im ganzen badischen Ländchen nicht anders als das 'Judenprinzeßel'. Sie wurde die Großmutter unserer Kronprinzeß Cäcilie.
Meine Großmutter war eine solche Schönheit, dass es die Markgräfinnen, um sie sehen zu können, nicht verschmähten, ihre Aufträge persönlich dem Großvater zu übermitteln.
Aus der Ehe der Großeltern sind vier Kinder, zwei Söhne, Maurice und Henry, sowie zwei Töchter, Caroline (sc. Caroline Worms, 1809-1885, später verheiratet mit Bernhard Hirsch) und Thekla hervorgegangen. Der älteste Sohn, Maurice, betrieb eine Buchhandlung in Karlsruhe, der zweite war Künstler und ein sehr talentvoller Kupfer- und Stahlstichanfertiger. Die Tochter Thekla heiratete einen entfernten Verwandten, den Bankier Mathieu Goudchaux in Metz, doch starb sie schon im ersten Wochenbett und hinterließ einen Sohn namens Gustave
Meine Mutter (sc. Caroline Worms, 1809-1885) lebte zu ihrer weiteren Ausbildung bei ihrer verwitweten kinderlosen Tante Goudchaux in Metz, einer Schwester Großvaters. Derselbe besaß noch einen Bruder, der in Paris geblieben und später von Louis Philippe geadelt wurde und sich Worms de Komilly nannte. Außerdem hatte er noch eine Schwester, welche an einen Bankier Lassar In Saarlouis verheiratet gelesen ist. 
Auf Wunsch ihrer Tante Goudchaux sollte meine Mutter deren Neffen, den damaligen königlichen Finanzminister Goudchaux in Paris heiraten und reiste, um ihn kennen zu lernen nach Paris. Sie besuchte dort in seiner Begleitung einen Hofball und hatte das Missgeschick, dass sich ihr während des Tanzes ihre schweren, langen Zöpfe lösten, die bis zum Saumende ihres Kleides reichten. Sie erzählte, dass im selben Augenblick sämtliche Anwesende, sogar der König, sich um sie geschart und ihr prachtvolles Haar angestaunt hätten.  Aus der Heirat wurde allerdings nichts, da sie sich nicht entschließen konnte, die dritte Gemahlin des Ministers zu werden, dessen beide Frauen im ersten Wochenbett gestorben waren. Sie lernte in Metz meinen Vater, der dort Theologie studierte kennen und lieben und so wurde statt Paris Cochem ihre zweite Heimat. Meine Mutter war ebenfalls schön: welches mir der Stadtbaurat Becker in Leipzig, ein Cochemer Junge, bestätigte. Er erzählte mir, dass er, als die Mutter als Neuvermählte in Cochem aus dem Schiffe gestiegen sei, sie für die leibhaftige Jungfrau Maria gehalten habe.
Auch die Schwester meiner Mutter zeichnete sich durch große Schönheit aus (Thekla Worms). Der Großherzog von Baden ließ sie sogar in italienischer Tracht für seine Schönheitsgalerie im Karlsruher Schloss malen, wo mir die Cousine meiner Mutter, Frau Oberleutnant von Klock geb. von Haber ihr Bild gezeigt. Frau von Klock hatte zwei sehr schöne Töchter, die älteste Amelie blieb unvermählt und studierte Kunstgeschichte, die zweite Elise (sc. Elisabeth / Elise von Klockh) heiratete den Oberregierungsrat Behrend (sc. Bernhard Ludwig Behrend / Berend) in Koblenz und wurde die intimste Freundin der Königin Elisabeth von Preußen, Gemahlin Friedrich Wilhelm IV.  
Sie hatte eine Tochter Mathilde (sc. Mathilde Behrend / Berend, 1846-1897), nachherige Frau des Regierungspräsidenten von Pommer Esche (sc. Albert von Pommer Esche, 1837-1903) und einen Sohn Louis, der trotz vollständiger Taubheit Professor in Kiel wurde.
Von den übrigen Verwandten meiner Mutter lernte ich nur noch ihren Vetter Louis von Haber kennen. Die Tochter desselben war mit dem Sohn des Feldmarschall Herwarth von Bittenfeld vermählt. Ein anderer Vetter meiner Mutter Carl Model besaß das erste und größte Konfektions- und Modehaus in Karlsruhe und war Hoflieferant. Sein Sohn kaufte nach dem Aussterben der Familie von Haber das Stammhaus, ein hochherrschaftliches großes Gebäude und verlegte sein Geschäft in dasselbe.
Von den Eltern meines Vaters (sc. Wolfgang Hirsch, 1766-1844, und Rosina Hirsch geb. Kahn) weiß ich folgendes zu berichten: Mein Großvater soll nicht nur ein sehr schöner, stattlicher Mann gewesen sein, sondern auch einen vornehmen Charakter besessen haben. Von ihm wusste mir mein Vater folgende Episode zu erzählen. Zur Zeit der großen Hungersnot in den Rheinlanden entschloss sich König Friedrich Wilhelm von Preußen zu einer Reise dorthin, um sich persönlich von dem Stand der Dinge zu überzeugen. Mein Großvater hatte, als die Not am größten war, seine sämtlichen Getreidevorräte unter die Stadtarmen verteilen lassen. Als nun der König auch Cochem auf seiner Reise berühren sollte, wurde den Bürgern vom Landrat eingeschärft, Seine Majestät recht lebhaft hochleben zu lassen, besonders da jeder einen Thaler erhalten sollte. Beim Herannahen des königlichen Wagens ertönte zum Entsetzen der Behörden jedoch nicht das Hoch auf den König, sondern statt dessen ein lautes Hurrah auf den Wohltäter Wolfgang Hirsch
Die Großmutter, welche mir nur als eine alte, zierliche, kleine Frau im Gedächtnis geblieben ist, soll indes eine äußerst jähzornige Frau gewesen sein, die sich gar nicht zu beherrschen vermochte. Von ihr wusste mein Vater folgendes lustige Geschichtchen. Eines Tages, als die ganze, sehr zahlreiche Familie um den Esstisch versammelt war und das Mädchen gerade die Suppe hingestellt hatte, ereiferte sich die Großmutter über eine Bemerkung so sehr, dass sie die volle Suppenschüssel ergriff und zum offenstehenden Fenster in den Hof hinauswarf. Alle waren entsetzt, nur der Großvater verhielt sich vollständig ruhig. Nachdem die folgenden Speisen aufgetragen waren, erfasste der Großvater plötzlich die vier Zipfel des Tischtuches und beförderte es mit dem sämtlichen Inhalte gleichfalls zum Fenster hinaus. Auf den Schreckensruf der Großmutter, was fällt dir denn ein, Wolf, erwiderte er seelenruhig: ich nahm an, dass wir zur Abwechslung im Hof speisen sollten. 
Von meinem Vater existiert auch eine nette Anekdote. Als ungefähr achtjähriger Knabe nahm ihn sein Vater in eine Nonnenkloster, mit dessen Äbtissin er geschäftlich zu tun hatte. Beim Verlassen des Klosters läutete gerade die Abendglocke und veranlasste den Knaben zu der Frage, was das Läuten zu bedeuten habe. Die Äbtissin erklärte es ihm mit den Worten: Jetzt schreitet die heilige Jungfrau durch die Lande und die Glocken begrüßen sie. Nachdenklich meinte der Kleine, meine Mutter sagt aber, dass abends kein anständiges Mädchen mehr allein ausgeht.  
Meine Großmutter muss, wie folgende Erzählung, die ich nicht von ihr selbst hörte, beweist, nicht allein jähzornig gewesen sein, sondern auch einen sehr energischen Charakter besessen haben. Sie lebte als Waise bei einem alten, kränklichen, unerheirateten Onkel auf dem Westerwalde. Zu dieser Zeit machte der berüchtigte 'Schinderhannes' die dortige Gegend unsicher und überfiel hauptsächlich alleinstehende Häuser und Gehöfte. Außer der Großmutter, die damals keine 17 Jahre alt war, befand sich nur eine gleichaltrige Magd im Hause und da der alte Mann bettlägerig war, das Haus schutzlos.   
Eines Nachts, es war mitten im Winter und lag tiefer Schnee, erwachte die Großmutter plötzlich durch ein Geräusch. Sie eilte ans Fenster und erblickte eine Schar bewaffneter Männer, die sich an der Haustür zu schaffen machten. Es wurde ihr sofort klar, dass es nur die Bande des Schinderhannes sein konnte, und ebenso, dass die schwache Tür nicht lange standhalten würde. Ohne sich lange zu besinnen, sprang sie, nur mit dem Hemd bekleidet, zum Hinterfenster hinaus. Sie fiel dicht am Rande des Ziehbrunnens in den tiefen Schnee, und hatte die Geistesgegenwart, schnell das Hemd über den Kopf zu ziehen. Währenddessen plünderten die Räuber das Haus, fesselten und knebelten die Magd und den armen Kranken und suchten darauf nach der Großmutter. Sie hörte, wie der Anführer befahl, alles gründlich zu durchsuchen, weil das junge Mädchen sonst zum Verräter werden könne. Die Männer liefen mit Laternen dicht an ihr vorbei und verließen, nachdem ihr langes Suchen ergebnislos geblieben, unter Drohungen und Verwünschungen endlich Hof und Haus. Die Großmutter musste noch eine Zeit lang in ihrem Schneebette ausharren, bevor sie sich herauswagen könnte, um dann schleunigst die Gefesselten zu befreien. Die Großmutter wurde bei der Verurteilung des Schinderhannes als eine der Hauptzeugen vorgeladen und ihre Aussage trug wesentlich zum Todesurteil bei. 
Zum Schluss noch eine interessante Mitteilung aus dem Leben des Urahnen Hirsch, die mir mein Vater machte.
Der Urgroßvater lebte in einem kleinen Residenzstädtchen, dessen Namen mir leider entfallen ist, eines der damals zahlreichen Fürstentümchen. Eines Tages erließ der Fürst, nachdem er die arme kleine Gemeinde bis aufs Blut gebrandschatzt hatte, den Befehl, dass sämtliche Juden die Stadt binnen drei Tagen zu verlassen hätten. Voller Verzweiflung begab sich der Urgroßvater als Vorstand der Gemeinde mit den Ältesten zum Fürsten, um Gnade zu erflehen. Der Fürst erklärte auf die Bitten hohnlächelnd, er wolle sie wohnen lassen, wenn sie ihm den Namen der Mutter Abrahams nennen könnten und ließ ihnen dazu 12 Stunden Bedenkzeit. Nun herrschte noch größere Not und Verzweiflung, da die Bibel den Namen der Mutter überhaupt nicht erwähnt. Nur der Urgroßvater behielt kaltes Blut und auf seine Anordnung mussten die Gemeindeglieder alles Geld und Wertgegenstände, die sie noch erübrigen konnten, bei ihm abgeben, worauf er sich den folgenden Tag zur Audienz zum Fürsten begab. Derselbe richtete sofort die Frage nach dem Namen der Mutter Abrahams an die Gemeindevertreter. Der Urgroßvater verneigte sich tief, indem er bemerkte, der gewünschte Name sei 'Geldchen' und überreichte gleichzeitig den großen, vollgespickten Beutel. Der Fürst geruhte herzlich zu lachen und gab die Richtigkeit der Deutung zu. Er ließ alsdann den ergangenen Befehl für lebenslänglich zurückziehen. 
Der dies nach den Aufzeichnungen seiner Großtante Betty Schunk im Dezember 1925 niederschrieb und die Porträts zeichnete, heißt Alexander Eisenberg, geb. den 28. November 1888 in Leipzig, Graphiker und Photograph. Er befand sich zwischen zwei Anstellungen in Meiningen in der Wohnung seiner Großmutter Thekla Strupp geb. Hirsch, die in ihrem 93. Jahr von ihren drei Töchtern gepflegt wird: Bertha Sax-Strupp, 69 Jahre, Anna Eisenberg - des Schreibens Mutter - 66 Jahre und Selma Eisenberg, 64 Jahre. Im alten Strupp'schen Haus in der Bernhardstr. 4 befand sich die Bank für Thüringen, begründet von Bernhard Meier Strupp."  
Informationen zur Familie Hirsch Cochem - mit Nachkommenliste von Wolfgang Hirsch im Buch von Angelika Schleindl: Spuren der Vergangenheit. Jüdisches Leben im Landkreis Cochem-Zell. 1996. 
Online eingestellt. Ab S. 198  http://mosella-judaica.de/Gemeinden/Spuren198.html bis Seite 202.   

     

     

     

     

     

     

 

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Stand: 08. April 2017