Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Gailingen am Hochrhein (Kreis Konstanz)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte d
es Ortes 
Seite 1: Berichte über das Rabbinat, die Lehrer und weitere Angestellte der Gemeinde
sowie Berichte über Schule und Ausbildungsstätten

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Gailingen wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 2.5.2012.     
  
Ein Teil der Texte muss noch abgeschrieben werden - bitte zum Lesen die Textabbildungen anklicken!    

  
Übersicht:

Aus der Geschichte des Rabbinates in Gailingen 
Auszüge aus einer Predigt von Rabbiner Jakob Löwenstein (1846)   
Beitrag von Rabbiner Jakob Löwenstein "Über ernstes Bibel-Studium - Mit besonderer Rücksichtnahme auf den Bibel-Unterricht in den jüdischen Schulen" (1846)     
P
redigt von Rabbiner Jakob Löwenstein im Revolutionsjahr 1848 "zur Würdigung der gegenwärtigen Bestrebungen Deutschlands vom israelitischen Standpunkte" (1848)      
-  Liedgedichte - verfasst von Bezirksrabbiner Jakob Löwenstein (1850)  
Rabbiner Jakob Löwenstein wäre beinahe Landrabbiner in Emden geworden (in der Nachfolge von Samson Raphael Hirsch) (1850)   
Zum Tod von Rabbiner Jakob Löwenstein (1869)   
Zum Tod von Rabbiner Ephraim Willstätter (1862)   
Ausschreibung des Bezirksrabbinates (1887) 
Frage nach der Verlegung des Rabbinatssitzes von Gailingen nach Konstanz (1887) 
Rabbiner Dr. Joseph Spitz wechselt von Haigerloch nach Gailingen (1888)  
Zum Tod von Minna Spitz, Frau von Bezirksrabbiner Dr. Joseph Spitz (1909) 
Zum Tod der zweiten Frau von Rabbiner Dr. Spitz (1936)    
Über die Zukunft des Bezirksrabbinates in Gailingen (1926)     
Frage der Wiederbesitzung des Rabbinates Gailingen-Randegg (1926) 
Ausschreibung des Rabbinates Gailingen-Randegg (1927)  
Amtseinführung von Rabbiner Dr. Bohrer (1927) 
Über die Arbeit von Bezirksrabbiner Dr. Bohrer (1927)  
Öffentliche Religionsprüfung durch Rabbiner Dr. Bohrer (1928) 
Merkblatt des Rabbinates zum Koscherfleischeinkauf (1930)   
Zum Tod von Rabbiner Dr. Joseph Spitz (1931)   
Über die Zukunft des Rabbinates in Gailingen-Randegg (1932)          
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule
-  Ausschreibungen der Stelle des Lehrers / Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1846 / 1847 / 1850 / 1851 / 1884 / 1885 / 1904 / 1924 / 1928  
S
chulkandidat Bernhard Bär von Breisach erhält die Unterlehrerstelle an der israelitischen Volksschule (1850)  
-  Auszeichnung für Hauptlehrer Moses Halle nach 50-jährigem Dienst (1862)  
ein Bericht zum 50-jährigen Ortsjubiläum von Lehrer Halle auf Seite mit den Berichten aus dem Gemeindeleben  
-  40-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Lißberger (1881)   
-  50-jähriges Dienstjubiläum von Lehrer S. Lißberger (1890)   
Publikationen von Lehrer Jakob Eisenmann (1891 / 1894)  
Lehrer S. Lißberger wurde in den Ruhestand versetzt (1891)  
25-jähriges Amtsjubiläum von Lehrer Jakob Eisenmann (1910) 
Zum Tod von Lehrer Jakob Eisenmann (1912)   
Lehrer Marx aus Randegg wird Nachfolger von Lehrer Eisenmann (1912)    
Über ein zu gründendes Beth Hamidrasch in Gailingen  
-  Zur Gründung eines Beth Hamidrasch in Gailingen (1862)   
-  Wiederholter Aufruf zur Gründung eines Beth Hamidrasch (1863)   
-  Spendenzusage für das zu gründende Beth Hamidrasch (1864)  
Über die Israelitische Handelsschule in Gailingen
-  Anzeigen der Israelitischen Handelsschule (1892 / 1893 / 1895)   
-  Eröffnung der Israelitischen Handelsschule (1892)     
Bericht über die Israelitische Handelsschule (1893) 
Dank an Lehrer Eisenmann, den Direktor der Israelitischen Handelsschule (1893)    
Kurzbericht über die Israelitischen Handelsschule (1894)  
Bericht über die Israelitische Handelsschule (1894) 
Prüfungen an der Israelitischen Handelsschule (1902)   

    
    
Aus der Geschichte des Rabbinates in Gailingen  
Auszüge aus einer Predigt von Rabbiner Jakob Löwenstein (1846)  
(veröffentlicht in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" 1846) 
   
Anmerkung: Jakob Löwenstein war von 1829 bis 1851 Bezirksrabbiner in Gailingen. Er war 1799 in Bruchsal geboren, ließ sich in Würzburg bei Abraham Bing und an der dortigen Universität ausbilden. Er war Vertreter der sogenannten Neoorthodoxie. Im Juli 1852 übernahm er das Bezirksrabbinat in Tauberbischofsheim, das er bis zu seinem Tod 1869 innehatte.   

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Teil 1 in der Ausgabe vom 17. März 1846 Teil 2 in der Ausgabe vom 24. März 1846

          
Beitrag von Rabbiner Jakob Löwenstein "Über ernstes Bibel-Studium - Mit besonderer Rücksichtnahme auf den Bibel-Unterricht in den jüdischen Schulen" (1846)   (veröffentlicht in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" 1846)   

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Teil I in der Ausgabe 
vom 7. April 1846
Teil 2 in der Ausgabe 
vom 14. April 1846
Teil 3 in der Ausgabe 
vom 21. April 1846
Teil 4 in der Ausgabe 
vom 28. April 1846
       
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Teil 5 in der Ausgabe vom 5. Mai 1846    

     
Predigt von Rabbiner Jakob Löwenstein im Revolutionsjahr 1848 "zur Würdigung der gegenwärtigen Bestrebungen Deutschlands vom israelitischen Standpunkte" (1848)              

Leitartikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 17. und 26. April 1848: "Gerechtigkeit lehrt uns die große Schule der neuesten Zeitereignisse. Aus einer Predigt zur Würdigung der gegenwärtigen Bestrebungen Deutschlands vom israelitischen Standpunkte, gehalten Gailingen Sabbat Sachor 5608 (18. März 1848). Von J. Löwenstein, Bezirksrabbiner.  Zum Lesen bitte Textabbildungen anklicken     

   

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Erster Teil der Predigt in der Ausgabe vom 17. April 1848 mit einem "für die Zeitereignisse berechneten Gebet"     
   

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Zweiter Teil der Predigt in der Ausgabe vom 26. April 1848      

   
Liedgedichte - verfasst von Bezirksrabbiner Jakob Löwenstein (1850)     

Artikel im "Treuen Zionswächter" vom 18. Januar 1850: 
"Zwei Lieder, verfasst von Bezirksrabbiner J. Löwenstein in Gailingen. 
Zur Feier der öffentlichen Prüfung in den Grundbegriffen der israelitischen Religion. Die drei Zeichen der drei Grundgeschichten. 

Drei G'schichten alter Zeit, Des Glaubens Fundamente, 
Soll Israel, geweiht, Stets tragen bis an's Ende: 
Der Schöpfung Wunderhand, Des Ahnherrn Tugendbahn, 
Der Gang aus Sklavenland  Geleiten himmelan. 
Drei Zeichen gab Gott d'rum  Für jene drei Geschichten;  
Sie gründen Judentum, Sie gründen unsre Pflichten. 
Wir nennen Zeichen sie, Ein Banner hehr und klar,  
Sie weicht, sie zaget nie,  Des Banners treue Schar.  
Des Schöpfer Größe Kund'  Der Tag der Ruhe bringet:  
Mit Abraham im Bund'  Beschneidung uns umschlinget; 
Gebrochen ward das Joch, Mizraijims Übermut,  
Und T'fillin zeigen noch,  Der Freiheit edles Gut.   
So lasset uns denn treu   Bewahren diese Zeichen,   
Mit Lust und Lieb auf's Neu'   Das große Ziel erreichen,  
Mit Schöpfung, Abraham, Mizraijim lenken wir   
Den Schritt stets aufmerksam,  O großer Gott, zu dir.  
(Beschluss folgt)."
Die Fortsetzung des Gedichtes wird noch eingestellt. 

   
Liedgedichte von Bezirksrabbiner J. Löwenstein "Zur Feier der öffentlichen Prüfung in den Grundbegriffen der israelitischen Religion" (1850)  
(veröffentlicht in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" 1850) 
     

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 Lied 1 in der Ausgabe 
vom 18. Januar 1850
Lied 2 in der 
Ausgabe vom 25. Januar 1850
   

 
Rabbiner Jakob Löwenstein wäre beinahe neuer Landrabbiner in Emden geworden (in der Nachfolge von Samson Raphael Hirsch)  (1847)     

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 21. Dezember 1847: "Emden. Unsere Rabbinerwahl ist so gut als erledigt anzusehen. Die Gemeinden der hiesigen Landdrostei nämlich haben den Dr. Isaaksohn, bisher Rabbiner zu Frankfurt an der Oder zum Landrabbinen erwählt, und ist es keinem Zweifel unterworfen, dass der Landdrosteibezirk Osnabrück in demselben Sinne wählen wird. Der Gewählte wird in einigen Wochen zur Abhaltung der Probepredigt hieselbst erscheinen. Als zweiter Wahl-Konkurrent war allseitig Herr Bezirksrabbiner J. Löwenstein zu Gailingen anerkannt, dessen zahlreichere Familie aber bei dem nur mäßigen Einkommen der Stelle, die Wähler zum Gunsten des Erstgenannten stimmten. Beide Rabbinen indess gehören der orthodoxen Richtung des Judentums an."         

   
Zum Tod von Rabbiner Jakob Löwenstein siehe Artikel auf der Seite zu Tauberbischofsheim   
    
  
Zum Tod von Rabbiner Ephraim Willstätter (1862)  
Anmerkung: Ephraim Willstätter (geb. 1810 in Karlsruhe, gest. 1862 in Gailingen): studierte in Mannheim und Würzburg,
1837 Rabbinatsverweser in Bühl, 1839 Bezirksrabbiner in Bühl, 1850 Amtssitz nach Rastatt verlegt, 1855-1862 Bezirksrabbiner in Gailingen.  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Juli 1862: "Gailingen, im Mai (1862). Am 19. dieses Monats verschied (also 19. Mai 1862) verschied nach einer 14-tägigen Krankheit in seinem 52. Lebensjahre unser geschätzter Bezirksrabbiner Ephraim Willstätter, nach einer fast 2-jährigen treuen Amtsverwaltung (in Bühl, Rastatt und seit 7 Jahren in Gailingen). Sein Tod versetzte Alle in die tiefste Betrübnis und sein Leichenbegängnis war das größte, welches man je hier gesehen. Die Gemeinden seines Bezirks Wangen, Merchingen*, Randegg waren herbeigeeilt, um dem geliebten Seelenhirten die letzte Ehre zu erweisen, über 1.800 Menschen, darunter 5 Geistliche christlicher Konfession, die ganze Schuljugend folgte seiner Bahre, Herr Rabbiner Dr. Kayserling, welcher auf besonderen Wunsch des Verstorbenen von Endingen berufen war, hielt die Leichenrede, welche alle aufs Tiefste ergriff."  
*Anmerkung: vermutlich Worblingen gemeint und nicht Merchingen!

   
Ausschreibung des Bezirksrabbinates (1887)   
Anmerkung: die Stelle wurde vom Großherzoglichen Oberrat (Karlsruhe) in der liberal geprägten "Allgemeinen Zeitung des Judentums" ausgeschrieben, wenig später direkt vom Rabbinatsbezirk aus in der orthodox geprägten Zeitschrift "Der Israelit".  
Die Ausschreibung erfolgte nach dem Weggang von Rabbiner Dr. Leopold Löwenstein (geb. 1843 in Gailingen als Sohn des früheren Gailinger Rabbiners Jakob Löwenstein), der von 1872 bis 1886 als Bezirksrabbiner in Gailingen tätig war. 1886 übernahm er das Bezirksrabbinat in Mosbach, wo er bis zu seinem Tod 1923 geblieben ist. 

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. März 1887: "Das in Erledigung gekommene Bezirksrabbinat Gailingen mit dem Wohnsitze in Gailingen soll wieder definitiv besetzt werden. 
Bewerber haben ihre Gesuche unter Anschluss einer Darlegung ihres seitherigen Lebensganges, ferner der Nachweis über ihre allgemein wissenschaftliche und fachliche Ausbildung sowie über verlangte Autorisation zur Ausübung von Rabbinatsfunktionen und über ihre seitherige Berufstätigkeit binnen 6 Wochen bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Über die Einkommensverhältnisse der Stelle wird der Bezirksälteste, Herr S. H. Guggenheim in Gailingen nähere Auskunft erteilen.   
Karlsruhe, den 4. März 1887. Großherzoglicher Oberrat der Israeliten.  Joos.    Willstätter."  
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. März 1887: "Das in Erledigung gekommene Bezirks-Rabbinat Gailingen (Baden), mit dem Wohnsitze in Gailingen, soll wieder definitiv besetzt werden.  
Bewerber haben ihre Gesuche unter Anschluss einer Darlegung ihres seitherigen Lebensgangs, ferner der Nachweis über ihre allgemein wissenschaftliche und fachliche Ausbildung, sowie über erlangte Autorisation zur Ausübung von Rabbinatsfunktionen und über ihre seitherige Berufstätigkeit binnen 4 Wochen beim Großherzoglichen Oberrat der Israeliten in Karlsruhe einzureichen. Über die Einkommensverhältnisse der Stelle gibt die Bezirkssynagoge Gailingen nähere Auskunft 

  
Frage nach der Verlegung des Rabbinatssitzes von Gailingen nach Konstanz (1887)  
Anmerkung: im Zusammenhang mit der Neubesetzung der Rabbinatsstelle nach dem Weggang von Rabbiner Dr. Leopold Löwenstein war bereits die Frage diskutiert worden, den Rabbinatssitz nach Konstanz zu verlegen. Doch sprachen sich die Bezirksgemeinden dagegen aus. 

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juni 1887: "Gailingen, 5. Juni (1887). In Nr. 38 des 'Israelit' ist am Schlusse einer von Sulzburg datierten Korrespondenz die Bemerkung enthalten, der Großherzogliche Oberrat der Israeliten in Karlsruhe sei durch die Drohung der israelitischen Gemeinde Gailingen, aus dem Verbande der israelitischen Religionsgemeinschaft des Großherzogtums auszutreten, dazu gezwungen wurden, von der Verlegung des Rabbinatssitzes nach Konstanz abzustehen.  
Mit Bezug hierauf wird die Redaktion ersucht, in die nächste Nummer des genannten Blattes nachstehende Berichtigung aufzunehmen:  
1. Das Gesuch des Synagogenrats zu Konstanz um Verlegung des Rabbinatssitzes ist mit Entschließung Großherzoglichen Oberrats der Israeliten abgelehnt worden, weil die überwiegende Mehrheit der Bezirksgemeinden sich für die Belassung des Bezirksrabbinats in Gailingen ausgesprochen hatte.  
2. Von der angeblichen Drohung, seitens der israelitischen Gemeinde Gailingen, ist hier nichts bekannt. 
3. Die Lossagung einer israelitischen Gemeinde des Großherzogtums von dem Gesamtverbande der badischen Judenschaft, wäre nach unserem Erachten gesetzlich - rechtlich wirkungslos.   
Die Bezirkssynagoge S.H. Guggenheim - G. Rosenthal."   

  
Rabbiner Dr. Joseph Spitz wechselt von Haigerloch nach Gailingen (1888)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. Juni 1888:  "Bonn, 17. Juni (1888). Man schreibt uns aus Haigerloch (Hohenzollern): Unser Rabbiner Dr. Spitz hat einen Ruf nach Gailingen angenommen. Es ist fraglich, da die Mittel der Gemeinde nicht ausreichen, ob wieder ein Rabbiner angestellt wird; aus demselben Grunde hat auch Hechingen keinen Rabbiner mehr."      


Zum Tod von Minna Spitz, Frau von Bezirksrabbiner Dr. Spitz (1909) 
Anmerkung: Rabbiner Dr. Joseph Spitz war von 1888 bis 1925 Bezirksrabbiner in Gailingen. Zuvor ist er Rabbiner in Haigerloch gewesen. Er war am 16. August 1856 im damals ungarischen Bike (heute Bilki, Ukraine) geboren. Nach der Pensionierung von Dr. Spitz 1925 wurde das Bezirksrabbinat nach Konstanz verlegt. Dr. Spitz war verheiratet mit Minna geb. Eichenberg, die eine Tochter eines Pferdehändlers aus Adelebsen war. Josef und Minna Spitz hatten eine Tochter Jenny, die am 10. September 1896 in Gailingen geboren ist.    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. März 1909: "Gailingen, 18. März (1909). Letzten Donnerstag starb nach schwerer Krankheit im Alter von 43 Jahren die Gattin unseres Bezirksrabbiners, Frau Dr. Minna Spitz. Am Sonntag fand unter außerordentlicher Beteiligung die Beerdigung statt. Sämtliche Gemeinden des Bezirks hatten Abordnungen entstand, um der beliebten und hochgeachteten Frau die letzte Ehre zu erweisen. Rabbiner Hoffmann - Randegg hielt die Leichenrede. Er entwarf ein Charakterbild der edlen Entschlafenen als treue Gattin, welche die Tugenden einer echt jüdischen Hausfrau entfaltete, als ebenbürtige Gefährtin wie eifrige Helferin ihres Mannes bei der Lösung der verantwortungsvollen Aufgabe seines Berufes. Er sprach dem tief gebeugten Gatten, dem durch den Verlust seiner Mirjam wie einst Israel in der Wüste der Wunderbrunnen versiegt schien, aus dem er stets frische Lebenskraft schöpfte, herzlich zu, Trost zu finden in der Liebe zu seinem einzigen Kinde und der herzlichen Anteilnahme seiner Gemeinde. Nach ihm gab der so schwer getroffene Gatte selbst in ergreifenden, alle Hörer zu Tränen rührenden Worten seinem tiefen Schmerze Ausdruck. Er dankte der teuren Verschiedenen für alle Liebe und Treue, die sie ihm in bald zwei Jahrzehnte langem Ehebunde erwiesen und schilderte in schmerzdurchbebter Rede, was sie ihm gewesen und war er an ihr verloren. Aufrecht halte ihn nur der Gedanke, dass er der Schwergeprüften in langer Leidenszeit jeden Wunsch erfüllt und die tröstliche Zuversicht auf ein Wiedersehen in einer besseren Welt. Möge das Andenken der Frau zum Segen sein."   
  
Weitere Anmerkung: Dr. Joseph Spitz hat am 31. Mai 1912 in Neckarbischofsheim wieder geheiratet: seine zweite Frau war Hedwig Frank, eine am 28. Februar 1870 geborene Tochter des Viehhändlers Samuel Frank. 
Nach seiner Pensionierung 1926 verzog Dr. Spitz mit Familie nach Frankfurt am Main, wo er am 28. November 1931 gestorben ist (siehe Bericht weiter unten). 
Die Tochter Jenny Spitz hatte die Volksschule in Gailingen besucht, danach die Höhere Töchterschule in Diessenhofen. Sie heiratete 1929 in Frankfurt Josef Altmann, mit dem sie ein Kind hatte: Margot, geb. 1934. Alle drei wurden im Oktober 1940 von Karlsruhe nach Gurs deportiert. Josef und Jenny Altmann wurden später ermordet, die Tochter Margot überlebte in der Schweiz und übersiedelte nach Israel (genauere Lebensgeschichte zu den Familien Altmann und Spitz siehe unter den Gedenkbiographien Karlsruhe). 

 
Zum Tod der zweiten Frau von Rabbiner Dr. Spitz - Hedwig Spitz geb. Frank (1936, beigesetzt in Frankfurt)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April 1936: "Karlsruhe, 23. April (1936). Am Rosch Chodesch Nisan (1. Nisan = 24. März 1936) wurde Frau Rabbiner Dr. Spitz plötzlich dem Kreise ihrer Lieben entrissen und wunschgemäß an der Seite ihres Gatten, des ehemaligen Gailinger Raws, Dr. Josef Spitz - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - auf dem Friedhof der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main zur Ruhe gebettet. Die durch den Festmonat gebotene nachruflose Beisetzung entsprach ganz dem Wesen dieser Frau, deren Sinnen und stilles Wirken nur dem Wohle ihrer Mitmenschen galt. Einem früh der Mutter beraubten Elternhaus wurde sie zielbewusste Erzieherin der zahlreichen Kinder, an der Seite ihres Gatten - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen, besonders in den Kriegsjahren, war sie Helferin in allen Nöten ihren Kehillomitgliedern (sc. Gemeindemitgliedern). Sie übte treue Fürsorge für die zahlreichen Kriegsgefangenen und Internierten auf dem Heuberg. Auch die wenigen Jahre ihres Weilens in Frankfurt und zuletzt hier im Hause ihrer Kinder waren dem unauffälligen Helfen gewidmet, sodass besonders in diesen beiden Orten ein zahlreicher Kreis tiefen Schmerz empfindet über den Heimgang dieser klugen Beraterin und stets hilfsbereiten Freundin. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."       


Über die Zukunft des Bezirksrabbinates in Gailingen (1926)  
Anmerkung: im nachstehenden Artikel wird der Protest orthodoxer Kreise gegen die Verlegung des Bezirksrabbinates nach Konstanz laut. 

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. März 1926: "Das Bezirksrabbinat in Gailingen. Endlich ist der Stein ins Rollen gekommen, nachdem die Allgemeinheit auf die eminente Gefahr der Auflösung des Bezirksrabbinates in Gailingen, für die Erhaltung des konservativen Judentums im Oberland aufmerksam gemacht wurde. Es ist einfach eine in keiner Weise zu rechtfertigende Tatsache, dass der Oberrat von zwei orthodoxen Bezirksrabbinaten in Gailingen und Mosbach eines einfach durch Abstimmung in mangelhaft besuchter Sitzung auflöst und ohne Befragen der Gemeinden diese Konstanz zuteilt. Nachdem durch Petition dem Oberrat wiederholt das Unmögliche dieses Aktes dargelegt worden ist, sieht man sich gezwungen, die Flucht in die Öffentlichkeit zu ergreifen. Es ist keine Gehässigkeit dem Oberrat gegenüber, denn ehrenamtliche Tätigkeit muss heute hoch eingeschätzt werden. Nichtsdestoweniger muss eine nötige Kritik doch einsetzen. Das Mitglied des Oberrats, Herr Prof. Levy in Freiburg, auf welchen das Judentum stolz sein darf, tritt für alle religiösen Fragen lebhaft ein, ebenso hat derselbe für die Erhaltung des Bezirksrabbinates in Gailingen wie ein Löwe gekämpft, nur ist es nicht jedermanns Sache, dies in der Öffentlichkeit breitzuschlagen. Nicht weniger darf man auch anderen Herren des Oberrats für ihre warme Unterstützung dankbar sein. Der Oberrat ist nun bereit, einem anzustellenden Privatrabbiner eine Subvention zu bewilligen, jedoch eine tüchtige Kraft, die hier nur allein in Betracht kommen könnte, wird nur unter Übernahme des Bezirksrabbinates auf längere Dauer eine Stelle auf dem Lande annehmen, denn die Betätigung ist ja viel schwieriger als in der Stadt. Diese Stellen sind nicht für Repräsentation geschaffen, sondern zur Erhaltung des religiösen Lebens. Der Oberrat wird seine Gründe haben, als Überzeugend können diese niemals wirken. Man kann es nicht verstehen, warum gerade Konstanz vom Oberrat so verhätschelt wird. Dasselbe ist der Fall mit der Zuteilung von Singen nach Konstanz, hierüber ein anderes Mal. Es wäre jedenfalls für manche Angelegenheit nur förderlich, wenn auch ein Landbewohner als Mitglied dem Oberrat angehören würde. Denn nicht allein die badische Orthodoxie muss in Baden mobil gemacht werden, um das Unrecht der Auflösung des orthodoxen Bezirksrabbinates in Gailingen wieder gutzumachen. Nein, wo Orthodoxe sich noch befinden, müssen sie sich zusammenscharen, um durch Proteste dem Oberrat zu zeigen, dass er hier einen falschen Weg beschritten hat und dieses Entschlusses nie froh werden wird. Die eminente Gefahr, die dem Judentum droht, wird heute noch nicht scharf genug in allen ihren Folgen erfasst. Von Konstanz bis Mannheim kein orthodoxer Rabbiner! Wenn dies Wirklichkeit wird, so kann das badische Judentum und mit ihm die gesamte Orthodoxie an seiner Zukunft verzweifeln; mögen nun die Großen in Israel ihre Stimmen erheben. M."      

  
Frage der Wiederbesetzung des Rabbinates Gailingen-Randegg (1926) 
Anmerkung: die Synode der badischen Israeliten beschloss im Juli 1926 die Errichtung eines orthodoxen Ortsrabbinates Gailingen für die Gemeinden Gailingen und Randegg. 

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. August 1926: "Aus der badischen Synode. Karlsruhe, 25. Juli (1926). Der wichtigste Gegenstand, mit dem sich die am 4. und 5. Juli tagende badische Synode diesmal zu beschäftigen hatte, war eine Frage, die in den Spalten des 'Israelit' ausführlich erörtert worden ist und deren Bedeutung in der Tat über den engeren Bereich des badischen Heimatlandes hinausreicht: die Frage der Wiederbesetzung der Bezirkssynagoge Gailingen-Randegg. Bekanntlich hat der Oberrat das Bezirksrabbinat nach Konstanz verlegt, sodass die Gefahr einer allmählichen völligen Verwahrlosung der uralten Gemeinden Gailingen und Randegg vorhanden war, neben der für die Gesamtheit verhängnisvollen Tatsache, dass es in ganz Südbaden überhaupt kein orthodoxes Rabbinat mehr gab. Eine Zurückverlegung der Bezirkssynagoge von Konstanz nach Gailingen konnte nun in der Synode aus Gründen, die sich der öffentlichen Erörterung entziehen, nicht erreicht werden. Jedoch wurde nach langen und schwierigen Beratungen die Errichtung eines orthodoxen Ortsrabbinates Gailingen mit dem Wohnsitz Gailingen oder Randegg beschlossen unter Befreiung dieser beiden Gemeinden von den Beiträgen zur Besoldung des Bezirksrabbiners in Konstanz. Der Ortsrabbiner wird mit allen badischen Rabbinen im Range gleichberechtigt sein und Anspruch auf Pension und Reliktenversorgung besitzen. Wenn es gelingt, die richtige Kraft zu gewinnen, dann kann von den beiden altehrwürdigen Gemeinden aus im ganzen badischen Oberland im Sinne des gesetzestreuen Judentums außerordentlich segensreich gewirkt werden. Zu dieser günstigen Lösung der Rabbinerfrage hat der 'Israelit' durch die Aufrüttelung der öffentlichen Meinung sehr viel beigetragen; ebenso der Verein zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums in Baden, sowie insbesondere der Synodal-Abgeordnete Rothschild aus Randegg, der seine ganz Energie für die Sache einsetzte. Auch die liberalen Abgeordneten konnten sich schließlich seinen Gründen nicht entziehen. Es ist nun durchaus möglich, als Zukunftsforderung des orthodoxen Judentums in Baden die Errichtung eines Bezirksrabbinates Gailingen im Auge zu behalten, sofern die Entwicklung der Verhältnisse dies gestattet."      

  
Ausschreibung des Rabbinates Gailingen-Randegg (1927)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1927: "Mit Genehmigung des Oberrats der Israeliten Badens ist für die Gemeinden Gailingen und Randegg mit Filialen die Stelle einer Rabbiners mit dem Sitz in Gailingen, zunächst auf 3 Jahre, sofort zu besetzen. Gehalt: Anfangsgehalt der Gruppe X nebst Kasualien und schöner Dienstwohnung. Bewerber, die auf dem Boden des gesetzestreuen Judentums stehen, wollen sich mit dem Synagogenrat Gailingen in Verbindung setzen und Abschrift ihrer Bewerbung an den Synagogenrat Randegg senden. Der Synagogenrat Gailingen."   

  
Amtseinführung von Rabbiner Dr. Bohrer (1927)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. September 1927: "Gailingen, 18. September (1927). Der Beginn des Jahres 5688 bedeutet für die Gemeinden Gailingen - Randegg, aber auch zugleich für das Gesamtjudentum und dessen gesetzestreuen teil in Baden ein wichtiges Datum. Wird doch am 25. dieses Monats der neugewählte Rabbiner Dr. Bohrer aus Königsberg feierlich in sein Amt eingeführt. Der 'Verein zur Wahrung der Interessen des gesetzestreuen Judentums in Baden' begrüßt mit besonderer Freude dieses Ereignis. Er hat nach mancherlei Schwierigkeiten, die es zu überwinden galt, nunmehr die Genugtuung, im badischen Oberland auch wieder einen Vertreter des gesetzestreuen Judentums als Raw amtieren zu sehen. Möge seine Tätigkeit, die in so bedeutsamen Tagen beginnt, vom Segen Gottes begleitet sein und segensreich sich gestalten für die Wahrheit."    
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Oktober 1927: "Amtseinführung des neuen Rabbiners. Randegg, 2. Oktober (1927). Wer die gehobene und zufriedene Stimmung anlässlich der Amtseinführung des Ortsrabbiners Gailingen-Randegg, Herrn Rabbiners Dr. Bohrer, beobachtete, musste sich sagen, diese konnte nur der Liebe zu unserer heiligen Tora entspringen. Eine große Versammlung hatte sich Sonntagmittag, den 25. September in der Synagoge in Gailingen eingefunden. Nach dem Minchogebet und Gesängen des Synagogenchors begrüßte Herr Vorsteher Neuburger die Anwesenden, insbesondere die Ehrengäste, und entbot dem Herrn Rabbiner Dr. Bohrer den herzlichen Willkommensgruß mit dem Wunsche, dass dessen Amtsführung eine segensreiche sein möge. Alsdann sprach Herr Bezirksrabbiner Dr. Chone als Vertreter des Oberrats in Karlsruhe. Unter großer Spannung bestieg nun Herr Dr. Bohrer die Kanzel, um seine Pflichten als orthodoxer Rabbiner darzulegen, ferner sein Bemühen, den Frieden zu erhalten und zu fördern. 
Anschließend wurde die weltliche Feier im Kaffee Biedermann abgehalten. Hier erhielt zuerst das Wort der Vertreter des Vereins zur Wahrung der Interessen des gesetzestreuen Judentums in Baden. Mit großem Beifall wurde das von Liebe durchdrungene Glückwunschschreiben für die zwei Gemeinden des obengenannten Vereins angehört und spontan beschlossen, an Herrn Prof. Darmstäter ein Danktelegramm abzusehen. Fast in allen folgenden Reden wurde hervorgehoben, welch dornenvoller Weg mit Kämpfen und Mühe zurückgelegt werden musste, um endlich die durch die Verlegung der Bezirksrabbinerstelle nach Konstanz notwendig gewordene Ortsrabbinerstelle mit denselben Rechten für Gailingen-Randegg zu erhalten. Ausführliche Eingaben waren nötig, um den Oberrat und die Synode zu überzeugen, dass es ein Bedürfnis sei, den Gemeinden ein orthodoxes Rabbinat zu genehmigen. Öffentlicher Dank gebührt einzelnen Personen, welche unter Opfern an Zeit und Geld die Sache zur Entwicklung bringen mussten. Sodann der Presse, ganz besonders auch dem 'Verein zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums', welcher eine ganz besonders rege Tätigkeit entfaltete, und endlich dem Oberrat und der Synode. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Gemeinden in Herrn Rabbiner Dr. Bohrer den richtigen Seelsorger für diesen schweren, aber dankbaren Posten erhielten.   
Nicht unerwähnt mögen bleiben die goldenen Worte des Herrn Pfarrers von Büsingen, welcher u.a. in seiner Rede ausführte, er begreife nicht, dass die Menschen trotz anderer Überzeugung nicht in Eintracht und Frieden zusammen leben sollten. Nicht weniger herzlich waren die Worte des Herrn Bürgermeisters von Gailingen.   
So dürfen wir hoffen, dass die Gemeinden Gailingen-Randegg von dem Los der Landgemeinden bewahrt und dass die äußerste Ecke Deutschlands auch fernerhin ein Bollwerk für das orthodoxe Judentum sein und bleiben möge."       

  
Über die Arbeit von Bezirksrabbiner Dr. Bohrer (1927)   

Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1927: "Gailingen, 24. Oktober (1927). Ein neues Jahr, ein neuer Geist. Noch sind es kaum einige Wochen, dass der neugewählte, orthodoxe Rabbiner, Herr Dr. Bohrer, mit frischer Energie und tatkräftiger Hand die Leitung unserer jüdischen Gemeinde übernommen hat, und schon zeigen sich überall Spuren seines Wirkens in unserem Kehilloleben (sc. Gemeindeleben). Von dem richtigen Gedanken ausgehend, dass die Grundlage jüdischen Lebens jüdisches Wissen ist, dass das 'Lernen' Voraussetzung jeglicher Aufbauarbeit sein muss, sind folgende Einrichtungen getroffen: neben den lehrreichen, packenden Predigten ist jeden Schabbos Nachmittag, eine Stunde vor Mincha Schiurlernen. Jeden Morgen nach Schacharis: Mischnajos für Anfänger und jeden Abend für einen kleineren, fortgeschrittenen Kreis Gemorohlernen. Die alte Chevro Talmud-Thora, die nur noch dem Namen nach ihren eigentlichen Zweck erfüllte, wurde neu organisiert und bildet jetzt den Stamm eines Lernvereins. Die Gemeinde, zuerst überrascht und zögernd, geht nun hingerissen durch den edlen Eifer ihres Führers, freudig mit. Wie sehr, dafür ein kleines Beispiel. Seit Menschengedenken war hier Simchas Thora und Ball am gleichen Abend unzertrennbar.  
Es bedurfte nur der Belehrung des Herrn Rabbiners und sofort wurde mit dieser alten, eingewurzelten Tradition gebrochen. Die Gemeinde versammelte sich am Simchas-Thora-Abend mit ihrem Rabbiner ohne Tanz, ohne Musik und war noch nie so vergnügt und freudig beisammen. Diese Kleinigkeiten sind symptomatisch für den neuen Geist, der hier herrscht. Es geht aufwärts mit uns und mit Gottes Hilfe wird die Zeit nicht gerne sein, in der wieder mit Stolz von der Kehillo Kedauscho (Heiligen Gemeinde) Gailingen gesprochen werden kann."       

  
Öffentliche Religionsprüfung durch Rabbiner Dr. Bohrer (1928)  

Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Mai 1928: "Gailingen, 15. April (1928). Am Halbfeiertag des Pessach-Festes fand, wie alljährlich, die öffentliche Religionsprüfung statt. Es kamen so viel Zuhörer, dass das geräumige Prüfungszimmer die Menge kaum fassen konnte. Eindringlicher hätte den Schülern nicht gezeigt werden können, dass der jüdische Unterricht wichtigster Bestandteil des Gemeindeaufbaues ist. Den staunenden Zuhörern aber präsentierte sich eine frohe, aufgeweckte, lernbegeisterte, arbeitsfreudige Jugend, die in flottem Frag- und Antwortspiel eine Fülle von Kenntnissen auf den verschiedensten gebieten wie Bibel, Grammatik, Übersetzen offenbarte. Eindrucksvoll war die in Hebräisch geführte, wenn auch auf elementarste Sätze sich beschränkende Unterhaltung mit den Kleinsten, den Schülern der beiden untersten Klassen. Herr Rabbiner Dr. Bohrer leitet den Gesamtunterricht der ganzen Schule, und ist dieser Erfolg seiner Liebe zur Jugend und seiner Hingabe zu danken. Den Mitgliedern, die so oft voll banger Sorge an die immer kleiner werdende Gemeinde dachten, war diese Stunde Trost, Erhebung und Zuversicht für die Zukunft. Nicht die Zahl entscheidet das Schicksal einer Gemeinde, sondern der Geist, mit der sie erfüllt ist."       

  
Merkblatt des Rabbinates zum Koscherfleischeinkauf (1930)  

Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Dezember 1930: "Gailingen - Randegg, 26. November (1930). Das Ortsrabbinat Gailingen - Randegg (Rabbiner Dr. Bohrer) versendet ein Merkblatt für die Frauen seiner Gemeinde, beim Koscherfleischeinkauf, das zum teile auch anderswo zur Beachtung empfohlen sei:   
'Deinen Einkauf besorge prinzipiell nur persönlich. So wirst du besser und schneller bedient. Jede Bestellung, die durch einen nichtjüdischen Boten besorgt wird, wird in Zukunft plombiert. Einzig die Koscherplombierung garantiert Koscherfleisch. Weise jede unplombierte Lieferung prinzipiell zurück! Wässere das Fleisch immer sofort ein! So fährst du am sichersten. Beachte unbedingt die Verkaufszeiten! Denke an den Opferwillen und die Gesundheit der Aufsichtsbeamten! Sei bescheiden und nachgiebig in deinen Ansprüchen. Der Mensch lebt nicht, um zu essen. Sei vorbildlich in deiner Rücksichtnahme. Beanstandungen und Wünsche richte an den Aufsichtsbeamten oder Rabbiner, sonst an niemand. Denke immer daran, dass das Kaschrus das Fundament einer jüdischen Gemeinde ausmacht. Bringe freudig ein persönliches Opfer im Dienst der Gemeinde. Das Glück der Gemeinde garantiert auch dein Glück! Denke daran, dass nur durch die restlose Mitarbeit aller die Koscherfleischversorgung ermöglicht wird."      

  
Zum Tod von Rabbiner Dr. Joseph Spitz (1931)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Dezember 1931: "Bezirksrabbiner Dr. Joseph Spitz - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Mit Sabbatausgang hauchte Rabbiner Dr. Joseph Spitz seine reine Seele aus, und am Montagvormittag kam er unter großer Beteiligung auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgesellschaft (sc. in Frankfurt) zur letzten Ruhe. Er hatte sich alle Würdigungen und Nachrufe in Wort und Schrift verbeten. Wir müssen uns hier deshalb darauf beschränken, die Trauerkunde mit einigen wenigen personellen Angaben zu vermitteln. Rabbiner Dr. Spitz wirkte annähernd 30 Jahre als Bezirksrabbiner in der Gemeinde Gailingen in Baden. Nach seiner Pensionierung nahm er seinen Wohnsitz in Frankfurt, wo er mit seiner Gattin einen ruhigen, glücklichen Lebensabend führte und in der Israelitischen Religionsgesellschaft eine zweite geistige Heimat fand. Er hatte sich in der kurzen Zeit seines hiesigen Aufenthaltes einen großen kreis von treuen Freunden erworben, die den Menschen wie den Gelehrten in ihm hoch schätzten. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

  
Über die Zukunft des Rabbinates in Gailingen-Randegg (1932)   

Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juni 1932:       

  
    
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule  

Ausschreibungen der Stelle des Lehrers / Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1846 / 1847 / 1850 / 1851 / 1884 / 1885 / 1904 / 1924 / 1928 

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 19. September 1846 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "An der israelitischen Volksschule in Gailingen ist eine mit dem gesetzlichen Gehalte von 135 fl. verbundene Unterlehrerstelle, besonders für die weltlichen Unterrichtsgegenstände zu besetzen; wobei bemerkt wird, dass bei einer guten Befähigung der Kandidaten zur Erteilung des Unterrichts in der hebräischen und französischen Sprache derselbe auf ein ansehnliches besseres Einkommen rechnen kann.  
Die berechtigten Bewerber um diese Stelle werden daher aufgefordert, ihre Gesuche binnen vier Wochen durch die betreffende großherzogliche Bezirksschulvisitatur bei der großherzoglichen Bezirksschulvisitatur Radolfzell in Friedingen einzureichen".    
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 3. Februar 1847 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "An der israelitischen Volksschule in Gailingen ist eine mit dem gesetzlichen Gehalte von 135 fl. verbundene Unterlehrerstelle besonders für die weltlichen Unterrichtsgegenstände zu besetzen; wobei bemerkt wird, dass bei einer guten Befähigung des Kandidaten zur Erteilung des Unterrichts in der hebräischen und französischen Sprache derselbe auf ein ansehnliches besseres Einkommen rechnen kann.  
Die berechtigten Bewerber um diese Stelle werden daher aufgefordert, ihre Gesuche binnen 4 Wochen durch die betreffende großherzliche Bezirksschulvisitatur bei der großherzoglichen Bezirksschulvisitatur Radolfzell in Friedingen einzureichen".    
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 13. März 1850 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "An der israelitischen Volksschule in Gailingen ist die mit dem gesetzlichen Gehalte von 135 fl. verbundene Unterlehrerstelle zu besetzen. 
Die berechtigten Bewerber um diese Stelle werden daher aufgefordert, ihre Gesuche binnen 4 Wochen durch die betreffende großherzogliche Bezirksschulvisitatur bei der großherzoglichen Bezirksschulvisitatur Radolfzell in Randegg unter Anfügung ihrer Rezeptionsurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel einzureichen."    
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 11. Januar 1851 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen. An der israelitischen Volksschule in Gailingen ist die mit einem Gehalte von 160 fl. verbundene Unterlehrerstelle zu besetzen, wobei bemerkt wird, dass der Unterlehrer täglich 6 1/2 Stunden Unterricht zu erteilen hat, und dass bei der Überzeugung von dessen Tüchtigkeit und Berufstreue, demselben später eine Gehaltserhöhung in Aussicht stehe.  
Die berechtigten Bewerber um diese Stelle werden aufgefordert, ihre Gesuche binnen vier Wochen durch die betreffende großherzogliche Bezirksschulvisitatur, bei der großherzoglichen Bezirksschulvisitatur Radolfzell in Randegg, unter Anfügung ihrer Rezeptionsurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, einzureichen."   
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 5. März 1851 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "In Beziehung auf die in dem Anzeigeblatt vom 11. Januar dieses Jahres, Nr. 4, enthaltene Auskündigung der Unterlehrerstelle an der israelitischen Volksschule in Gailingen wird nachträglich bekannt gemacht, dass der mit dieser Stelle verbundene feste Gehalt von der israelitischen Gemeinde Gailingen von 160 fl. auf 200 fl. erhöht wurde."   
 
Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juni 1884:      
 
Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. August 1885:      
  
Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juli 1904:      
 
Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. April 1924:      
 
Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juni 1924:     
 
Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. März 1928:      
  
Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Mai 1928:       

 

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 17. Juli 1850 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die erledigte Unterlehrerstelle an der israelitischen Volksschule in Gailingen wurde dem Schulkandidaten Bernhard Bär von Breisach übertragen".   

 
Auszeichnung für Hauptlehrer Moses Halle nach 50-jährigem Dienst (1862)  

Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. August 1862:      
  
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. September 1862:      
  
ein Bericht zum 50-jährigen Ortsjubiläum von Lehrer Halle siehe auf Seite mit den Berichten aus dem Gemeindeleben  

   
40-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Lißberger (1881)  

Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. August 1881:     

  
50-jähriges Dienstjubiläum von Lehrer S. Lißberger (1890)  

Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. August 1890:      

  
Publikationen von Lehrer Jakob Eisenmann (1891 / 1894)  

Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Februar 1891:     
 
Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Februar 1894:     

  
Lehrer S. Lißberger wurde in den Ruhestand versetzt (1891)  

Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juli 1891:      

  
Kanto
r Weiß wird auf seinen Antrag des Amtes enthoben (1905)  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. Dezember 1905: "Karlsruhe: "Das neueste Verordnungsblatt des Großherzoglichen Oberrates der Israeliten meldet folgende Veränderungen in der Besetzung der Religionsschullehrerstellen: Jakob Lewin seither in Lorsch nach Randegg, Sally Rosenfelder in Eubigheim nach Buchen, Nathan Adler von Külsheim nach Eubigheim, Kantor Simon Metzger von Sulzburg nach Bretten, Samuel Strauß von Berlichingen nach Sulzburg, Jakob Schloß von Talheim nach Malsch bei Ettlingen. Auf Ansuchen wurden von ihren Stellen enthoben: Kantor Weiß in Gailingen und Religionslehrer Jakob Lorch in Untergrombach, letzterer behufs Übernahme der Verwalterstelle der M.A. d. Rothschild'schen Lungenheilstätte in Nordrach."   

    
25-jähriges Amtsjubiläum von Lehrer Jakob Eisenmann (1910)  

Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. November 1910:        

  
Zum Tod von Lehrer Jakob Eisenmann (1912) 

Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom  26. Januar 1912:  

  
Lehrer Marx aus Randegg wird Nachfolger von Lehrer Eisenmann (1912)  

Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. April 1912:     

  
   
   
Über ein zu gründendes Beth Hamidrasch in Gailingen   
Zur Gründung eines Beth Hamidrasch in Gailingen (1862) 
 

Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juli 1862: 
"Die Gründung eines Beth Hamidrasch in Gailingen (im badischen Seekreis)
Der Born der jüdischen Erkenntnis, die Quelle des jüdischen Lebens ist die Tora; ohne sie ist wahrhafte Gottesfurcht nicht denkbar und die Vernachlässigung des Torastudiums muss die Erschlaffung des religiösen Lebens zur Folge haben. Leider ist in jüngster Zeit dieses für uns Juden so wichtige Studium bedeutend in den Hintergrund getreten. Sogar die Kinder in der Schule erfahren nur noch wenig von der schriftlichen Lehre, und die mündliche Lehre ist ihnen fast ganz unzugänglich geworden. Wie in jenen Städten, in denen große jüdische Gemeinden wohnen, so ist es auch in kleineren Städten und namentlich auch in dem Orte Gailingen ergangen. Noch leben in unserer Mitte Männer, die in längst vergangenen Zeiten aus der heiligen Quelle der Torakenntnis geschöpft haben, aber diese Männe sind hochbejahrt, und an einen Zuwachs von jungen Leuten, welche die Träger des jüdischen Wissens in unserer Gemeinde sein könnten, ist leider nicht zu denken. Jeder Gutdenkende sieht mit Bangen und Zagen der Zeit entgegen, in welcher - was Gott verhüten wolle - die große Menge unserer Gemeindeglieder dem jüdischen Wissen und somit dem jüdischen Leben entfremdet sein wird. Es ist daher das dringende Bedürfnis vorhanden, für die Wiederkehr des Torastudiums, und somit für die Wiederbelebung des echten jüdischen Geistes Sorge zu tragen. Dieses Bedürfnis wird jetzt, Gott sei Dank, allüberall gefühlt und es sind in Folge dessen bereits in großen Gemeinden wie in Berlin, Frankfurt am Main, Mainz etc. Anstalten zur Befriedigung desselben ins Leben gerufen worden.   
Als in der ersten Nacht des verflossenen Wochenfestes, welche frommer jüdischer Sitte gemäß in der Beschäftigung der Tora wachend verbracht wird, während der üblichen Pause der Unterzeichnete obige Gedanken aussprach, und namentlich darauf aufmerksam machte, dass es hauptsächlich Sache des Talmud-Tora-Vereins sei, dieses erhabene und heilige Werk ins Leben zu rufen und den genannten Verein in eine Beit HaMidrasch umzubilden, da waren alsogleich die beiden Vorsteher des Vereins, Jakob Weil sen. und Heinrich S. Guggenheim und mit ihnen sämtliche Anwesende einstimmig bereit, dieses heilige und wichtige Werk - (hebräisch und deutsch:) das Torastudium ist so wichtig, wie alle übrigen göttlichen Gebote zusammen - sofort in die Hand zu nehmen. Es wurde alsbald beschlossen:  
1) Den ganzen baren Fond des Talmud-Tora-Vereins, c. fl. 500, als Grundkapital für diesen Zweck zu stiften; 
2) sämtliche Mitglieder des Vereins um fernere freiwillige Beiträge anzugeben; 
3) die Bestimmung zu treffen, dass sämtliche Einzeichnungen und Legate jeder Art zu nichts Anderem als zum Beth HaMidrasch, zum höheren talmudischen Studium, verwendet werden dürfen.  
4) bei sämtlichen hiesigen Gemeindemitgliedern in diesem Sinne und zu diesem Zwecke um Einzeichnungsbeiträge zu kollektieren; 
5) vorläufig zwei Männer zu wählen, welche diese Kollekte sofort zu besorgen haben, und 
6) nach der Kollekte ein provisorisches Gründungskomitee zu wählen, welches die Regelung und die einstweiligen Einleitungen zur Ausführung dieses Unternehmens zu besogen hat.  
Unter Gottes heiligen Beistande wurde nun die Kollekte vollzogen; bei der Chewra Kadischa war es namentlich der Vorsteher Maier E. Moos, welcher das Interesse anregte, auch bei den übrigen israelitischen Gemeindemitgliedern war der Erfolg ein sehr günstiger. Auch in den umliegenden Orten, Randegg, Worblingen und Wangen ist das Interesse für diesen heiligen Zweck ein sehr reges und wie wir vernehmen werden bereits daselbst Kollekten dafür veranstalten. Wir teilen unten die bereits gezeichneten Spenden mit. Noch viel ist zu tun; jede Gabe, sei sie groß oder klein, wird uns willkommen sein.         
Gailingen Israelit 02071862b.jpg (229981 Byte)  Möge der Segen des allmächtigen Gottes auf unserem Werke, das zur Ehre sSeines heiligen Namens und zur Hebung und Kräftigung des religiösen Sinne unternommen worden, ruhen und möge Er demselben ein glückliches Gedeihen spenden!  
Gailingen, den 16. Juni 1862. Samuel Jakob Bloch.  
Wir Unterzeichneten spenden zu dem oben dargelegten heiligen Zwecke, nämlich zur Gründung eines Beth Hamidrasch in Gailingen, nachbenannte Summen: 
es folgen die Namen der Spender für den Zweck eines Beth HaMidrasch in Gailingen, die zusammen 2.547 fl. zusammengetragen haben.    

  
Wiederholter Aufruf zur Gründung eines Beth Hamidrasch (1863)  

Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. August 1863:       

  
Spendenzusage für das zu gründende Beth Hamidrasch (1864)  

Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1864: "Gailingen (im badischen Seekreise), den 23. Februar. Für das hier zu gründende Beth Hamidrasch hat ein Frankfurter Haus für den Fall des Zustandekommens 200 fl. gespendet; es wäre sehr zu wünschen, wenn eine recht lebhafte Beteiligung Aller, denen das wiederzubelebende Studium unserer heiligen Tora am Herzen liegt, die baldige Errichtung dieses Beth Hamidrasch ermöglichte. L."        

  
  
Über die Israelitische Handelsschule in Gailingen  
Anzeigen der Handelsschule (1892 / 1893 / 1895)  

Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. September 1892: 
"Handelsschule mit Pensionat Gailingen am Rhein (Baden). 
Konzessioniert vom Großherzoglich Badischen Ministerium und unter Aufsicht desselben. 
Streng religiös - angenehme, gesunde Lage - in nächster Nähe der Schweizer Alpen und des Bodensees - sorgfältige Pflege und Beaufsichtigung - kräftige und reichliche Nahrung, gute Lehrkräfte. Vorzügliche Referenzen im In- und Auslande: u.A. Ihre Ehrwürden die Herren Rabbiner: N. Bamberger in Würzburg, Dr. J. Hildesheimer in Berlin; H. Elchanan Spector in Kowno. 
Näheres respektive Prospekte durch die Direktion S. Eisenmann."      
   
Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Januar 1893:  
"Handelsschule mit Pensionat Gailingen am Rhein (Baden). 
Konzessioniert vom Großherzoglich Badischen Ministerium und unter Aufsicht desselben. 
Streng religiös - angenehme, gesunde Lage - in nächster Nähe der Schweizer Alpen und des Bodensees - sorgfältige Pflege und Beaufsichtigung - kräftige und reichliche Nahrung, gute Lehrkräfte. Vorzügliche Referenzen im In- und Auslande: u.A. Ihre Ehrwürden die Herren Rabbiner: N. Bamberger in Würzburg, Dr. J. Hildesheimer in Berlin; H. Elchanan Spector in Kowno. 
Näheres respektive Prospekte durch die Direktion S. Eisenmann."       
  
Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1893: Text wie oben.         
  
Anzeige aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. März 1895:  Text wie oben.       

  
Eröffnung der Israelitischen Handelsschule (1892)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18.August 1892: "Gailingen (Baden), 9. August (1892). Während ich erst vor einigen Monaten den verehrten Lesern Ihres geschätzten Blattes von der baldigen Eröffnung des hiesigen jüdischen Spitals berichtet habe, kann ich Ihnen heute schon wieder von der Errichtung einer anderen, segensreich wirkenden Anstalt am hiesigen Platze Mitteilung machen, es ist dies die hiesige Handelsschule, die sofort nach den Feiertagen - so Gott will - ins Leben gerufen werden soll.  
Schon lange nämlich machte sich am hiesigen Platze, der ca. 200 israelitische Familien zählt und somit zu den größten jüdischen Gemeinden Badens gehört, das Bedürfnis nach einer höheren Lehranstalt, die sich die Pflege von Talmud, Tora im Derech Erez (gemeint: gute religiöse und weltliche Erziehung) zur Aufgabe setzt, fühlbar. Viele Eltern, die noch darauf bedacht waren, ihren Kindern eine gediegene Bildung angedeihen zu lassen, mussten dieselben solchen Instituten anvertrauen, die meistenteils von der hiesigen Gegend sehr weit entfernt waren und deren Besuch mit großen materiellen Opfern verbunden war. 
Diesem Übelstande abzuhelfen, entschloss sich nun auf Anraten vieler Ortsbürger Herr Institutslehrer S. Eisenmann aus Pfungstadt, der uns als tüchtiger Pädagoge und braver Israelite geschildert wurde und dem auch schon mehrere gute Lehrkräfte zu Gebote stehen, hierselbst eine Handelsschule zu errichten. Derselbe kaufte zu diesem Zwecke einige prächtige Gebäude, die in Bezug auf gesunde Lage und geeignete Räumlichkeiten allen Anforderungen, die man an eine solche Anstalt stellt, in vollkommener Weise entsprechen. Bereits hat auch unser hohes Ministerium, das diesem Projekte sehr wohlwollend gegenüber steht, seine Genehmigung erteilt und sich bereit erklärt, die Oberaufsicht zu führen. In der Anstalt werden außer gründlichem Unterricht in den hebräischen Fächern, wie Pentateuch, Ritual, Mischna, Talmud, Jüdische Geschichte und Literatur alle Disziplinen, einschließlich Musik und Zeichnen, unterrichtet, wie an den Realschulen. Schreiber dieser Zeilen kann daher diese Anstalt, deren eigentlicher Gründungszweck nur der ist, Männer heranzubilden, die mit dem profanen Wissen auch ein gründliches Wissen in der Religionsliteratur verbinden, allen Eltern aus Nah und Fern, die darnach streben, den Geist und den Körper ihrer Kinder zu kräftigen und zu stählen, bestens empfehlen. Dazu kommt noch, dass sich unser Ort selbst, der fast von allen Seiten von der angrenzenden Schweiz umschlossen ist, einer sehr günstigen Lage zu erfreuen hat. Von hier aus erblicken wir die mächtigen Schneeberge der Alpen, die blauen Gewässer des Rheins und die blühenden Gestade des Bodensees. Auch ist den Kindern reichlich Gelegenheit geboten, die erhabensten Naturschönheiten (Rheinfall bei Schaffhausen und dergleichen mehr), die auf das Gemüt des Kindes einen besonders günstigen Eindruck ausüben, kennen zu lernen. Endlich mache darauf aufmerksam, dass die hiesige jüdische Gemeinde zu den orthodoxen zählt und kann daher jeder Vater - ohne jeden Zweifel - seine Kinder dieser Anstalt, die selbstverständlich im strengreligiösen Sinne geleitet wird, anvertrauen. Ich schließe meinen bericht mit dem Wunsche: Möge diese Anstalt wachsen, blühen und gedeihen, möge sie eine wahre Pflanzstätte echt jüdischen Geistes und echt jüdischen Lebens werden und an ihr in Erfüllung gehen die Worte (Jesaja 54,13): 'Und all deine Kinder sind Lehrlinge des Ewigen, und groß ist der Friede deiner Kinder'."    

  
Bericht über die Israelitische Handelsschule (1893)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Februar 1893: "Gailingen am Rhein, 5. Februar (1893).  Mit der Errichtung einer israelitischen Handelsschule am hiesigen Platze, worüber Ihnen seinerzeit Bericht erstattete, ist uns Allen ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen. War es doch ein längst gefühlter Mangel, dass in einer Gemeinde von nahezu 200 jüdischen Familien keine Gelegenheit geboten war, die Kinder in religiösen, wie profanen Disziplinen weiter ausbilden zu lassen. Große Hoffnungen waren es denn auch, die wir auf die neugegründete Schule setzten, große Ansprüche, die wir an sie stellten. Wir haben gerne erst einige Monate verstreichen lassen, ehe wir Ihnen weiter über dieselbe berichteten: es geschah aus dem Grunde, die Wirksamkeit der Schule erst kennen zu lernen, den Geist, der darin herrscht, zu erforschen und ihren Einfluss auf die Jugend beurteilen zu können. Nunmehr glauben wir uns der angenehmen Gewissheit hingeben zu können, dass unsere Hoffnungen sämtlich in Erfüllung gegangen respektive gehen werden, denn unsere Erwartungen sind tatsächlich übertroffen. Berührte es uns schon angenehm, als wir in Erfahrung brachten, dass für den Religionsunterricht ein Sohn des Herrn Rabbiner Bamberger - sein Licht leuchte - aus Würzburg engagiert sei, dessen Name schon Bürgschaft für echte Religiosität, für wahrhafte Frömmigkeit ist, so waren wir erst recht freudig überrascht, als die erste Anordnung des Herrn Direktor Eisenmann, treu dem Grundsatz - der Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht -, darin bestand, dass er für einen regelmäßigen Synagogenbesuch der Schüler Sorge trug. Es gewährt einen stattlichen  
Gailingen Israelit 09021893a.jpg (211458 Byte)und herzerfreuenden Anblick, der gerade eine Heiligung des Gottesnamens ist, wenn täglich die Jungen in ihren bunten Mützen von dem Herrn Lehrer, der gerade die Aufsicht hat, in Reih und Glied zum Gottesdienst geführt werden. - Zweimal ist die Schule an die Öffentlichkeit getreten: gelegentlich der Veranstaltung einer Chanukka-Feier und am Geburtstage Seiner Majestät des Kaisers. - Zur Chanukka-Feier ließ der Herr Direktor sämtliche Schüler in der großen, festlich erleuchteten Aula der Handelsschule kurz vor Beginn der Nacht zusammen kommen. Die Lichter wurden angezündet, Maos Zur und andere passende Lieder wurden unter Leitung der Herrn Kantor Eisenmann vierstimmig vorgetragen und dann folgten heitere und ernste Deklamationen der Schüler in bunter Reihe. Die kleinen Gäste wurden mit Schokolade, Kuchen und Obst bewirtet, gruppierten sich dann nach Lust und Neigung und unterhielten sich mit unschuldigen Spielen, an denen der Herr Direktor mit seiner Familie und die Herren Lehrer regen Anteil nahmen. - Die Geburtstagsfeier Seiner Majestät wurde in demselben Saale, Vormittags 10 Uhr, abgehalten. Zur Eröffnung derselben wurde ein passendes Weihelied gesunden, hierauf folgte eine gediegene Ansprache der Herrn Lehrer Roßmann, in welcher er hauptsächlich auseinander setzte, warum wir gerade den Geburtstag Seiner Majestät mit besonderer Freude und warum ihn alle Deutsche in Nah und Fern mit besonderem Stolze begehen dürfen und die mit einem Hoch auf Kaiser und Reich endete, an welches sich das Absingen der Nationalhymne schloss. - 
Wir waren in Gesellschaft vieler Gäste Zeugen dieser Feste und freuten uns alle, wahrnehmen zu können, welch strenge Ordnung und Disziplin, bei aller Zwanglosigkeit, in der Schule herrscht; welch' ein liebevolles Band der Zusammengehörigkeit Lehrer und Schüler umschlingt, wie man einerseits vom ernsten Bestreben getragen ist, das Beste zu bieten und andererseits es mit aufrichtigem Danke entgegennimmt - mit einem Worte: wir können unter dieser gewissenhaften Leitung in echt jüdischem Geiste, unter diesen tüchtigen Lehrkräften, außer den bereits erwähnten (noch Möllerich und Faber) der Schule eine gute Zukunft prophezeien. Unser Bestreben aber wird es stets sein, ihr mit allen Mitteln und Kräften beizustehen, damit sie sich zu dem entfalte, was sie zu werden verspricht, zu einer Stätte, von welcher Licht ausgeht, zu einem Orte, wo Tora und Derech Erez (gemeint: weltliche Bildung) stets gewissenhaft und gefördert wird.  E. Harburger, 1. Vorsteher." 

   
Dank an Lehrer Eisenmann, den Direktor der Israelitischen Handelsschule (1893)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. April 1893: "Öffentlicher Dank
Wir fühlen uns gedrungen, Herr Direktor Eisemann sowie dem ganzen Lehrpersonale der Handelsschule Gailingen am Rhein öffentlich unsern Dank auszusprechen für die vorzüglichen Leistungen während der kurzen Zeit des Bestehens genannter Anstalt.  
Bürgermeister Auer - Dr. J. Spitz, Bezirks-Rabbiner.
Im Namen aller Eltern des Schüler: B. Harburger, Vorsteher,  Friedrich Rothschild, Konrad Auer z. Löwen, Ludwig Rothschild, Emil Guggenheim, Seligmann Neuburger, Abraham Rosenthal, Kilian Guggenheim, Sigmund Bloch, Emil Moos, Heinrich Kurz, Seligmann Hongard, Abraham Seligmann, Sigmund Wolf, Emanuel Metzger, M. Schwan, Hauptlehrer,  Maier Bloch, Leopold S. Guggenheim, Samuel Jos. Guggenheim, Abraham E. Weil Witwe, Emanuel M. Guggenheim, Salomon M. Weil, Isack M. Weil, Isidor Isaack, Marx M. Weil, Isaack Ottenheimer, Heinrich E. Weil, Berthold H. Guggenheim, Berthold Allmann, Heinrich Kaufmann, Jac. Bernheim, Gemeinderat,  Leopold M. Weil, Simon E. Weil, Max Ullmann sen.,  Minna Guggenheim Witwe, Anton Kadisch, D. Erlangen." 

   
Kurzbericht über die Israelitische Handelsschule (1894)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. März 1894: "Die Handelsschule in Gailingen am Rhein (Baden) zählte im Schuljahre 1893/94 75 Schüler, von denen der Heimat nach waren aus dem Großherzogtum Baden 58, Königreich Württemberg 10, Königreich Bayern 1, Schweiz 2, Frankreich 2, Russland 2."  

   
Über die Israelitische Handelsschule (1894)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Mai 1894: "Gailingen, im Mai (1894). Nachdem ich seit einem Jahre Gailingen nicht mehr besucht hatte, war es bei meinem Hierher kommen das erste, die Handelsschule und das Pensionat des Herrn S. Eisenmann einer Besichtigung zu unterwerfen. Ich kann darüber nur Lobenswertes sagen. Das Gebäude macht schon von außen einen äußerst schmucken Eindruck, die hohen Fenster lassen auf gesunde und luftige Schulzimmer schließen. Dieser Eindruck steigert sich aber noch beim Betreten der inneren Räumlichkeiten, überall herrscht peinliche Reinlichkeit und ist strengstens Bedacht genommen auf Gedeihen und Gesundheit der Schüler. Die Schulbänke nach neuester Konstruktion bequemes Sitzen und Aufstehen gestattend, die Schlafzimmer luftig, reinlich, nett und komfortabel. Nachdem ich auch noch dem Unterricht angewohnt und mich überzeugt hatte, dass man nicht zu viel behauptet, wenn man die Leistungen allgemein vorzügliche nennt, da sich die Lehrer tatsächlich äußerst hingebend, die Schüler äußerst geweckt und wohl unterrichtet zeigten, verließ ich die Anstalt, mit dem Wunsche, dass sie zur Segensstätte für Viele werden möge und dass der Geist der wahrhaften Frömmigkeit, den zu verbreiten sie sich zur Aufgabe gemacht, immer weitere Kreise ziehen möge."   

    
Prüfungen an der Israelitischen Handelsschule (1902)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. April 1902: "Gailingen, 3. April (1902). Am Donnerstag, den 27. vorigen Monats fand an der hiesigen israelitischen Handelsschule die öffentliche Schlussprüfung statt. Herr Kreisschulrat Pr. Dr. Blatz, der sonst die Prüfungen abnimmt, war am Erscheinen verhindert. Die Leistungen der Schüler gaben ein glänzendes Zeugnis von der Leistungsfähigkeit der Schule, sowohl in den Fächern der Realschule, als auch in denen des Handelsunterrichts. An den Antworten der Schüler der Unter- und Oberklassen merkte man, dass sie ihr Pensum vollkommen beherrschten. Von ihrer Gewandtheit in der französischen und englischen Sprache gab besonders der Schlussakt Kenntnis, in welchem mehrere Schüler größere Akte aus 'Julius Cäsar' und 'Minna von Bernhelm' in ganz hervorragend schöner Aussprache vortrugen.  
Die Feier schloss mit Überreichung der Zeugnisse an alle und der Diplome an drei austretende Schüler. Von letzteren treten zwei in Bankgeschäfte ein, während einer der Absolventen in die Handelshochschule in Leipzig, ohne Prüfung eintritt. Nach dem Schulprogramm wurde die Schule dieses Jahr von 50 Schülern besucht, darunter 13 Ausländern, die Pension im Hause haben. B.R."  

   

   

   

   

   

 

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Stand: 01. April 2014