Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Haigerloch (Zollernalbkreis) 
Jüdische Geschichte / Synagoge
     

Zur jüdischen Geschichte in Haigerloch und zum Museum in der ehemaligen Synagoge weisen wir vor allem hin auf die Seite:  
www.synagoge-haigerloch.de     
   

Hinweis: Öffnungszeiten der ehemaligen Synagoge und der Ausstellung "Spurensicherung: Jüdisches Leben in Hohenzollern" 
(donnerstags von 14 bis 19 Uhr und samstags sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Historische Fotos     
Fotos nach 1945 bis zur Gegenwart   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur     

Es besteht eine weitere Seite mit Texten zur jüdischen Geschichte in Haigerloch

 
      

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
 (english version)          

In dem bis 1850 zu Hohenzollern (Hohenzollern-Haigerloch, seit 1633 Hohenzollern-Sigmaringen), danach zu Preußen gehörenden Haigerloch lebten jüdische Personen bereits im Mittelalter. Erstmals wird 1346 Jud Vifelin genannt. Bei der Judenverfolgung 1348 wurden auch in Haigerloch Juden ermordet. 1431 wird ein Haigerlocher Jude in Rottenburg genannt.  
   
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Seit 1534 werden wieder Juden in der Stadt genannt. 1745 lebten hier 20 jüdische Familien, um 1800 30 bis 36 Familien. 
 
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1844 322 jüdische Einwohner (23,6 % von insgesamt 1.366 Einwohnern), 1852 382, Höchstzahl um 1858 mit 397 Personen, 1880 318 (25,1 % von 1.265), 1905 254, 1910 260 (20,4 % von 1.275). 
 
An Einrichtungen bestanden insbesondere eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Elementar- und Religionsschule, ein rituelles Bad (bis heute erhaltenes kleines Gebäude südwestlich der Synagoge) und ein Friedhof (alter Friedhof bei Weildorf, neuer Friedhof in Haigerloch). Die israelitische Volksschule (Elementarschule) war 1823 eröffnet worden und bestand bis 1939. Sie war anfangs in einem an die Synagoge angebauten Haus untergebracht, das 1863 bei Erweiterung der Synagoge abgebrochen wurde. 1844 wurde ein Gemeindehaus mit Schule und Wohnung für den Rabbiner und den Lehrer fertiggestellt (Gebäude Im Haag 53). Später war die jüdische Schule im Haigerlocher Rathaus untergebracht, wo auch die katholischen und evangelischen Kinder unterrichtet wurden. Die Gemeinde unterstand zunächst dem Rabbinat Hechingen, bis sie von 1820 bis 1894 einen eigenen Rabbiner anstellte. 
   
An Rabbinern waren in Haigerloch tätig:
-  Raphael Zivi: ab 1804 Unterrabbiner in Haigerloch, dem Rabbiner in Hechingen unterstellt; 1820 Rabbiner in Haigerloch, seit 1821 auch in Dettensee
Maier Hilb (geb. 1806 in Haigerloch, gest. 1880 ebd.), studierte in Hechingen (Talmudschule), in Karlsruhe (Lyzeum), Heidelberg und Tübingen (Studienfreund Berthold Auerbachs), 1836 Rabbinatsverweser, 1840 bis 1880 Rabbiner in Haigerloch und Dettensee.
-  Dr. Joseph Ignatz Spitz (1856-1931): 1884 bis 1888 Rabbiner in Haigerloch, 1894 bis zu seiner Zurruhesetzung 1925 Bezirksrabbiner in Gailingen.  
Dr. Aron Isak Wolff (zuvor Rabbiner in Kurnik bei Posen): 1889 bis 1894 Rabbiner in Haigerloch.   
Nach dem Weggang von Dr. Spitz waren die in Haigerloch angestellten Religionslehrer zugleich Rabbinatsverweser in Haigerloch. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Eugen Adler (geb. 5.4.1896 in Marburg, gef. 3.10.1916), Unteroffizier Leopold Hirsch (geb. 10.1.1879 in Haigerloch, gef. 30.9.1918), Gefreiter Albert Levi (geb. 15.4.1873 in Haigerloch, gef. 18.7.1918), Arthur Levi (geb. 5.6.1892 in Haigerloch, gef. 22.9.1914), Wolf Levi (geb. 1.6.1891 in Haigerloch, gef. 30.9.1914), Jakob Reutlinger (geb. 2.2.1885 in Haigerloch, gef. 30.9.1914). Ein Denkmal für die Gefallenen aus der jüdischen Gemeinde steht im jüdischen Friedhof.     

       
Um 1924, als zur Gemeinde 213 Personen gehörten (16,6 % von insgesamt 1.280 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde M. Levi, A. Weil, Alfred Levi, Sigmund Hohenemser und B. Levi. Als Lehrer und Kantor war weiterhin Gustav Spier tätig, als Schochet H. Adler. An der Israelitischen Volksschule wurden damals 26 Kinder unterrichtet (1932 14 Kinder). An jüdischen Vereinen bestanden: die Chewro Kadischa (Zweck und Arbeitsgebiete: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Krankenpflege, Bestattung, Schiurim = Lernstunden; 1924 unter Leitung von Alfred Levy mit 35 Mitgliedern, 1932 20 Mitglieder), der Wohltätigkeitsverein Gemillus Chesed (Zweck und Arbeitsgebiete wie Chewro Kadischa; 1924 15 Mitglieder, 1932 etwa 15 Mitglieder), der Verein Schochre Tow (Zweck und Arbeitsgebiete wie Chewro Kadischa; 1924 20 Mitglieder), der Gesangverein "Liederkranz" (1924 70 Mitglieder, 1932 Vorsitzender Alfred Levi), der Israelitische Frauenverein (gegründet 1873, Zweck und Arbeitsgebiete: Krankenpflege, Bestattung, Unterstützung Hilfsbedürftiger), eine Ortsgruppe des Central-Vereins (1924 60 Mitglieder), ein Hilfsverein (1924 60 Mitglieder), der Verein für jüdische Geschichte und Literatur (1924 70 Mitglieder, Vorsitzender Gustav Spier), der Jüdische Jugendverein (1932 Leitung Gustav Spier) und eine Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (1932 Vorsitzender Max Behr). 1932 war 1. Gemeindevorsteher Alfred Levi, 2. Vorsteher Ludwig Reutlinger; als Schatzmeister war Gustav Spier tätig.  
   
An Gewerbebetrieben gehörten jüdischen Familien bis nach 1933 u.a. noch mehrere Viehhandlungen, Kolonial-, Textil- und Manufakturwarengeschäfte, eine Mehlhandlung sowie Großhandlungen in Ölen, Fetten und chemischen Produkten. Auch waren eine jüdische Gastwirtschaft, eine Bäckerei und andere Gewerbebetriebe vorhanden. Diese Gewerbebetriebe waren im einzelnen: 
Kolonialwaren Max Behr (Pfleghofstraße 5), Viehhandlung Israel Behr (Im Haag 31), Viehhandlung Louis Bernheim (Im Haag 4), Mazzenbäckerei Markus van Gelder (Im Haag 39), Häute und Felle Samuel Hallheimer (Im Haag 31), Textilwaren Hilb & Levy (Hauptstraße 36), Viehhandlung Isaak Hilb (Im Haag 22), Viehhandlung Sally Levi und Manufakturwaren H. und H. Levi (Im Haag 51), Viehhandlung Sally Hilb (Im Haag 7), Manufakturwaren Josef Hirsch (Im Haag 1), Gastwirtschaft Julie Hirsch (Im Haag 3), Manufakturwaren Sigmund Hohenemser (Hauptstraße 15), Viehhandlung Siegfried Katz (Im Haag 47), Mehlhandlung Heinrich/Jettchen Levi (Im Haag 31), Viehhandlung Julius Levi jun. (Im Haag 51), Viehhandlung Wilhelm Levi (Im Haag 32), Kolonialwaren Sofie Löwenstein (Im Haag 45), Öl- und Fetthandlung Eugen Nördlinger, Inh. Bernheim (Im Haag 20), Viehhandlung Ernst Schwab und Mehlhandlung Bella Schwab (Im Haag 28), Viehhandlung Adolf Ullmann (Hauptstraße 40), Viehhandlung Louis Ullmann (Im Haag 30), Ingenieur Fritz Weil (Pfleghofstraße 3), Fellhändler Isaak Weil (Pfleghofstraße 8), Viehhandlung Louis Weil (Im Haag 39), Viehhandlungen Jakob Levi jun. und Seligmann Levi (Pfleghofstraße 18), Viehhandlung Benno Weil (Pfleghofstraße 19), Öl- und Fetthandlung J.B. Reutlinger und Kolonialwarenhandlung Julie Weil (Pfleghofstraße 10), Viehhandlung Heinrich Weil (Pfleghofstraße 9).   
        
Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der NS-Zeit kamen von den 1933 hier wohnhaften 213 jüdischen Personen mindestens 84 ums Leben. Auf den Gedenktafeln an der Synagoge sind die Namen von 110 aus Haigerloch stammenden und in die Konzentrationslager deportierten Juden festgehalten. 
     
Von den in Haigerloch geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; einige weitere Namen im Buch "Erinnerungen an die Haigerlocher Juden" s. Lit. S. 387-423; in der nachfolgenden Übersicht bezeichnen die kursiv gesetzten Namen Personen, die in Haigerloch geboren sind): Jakob Adelsberger (1871), Julie Adelsberger (1880), Amalie Adler geb. Strauß (1863), Mina Auerbacher geb. Schwab (1888), Ida Behr geb. Levi (1892), Israel Behr (1893), Max Behr (1886), Emmi Brüll (1883), Isidor Cahn (1876), Lina Cahn geb. Freudenthal (1873), Feiwel Engelberg (1873), Hedwig Eppstein geb. Stauß (1912), Lina Freund geb. Zivi (1884), Arthur van Gelder (1920), Auguste Goldschmidt geb. Weil (1888), Klara Goldschmidt geb. Reutlinger (1901), Bella (Zella) Hahn geb. Schwab (1898), Julie Hallheimer geb. Weil (1896), Samuel Hallheimer (1895), Siegbert Hallheimer (1924), Walter Hallheimer (1929), Gustav Hertz (1907), Abraham Hilb (1861), Amalie Hilb geb. Bernheim (1861), Berta Hilb (1882), Emma Hilb geb. Ullmann (1885), Hanna Hilb geb. Kaffewitz (1898), Isak Hilb (1879), Jei (Issi) Hilb (1908), Jette Hilb geb. Daube (1868), Josef Hilb (1887), Justin Hilb (1887), Max Hilb (1924), Max Hirsch (1859), Sigmund Hohenemser (1869), Benno Jakob (1873), Julie Jakoby (1878), Gad Jochsberger (1941), Irene Kahn geb. Weinberger (1913), Auguste Kappenmacher geb. Eppstein (1875), Bruno Katz (1926), Siegfried Katz (1883), Gerda Kohn geb. Lewinski (1919), Betty Kraft (1873), Jettchen Krauß geb. Weil (1876), Adolf Levi (1871), Alfred Levi (1892), Alfred (Abraham) Levi (1888), Auguste Levi geb. Levi (1887), Auguste Levi geb. Levi (1890), Babette Levi (1882), Bella Levi geb. Levi (1893), Bernhardine (Berta) Levi (1863), Clara Levi geb. Weil (1899), Emma Levi geb. Ullmann (1873), Ernestine Levi geb. Hilb (1880), Ernst Levi (1893), Hermann Levi (1886), Irma Levi (1899), Isak Levi (1866), Jacob Levi (1868), Jakob Levi (1876), Jettchen Levi geb. Korn (1892), Josef Levi (1874), Julie Levi (1880), Julius Levi (1890), Lore Levi geb. Wormser (1885), Max Levi (1872), Regina Levi geb. Guggenheim (1867), Senta Levi (1920), Simonie (Toni) Levi geb. Frank (1897), Sofie Levi geb. Levi (1866), Sofie Levi (1884), Walter Levi (1899), Wilhelm Levi I (1884), Wilhelm Levi II (1884), Hermine Löwy geb. Mayer (1870), Hans Mayer (1937), Hemos (Hemor) Neumann (1939), Leopold Neumann (1905), Selma Neumann geb. Hilb (1911), Babette Nördlinger geb. Levi (1883), Jenny Ochs geb. Mildenberg (1889 oder 1911), Rahel Oettinger (1941), Frida Oppenheimer geb. Ullmann (1888), Frieda Picard geb. Hirsch (1875), Eugenie Reuter geb. Sinsheimer (1878), Auguste Reutlinger (1889), Babette Reutlinger geb. Reutlinger (1860), Ernestine Reutlinger geb. Marx (1861), Ludwig Reutlinger (1884), Sali Reutlinger (1895), Sofie Reutlinger geb. Ullmann (1881), Jette Rosenfeld (1858), Max Rosenthal (1872), Berta Rosenzweig geb. Hilb (1886), Eugen Rosenzweig (1884), Sophie Rothschild geb. Regensburger (1863), Theodor Schacher (1880), Mina Schmalzbach geb. Weil (1888), Lotte Schorsch (1923), Babette Schwab geb. Löwengart (1869), Jakob Schwab (1896), Luise Schwab geb. Lion (1876), Mina Schwab (1865), Wilhelm Schwab (1890), Johanna Silberstein geb. Stiefel (1895), Helene Simon geb. Hirsch (1863), Gustav Spier (1892), Hertha Spier geb. Bloch (1888), Julius Spier (1925), Malchen Spier geb. Rosenberg (1861), Simon Spier (1863), Karoline Stein geb. Marx (1864), Adolf Ullmann (1877), Albert Ullmann (1884), Aron Ullmann (1875), Bella Ullmann geb. Ullmann (1895), Elsa Ullmann geb. Ullmann (1892), Emil Ullmann (1874), Emil Ullmann (1894), Ernst Ullmann (1891), Erwin Ullmann (1921), Fanny Ullmann geb. Ullmann (1885), Grete (Margarete) Ullmann (1924), Hannchen Ullmann geb. Weil (1869), Hannchen Ullmann (1942), Jettchen Ullmann geb. Levi (1900), Julius Ullmann (1877), Karoline (Lina) Ullmann geb. Bravmann (1884), Lilli Ullmann geb. Heß (1893), Max Ullmann (1911), Selma Ullmann (1898), Siegfried Ullmann (1879), Siegfried Ullmann (1889), Sigmund Ullmann (1897), Sofie Ullmann geb. Reutlinger (1891), Veit Ullmann (1860), Pauline Untermayer geb. Gerstle (1864), Rosa Vasen geb. Hilb (1888), Alfred Weil (1909), Ernestine Weil (1874), Flora Weil (1897), Fritz Weil (1931), Harry Weil (1882), Heinrich Weil (1883), Johanna Weil geb. Hilb (1891), Kurt Weil (1931), Lisette Weil (1884), Helene Weinberger geb. Eppstein (1912), Leopold Weinberger (1911), Moab Weinberger (1939), Sofie Weinberger geb. Reutlinger (1882), Löb Weinstein (1877), Rosa Wichler geb. Brodasch (1874), Flora Wohlgemuth geb. Levi (1889), Emma Wolf geb. Ullmann (1878), Helene Würzburger geb. Uri (1864).   
     
     
  
   
Zur Geschichte der Synagoge(n)             
    
Bis 1780 wohnten die Juden meist in Miete in der Stadt. Um 1780 wurde im Stadtviertel "Haag" ein jüdisches Wohngebiet eingerichtet. Zunächst wurden alle Juden, die kein eigenes Haus besaßen, in den im Haag stehenden herrschaftlichen Gebäuden untergebracht (vor allem im "Haagschloss" und seinen Nebengebäuden). Das Haag blieb das Wohnviertel bis zur Deportation der jüdischen Familien 1941/42.
 
      
Bereits im Judenschutzbrief von 1595 war den Haigerlocher Juden Freiheit des jüdischen Glaubens zuhause und in der "Judenschule" (Synagoge) zugesichert worden. Damals dürfte vermutlich ein Betsaal in einem jüdischen Privathaus vorhanden gewesen sein. Vor dem Bau der Synagoge im jüdischen Wohnviertel "Haag" war der Betsaal in einem jüdischen Haus in der Oberstadt eingerichtet (Standort unbekannt).   
      
1780 genehmigte Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen den Platz für eine neue Synagoge. Im Jahr darauf wandte sich die jüdische Gemeinde an den Fürsten und bat um Überlassung von Steinen des im Haag abgebrochenen Lustschlösschens. Mit Ausnahme der gehauenen Steine und unter Bezahlung von 100 Gulden wurde der Wunsch genehmigt. Da die Haigerlocher Gemeinde die beträchtlichen Baukosten nicht selbst erbringen konnte, wurde 1783 eine Kollekte für den Bau der Synagoge außerhalb Haigerlochs genehmigt. Am 30. Mai 1783 konnte die Synagoge eingeweiht werden. 
       
Nachdem in den 1830er-Jahren die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder stark zugenommen hatte, war es nicht mehr möglich, dass diese gleichzeitig an den Gottesdiensten teilnahmen. Nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen von 1837 mussten freilich auch die unverheirateten  Frauen zum Religionsvortrag in der Synagoge erscheinen. Rabbinatsverweser Hilb berechnete, dass in der Synagoge Platz für etwa 260 Gemeindeglieder vorhanden sein müsste. Eine Erweiterung der Synagoge war unumgänglich. Das Oberamt beauftragte Werkmeister Schönbucher, in Absprache mit den Gemeindevorstehern und dem Rabbinatsverweser Pläne auszuarbeiten. Nachdem diese im Frühjahr 1838 ausgearbeitet waren, wurde die Ausführung der Umbauarbeiten aus verschiedenen Gründen um ein Jahr verschoben. Mitte 1839 hatten die Arbeiten begonnen, die erst im kommenden Jahr – am 20. November 1840 – abgeschlossen werden konnten. Die Synagoge wurde dabei nach hinten verlängert. Neue Männer-, Frauen- und Kinderstühle wurden angeschafft. Nach dem Umbau bot das Gotteshaus insgesamt 294 Personen Platz. Die Baukosten betrugen insgesamt 1758 Gulden, von denen das Fürstenhaus 150 Gulden übernahm.  
       
Die Einrichtung der Synagoge war zum großen Teil gespendet. Ein besonderes Ereignis war, als 1875 eine neue Torarolle eingebracht werden konnte, die einen Wert von 1000 Gulden hatte und der Haigerlocher Synagoge aus einem Lottogewinn gestiftet worden war.  
       
1930 wurde eine umfassende Renovierung des Synagogengebäudes vorgenommen. Schon seit Jahren befand sich das Gebäude in einem schlechten baulichen Zustand. Mit Hilfe eines Synagogenbaufonds sollten die nötigen Mittel erspart werden. Diesem kam beispielsweise der Erlös der Tombola einer Chanukkafeier am 28. Dezember 1929 im Saal des "Rose" zugute. Am 10. Juni 1930 konnte mit den Arbeiten begonnen werden. Während der Renovierung wurde insbesondere die Feuchtigkeit im Mauerwerk durch Isolierungsarbeiten abgedämmt. Im Inneren erhielten die Wände und Decken, die Kuppel und das Holzwerk einen neuen Anstrich. Über dem Toraschrein wurden in Goldbuchstaben die Zehn Gebote an die Wand geschrieben. Auch die Beleuchtung wurde modernisiert, indem die in Goldton gehaltene Kuppel indirektes Licht durch Röhrenlampen erhielt. In der Kuppel war ein großer Leuchter in Form des Davidssternes aufgehängt, der dem gesamten Raum helles Licht gab. Am 21. September 1930 fand die Wiedereinweihung der Synagoge in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens, einem Vertreter des Landratsamtes, der Stadträte und des Bürgermeisters, der Geistlichen beider christlicher Gemeinden und zahlreicher Vertreter der umliegenden jüdischen Gemeinden statt. Rabbinatsverweser Spier entzündete die ewige Lampe. Nach der Begrüßungsrede durch den Gemeindevorsitzenden Alfred Levi wurden unter den Gesängen des Synagogenchores die Torarollen in die Synagoge getragen. Zur Finanzierung des Umbaus hatten der Preußische Landesverband der jüdischen Gemeinden sowie zahlreiche frühere und damalige jüdische Gemeindeglieder Haigerlochs beigetragen. 
  
Einweihung der renovierten Synagoge im September 1930   

Haigerloch Israelit 17101930.jpg (159347 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Oktober 1930: "Haigerloch, 30. September (1930). Am 21. September (1930) fand die feierliche Einweihung unserer renovierten Synagoge statt. Das Gotteshaus, das im Jahre 1783 erbaut, 1839 erweitert und 1904 neu instand gesetzt worden ist, hatte in den letzten Jahrzehnten durch Witterungseinflüsse derart gelitten, dass eine gründliche Auslassung unaufschiebbar geworden war. Eine Subvention des Preußischen Landesverbandes und die Spenden zahlreicher ehemaliger Haigerlocher ermöglichten der verarmten Gemeinde die Ausführung ihres Planes. Nach mehr als zweimonatiger Arbeit ist nun das Werk vollendet und das Gotteshaus bietet in seinem neuen Gewande, mit seinen einfachen, gut abgestimmten Farbflächen und seinen neuen Beleuchtungskörpern einen stimmungsvollen Eindruck. – Zur Einweihungsfeier waren von Seiten der Behörden ein Vertreter des Landratsamtes sowie der gesamte Stadtrat zur Stelle, von jüdischer Seite Herr Leopold Levi – Stuttgart als Vertreter des Oberrats sowie Vorstandsmitglieder der jüdischen Nachbargemeinden. Ferner nahmen der katholische wie der evangelische Kirchenvorstand unseres Städtchens an der Feier teil. Das Lewandowski’sche Mah tauwu in F-Dur eröffnete die Feier. Dem Anzünden der Ewigen Lampe folgte eine Ansprache des Gemeindevorsitzenden Alfred Levi, der den Gästen wie den Mitarbeitern Dank sagte und das gute Einvernehmen der Konfessionen des Städtchens hervorhob. Herr Leopold Levi – Stuttgart überbrachte Glückwünsche des Oberrats der Israelitischen Religionsgesellschaft Württembergs. Nun erfolgten unter den Klängen der Gebete der Einzug der Torarollen und der Umzug mit denselben. Nach dem Einheben hielt Rabbinatsverweser Spier die Weiherede. Psalmworte und der Gesang des ‚J’hi scholaum be’chelech’ (Lewandowski) schlossen die stimmungsvolle Feier."   
  

Artikel in den "Hohenzollerischen Blätter" Nr. 219 vom 23. September 1930: "Die Einweihung der umgebauten Haigerlocher Synagoge fand am gestrigen Sonntag in feierlicher Weise statt. Der Einweihungsakt begann mit einem hebräischen Weihelied des Synagogenchors, worauf Rabbinatsverweser Spier das ewige Licht anzündete. Gemeindevorstand Alfred Levi sprach warme Begrüßungsworte. Seit nunmehr 150 Jahre dient dieser Raum der israelitischen Gemeinde als Tempel. Der Gemeindevorstand begrüßte namentlich den Vertreter des Landratsamtes Kreisoberinspektor Hegemann, Bürgermeister Bausinger und die Mitglieder der Gemeindekollegien, die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchenvorstände, Dekan Dieringer und Geistlichen Rat Marmon, den Vertreter des Oberrates der israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg und zweiten Präsidenten Leopold Levi, und die Presse. Größere finanzielle Mittel zum Umbau sind geflossen vom Preußischen Landesverband Jüdischer Gemeinden und von vielen auswärts wohnenden Haigerlochern. Allen Gebern wurden herzliche Dankesworte vom Vorstand ausgesprochen, denn nur durch ihre Mithilfe konnte die Arbeit ausgeführt werden. Dankesworte galten auch dem Israelitischen Frauenverein, sowie allen, die an der inneren Ausstattung mitgeholfen haben, insbesondere aber auch dem baileitenden Architekten Selig aus Hechingen und allen beschäftigten Handwerkern. Präsident Leopold Levi-Stuttgart vermittelte Glückwünsche des Oberrats der Religionsgemeinschaft in Württemberg, worauf die heiligen Torarollen, enthaltend fünf Bücher Moses, in feierlicher Weise in den Altar eingelegt wurden. Diese Torarollen sind meist privat von Gemeindemitgliedern gestiftet. Immer wieder war die Handlung von erhebenden Gesängen des Gemischten Synagogenchors durchsetzt. Der eindrucksvolle Weiheakt fand seinen Abschluss mit der Predigt des Rabbinatsverwesers Spier, aufgebaut auf dem Bibelwort "Öffnet euch ihr ewigen Pforten, damit der König der Ehren einziehe" und ausklingend in einem flehentlichen Bittgebet zu dem Herrn, dem diese Stätte der Einkehr und Sammlung geweiht ist. Das jüdische Neujahrsfest abends begann in dem neuerstandenen Gotteshaus.  
      
Vielbeachtet und belobt wird die Gesamtausführung des Umbaues durch Architekt Selig-Hechingen. Die an sich sehr schwierige Aufgabe, den vorhandenen Raum neuzeitlicher Auffassung anzupassen, ist sehr gut gelöst. Die Beleuchtung zeigt vollendete Anpassung an Kult und Raum. Dem Lichteffekt entsprechend ist die Farbstimmung gewählt, die in der indirekt beleuchteten Kuppel ihren Höhepunkt erreicht. Was besonders auffällt, ist der große Kronleuchter in der Kuppel, darstellend den Stern Davids, eigens gefertigt nach einem Entwurf der Architekten Selig. Der Strahlenwurf von dem Stern aus ist in seiner verlaufenden Farbentönung sehr gut gelungen. Die einzelnen Arbeiten wurden von den nachfolgend genannten Unternehmern meisterhaft ausgeführt: Gipsermeister Joh. Schenk, Rangendingen, Wandisolierung, Stuck- und Verputzarbeiten innen und außen; Malermeister Fr. Müller, Hechingen, die Malermeister Seel und Staib-Haigerloch farbiger Raumschmuck; Bildhauer Melchior Vees, Haigerloch und Maurermeister Bürkle, Haigerloch Lieferung und Versetzung der neuen Kunststeintreppen; Schreinermeister A. Kotz, Haigerloch Ausbesserungsarbeiten am Holzwerk; Flaschnermeister Haag, Haigerloch Flaschnerarbeiten; Fritz Weil, Haigerloch gesamte Lichtanlage."     

Am 15. September 1933 wurde in einer schlichten Feierstunde an das 150jährige Bestehen der Haigerlocher Synagoge gedacht. Man hatte angesichts der für die Gemeinde schwierig gewordenen Zeit von einer größeren Feier angesehen. Rabbinatsverweser Spier zeigte die Geschichte der Synagoge auf und legte dar, was diese einer Gemeinde in guten und bösen Tagen bedeutete. 
      
In der Pogromnacht im November 1938 wurden die Synagoge, das jüdische Schul- und Gemeindehaus sowie die Wirtschaft zur "Rose" demoliert. Die Täter waren fast ausschließlich rund 45 Angehörige der SA- und der SA-Reserve Sulz a.N., die am 10. November 1938 frühmorgens um 4 Uhr mit einem Omnibus hierher gekommen waren. Sie drückten die Tür der Synagoge ein, zerschlugen sämtliche Fenster und demolierten die gesamte Einrichtung. Die Bänke der Frauenempore wurden nach unten geworfen. Auch das rituelle Bad sowie der Schulraum im Israelitischen Gemeindehaus wurden schwer beschädigt. Die Inbrandsetzung der Synagoge war unterlassen worden. Eine für die Nacht zum 13. November 1938 geplante nachträgliche Inbrandsetzung wurde auf Mitteilung des für Haigerloch zuständigen Kreisleiters in Horb durch das Eingreifen der Gendarmerie verhindert.  
       
In einem Brief des Haigerlocher Bürgermeisters an den Hechinger Landrat vom 3. April 1939 tauchte die Idee auf, die Synagoge für eine künftige Nutzung als Turnhalle umzubauen. Der Landrat unterstützte diesen Vorschlag, worauf der Bürgermeister der jüdischen Gemeinde am 22. April mitteilte, dass er beabsichtige, "das zur Zeit unbenutzte Synagogengebäude mit Badehaus in eigene Verwaltung zu übernehmen und für eine Benutzung zu gemeindlichen Zwecken umzubauen". Im Juli ließ der Bürgermeister den örtlichen Notar die Kaufverträge formulieren und bat die NSDAP-Kreisleitung um Genehmigung des Kaufs der Synagoge für 3.000 RM. Die Beurkundung erfolgte am 18. September 1939. In der Folgezeit wurde der Umbau in die Wege geleitet und teilweise ausgeführt, jedoch im April 1942 wegen Baumaterialmangels eingestellt. Seitdem wurde das Synagogengebäude als Lagerraum verwendet. Im April 1945 wurde das Dach des Gebäudes durch Granatbeschuss schwer beschädigt. 
           
Nach 1945 endete das Restitutionsverfahren gegen die Stadt Haigerloch, das 1949/50 durchgeführt wurde, mit einem Vergleich. Die Stadt anerkannte die Nichtigkeit des Kaufvertrages von 1939 und verpflichtete sich zur Herausgabe der Grundstücke an die Israelitische Kultusvereinigung in Stuttgart. Im Gegenzug zahlte diese einen Betrag von 1000 RM für "Unterhaltungskosten des Gebäudes". Am 19. Dezember 1951 verkaufte die Israelitische Kultusvereinigung das Synagogengebäude und weitere Grundstücke an einen privaten Käufer. Von diesem wurde das Dach durch ein Satteldach ersetzt, die Rundbogenfenster zugemauert. Bis in die 1960er-Jahre wurde das Gebäude als Filmtheater genutzt. Von 1968 bis 1981 wurde in ihm ein Lebensmittelgeschäft eingerichtet, von 1981 bis 1999 war es Lagerhalle eines Textilbetriebes.
      
Der 1988 anlässlich der 50. Wiederkehr der Reichspogromnacht entstandene Gesprächskreis Ehemalige Synagoge Haigerloch bemühte sich seit Anfang seines Bestehens darum, die frühere Synagoge für eine Verwendung bereitzustellen, die ihrer Bedeutung als ehemaliges Gotteshaus würdig ist. Nach langen Verhandlungen mit dem privaten Eigentümer konnte die Stadt Haigerloch das Gebäude im Dezember 1999 kaufen. Der Erwerb geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Gesprächskreis, der in erheblichem Umfang Sponsorengelder beschaffen konnte. 2001 von 2003 erfolgte eine Restaurierung des Gebäudes zu einer Gedenkstätte mit einem Museum für die Geschichte der Juden in Hohenzollern. Mit einer Feier- und Gedenkstunde unter Anwesenheit früherer jüdischer Gemeindeglieder konnte die ehemalige Synagoge am 9. November 2003 wieder eröffnet werden. Im Juni 2004 wurde im Gebäude als Dauerausstellung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg die Ausstellung "Spuren jüdischen Lebens in Hohenzollern" eröffnet.  
  
  
  
Fotos 
Historische Fotos:

Das jüdische Wohnviertel Haag 
auf historischen Ansichtskarten
 
(Quelle: Sammlung Hahn)
Haigerloch Haag 020.jpg (49565 Byte) Haigerloch Haag 021.jpg (49571 Byte)
   Das Wohnviertel "Haag" um 1920
   
Fotos um 1925
(Quelle: Foto Weber, Haigerloch)
Haigerloch Synagoge 001.jpg (77472 Byte) Haigerloch Synagoge 005.jpg (84552 Byte)
    Außenansicht der Synagoge 
Haigerloch um 1925
Innenansicht vor der Renovation 1930 
mit Blick zum Eingang
        
Haigerloch Synagoge 002.jpg (59867 Byte) Haigerloch Synagoge 003.jpg (70650 Byte) Haigerloch Synagoge 004.jpg (65127 Byte)
Innenansicht mit Blick zum Toraschrein   Vorlesepult und Toraschrein 
(Vergrößerung aus Foto links)
  
     
Fotos nach der Renovierung der Synagoge 
(1938 vor der Pogromnacht)

(Fotos: Ruth Ben-David geb. Spier, 
Tirat Zvi/Israel)
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Außenaufnahme   Innenaufnahme mit Blick zum Toraschrein  

  
      
Fotos nach 1945 / Gegenwart:  

Fotos 1955 bis 2002: 

Foto 1955:
(Quelle: Leo-Baeck-Institut New York)
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   Die ehemalige Synagoge wird als 
Kino zweckentfremdet 
  
     
Fotos um 1985:
(Quelle: links Hahn; rechts: 
Klaus Mohr, Gymnasium Haigerloch)
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  Nach der Nutzung als Kino war in der
 ehemaligen Synagoge ein Einkaufsladen 
Das Stadtviertel Haag (untere Hälfte des
 Fotos) mit der Synagoge im Mittelpunkt 
     
Fotos März 2002:
Die Restaurierungsarbeiten sind 
schon vorangeschritten
(Fotos: Hahn)  
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  Das Walmdach der Synagoge 
ist wieder hergestellt  
Seitenansicht 
  
         
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Helmut Gabeli erläutert den 
Stand der Restaurierungsarbeiten  
Im Bereich des früheren Toraschreines
 fanden sich Farbspuren  
Bei Ausgrabungen stieß man auf 
den Boden des früheren Kinos  
     

Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 13.10.2003)  

 
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Die renovierte ehemalige Synagoge Haigerloch 
 
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   Neben der ehemaligen Synagoge 
das Gebäude der früheren Mikwe  
  
     
Die Einweihung der renovierten 
Synagoge am 9. November 2003 als
 "Haus der Begegnung"

(Fotos: Hahn)
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   Vor der Synagoge erinnern Farbbänder an
 die wichtigsten Daten zur Geschichte 
Fenster mit Textband (Dekalog) 
über dem früheren Toraschrein 
        
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Nachkommen früherer Haigerlocher Familien sprechen Grußworte
 
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Gläserner Davidsstern - Geschenk einer
 aus Haigerloch stammenden Familie
Blick über die Empore Blick von der Empore
     
     
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Während der Einweihung des "Gustav-Spier-Platzes" und den Informationstafeln mit Bürgermeister Trojan 
und der Tochter von Gustav Spier: Ruth ben David geb. Spier  
 
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   In der Mitte: Ruth ben David geb. Spier     
     
Die ehemalige Mikwe (Aufnahmedatum: 9. November 2003) Haigerloch Mikwe 011.jpg (68350 Byte) Haigerloch Mikwe 010.jpg (51747 Byte)
  Die Restaurierung der ehemaligen Mikwe ist noch nicht abgeschlossen       
   
Die Einweihung des Museums 
(Außenstelle des Hauses der Geschichte
 Baden-Württemberg) am 13. Juni 2004
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Fenster über dem Toraschrein, inzwischen
 mit dem gläsernen Davidstern versehen. 
Die ehemalige Synagoge 
am 13. Juni 2004 
     
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Zahlreiche Besucher waren zu der Eröffnungsveranstaltung gekommen Haigerloch, darunter auch ehemalige jüdischer Haigerlocher
 
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Unter den Gästen: der frühere
 württembergische Landesrabbiner 
D. Joel Berger (rechts) und Andrew
 Hilkowitz vom Oberrat der Israeliten
 Badens
Links Bürgermeister Roland Trojan, Haigerloch,
 rechts Klaus Schubert
    
 
 
     
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Erläuterungstafel am Eingang  Blick in den Betsaal mit den mit "Spuren" gefüllten Vitrinen 
   
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Blick von der Empore in den Betsaal  Fahne des jüdischen 
Liederkranzes in Haigerloch 
     
   
Haigerloch Synagoge 809.jpg (36668 Byte) Haigerloch Synagoge 815.jpg (28741 Byte)     
Historische Fotos zur Haigerlocher
 jüdischen Geschichte 
Erinnerungen an die Verwendung 
des Gebäudes als Kino nach 1945 
(rechts der alte Projektionsapparat)
    
   
     
Fotos Januar 2011
(Fotos: Martin Allgeier, Herrenberg; aus dem Fotoalbum http://www.flickr.com/photos/mjal/sets/72157625963858976/
bei Interesse zur Verwendung dieser Fotos bitte vorherige Rücksprache mit dem Fotografen über E-Mail
Haigerloch Synagoge 542.jpg (77037 Byte) Haigerloch Synagoge 541.jpg (68736 Byte) Haigerloch Synagoge 540.jpg (134421 Byte)
Eingang zur 
ehemaligen Synagoge
Blick auf die ehemalige Synagoge
mit Namensgedenktafeln von 2005
Gedenkinschrift; dieses Foto auch 
in höherer Auflösung: hier anklicken  

   
   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte      

November 2005: Gedenktafel mit den Namen der aus Haigerloch deportierten jüdischen Personen wird eingeweiht 
Rechts: Presseberichte aus der "Hohenzollerischen Zeitung" vom 10. und 11. November 2005 Haigerloch 112005a.jpg (120076 Byte) Haigerloch 112005b.jpg (113582 Byte) Haigerloch 112005c.jpg (66712 Byte)
Im November 2005 wurde am Gebäude der ehemaligen Synagoge eine Gedenktafel mit den Namen der 110 aus Haigerloch stammenden und in die Konzentrationslager deportierten Juden angebracht. Aus diesem Anlass lud die Stadt Haigerloch ehemalige jüdische Mitbürger zum Besuch der Stadt ein.  Zum Lesen der Artikel bitte Textabbildungen anklicken.  
 
Dezember 2007: Zum Tod von Greta Kende geb. Levi   
Haigerloch PA 12122007.jpg (129634 Byte)Links: Presseartikel in der "Hohenzollerischen Zeitung" vom 12. Dezember 2007 von Wilfried Selinka: "Nachruf / Trauer um Greta Kende. Sie brachte die Torarolle in die Stadt". 
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken. 
 
Oktober 2008: Drei Veranstaltungen zur jüdischen Geschichte 
Haigerloch EA 2008 01.jpg (31970 Byte)Fotos links: Margarete Kollmar referierte über das Thema "Frauen im Judentum" am Beispiel der jüdischen Frauen in Haigerloch.  
Artikel von Wilfried Selinka in der "Hohenzollerischen Zeitung" vom 10. Oktober 2008:  
Jüdische Frauen im Haag - Margarete Kollmar gibt Einblick in wichtige Rolle der Frau im Judentum am Beispiel Haigerlochs   
Den Museumstag in Haigerloch nutzte der Synagogenverein unter dem Titel "Zwischen Sabbatkerzen und Israelitischem Frauenverein" zu einer besonderen Führung in und um die ehemalige Synagoge.
Haigerloch Mit der Beteiligung am Haigerlocher Museumstag trat der Verein Gesprächskreis Ehemalige Synagoge nach dem Europäischen Tag Jüdischer Kultur und der Hockete mit der besonderen Führung für Kinder und Pädagogen auf dem jüdischen Friedhof innerhalb eines Monats dreimal in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Am Sonntag war es nun Margarete Kollmar, die sich besonders dem Thema "Frauen im Judentum" am Beispiel der jüdischen Frauen in Haigerloch annahm. Dabei machte die Referentin eingangs darauf aufmerksam, dass es sich bei den Haigerlocher Juden um eine orthodoxe Gemeinde handelte. Die Männer seien verpflichtet gewesen, möglichst früh zu heiraten. Besonders bei der Ausgestaltung der jüdischen Feiertage und des Sabbats sei den Frauen eine besondere Stellung zugekommen. So sei das Entzünden der Sabbatkerzen, das Backen des Sabbatbrotes und das rituelle Reinhalten des Geschirrs für ein koscheres Essens die Aufgabe der Frau gewesen. 
Überhaupt waren für die Frauen strenge Reinheitsgebote einzuhalten. So waren sie verpflichtet, nach der Menstruationsregel, dem Geschlechtsverkehr oder der Geburt eines Kindes das rituelle Bad in der Mikwe auf zu suchen. Dorthin führte die Referentin als erste ihre interessierten Zuhörer/innen. Drei größere, im Boden eingelassene Becken sind in der Haigerlocher Mikwe noch sichtbar. Das größere fasst rund 900 Liter, was ermöglichte, dass auch der Kopf unter Wasser eingetaucht werden konnte. 
Welche Kleidung trugen die jüdischen Frauen? Diese Frage wurde anhand eines Bildes in der Dauerausstellung in der in der ehemaligen Synagoge beantwortet. Die Haigerlocher jüdischen Frauen waren nicht dörflich, sondern eher städtisch gekleidet. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Männer als Viehhändler viel unterwegs waren und immer die neueste Mode mit ins Haag brachten. 
Auch zur Institution des Israelitischen Frauenvereins, der in Haigerloch 1898 gegründet wurde, wusste Margarete Kollmar einiges zu erzählen. Diese Vereinigung hatte ähnliche Aufgaben wie andere religiöse Männerverbände. So fiel diesen Frauen die Totenwache, die Sterbebegleitung, die Totenwäsche aber auch die Unterstützung der Ortsarmen zu. Zudem wurden im Theatersaal des Gasthauses Rose Benefizveranstaltungen veranstaltet, bei denen Theaterstücke unter Mitwirkung jüdischer Frauen aufgeführt wurden. 
Die Referentin konnte auch nachweisen, dass verschiedene jüdische Frauen Mitglied und sogar in der Vorstandschaft des Haigerlocher Verschönerungsvereins waren, der sich um die Aufpflanzung der steilen Hänge mit Flieder und um die Anlegung von Wanderwegen rings um Haigerloch mühte. 
Zeitzeugenberichte von Videoaufnahmen mit den Jüdinnen Ruth Ben David geborene Spier, Tochter des letzten Lehrers und Rabbinatsverwesers sowie von Alice Wolf geborene Weil als KZ-Überlebender vervollständigten das Bild über die jüdischen Frauen und ihr Verhältnis zur christlichen Umgebung. Dieses gute Zusammenwirken unterstrich die betagte Sofie Trenkle. Die Videoaufnahmen von der Feier der Bat Mitzvah, der Religionsmündigkeit, von Carly Wolf, Enkelin von Alice Wolf, 2003 im Gebäude der ehemaligen Synagoge wertete Margarete Kollmar als ein Zeichen der Hoffnung für die Zukunft." 
  
Januar 2010: Helmut Gabeli wird mit dem "German Jewish History Award" ausgezeichnet
Artikel im "Schwarzwälder Boten" vom 26. Januar 2010 (Artikel): "Festakt mit viel Prominenz. 
Haigerloch/Berlin.
Viele Jahre hat Helmut Gabeli seinen Beitrag zur Aufarbeitung jüdischer Geschichte in Haigerloch geleistet. Gestern bekamen er und vier andere Deutsche in Berlin dafür den renommierten 'German Jewish History Award' verliehen.
'Die Preisträger sind herausragende Beispiele dafür, wie Deutschland sich mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt hat', heißt es in der Begründung der amerikanischen Obermayer-Stiftung, die den Preis verleiht. Die Stiftung ist von Arthur Obermayer ins Leben gerufen worden. Der jüdische Unternehmer ist heute in Boston unternehmerisch erfolgreich, hat aber familiäre Wurzeln in Creglingen.
Mit dem Preis wird jährlich das Engagement von fünf Deutschen gewürdigt, die sich um die Geschichte kleiner jüdischer Gemeinden verdient gemacht haben. Der Obermayer Award gilt bis heute als höchste Auszeichnung, die einer Einzelperson zuteil werden kann. Nicht zuletzt, weil die Preisträger von Juden vorgeschlagen werden, die ein Bewusstsein für das ganze Ausmaß der Schrecken in der Hitlerzeit haben. Gabeli, so die Begründung der Jury, habe dafür gesorgt, dass die Geschichte der jüdischen Gemeinde Haigerloch nicht in Vergessenheit gerate. 
Der seit über 40 Jahren in Trillfingen beheimatete Rechtsanwalt hatte sich als Vorstandsmitglied des Gesprächskreises Ehemalige Synagoge für den Kauf der alten Synagoge im Haigerlocher Haag eingesetzt. Sie ist heute ein Museum, in der in Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg die Dauerausstellung 'Spurensicherung – Geschichte der Juden in Hohenzollern' gezeigt wird. Außerdem hat er zahlreiche Artikel und Bücher über jüdische Geschichte und Schicksale geschrieben. 
'Die meisten Ortsansässigen hätten dieses Kapitel der Geschichte lieber ruhen lassen', erinnerte sich Gabeli. Sie sagten: 'Das ist so lange her, niemand interessiert sich mehr dafür.' Aber wir antworteten: 'Nein, das muss uns Deutsche interessieren.' 
In diesem Jahr wurde der Preis zum zehnten Mal verliehen. Das Abgeordnetenhaus von Berlin begeht mit dieser Veranstaltung den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Neben dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, und Arthur Obermayer hielt die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes, Jutta Limbach, gestern Abend beim Festakt eine Ansprache. Den musikalischen Rahmen gestalten Schülerinnen und Schüler der Inter­nationalen Musikakademie zur Förderung musikalischer Hochbegabter in Deutschland mit Stücken von Paul Hindemith und Wolfgang Amadeus Mozart. Zu Beginn der Festveranstaltung trat die Faster-than-Light-Dance-Company aus Berlin mit dem Tanzstück 'Klagelied' auf. 
Neben Gabeli wurde als weiterer Baden-Württemberger gestern auch Walter Ott aus dem Münsinger Ortsteil Buttenhausen ausgezeichnet. Der heute 81-jährige hat sich um die Aufarbeitung der Geschichte Buttenhausens verdient gemacht: der Ort war ein Sammelpunkt, von dem aus Juden aus ganz Deutschland in Konzentrationslager deportiert wurden."    
   
Artikel im "Schwarzwälder Boten" vom 29. Januar 2010 (Artikel): "'Diese Geschichte muss uns Deutsche einfach interessieren'
Haigerloch.
Helmut Gabeli hat für seinen Einsatz um die jüdische Geschichte Haigerlochs am Montag in Berlin den renommierten Obermayer-Award bekommen (wir haben berichtet). In einem Gespräch mit ihm wird deutlich, worin seine Motivation liegt, die Erinnerung an diese Vergangenheit in all ihren Facetten wachzuhalten. 
Gabeli wurde 1944 als Sohn deutschstämmiger Eltern in einem kleinen Dorf bei Budapest geboren (sein Vater war Bauer, seine Mutter stammte aus einer Bergarbeiterfamilie) Seine Mutter hatte als Hausmädchen für einen jüdischen Fabrikanten in der ungarischen Hauptstadt Budapest gearbeitet und wurde Zeugin der Deportation der jüdischen Bürger. Nach dem Krieg zog die Familie zunächst nach Wien und später in die Schwarzwaldregion. Nach dem zweijährigen Bundeswehrdienst, den Gabeli als Offizier beendete, studierte er an der Universität Tübingen Geschichte und Jura und ließ sich danach als Rechtsanwalt nieder. 
1968 kam er nach Haigerloch, genauer gesagt nach Trillfingen, weil seine Ehefrau Brigitte dort eine Lehrerstelle antrat. Als sie nach kurzer Zeit erfuhren, dass sich der damalige Spar-Markt im Haag sich in einer ehemaligen Synagoge befand, waren beide entsetzt. 'Meine Frau und ich beschlossen sofort dort nicht mehr einzukaufen', erinnert sich Gabeli, 'Ich hatte Respekt vor der jüdischen Religion. Es erschien mir unmoralisch, in einem Gebäude einzukaufen, in dem sich einst Juden zum Gebet versammelt hatten.' 20 Jahre später, aus Anlass des 50. Jahrestages der Reichspogromnacht, war Gabeli Mitbegründer des Gesprächskreises Ehemalige Synagoge Haigerloch. Dessen Ziel war nicht nur die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte Haigerlochs, sondern langfristig auch der Kauf der Ehemaligen Synagoge im Haag.
1999 wurde dieser Traum Realität, den Helmut Gabeli sammelte mit dem aus zehn Personen bestehenden Gesprächskreis, dessen Zweiter Vorsitzender er ist, 80 Prozent des Kaufpreises. Gabeli: 'Wir traten an den Bürgermeister heran und sagten: ,Hier sind 200.000 Mark, bitte legen Sie die fehlenden 50.000 Mark dazu und kaufen Sie das Gebäude für die Stadt.' Bürgermeister und Gemeinderat stimmten dem zu, auch wenn viele Bürger dem Projekt zunächst skeptisch gegenüberstanden. Als Argument hörte er damals oft: 'Lasst die Geschichte ruhen. Das ist so lange her, niemand interessiert sich mehr dafür.' Gabeli: 'Aber wir antworteten: ,Nein, das muss uns Deutsche interessieren.‘' 
Als die Synagoge wieder hergestellt und die gemeinsam mit dem baden-württembergischen Haus der Geschichte aufgebauten Dauerausstellung 'Spurensicherung' zu besichtigen war, änderten die Menschen langsam ihre Meinung. 'Sie zeigten Respekt und sagten, wir hätten das Richtige getan', blickt Helmut Gabeli heute mit einer gewissen Genugtuung zurück. Mittlerweile hat sich aber auch seine Perspektive etwas verändert. 'Ich dachte anfangs, das Wichtigste wäre die Wiederherstellung der Synagoge. Jahre später merkte ich, dass es der Kontakt zu den Juden aus aller Welt war, egal ob sie ihre Wurzeln in Haigerloch haben oder nicht. Dieser Kontakt ist mir so wichtig, dass ich dafür Tag und Nacht arbeiten würde.'
Die Frage, warum Millionen von Menschen Hitler folgten, beschäftigt ihn bis heute und besonders stark ist sein Interesse an einer kleinen Stadt, in der es einst eine jüdische Gemeinde gegeben hatte. Deshalb hat Gabeli zahlreiche Artikel und Bücher über die Haigerlocher Juden geschrieben. Er hat außerdem zahllosen Familien die Gräber ihrer Vorfahren auf Haigerlochs jüdischem Friedhof gezeigt, Vorträge zur jüdischen Geschichte an der Universität Tübingen gehalten und rund 400 Führungen durch die Stadt geleitet. Mitunter hilft Helmut Gabeli Schülern bei ihrer Vorbereitung auf das Abitur, indem er Projekte zur jüdischen Geschichte begleitet.
Weitere Informationen: Der Bericht enthält Auszüge aus einem Interview, das der amerikanische Journalist Michael Levitin mit Helmut Gabeli geführt hat. Heike Kähler aus Berlin hat es für die Obermayer Foundation ins Deutsche übersetzt." 
   
Artikel zur Preisverleihung von Derbie Shapiro in der "Jerusalem Post" vom 16.2.2010 (Artikel): "Remembering their past mistakes" 
(Artikel als pdf-Datei).
   
August 2010: Schülergruppe dreht einen Interviewfilm zur Lebensgeschichte Lothar Fausers      
Haigerloch PA 082010g.jpg (41629 Byte)Foto links: Die Schülergruppe bei der Vorbereitung des Filmintervies in der ehemaligen Synagoge.     
Artikel von Klaus Schubert in der "Südwestpresse" vom 25. August 2010 (Artikel): "Achtung: Klappe fällt!
"Film ab!" heißt es derzeit für einige Haigerlocher Schüler, die in Zusammenarbeit mit dem Gesprächskreis der ehemaligen Synagoge Haigerloch einen Interviewfilm zur Lebensgeschichte Lothar Fausers drehen. 
Seit dem vergangenen Herbst kommt die Arbeitsgemeinschaft zusammen. Ihr Ziel: Einen Interviewfilm zur Lebensgeschichte Lothar Fausers zu gestalten. Schon bei der Gedenkfeier am 9. November 2009 waren die Schülerinnen und Schüler aktiv und stellten zwei Ausstellungsstücke, die Gertrud und Lothar Fauser zur Verfügung gestellt hatten, vor.
Seitdem trifft sich die Arbeitsgemeinschaft regelmäßig: Informationen zur jüdischen Geschichte sammeln, sich mit den wichtigen Fragen der Interview- und Filmtechnik beschäftigen und auch einen Einblick in die Arbeit von Profis bekommen. So waren die Schülerinnen und Schüler dabei, als im Februar 2009 der Südwestrundfunk einen Beitrag in der ehemaligen Synagoge drehte.
Im Juni war es dann soweit. Das Interview mit Lothar Fauser wurde bei ihm zuhause aufgezeichnet. Nach den Sommerferien wird die Arbeitsgemeinschaft, angeleitet von Klaus Schubert, die Gestaltung des Films abschließen und so die Lebensgeschichte Lothar Fausers und seiner Familie dokumentieren. Mehr als fünf Jahrzehnte umfassen die Schilderungen Lothar Fausers - von der Kindheit in der Zeit des Nationalsozialismus in Hechingen bis in die heutige Zeit in Haigerloch. Für das Filmteam ist dies ein weites Lernfeld und zugleich eine große Herausforderung, diese Schilderungen verstehend und verständnisvoll in Bild und Ton zu erfassen. Unterstützt wird diese gemeinsame Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums Haigerloch und des Gesprächskreises ehemalige Synagoge Haigerloch von der Reinhold-Beitlich-Stiftung aus Tübingen."     
    
März 2011: Über die derzeitige Arbeit des "Gesprächskreises Ehemalige Synagoge"      
Artikel im "Schwarzwälder Boten" vom 15. März 2011 (Artikel): "Haigerloch - Gesprächskreis Synagoge ist stark gefordert
Haigerloch (bf). Dem Gesprächskreis Ehemalige Synagoge in Haigerloch stehen schwierige Zeiten bevor: Spenden und Besucherzahlen in der Dauerausstellung "Spurensicherung" gehen zurück, der Verein muss zur Deckung laufender Kosten von de Substanz leben.
Klaus Schubert, Vorsitzender des Gesprächskreises erklärte bei der Hauptversammlung am Montag, der Verein sei "stark gefordert", um dieser Aufgaben Herr zu werden. Kassierer Wilfried Selinka hatte in diesem Zusammenhang erklärt, dass der Verein zur Deckung laufender Kosten 5000 Euro Minus gemacht habe. 
Kosten fallen vor allem für Strom, Wasser und Heizung sowie für die Aufwandsentschädigung der ehrenamtlichen Aufsichtspersonen während der Öffnungszeiten der Synagoge an. Eintrittsgelder und Spenden hätten nicht ausgereicht, um diese Kosten zu decken. Erfreulich sei dagegen, dass das Darlehen für den Umbau der Synagoge zum Ausstellungs- und Veranstaltungsraum weiter getilgt werden konnte. Auch die Besucherzahlen sind 2010 mit 1768 gegenüber dem Vorjahr (2008) um 240 Personen zurückgegangen. Nach kurzen Aufschwüngen in den Jahren 2007 und 2008 gehen sie kontinuierlich zurück. Es gab 29 Führungen. 
Der Verein will nun versuchen, in der Dauerausstellung immer wieder auch Neues zu zeigen, um weitere Besucher anzulocken. Spenden sollten gezielt für bestimmte Projekte erbeten werden. Die monatlichen Führungen sollen laut Schubert eine thematische Ausrichtung erhalten.
Erfreulich fand er auch, dass sich die beiden Realschülerinnen Verena Besenfelder und Manuela Wannenmacher weiterhin für die Synagoge engagieren und ein Projekt für Jugendliche ins Leben rufen wollen. Schriftführer Günther Fessmann erwähnte in seinem Jahresrückblick besonders die Veranstaltungen "Ballade und Melodram" und die Lesung am 9. November. 
Im Anschluss an die Versammlung präsentierten die Gymnasiasten Larissa Schäfer, Kim Zizmann und Raphael Krämer den Film "Flucht in die Schweiz". Der Film erzählt in Interviewausschnitten das Leben Lothar Fausers. 
Herausgekommen ist eine sehr persönliche Sicht auf die Kindheit in einer halbjüdischen Familie im Dritten Reich. Die Schüler bekamen von der Versammlung viel Lob für ihre Arbeit. Der Film wurde als wichtiges Zeitdokument gesehen, das wohl nicht mehr lange in dieser Form zu realisieren gewesen wäre."   
 
Mai 2011: Neue Erkenntnisse zur Deportation 1942 - vorgestellt bei einer Lehrerfortbildungsveranstaltung   
Artikel in der "Südwestpresse" vom 14. Mai 2011 (Artikel): "Haigerloch Abgehakt und deportiert
Ein erschütterndes Zeugnis der NS-Unrechtspolitik gegen die Juden in Haigerloch legte Volker Trugenberger, Leiter des Staatsarchivs Sigmaringen, vor.

In der ehemaligen Synagoge in Haigerloch fand am vergangenen Donnerstag eine Lehrerfortbildung statt, bei der Dr. Volker Trugenberger Originaldokumente aus dem Staatsarchiv Sigmaringen vorlegte. Sie bezogen sich auf den 24. April 1942. An jenem Tag waren auf dem Haigerlocher Bahnhof 26 Juden aus Haigerloch zur Deportation angetreten. Auf einer provisorisch angefertigten Transportliste hakte ein begleitender Beamter die Betroffenen "feinsäuberlich" mit Bleistift ab. Auf der Liste, die die Lehrer in Augenschein nehmen konnten, befinden sich auch die Namen von drei Kindern im Alter von sechs, 14 und 36 Monaten. Keiner der aufgeführten Juden überlebte.
Vom tragischen Schicksal vieler Haigerlocher Juden erzählen zahlreiche weitere beeindruckende Dokumente des Staatsarchivs Sigmaringen, die Lehrern aller Schularten bei der Fortbildung des Arbeitskreis Landesgeschichte von Markus Fiederer, dem Archivpädagogen des Staatsarchivs, in Form eines Unterrichtsmodells vorgestellt wurden.
Im Mittelpunkt der Fortbildung, die von Markus Fiederer und Dieter Grupp, beide Landeskundebeauftragte am Regierungspräsidium Tübingen, geleitet und vom Staatsarchiv Sigmaringen archivarisch bestückt wurde, stand die wechselvolle Geschichte der jüdischen Siedlung "Haag" in Haigerloch. Als Referenten führten Robert Frank von der Grund- und Realschule Bisingen sowie Dr. Cornelia Hecht vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Baubestand und Geschichte des "Haag" sowie in die Konzeption der Ausstellung in der ehemaligen Synagoge ein."     
   
Juli / August 2011: Ehepaar Helmut und Brigitte Gabeli in den USA zum Besuch ehemaliger jüdischer Haigerlocher   
Haigerloch PA 082011a.jpg (52946 Byte) Foto links (Schwarzwälder Bote):  Herzlich empfangen wurden Helmut Gabeli und seine Frau Brigitte bei ihrem USA-Besuch von ihren jüdischen Gastgebern und deren Freunden. 
Artikel von Nadine Reiband im "Schwarzwälder Boten" vom 11. August 2011 (Artikel): 
"Ergreifende Erlebnisse in den USA  
Haigerloch-Trillfingen.
Zwei Wochen lang war Helmut Gabeli mit seiner Frau Brigitte in den USA unterwegs. Während dieser Zeit hat der Historiker viele der noch heute in den USA lebenden Haigerlocher Juden und ihren Nachkommen getroffen. 
Im Rückblick zeigt sich diese Reise als eine Reihung wunderbarer Ereignisse. Alles begann mit der Reise nach Berlin, die Helmut Gabeli im Januar 2010 unternahm, um dort den jüdisch-deutschen Geschichtspreis für seine Forschungen rund um das jüdische Leben im Haigerlocher Haag entgegen zu nehmen. Seit Jahren schon forscht er darum und hat in dieser Zeit zahlreiche Kontakte zu den noch lebenden Haigerlocher Juden in Israel und in den USA aufgebaut. Auch deren Nachkommen kennt Helmut Gabeli mittlerweile und pflegt den Kontakt durch Briefe oder Emails. So kam es nicht von ungefähr, dass Carol Super, deren Mutter aus Haigerloch stammte, und ihr Mann David Gold zur Preisverleihung nach Berlin reisten. Sie sprachen eine Einladung nach Amerika aus. 
Im Mai dieses Jahres starteten Helmut und Brigitte Gabeli dann in die USA. In dem aus den 1969er bekannten Woodstock wohnten sie bei Carol Super und ihrem Mann. Einzige "Gegenleistung" für den Besuch war ein Vortrag in der dortigen Synagoge. Helmut Gabeli referierte in Englisch in der Synagoge nahe New York. Rund 200 Zuhörer hatten sich eingefunden, die gespannt lauschten: Als studierter Jurist und Historiker faszinierte ihn schon in früher Jugend das Dritte Reich und die Kirchengeschichte. 
Das Leben führte seine Frau als Lehrerin nach Trillfingen. Früh fand er heraus, dass der damalige Spar-Laden in der ehemaligen Synagoge untergebracht war und ging fortan nicht mehr zum Einkaufen dort hin. 1988 gründete sich anlässlich der 50jährigen Gedenkfeier der Reichspogromnacht in Haigerloch eine Bürgerinitiative, die viele Überlegungen anstellte, wie man die ehemalige Synagoge wieder zurückhaben könne. Daraus resultierte der Gesprächskreis Ehemalige Synagoge.
Daneben begann Gabeli in den 90er Jahren den Kontakt zu den noch lebenden ehemaligen Haigerlocher Juden zu knüpfen. Denn "wichtiger als die Gebäude sind die Menschen". Es interessiert ihn einfach, welches persönliche Schicksal die Haigerlocher Juden erlebten, sagt Gabeli. Die Nachkommen in den USA blickten mit Staunen auf die Bilder, die Helmut Gabeli zum Vortrag mitgebracht hatten. Häuser ihrer Eltern und Großeltern waren zu sehen, Bilder aus dem ehemaligen Judenviertel in Haigerloch. Eigene biographische Lücken konnten geschlossen werden. Im Anschluss an den Vortrag musste der Fachmann dann Rede und Antwort stehen zu speziellen Fragen und auch das ein oder andere Zeitdokument erläutern. Die Gäste hatten Originaldokumente mitgebracht, die Helmut Gabeli mit Freude begutachtete. Er las das in Sütterlin Geschriebene vor.
Die Zeit in den USA nutzen Helmut und Brigitte Gabeli auch, um einen kleinen Teil des großen Landes zu sehen und um Kontakte zu pflegen. Bei unterschiedlichsten Gelegenheiten trafen sie die noch lebenden ehemaligen Haigerlocher Juden sowie deren Nachkommen. Auch ganz neue Freundschaften wurden geknüpft. New York City wurde angeschaut, Sightseeing gemacht. Einen grandiosen Höhepunkt gab es dann noch in der Sightseeing-Tour: Die Gastgeber Carol Super und David Gold sowie Herbert und Nancy Kaufmann, Tom und Kim Wolf, Felice und Garry Povill und der aus Haigerloch stammende Henry Schwab hatten eine Privatführung in der größten Synagoge der Welt, Emanu-El, organisiert. Die jüdische Gemeinde Emanu-El war 1845 überwiegend von deutschen Einwanderern gegründet worden. Der heutige Tempel öffnete 1929 seine Pforten.
Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde rund um die Gastgeber gaben Helmut Gabeli diverse Spenden mit auf den Weg zurück nach Deutschland. Zudem wurde ihm ein ganz besonderes Geschenk zuteil: die Gastgebergruppe ließ fünf Bäume in Israel pflanzen, die seinen Namen tragen. Außerdem überreichte sie ihm eine Mesusa mit Originaltext aus der Tora. Diese hängt nun an der Eingangstür der Wohnung der Katholiken Helmut und Brigitte Gabeli: "In dieser Wohnung sind Juden immer willkommen!""      
   
Ein weiterer Artikel erschien nach Rückkehr des Ehepaares Gabeli in der "Hohenzollerischen Zeitung" vom 10. August 2011 (Artikel): "Juden aus den USA unterstützen Arbeit des Synagogenvereins" - Artikel von Wilfried Selinka: eingestellt als pdf-Datei   
  
August 2011: Bima-Decke kehrt in die Synagoge zurück     
Haigerloch PA 082011bd.jpg (21050 Byte)Foto links von Wilfried Selinka: Die Haigerlocher Bima-Decke wird einen Platz in der Dauerausstellung "Spurensicherung: Jüdisches Leben in Hohenzollern" erhalten. 
Artikel von Wilfried Selinka in der "Hohenzollerischen Zeitung" vom 15. August 2011 (Südwestpresse, Artikel): 
"Zu Ehren der Thora 
Haigerloch. Die Dauerausstellung "Spurensicherung: Jüdisches Leben in Hohenzollern" in der ehemaligen Haigerlocher Synagoge wird um ein bemerkenswertes Fundstück reicher: Ein Haigerlocher Bürger stiftete die Bima-Decke.

Das blaue Tuch mit hebräischer Schrift - die Bima-Decke - wurde von einem Haigerlocher Bürger dem Verein Gesprächskreis Ehemalige Synagoge übergeben. Der Vorsitzende und Historiker Helmut Gabeli hat nun Nachforschungen betrieben, um die Echtheit der Decke zu überprüfen. Danach teilte er mit: "Die Bima ist ein erhöhtes Pult oder ein erhöhter Tisch im Zentrum der Synagoge. Sie ist Symbol des Sinai und des Tempelaltars. Auf der Bima liegt die Torarolle während aus ihr vorgelesen wird. Sie ist mit einer Decke bedeckt, um so der Tora Ehre zu erweisen."
Helmut Gabeli hat auch den Zustand der Decke untersucht. "Die Haigerlocher Bima-Decke hat eine Größe von rund 158 Zentimeter in der Breite und rund 140 Zentimeter in der Höhe. Das Material ist ein dunkelblauer, samtartiger Stoff, der auf größeren Flächen abgeschabt ist. Die Rückseite besteht aus einem braunen Futterstoff mit floralem Ornament. Der Futterstoff weist multiple kleinere Löcher und mehrere größere Risse auf. Der Futterstoff ist ausgebessert. Sämtliche Näharbeiten sind von Hand ausgeführt. In den vier Ecken des Tuches und zwischen den beiden Worten der dritten Zeile ist jeweils ein florales Ornament - eine Blüte - aufgestickt", erklärte er.
Auf der Vorderseite der Bima-Decke ist in der Mitte eine fünfzeilige hebräische Inschrift mit gold- und silberfarbenem Faden aufgestickt. Die oberen drei Zeilen verlaufen halbkreisförmig, die beiden unteren Zeilen waagrecht. Der aufgestickte hebräische Text lautet in der deutschen Übersetzung: "Zur Ehre Gottes und seiner Thora haben gelobt und gespendet: Menachem, Sohn des Jehoschua Ullmann, und seine Gattin Esther, Tochter des Abraham, Haigerloch." Gil Hüttenmeister aus Tübingen übersetzte die Zeilen vom Hebräischen ins Deutsche.
Laut Helmut Gabeli waren die Stifter Menachem und Ester Ullmann, Viehhändler und Bürger in Haigerloch. Menachem Ullmann wurde ist geboren am 16. April 1846, seine Ehefrau am 28. Juni 1850. Geheiratet haben die beiden am 17. November 1872 und gestorben sind sie am 10. April 1907 beziehungsweise am 14. März 1916. Beide sind auf dem jüdischen Friedhof im Haag beerdigt.
Die Bima-Decke wird nun in Absprache mit dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg, die die Dauerausstellung konzipiert hat, einen würdigen Platz in der ehemaligen Synagoge erhalten. Sie ist in der Ausstellung seit der Eröffnung auf einem Dia von der Innenausstattung der Synagoge vor ihrer Zerstörung zu erkennen."     
   
Haigerloch SchwB 082011f1.jpg (114490 Byte)Ein weiterer Artikel erschien zur Rückkehr der Bima-Decke im "Schwarzwälder Boten" vom 17. August 2011 (Lokalausgabe): "Dachboden birgt Relikt aus Synagoge" - Artikel mit Fotos von Nadine Reiband: eingestellt als pdf-Datei        
  
November 2011: Synagogentür aus Dettensee in der ständigen Ausstellung   
Artikel von Wilfried Selinka in der "Hohenzollerischen Zeitung" (Südwestpresse) vom 11. November 2011: "Spur jüdischen Lebens. 
Haigerloch.
Mit der Eingangstür der früheren Synagoge Dettensee hat die Dauerausstellung 'Spurensicherung. Jüdisches Leben in Hohenzollern' ein weiteres prägnantes Ausstellungsstück bekommen."
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei.      
 
März 2012: Hauptversammlung des "Gesprächskreises Ehemalige Synagoge"  
Artikel von Thomas Kost im "Schwarzwälder Boten" vom 20. März 2012: "Behutsamer Blick in Richtung Zukunft".  
Link zum Artikel   
Artikel von Wilfried Selinka in der "Hohenzollerischen Zeitung" (Südwest-Presse) vom 20. März 2012: "Ämterwechsel im Synagogenverein
Link zum Artikel    
Artikel im "Schwarzwälder Boten" vom 21. März 2012: "Für Arbeit reich beschenkt worden..." 
Link zum Artikel     
 
April 2013: Im Unterricht der Realschule hat das Judentum einen besonderen Platz   
Artikel von Sabine Stotz im "Schwarzwälder Boten" vom 18. April 2013: "Haigerloch. Realschüler wissen, was ein Tallit ist
Haigerloch
. Mit viel Engagement führte Klaus Schubert, Vorsitzender des Gesprächskreises ehemalige Synagoge, kürzlich die Ethikklasse der Realschule Haigerloch durch die Synagoge im Haag. Dem Besuch war eine Unterrichtseinheit im Ethikunterricht zum Thema Judentum sowie im Geschichtsunterricht die ausführliche Behandlung der Judenverfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus voraus gegangen. So mancher Gegenstand der im Museum zu sehen ist, wie beispielsweise den Gebetsschal Tallit und weitere jüdische Ritualgegenstände war den Schülerinnen und Schülern daher ein Begriff.
Zum Abschluss des Rundgangs besichtigte die Gruppe schließlich die Mikwe, das rituelle Tauchbad. Dieses gut erhaltene Bad neben der Ehemaligen Synagoge ist eines der wenigen Bäder, die es in Baden-Württemberg heute noch gibt." 
Link zum Artikel    
 

        
     

Links und Literatur  

Links: 

Website der Stadt Haigerloch     
Gesprächskreis Ehemalige Synagoge Haigerloch (Informationsseite interner Link): hier anklicken und direkter Link zum Gesprächskreis: hier anklicken  
Landeszentrale für politische Bildung: Spurensuche am Heimatort (z.B. Haigerloch): hier anklicken  
Artikel "Alte Synagoge öffnet im November" in Hohenzollerische Zeitung vom 8.3.2003 und Foto 
Artikel "Ehemalige Synagoge / Alles klar für die Eröffnung - Erinnerung an den letzten Rabbiner" in: Hohenzollerische Zeitung vom 11.8.2003 und Foto  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Haigerloch (interner Link): hier anklicken   

Literatur:

Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1966. S. 87-90.
Germania Judaica II,1 S. 316; III,1 S. 491.
Willi Schäfer: Geschichte und Schicksal der Juden in Haigerloch. Zulassungsarbeit PH Reutlingen. 1971.
Frowald Gil Hüttenmeister: Drei Grabsteine des jüdischen Friedhofes von Haigerloch, in: Les Juifs au Regard de l’Histoire. Melánges an l’honneur de Bernhard Blumenkranz. 1985. S. 383-392.
Hans Peter Müller: Die Juden in der Grafschaft Hohenberg, in: Der Sülchgau 25 (1981) S. 36-43. 
Karl Werner Steim: Juden in Haigerloch. Photos von Paul Weber. Haigerloch 1987.
ders.: Die Synagoge in Haigerloch. Haigerloch 1988.
ders.: Haigerloch in preußischer Zeit (1850-1945). Haigerloch 1994.
Klaus Schubert: Der gute Ort. Die jüdischen Friedhöfe Haigerlochs. Haigerloch 1990.
Utz Jeggle: Erinnerungen an die Haigerlocher Juden. Ein Mosaik (Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts Tübingen, Bd. 92). Tübingen 2000. 
Ralf Schäfer: Die Rechtsstellung der Haigerlocher Juden im Fürstentum-Sigmaringen von 1634-1850. Eine rechtsgeschichtliche Untersuchung. Frankfurt am Main 2002 (zugleich: Tübingen, Univ. Diss., 2001). 
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 168-170.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.  
Stefan Lang: Ausgrenzung und Koexistenz. Judenpolitik und jüdisches Leben in Württemberg und im "Land zu Schwaben" (1492-1650). Reihe: Schriften zur Südwestdeutschen Landesbunde. Band 63. Sigmaringen 2008.  Hier ausführlich über die Zeit 15.-17. Jahrhundert S. 290-312.      

   
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Haigerloch  Hohenzollern. Jews are first mentioned in 1343 and were burned to death in the Black Death persecutions of 1348-49. They are again mentioned late in the 15th century and by 1570 constituted a well-established settlement. From 1640 until 1837 they lived under various restrictive letters of protection issued by the Hohenzollerns. In 1745, their number was limited to 20 families. Marriage was prohibited and from 1752 they were forced to listen to church sermons. From 1780 they were not allowed to buy houses. The Jewish population grew to 382 in 1852 (about a quarter of the total). A Jewish public school operated from 1823 to 1939. Jews sat on the municipal council. In 1933, the Jewish population was 186. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue, community center, and school were damaged and ten Jews sent to the Dachau concentration camp. At least 53 Jews managed to emigrate from Germany; most of the others were deported to the east in 1941-42.
    
       

                   
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Stand: 22. März 2014