Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Haigerloch (Zollernalbkreis) 
Jüdischer Friedhof

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 

Siehe Seite zur Synagoge in Haigerloch (interner Link)    
    

Zur Geschichte des Friedhofes

1802 (vgl. bis dahin den alten Friedhof bei Weildorf) wurde ein neuer Friedhof der Haigerlocher Gemeinde  unterhalb des jüdischen Wohnviertels Haag angelegt (Flurstück 232, Fläche 23,08 a). Die erste Beisetzung fand am 6. Januar 1803 statt (Seligmann Isaak Ulmann). Die letzten Beisetzungen fanden am 25. September 1945 (Egon Levi) und 1977 (Louis Bernheim) statt. Auf dem Friedhof findet sich ein Gefallenendenkmal für die sechs jüdischen Gefallenen der Ersten Weltkriegs aus Haigerloch und ein Gedenkstein für die in der Verfolgungszeit 1933 bis 1945 umgekommenen Haigerlocher Juden. Am Eingangstor findet sich eine Hinweistafel zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Haigerloch. 

Haigerloch FriedhofPlan.jpg (141318 Byte) Lage der jüdischen Friedhöfe Haigerloch und Weildorf (durch Pfeile markiert)
(Karte kann durch Anklicken vergrößert werden)    

   
Fotos 
Neuere Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 17.3.2002 (mit *), ansonsten Aufnahmedatum 13.10.2003)  

April020011.jpg (104201 Byte) Haigerloch Friedhof 160.jpg (96226 Byte) Haigerloch Friedhof 164.jpg (64704 Byte)
Eingangstor mit Inschrift und Gedenktafel* Eingangstor Inschrift über dem Eingangstor
     
Haigerloch Friedhof 168.jpg (105517 Byte) April020015.jpg (130349 Byte) April020012.jpg (118540 Byte)
Teilansicht Blicke über den Friedhof*
   
April020013.jpg (126316 Byte) April020014.jpg (115275 Byte) April020016.jpg (137595 Byte)
   Teilansichten *   
  
April020017.jpg (110762 Byte) Haigerloch Friedhof 161.jpg (94846 Byte) Haigerloch Friedhof 167.jpg (102149 Byte)
Grabsteingruppe*      
     
Haigerloch Friedhof 166.jpg (94741 Byte) Haigerloch Friedhof 165.jpg (97464 Byte) Haigerloch Friedhof 163.jpg (104414 Byte)
Teilansichten Das Denkmal für die Gefallenen des 
Ersten Weltkrieges
   
Haigerloch Friedhof 162.jpg (100606 Byte) Haigerloch Friedhof 169.jpg (90771 Byte)  
Das Denkmal für die in der NS-Zeit ermordeten Juden aus Haigerloch Bislang letzte Beisetzung 1977 von Louis Bernheim siehe Beitrag von Matthias Fischer  

 

Ältere Fotos 
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre; untere beiden Zeilen von R. Klotz um 1970)
Haigerloch Friedhof02.jpg (123240 Byte) Haigerloch Friedhof05.jpg (144832 Byte) Haigerloch Friedhof01.jpg (164914 Byte)
 Inschrift über dem Eingangstor zum Friedhof  Teilansichten des Friedhofes
   
Haigerloch Friedhof04.jpg (139069 Byte)  
Haigerloch Friedhof07.jpg (107373 Byte)
Haigerloch Friedhof03.jpg (143881 Byte)
Alte Steine Segnende Hände der Kohanim Gedenkstein für die in der NS-Zeit ermordeten Juden aus Haigerloch
     
  Haigerloch Friedhof06.jpg (131114 Byte)  
Die letzte Beisetzung war 1977 von Louis Bernheim siehe Beitrag von Matthias Fischer
Fotos um 1970:
(Fotos: R. Klotz)
Haigerloch Friedhof 223.jpg (97227 Byte) Haigerloch Friedhof 224.jpg (80504 Byte) Haigerloch Friedhof 225.jpg (91549 Byte)
Teilansichten des Friedhofes
  
Haigerloch Friedhof 220.jpg (82486 Byte) Haigerloch Friedhof 221.jpg (80620 Byte) Haigerloch Friedhof 222.jpg (81693 Byte)
         

   
   

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 
Bericht von Wilfried Selinka in der "Hohenzollerischen Zeitung" [Südwestpresse] über eine besondere Friedhofsführung am "Tag des offenen Denkmals" 2008

Haigerloch Friedhof 080010.jpg (33124 Byte)Lernort jüdischer Friedhof - Hilleke Hüttenmeister erkundet mit Kindern, Eltern und Lehrern die Grabsteine. 
Mit Hilleke Hüttenmeister (links) und der von ihr verfassten Broschüre auf informativem Rundgang auf dem jüdischen Friedhof Haigerloch, direkt neben dem Grabstein von Rabbiner Maier Hilb. Foto: Wilfried Selinka 
Den "Tag des offenen Denkmals" am vergangenen Sonntag verband der Haigerlocher Synagogenverein mit einer besonderen Erkundung des jüdischen Friedhofs unterhalb vom Haag. 
Haigerloch Die Hockete am Gustav-Spier-Platz bei der ehemaligen Synagoge in Haigerloch brachte am Sonntag, dem "Tag des offenen Denkmals", Freunde und Interessenten jüdischen Kulturguts zu Gesprächen und Gedankenaustausch zusammen. Für Kinder, Eltern und Lehrkräfte bot nachmittags der Gesprächskreis Ehemalige Synagoge eine besondere Führung auf dem jüdischen Friedhof Haigerloch an. Die profunde Kennerin europäischer Judenfriedhöfe, Hilleke Hüttenmeister, Grundschullehrerin a. D. aus Tübingen, hat eigens für den jüdischen Friedhof Haigerloch eine 39-seitige, bunt bebilderte Broschüre geschaffen, die sich für einen kindgerechten Rundgang mit Grundschulkindern eignet. Der Grundschullehrplan fordere dazu auf, im jeweiligen Heimatort auf Spurensuche zu gehen. Dazu eigne sich besonders der jüdische Friedhof. Zudem würden Kinder und Jugendliche in der Schule erst reichlich spät in der Schule über das Judentum etwas hören, so Hüttenmeister am Eingang des Friedhofs. Über die Broschüre, die nach hebräischer Lesart als Buch von hinten nach vorne zu lesen ist, erfahren Kinder und Lehrkräfte ganz natürlich etwas über das jüdische Kulturgut und können dadurch ihr Wissen erweitern. Sie wurde von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg gefördert. Mit der Broschüre in der Hand machten sich die Teilnehmer der Führung gemeinsam auf Entdeckungsreise zu verschiedenen der etwa 650 Gräber mit den reich verzierten und in hebräischer und deutscher Sprache versehenen Grabsteinen des 1803 unterhalb des Haags angelegten jüdischen Friedhofs. Da wurde zunächst auf ein Lied aus der "Haggada" hingewiesen, das vom Leben und Glauben des jüdischen Volkes erzählt. Dieses Lied beginnt mit der Frage. "Eins, wer weiß? Ich weiß eins Gott ist einer und weiter keiner im Himmel und auf Erden!". Und Hilleke Hüttenmeister wies darauf hin, dass an den einzigen Gott Juden, Christen und Moslems glauben, die jeweils in der Synagoge, in einer Kirche oder einer Moschee beteten. Dann ging der Weg weiter mit der Antwort: "Ich weiß zwei", nämlich die beiden Bundestafeln, auf denen Moses die Zehn Gebote von Gott niedergeschrieben hat. Verschiedene Doppelgrabsteine ähneln diesen beiden Bundestafeln. "Ich weiß drei" und zwar die drei Väter Abraham als Urvater, Isaak, sein Sohn und Jakob, sein Enkel. Abraham fängt mit dem hebräischen Buchstaben A wie "Alef" an. Nun wurden die mitgehenden Kinder aufgefordert, auf den Gräbern diesen Buchstaben genauso wie den gebräuchlichen Namen "Jakob" aufzusuchen und ihn nachzumalen. Weiter ging es mit Erläuterungen zu den vier Urmüttern Sarah, Rebekka, Rachel und Lea sowie zu den fünf Büchern Moses aus dem Alten Testament die in der "Tora" aufgeschrieben werden. Die sechs Mischnabände erklären die Gebote der Bibel. Bei gelehrten Männern finden sich auf den Grabsteinen oft Abbildungen von Büchern, Bücherregalen oder Bücherschränken. In Haigerloch sind über zehn solcher Steine mit diesen Abbildungen zu finden. Auch zum siebten Tag, dem "Schabbat" wurden Ausführungen gemacht und zudem weitere Symbole auf den Grabsteinen, wie Mohelmesser, Levitenkannen, zugehörend dem Geschlecht Levi, dem Schofarhorn, dem Schlafmohn oder den segnenden Hände aufgesucht. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Grabstein des Rabbiners Maier Hilb gewidmet. Wie sehr dieser Mann von den Mitgliedern der jüdischen Gemeinden Dettensee und Hechingen verehrt wurde, zeigt zum einen sein ausführlicher Lebenslauf, aber auch ein kleiner Ausschnitt aus der Grabrede auf dem aufwändigen Grabstein: "Er wandelte untadelig, übte Recht aus, redete Wahrheit vom Herzen". Alle Teilnehmer des Rundgangs, vor allem auch die Pädagogen unter ihnen, waren sich einig, dass anhand der bunt bebilderten Broschüre sich ein Rundgang mit Grundschulklassen lohnt und vieles Wissenswertes über jüdisches Leben den Kindern mitgegeben werden kann." 
   

 

  

  

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Haigerloch
Website des Zentralarchivs Heidelberg mit Seite zum jüdischen Friedhof Haigerloch 
Bericht einer Gruppen, die den Friedhof besuchte (auch mit Foto): Schwäbischer Albverein Meßstetten
vgl. die Infoseite zum Gesprächskreis ehemalige Synagoge Haigerloch e.V. 
Infoseite des Progymnasiums Haigerloch 

Literatur: 

BuchSchuHai.jpg (72590 Byte)

Klaus Schubert: "Der gute Ort". Die jüdischen Friedhöfe Haigerlochs. (Hg. Stadt Haigerloch). Haigerloch 1989.

Anm.: Klaus Schubert ist Leiter des Verlages Medien und Dialog in Haigerloch, auf dessen Publikationsreihe "Orte jüdischer Kultur" hier gerne hingewiesen wird.  

 

   

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 26. Januar 2010