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Friedhöfe in der Region"
Zur Übersicht: Jüdische Friedhöfe in Baden-Württemberg
Haigerloch (Zollernalbkreis)
Jüdischer Friedhof
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in
Haigerloch
(interner Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
1802 (vgl. bis dahin den alten Friedhof bei Weildorf)
wurde ein neuer Friedhof der Haigerlocher Gemeinde unterhalb des
jüdischen Wohnviertels Haag angelegt (Flurstück 232, Fläche 23,08 a). Die
erste Beisetzung fand am 6. Januar 1803 statt (Seligmann Isaak Ulmann). Die
letzten Beisetzungen fanden am 25. September 1945 (Egon Levi) und 1977 (Louis
Bernheim) statt. Auf
dem Friedhof findet sich ein Gefallenendenkmal für die sechs jüdischen Gefallenen
der Ersten Weltkriegs aus Haigerloch und ein Gedenkstein für die in der
Verfolgungszeit 1933 bis 1945 umgekommenen Haigerlocher Juden. Am Eingangstor
findet sich eine Hinweistafel zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in
Haigerloch.
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Lage der jüdischen Friedhöfe Haigerloch und Weildorf (durch
Pfeile markiert)
(Karte kann durch Anklicken
vergrößert werden) |
Fotos
Neuere Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 17.3.2002 (mit *), ansonsten
Aufnahmedatum 13.10.2003)
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| Eingangstor mit Inschrift und Gedenktafel* |
Eingangstor |
Inschrift über dem
Eingangstor |
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| Teilansicht |
Blicke über den Friedhof* |
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| Teilansichten
* |
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| Grabsteingruppe* |
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| Teilansichten |
Das Denkmal für die
Gefallenen des
Ersten Weltkrieges |
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| Das Denkmal für die in der
NS-Zeit ermordeten Juden aus Haigerloch |
Bislang letzte Beisetzung 1977
von Louis Bernheim siehe Beitrag
von Matthias Fischer |
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Ältere Fotos
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre; untere
beiden Zeilen von R. Klotz um 1970)
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| Inschrift über dem Eingangstor zum Friedhof |
Teilansichten des Friedhofes |
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| Alte Steine |
Segnende Hände der Kohanim |
Gedenkstein für die in der NS-Zeit
ermordeten Juden aus
Haigerloch |
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Die letzte Beisetzung war 1977
von Louis Bernheim siehe Beitrag
von Matthias Fischer |
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Fotos um 1970:
(Fotos: R. Klotz) |
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| Teilansichten des
Friedhofes |
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Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte
Bericht von Wilfried Selinka in der "Hohenzollerischen
Zeitung" [Südwestpresse] über eine besondere Friedhofsführung am
"Tag des offenen Denkmals" 2008
Lernort jüdischer Friedhof
- Hilleke Hüttenmeister erkundet mit Kindern, Eltern und Lehrern die Grabsteine.
Mit Hilleke Hüttenmeister (links) und der von ihr verfassten Broschüre auf informativem Rundgang auf dem jüdischen Friedhof Haigerloch, direkt neben dem Grabstein von Rabbiner Maier Hilb. Foto: Wilfried Selinka
Den "Tag des offenen Denkmals" am vergangenen Sonntag verband der Haigerlocher Synagogenverein mit einer besonderen Erkundung des jüdischen Friedhofs unterhalb vom Haag.
Haigerloch Die Hockete am Gustav-Spier-Platz bei der ehemaligen Synagoge in Haigerloch brachte am Sonntag, dem "Tag des offenen Denkmals", Freunde und Interessenten jüdischen Kulturguts zu Gesprächen und Gedankenaustausch zusammen. Für Kinder, Eltern und Lehrkräfte bot nachmittags der Gesprächskreis Ehemalige Synagoge eine besondere Führung auf dem jüdischen Friedhof Haigerloch an.
Die profunde Kennerin europäischer Judenfriedhöfe, Hilleke Hüttenmeister, Grundschullehrerin a. D. aus Tübingen, hat eigens für den jüdischen Friedhof Haigerloch eine 39-seitige, bunt bebilderte Broschüre geschaffen, die sich für einen kindgerechten Rundgang mit Grundschulkindern eignet. Der Grundschullehrplan fordere dazu auf, im jeweiligen Heimatort auf Spurensuche zu gehen. Dazu eigne sich besonders der jüdische Friedhof. Zudem würden Kinder und Jugendliche in der Schule erst reichlich spät in der Schule über das Judentum etwas hören, so Hüttenmeister am Eingang des Friedhofs.
Über die Broschüre, die nach hebräischer Lesart als Buch von hinten nach vorne zu lesen ist, erfahren Kinder und Lehrkräfte ganz natürlich etwas über das jüdische Kulturgut und können dadurch ihr Wissen erweitern. Sie wurde von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg gefördert.
Mit der Broschüre in der Hand machten sich die Teilnehmer der Führung gemeinsam auf Entdeckungsreise zu verschiedenen der etwa 650 Gräber mit den reich verzierten und in hebräischer und deutscher Sprache versehenen Grabsteinen des 1803 unterhalb des Haags angelegten jüdischen Friedhofs. Da wurde zunächst auf ein Lied aus der "Haggada" hingewiesen, das vom Leben und Glauben des jüdischen Volkes erzählt. Dieses Lied beginnt mit der Frage. "Eins, wer weiß? Ich weiß eins Gott ist einer und weiter keiner im Himmel und auf Erden!". Und Hilleke Hüttenmeister wies darauf hin, dass an den einzigen Gott Juden, Christen und Moslems glauben, die jeweils in der Synagoge, in einer Kirche oder einer Moschee beteten.
Dann ging der Weg weiter mit der Antwort: "Ich weiß zwei", nämlich die beiden Bundestafeln, auf denen Moses die Zehn Gebote von Gott niedergeschrieben hat. Verschiedene Doppelgrabsteine ähneln diesen beiden Bundestafeln. "Ich weiß drei" und zwar die drei Väter Abraham als Urvater, Isaak, sein Sohn und Jakob, sein Enkel. Abraham fängt mit dem hebräischen Buchstaben A wie "Alef" an. Nun wurden die mitgehenden Kinder aufgefordert, auf den Gräbern diesen Buchstaben genauso wie den gebräuchlichen Namen "Jakob" aufzusuchen und ihn nachzumalen.
Weiter ging es mit Erläuterungen zu den vier Urmüttern Sarah, Rebekka, Rachel und Lea sowie zu den fünf Büchern Moses aus dem Alten Testament die in der "Tora" aufgeschrieben werden. Die sechs Mischnabände erklären die Gebote der Bibel. Bei gelehrten Männern finden sich auf den Grabsteinen oft Abbildungen von Büchern, Bücherregalen oder Bücherschränken. In Haigerloch sind über zehn solcher Steine mit diesen Abbildungen zu finden. Auch zum siebten Tag, dem "Schabbat" wurden Ausführungen gemacht und zudem weitere Symbole auf den Grabsteinen, wie
Mohelmesser, Levitenkannen, zugehörend dem Geschlecht Levi, dem Schofarhorn, dem Schlafmohn oder den segnenden Hände aufgesucht.
Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Grabstein des Rabbiners Maier Hilb gewidmet. Wie sehr dieser Mann von den Mitgliedern der jüdischen Gemeinden Dettensee und Hechingen verehrt wurde, zeigt zum einen sein ausführlicher Lebenslauf, aber auch ein kleiner Ausschnitt aus der Grabrede auf dem aufwändigen Grabstein: "Er wandelte untadelig, übte Recht aus, redete Wahrheit vom Herzen".
Alle Teilnehmer des Rundgangs, vor allem auch die Pädagogen unter ihnen, waren sich einig, dass anhand der bunt bebilderten Broschüre sich ein Rundgang mit Grundschulklassen lohnt und vieles Wissenswertes über jüdisches Leben den Kindern mitgegeben werden kann." |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:

Klaus Schubert: "Der gute Ort". Die jüdischen Friedhöfe
Haigerlochs. (Hg. Stadt Haigerloch). Haigerloch 1989.
Anm.: Klaus Schubert ist Leiter des Verlages
Medien und Dialog in Haigerloch, auf dessen Publikationsreihe "Orte
jüdischer Kultur" hier gerne hingewiesen wird.

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