Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Frankfurt am Main 
Die Synagogen der Israelitischen Religionsgesellschaft im 19./20. Jahrhundert 
Synagoge in der Schützenstraße und Synagoge in der Friedberger Anlage (Solomon Breuer Synagoge) 
   

Übersicht:  

Zur Geschichte der Synagogen der Israelitischen Religionsgesellschaft  
Berichte zur Geschichte der Synagogen 
Schützenstraße
Die orthodoxe Gemeinde kauft einen Bauplatz für eine neue Synagoge (1852)  
Die neue Synagoge wird alsbald fertig (1853) 
Über die neue Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft "Beth Tefilla Jeschurun" (1856)  
Besuch am Schabbat in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1866) 
Bericht über einen Besuch des Gottesdienstes der Israelitischen Religionsgesellschaft (1867)   
Die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft soll vergrößert werden (1870)  
Einweihung eines neuen Toraschreines in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1881)  
Kohanim-Waschbecken als Geschenk für die Synagoge der Religionsgesellschaft (1896)  
Hinweis auf Gottesdienste der Israelitischen Religionsgesellschaft im Hörsaal in der Schützenstraße zu den hohen Feiertagen (1904) 
Hinweis auf Gottesdienste des Vereins Chewre Tehillim während der hohen Feiertage (1904)  
Abschied von der alten Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1907)  
Die Räume der alten Synagoge dienen für Lazarett- und Militärzwecke (1914)  
Verkauf der alten Synagoge in der Schützenstraße (1921)  
Zum Verkauf der alten Synagoge in der Schützenstraße (1921) 
Zur Erinnerung an die alte Synagoge in der Schützenstraße (1921)  
Erinnerung an die alte Synagoge in der Schützenstraße (1921)  
Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft, u.a. mit kritischer Diskussion des Verkaufs der alten Synagoge (1922) 
50-jähriges Jubiläum des Frankfurter Mekor Chajim (1924) 
Friedberger Anlage:  
Zum Neubau einer zweiten Gemeindesynagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1900)  
Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft (1902)  
Artikel über die Israelitische Religionsgesellschaft und die Synagogenbaufrage (1903) 
Die Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft stimmt dem Synagogenneubau zu (1904) 
Architektenentwürfe für die neue Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft liegen vor (1904)  
Grundsteinlegung für die neue Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1905)   
Darf an der Synagoge auch am Schabbat gebaut werden? (1907)  
Versammlung von Gemeindemitgliedern gegen Bauarbeiten an der neuen Synagoge und des Philanthropins am Schabbat (1907) 
Resolution der Zentralvereins israelitischer Gemeindemitglieder gegen Arbeiten an Samstagen und Feiertagen bei Neubauten der jüd, Gemeinde (1907) 
Versammlung der Zionistischen Vereinigung, dabei Diskussion um das Bauen am Schabbat bei der neuen Synagoge und dem Philanthropin (1907)  
Über die neue Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (Friedberger Anlage) (1907)   
Einweihung der neuen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1907)  
Rituelle Kunstgegenstände in der neuen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1907) 
Ergänzungen zum Bericht über die Einweihung der neuen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1907)  
Publikation von Fotografien der neuen Synagoge an der Friedberger Anlage (1908)  
Radierung der Synagoge Friedberger Anlage (1925)   
Neues Bild der Synagoge Friedberger Anlage (1926)  
Gedenkblätter zum 25-jährigen Bestehen der Synagoge Friedberger Anlage (1932)  
Fertigstellung einer Torarolle für die Synagoge Friedberger Anlage (1933) 
Neue Torarolle für die Synagoge Friedberger Anlage (1934)     
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der Synagogen 
   
Geschichte der Synagoge Schützenstraße  
   
Nachdem seit der Mitte der 1840er-Jahre unter Rabbiner Leopold Stein die Gottesdienste in der Hauptsynagoge immer mehr von den Reformideen des liberalen Judentums geprägt waren (Orgel, deutsche Gebete, gemischter Chor u.a.m.), spalteten sich 1851 die orthodox Gesinnten der Gemeinde von der Israelitischen Gemeinde Frankfurts ab und bildeten fortan die Israelitische Religionsgemeinschaft. Diese bemühte sich unter ihrem nach Frankfurt berufenen Rabbiner Samson Raphael Hirsch sehr schnell um die Abhaltung von traditionellen Gottesdiensten in einem eigenen Betraum beziehungsweise einer eigenen Synagoge. Zunächst wurden die Gottesdienste in provisorischen Synagoge, die in einer gemieteten Wohnung eingerichtet worden war, abgehalten.
 
Zum Bau einer Synagoge konnte 1852 ein Bauplatz gekauft und auf diesem in den folgenden Monaten eine Synagoge erbaut werden. Das Grundstück, auf dem auch eine eigene Schule errichtet wurde, war im Osten von der Schützenstraße und im Norden von der Rechneigrabenstraße begrenzt. Die Grundsteinlegung fand am 30. September 1852 statt, die feierliche Einweihung am 29. September (28. Elul) 1853. Der Bau wurde durch die Familie Rothschild finanziell stark unterstützt; in der Synagoge selbst gab es auf der Empore einen abgeschlossenen Raum für die Rothschild'sche Familie. Die Synagoge wurde hebräisch auch Bet Tefilat Jeschurun genannt. Im Unterschied zu der als "Stein'sche Synagoge" genannten Hauptsynagoge wurde bei der Synagoge Schützenstraße auch von der "Hirsch'schen Synagoge" gesprochen. Hinter diesen Bezeichnungen standen die Namen der beiden prägendenden Gestalten der seinerzeitigen liberalen beziehungsweise der orthodoxen jüdischen Gemeinde in Frankfurt: Rabbiner Leopold Hirsch und Rabbiner Samson Raphael Hirsch. Die Synagoge hatte 250 Männer- und 200 Frauensitzplätze.  
 
Bereits 1870 musste die Synagoge vergrößert werden (siehe Bericht unten). Der Umbau wurde 1872/73 vorgenommen. Dabei wurde die Synagoge nur in der Länge erweitert; der Erweiterungsbau wurde im Garten der Schule der Religionsgesellschaft erstellt. Während der Bauzeit konnten die Gottesdienst in der Synagoge abgehalten werden, da erst nach Fertigstellung des Anbaus im Bereich der bisherigen Ostwand ein Abbruch derselben vorgenommen wurde. Die Einweihung der erweiterten Synagoge war drei Tage vor Rosch Haschana 1873, das heißt am 19. September 1873
 
1881
erhielt die Synagoge einen neuen Toraschrein (siehe Bericht unten). Um 1900 war absehbar, dass die Israelitische Religionsgesellschaft auf Grund der gestiegenen Zahl der Gemeindeglieder eine neue Synagoge bauen sollte. An den Hohen Feiertagen mussten zu den Gottesdiensten in der Synagoge auch welche im Hörsaal der Gemeinde in der Schützenstraße durchgeführt werden, um alle Gottesdienstbesucher aufnehmen zu können (siehe Anzeige von 1904 unten). Der letzte Gottesdienst in der Synagoge Schützenstraße war am 29. April 1907. An diesem Tag wurden die 22 Torarollen der Gemeinde feierlich zur neuen Synagoge an der Friedberger Anlage gebracht (siehe Berichte unten).  
     
   
Geschichte der Synagoge an der Friedberger Anlage   
    
Nach mehrjährigen Vorüberlegungen in verschiedenen Gremien der Gemeinde beschloss eine Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft im Dezember 1903 oder Anfang Januar 1904 den Bau einer neuen Synagoge an der Friedberger Anlage. Ein Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben, der im Oktober 1904 die Entscheidung brachte, aus 129 eingegangenen Entwürfen den Plan der Architekten Jürgensen und Bachmann in Berlin-Charlottenburg auszuführen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 21. November 1905. In den folgenden anderthalb Jahren wurde die Synagoge in einem damals sogenannten spätromanischen Stil erbaut. Sie galt als eine der größten Synagogen der Welt. Spenden zum Bau der Synagoge gingen von vielen Gemeindegliedern ein; auch für diese Synagoge kam eine große Spende aus der Familie Rothschild. 

Die neue Synagoge an der Friedberger Anlage wurde am 29. April 1907 durch Rabbiner Dr. Breuer eingeweiht. Sie war damals eine der größten Synagogen der Welt. In einem damals sogenannten spätromanischen Stil hatten die Berliner Architekten Peter Jürgensen und Jürgen Bachmann das Gebäude entworfen (zu den Einweihungsfeierlichkeiten und Beschreibungen der Synagoge siehe die Berichte unten). Die Synagoge verfügte über 1000 Sitzplätze für Männer und 600 Sitzplätze für Frauen.  
    
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge angezündet. Das Feuer richtete zunächst nur einen begrenzten Schaden an, weswegen in den folgenden Tagen insgesamt viermal die Synagoge erneute unter Einsatz von Benzinfässern angezündet worden. Auf polizeiliche Anweisung hin musste die Gemeinde wegen Einsturzgefahr das Gebäude auf eigene Kosten abbrechen lassen. Mit dem Abbruch wurde am 17. November 1938 begonnen. Auf Grund der massiven Bauweise der Synagoge zog sich der Abbruch über mehrere Monate hin. 
 
1942 wurde auf dem Grundstück der abgebrochenen Synagoge durch französische Kriegsgefangene ein Luftschutzbunker für den Zivilschutz erbaut, der bis zur Gegenwart vorhanden ist. am 7. November 1988 wurde innerhalb einer Gedenkstätte ein Gedenkstein mit dem Text aufgestellt: "Hier stand die 1907 erbaute Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft. Sie wurde in der Pogromnacht des 9. Novembers 1938 angezündet und zerstört" mit hebräischem Text. Die Gedenkstätte wurde durch die Landschaftsarchitektin Jeanette Garnhartner gestaltet.  
    
    
    
Berichte zur Geschichte der Synagoge 
   
Beiträge zur Geschichte der Synagoge in der Schützenstraße 

Die orthodoxe Gemeinde kauft einen Bauplatz für eine neue Synagoge (1852)         

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. März 1852: "Frankfurt am Main, 12. Februar (1852). Die orthodoxe Partei unserer hiesigen Israeliten hat dieser Tage einen Bauplatz in der Nähe des Wollgrabens angekauft, um daselbst eine neue Synagoge für die Abhaltung ihres Gottesdienstes zu erbauten."     

    
Die neue Synagoge wird alsbald fertig (1853)         

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 18. Februar 1853: "Frankfurt. Unsere neue Synagoge, die bereits längere Zeit unter Dach gebracht ist, schreitet ihrer Vollendung immer näher und wir hoffen noch diesen Sommer der feierlichen Einweihung beiwohnen zu können. Auch die Stein'sche Partei ist jetzt eifrig bemüht, eine neue Synagoge zu erbauten; man hat aber bis jetzt die dazu erforderliche Summe noch nicht aufbringen können. Hirsch's Gemeinde gewinnt immer mehr an Mitgliedern, und man ist von seinen Predigten, sowie von seinen religiösen Vorträgen, die er mehrere Mal wöchentlich in seinem Hause hält, ganz begeistert. - Für junge Leute, die sich dem talmudischen Fache widmen, hält Herr Rabbiner Hirsch ebenfalls jeden Tag einen zweistündigen Vortrag. So entwickelt dieser Mann nach allen Seiten hin eine ruhmvolle Tätigkeit, und wir wünschen seinem frommen Wirken den schönsten Erfolg".      

  
Über die neue Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft "Beth Tefilla Jeschurun" (1856)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. November 1856:  "Es ist Samstag. Ich ströme mit vielen Andern in die Synagoge Beit Tefilat Jeschurun von Hirsch. Ein sehr schönes, imposantes Gotteshaus, allen Anforderungen der Neuzeit und der Eleganz entsprechend. Die Galerie enthält einen abgeschlossenen Raum für die Freiherrlich Rothschild'sche Familie. Der Gottesdienst wird mit größter Ordnung, im Übrigen ganz in der früheren Weise verrichtet. Ein trefflicher Chor, der auf die Westseite der Synagoge parterre, aber etwas erhöht, platziert ist, unter der tüchtigen Leitung des Herrn Jafet, steht dem Vorsänger zur Seite. Die sämtlichen Chorgesänge - natürlich nur hebräische - werden vierstimmig ausgeführt und sind im Drucke erschienen. Sonntags wohnte ich in derselben Synagoge einer Trauung bei. Auch diese fand ganz nach altem Ritus statt, nur wurde das Brautpaar von dem Chore mit einem Gesange (Baruch Haba Beschem Adonai') empfangen und schloss ein solcher den Akt. - die im Bau begriffene Hauptsynagoge (der Stein'schen Gemeinde) wird in einem prachtvollen Stile und in sehr großen Dimensionen ausgeführt; nur schade, dass das Hauptportal in keiner schönen Straße liegt; dagegen steht die Ostseite auf einem schönern Platze.  
Da auch in Frankfurt gerade Ferien waren, so hatte ich keine Gelegenheit, die dortigen Schulanstalten, noch die an deren Spitze stehenden Männer, die Herren Rabbiner Hirsch, Dr. Jost, Dr. Stern persönlich kennen zu lernen..."     


Besuch am Schabbat in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1866)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1866:      

  
Bericht über einen Besuch des Gottesdienstes der Israelitischen Religionsgesellschaft (1867)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Mai 1867:    

  
Die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft soll vergrößert werden (1870)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Januar 1870: "Frankfurt am Main, den 13. Januar (1870). Die Synagoge der hiesigen (orthodoxen) israelitischen Gesellschaft ist im Laufe der Zeit für die große Menge der Besucher derselben zu klein geworden. Sie wird nunmehr durch einen Umbau bedeutend vergrößert werden - so mehrte sich das Volk und breitete sich aus [nach 2. Mose 1,12]".   

  
Einweihung eines neuen Toraschreines in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1881)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. September 1881:     

   
Kohanim-Waschbecken als Geschenk für die Synagoge der Religionsgesellschaft (1896)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. April 1896:     


Hinweis auf Gottesdienste der Israelitischen Religionsgesellschaft im Hörsaal in der Schützenstraße zu den hohen Feiertagen (1904)       

Frankfurt FrfIsrFambl 02091904a.jpg (57671 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. September 1904:    

    
Hinweis auf Gottesdienste des Vereins Chewre Tehillim während der hohen Feiertage (1904)       

Frankfurt FrfIsrFambl 02091904.jpg (34745 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. September 1904:     

 
Abschied von der alten Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1907)   
Hinweis: in diesem Artikel wird auch über die Einweihung der neuen Synagoge berichtet, wie auch unten die Berichte zur Einweihung der neuen Synagoge auf den Abschied von der alten Synagoge eingehen.    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. September 1907: "Frankfurt am Main, 30. August (1907). Am Donnerstagnachmittag um 3 Uhr versammelten sich die Mitglieder der 'Israelitischen Religionsgesellschaft' in ihrem alten Gotteshause, um mit dem Mincha-Gebet von der geweihten Stätte Abschied zu nehmen. Tiefer Ernst lag auf Aller Antlitz. Wie in der Neïlastunde. Wie bei jedem großen Scheiden. Mit bebender Stimme trug Oberkantor Friesländer, der ein Menschenalter hindurch in dieser Synagoge gewirkt, die Psalmen 42 und 132 und die Tefila vor. Dann bestieg Rabbiner Dr. Breuer die Kanzel, um den Gefühlen Ausdruck zu geben, die die Gemüter Aller im Innersten bewegten. Der Redner knüpfte an das Wort der Weisen an (hebräisch und deutsch:) Bei der Tefilat Mincha soll man sagen: 'Es sei Dein Wille, Gott, mein Gott, wie Du mich die Sonne sehen ließest bei ihrem Aufgang, so lass mich die Sonne auch sehen bei ihrem Untergang.' das Minchagebet ist der getreueste Ausdruck der Stimmung, die in dieser Stunde uns beherrscht. Es ist das Gebet, mit dem wir Abschied nehmen von jedem Tag, der sich seinem Ende zuzuneigen beginnt. Drum nehmen wir mit ihm Abschied von diesem geweihten Raum, von dieser herrlichen Bet Haknesset (Synagoge), das einst unsere heimgegangenen Brüder und Schwestern vereinte, wo wir alltäglich zu Gott emporgefleht, an den Tagen der Freude und des Leids, wo wir die Kraft geschöpft für die Erfüllung der unser im Leben harrenden Pflichten. Eine Abendhuldigungsgabe ist das Minchagebet, Minchat Erew in besonderem Sinne ist auch dieser letzte Gottesdienst in unserer alten Synagoge. In die Freude, die uns aus dem neuen Gotteshaus entgegenstrahlt, mischt sich der Schmerz des Abschieds, und wie könnte es anders sein? Wäre nicht kaltes Erz unser Inneres, wenn uns nicht schmerzte die Trennung von diesem Hause, wo jeder Stein den Sieg der Wahrheit über die Lüge, die Macht des Torageistes kündet, der aus so kleinen Anfängen unserer Gemeinde so Wunderbares und Großes erstehen ließ! Wie könnten wir ohne Schmerz von dieser Stätte scheiden, wo nahezu 40 Jahre hindurch unser großer Rabbiner S. R. Hirsch - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen, das Wort der Sinaitischen Lehre verkündet und seine Hörer für sie entflammt und begeistert hat. Und doch soll uns die Wehmut der Trennung die Freude nicht rauben. Lehrt uns doch gerade das Minchagebet, in jedem Wechsel des Geschickes nur die eine, lichtspendende Gotteswaltung zu erkennen. Lehren uns doch die Weisen in der Tefilat Mincha beten, Gott möge, wie er uns die Sonne beim Aufgehen sehen ließ, so auch bei ihrem Untergang sie uns weiter leuchten lassen. Denn die Sonne geht in Wahrheit niemals unter. Wenn sie hier dem Blick entschwindet, scheint sie dort schon im alten Glanze. Und wenn wir von diesem Gotteshaus nach mehr als einem halben Jahrhundert scheiden müssen, die Herrlichkeit des Neuen Baues strahlt uns schon entgegen. Nur, was irdisch ist, Stein und Holz, lassen wir hier zurück, die Keduscha aber, das Ewige, nehmen wir mit. Die Tora wird dort wie hier uns erleuchten, dort wie hier uns maß- und normgebend sein. Und der Segen, der uns beim Eintritt in die alte Synagoge begleitet, wird uns auch beim Auszug folgen. Wie unser Lehrer Moscheh so rufen wir, beim Reisen der Bundeslade, wenn die Lade sich nun erhebt (hebräisch und deutsch): 'Auf, o Gott, so zerstieben Deine Feinde, so fliehen Deine Feinde vor Deinem Angesicht!' Räume uns hinweg die Hindernisse auf dem Weg, der zu Deinem Licht führt. - Nachdem der Redner geschlossen, wurden die Torarollen aus dem Toraschrein entnommen, und während der Chor Adon Olam sang, entfernte sich die Gemeinde aus den altgewohnten Räumen, die noch nicht die Spuren des Alters tragen, und nur, weil sie zu eng geworden sind, verlassen werden mussten. Die Einweihung des Neuen Gebäudes nahm ihren Anfang, Abends 1/2 7 Uhr. Die mächtigen Räume, über die ein Meer von Licht ausgegossen lag, waren dicht gefüllt. Als Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden erschienen der kommandierende General von Eichhorn, Regierungsrat Mahrenholz, Bürgermeister Grimm, Bürgermeister Varrentrapp; eine große Zahl auswärtiger Rabbiner und Gemeindevertreter, hatten sich zur Teilnehme an dem Feste eingefunden. Mit dem Gesang Mah towu leitete der Chor die Feier ein. Während des Vortrags von Psalm 118 treten die Träger der Torarollen in den Synagogenraum und bewegen sich auf den Almemor zu. Es ist ein ergreifender Augenblick, wie der Rabbiner den Almemor betritt und mit fester Stimme die Birkat hatow wehamtiw spricht. Nun folgt der Umzug mit den Torarollen und das Einheben derselben. Die Festpredigt des Herrn Rabbiner Dr. Breuer nimmt ihren Ausgang von dem letzten Verse des oben gesungenen Psalms 30 (hebräisch und deutsch): 'Darum soll alles Herrliche Dir singen und nie aufhören, Gott, mein Gott, in alle Zukunft will ich dir danken.' Das Gefühl des Dankes, so begann der Redner, das der König David mit diesen Worten zum Ausdruck brachte für die Verwirklichung seines heißesten Wunsches, die durch seinen Nachfolger vollzogen werden sollte, dieses Gefühl des Dankes bewegt auch unsere Brust, des Dankes gegen Gott, der uns diese Stunde erleben ließ, der selbst gut ist und Gutes veranlasst,     
Frankfurt Israelit 05091907b.jpg (892109 Byte)der von seiner Güte einen Funken in die Menschenbrust gelegt und Edelsinn und Freigebigkeit geschaffen. Dank sei auch den Mitgliedern der Gemeinde, den Männern und Frauen, den Jünglingen und Jungfrauen, die nach Maßgabe ihres Könnens beigetragen zu dem Werk, Dank dem Vorstand und den Herren des Baukomitees für die selbstlose Hingebung, die sie dem Bau gewidmet, Dank den Meistern und Architekten, die ihn entworfen und bis zur Vollendung gefördert. Der Redner geht dann dazu über die Bedeutung des Beit Haknesset (Synagoge) zu kennzeichnen. Gottesdienst ist dieses Hauses Zweck und Bestimmung. Was aber haben wir unter Gottesdienst zu verstehen? Gott dienen heißt Gott gehorchen. Nur als Voraussetzung für diesen Gottesdienst, als die Stätte, wo wir uns für den Gottesdienst draußen im Leben rüsten, haben wir die Synagoge zu betrachten. Ihren Wert erhält sie durch die Art, wie wir in unseren Häusern, in unserem Wirken und Streben den Pflichten des Gottesgesetzes gerecht zu werden suchen. Dieser Bestimmung sei das neue Haus geweiht. Es sind nun etwa, so fuhr dann der Redner fort, etwa 56 Jahre her, dass hier eine kleine Schar Gott begeisterter Männer der Not gehorchend sich in ein kleines Stübchen flüchtete, um da ihren Gottesdienst abzuhalten. Mit verächtlichem Lächeln sahen die Fernstehenden dieses Tun mit an. Wer hätte gedacht, dass das Häuflein sehr bald zum Bau einer Synagoge schreiten und dass sie diese später auf das Doppelte erweitern würden. Und nun ist auch diese große Synagoge  

   
Die Räume der alten Synagoge dienen für Lazarett- und Militärzwecke (1914)       

Frankfurt Frf IsrFambl 07081914.jpg (158502 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 7. August 1914:       

 
Verkauf der alten Synagoge in der Schützenstraße (1921)          

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1921:   


Zum Verkauf der alten Synagoge in der Schützenstraße (1921)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. März 1921:    

  
Zur Erinnerung an die alte Synagoge in der Schützenstraße (1921)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juni 1921:    


Erinnerung an die alte Synagoge in der Schützenstraße (1921)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juni 1921:    

  
Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft, u.a. mit kritischer Diskussion des Verkaufs der alten Synagoge (1922)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom  19. Januar 1922:   

 
50-jähriges Jubiläum des Frankfurter Mekor Chajim (1924)   

Frankfurt Israelit 12061924.jpg (629281 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Juni 1924:      
Frankfurt Israelit 12061924a.jpg (731356 Byte)    
Frankfurt Israelit 12061924b.jpg (621543 Byte)   


 
Beiträge zur Geschichte der Synagoge Friedberger Anlage  
Zum Neubau einer zweiten Gemeindesynagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1900)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Mai 1900:    
Frankfurt Israelit 21051900a.jpg (163196 Byte)    

 
Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft (1902)   

Frankfurt Frf IsrFambl 30121902.jpg (144497 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom   

 
Artikel über die Israelitische Religionsgesellschaft und die Synagogenbaufrage (1903)      

Frankfurt Frf IsrFambl 31121903.jpg (1018780 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 31. Dezember 1903:      

 
Die Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft stimmt dem Synagogenneubau zu (1904)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Januar 1904: "Frankfurt am Main, 6. Januar (1904). Die Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft gab ihre Zustimmung zum Bau der neuen Synagoge Friedberger Anlage 5 und 6. Der Bau soll 1000 Plätze für Männer und 6 bis 800 für Frauen enthalten. Trotz eines Defizits bei der Realschule schließt der Etat sehr günstig ab."      

  
Architektenentwürfe für die neue Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft liegen vor (1904)       

Frankfurt Frf IsrFambl 17061904.jpg (133878 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. Juni 1904:     
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Oktober 1904:  

            
Grundsteinlegung für die neue Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1905)    

Frankfurt FrfIsrFambl 27101905.jpg (49243 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 27. Oktober 1905:     
 
Frankfurt FrfIsrFambl 17111905.jpg (58455 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. November 1905:  
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Dezember 1905:  

    
Darf an der Synagoge auch am Sabbat gebaut werden? (1907)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 29. März 1907: "Frankfurt am Main. Gegenwärtig werden die Gemüter der Mitglieder der israelitischen Gemeinde lebhaft bewegt durch die Nachricht, dass man beabsichtigt, bei den geplanten Neubauten der Gemeinde, Synagoge und Schule, auch am Samstag zu bauen. Zu einer Aussprache über diesen Gegenstand und zur Stellungnahme dazu ladet nunmehr der Zentralverein israelitischer Gemeindemitglieder die Mitglieder der Gemeinde zu einer öffentlichen Versammlung ein, welche am Dienstag, 9. April, abends 1/2 9 Uhr im Saale des Kaufmännischen Vereins stattfindet. Das einleitende Referat hat Herr Dr. med. W. Hanauer übernommen."         

   
Versammlung von Gemeindemitgliedern gegen Bauarbeiten an der neuen Synagoge und des Philanthropins am Sabbat (1907)     

Frankfurt FrfIsrFambl 12041907.jpg (284630 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. April 1907:     
Frankfurt FrfIsrFambl 12041907a.jpg (259814 Byte)   

 
Resolution des Zentralvereins israelitischer Gemeindemitglieder gegen Arbeiten an Samstagen und Feiertagen bei Neubauten der jüdischen Gemeinde (1907)    

Frankfurt FrfIsrFambl 12041907rr.jpg (154626 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. April 1907:     

   
Versammlung der Zionistischen Vereinigung, dabei Diskussion um das Bauen am Sabbat bei der neuen Synagoge und dem Philanthropin (1907)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1907:    


Über die neue Synagoge der Israelitischen Religions-Gesellschaft (Friedberger Anlage) (1907)   

Frankfurt Israelit 29081907a.jpg (717303 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. August 1907: "Die neue Synagoge der Israelitischen Religions-Gesellschaft zu Frankfurt am Main. Sechsundfünfzig Jahre sind es in diesem Monat. Ein kleines Häuflein nur hatte den zerstörenden Stürmen der Reform stand gehalten. Nur wenige waren übrig geblieben in der einstigen Stadt und Mutter in Israel, als die Frankfurt von altersher gegolten hatte - unter der Jugend so wenige, dass einer von ihnen in seinen Erinnerungen berichtet, er habe keinen Altersgenossen gehabt, der nur noch das Gebot, Tefillin anzulegen geübt hätte. Diesen wenigen fehlte nicht der Mut. Sie ließen an einen rüstigen Kämpfer ihren Ruf ergehen, an einen Mann, der seines Geistes Schwungkraft der Weilt schon offenbart hatte in zwei Schriften voll heiligen Eifers und zündender Gedanken. Und er, der Landesrabbiner von Mähren, folgte dem Ruf der kleinen Schar, weil er erfüllt war von der Überzeugung, dass Gott mit den Wenigen ist, wofern die Wahrheit und das Recht nur auf ihrer Seite steht. 56 Jahre sind es in diesem Monat, dass Samson Raphael Hirsch - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - nach Frankfurt kam, um hier die Fahne der Tora mit starker Hand aus dem Staub zu erheben und die Treugebliebenen um sie zu sammeln. Außer einem gewaltigen Arbeitsfeld hatte die Religionsgesellschaft, die sich kurz vorher zur Erhaltung der überlieferten Heiligtümer gebildet, dem eine hervorragende äußere Stellung aufgebenden Manne nicht viel zu bieten. Nicht einmal eine Stätte, wo er seinem Kreise das Wort der Tora hätte verkünden können, nicht einmal eine Synagoge war vorhanden. Die Betstube der Israelitischen Krankenkasse bat man ihn zu besuchen. Aber hier war seines Bleibens nicht; die Verwaltungs-Kommission der Krankenkasse, der auch jene Synagoge unterstand, verletzte die Rücksicht, die Hirsch als Rabbiner gebührte, und die Religionsgesellschaft war gezwungen, in einer gemieteten Wohnung eine provisorische Synagoge zu errichten. Hier hielt Hirsch nun allsabbatlich die begeisternden, von der Fülle der Gedanken überströmenden Reden, mit denen er die Herzen entflammte und die Gemüter erleuchtete. In diesen Räumen erschloss er einer immer mehr wachsenden Schar von Zuhörern die Tiefen des göttlichen Gesetzes, gewann und stärkte er sie zum Kampf gegen die feindlichen Bestrebungen, die sich der jungen Religionsgesellschaft bei ihrer friedlichen Arbeit hindernd in den weg stellten, die sie aber unter Gottes Beistand, geführt von ihrem genialen Meister, Schritt vor Schritt siegreich überwinden sollte.   
Dem Geschlechte, das heute zur Weihe des zweiten Gotteshauses der Religionsgesellschaft sich anschickt, nachdem das erste die Zahl der Einlassbegehrenden nicht mehr zu fassen vermocht, ziemt der Rückblick auf diese Anfänge der Gemeinde. Anfänge waren es, wiewohl nur der Faden weitergesponnen werden sollte, den die Väter in Händen gehalten, den aber eine neue, ihres Gottes vergessende Zeit abgerissen hatte. Die Geschichte der Religionsgesellschaft gleich darin der des jüdischen Volkes im ganzen, dass auch in ihr das unwahrscheinlich Klingende volle Wirklichkeit ward. 'Der Stein, den die Bauleute verachtet, ist zum Haupteckstein geworden.' Und der Winzigkeit ihres Beginnes sich erinnernd beugt sich die Gemeinde im Angesicht des mächtig sich dehnenden Baues, der nun vollendet ward, demütig das Haupt vor dem Lenker der Geschichte, der auch diesen Tag in wunderbarer Weise gewirkt. -  
Im Jahre 1853, am 28. Elul (29. September), zog die Religionsgesellschaft aus ihrem bisherigen gemieteten Bet HaKnesset (Synagoge) in die Synagoge, die sie in der Schützenstraße errichtet hatte; die Lehranstalt der Gemeinde bestand bereits seit einem halben Jahr. Die Synagoge umfasste nur 250 Männersitze und etwa 200 Frauensitze; und man glaubte, dass diese Zahl den Bedarf weit übersteigen würde. Aber schon nach einigen Jahren waren die Plätze vergriffen, Bald erwies sich eine Vergrößerung des Gebäudes als dringend erforderlich. Man suchte sich lange Jahre zu behelfen, bis man schließlich im Jahre 1872, als keine Wahl mehr blieb, sich zum Bauen entschloss. Der Garten der Unterrichtsanstalt wurde für den Anbau benutzt. Die Synagoge wurde nur in der Länge erweitert, sodass der Gottesdienst während des Bauens nicht verlegt zu werden braucht. Erst nachdem der Anbau vollständig ausgeführt war, wurde er durch Abbruch der bisherigen Ostwand mit der Synagoge vereinigt, aber auch während dieser Abbrucharbeit wurde der Gottesdienst nicht gestört; man errichtete eine Holzwand, die währenddessen die Ostseite abschloss, und nur in der kurzen Zeit, die zu deren Niederlegung notwendig war, fand das gemeinsame Gebet in den Räumen der Unterrichtsanstalt statt. Der Tage vor Rosch Haschana im Jahr 1873 ward in derselben weise wie zwanzig Jahre vorher die Einweihungsfeier vollzogen.  
In den folgenden Jahrzehnten, die der Religionsgesellschaft die volle Selbständigkeit und alle Rechte einer Gemeinde brachten, wuchs die Zahl der Mitglieder unaufhörlich, sodass jetzt schon seit Jahren die weiten Räume der Synagoge in der Schützenstraße nicht genügten. Man erließ im Jahre 1904 ein Ausschreiben, durch das den drei besten eingelieferten Entwürfen zum Neubau Preise von 4000, 2500 und 1500 Mark zugesichert wurden. Das Preisgericht, das aus den Herren Geheimer Oberbaurat Professor Hofmann - Berlin, Königlicher Baurat Neher - Frankfurt am Main, Königlicher Baurat March - Charlottenburg, Wilhelm Hackenbroch (Mitglied des Vorstandes), Dr. Israel Roos (Mitglied des Ausschusses) und Michael Schwabacher (Mitglied der Baukommission) bestand, trat im Oktober desselben Jahres zusammen. Von den durch das Preisgericht prämiierten Arbeiten wurde schließlich die der Architekten Jürgensen und Bachmann in Charlottenburg zur Ausführung bestimmt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 21. November 1905. Über den vollendeten Bau seien im Anschluss an unsere Illustrationen folgende Daten mitgeteilt: 
Der Hauptraum hat im Grundriss die Form eines Rechtecks, dessen Längsachse genau von Osten nach Westen gerichtet ist; die Synagoge ist somit genau orientiert. Vor dem Hauptbau lagert sich ein geräumiger Vorhof, der nach der Friedberger Anlage hin durch zwei große Portale (Männereingänge) geöffnet, und nach den Seiten hin durch die vorderen Flügelbauten abgeschlossen ist. Durch den dem Hauptgiebel vorgelagerten Portalvorbau gelangt man zunächst in die geräumige Vorhalle, von wo breite Türen zu den Männergarderoben und zum Hauptraum führen. Das Mittelschiff des Hauptraumes ist durch eine riesige Tonne überwölbt, in welche die Querschiffe der Seitenemporen als Stosskappen hineinschneiden und dem Raum eine ruhige monumentale Gesamtwirkung geben. Vorne an der Ostwand erhebt sich der Estradenaufbau (ganz in nassauischem Marmor gehalten); zu beiden Seiten liegen die Räume für Rabbiner, Kantoren und Synagogenbeamten. In der Mitte steht der Almemor, aus kostbarem Kyrosmarmor mit Bronzefüllungen gefertigt. Die Frauen gelangen durch die zu beiden Seiten der Hauptportalbögen gelegenen Vorhallen auf breiten hellen Aufgängen in die geräumigen Frauengarderoben, die durch je 2 Türen mit der West- respektive den Seitenemporen verbunden sind. Im Osten der Seitenemporen sind Nottreppen angebracht. Das Erdgeschoss hat Raum für 1000 Plätze, das Emporengeschoss für 600 Plätze. Die Versammlungssäle mit Nebenräumen sind im Parterre des rechten Flügelbaues angeordnet. In dem vorderen Teil des rechten Flügelbaues ist im Obergeschoss eine Wohnung vorgesehen und über der Frauengarderobe eine weitere Wohnung für den Hausmeister. Im linken Flügel liegt im Parterre das Sitzungszimmer, durch eine Wendeltreppe mit der Kanzlei und den Archivräumen verbunden. Beide Flügelbauten, die große Vorhalle und die Räume im Osten, sind unterkellert, zunächst aber nur für Heizungs- und Lüftungszwecke in Anspruch genommen. Im Hauptraum ist überall doppelte Verglasung vorgesehen und zwar an der Innenseite Kunstverglasung. Das Gestühl ist in Eichenholz, die Wandvertäfelungen der Haupt- und Nebenräume in Kiefernholz angefertigt. Auf gute Heizung und Lüftung wurde sehr viel gewicht gelegt; namentlich die Lüftungsanlage wurde mit allen Verbesserungen der Neuzeit ausgeführt. Außer der elektrischen ist auch Gasbeleuchtung vorgesehen. Die Architektur ist in modernisiert romanischen Formen gehalten und zeigt stellenweise auch maurische Anklänge. Der Hauptbau mit sehr reich detailliertem Giebel türmt sich zu einer mächtigen, von zwei gedrungenen Türmen flankierten Gruppe auf. Durch das Zurückschieben des Hauptbaues und die niedrigen vorgeschobenen Flügelbauten ist eine ebenso zweckmäßige wie fein empfundene malerische Anlage geschaffen, womit gleichzeitig eine wirkungsvolle Steigerung des Hauptbaues erzielt wurde. Durch den gewählten Muschelkalk als Hauptbaumaterial kommt die eingehende und liebevolle Durcharbeitung aller Einzelheiten, namentlich der originellen Bildhauerarbeiten besonders charakteristisch zur Geltung. Es lohnt sich die Einzelheiten zu studieren. Überall neue Motive, neue Gruppierungen und doch nirgends Überladung, immer herrscht das Gefühl der Notwendigkeit und ernsten, feierlichen Erhabenheit vor. Im Inneren gestattete die Opferwilligkeit der vielen Spender eine reichere Ausstattung als zu Anfang geplant war. Es würde hier zu weit führen die vielen Details entsprechend zu würdigen, es seien nur die reichen, kostbaren Marmor-, Bronze- und Schmiedearbeiten erwähnt und die eigenartige Technik in der Ausmalung des Hauptraumes, die verhältnismäßig einfach ausgeführt, doch sehr reich wirkt. Die Architektur, wie überhaupt die ganze Art der Ausstattung und Behandlung weicht von den in Frankfurt am Main üblichen Formen ab; aber trotzdem dürfte das Gebäude, was Frische der Gestaltungskraft und Feinheit des Empfindens anlangt, der Stadt Frankfurt am Main zur Zierde gereichen.  -  
Die 'Israelitische Religionsgesellschaft' kann stolz sein auf das große und schöne Gotteshaus, in das sie aus den historischen Räumen der alten Synagoge heute übersiedelt. Ist ja der neue Bau ein Wahrzeichen der sich immer verjüngenden Lebenskraft des Geistes, der in der Gemeinde Gestalt gewonnen hat. Der Geist des alten gesetzestreuen Judentums, bestrahlt von dem Lichte der modernen Bildung, ist in dieser Gemeinde zum Siege geführt und von hier aus hinausgetragen worden in die weitesten Kreise der Judenheit, dort neuen Mut und neues Leben zu wecken. So werden die Bekenner des gesetzestreuen Judentums auf dem ganzen Erdenrunde an dem Festtage, den die Frankfurter 'Israelitische Religionsgesellschaft' heute begeht, freudigen Anteil nehmen."       
   
Frankfurt Israelit 29081907b.jpg (219985 Byte)"Festgruß an die neue Synagoge
Ich grüße Dich, Du stolzer Bau, 
Der neu sich dort erhebet; 
Grüß jede Seele, die in Dir  
Für unsre Tauroh lebet.  
Zwar schleicht sich Wehmut leis ins Herz, 
Da sich Dein Tor verriegelt, 
Du altes Heim, wo Meistergeist 
Hat Tauroh einst entsiegelt.  
Doch weiß ich, lebt' der Meister noch - 
Wie würd' ihm Dank entquillen, 
Dass prangend die Gemeinschaft wuchs, 
Die schuf sein Geist und Willen.  
Die aus dem Nichts entstand durch ihn, 
Der erst ihr gab das Leben, 
Und dessen Geist durchglühte sie 
Mit seinem Adlerstreben.  
Vor sich sein lichtes Ideal, 
Konnt hier er wirken, schaffen, 
Nicht irrte ihn der Spötter Hohn, 
Der Hochmut leerer Laffen.  
Und bald - da wandelt Spott und Hohn  
Sich in ein staunend Schweigen, 
Und vor der Wahrheit Hoheit muss 
Sich Feind und Hasser neigen. 
   
Als ir woëm bejisroël, 
Als Muster jüd'scher Kreise, 
Bricht der 'Kehilloh' Glanz die Bahn 
Der alten jüd'schen Weise.  
Und wenn auch heim der Meister ging, 
Er lebt und atmet weiter  
In der Gemeinde Herzen fort, 
In ihrem Führer und Streiter, -  
Und nun gemehrt von Jahr zu Jahr, 
Ward ihr der Raum zu enge, 
Und heut' durchbrausen das neue Haus  
Des Jubels und Dankes Klänge.  
Was Menschenkunst und -Hand vermag  
Und reiche Liebesgaben - 
Wie ragst Du himmelweisend, Bau, 
Den sie errichtet haben.  
Nun stehen alle dankerfüllt  
Im strahlenden Gebäude 
Und beugen demutsvoll das Haupt, 
Bewegt vor Gott in Freude.  
So mög' des Himmels Segen reich 
Mit uns hinüberziehen  
Und alle dunkle Schatten Dich, 
Du heil'ge Stätte, fliehen.  
Und jede Andacht, die sich hier, 
Herr, im, Gebet entzündet - 
Leih gnädig, Herr, dem Wort Dein Ohr, 
Das Deinen Namen kündet." 
Zur Abbildung: "Die hier in Originalgröße dargestellte Plakette wurde nach einem Entwurfe des Herrn M. Schnerb von dem Medailleur Reinhold Heun angefertigt. Sie zeigt den Neubau in einem Rahmen, welcher der Nische des Oraun hakaudesch der alten Synagoge nachgebildet ist, und bildet so gleichzeitig eine sinnige Erinnerung an das alte Gotteshaus. Die Plakette ist von Herrn Leo Hamburger, hier, zu beziehen. 
Postkarten mit Ansichten der neuen Synagoge wurden von den Firmen Grödel, A. und M. Löwenthal und Gebr. Roos angefertigt." 

     
Einweihung der neuen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1907)  
Anmerkung: auch in dem Bericht aus der Zeitschrift "Der Israelit" - oben unter "Abschied von der alten Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft" eingestellt - wird ausführlich über die Einweihung der neuen Synagoge berichtet.      

Frankfurt Frf IsrFambl 30081907.jpg (502804 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 30. August 1907:  "Die Einweihung der neuen Synagoge der Synagogengemeinde 'Israelitische Religionsgesellschaft' in Frankfurt am Main.  
Vor mir liegen drei Programme: 
Programm für die Einweihung der Synagoge Bes Tefillas Jeschurun zu Frankfurt am Main am 29. September 1853.
Programm zum feierlichen Empfange Seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. S. Breuer, 2. April 1880.  
Programm für die Feier der Einweihung der neuen Synagoge Bes Tefillas Jeschurun der Synagogengemeinde 'Israelitische Religionsgesellschaft', 29. April 1907.  
Jede dieser drei Feiern bedeutet den Beginn eines neuen Abschnittes in der Geschichte der Frankfurter Israelitischen Religionsgesellschaft. Als unter dem Voranzug der Schuljugend und dem Nachfolgen der Erwachsenen die Torarollen im feierlichen Zuge aus dem Betlokale in die nunmehr errichtete stattliche Synagoge in der Schützenstraße getragen wurden, da ward der ganzen Welt sichtbar, dass nach langen Kämpfen eine lebenskräftige Gemeinde erstanden war; als dann 27 Jahre später der Schöpfer dieses imponierenden Gemeinwesens die Augen geschlossen hatte und sein Nachfolger eingeführt wurde, nahm wieder eine neue Periode ihren Anfang, eine Periode ohne die gewaltige Persönlichkeit des genialen S. M. Hirsch's s.A.; und heute, nachdem die bisherige Synagoge längst zu eng geworden war und nun der Prachtbau einer neuen, gewaltigen Synagoge entstanden ist, tritt die Religionsgesellschaft in eine neue Phase ihrer Entwicklung, für die wir ein Prognostikon noch nicht stellen können, der wir aber eine reiche Fülle von Segen für den engeren Kreis der Gemeinde und für die gesamte Judenheit wünschen.  
Moses sprach zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israels: 'Das ist die Sache, die Gott geboten: Nehmet von Euch eine Gabe für Gott, jeder, den sein Herz dazu treibt, bringe die Gottesgabe an Gold, Silber und Kupfer.' Und das Volk brachte so viel, dass seinem Bringen Einhalt geboten werden musste.   
Auch diesmal hat dem Bringen gewehrt werden müssen. Ein erhebender Anblick: eine Gemeinde von vielleicht 700 Familien errichtet eine Synagoge mit dem Kostenaufwande von einer Million Mark, zu der noch die innere Einrichtung im Werte von fast hunderttausend Mark gespendet wurde. 
An der Friedberger Anlage erhebt sich der weiße mächtige Kalkstein-Bau mit seinen beiden wuchtigen, stumpfen Türmen, dem ein Vorhof mit zwei Seitengebäuden, die Sitzungszimmer, Kanzlei, Archiv, Portierwohnung usw. enthalten, vorangestellt ist. Es war eine schwere Aufgabe, die die ausführenden Architekten zu lösen hatten, denn es galt, auf einem für ein solch' gewaltiges Gebäude beschränkten Raume ein frei wirkenden Bau hinzustellen. Und die ausführenden Architekten haben diese Aufgabe nicht allein restlos gelöst; nein, sie haben sogar dank der vollständigen Freiheit, welche ihrem künstlerischen Empfinden die Auftraggeberin gewährt hat, etwas durchaus Selbständiges Originelles geschaffen, sodass die neue Synagoge als eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges bezeichnet werden darf. Denn auch das Innere ist nach eigenem künstlerischem Empfinden geschaffen.    
Durch eine Vorhalle, die durch eine in gelbgrauen Tönen bemalte Decke überspannt wird und die bereits eine das Profane verwischende Stimmung erweckt, tritt man auf die geschliffenen Marmorfließen des Synagogenraumes. Man ist überwältigt, aber in demselben Augenblick durchzieht beseligende Ruhe das Herz; denn imponierend und beruhigend wirkt der Innenraum, ein von mächtigen Pfeilern getragenes Tonnengewölbe von 22 Meter Spannung.  
Die Wände dieses Innenraumes sind in vermalter Kratztechnik ornamentiert. In der Mitte erhebt sich der von Frau Menko Kulp Witwe gestiftete Almemor aus feinstem weißen Marmor, unterbrochen durch getriebene Metall-Einsätze. Der Almemor ist ein Meisterwerk. Doch der Oraun Hakaudesch (Toraschrein) steht ihm nicht nach. Gerade in der Partie des Oraun Hakaudesch hat die Erfindungsgabe des Künstlers mit Königslaune schwelgen können. Die Masse des Oraun Hakaudesch, der ein Geschenk der Herrn Meier Selig Goldschmidt ist, besteht aus grauem nassauischen Marmor. Er wird flankiert von zwei mächtigen, mit Beleuchtungskörpern versehenen Pylonen, die in ihrem Metallglanze - sie sind aus Tombak getrieben - sich von der Marmorverkleidung wirkungsvoll abheben.  
Nachdem der Eintretende so das zuerst auf ihn Einwirkende in sich aufgenommen hat, lenkt sich sein Auge auf die Einzelheiten. Da  sind die von Herrn Louis Feist gestifteten vornehmen Beleuchtungskörper, die von verschiedenen Gemeindemitgliedern gestifteten bunten großen Fenster, das von Herren Gebrüder Mosbacher geschenkte kunstvoll geschmiedete Gitter zur Frauen-Galerie, das Ner Tomid (ewiges Licht), welches eine Gabe der Jugend ist usw. Bei dem Oraun Hakaudesch sollen die in Feuer vergoldeten Brismiloh- und Chanukkaleuchter - ersterer ein Geschenk der Herren Gebrüder Sondheimer, letzterer ein Geschenk des Herrn Adolf Stern - auf.   
Über die besonders schönen Silber-Gegenstände einige Worte: das Ner Tomid (ewige Lampe), von der Firma Carl Grebenau gefertigt, aus gediegenem Silber feuervergoldet hergestellt, ist vollständig handgearbeitet, reich ziseliert und mit Edelsteinen gefasst. Zeichnung und Modell sind nach den Intentionen der bauleitenden Architekten ganz im spätromanischen Stile, in welchem die Synagoge gehalten, ausgeführt. - Der Brismilohleuchter ist im kunstgewerblichen Atelier des Juweliers Felix Horovitz ausgeführt. Dieser fünfarmige Leuchter, dessen Höhe bis zu den in Onyx angefertigten Kerzen ca. 2,30 Meter beträgt, ist von vergoldetem Silber gefertigt. Auf einem dreiteiligen Fuß, der auf Kugeln ruht, erhebt sich, nach oben sich verjüngend, der vierkantige Schaft, aus dem sich die fünf Arme entwickeln, die oben von einer fein durchbrochenen Querleiste zusammengehalten werden. Jeder Arm trägt oben eine Tülle, die je eine große Onyxsäule (für Gas eingerichtet) umgeben von 12 Wachskerzen halten. Komposition und Ornamentik schließt sich dem Stil der Synagoge an. - Die gleiche Höhe wie der von   
Frankfurt Frf IsrFambl 30081907b.jpg (452440 Byte)der Firma Felix Horovitz angefertigte Brismilohleuchter hat der aus der Werkstätte der Silberwarenfabrik Lazarus Posen Witwe hervorgegangene Chanukkaleuchter. Auch er ist dem Stile der Synagoge angepasst; zu seiner Anfertigung wurde allein ein Zentner Silber verwandt. Die Firma Lazarus Posen Witwe hat außerdem die vier reizenden feuervergoldeten Omedleuchter, ein Geschenk des Herrn Meier Selig Goldschmidt, angefertigt, außerdem eine Weinkanne, die Herr Max David Goldschmidt, einen reichgetriebenen großen Hawdolohkerzenhalter, den Herr Gottschalk Engelbert, und die in Bronze ausgeführten Beleuchtungskörper für die Jahrzeitlichter und einen bis ins kleinste Detail ausgeführte Silber-Toragarnitur, die Herr Ferdinand Meyer gestiftet hat.  
Manches aus der Fülle des Gestifteten wäre noch zu erwähnen - so der gesamte Linoleum-Belag von Herrn Dr. Roos und der wertvolle antike silberne Toraschmuck von Herrn Jacob Besthoff -; aber das bereits Beschriebene gibt einen Begriff von dem Opfersinne, den die Mitglieder der Israelitischen Religionsgesellschaft betätigt haben, da sie Gott ein Heiligtum bauten.   
Der Abschiedsgottesdienst, der auf heute, Donnerstag, nachmittags 3 Uhr festgesetzt war, vereinigte zum letzten Male die Gemeinde - es war eine dichte Menge tief ergriffener Menschen, kein Plätzchen in dem weiten Raum war frei. Vor dem Mincha-Gebet wurde Psalm 42 abwechselnd vom Oberkantor Friesländer und der Gemeinde vorgetragen und nach demselben vom Oberkantor Psalm 132 rezitiert. Hiernach beschritt unter feierlicher Stille Herr Rabbiner Dr. Breuer die Kanzel.  
Der ehrwürdige Redner begann mit dem bekannten Mincha-Gebet: 'Es möge sein Wille sein, so wie er uns begnadet hat, die Sonne zu sehen in ihrem Aufgange, so möge er sie uns auch schauen lassen bei ihrem Abzuge'. Dieses Gebet sei angebracht bei der gegenwärtigen Feier; vor fünfzig Jahren wurde der Einzug in dieses Haus gefeiert, und heute wird nun der Auszug vorgenommen, aber es ist kein Untergang, sondern ein neuer Aufgang der Sonne, denn wie die Sonne nicht untergeht, so auch das Judentum. Und ebenso wie Moses einst bei jedem Zuge der Bundeslade das Gebet 'Wajehi binsaua' zu sagen pflegte, so verfahren auch wir: Bei unserem Umzuge nehmen auch wir unsere Tora mit. Wir wollen in demselben Geiste, der bis jetzt unsere Gemeinde beseelte, weiter fortleben. Nachdem Redner den Segen 'Gesegnet sei dein Eintritt, wie dein Austritt', der sich nach unseren Weisen auf Eintritt und Austritt aus der Synagoge bezieht, ausspricht, segnet er die Gemeinde und erfleht Gottes Segen auf sie herab; der Geist Samson Raphael Hirschs möge auch fernerhin in ihr walten. - Nach der Predigt wurden die 22 Sifre Tauroh (Torarollen) unter den Gesängen des Chors, den Herr Kantor Neumann von der Hermesweg-Synagoge mit seinem Takt leitete und unter Herrn Oberkantor Pesachowitsch's Gesang hinausgeführt und in 11 Wagen nach der neuen Synagoge gebracht.   
6 1/2 Uhr wurde die Einweihungsfeier in Gegenwart von mehr als 2.000 Personen, darunter Vertreter von 40 jüdischen Gemeinden - auch die hiesige jüdische Gemeinde hatte zwei Vertreter entsandt - Polizeirat Mahrenholz als Vertreter des Polizeipräsidenten, der kommandierende General Eichhorn, Bürgermeister Grimm in Vertretung des Oberbürgermeisters und 30 Rabbiner, eröffnet. Herr Oberkantor Friesländer intoniert den 'Matauwu' und der Chor tritt in Aktion. Nach Psalm 118, der von Vorbeter und Chor abwechselnd vorgetragen wird, wird die Synagogentüre geöffnet, und indem Herr Oberkantor Pesachowitz 'Se haschaar' rezitiert, tritt er mit dem Zuge der Toraträger ein. Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Breuer spricht die Brochoh 'Halauw wehamtiw' und der Zug der Toraträger schreitet einmal um den Almemor, während der Vorbeter das Simchas-Tora-Lied 'Ono haschem' mit der Simchas-Tora-Melodie vortrögt. Die Torarollen mit ihrem auffallend prächtigen Gold- und Silberschmuck werden nun unter den entsprechenden Gesängen in den 'Oraun hakaudesch' (Toraschrein) gestellt, ein überaus feierlicher Moment! Der Rabbiner schließt die Lade und entzündet den 'Ner Tomid' (ewiges Licht), während der Chor Psalm 30 singt. Nun beginnt der Rabbiner die Festrede mit dem letzten Verse des soeben verklungenen Psalms, der mit 'Dank' abschließt. Er dankt allen, die zu dem Gelingen des Werkes beigetragen, und führt dann aus: Nicht der Gottesdienst in der Synagoge, sondern der Gottesdienst, den jedes Mitglied der Gemeinde im Leben betätigt, ist das Wichtige. Der Gradmesser für die Bethäuser ist die Gemeinde; Gottestempel muss jeder Jude sein! Jerusalem ist zerstört worden, weil das Schwergewichtig auf den Gottesdienst und nicht auf die Betätigung der jüdischen Anschauungen im Leben gelegt wurde. Übergehend auf die Gemeinde, sagt Redner, dass von ihr zum dritten Male eine Synagoge eingeweiht wird; die Gemeinde begann sehr klein, dann konnte sie eine stattliche Synagoge bauen, und jetzt hat sie, die tonangebend geworden ist, eine der größten Synagogen der Welt errichten können. Wie die Knechte Abimelechs einst unserem Stammvater Isaak 2 mal die Brunnen verschütteten und man deshalb die Brunnen 'Zank' und 'Streit' nannte und der 3. Brunnen, 'Rechaubauth' (Erweiterung) genannt, gedieh, so hofft der Redner, dass der 3. Bau, zu dem Samson Raphael Hirsch, wie einst David zum Tempel, den Grundstein gelegt hat, gedeihen und blühen wird. - Mit dem Maariw-Gebete und Chorgesang schließt die Feier. Das Festessen, das sich dem Gottesdienst anschloss, vereinigte 400 Personen im 'Saalbau'. Arrangement und Lieferung desselben lag in den bewährten Händen des Herrn Hotelier Ries. Herr Jakob Besthoff führte das Präsidium. Es wurden zahlreiche Toaste (Louis Feist, Rabbinatsassessor Posen, Jakob Rosenheim, Provinzialrabbiner Dr. Cahn usw.) gehalten und Tischlieder gesungen. Die Tafelmusik war eine erstklassige, und der Abend bildete einen würdigen Abschluss der vornehm und imponierend verlaufenen Feierlichkeiten."         
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. September 1907: "Die neue Synagoge der israelitischen Religionsgesellschaft Frankfurt am Main an der Friedberger Anlage, wurde am 29. vorigen Monats durch einen Festgottesdienst ihrer Bestimmung übergeben. Das Gotteshaus ist von den Berliner Architekten Jürgensen und Bachmann im romanischen Stil erbaut worden".    

 
Rituelle Kunstgegenstände in der neuen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1907)       

Frankfurt Frf IsrFambl 06091907.jpg (135226 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. September 1907:     
Frankfurt Frf IsrFambl 13091907.jpg (94577 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 13. September 1907: 
 
Frankfurt Frf IsrFambl 13091907b.jpg (144246 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 13. September 1907:  

       
Ergänzungen zum Bericht über die Einweihung der neuen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1907)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. September 1907:     

      
Publikation von Fotografien der neuen Synagoge an der Friedberger Anlage (1908)       

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt vom 12. Juni 1908: "Die neue Synagoge an der Friedberger Anlage hat wegen ihrer hervorragenden künstlerischen Bedeutung bereits mehrere Aufnahmen im Bild gefunden. Dieser Tage ist nun wiederum eine Aufnahme erschienen, und zwar ein Kunstblatt in Hochglanz-Photographie-Ton, dessen Ausführung eine sehr exakte und dessen Preis ein mäßiger - 30 Pfennig - ist. Das Kunstblatt ist von dem Kunstverlag A. und M. Löwenthal zu beziehen."       

 
Radierung der Synagoge Friedberger Anlage (1925)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. März 1925:    


Neues Bild der Synagoge Friedberger Anlage (1926)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Juni 1926:    

 
Gedenkblätter zum 25-jährigen Bestehen der Synagoge Friedberger Anlage (1932)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. September 1932:   

   
Fertigstellung einer Torarolle für die Synagoge Friedberger Anlage (1933)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Februar 1933:   

   
Neue Torarolle in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1934)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Oktober 1934:    

   
   
Adresse/Standort der Synagoge  Friedberger Anlage 5-6         
  
  
  
Fotos
(Quellenhinweis: die historischen Abbildungen der ersten beiden Fotozeilen Mitte und rechts wurden als scans dem Webmaster ohne präzise Quellenangaben zur Verfügung gestellt; die Scans liegen nicht in höherer Auflösung vor; die historische Ansichtskarte links ist in höherer Auflösung eingestellt; die historischen Abbildungen der beiden folgenden Fotozeilen aus der Website www.vor-dem-holocaust.de (dort finden sich Einzelnachweise); die Fotos des "Synagogenbunkers": Hahn, Aufnahmedatum: 20.8.2012)       

 Die Synagoge an der 
Friedberger Anlage - 
historische Abbildungen
  
Frankfurt Syn Friedberger Anlage 034.jpg (43228 Byte) Frankfurt Syn Friedberger Anlage 033.jpg (52242 Byte)
     
     
Frankfurt Synagoge 1601.jpg (316767 Byte)  Frankfurt Syn Friedberger Anlage 035.jpg (63076 Byte) Frankfurt Syn Friedberger Anlage 032.jpg (73200 Byte)
Historische Ansichtskarte (in höherer Auflösung eingestellt) 
(Quelle: Sammlung Hahn)   
   
     
Nachstehende Aufnahmen sind aus der Sammlung der Website des Fritz-Bauer-Instituts www.vor-dem-holocaust.de/
wo sich unter "Frankfurt" noch einige weitere Fotos zur Synagoge in der Friedberger Anlage finden   
Frankfurt Syn Friedberger Anlage 044.jpg (73788 Byte) Frankfurt Syn Friedberger Anlage 043.jpg (258536 Byte) Frankfurt Syn Friedberger Anlage 047.jpg (244918 Byte)
Außenaufnahme Innenaufnahmen der Synagoge 
      
   Frankfurt Syn Friedberger Anlage 045.jpg (49144 Byte) Frankfurt Syn Friedberger Anlage 046.jpg (233978 Byte)
   Auf der Straße vor den Toren zur Synagoge Friedberger Anlage
      
       
 Der "Synagogenbunker" auf 
dem Grundstück der 1938 
zerstörten Synagoge
  
Frankfurt Syn Friedberger Anlage 12010.jpg (171540 Byte) Frankfurt Syn Friedberger Anlage 12012.jpg (194895 Byte)
  Blick auf den auf dem Grundstück der Synagoge im Zweiten Weltkrieg erbauten Hochbunker  
  Das Foto oben in hoher Auflösung    Das Foto oben in hoher Auflösung 
     
Frankfurt Syn Friedberger Anlage 12015.jpg (144879 Byte) Frankfurt Syn Friedberger Anlage 12016.jpg (239807 Byte) Frankfurt Syn Friedberger Anlage 12013.jpg (257014 Byte)
 Das Foto oben in hoher Auflösung  Gedenkstätte mit Gedenkstein - Inschrift (deutsch und hebräisch): "Hier stand die 
1907 erbaute Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft. Sie wurde in der
 Pogromnacht des 9. November 1938 angezündet und zerstört".   
  
     
  Frankfurt Syn Friedberger Anlage 12011.jpg (210881 Byte) Frankfurt Syn Friedberger Anlage 12014.jpg (183378 Byte)
  Informationstafeln zum Bunker und über die Arbeit der Initiativen zur künftigen Gestaltung  
     
     

  
   
   
Seit 2010: Einige Presseartikel zur Diskussion um den "Synagogenbunker" an der Friedberger Anlage   

Juni 2010: Frage nach der neuen Nutzung des "Synagogenbunkers" an der Friedberger Anlage  
Artikel von Claudia Michels in der "Frankfurter Rundschau" vom 12. Juni 2010 (Artikel): "Gedenkstätten - Neue Rolle für den Nazi-Bunker
Der Bunker an der Friedberger Anlage, auch der "Synagogenbunker" genannt, ist jetzt zu neuer Nutzung freigegeben. 25 Jahre, nachdem die Bundesregierung das Nazi-Bollwerk von 1942 noch zum Schutzbau nach einem Atomschlag hochgerüstet hatte, gibt die Bundesvermögensverwaltung BIMA den Betonklotz auf und die Stadt kann ihn kaufen. "Ich warte nur noch, welches Geld die wollen", teilt Alfred Gangel im Liegenschaftsamt mit. Sein Angebot: ein Euro; "wenn´s 1000 sind, kann ich auch damit leben".
Damit wird das Netz der Erinnerungsstätten in Frankfurt dichter, denn es ist Beschluss, den Schutzbau auf dem Grundstück der unvergessenen Synagoge Friedberger Anlage dem Gedenken zu widmen. Man befinde sich "auf verbrannter Erde", hatte Salomon Korn, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde, bei einer Veranstaltung der "Initiative 9. November" zum 100. Jahrestag des Synagogenbaus 1907 in Erinnerung gerufen. Das Kulturdezernat erkennt an der Friedberger Anlage 5-6 "einen Ort, wo die Geschichte der Juden und der NS-Zeit aufeinandertrifft", sagte Referentin Ann Anders am Freitag.
Das Dezernat lässt erheben, welche Institutionen hier bereits welche Angebote des Gedenkens machen, um die neue Rolle des Bunkers zu beschreiben. Beispielsweise fehlt eine Stelle, die sich mit Tätern auseinandersetzt.
Auch die 22 Jahre alte "Initiative 9. November" will "die Debatte eröffnen, wie der Bunker künftig genutzt wird", wie ihr Mitglied DiWi Dreysse sagt. Und zwar am morgigen Sonntag bei der Vorstellung eines Sammelbands mit Referaten zu Geschichte und Umgang mit dem Ort.
Auf 125 Seiten finden sich darin auch die Berichte alter Frankfurter, jüdischer und nichtjüdischer, die rund um die Synagoge den tiefen Bruch erlebten, der sich im Zusammenleben nach 1933 mehr und mehr auftat: "Menschen, die gestern noch einflussreiche, mit dem Zylinder in der Synagoge sitzende, wohlhabende Hausherren waren, wurden erniedrigt bis in den Staub", schildert es zum Beispiel Max Mayer in einem Interview von 2002.
"Was aus dem Bunker werden könnte", ist zur Buchvorstellung Thema des Referats von Architekt Dreysse zum "Gestaltungs- und Nutzungskonzept". Man plane, auch Gruppen wie die Stolpersteine-Initiative reinzunehmen. Nach dem Kauf werde das Gebäude "dem Kulturdezernat angeboten", teilt das Liegenschaftsamt mit.
Das Buch "Erinnerung braucht Zukunft" ist bei Brandes & Apsel erschienen. Die Veranstaltung, Friedberger Anlage 5-6 , beginnt am 13. Juni, um 16 Uhr."
  
Januar 2011: Aus dem Bunker soll ein Mahnmal werden      
Artikel (göc) in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 10. Januar 2011 (Artikel): 
"Aus dem Bunker soll ein Mahnmal werden.  
 Ostend
. Der Bunker in der Friedberger Anlage soll zur Gedenkstätte umgebaut werden. Wie genau der Bunker einmal aussehen soll, ist noch offen. Der 'Initiative 9. November', die sich seit ihrer Gründung vor mehr als 20 Jahren die Frage stellt, wie der Bunker zur Begegnungsstätte werden könnte, schwebt ein 'Lichtkeil' vor. Der könnte ein architektonisches Gegenwicht zu den meterdicken Betonwänden bilden. Einer Idee, der die Stadtverwaltung positiv gegenübersteht. 
'Der Magistrat befürwortet eine zukünftige Nutzung des Bunkers Friedberger Anlage 5 durch die Initiative 9. November als Gedenkstätte', heißt es im jüngsten Magistratsbericht zur Nutzung des Bunkers. Danach soll der Bunker künftig als Mahnmal an die nationalsozialistische Verfolgung von Juden in Frankfurt erinnern. Denn dort, wo seit 1942/43 der Betonbunker in die Höhe ragt, stand einst eine Synagoge. Doch wie das Mahnmal aussehen könnte, ist noch völlig offen. 
Zu Form, Gestaltung, Kosten und Finanzierung der Gedenkstätte könne jedoch derzeit keine Aussage getroffen werden, da genaue bautechnische Untersuchungen noch ausstünden, heißt es im Bericht der Stadtverwaltung. Bisher findet im Bunker eine Dauerausstellung der Initiative Platz. In den Wintermonaten muss diese jedoch schließen, da es im Bunker zu kalt werde. Unterstützt wird die Initiative vom Kulturamt der Stadt. 
Die Frage nach den künftigen Besitzverhältnissen des Bunkers ist allerdings noch immer ungeklärt. Klar ist: Der Bunker befindet sich im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die könnte ihn an die Stadt Frankfurt verkaufen. Im Hinblick auf die beabsichtigte Nutzung als Gedenkstätte auch ohne öffentliche Ausschreibung. Dann fiele für die Stadt nur ein symbolischer Kaufpreis von einem Euro an. 
Eine Entscheidung, mit der die Stadt genauso wie die Initiative 9. November sicherlich gut leben könnte. Die endgültige Entscheidung darüber, ob die Immobilie doch zum Verkauf ausgeschrieben werden muss oder ob der symbolische Verkauf über die Bühne gehen kann, stehe, so die Stadtverwaltung, allerdings noch aus. Das Finanzministerium muss noch sein Einverständnis zum Verkauf geben. göc."   
 
Februar 2012Soll der Bunker zu einer Wohnanlage umgebaut werden?   
Artikel in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 27. Februar 2012: "Schöner Wohnen im Bunker. Die alte Militäranlage an der Friedberger Anlage könnte umgebaut werden. Diese Wohnungen dürften besonders haltbar sein: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) hat vorgeschlagen, den Bunker an der Friedberger Anlage in Wohnraum umzubauen. Ob das Projekt verwirklicht werden kann, ist umstritten..." 
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April 2012: Bund soll Bunker verschenken   
Artikel in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 9. April 2012: "Bund soll Bunker verschenken. CDU-Abgeordneter setzt sich für Gebäude an der Friedberger Anlage ein. Die Gedenkstätte im Bunker an der Friedberger Anlage soll nicht durch einen Verkauf an einen privaten Investor gefährdet werden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Zimmer will erreichen, dass die Stadt das Gebäude für einen symbolischen Preis übernehmen kann..." 
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April 2012: Bund will Bunker verkaufen  
Artikel von Frank van Bebber in hr-online vom 18. April 2012: "Bund will Bunker verkaufen. 'Vernichtung der Erinnerung'. Erst zerstört Nationalsozialisten die größte Frankfurter Synagoge, dann errichteten sie an ihrer Stelle einen Bunker: Der Bund will den historischen Ort nun teuer vermarkten - gemäß Haushaltsgesetz. Kritiker warnen vor einer zweiten Vernichtung..."  
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Artikel in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 21. April 2012: "Bunker nicht auf dem Markt. Gedenkstätte im Ostend wird nur der Stadt angeboten - Noch keine Einigung mit dem Bund. Den Bunker in der Friedberger Anlage bietet der Bund zunächst nur der Stadt Frankfurt zum Kauf an. Und die schwarz-grüne Koalition will auch zuschlagen. Allerdings gibt es noch keine Einigung über den Preis..."  
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Artikel in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 22. April 2012: "Bunker soll Mahnmal bleiben. Initiative 9. November ist gegen die Errichtung von Wohnungen - Ausstellung im Ostend wieder eröffnet..." 
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Links und Literatur

Links:   

Website der Stadt Frankfurt  

Website www.synagoge-friedberger-anlage.de der "Initiative 9. November" (= www.initiative-neunter-november.de)   
mit einem ausführlichen Beitrag zur Geschichte der Synagoge Friedberger Anlage    

Website des Jüdischen Museums der Stadt Frankfurt am Main   

Website des Fritz Bauer Instituts  

Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Frankfurt 

Website des Projektes Frankfurt am Main 1933-1945  

Website www.juedisches-frankfurt.de mit Seite zur Erinnerungsstätte Synagoge Friedberger Anlage 

Website http://www.juedisches-leben-frankfurt.de/     

Literatur:  

Salomon Korn, B. Clausmeyer: Die Synagoge an der Friedberger Anlage: Gedenkstätte für die ehemalige Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft. 30 S. 1988. 
Micha Brumlik / D.W. Dreysse / Kurt Grünberg: Erinnerung braucht Zukunft. Der Ort der zerstörten Synagoge an der Friedberger Anlage in Frankfurt. 265 S. Verlag Brandes & Apsel. 2010. 
Roland Tasch: Samson Raphael Hirsch. Jüdische Erfahrungswelten im historischen Kontext. Walter de Gruyter 2011.  

    
     

                   
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Stand: 14. Dezember 2016