Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


Zurück zur Seite über die Jüdische Geschichte/Synagoge in Bad Buchau    
  

Bad Buchau (Kreis Biberach)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte des Ortes

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Buchau wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt.  
Es konnten noch nicht alle Texte abgeschrieben werden.   

Übersicht:

Allgemeine Berichte zur jüdischen Geschichte in Buchau  
-  "Reiseskizzen aus Württemberg" - Eindrücke aus der jüdischen Gemeinde in Buchau (1857) 
Aus der Geschichte des Rabbinates in Buchau    
Über Rabbiner Jakob Kaufmann (1820-1834 Rabbiner in Buchau)    
Zur Predigt von Rabbiner Moses Bloch bei der Einweihung der Synagoge (1839)         
-  Rabbiner Güldenstein - einzelne Reformen im gottesdienstlichen Bereich (1846)     
-  Verhältnisse in Buchau, geprägt unter Rabbiner Güldenstein (1847)  
-  Über die Privatschule von Rabbiner Dr. Güldenstein (1852) 
-  "Pensions- und Unterrichtsanstalt für israelitische Knaben" durch Rabbiner Güldenstein (1856)    
-  Rabbiner Dr. Güldenstein gibt die Privatschule auf (1860)    
-  Bücher aus dem Nachlass des Rabbiners Dr. Güldenstein können erworben werden (1861)   
-  Ausschreibungen des Rabbinates Buchau (1861/62)   
-  Einsetzung von Rabbiner Weimann in seinen Dienst in Buchau (1862)   
-  Ausschreibung der Stelle des Kantors und Schochets durch Rabbiner Weimann (1865)     
-  Über Rabbiner Weimanns Bemühungen um Behebung einiger zu liberaler Zustände in Buchau (1866)    
-  Rabbiner Weimann veröffentlicht "fünf Zeitpredigten" (1866)      
-  Rabbiner Weimann wird in Friedrichshafen von Königin Olga empfangen (1883)     
-  Abschied von Rabbiner Weimann (1886)    
-  Zum Tod von Rabbiner Weimann (1886)     
-  Ausschreibung des Rabbinates Buchau (1886)    
-  Rabbiner Laupheimer wechselt von Buttenhausen nach Buchau (1887)   
Einführung von Rabbiner Laupheimer als Rabbiner in Buchau (1887)   
-  Silberne Hochzeit von Rabbiner-Ehepaar Laupheimer (1902)     
-  Publikation von Rabbiner Abraham Schlesinger: "Einführung in den Zionismus" (1922)     
Publikation von Rabbiner Abraham Schlesinger: "Im Zeichen der Wiedergeburt" (1935)  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter sowie der Schule  
-  
Publikation von Oberlehrer Leopold Lammfromm (1847)    
Buchbesprechung des "Lesebuches für Israeliten zum Gebrauche in Schule und Haus" vom Oberlehrer Leopold Lammfromm (1848)  
-  
Abschied von (Unter-)Lehrer Rödelsheimer nach 30 Jahren Dienst in Buchau (1866)   
-  
Zur (Wieder-)Besetzung der israelitischen Volksschulstelle mit Lehrer Rödelsheimer (1867)   
-  
Aus einem Beitrag von Lehrer B. Straßburger: "Konfessions- oder Simultan-Schule...?" (1889)   
-  
Publikationen von Lehrer Baruch Straßburger (1890)   
-  
40jähriges Dienstjubiläum des Lehrers Straßburger (1896)    
Lehrer Straßburger tritt Falschmeldungen über die israelitische Schule entgegen (1902)   
Verschiedene Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
-  
Jüdische Kaufleute aus Buchau feiern in Augsburg das Jubiläumsfest des württembergischen Königs (1841)   
-  
Antijüdische Vorfälle (1846)  
-  
25jähriges Jubiläum des Armenhilfsvereins (1857)     
Dankgottesdienst zum Friedensschluss (1871)  
-  Die Zahl der jüdischen Einwohner geht durch Abwanderung in die Städte stark zurück (1871)    
-  
50jähriges Jubiläum des Privat-Armenvereins (1882)    
-  
Stiftung des katholischen Stadtpfarrers zugunsten der jüdischen Gemeinde (1896)    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde     
-  
Belobigung für den israelitischen Kirchenpfleger Marx Mändle (1844)    
-  
Dr. Eduard Löwenthal, Sohn des Lehrers Isac Löwenthal ist Redakteur in Frankfurt (1861)    
-  
M.E. Weil und Jakob Dannhäuser werden erneut in den Gemeinderat gewählt (1897)  
-  
Verlobungsanzeige von Elsbeth Steinacher und Siegbert Bernheim (1937)  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
David Wallersteiner wirbt für seine Torawimpeln (1890)  
   

 

 

Allgemeine Berichte zur jüdischen Geschichte in Buchau 

"Reiseskizzen aus Württemberg" - Eindrücke aus der jüdischen Gemeinde in Buchau (1857)

Buchau AZJ 27071857.jpg (234862 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Juli 1857: "Reiseskizzen aus Württemberg. Wer in eine der nächsten besten Synagogen Württembergs tritt, der sieht bald, dass dort die schon vor geraumer Zeit angebahnte Reform ziemlich stabil geworden und zwar zum Nutzen und Frommen des Volkes, zur Ehre der Religion. Der alte Ritus ist zwar in seinem großen Ganzen unangetastet, bloß sind die Piutim (sc. Hinzufügungen zur traditionellen Gebetsliturgie) mit Ausnahme von Jom Kippur und Rosch Haschana entfernt, aber die lärmende 'Judenschule' findet man hier nicht mehr, die Predigt und meistens auch Choralgesang sind einheimisch. Die Synagoge Württembergs in ihrer jetzigen Gestalt ist die geheiligte Institution, die vom Volke anerkannt und geliebt wird. Sie ist die ehrwürdige Mutter, die man nicht verachtet, 'weil sie alt ist', sondern in steter Verjüngung zu erhalten weiß. Wir sprechen hier im Gegensatz von jenen Reformlistigen, die alles Geschichtliche aus der Synagoge gebannt wissen möchten, allem Positiven feindlich entgegen treten; aber auch im Gegensatze derjenigen Zeloten, denen es durchaus nicht um Ordnung und Weihe im Gotteshause zu tun ist, sobald nur kein Jota vom alten Ritus abgeändert wird. Mag Alles durcheinander gehen, die Machthaber sehen und hören Nichts. - 
Es war im lieblichen Mai, als wir die in Oberschwaben gelegene Stadt Buchau zuerst besuchten. Buchau am Federsee ist eine zahlreiche, alte und rühmlichst bekannte Gemeinde, deren Mitglieder schon lange vom Zelotismus als sehr 'neu' empfunden wurden. Sie birgt in ihrem Inneren die schönsten jüdischen Institutionen, die unter der Aufsicht des würdigen Rabbiners und des Vorstandes in bester Ordnung sind. Vereine, zur Unterstützung der Armen, Kranken, zur anständigen Beerdigung der Toten, und andere wohltätige Institute sind in größter Blüte. Die Synagoge, namentlich an Sabbaten stark besucht, ist das Bild der Ordnung und der Andacht. Schon die weibliche Schuljugend, welche am Gottesdienste teilnimmt und beim Chore mitwirkt, ist in der Liturgie wohl bewandert und den fremden Beobachter berührt es sehr angenehm, wenn er sieht, wie auch sie sich nach Osten gegen die heilige Lade wendet, um die Schemone Esre zu beten. Was liegt in dieser Erscheinung für Unerlaubtes? Warum hat die Orthodoxie nicht dafür gesorgt und warum sorgt sie nicht jetzt dafür, dass das weibliche Geschlecht der krassesten Unwissenheit in synagogalen Dingen entrissen wird, damit wir auch im Kultus bewanderte jüdische Mütter erhalten? In Gemeinden, wo die weibliche Jugend schon frühzeitig den Gottesdienst besuchen lernt und in der Schule die Gebete übersetzt, erscheint das weibliche Geschlecht im Gotteshause nicht bloß, um im Putze zu glänzen und sich mit den Nachbarinnen zu unterhalten, sondern des wahren Zweckes, des Gebetes zu seinem Vater im Himmel wegen. Der an gewöhnlichen Sabbaten nicht stark besetzte Chorsang sang bei unserer Andacht Jawehi Binsoa (sc. Gebetslied: 'es geschah, als das Volk aufbrach...') sehr gut. Sehr ergreifend ist der Akt, wo der Rabbiner bei den Worten 'Denn von Zion geht die Tora aus...' (Jesaja 2,3) die Gesetzesrolle herausnimmt und sie feierlich nach dem heiligen Tische trägt. Es ist der dreijährige Zyklus eingeführt. Die Tora wird wird vom Rabbiner ohne Negina vorgetragen. Ein zweiter deutscher Choral wird vor der Predigt gesungen, die beständig sehr erbaulich auf die Zuhörer wirkt. Der Vorsänger, Herr Lehrer Rödelsheimer, scheint sich sehr viel Mühe zu geben, den Chor auf würdige Weise zu leiten, was ihm auch gelingt. Still und geräuschlos wirkt äußerst wohltätig in seiner Gemeinde der dortige Rabbiner, Herr Güldenstein, geliebt und geachtet von allen Genossen derselben. Kein Mittel zur religiösen Anregung und Bildung gibt es, 
Buchau AZJ 27071857b.jpg (110764 Byte)das nicht vom Rabbiner zu seinen schönen Zwecken benutzt wird. Der Jugend ist er der beständige Leiter auf dem Pfade des Guten, den Erwachsenen Ratgeber und Freund. Es besteht in Buchau ein Leseverein, dessen Lokal im israelitischen Gasthause zum Waldhorn sich befindet. Dass die Schriften des Literaturvereines sich dort befinden, verstehet sich von selbst. Erfreulich aber ist die Erscheinung, wie man da mehrere gebildete Geschäftsleute im Vereine mit dem Herrn Rabbiner über die neuesten Erscheinungen im Gebiete der jüdischen Literatur mit einem Ernste und Interesse sprechen hört, der den Betreffenden Ehre macht. Was außer dem Bereiche der Laien liegt, wird vom Rabbiner in freundlichem Gespräche erläutert, wodurch der Zweck des von Ihnen, Herr Redakteur! gestifteten wohltätigen Vereins zur Wahrheit wird. Denn heutigen Tages ist es oft der Fall, dass der Laie das Beste aus der Hand legt und sich zum Trivialen wendet. Die nützliche Lektüre, namentlich die religiöse, will einen lebendigen Anreger haben. Herr Rabbiner Güldenstein hat schon seit einer Reihe von Jahren eine von ihm allein geleitete Realanstalt gegründet, die als Vorbereitungsanstalt für Gymnasien oder gewerbliche Schulen gilt und in welcher die schönsten Resultate erzielt werden. Er wünscht nun mit dieser Schule eine Erziehungsanstalt für israelitische Knaben zu verbinden, zu welchem Unternehmen wir ihm den besten Erfolg wünschen, da seine Originalität in der Unterrichtskunst und seine Gemütlichkeit ihn zum eigentlichen Erzieher stempeln. Schließlich bemerken wir noch, dass in Buchau und in der dazu gehörigen Filialgemeinde Kappel gut eingerichtete israelitische Schulen bestehen, an denen die tüchtigen Lehrer Lammfromm und Hofheimer mit gutem Erfolge wirken."

  

Aus der Geschichte des Rabbinates in Buchau 
        
Über Rabbiner Jakob Kaufmann (1820-1834 Rabbiner in Buchau)  

Archshofen AZJ 02051853.jpg (121579 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Mai 1853: "Laupheim, im März. Nekrolog. Am 27. vorigen Monats verschied dahier der seit 1. Januar vorigen Jahres pensionierte Rabbine Jakob Kaufmann. In Berlichingen anno 1783 geboren, wo er bei dem dortigen Rabbinen Jakob Bär sich auf das Studium der jüdischen Theologie vorbereitete, frequentierte er fünf Jahre lang die damals in hoher Blüte gestandene jüdische Hochschule zu Fürth, an welcher der verstorbene berühmte Rabbine Wolf Hamburger Talmud und Poskim vortrug. Nachdem er einige Jahre als Privatlehrer in Herzfeld und hernach in Sennfeld, ferner in Braunsbach, als Substitut des dortigen Rabbinen, seines nachmaligen Schwagers, sich auch im Praktischen für das Amt mehr qualifiziert hatte, wurde er von der Gemeinde Archshofen als More Zedek und Vorsänger aufgenommen. Hier blieb er zwölf Jahre, bis er 1820 von der Gemeinde Buchau in Oberschaben als Rabbiner aufgenommen wurde. In den Grundsätzen der früheren strengen jüdischen Asketik auferzogen, und der streng orthodoxen Richtung zugetan, hatte er vielseitige Kämpfe mit den Bestrebungen und der etwas freieren Richtung, die in den diesseitigen Gemeinden auftauchten, zu bestehen. Doch war er tolerant genug, um zu erkennen, dass auch die entgegengesetzte Ansicht das Recht ihrer Existenz habe. In Folge des Gesetzes vom 25. April 1828 musste er sich mit mehreren seiner Kollegen einer Kirchendienst-Prüfung, im Sinn des § 16 der königlichen Ministerialverfügung vom 31. Januar 1834 unterwerfen. In seinem 50sten Lebensjahre, bis wohin er ein Vierteljahrhundert lang gelehrt hatte, fing er wieder an zu lernen. Mit seinem Kollegen, dem christlichen Geistlichen seiner Gemeinde, gut befreundet,  
Archshofen AZJ 02051853a.jpg (122639 Byte)übte er sich in der Rhetorik und verwandten Doktrinen, um den an ihn gestellten Erfordernissen in Zukunft besser entsprechen zu können. Die Deraschot des 'großen Sabbat' und des 'Bußesabbat' metamorphosierte er in logisch geordneten Predigten, womit ein Pastoralkurs Hand in Hand ging. Bei der im Frühling 1834 stattgehabten Prüfung für befähigt erklärt, wurde der Verstorbene von Buchau weg auf das Rabbinat Laupheim versetzt. Im Jahre 1836 wurde er von der königlich württembergischen israelitischen Oberkirchenbehörde zur Beratung des Organisationsentwurfs der Kirchenordnung mit einberufen, dem er nun auch seinerseits zustimmte. Man sieht daraus, dass er nicht abgeneigt war, unserer Zeit diejenigen Konzessionen einzuräumen, die er für zweckmäßig und notwendig hielt, und die nach seiner Ansicht das Gebiet der Orthodoxie nicht überschritten. 
In hiesiger Gemeinde wirkte er 17 Jahre lang, bis zum Jahre 1851, wo er wegen seines Alters in den Ruhestand versetzt wurde. In seiner Quieszenz bezog er aus der königlichen Zentralkirchenkasse einen angemessenen Sustentationsgehalt. 
In den letzten Monaten seines Lebens überfiel ihn eine schmerzhafte Krankheit, die auch seinen Tod herbeiführte. Während seiner Krankheit genoss er allgemeine Teilnahme. Seine Leichenbegleitung war eine sehr zahlreiche, woran auch christliche Honoratioren teilnahmen. So ist er denn zur Ruhe heimgegangen, nachdem er so viele Kämpfe durchgemacht. Er starb im 70. Lebensjahre und hinterließ eine Witwe mit einer schon längst verheirateten Tochter, deren Stützte nunmehr ins Grab gesegnet ward. Jetzt im Tode findet er den Frieden, nach dem er als Priester gestrebt, 'sein Andenken bleibt zum Segen'. 



Zur Predigt von Rabbiner Moses Bloch zur Einweihung der Synagoge (1839)      

Buchau Sulamith 1834-43 S80.jpg (102181 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Sulamith" (Jg. 1839). "Seine Majestät der König von Württemberg hat der Israelitischen Gemeinde zu Buchau 800 Gulden und Seine Durchlacht der Fürst von Thurn und Taxis als Standesherrschaft 300 Gulden zum Bau der Synagogen geschenkt. (Berl. Zeit.). [Der dortige Rabbiner Herr Bloch hat bei der Einweihung dieser nun beendigten Synagoge, wie die politischen Zeitungen berichten, eine sehr schöne Einweihungspredigt gehalten, die besonders deshalb als nachahmungswürdig von denselben gerühmt wird, weil er zugleich dabei ein Gebet für die christlichen Mitbrüder und für die christliche Geistlichkeit verrichtet hat. Dies geschieht aber auch in anderen Vorträgen israelitischer Redner nicht selten, bei feierlichen Gelegenheiten in den Synagogen. Gebete für den Landesherrn, dessen hohes Fürstenhaus, und für die christliche Obrigkeit werden ja bekanntlich in allen Synagogen an jedem Sabbat und an Festtagen verrichtet."

   
Rabbiner Güldenstein - einzelne Reformen im gottesdienstlichen Bereich (1846)   

Buchau AZJ 26011846.jpg (218726 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Januar 1846: "Buchau, 25. November (1845). Ich ersuche Sie hiermit, meinem Votum über die in den Gebeten zu berücksichtigende Messiasidee, wie ich solches bei der letzten Rabbinerversammlung abgegeben, in Ihrer Zeitschrift gefälligst ein Plätzchen zu gönnen, da in den soeben erschienenen Frankfurter Protokollen, Seite 79, meine Worte, vermutlich durch Druckfehler, gänzlich entstellt sind.
'Da der Glaube an einen persönlichen Messias, welcher einen selbständigen, politischen Staat und den Opferkultus wieder herstellt, aus dem religiösen Bewusstsein eines größeren Teils der Juden geschwunden und dem Glauben an ein Messiasreich, ein Reich der Gottesfurcht, des Friedens, der Wahrheit und Gerechtigkeit Platz gemacht: so enthalten unsere Gebete Manches, das für Viele keine Wahrheit ist. Wir haben aber die Aufgabe, jede Lüge aus dem Gotteshause zu verbannen und müssen daher jede Bitte um die Widerherstellung eines politisch-nationalen Reiches aus den Gebeten entfernen. Es sollen aber diejenigen, welche einen persönlichen Messias erwarten, keineswegs dadurch verdächtigt werden, als ob sie keine trefflichen Staatsbürger sein können, wie dieses vom Herrn Vize-Präsidenten in seinen einleitenden Worten, und Herrn Dr. Holdheim klar und richtig berührt wurde. Ich möchte eine solche Fassung vorschlagen, dass jeder den Ausdruck seines Glaubens im Gebete wiederfindet etc.'
Gelegentlich mache ich Ihnen die Mitteilung, dass das hiesige Kirchenvorsteheramt, auf die Äußerungen der Rabbinerversammlung, folgende zwei Beschlüsse der königlichen Oberkirchenbehörde zur Genehmigung vorlegte: 
1) Soll künftig beim Aufrufen zur Tora eine freiwillige Spende zur Erbauung einer Orgel in hiesiger Synagoge
2) der dreijährige Zyklus für die Tora-Lektionen eingeführt werden.
Der erste Beschluss ward von königlicher Oberkirchenbehörde unbedingt genehmigt, der zweite wird erst dann seine Genehmigung erhalten, nachdem das Kirchenvorsteheramt mit den selbständigen Mitgliedern der Gemeinde einen Durchgang gehalten, um ihre Meinung in Betreff dieser Veränderung zu vernehmen, und sich die bei weitem überwiegende Mehrheit dafür ausgesprochen haben wird. 
Der Artikel von Württemberg in No. 46 dieses Blattes, in welchem mein Bruder Albert* als Schüler des Herrn Professors Schwanthaler in München aufgeführt wird, ist dahin zu berichtigen, dass derselbe allerdings eine Zeit lang im Atelier des Prof. S. arbeitete, eigentlich aber Zögling der königlichen Kunstschule zu Stuttgart ist, von welcher aus er zur Fertigung der Preisarbeit nach Berlin abging und hiezu eine namhafte Unterstützung vom königlichen Ministerium erhielt. Mit nächstem Frühjahr gedenkt derselbe seine Reise nach Rom anzutreten. Rabbiner Güldenstein."
* Anmerkung: mit dem "Bruder Albert" ist der zu seiner Zeit sehr bekannte Bildhauer Albert Güldenstein gemeint (geb. 1823 in Sontheim bei Heilbronn, gest. 1891 in Stuttgart)

   
Verhältnisse in Buchau, geprägt unter Rabbiner Güldenstein (1847)

Buchau AZJ 08031847.jpg (62844 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. März 1847: "Die Gemeinde Buchau geht auch auf die Vorschläge ihres Rabbinen gern ein. So ist der Synagogenchor aus geübten Sängern, unter Leitung des Provisors Rödelsheimer, zusammengesetzt, harmonierend mit den prachtvollen Räumen der Synagoge; die Schulen gedeihen unter Leitung des wissenschaftlichen Rabbinen und ein von ihm gegründetes Leseinstitut, dem auch mehrere jüdische Ärzte und Rechtsgelehrte angehören, verbreitet wahre Bildung."


Über die Privatschule von Rabbiner Dr. Güldenstein (1852)
Rabbiner Dr. Güldenstein führte die Schule seit 1850 als eine Vorbereitungsanstalt für Gymnasien oder gewerbliche Schulen neben der israelitischen Volksschule, die am Ort bestand. 1856 hat er die Schule durch eine Pension zur Unterbringung auswärtiger Schüler ergänzt (siehe folgender Artikel von 1856).

Buchau AZJ 18101852.jpg (68194 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Oktober 1852: "Buchau (am Federsee), im September. Die Privatschule, welche der hiesige Rabbiner Güldenstein leitet, zählt 36 Schüler, worunter 8 Katholiken. Bei der vorjährigen öffentlichen Prüfung durch den Kreisschulinspektor, Herrn Rektor von Moser in Ulm, erhielt die Anstalt eine Belobung vom königlichen Studienrate. Eine hebräische Deklinations- und Konjugationstabelle, die Güldenstein vor Kurzem herausgegeben, wurde durch die israelitische Oberkirchenbehörde 'allen Religionslehrern des Landes beim Unterricht im Hebräischen' empfohlen."

 
"Pensions- und Unterrichtsanstalt für israelitische Knaben" durch Rabbiner Güldenstein (1856)

Buchau AZJ 11021856.jpg (239897 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Februar 1856: "Pensions- und Unterrichtsanstalt für israelitische Knaben in Buchau am Federsee. Vor sechs Jahren gründete ich am hiesigen Orte mit Gutheißung des Königlichen Studienrats und der Königlichen Israelitischen Oberkirchenbehörde eine unter Staatsaufsicht stehende höhere Privat-Lehranstalt für Knaben. Mit Ostern 1856 gedenke ich nun dieselbe zu einer Pensions- und Unterrichtsanstalt für israelitische Knaben von 9 bis 16 Jahren zu erweitern. Als letztes Ziel setzt sich die Anstalt: wahrhaft religiöse Israeliten zu bilden, deren Kenntnisse nicht hinter den Anforderungen der Zeit zurückbleiben. 
Die körperliche Erziehung, einfach und ungekünstelt, ist auf Kräftigung, Ausdauer, Mäßigung und anständige Haltung gerichtet. leichte Turnübungen, zeitweilige Ausflüge in die naheliegende Schweiz und die gesunde Lage Buchau's selbst werden unser Streben unterstützen. 
Di geistige Ausbildung erhalten die Zöglinge teils in meiner Schule, teils in meinem Hause. Während es von dem künftigen Berufe der Pensionäre abhängt, ob eine humanistische Bildung zu erstreben, und - die lateinische und griechische Sprache, oder eine realistische, und - die französische und englische Sprache vorzugsweise zu lehren ist: genießen alle ohne Unterschied auf die Wahl des Berufs, einen gründlichen Unterricht in folgenden Gegenständen: biblische und israelitische Geschichte, israelitische Glaubens- und Pflichtenlehre, hebräische Sprache, Bibel in der Ursprache mit dem Kommentaren des Raschi und Kimchi, deutsche Sprache, Arithmetik, Geographie, Geschichte und Kalligraphie.
Was die Schule in diesen Unterrichtszweigen nicht zu leisten vermag, hat der Unterricht im hause zu ersetzen, sowie überhaupt auch in Lehrgegenständen, die im Lehrplan nicht aufgenommen sind, wie: Naturwissenschaften, Mathematik im weiteren Sinne, Geometrie, Musik, Gesang und Zeichnen, auf Verlangen der Eltern von dem einen oder anderen der hiesigen tüchtigen Lehrer Privatunterricht erteilt werden kann. 
Buchau, im Königreich Württemberg Anfangs Januar 1856. M. Güldenstein, Rabbiner der hiesigen israelitischen Gemeinde, befähigter Lehrer der älteren und neueren Sprachen und der Realien. 
Seit zwanzig Jahren kenne ich Herrn Rabbiner Güldenstein als einen kenntnisreichen, gewissenhaften und echt religiösen Mann, von dessen Leitung und Erziehung gewiss die besten Erfolge zu erwarten sind, wie sie sich bis jetzt von seinem Unterrichte erprobt haben. Namentlich vom Auslande können ihm daher vertrauensvoll Eltern ihre Kinder anvertrauen. Dr. Ludwig Philippson*."
* Herausgeber der "Allgemeinen Zeitung des Judentums".

 
Rabbiner Dr. Güldenstein gibt die Privatschule auf (1860)

Buchau AZJ 18121860.jpg (81480 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Dezember 1860: "Herr Rabbiner Dr. Güldenstein in Buchau hat seine Privatschule zur Vorbereitung für die lateinische Schule aufgegeben, obschon er vom Königlichen Studienrate zur Fortführung derselben ermuntert wurde; er hat aber eingesehen, dass sein geistlicher Beruf seine ganze Kraft in Anspruch nimmt und nur die Liebe zur Unterrichtswissenschaft hatte ihn angetrieben, sein Lehrtalent nutzbar zu machen. Jeder Rabbiner hätte vollauf zu tun, wenn er sein geistliches Hirten- und Predigtamt gewissenhaft erfüllen will und dürfte alle Nebenbeschäftigungen beiseite liegen lassen, besonders wenn er auch seiner Fortbildung Genüge leisten will."


Bücher aus dem Nachlass des Rabbiners Dr. Güldenstein können erworben werden (1861)  
Anmerkung: hebräische Buchtitel sind teilweise nicht ganz präzise wiedergegeben  

Buchau AZJ 18061861.jpg (79690 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Juni 1861: "Buchau am Federsee (Württemberg). Literarische Anzeige. Der verstorbene Rabbiner Dr. Güldenstein dahier hat eine sehr zahlreiche Bibliothek der verschiedensten hebräischen, griechischen, lateinischen, englischen und französischen Werke hinterlassen, und befinden sich besonders darunter ein Schass (babylonischer Talmud), Jad hachasaka (Mischne Tora) von Rambam (Maimonides) in 4 Teilen, mehrere  mehrere Schales und Tschuwes (Responsen-Werke), Mischnajot und überhaupt eine Auswahl der schönsten hebräischen und sonstigen Werke, die im Hause der Unterzeichneten eingesehen und angekauft werden können. Die Witwe des Rabbinen Dr. Güldenstein."

  
Ausschreibungen des Rabbinates Buchau (1861/62)

Buchau AZJ 06081861.jpg (75761 Byte)Datum in der Anzeige verschrieben: 1851 für richtig: 1861! Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. August 1861: "Das erledigte Rabbinat Buchau, mit welchem neben freier Wohnung und außer den Gebühren für Kasualien und Emolumente ein aus der israelitischen Zentral-Kirchenkasse zu empfangender Fixgehalt von 750 Gulden verbunden ist, wird besetzt werden. Etwaige auswärtige Bewerber werden aufgefordert, sich unter Angabe ihrer persönlichen Verhältnisse und ihrer Bildungslaufbahn und unter Vorlegung der Befähigungsdokumente bei der unterfertigen Stelle innerhalb 5 Wochen von heute an zu melden. 
Stuttgart, den 22. Juli 1861 (statt 1851). Königlich israelitische Ober-Kirchenbehörde. Schmidt."
 
Buchau AZJ 14011862.jpg (65398 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. Januar 1862: "Das neuerdings erledigte Rabbinat Buchau, mit welchem neben freier Wohnung und außer den Gebühren für Kasualien und Emolumente ein aus der israelitischen Zentral-Kirchenkasse zu empfangender Fixgehalt von 750 Gulden verbunden ist, wird besetzt werden. Etwaige auswärtige Bewerber werden aufgefordert, sich unter Angabe ihrer persönlichen Verhältnisse und ihrer Bildungslaufbahn und unter Vorlegung der Befähigungsdokumente bei der unterfertigen Stelle innerhalb 5 Wochen von heute an zu melden. 
Stuttgart, den 30. Dezember 1861. Königlich israelitische Ober-Kirchenbehörde. Schmidt." 

  
Einsetzung von Rabbiner Weimann in seinen Dienst in Buchau (1862)  
Anmerkung: Rabbiner Elkan Weimann (geb. 1818 in Treuchtlingen), war zunächst Rabbiner in Welbhausen, danach in Lehrensteinsfeld bei Heilbronn, seit 1882 bis zu seinem Tod 1886 Rabbiner in Buchau. 

Buchau AZJ 06051862.jpg (33145 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Mai 1862: "Buchau, 6. April (1862). Gestern fand hier eine schöne, seltene Feier statt. Der neu ernannte Rabbiner Weimann wurde auf Anordnung der Königlichen israelitischen Kirchenbehörde in Stuttgart durch den diesseitigen Königlichen Bezirksbeamten (Oberamtmann Bockmaier in Riedlingen) in sein Amt installiert."

    
Ausschreibung der Stelle des Kantors und Schochets (1865)

Buchau Israelit 19071865.jpg (80096 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juli 1865: "Buchau (Württemberg). Für die hiesige Synagoge soll ein Kantor, der zugleich geprüfter Schochet sein muss, baldmöglichst und spätestens bis zum 1. September dieses Jahres angestellt werden. Da die Schächterfunktion dem bisherigen 71jährigen Schochet bis zu seiner Dienstunfähigkeit verbleiben soll, so wird das jährliche Gehalt vorläufig auf 500 Gulden mit dem Bemerken festgesetzt, dass dasselbe durch die spätere Übernahme der Schächterfunktion, welche im obgenannten Falle dem Kantor zugeführt wird, auf beiläufig 800 Gulden sich erhöhen dürfte. Übrigens ist in der hiesigen ca. 150 israelitische Familien zählenden Gemeinde Gelegenheit zu Nebeneinkünften reichlich geboten. Bewerber moralischen und religiösen Lebenswandels, im Besitze einer schönen Stimme und musikalischer Kenntnisse, wollen ihre Gesuche mit Belegen innerhalb 3 Wochen an das Unterzeichnete franko einsenden, wo auf frankierte Anfragen das Nähere zu erfahren ist. Den 2. Juli 1865. Das israelitische Kirchen-Vorsteher-Amt. Weimann, Rabbiner."
Anmerkung: die Ausschreibung der Stelle des Schochet 1865 wird verständlich, wenn man den im nachstehenden Artikel

  
Über Rabbiner Weimanns Bemühungen um Behebung einiger liberaler Zustände in Buchau (1866)
  
Anmerkung: dieser Abschnitt entstammt der konservativ-orthodoxen Zeitschrift "Der Israelit" und ist auf dem Hintergrund einer grundsätzlichen Kritik an den überwiegend liberal geprägten Zuständen in der damaligen jüdischen Gemeinde in Buchau zu verstehen. 

Buchau Israelit 05091866.jpg (243440 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. September 1866 (S. 582): "Als ich jüngst Oberschwaben bereits, besuchte ich auch die Gemeinde, wo Herr Rabbiner Weimann auf dem Lehrstuhl sitzt (gemeint: das Rabbinat inne hat). - Man sagte mir, dass, obgleich der Mann weder zu den Orthodoxen gezählt werden kann noch will, man doch zugestehen müsse, wie er durch seine Ernennung von Heilbronn nach Buchau auf einen Boden versetzt worden sei, der in religiöser Hinsicht durch seine Amtsvorgänger schon seit 30-40 Jahren so total unterminiert und inkurabel gemacht worden ist, dass man fast klagen kann: 'Keine Furcht Gottes ist an diesem Orte' (1. Mose 20,11). Es ist anzuerkennen, dass es Herrn Weimann z.B. schon bei mehr als einem Dutzend Fällen gelungen ist, dass der Trauernde in den Tagen der Trauerwoche (sc. wo das Gesetz ein siebentägiges Trauersitzen nach bestimmten Gebräuchen vorschreibt) wenigstens eine einzige Stunde sitzt, und das mag ihn mehr Mühe kosten, als in frommer Gegend einen außergewöhnlichen Taanit (Fastentag) zu statuieren. Alles gemäß dem Ort. Schon mit seinem Amtsantritte begannen seine Bemühungen, gegen abgekommene Trauergebräuche, gegen unreine Speisen und Entweihungen des Schabbat usw. eifrig aufzutreten, und man kann zugeben, dass diese hie und da etwas gewirkt haben, ungeachtet ein früherer Rabbiner sagte, man brauche keine Anfragen (sc. beim Rabbiner) zu machen und der andere selbst Trauerbräuche nicht beobachtete. Ein Verdienst Weimanns darf es genannt werden, dass er durch Aufmerksamkeit einen Grund fand, jenem seltsamen Schochet, der schon 30 Jahre keinen Fall entdeckt, um Terefa (Unbrauchbarkeit des Fleisches) oder eine Anfrage (beim Rabbiner) zu machen, nach der Suspension einen wirklich gewissenhaften Schochet beizugeben, sodass jetzt innerhalb eines Vierteljahres mindestens 30 Anfragen vorgekommen sind. Die Schwierigkeit der amtlichen Wirksamkeit eines Rabbinen auf diesem Teil des religiösen Feldes tritt mehr hervor, wenn man erwägt, dass ihm ins Gesicht gesagt worden ist, dem (bisherigen) Schächter würde auf eine Beschwerde an die israelitische Oberkirchenbehörde ohne Weiteres die Erlaubnis zum Schächter wieder erteilt werden. Die ist übrigens in Wahrheit doch nicht so. So hat z.B. ein neuer Rabbiner, obgleich er selbst z.B. geweihten Wein (?) trinkt, doch aus anderen Gründen einem orthodoxen Jehudi, der von einem frommen Rabbiner die Kabbala (rabbinisches Diplom) schon hatte, die Ermächtigung zur Ausübung der Schechita (Schächten) versagt, bis er auch von ihm approbiert sei, und die Oberkirchenbehörde hat auf Beschwerde den Rabbinen unterstützt. Eine originelle Erscheinung in Württemberg ist es, dass die württembergischen jüdischen Theologen, wenn sie in Tübingen studieren, denselben Tisch frequentieren sollen, den ihre christlichen Kommilitonen haben. Ist's wahr? und was tut unsere israelitische Oberkirchenbehörde, die das religiöse Wohl der Söhne Seines Volkes im Lande zu heben berufen ist, gegen solche Zustände, obgleich sie von Seiten des Staates ganz freie Hand hätte? - Mit Recht hoffen alle Parteien, die Neuen wie die Alten, auf die baldige Revision der jüdischen Kirchenverfassung in Württemberg, die den Gemeinden ihre Autonomie wieder bringen soll."    

   
Rabbiner Weimann veröffentlicht "fünf Zeitpredigten" (1866)

Buchau Israelit 28111866.jpg (214152 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. November 1866: "Buchau am Federsee. Von dem hiesigen Herrn Rabbinen Weimann sind im Verlage des Verfassers auf allseitiges Verlangen seiner Zuhörer 'fünf Zeitpredigten' erschienen, welche derselbe vom Sabbat vom Tischa BeAw an bis Kol Nidre während der Kriegszeit und nach dem Friedensschluss in der Synagoge hier gehalten hat. Es werden darin in bündigen und markigen Worten zuerst die 3 Sünden unserer Zeit, bestehend in der Entfernung von der Gottheit, von der Einfachheit und von der Einigkeit, aufgezählt und am Schabbat Nachamu der Trost unserer Zeit durch den Glauben gespendet, dass unser Schicksal allein in Gottes Händen ruht: 'Hebet empor eure Augen und sehet: wer hat diese geschaffen? usw. (Jesaja 40,26). Es dorrt das Gras, es welkt die Blume, aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit (Jesaja 40,8)' Unmittelbar nach dem offiziell publizierten Friedensschluss zwischen Preußen und Württemberg sprach der Redner vom Heil unserer Zeit und legte dem Thema den Ausspruch von Rabbi Simon (Aboth I,18) zugrunde, indem er nachwies, dass dieses Ziel dauernd und beseligend nur dann erreicht werden könne, wenn Wahrheit gesprochen, Gerechtigkeit geübt und Frieden gehalten wird. Am Neujahrstag kommt dann der Verfasser auf das Zählen der Zeit, deren Wert er an den Worten erläuterte: 'Mene Mene tekel u-parsin' (Daniel 5,26-26), woraus er uns das Gottesgericht in den Ereignissen der Gegenwart zeigte. Schließlich wird am Vorabend von Jom Kippur auf die Versöhnung unserer Zeit hingewiesen, und an der Hand der heiligen Schrift eine Versöhnung mit Gott, mit uns selbst, Versöhnung mit unserem Nächsten verlangt. - Die kleine Predigtsammlung in der Offizin des Herrn Schell in Heilbronn äußerlich gut ausgestattet, kostet nur 18 Kreuzer und zeigt mindestens von dem Eifer des Verfassers, die Zeitereignisse auch von der allgemeinen religiösen Seite in passender Stunde zu besprechen. Getragen von den damals hoch gehenden politischen Wogen hat der Verfasser die spezifisch-jüdische Bedeutung der Festzeiten, an denen er die Predigten vortrug, zu sehr in den Hintergrund gestellte, statt sie ermunternd auf die Tagesneuigkeiten anzuwenden und dabei zu zeigen, dass unser altes Judentum eine Quelle lebendigen Wassers (Jeremia 2,13) ist, das uns in allen Lagen des Lebens Labung, Trost und Hilfe bringt. Nur die früheren Tage, wenn sie wiederkehren, die Zeiten der Frömmigkeit, wie sie das geschriebene und mündliche Gesetz vom Juden verlangt, können uns Trost, Heil und Versöhnung bringen. 'Führ uns zurück, Ewiger, zu dir, und wir wollen zurückkehren; verjünge unsere Tage wie vormals" (Threni = Klagelieder Jeremias 5,21)."     

  
Rabbiner Weimann wird in Friedrichshafen von Königin Olga empfangen (1883)

Buchau AZJ 25091883.jpg (44085 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. September 1883: "Rabbiner Weimann aus Buchau, der sich zur Kur in Friedrichshafen aufhielt. hatte daselbst die Ehre, von Ihrer Majestät der Königin Olga in Audienz empfangen zu werden. Er nahm davon Veranlassung, der Königin seine zur Vorfeier Ihres Geburtstages am vorhergegangenen Sabbat gehaltene Predigt überreichen zu lassen und erhielt darauf aus dem Kabinett Ihrer Majestät ein huldvolles, anerkennendes Dankschreiben."

  
Abschied von Rabbiner Weimann (1886) 

Buchau AZJ 05101886.jpg (72140 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. Oktober 1886: "Man schreibt aus Buchau am Federsee, vom 21. September (1886): Rabbiner Weimann, der 24 Jahre in der hiesigen israelitischen Gemeinde als Seelsorger gewirkt hat, musste wegen andauernder Krankheit in den Ruhestand treten und verließ heute unsere Stadt, um nach Stuttgart überzusiedeln. Derselbe hat sich durch gewissenhaftes, pflichttreues und eifriges Wirken die Zufriedenheit der Behörde und Gemeinde erworben und erhalten. Da der Scheidende durch seine Gesundheitsverhältnisse am Predigen verhindert war, so hat er seine Abschiedsworte im Druck erscheinen und an die Gemeindegenossen verteilen lassen. Aus dem gleichen Grunde musste er die ihm zugedachte Abschiedsfeier ablehnen und wurde ihm durch das Kirchenvorsteheramt eine Adresse nebst einer sehr ansehnlichen Ehrenhabe von den Gemeindegenossen überreicht. Die Gesellschaft Harmonie brachte ihm gestern Abend ein Ständchen, wobei der Vorstand derselben, Kaufmann H. Erlanger, dem Danke der Gemeinde für seine Wirksamkeit Ausdruck verlieh."

  
Zum Tod von Rabbiner Weimann (1886)

Buchau AZJ 12101886.jpg (58970 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. Oktober 1886: "Man schreibt aus Stuttgart vom 27. September: Gestern Nacht verschied schnell an einem Schlaganfall der erst vor einigen Tagen hierher übergesiedelte pensionierte Rabbiner Weimann aus Buchau, von dessen Abschied in dieser Woche berichtet wurde. Rabbiner Weimann ist geboren zu Treuchtlingen 1818, er besuchte die dortige Volksschule, später das Gymnasium in Augsburg und 1839-43 die Universität zu München. Nachdem er als Hauslehrer in Büdingen und später in Fulda gewirkt hatte, ward er 1847-61 Rabbiner in Welbhausen (Bayern) und trat 1861 in den württembergischen Kirchendienst ein, war 1861-62 Rabbiner in Lehrensteinsfeld-Heilbronn und 1862-1886 in Buchau. Seit 3 Jahren war er kränklich und konnte seinem Amte nicht mehr vorstehen. Der Verstorbene war mit einem seltenen Rednertalent begabt."

      
Ausschreibung des Rabbinates Buchau (1886)

Buchau AZJ 16111886.jpg (104221 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. November 1886: "Erledigtes Rabbinat. Das erledigte Rabbinat Buchau, Oberamts Riedlingen, ist wieder zu besetzen. dasselbe ist mit einem aus der Israelitischen Zentralkirchenkasse fließenden pensionsberechtigten Gehalt von 1.900 Mark, welcher nach fünf Dienstjahren sich auf 2.000 Mark und nach weiteren zehn Dienstjahren auf 2.057 Mark 14 Pfennig durch ebenfalls pensionsberechtigte Alterszulagen aus der genannten Kasse erhöhen wird, sowie mit freier Wohnung und Gebühren für Kasualien verbunden. Die Bewerber werden aufgefordert, sich innerhalb 4 Wochen unter Darlegung ihres Lebenslaufs und Bildungsganges und unter Anschluss der Nachweise über ihre Befähigung bei der unterzeichneten Stelle zu melden. 
Stuttgart, den 27. Oktober 1886. Königliche Württembergische Israelitische Oberkirchenbehörde. Finckh."

     
Rabbiner Laupheimer wechselt von Buttenhausen nach Buchau (1887)

Buchau AZJ 17021887.jpg (21921 Byte)Meldung in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Februar 1887: "Stuttgart, 9. Februar (1887). Vermöge Entschließung des Königlichen Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens vom 5. dieses Monats wurde das Rabbinat Buchau dem Rabbiner Laupheimer in Buttenhausen übertragen." 

   
Einführung von Rabbiner Laupheimer als Rabbiner in Buchau (1887)  

Buchau AZJ 26051887.jpg (42729 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Mai 1887: "Am 7. Mai wurde in Buchau am Federsee Rabbiner Laupheimer aus Buttenhausen durch den Kirchenrat Dr. von Wassermann in einem feierlichen Gottesdienste in sein Amt eingeführt. Die bürgerlichen Kollegien der Stadt und viele christliche Honoratioren wohnten dem Gottesdienste und auch dem Festessen bei, so auch der Stadtpfarrer Ruber."    

 
Silberne Hochzeit von Rabbiner-Ehepaar Laupheimer (1902)

Buchau Israelit 02011902.jpg (66112 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Januar 1902: "Buchau am Federsee, 26. Dezember (1902). Heute feierten Herr Rabbiner Laupheimer und Frau im engsten Familienkreise ihre silberne Hochzeit. Eine offizielle Feier, die ihnen die israelitische Gemeinde widmen wollte, lehnte das Jubelpaar ab. Von der Liebe und Verehrung, deren sich das Jubelpaar hier und auswärts erfreut, legten die zahlreichen Glückwünsche und Geschenke ein erhebendes Zeugnis ab. Mit warmem Herzen, klarem Blick und geschickter Hand nimmt Herr Rabbiner Laupheimer Teil an Freud und Leid seiner Gemeinde und sät so eine Saat aus, die die schöne Frucht der Anhänglichkeit seiner Gemeinde trägt."

   
Publikation von Rabbiner Abraham Schlesinger: "Einführung in den Zionismus" (1922)

Buchau AZJ 06011922.jpg (358335 Byte)Buchbesprechung in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Januar 1922: "Abraham Schlesinger: Einführung in den Zionismus. Verlag J. Kauffmann. Frankfurt am Main. 1921.
Der Text ist nicht ausgeschrieben - bitte im Original einsehen

     
Publikation von Rabbiner Abraham Schlesinger: "Im Zeichen der Wiedergeburt" (1935)       

Buchau Israelit 30071936.jpg (175834 Byte)Buchbesprechung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juni 1936: "Im Zeichen der Wiedergeburt. 'Von Abraham Schlesinger. Berlin. 18935. Verlag Kedem. 217 S. 
Der Artikel wird nicht abgeschrieben, da es keinen direkten Zusammenhang zur jüdischen Geschichte in Buchau gibt - bei Interesse Textabbildung anklicken.  

 

Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter und der Schule  
Publikation von Oberlehrer Leopold Lammfromm (1847)
   
Leopold Moses Lammfromm war der erste jüdische Seminarist am Lehrerseminar in Esslingen (Promotion 1820-23). Er ist am 12. Juli 1803 in Oberdorf geboren und war von 1825/31 bis zu seinem Tod 1859 Lehrer in Buchau. 

Buchau AZJ 06121847.jpg (128893 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Dezember 1847: "Literarische Anzeigen". 
Der Artikel wird nicht abgeschrieben, da es keinen direkten Zusammenhang zur jüdischen Geschichte in Buchau gibt - bei Interesse Textabbildung anklicken.  

    
Buchbesprechung des "Lesebuches für Israeliten zum Gebrauche in Schule und Haus" von Oberlehrer Leopold Lammfromm (1848)
  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit des 19. Jahrhunderts" vom 27. Februar 1848: "Literarisches. Lesebuch für Israeliten zum Gebrauche in Schule und Haus. Herausgegeben von Leopold Lammfromm, Oberlehrer in Buchau am Federsee. Blaubeuren. Verlag von Wilhelm Lubrecht 1847. (200 S. gr. 8.)."  
Der Artikel wird nicht abgeschrieben, da es keinen direkten Zusammenhang zur jüdischen Geschichte in Buchau gibt - bei Interesse Textabbildung anklicken.    
    

        
Abschied von (Unter-)Lehrer Rödelsheimer nach 30 Jahren Dienst in Buchau (1866)  
Anmerkung: Samuel Rödelsheimer (geb. 12. September 1816 in Unterschwandorf) war von 1836 bis 1866) Lehrer in Buchau. Nach seiner unten geschilderten Verabschiedung wurde er zunächst nach Kochendorf, dann auf eigenen Wunsch nach Pflaumloch versetzt. Seit 1867 wurde er - auch auf Wunsch der Gemeinde Buchau - wieder nach Buchau versetzt. Er starb am 4. Februar 1899 in Stuttgart.

Buchau AZJ 06031866.jpg (240322 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. März 1866: "Aus Württemberg, vom Federsee, 20. Februar (1866). Ein Akt schöner Anerkennung, als Kundgebung der Dankbarkeit gegen einen scheidenden Lehrer hat vor einigen Tagen in Buchau stattgefunden, der es verdient, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Der Unterlehrer Rödelsheimer an der israelitischen Volksschule, der 30 Jahre an derselben wirkte, wurde auf sein Ersuchen als Schullehrer nach Pflaumloch befördert; dessen Abschied von Buchau war ein kleines Volksfest, insofern sich die ganze Gemeinde dabei beteiligt; aber auch allgemeines Bedauern gab sich unter allen Bewohnern Buchaus ohne Unterschied der Konfession über das Scheiden des wackeren, bescheidenen Volkslehrers kund. Herr Rabbiner Weinmann hat in Anerkennung der Verdienste des Scheidenden um Schule und Gotteshaus, eine Subskription eröffnet, die so reichlich ausfiel, dass dem Scheidenden ein kostbarer silberner Pokal und 12 Karolin in Gold bei der Abschiedsfeier als Andenken überreicht werden könnten, die der Herr Rabbiner mit einer passenden Ansprache dem scheidenden Lehrer im Namen der Gemeinde aushändigte. - Auch bei Sabbatgottesdienste würdigte der Rabbiner in einer schwungvollen Predigt das Wirken des Lehrers, der in den 30 Jahren seiner Tätigkeit als Erzieher ein ganzes Menschengeschlecht erzogen, und zeichnete die Wichtigkeit und Würdigkeit des Lehramts. - Überhaupt hat Herr Rabbiner Weimann schon mehrere Male sich als Freund der Lehrer bewiesen, was ihm bei seinem weiteren Streben für angemessene Reform des gottesdienstlichen Kultus, durch Einführung von Orgel, Chorgesang und des neuen Stuttgarter Gebet- und Gesangbuches zur Ehre gereicht. Nicht minder verdient die Gemeinde Buchau den Dank aller Gutgesinnten dafür, dass sie in ihrem scheidenden Lehrer den ganzen Stand der Volkslehrer ehrte. 
In Herrn Gerstel, einem Jünger Sulzers, hat Buchau einen tüchtigen Kantor gefunden, der sowohl durch tüchtige musikalische Bildung, durch schöne Stimmmittel, wie durch Kenntnis der heiligen Sprache alle Eigenschaften eines Chasan und Chordirigenten in sich vereinigt. - Ein jüdisches Blatt, 'Mainzer Israelit', lässt den Stifter der Kogitanten-Sekte einen getauften Juden sein. Herr Eduard Löwenthal ist Jude, Sohn des ersten Lehrers an der israelitischen Volksschule in Buchau und erhielt von seinen Eltern eine streng jüdische Erziehung; besonders war die erst kürzlich verstorbene Mutter ein echt frommes, jüdisches Herz und von väterlicher Seite wurde er in den Grundsätzen des Judentums unterrichtet und erzogen. Herr Dr. Eduard Löwenthal ist nicht getauft."

 
Zur (Wieder-)Besetzung der israelitischen Volksschulstelle mit Lehrer Rödelsheimer (1867)

Wuerttemberg Israelit 30051866.jpg (80249 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1866: "Aus Württemberg. Schulstatistik S. 2 1865. Im Jahre 1865 sind folgende israelitische Schulstellen ausgeschrieben und nachbenannten Lehrern übertragen worden: am 30. Juni die zu Kochendorf Herrn Rödelsheimer, bisher Unterlehrer in Buchau; am 25. August die zu Hohebach Herrn Sänger, bisher Schulmeister in Braunsbach, mit je 300 Gulden fixem Einkommen neben freier Wohnung; am 24. November die zu Ernsbach Herrn Rothschild, bisher Amtsverweser daselbst, mit 400 Gulden und freier Wohnung. (Das neueste Schulgesetzt hat auch die beiden ersteren Gehalte auf das jetzige Minimum von 400 Gulden erhöht und Herr Rödelsheimer hat die Stelle in Kochendorf nicht angetreten, sondern ist auf seine Bitte nach Pflaumloch versetzt worden.) Pensioniert wurden die Lehrer Löwenstein in Pflaumloch und Wassermann in Lauchheim". 
  
Wuerttemberg Israelit 05061867.jpg (42658 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juni 1867: "Aus Württemberg. Im Jahre 1866 sind folgende israelitische Schul- und Vorsängerstellen ausgeschrieben und nachbenannten Lehrern definitiv übertragen worden: Am 6. Januar wurde der Schulmeister Rödelsheimer in Kochendorf nach Pflaumloch, am 11. Juni der Schulmeister Maison in Archshofen nach Buchheim (?? = Buchau ??) und am 30. Dezember der Amtsverweser Marx in Laudenbach ebendahin ernannt. Mit jedem dieser Schuldienste ist neben freier Wohnung ein fixes Einkommen von 400 Gulden verbunden."
  
Buchau Israelit 24071867.jpg (73299 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Juli 1867: "Stuttgart. 'Der Beobachter' sagt in seinem Briefkasten an S. in H., - der sich mit vielen seiner älteren Kollegen verwundert hat, dass die israelitische Volksschulstelle in Buchau am Federsee in aller Stille dem Lehrer und Vorsänger Rödelheimer, der doch kürzlich erst nach Pflaumloch ernannt worden war, übertragen wurde, - dass die Besetzung dieser Stelle ohne vorhergehenden Bewerberaufruf nicht gegen ein Gesetz, sondern nur gegen Gebrauch und ministerielle Anordnung verstoße. Wie man höre, sei hierbei der Wunsch der Gemeinde respektiert worden, wogegen vom Standpunkte des Beobachters aus, eines demokratischen Blattes, nichts einzuwenden wäre."

  
Aus einem Beitrag von Lehrer B. Straßburger: "Konfessions- oder Simultan-Schule...?" (1889)
Anmerkung: Baruch Straßburger (geb. 2. Juni 1836 in Rexingen), war nach seiner Ausbildung am Lehrerseminar Esslingen (Promotion 1854-1856) zunächst Leher in Oberdorf, Ernsbach und Olnhausen, seit 1864 in Buttenhausen, um dann von 1884 bis 1906 in Buchau tätig zu sein (gestorben 1912). Er verfasste zahlreiche pädagogische Schriften.

Buchau Israelit 14021889.jpg (198600 Byte)
Buchau Israelit 14021889b.jpg (196713 Byte)

 
Publikationen von Lehrer Baruch Straßburger (1890)

Buchau Israelit 01091890.jpg (141809 Byte)

  
40jähriges Dienstjubiläum des Lehrers Straßburger (1896)

Buchau Israelit 29061896.jpg (213091 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juni 1896: "Personalien. Buchau am Federsee. In der ersten Woche des Monats Juni (1896) feierte die hiesige israelitische Gemeinde das 40jährige Dienstjubiläum ihres Lehrers Straßburger, der am Tage seines Jubiläums zugleich das 60. Lebensjahr überschritten. Die Einhelligkeit des kirchenvorsteheramtlichen Beschlusses, dieses Fest zu feiern, und es möglichst ehrenvoll für den Jubilar und seine Familie zu gestalten, und die einmütige Freude und Befriedigung der Gemeindegenossen über diesen Beschluss sind die beredtesten Zeugen von der Beliebtheit des Lehrers, sowie von dem schönen Verhältnis, das zwischen diesem und der Gemeinde besteht. In Buttenhausen, im Lautertale, woselbst Straßburger seinen Hausstand gründete und 18 Jahre lang segensreich wirkte, entstand sein treffliches Werk: 'Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Israeliten', das von bleibendem Werte ist und bald in zweiter verbesserter Auflage erscheinen wird. Sein Spruch- und Gesangbuch und die von ihm umgearbeitete evangelische Fibel wurden in den israelitischen Volksschulen amtlich eingeführt. Seit 14 Jahren wirkt er hier zum Segen. Beim Festbankett, bei dem ein silberner Ehrenbecher überreicht wurde, betonte der Ortsvorstand, der mit den geistlichen und weltlichen Mitgliedern der Ortsschulbehörde fast vollzählig erschienen war, wie der Jubilar bei den jährlichen Visitationen stets die I. Note erhalten. Aufsichtslehrer Munding rühmte seine Kollegialität, der Vorsitzende Rabbiner Laupheimer, seine seelenvolle Harmonie, seinen friedlichen Charakter, sein kernhaftes, gediegenes Wesen und sein ernstes Bestehen, wie als Israelit, so als Bürger und Mensch stets ein Muster und Vorbild und damit eine Zierde der Gemeinde zu sein. Die Becherweihegedanken des ehrwürdigen Redners, dessen Zunge die Gedanken des Herzens redete, dass es dem Jubilar vergönnt sein möge, noch lange 'segensreich, lebensvoll, in der Freuden Fülle und gesättigt vom Himmelstau des Trostes und des Friedens unter uns zu wirken', fanden beredten Widerhall und begeisterte Zustimmung der den Saal zur Traube in Kappel bis auf den letzten Platz füllenden Menge. Der Jubilar ergriff zweimal das Wort zu Dank und Gegenrede. Bei den zum Teil sehr witzigsten Toasten wurde aller Familieglieder, insbesondere seiner Gattin, mit der er zugleich einen '30jährigen' Krieg in diesen Tagen feiere, ehrenvoll gedacht. Telegramm liefen ein von Wien, vom Lehrerverein, der Gemeinde Buttenhausen, von Oberdorf, der Diaspora Ravensburg, sowie von einzelnen dankbaren Schülern, Freunden und Amtsgenossen. Möge es dem Jubilar und der Gemeinde, die sich durch diese Ehrung am meisten ehrte, vergönnt sein, nach Umfluß eines Jahrzehnts das 50jährige Jubiläum zu feiern. Nicht zu vergessen sind, der Synagogenchor und die Sänger der 'Harmonia', welche durch ihre schönen Vorträge das Fest verschönern halfen."   

  
Lehrer Straßburger tritt Falschmeldungen über die israelitische Schule entgegen (1902)

Buchau Israelit 11091902.jpg (85491 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. September 1902: "Buchau, 9. September (1902). In Nr. 72 des 'Israelit' bringen Sie eine, dem 'Hohenstaufen' entnommene Korrespondenz, die die Meinung verbreiten könnte, es herrsche hier strenge Absonderung und Intoleranz unter den Konfessionen, die sich bis auf die Absonderung in den Aborten erstrecke. Mit Mitteilung beruht aber auf falscher Auffassung und enthält Unwahres. Wie in jedem geordneten Schulgebäude hat auch hier jede Schulklasse ihren eigenen, verschließbaren Abort, um die Kontrolle der Lehrer zu ermöglichen. Da die israelitische Volksschule als städtische Schule sich auch im Schulgebäude befindet, so lautet auch eine der Aufschrift über den Türen: 'Isr. Schule'. Eine Aufschrift für Katholiken findet sich nicht, sondern nur I., II. und obere Klasse. Die Protestanten haben ihre Schule in einem entfernteren Gebäude, daher fehlt auch am Abort diese Aufschrift. Die Korrespondenz beruht also auf Unwahrheit, was ich in Ihrem Blatte mitzuteilen bitte. Die konfessionellen Verhältnisse hier, besonders soweit sie das Unterrichtswesen betreffen, sind musterhaft geregelt und herrscht hier die beste Harmonie unter den Konfessionen. Lehrer Straßburger."

    
  
  
Verschiedene Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
    
Jüdische Kaufleute aus Buchau feiern in Augsburg das Jubiläumsfest des württembergischen Königs (1841)

Buchau AZJ 23101841.jpg (58249 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Oktober 1841: "Augsburg, 29. September (1841). Es ist bemerkenswert, und ein Zeichen der Zeit, wie die Israeliten Deutschlands keine Gelegenheit vorübergehen lassen, an den freudigen Ereignissen des Vaterlandes ihre ungeheuchelte Teilnahme zu erkennen zu geben. Als am 29. September israelitische Kaufleute aus Buchau am Federsee zufällig in Augsburg zur Messe sein mussten, feierten sie, 20 an der Zahl, das 25. Jubiläumsfest ihres Königs, durch ein Festmahl"

 
Antijüdische Vorfälle (1846)

Buchau AZJ 03081846.jpg (169142 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. August 1846: "Aus Württemberg, 25. Juni (1846). Folgendes verdient Beachtung: Seit mehreren Jahren werden diesseits öffentliche Schlussverhandlungen vor den königlichen Gerichtshöfen abgehalten. Verbrechen vom größten und abgefeimtesten an abwärts, aller Art, verübt von jedem Geschlecht und Alter, sind da schon verhandelt worden. Wie viele Juden da in Untersuchung standen? Gottlob! bis jetzt nicht Einer. - Seitdem im Laufe dieses Jahres über enorme Getreidepreise geklagt wird, schreibt man diesen Umstand zu großem Teil dem handwerksmäßigen Wucher zu. Daneben enthalten unsere öffentlichen Blätter seit Kurzem einige Beispiele unerhörten Wuchers bei Geldanleihen höchst Dürftiger in bitterster Not. An all dem verwerflichen Streben scheint Keiner unserer Juden beteiligt zu sein. Woher wir das wissen? - Wäre dem nicht also, so hätten es die Zeitungen längst haarklein, mit reichlichen Zusätzen berichtet!
Den 10. (Juli 1846). In Buchau am Federsee fielen in der jüngsten Zeit Vorfälle bedauerlicher Art vor. Der Ort zählt 1.400 christliche, 600 jüdische Einwohner und hat ein taxisches Amt und Amtsgericht. Vor 14 Tagen wurde Morgens ein natürlich anonymer Anschlag an der Synagoge gefunden, in welchem den jüdischen Einwohnern Feuer, Schwert und eine zweite Zerstörung Jerusalems gepredigt wurde, und war, weil, wie aus dem Schreiben zu ersehen, die Juden verlangte, was sie als solche verlangen konnten. Vorher schon waren als Wiederholung von Szenen früherer Jahre verschiedene Gärten jüdischer Einwohner geplündert und zerstört, Fenster derselben eingeworfen und zur selbigen Zeit Steine in einen öffentlichen Garten geworfen worden, die, wie man allgemein sagt, dem Stadtschultheißen gerade in die Hände fielen, ein Vergehen, das mit Einsperrung von 48 Stunden gestraft wurde. - Montag, den 29. vorigen Monats nun wurde das Gerücht laut, dass 20 jüdische Grabsteine aus dem Boden gerissen und ein Teil derselben freventlich zertrümmert worden seien. Das Gerücht hatte nicht gelogen. Zwei ledige Burschen, welche man für verdächtig hielt, wurden eingezogen, lagen zweimal 24 Stunden in gefänglicher Haft, mussten aber sofort wieder entlassen werden. Die Beeinträchtigten aber können und werden über diese Ungebühr nicht schweigen." 

 
25jähriges Jubiläum des Armenhilfsvereins (1857)

Buchau AZJ 29061857.jpg (58809 Byte)

   
Dankgottesdienst zum Friedensschluss 1871  

Buchau AZJ 11041871.jpg (101687 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. April 1871: "Aus Württemberg, im März (1871).  Durch Erlass der königlichen israelitischen Oberkirchenbehörde vom 28. Februar dieses Jahres wurde für alle Synagogen des Landes aus Anlass des Friedensschlusses die Abhaltung eines Dankgottesdienstes in der Weise angeordnet, dass nach Rezitierung der Psalmen 9. 33 und 96 und nach dem vom Gesangchore vorgetragenen Liede Nr. 105 der Maier'schen Gebetordnung vom Rabbinen, beziehungsweise Vorsänger die Festpredigt über den Text Psalm  89, 16-19 gehalten wurde. In mehreren israelitischen Gemeinden des Landes, wie in Buchau und Göppingen, fanden feierliche Züge zum Gotteshause statt, welchen sich, um sich an dem Gottesdienste zu beteiligen, auch Christen anschlossen. Die von dem Herrn Kirchenrat Dr. von Maier in Stuttgart und von Rabbiner Herz in Göppingen bei dieser Feier gehaltenen Predigten wurden auf vielseitiges Verlangen durch den Druck veröffentlicht und finden dieselben umso reicheren Absatz, als deren Ertrag für die Hinterbliebenen der im Kriege gefallenen Württemberger und für die deutsche Invalidenstiftung bestimmt ist."  


Die Zahl der jüdischen Einwohner geht durch Abwanderung in die Städte stark zurück (1871)

Buchau AZJ 03101871.jpg (67125 Byte)


50jähriges Jubiläum des Privat-Armenvereins (1882) 
Anmerkung: Buchau wird in nachfolgendem Abschnitt versehentlich in die Schweiz verlegt....

Buchau Israelit 14061882.jpg (77325 Byte)

 
Stiftung des katholischen Stadtpfarrers zugunsten der jüdischen Gemeinde (1896)

Buchau Israelit 20061895.jpg (24222 Byte)
 
Buchau AZJ 10041896.JPG (66639 Byte)

 

Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 

Belobigung für den israelitischen Kirchenpfleger Marx Mändle (1844)

Buchau AZJ 11031844.JPG (207473 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. März 1844: "Buchau am Federsee, 6. Februar (1844). Dem hiesigen israelitischen Kirchenvorstande kam durch das königlich fürstliche Bezirksamt folgender hoher Erlass zu: 
Aus den Antrag der israelitischen Oberkirchenbehörde und in Folge der vom königlich fürstlichen Bezirksamte bei Gelegenheit der Visitation des dortigen Bezirks dem Regierungs-Kommissär zu Protokoll gegebenen Bemerkung, haben Seine königliche Majestät vermöge höchster Entschließung vom 8. dieses Monats aus Anlass des Vortrags des Ministeriums des Innern gnädigst verfügt, dass dem israelitischen Kirchenpfleger Marx Mändle zu Buchau wegen seiner uneigennützigen und sehr ersprießlichen Amtsführung das höchste Wohlgefallen ausgedrückt werde.
Das königlich fürstliche Bezirksamt wolle den Mändle hiervon mit dem Anfügen benachrichtigen, dass die Veröffentlichung dieser höchsten Entschließung durch das Regierungsblatt, bereits eingeleitet worden ist. 
Stuttgart den 26. Januar 1844. Auf besonderen Befehl. Steinhardt. Weil. 
 
Wir sind aus doppeltem Grunde erfreut, vorstehende Belobung der Öffentlichkeit übergeben zu können, weil sie auf der einen Seite wiederum den Beweis liefert, dass in unserem württembergischen Vaterlande auch das Verdienst des Israeliten bei unserer Regierung willige Anerkennung findet - ein Sporn mehr, auf dem einmal betretenen Wege mit Mut und Festigkeit fortzufahren -; und weil sie auf der anderen Seite als verdiente Belohnung einem Manne zuteil ward, der seit 20 Jahren mit unermüdlichem Fleiße, angestrengter Tätigkeit und eiserner Willenskraft sich dem hiesigen Gemeindewesen gewidmet und dem Gemeindehaushalt unter Mitwirkung eines intelligenten Vorstands, auch höheren Orts Anerkennung verschaffte. (Hierauf folgt eine ausführliche Darstellung der wirklich ausgezeichneten Wirksamkeit des Herrn Mändle, die wir jedoch beschränkten Raumes und des lokalen Interesses wegen hier nicht folgen lassen können, demselben aber auch unsererseits unsere Achtung bezeugend. Redaktion).  
Gelegentlich erhalten Sie auch die Anzeige, dass sich seit Neujahr, neben dem schon 10 Jahre bestehenden Leseverein zur Krone (israelitisches Wirtshaus), der unter seinen Mitgliedern, den hiesigen Honoratioren, christlichen und israelitischen Bürgern, mit andern belletristischen Blättern auch Ihre geschätzte Zeitschrift, seit ihrer Entstehung zirkulieren lässt, ein 'Lese- und Gesellschaftszirkel für Buchau und Kappel' konstituiert hat, als dessen Zweck in den vom Amte genehmigten Statuten angegeben wird: Kunde von den Zeitbegebenheiten und wissenschaftliche Bestrebungen im Judentume unter seinen Mitgliedern zu verbreiten und das Interesse an dem Aufschwunge und die bessere Gestaltung der israelitischen Zustände anzufachen und zu beleben. Bei seiner ersten Zusammenkunft hat der Lese- und Gesellschaftszirkel beschlossen, in pleno dem von Ihnen vorgeschlagenen zweckmäßigen Literaturverein beizutreten, was Sie gefälligst zur Notiz nehmen wollen."

  
Dr. Eduard Löwenthal, Sohn des Lehrers Isac Löwenthal ist Redakteur in Frankfurt (1861)   
Anmerkung: der im Artikel genannte Lehrer Isaac Löwenthal ist am 23. Februar 1809 in Nordstetten oder in Pfalzburg / Elsass geboren. Er war nach 1835 u.a.  Lehrer in Mühringen, seit dem Sommer 1848 in Baisingen, seit 1859 in Buchau. Er starb am 14. Oktober 1872 . Unter seinen 9 Kindern war Ephraim / Eduard Löwenthal, geb. 22. Dezember 1839, ein "Vordenker des Internationalen Parlamentarismus" (Ralph Uhlig: Die interparlamentarische Union 1889-1914. Wiesbaden 1988. S. 52-53).   

Buchau AZJ 14051861.jpg (42800 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. Mai 1861: "Der in Frankfurt ausgewiesene und wieder restituierte Dr. Eduard Löwenthal, jetzt bei der Redaktion der Nassauischen Allgemeinen Zeitung angestellt, ist der Sohn des israelitischen Lehrers Löwenthal in Buchau und bürgerlich zu Nordstetten im Schwarzwald, also ein Landsmann Berthold Auerbachs."

 
M.E. Weil und Jakob Dannhäuser werden erneut in den Gemeinderat gewählt (1897)  
Anmerkung: bei M. E. Weil dürfte es sich um Michael Emanuel Weil gehandelt haben (geb. 25. Juli 1853 in Kappel, gest. 1. Dezember 1915 in Cleveland, USA); Jakob Dannhausen (geb, 3, Januar 1860 in Buchau, gest. 19. Juli 1918 ebd.). 

Buchau Israelit 16121897.jpg (79466 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Dezember 1897: "Buchau am Federsee, 10. Dezember (1897). Bei der letzten Tage dahier stattgehabten Stadtratswahl wurden die beiden ausscheidenden israelitischen Gemeinderäte, die Kaufleute M. E. Weil und Jakob Dannhäuser wiedergewählt. Trotzdem zwei weitere israelitische Kandidaturen aufgetaucht sind, ließ sich die christliche Bevölkerung in dem Herkommen, zwei Israeliten in den Stadtrat zu berufen, nicht irre machen und von abgegebenen 271 Stimmen erhielt Herr M. E. Weil 226 Stimmen und Gr. Rat Dannhauser 171 Stimmen. Damit hat die christliche Bevölkerung hierorts aufs neue gezeigt, wie tolerant und friedliebend sie allezeit ist, und ein angenehmes Zusammenleben ist damit in Zukunft gesichert."

     
Verlobungsanzeige von Elsbeth Steinacher und Siegbert Bernheim (1937)
Siegbert Bernheim ist am 20. Februar 1905 im bayerischen Deggendorf als Sohn des aus Buchau stammenden Alfred Bernheim und der Berta geb. Lederer geboren. Die Familie Alfred Bernheim ist erst im Dezember 1935 aus Passau, wo Alfred Bernheim Inhaber eines Kaufhauses war, nach Buchau gezogen. Hier kaufe Alfred Bernheim ein Wohngebäude an der Oggelshauser Straße. Siegbert und seine Frau (wie auch die Eltern Alfred und Berta) emigrierten 1939 nach Palästina / Erez Israel.

Buchau CV-Ztg 27051937.jpg (28015 Byte)Anzeige in der CV-Zeitung (Zeitung des Central-Vereins) vom 27. Mai 1937: "Statt Karten: 
Elsbeth Steinacher - Siegbert Bernheim.
Verlobte - Mai 1937. 
Nürnberg - Bayreuther Straße 14 - Buchau am Federsee - Oggelshauser Straße."

   
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
   
David Wallersteiner wirbt für seine Torawimpeln (1890)  

Buchau Israelit 03111890.jpg (23987 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1890: "Mappot (Wimpeln) werden in Farben schön und billig ausgeführt von David Wallersteiner in Buchau am Federsee, Württemberg."  

 

 

 

 

 

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 26. Januar 2010