Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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 Jüdische Friedhöfe in Mecklenburg - Vorpommern

Übersicht:  
   
Jüdische Friedhöfe (und jüdische *Begräbnisstätten) finden sich in einzelnen, in allen Stadt- und Landkreisen des Bundeslandes verstreut liegenden Orten (nachstehend sind die Landkreise und kreisfreien Städte des Landes Mecklenburg-Vorpommern nach Stand vor der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern ab dem 4. September 2011 angegeben): Landkreise Bad Doberan (DBR), Demmin (DM), Güstrow (GÜ), Ludwigslust (LWL), Mecklenburg-Strelitz (MST), Müritz (MÜR), Nordvorpommern (NVP), Nordwestmecklenburg (NWM), Ostvorpommern (OVP), Parchim (PCH), Rügen (RÜG), Uecker-Randow (UER) und Stadtkreise Greifswald (HGW), Neubrandenburg (NB), Rostock (HRO), Schwerin (SN), Stralsund (HST) und Wismar (HWI).  
    
Anklam (OVP)  Goldberg (PCH)      Schwaan (DBR)  

Bad Sülze (NVP)  

Grabow (LWL)   Mirow (MST)   Schwerin (SN)  
Barth (NVP)   Greifswald (HGW)   Neubrandenburg (NB)  
Unterseite
Sülstorf (LWL)  
Bergen/Rügen (RÜG)   Grimmen (NVP)   Neubukow (DBR)   Sternberg (Amt Sternberger Seenlandschaft, PCH)  
Boizenburg/Elbe (LWL)   Grevesmühlen (NWM)   Neukalen (DM)   Stralsund (HST)  
Unterseite
Brandshagen- Niederhof (NVP)   Güstrow (GÜ) 
Unterseite
    
Neustadt-Glewe (LWL)   Strasburg/Uckermark (UER)  
Brüel (PCH)   Hagenow (LWL)   Neustrelitz (MST)     
Bützow (GÜ)   Krakow am See (GÜ)   Parchim (PCH)   Tessin bei Rostock (DBR)  
Crivitz (PCH)   Kröpelin (DBR)   Pasewalk (UER)   Teterow (GÜ)  
Dargun (DM)   Laage (GÜ)   Penkun (UER)   Ueckermünde (UER)  
Demmin (DM)    Lassan (Amt Ziethen, OVP)   Penzlin (MÜR)   Waren (Müritz) (MÜR)  
Dettmannsdorf (NVP)   Ludwigslust (LWL)   Plau am See (PCH)   Warin (NWM)  

Dömitz (LWL)  

Lübz (PCH)   Rehna (NWM)   *Wismar (HWI)  
Feldberg (Feldberger Seenlandschaft, MST)   Lychen (UM)   Reuterstadt Stavenhagen (DM)   Wöbbelin - KZ-Gedenkstätte (LWL)   
Friedland/ Neubrandenburg (MST)   Malchin (DM)   Ribnitz-Damgarten (NVP)  
Unterseite
Wolgast (OVP)  
Malchow (MÜR)     
Unterseite
Röbel (MÜR)    
Gnoien (GÜ)   Marlow (NVP)   Rostock (HRO)    

Noch überprüfen: Mecklenburg (Dorf Mecklenburg)   
    
    
    
Anklam (OVP)        
   
Zur Geschichte der Friedhöfe:
Die seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Anklam entstandene jüdische Gemeinde konnte 1817 einen ersten Friedhof anlegen, der vermutlich nur kurze Zeit genutzt wurde. Von ihm ist nichts mehr erhalten. 1925 wurde der Friedhof von der jüdischen Gemeinde für den Bau einer Nebenstelle der Reichsbank zur Verfügung gestellt. 
Um 1850 wurde ein neuer Friedhof am damaligen Stadtrand angelegt, der bis in die NS-Zeit genutzt wurde (1936 letzte Beisetzung), dann jedoch verwüstet wurde. Im August 1940 verkaufte die sich in Auflösung befindliche Synagogengemeinde Anklam das Griedhofsgrundstück für 250 Mark an die Mecklenburg-Ommersche Schmalspurbahn AG. Im Kaufvertrag wurde zugesichert, dass der Friedhof die nächsten 30 Jahre unverändert erhalten und zugänglich bleiben solle. Trotz dieses Vertrages wurde im August 1944 nach Bombenangriffen Schutt auf dem Friedhofsgrundstück abgelagert. 1948 wurde der Friedhof wieder hergestellt. Es sind 32 Grabsteine erhalten. 
Eine Gedenkstele des Bildhauers Bruno Giese wurde 1962 aufgestellt mit der Inschrift: "Den jüdischen Opfern des Faschismus zum Gedenken, allen Lebenden zur Mahnung". 
Der Friedhof ist ein geschütztes Baudenkmal.  
  
Schändung des Friedhofes im Juli 2012

In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 2012 wurden auf dem jüdischen Friedhof 15 Grabsteine umgeworfen und teilweise zerstört. Sieben Grabsteine wurden von den Sockeln gestoßen, acht Steine mit Sockel aus der Erdverankerung gelöst und umgestoßen. 
Ermittlungen wegen Störung der Totenruhe und der Sachbeschädigung wurden durch die Kriminalpolizeiinspektion Anklam aufgenommen. 
Die Polizei erbittet Hinweise unter 0395 / 5582-223. Link zur Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Neubrandenburg
Für Hinweise auf den Täter wurde von der Stadt Anklam eine Belohnung von 300 € in Aussicht gestellt.       
Presseartikel
Artikel von Torsten Heil und Katja Müller im "Nordkurier" vom 17. Juli 2012: "Schock in Anklam. Jüdischer Friedhof geschändet...
Link zum Artikel   
Artikel in der "Ostsee-Zeitung" vom 17. Juli 2012 (dpa): "Grabsteine auf jüdischem Friedhof umgestoßen..."  
Link zum Artikel    
 

Lage: Alter Friedhof auf dem Großen Wall (Bereich der heutigen Straße "Großer Wall"); neuer Friedhof im heutigen Wohngebiet Lilienthalhof/An der Straße "Min Hüsung".  

Lage des (neuen) jüdischen Friedhofes in Anklam auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken 
und unter "Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, jüd."

Link: Website der Hansestadt Anklam 
Nähere Informationen und Fotos siehe beim Projekt der FH Neubrandenburg: hier anklicken  
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Anklam mit Fotos auf der Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier anklicken  
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Anklam)    
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 23; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 230-231.       
     
     
     
Bad Sülze (NVP)      
   
Zur Geschichte des Friedhofes: In Bad Sülze bestand seit 1765 am Schindanger ein jüdischer Friedhof, auf dem damals die jüdischen Familien einer weiten Umgebung (u.a. auch aus Stralsund) ihre Toten beigesetzt haben. Der Friedhof bestand bis in das 20. Jahrhundert. Die Friedhofsfläche umfasste 10,54 ar. Beim Bau der neuen Schule in der Kastanienallee 7 (heute: Grund- und Realschule) wurde der Friedhof zerstört, als dort eine Heizleitung verlegt wurde. An seiner Stelle befindet sich ein Parkplatz.     
   
Lage: Früher: Am Schindanger. Heute Schulhof der Schule an der Kastanienallee (Flur 3, Friedhofsgrundstück ist das Flurstück 40/4).  
    
Link: Website des Amtes Rechnitz-Trebeltal  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 24; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 630.  
     
     
     
Barth (NVP)  

Barth Friedhof 010.jpg (38684 Byte)Zur Geschichte des Friedhofes: Auf dem städtischen Areal des Barther Friedhofes befinden sich heute mehrere Gedenksteine, vor allem in Erinnerung an die vielen Opfer des Nationalsozialismus. Die Stadt erwarb im 19. Jahrhundert diese Fläche von der Kirche. Sie sollte als Armenfriedhof dienen. Hauptsächlich wurden dort jedoch nichtchristliche Bürger bestattet. Insofern wurde im Volksmund dieser Platz "Judenfriedhof" genannt. Hier befinden sich unzählige Gräber von KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Bis in die 1950er Jahre müssen die Gräber gekennzeichnet gewesen sein. Ein heute zu sehender Gedenkstein erinnert an eine Begräbnisstätte von 114 sowjetischen Kindern von Zwangsarbeiterinnen, die hier während der Kriegsjahre verstarben. Ein weiterer Stein trägt die Namen von acht polnischen Männern, ein nächster gedenkt den Tod italienischer Zwangsarbeiter. Ein anderer Findling kennzeichnet eine Ruhestätte von 180 Umsiedlern. In dieser Reihe befindet sich auch ein Stein mit eingearbeitetem Davidsstern, der an die hier begrabenen jüdischen Barther Bürger erinnert.  

Lage: Städtischer Friedhof an der Kirchwallstraße (beim Rathaus/Friedhofswall)  
     
Link: Website der Stadt Barth (von hier ist der obige Text und das Foto übernommen)
Förderverein Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth e.V. 
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 240f.
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Barth mit Fotos auf der Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier anklicken    
Erwähnung in der Liste der International Association of Jewish Genealogical Societies (Cemetery Project): hier anklicken .
     
     
     
Bergen/Rügen       
   
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte eines jüdischen Friedhofes in Bergen ist nichts Näheres bekannt. Der Friedhof soll als ein Teil des städtischen Friedhofes in den 1950er-Jahren noch vorhanden gewesen sein.   
     
Lage: Teil des städtischen Friedhofes.          
     
Link: Website der Stadt Bergen auf Rügen  
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 251.
      
      
      
Boizenburg/Elbe (LWL)      
   
Der jüdische Friedhof wurde am Ende des 18. Jahrhunderts angelegt. Er umfasst eine Fläche von 6,80 ar. Der Friedhof wurde bis 1934 genutzt. In der NS-Zeit war er zunehmend in einem verwahrlosten Zustand, wurde jedoch 1948 wieder instandgesetzt. 1964 sollte er eingeebnet werden, wogegen die jüdische Landesgemeinde Einspruch erhob. 1966 wurde der Friedhof schwer geschändet (Grabsteine beschädigt, Friedhofsmauer eingerissen), aber danach wieder hergerichtet. Es sind etwa 30 Grabsteine erhalten. Auch ein Gedenkstein ist vorhanden.       
   
Lage: Am Lauenburger Postweg direkt am Hang, am westlichen Rand der Boizenburger Altstadt.

Lage des jüdischen Friedhofes in Boizenburg auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter 
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, jüd."

Link: Website der Stadt Boizenburg/Elbe   
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Boizenburg/Elbe)    
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 23-24; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 265-266.   
      
      
     

Brandshagen-Niederhof (Amt Miltzow, NVP)     

Niederhof Friedhof 010.jpg (50989 Byte)Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof ist der älteste erhaltene jüdische Friedhof an der Ostseeküste. Er wurde von der seit 1765 in Stralsund bestehenden jüdischen Gemeinde angelegt. Diese konnte in Stralsund keinen Begräbnisplatz anlegen und war gezwungen, ihre Toten zunächst in (Bad) Sülze beizusetzen. 1776 verstarb die Tochter des Stralsunder jüdischen Münzagenten Hertz. Diesem wurde vom Münzdirektor Giese erlaubt, das Kind in deren Lustgarten auf Gut Niederhof beizusetzen.  Im Laufe der folgenden Jahrzehnten erfolgten weitere Beisetzungen in Niederhof. Bis 1850 wurden hier Juden aus Stralsund, Greifswald und anderen vorpommerschen Städten hier beigesetzt. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 2,80 ar. Es sind noch etwa 60 Grabsteine bzw. Grabsteinreste erhalten. Ein Gedenkstein zur Erinnerung an die in der NS-Zeit ermordeten Juden ist aufgestellt.         
    
Lage: Der Friedhof liegt an einem bewaldeten Wall unweit des Sundes in der Nähe der größten Kormorankolonie Mitteleuropas.   
   
Link: Website des Amtsbereiches Miltzow    Website der Gemeinde Brandshagen (von hier das Foto von M. Wennrich) 
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Niederhof mit Fotos auf der Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier anklicken    
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 24; Karl-Heinz Bernhard/Fritz Treichel: Der jüdische Begräbnisplatz in Niederhof. In: Baltische Studien (Hamburg) N.F. 47 (1960) S. 111-136; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 268-271

     
    
    
Brüel (PCH)    
  
 
Zur Geschichte des Friedhofes:
Das Alter des Friedhofes ist nicht bekannt, vermutlich ist er im 18. Jahrhundert entstanden. Die Friedhofsfläche umfasst um 1880 10,80 ar. Da die jüdische Gemeinde des Ortes bereits 1913 aufgelöst wurde, ist der Begräbnisplatz im Mai 1915 an die politische Gemeinde verkauft worden. In der NS-Zeit wurde er nicht geschändet. Es sind 28 Grabstätten mit zusammen neun, meist stark verwitterten Grabsteinen erhalten. Die belegte Fläche des Friedhofes ist von einem Drahtzaun umgeben. Der unbelegte Friedhofsteil ist zugewachsen.
Anfang 2001 wurde der Friedhof geschändet. Drei 15- und 16jährige aus der rechten Szene wurden als Täter ermittelt.   
   
Lage: Der Friedhof liegt weit außerhalb der Stadt in Richtung Weitendorf. Von der Hauptstraße muss man auf den ehemaligen Landweg von Weitendorf nach Necheln abbiegen. Links dieses Weges führt ein schmaler Pfad durch dichten Wald hinauf zum Friedhof.  
    
Link: Website von Amt und Stadt Brüel
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 24-25; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 272-273
.      
    
    
    
Bützow (GÜ)                
    
Im 18. Jahrhundert (um 1738) pachtete die jüdische Gemeinde der Stadt Grundstücke des domanialen Bauhofes zur Anlage eines Friedhofes. Die erste Beisetzung fand um 1740 statt. Der Friedhof wurde 1800 und 1821 erweitert. Die letzte Beisetzung erfolgte 1918. 1922 wurde die jüdische Gemeinde der Stadt aufgelöst bzw. mit der Gemeinde Güstrow verbunden. Der Friedhof wurde bis 1937 weiter gepflegt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof geschändet. 1955 kaufte die Stiftskirche von Bützow den Begräbnisplatz und schloss einen Pflegevertrag ab. Zwei Drittel des Friedhofes (unbelegter Teil) wurde seitdem für Neubelegungen von der evangelischen Gemeinde genutzt. Auf dem belegten Teil sind 74 Grabsteine erhalten. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 8,50 ar von früher 12 ar.  
Der Friedhof wurde Anfang September 2002 geschändet (zehn Grabsteine umgeworfen und teilweise zerstört; Grabsteine mit Nazi-Symbolen besprüht). 
  
Artikel zur Geschichte des jüdischen Friedhofes und der jüdischen Gemeinde  

Artikel von Wolfgang Schmidtbauer in der "Schweriner Volkszeitung" vom 12. März 2011 (Artikel): 
"Ohne Schutzgeld keine Ansiedlung. 
BÜTZOW - Bereits vor der Mitte des 18. Jahrhunderts bestand in Bützow eine nicht unbedeutende Gemeinde jüdischer Einwohner, wie wir es aus den Memoiren des Aaron Isaak aus Treuenbrietzen wissen, der 1751 in Bützow Wohnung nahm. 1738 hatte die in Bützow lebende Herzogswitwe Sophie Charlotte Jochim Gumpert und Nathan Hersch als "Hofjuden" angenommen und ihnen ein Privileg erteilt. Es lebten nunmehr zehn Familien in der Stadt, denen eine herzogliche Erlaubnis erteilt worden war, ihren Wohnsitz im Land zu nehmen, und die zuvor die Gebühr für dieses Privileg - das sog. "Schutzgeld" - an die Renterei (die fürstliche Kassen) - bezahlt hatten. Erst damit war die Voraussetzung für eine Ansiedlung in Mecklenburg-Schwerin gegeben, denn wer sich ohne Privileg im Lande aufhielt, dem drohte eine Patentverordnung - d.h. eine gesetzliche Bestimmung Herzog Christian Ludwigs - die "Wegschaffung" an.
Eine Gemeinde benötigte unbedingt einen Begräbnisplatz. Auf dem Klüschenberg, der zum domanialen Bauhof bei Bützow gehörte, wurde dessen Anlage um 1738 genehmigt und das Areal an die jüdische Gemeinde verpachtet. Die ersten Bestattungen fanden dort im Jahre 1740 statt. Während bis 1790 die Anzahl der in Bützow lebenden Personen jüdischen Glaubens nahezu gleich blieb, nahm sie danach zu, so dass 1811 bereits 16 jüdische Familien in Bützow wohnten. Eine Erweiterung des Friedhofes war somit unerlässlich, die dann auch im Jahre 1800 auf 40 Quadratruten (860 Kubikmetern) erfolgte. Als im gleichen Jahr an den Bützower Rat die Forderung herangetragen wurde, den um die Stiftskirche gelegenen Friedhof zu schließen und einen neuen außerhalb der Stadt anzulegen, sahen Magistrat und Bürgerrepräsentanten dafür keine Notwendigkeit. Erst 1808 erfolgte diese Verlegung, ebenfalls auf den Klüschenberg, so dass beide Friedhöfe nunmehr in unmittelbarer Nachbarschaft lagen. Außer in Bützow ist eine solche nachbarliche Lage noch aus Friedland, Krakow, Malchow und Rostock bekannt.
1821 machte die Zunahme der jüdischen Einwohner eine Erweiterung ihres Friedhofs auf 57 Quadratruten (1 230 Kubikmetern) erforderlich, wofür nun zwei Reichstaler 16 Schilling Pacht an das Domanialamt zu zahlen waren. Als der auf domanialem Gebiet liegende Bauhof mit dem darauf befindlichen jüdischen Friedhof 1876 in das Eigentum der Stadt überging, kaufte ihr die jüdische Gemeinde das Areal ab und errichtete eine eigene Umzäunung und einen separaten Eingang.
Weder das Amt noch die Stadt noch die Pastoren Bützows haben daran Anstoß genommen, dass der christliche und der jüdische Friedhof eng beieinander lagen - wohl aber kamen dem Oberkirchenrat in Schwerin im Jahre 1884 Bedenken. Er schrieb an den Bützower Pastor Chrestin: "Es kommt uns darauf an festzustellen, ob im Lande ... bisher durchgehend die Regel befolgt ist, die jüdischen Begräbnißplätze von den christlichen Kirchhöfen völlig und in der Art zu isoliren, daß erstere von letzteren räumlich durch einen weiten Abstand entfernt sind und irgend ein Verhältniß der Nachbarschaft zwischen beiden nicht besteht, noch viel weniger der eine hart neben dem anderen liegt." Kirchenrat Chrestin antwortete mit einer Beschreibung der Verhältnisse und endete lakonisch: "So lange ich mich erinnere, hat der Judenkirchhof an der angegebenen Stelle gelegen" und wehrte von vornherein irgendwelche Maßnahmen ab: ".. ich möchte nicht, daß Anlaß zur Aufregung gegeben würde."
Nach der Wende zum 20. Jahrhundert nahm die Anzahl der jüdischen Einwohner vor allem durch Wegzug in größere Städte immer weiter ab. Die letzte Bestattung auf dem jüdischen Friedhof fand nach Akten im Landeshauptarchiv im Jahre 1910 statt, Synagoge und Schulhaus in der Wallstraße wurden 1920 öffentlich versteigert, die israelitische Gemeinde schließlich 1922 aufgelöst. Die weitere Instandhaltung des Friedhofes war Aufgabe der Landesgemeinde, die dessen Pflege für die Jahre 1931-1933 dem Gartenbaubetrieb Otto Dewerth, Bützow, für 40 RM jährlich übertrug. Es scheint, als ob die Toten noch die nächsten fünf Jahre ohne Störung dort ruhen konnten: aber der von den Nazis organisierte "Volkszorn" führte während des Pogroms im November 1938 zur Verwüstung des Friedhofes. Anträge der Bürgermeister Kreienbrink (1938) und Müller (1939 und 1941) an die Regierung, die Einebnung zu gestatten, führten zu dem Ergebnis, dass die Stadt selbst entscheiden sollte. Eine Einebnung unterblieb, aus welchen Gründen auch immer. Wie es heißt, sollen allerdings Grabsteine im Frühjahr 1945 für den Bau von Panzersperren missbraucht und nach Kriegsende auf Geheiß des sowjetischen Stadtkommandanten wieder zurückgebracht worden sein. Noch nicht entnazifizierte NSDAP-Mitglieder wurden jedenfalls im Frühjahr 1947 eingesetzt, um den jüdischen Friedhof wieder herzurichten. Seit 1955 steht der Begräbnisplatz im Besitz der Bützower Stiftsgemeinde, die mit dem Kauf die Verpflichtung zur Pflege bis zum Jahre 1999 übernahm. Mehrfach wurde in der Vergangenheit die Ruhe der Toten barbarisch gestört, Grabsteine wurden beschmiert, umgeworfen, zerschlagen ... Es muss uns allen ein Herzensanliegen sein, dass solche Schandtaten nie wieder geschehen. Der Friedhof der Bützower jüdischen Gemeinde soll uns daran erinnern, dass in Bützow zweihundert Jahre lang Juden und Nichtjuden Bürger unserer Stadt waren, die in gegenseitiger Toleranz zusammenlebten. Sie einte ihr Menschsein."    

 Lage: Der Friedhof liegt links der Landstraße nach Kröpelin (Straße "Vor dem Rostocker Tor") 

Lage des jüdischen Friedhofes in Bützow auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter 
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, Bützow" 
(der jüdische Friedhof ist nicht gesondert eingetragen)

Link: Website der Stadt Bützow  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 25-26; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 274-275.   
   
   
   
Crivitz (PCH)                 
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde 1776 angelegt. Zunächst war er von einem Zaun umgeben, 1938 wurde dieser durch eine massive Mauer ersetzt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof restlos zerstört und eingeebnet. Auf dem Gelände wurde im Zweiten Weltkrieg ein Lager für sowjetische Kriegsgefangene angelegt. Das für die Wachmannschaft erbaute Backsteingebäude Trammerstraße 1 blieb erhalten und ist heute Wohnhaus. Auf dem Friedhofsgelände, das in den 1980er-Jahren als Lagerplatz eines Handwerksbetriebes verwendet wurde, ist kein Grabstein mehr vorhanden.          
    
Lage: An der Trammer Straße.  
   
Link: Website der Stadt Crivitz  
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Crivitz)"    
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 26; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 288

    
    
    
Dargun (DM)                   
    
 Der Friedhof entstand im Innern einer alten wendischen Burganlage im 18. Jahrhundert und umfasst etwa 9 ar. Die jüdische Gemeinde wurde in den 1920er-Jahren aufgelöst. In dieser Zeit fand auch die letzte Beisetzung statt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof weitgehend zerstört. Erst 1963 wurde der Friedhof - soweit noch möglich - instandgesetzt und eine Gedenkstätte angelegt. Der Gedenkstein erhebt sich auf einem Sockel aus Bruchstücken zerstörter Grabsteine. Auf dem Friedhof sind noch Grabumrandungen und Sockel von etwa zehn Grabsteinen erhalten sowie zwei Grabsteine von 1917.    
    
Lage: Südwestlich der Stadt  inmitten eines Laubwaldes.         
    
Link: Website der Stadt Dargun 
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Dargun mit Fotos auf der Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier anklicken  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 26-27; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 289
.    
    
    
    
Demmin (DM)         
   
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
 
Über das neue jüdische Gemeindehaus in Demmin (1868)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. Januar 1868: "Gesuch. Die Synagogengemeinde zu Demmin besitzt seit 1939 eine schöne Synagoge. Ein u derselben gehöriges Gebäude musste gegenwärtig gegen Baufälligkeit niedergerissen werden und ist durch ein sehr stattliches Gebäude für Schule und Lehrerwohnung ersetzt worden. Die Gemeinde, aus 30 Familien bestehend, hatte hierzu ein Kapital von 1.000 Talern angesammelt, und waren ihr 3.000 Thaler als Anleihe versprochen worden. Das neue Gebäude kostet 4.400 Thaler und müssen die übrigen 3.400 Thaler Oster ausgezahlt werden, während derjenige, welcher diese 3.000 Thaler der Gemeinde vorzustrecken versprochen hatte, sich jetzt außer Stande sieht, diesem Versprechen nachzukommen. Die Gemeinde befindet sich dadurch in einer peinlichen Lage, da sie aus eigenen Mittel dieses Kapital zu schaffen so schnell nciht vermag. Das Gebäude ist mit 6.600 Thaler assekuriert. Die Solidarität der gesetzlich konstituierten Gemeinde, die Genehmigung der königlichen Regierung zum Bau und zu Übernahme der von ihm verursachten Lasten auf den Etat, die hypothekarische Sicherheit und die prompte Zahlung der Zinsen geben die vollste Bürgschaft für die sichere Kapitalanlage. Wir fordern daher wohlgesinnte Kapitalisten auf, der Gemeinde die erforderliche Summe von 3.000 Talern auf das besprochene neue Gemeindehaus darzuleihen, und können jährlich 100 Thaler oder alle zehn Jahre 1.000 Thaler zurückgezahlt werden. Wir bemerken noch dass, auf dem Synagogengebäude noch eine Hypothekenschuld von 2.000 Talern lastet, und der betreffende Kapitalist könnte nach seinem Belieben auch diese 2.000 Thaler übernehmen, wodurch ihm beide Gebäude der Gemeinde hypothekarisch verpfändet wären.   
Wir geben uns der Hoffnung hin, dass diesem Gesuche recht bald willfahren werden wird, wodurch außer der zweifellosen Sicherheit des dargeliehenen Kapitals einer wohlorganisierten Gemeinde augenblicklich ein großer Dienst geleistet würde. Demmin, 7. Januar 1868. 
D. Cohn, Vorsteher der Synagogen-Gemeinde."           

  
Zur Geschichte des Friedhofes:
Das Grundstück zur Anlage eines jüdischen Friedhofes wurde von der jüdischen Gemeinde Stralsund für die in Demmin lebenden Gemeindeglieder 1847 erworben. Es wurde bis um 1933 belegt. 1938 verkauften die noch in Demmin lebenden Gemeindemitglieder einen unbelegten Teil des Friedhofes als Baugelände. In der Pogromnacht 1938 wurde der Friedhof beschädigt. Nach 1945 ist der Friedhof von der Evangelischen Kirchengemeinde wieder hergerichtet worden. Es sind etwa 30 Grabsteine erhalten. Das Friedhofsgelände ist von einer Feldsteinmauer umgeben und umfasst etwa 10 ar. Eine Gedenkinschrift mit Zitat aus Psalm 122,8 ist angebracht.        
    
Lage: Der Friedhof liegt in der Nähe des Bahnhofes an der Bergstraße 5.

Lage des jüdischen Friedhofes in Demmin auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter "Behörden 
und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, Bergstraße" (gemeint ist der jüdische Friedhof)

   
Presseartikel zum Friedhof  

August 2010: 2011 wurde der Friedhof saniert       
Artikel in der "Demminer Zeitung" vom 25. August 2010 (Artikel): "Arbeiten an Grabsteinen. 
Demmin
(TB). Die beschädigten Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in der Demminer Bergstraße sollen im kommenden Jahr (sc. 2011) repariert werden. Das kündigte Bürgermeister Ernst Wellmer anlässlich der Übergabe der Stolpersteine zum Gedenken an die jüdischen Mitbürger an. Für die Sanierung werde sich die Stadt mit der jüdischen Gemeinde abstimmen. Finanzielle Unterstützung komme vom Innenministerium, so der Bürgermeister."  

Link: Website der Hansestadt Demmin  
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Demmin mit Fotos auf der Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier anklicken    
Privatseite mit Informationen und Fotos zum Friedhof
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 27-28; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 294-295.
    
    
    
Dettmannsdorf (Amt Bad Sülze, NVP)              
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Zu diesem Friedhof sind fast keine Informationen vorhanden. Bitte gegebenenfalls Mitteilung an unsere Mail-Adresse, siehe Eingangsseite 
Die Friedhofshalle des jüdischen Friedhofes wurde 1938 angezündet.       
    
Lage:   
  
Link: Website des Amtes Recknitz-Trebeltal   
Erwähnung in der Liste der International Association of Jewish Genealogical Societies (Cemetery Project): hier anklicken    
Literatur
: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 300
.  
    
    
    
Dömitz (LWL)                    
     
Das Alter des jüdischen Friedhofes in Dömitz ist nicht bekannt. Er wurde vermutlich bis um 1920 genutzt (die jüdische Gemeinde löste sich 1919 auf) und bis 1938 gepflegt. 1947 beschlossen die Stadtverordnetenversammlung, das der Friedhof wieder hergerichtet wird. Im April 1951 setzten etwa 50 Dörmitzer Bürger in einer Gemeinschaftsaktion den Beschluss um. Dabei wurden die Grabsteine aufgerichtet und die Umzäunung erneuert. Heute sind auf dem etwa 11,80 ar großen Friedhofsgelände keine Grabsteine mehr vorhanden. Nur ein 1951 als Gedenkstein errichteter Obelisk (unter Verwendung von Grabsteinplatten) und die Einfriedung durch einen Zaun erinnern an den Friedhof.   
    
Lage: Im Bereich der früheren Theodor-Körner-Kaserne (erreichbar über Fröbelstraße - Birkenallee; Vorsicht Panzerstraße, verfallene Gebäude). 
Link zu den Google-Maps (der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes) 
   
Link: Website der Stadt Dömitz   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 28-29; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 302
.     
    
    
    
Feldberg (Feldberger Seenlandschaft, MST)             

Feldberg Friedhof 010.jpg (70948 Byte)Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof war zunächst ein privater Begräbnisplatz der jüdischen Kaufmannsfamilie Philippson und wurde um 1870 angelegt. Die erste Beisetzung erfolgte 1873. Wenig später wurden auf dem Friedhof auch die Verstorbenen anderer jüdischer Familien aus Feldberg und Woldegk beigesetzt. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 3 ar. In der NS-Zeit blieb der Friedhof unversehrt. Von den früher vorhandenen 14 Grabsteinen sind noch 12 erhalten. Die letzte Beisetzung war 1959.    
    
Lage: Am Ortsrand von Feldberg, auf dem ehemaligen Mühlenberg.  
  
Link: Website der Gemeinde Feldberg      Presseartikel zum Friedhof vom 14.11.2003   
Seite zum jüdischen Friedhof Feldberg (von Heide Kramer) mit Zeichnungen des Friedhofes (von hier auch die Zeichnung oben): hier anklicken  (english version)  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 29; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 337
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Friedland/Neubrandenburg (MST)                 
    
Der Friedhof wurde vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt. Auf ihm fanden bis 1935 nur 22 Beisetzungen statt. Die Friedhofsfläche umfasst ca. 10 ar. In der NS-Zeit wurde der Friedhof vermutlich geschändet. 1962 richtete die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg den Friedhof wieder her.     
    
Lage: Unmittelbar neben dem städtischen Friedhof.   
  
Link: Website der Stadt Friedland/Neubrandenburg 
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Friedland mit Fotos auf der Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier anklicken  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 29-30; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 348-349
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Gnoien (GÜ)                 
   
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt. Er wurde bis 1925 belegt (die jüdische Gemeinde hatte sich 1923 bereits aufgelöst). Im März 1926 geschah die erste Schändung, als unbekannte Täter den Leichenwagen in der Feierhalle des Friedhofs zertrümmerten. Weitere Schändungen geschahen im November 1926, 1934 und 1938. Bis 1955 waren noch einige der 37 Grabstellen zu erkennen, ansonsten waren schon damals nur noch Grabsteinfragmente erhalten. Seit den 1960er-Jahren wird das Friedhofsgelände landwirtschaftlich genutzt. 1970 errichtete die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg eine kleine Gedenkstätte auf dem Friedhof. Ein Gedenkstein für die Opfer des Holocaust ist vorhanden. 
     
Schändung des Friedhofes (1926)    

Mitteilung der der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins) vom 28. Januar 1927: "November 1926. Gnoien in Mecklenburg. Auf dem israelitischen Friedhof wurden Gedenksteine umgeworfen, Gräber demoliert."     

Lage: An der Chaussee nach Bobbin.    
    
Link: Website von Amt und Stadt Gnoien   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 30; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 363-364
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Goldberg (PCH)            
    
Zur Geschichte des Friedhofes: In Goldberg bestand ein jüdischer Friedhof, auf dem bis 1920 Beisetzungen stattfanden. Die Friedhofsfläche umfasste 7,42 ar. Die jüdische Landesgemeinde verkaufte das Grundstück 1950 für 400.- Mark an die Stadt. Wegen seines angeblich schlechten Erhaltungszustandes wurde er 1953 eingeebnet. Das Gelände wurde als Garten verwendet.  
   
Lage: An der Güstrower Straße.   
  
LinkWebsite zu Goldberg 
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Goldberg)   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 31; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 371-372
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Grabow (LWL)                 
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Grabow wurde vermutlich Ende des 18. Jahrhunderts auf einem alten Weinberg ("Lucasweinberg"), damals am Rande der Stadt, angelegt. 1794 wird er das erste Mal erwähnt. Er wurde bis in die 1930er-Jahre belegt und umfasste eine Fläche von etwa 9 ar. Die NS-Zeit bestand er mit nur leichten Beschädigungen. 1952 wurde bei der Umgestaltung des Friedhofes zu einer Gedenkstätte dieser weitgehend abgeräumt; fast nur die Grabsteine aus Granit  blieben erhalten und wurden halbkreisförmig aufgestellt. Die Mauer wurde ausgebessert und das Eingangstor erneuert. Es sind noch 17 Grabsteine erhalten aus der Zeit zwischen 1813 und 1933. 1988 wurde der Friedhof wiederum hergerichtet. Dabei wurde um die Grabsteine ein schmiedeeiserner Zaun gesetzt.
Der Friedhof wurde mehrfach schwer geschändet. 1970 wurden Grabsteine umgestoßen und die Friedhofsmauer beschädigt. 1987 wurde ein Grabstein mit Benzin übergossen und angezündet. Im Februar 2004 besprühten unbekannte Täter eine Gedenktafel auf dem Friedhof mit Farbe.   
   
Lage: Der Friedhof liegt nordwestlich der Altstadt an der Straße "Trotzenburg" bzw. am Neukarstädter Weg.

Lage des jüdischen Friedhofes in Grabow auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
 "Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, jüd."

Link: Website der Stadt Grabow  
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Grabow)"   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 31-32; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 376-377.  
   
   
   
Greifswald (HGW)             
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden bis 1850 auf dem Friedhof in Niederhof bei Brandshagen beigesetzt, danach vermutlich für einige Jahre in Stralsund. 1860 kauften jüdische Gemeindeglieder einen Acker und beantragte beim Magistrat die Anlage eines eigenen jüdischen Friedhofes. Dies wurde genehmigt.  Auch wurde ein Grundstück in der Hunnenstraße 7 gekauft, wo ein Schuppen stand, den man zur Unterbringung des Leichenwagens verwendete. Der Friedhof wurde mit einer Mauer umgeben und besaß als Eingang ein schmiedeeisernes Tor mit Davidstern darüber. Bis 1938 wurde der Friedhof gelegt. 1941/42 wurde er weitgehend abgeräumt. Auf dem Gelände wurde eine Kaserne der Wehrmacht gebaut, die nach Kriegsende gesprengt wurde. 1949 waren noch Reste der Begrenzungsmauer und einige Grabsteine vorhanden. Heute befindet sich an der Stelle Industriegelände.     
    
Lage: An der Gützkower Landstraße.

Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes in Greifswald auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und 
weiter zu "Gützkower Landstraße (Industriegebiet)". Die Lage des Friedhofes ist nicht eingezeichnet.

Link: Website der Stadt Greifswald
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Greifswald mit Fotos auf der Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier anklicken  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 32; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 378-379.    
   
   
   
Grevesmühlen (NWM)             
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst in Rehna beigesetzt. 1856 kaufte die jüdische Gemeinde ein Ackerstück zur Anlage eines Friedhofes, doch erst 1877 wurde die behördliche Genehmigung zu dessen Anlage erteilt. Damals waren die meisten jüdischen Gemeindemitglieder bereits von der Stadt verzogen, sodass vermutlich nur noch wenige Beisetzungen erfolgten. In der NS-Zeit wurde der Friedhof zerstört. 1948 wurde er wieder hergestellt und 1966 zu einer Gedenkstätte umgestaltet. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 4,20 ar. Ein Gedenkstein ist vorhanden. 
Im August 2001 wurde der Friedhof geschändet.      
   
Lage: Nordwestlich der Stadt, knapp 1 km vom Stadtzentrum entfernt am Vielbecker Weg.

Lage des jüdischen Friedhofes in Grevesmühlen auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und 
weiter zum Straßenverzeichnis unter "Vielbecker Weg". Der Friedhof ist nicht gesondert eingetragen.

Link: Website der Stadt Grevesmühlen
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 32-33; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 380.         
   
   
   
Grimmen (NVP)               
   
Zur Geschichte des Friedhofes: Ein jüdischer Friedhof wurde 1834 angelegt. In den 1930er-Jahren waren etwa zwanzig Gräber mit Grabsteinen vorhanden. Er wurde in der NS-Zeit eingeebnet, das Grundstück um 1969 bebaut.  
      
Lage: Am Ende der Karlstraße, zu den angrenzenden Wiesen hin.

Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes in Grimmen auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und 
weiter zum Straßenverzeichnis unter "Karlstraße". Der ehemalige Friedhof ist nicht gesondert eingetragen.

Link: Website der Stadt Grimmen
Literatur: keine Nennung in "Zeugnisse jüdischer Kultur"; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 380-381.        
   
   
   
Güstrow (GÜ)   

Guestrow Friedhof 150.jpg (90634 Byte) Zum Friedhof in Güstrow besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken

   
   
   

Hagenow (LWL)                 
   
Zur Geschichte des Friedhofes: In Hagenow bestand seit 1806 ein jüdischer Friedhof, auf dem bis in die 1930er-Jahre etwa 120 Tote - überwiegend aus Hagenow und Lütheen - beigesetzt wurden. Die letzten Bestattungen waren 1936/37 (Dora Mendel und Samuel Meiningen). Der Ende der NS-Zeit war noch ein Teil der Grabsteine erhalten. 1949 standen noch 35 Grabsteine aufrecht.  
    
Um 1955/60 wurde der Friedhof planiert und die noch erhaltenen Grabsteine für das Anlegen eines Fundamentes für den Fahrzeugstellplatz der Stadtwirtschaft auf dem Friedhof verwendet. Ein Gedenkstein auf dem Friedhofsgrundstück wurde später aufgestellt. 
 
2010 wurde das Grundstück beräumt. Dabei konnten Grabsteinfragmente geborgen werden (siehe Bericht unten). Eine würdige Gestaltung und Herrichtung des Friedhofsgrundstückes wurde 2014 durchgeführt (Feier nach Abschluss der Instandsetzung im November 2014). Die Fläche des Friedhofes umfasst etwa 1700 qm. 
 
Eine Liste der auf dem Friedhof beigesetzten Personen liegt im Hagenower Museum aus.
(Museum Hagenow   Lange Straße 79    19230 Hagenow    Tel. 03883/722042   Informationsseite)   
    
Lage: Friedrich-Heincke-Straße  (neben dem Autohaus Lindemann)   

Oktober 2010Arbeiten zur Neugestaltung des Friedhofes  
Artikel von Dieter Hirschmann in der "Schweriner Volkszeitung" vom 1. Oktober 2010: "Geschichts-Puzzle nimmt Formen an. 
HAGENOW -
Das Geschichts-Puzzle um den ehemaligen jüdischen Friedhof in Hagenow ist um einige wertvolle Steine - und das im wahrsten Sinne des Wortes, - vervollständigt worden. Museums-Chef Henry Gawlik versucht, die vor rund 40 Jahren mit grober Gewalt zertrümmerten Grabsteine zusammenzufügen. "Das ist notwendig, um die Fragmente der Steine den jeweiligen verstorbenen Personen zuordnen zu können, die auf der Sterbeliste vermerkt sind, die mir vorliegt", macht Gawlik aufmerksam. 
Worum geht es? Im Zusammenhang mit der jüngsten Beräumung des ehemaligen jüdischen Friedhofes in der Hagenower Friedrich-Heincke-Straße kamen geschichtlich wertvolle Zeitzeugnisse ans Tageslicht. Geborgen wurden u.a. die Granitsäule vom Grabmal der Hildegard Davidsohn, und etliche Sandsteinbrocken, Fragmente von Grabsteinen. "Dank eines Schülerprojektes der Friedrich-Heincke-Schule war bei der Beräumung etwas zu erwarten. Wir wussten nämlich, dass Grabsteine in das Fundament gelangt sind. Es war ein sehr schweres Betonfundament, das vor allem Brocken von Grabsteinen enthielt. Diese Stücke legen zunächst Zeugnis ab von den Ereignissen Anfang der 60-er-Jahre", macht Henry Gawlik deutlich. Denn immerhin wurden seinerzeit für die Errichtung von Gebäuden auf dem Areal, das später von der Hagenower Stadtwirtschaft genutzt wurde, die jüdischen Grabsteine für die Fundamente passend gemacht. Vermutlich mit Wissen und Duldung der damals Herrschenden verschwanden so wichtige Zeugnisse der jüdischen Geschichte. Und das offenbar nur, weil so Beton gespart werden konnte. Denn im Umgang mit der jüdischen Vergangenheit verstand sich die DDR als Vertreter der von den Nazis verfolgten jüdischen Bürgern. Und nun kommt heute zumindest für Hagenow ein ganz anderer Umgang mit dem jüdischen Erbe ans Tageslicht. Bedenklich ist also, dass der jüdische Friedhof die NS-Zeit überstanden hat, im Jahre 1949 standen nach den Worten von Gawlik noch 35 Grabsteine aufrecht, die DDR-Zeit überlebte die Begräbnisstätte nicht. 
In wieweit die einzelnen Fundstücke in dem neuen jüdischen Museum in der Hagenower Synagoge als Ausstellungsstücke Eingang finden, kann Henry Gawlik jetzt noch nicht sagen. Möglicherweise ergeben sich mit der Aufarbeitung der Funde auch noch völlig neue und unerwartete Hinweise auf das Leben der jüdischen Gemeinde in Hagenow. Am Tag der Eröffnung des kleinen jüdischen Museums in der Synagoge, am 9. November, wird es weitere Einzelheiten zu den Funden geben. 
Und welche Bedeutung haben die Stücke für den Chef des Hagenower Museums? "Die Funde sind Trümmer, aber sie haben für mich eine wichtige historische Bedeutung. Sie legen Zeugnis ab für die Existenz der jüdischen Gemeinschaft und ihrer Begräbnisstätte. Seit 1806 gab es den Friedhof, auf einer Sterbeliste ab dem Jahre 1813 sind ungefähr 120 Tote, meistens aus Hagenow und Lübtheen, aufgeführt, die dort bestattet wurden. Die letzten Bestattungen erfolgte auf dem jüdischen Friedhof in Hagenow im Jahre 1936, Dora Mendel fand dort ihre letzte Ruhestätte, 1937 wurde Samuel Meinungen beerdigt", so Henry Gawlik abschließend.".       
Rechts: der Friedhof vor der
 Zerstörung in den 1950er-Jahren
Foto: Museum Hagenow 
Hagenow Friedhof 191a.jpg (9088 Byte) Hagenow Friedhof 190a.jpg (16804 Byte) Links: das Grundstück bei den
 Arbeiten 2010
(Quelle: Artikel der "Schweriner Volkszeitung" siehe oben)
       
Artikel im "Hagenower Kreisblatt" vom 10. Oktober 2012: Im Jahre 2017 sollen Arbeiten abgeschlossen sein. Hagenow saniert jüdischen Friedhof. Die Stadt Hagenow saniert in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der jüdischen Gemeinden und mit finanzieller Unterstützung des Innenministeriums in Schwerin den jüdischen Friedhof in Hagenow..."  Link zum Artikel.    

Artikel im Hagenower Kreisblatt vom 22. Oktober 2014: "Hagenow - Friedhof bekommt Würde zurück. Landesgemeinde und Stadt Hagenow bereiten Einweihung des jüdischen Friedhofes in der Friedrich-Heincke-Straße vor..." Link zum Artikel.    

Link: Website der Stadt Hagenow 
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 393-394.  
    
    
    
Krakow am See (GÜ)        
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Krakow am See wurde 1821 unmittelbar nordöstlich des christlichen Friedhofes angelegt. Die beiden Friedhöfe wurden durch eine Fliederhecke voneinander getrennt. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 4 ar. Es sind etwa 50 Grabsteine erhalten. 1936 erhielt der Friedhof eine neue Einfriedung. Im April 1937 fand die letzte Beisetzung statt. 1938 wurden einige Grabsteine umgeworfen. 1947-1950 erfolgte eine Instandsetzung des Friedhofes und eine neue Umzäunung. Der unbelegte Teil des Friedhofes wurde 1963 von der Jüdischen Landesgemeinde Mecklenburg kostenlos der Evangelischen Kirche zur Verfügung gestellt. Eine Hinweistafel am Friedhof wurde im November 1988 angebracht.        

Dezember 2013: Schändung des Friedhofes  
Pressemitteilung der Polizeiinspektion Güstrow vom 18. Dezember 2013 (Quelle): "POL-GÜ: Grabsteine auf dem Jüdischen Friedhof in Krakow umgestoßen, Schmierereien in Teterow. 
Teterow (ots) - Am Mittwochnachmittag gegen 14:00 Uhr wurden auf dem Jüdischen Friedhof an der Plauer Chaussee fünf beschädigte Grabsteine festgestellt. Weitere zwei lagen unbeschädigt an den Gräbern. Die Umstände weisen darauf hin, dass die Grabsteine allesamt umgeworfen wurden. Nach ersten Erkenntnissen kann die Tat schon einige Tage bzw. Wochen zurückliegen.
Bereits gegen 11:00 Uhr wurden die Teterower Beamten in die Teterower Schillerstraße gerufen. Hier hatten unbekannte Täter den Windfang vor dem Eingang eines Mehrfamilienhauses und eine Kellertür mit allerhand Symbolik versehen. Darunter befanden sich auch Hakenkreuze.
In beiden Fällen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. 
Hinweise zu beiden Sachverhalten nimmt das Polizeirevier Teterow, Tel. 03996/1560 entgegen."     

Lage: Der jüdische Friedhof liegt an der Plauer Chaussee.      
     
Link: Website der Stadt Krakow am See 
Informationsseite zum "Kulturverein Alte Synagoge in Krakow am See" (die ehemalige Synagoge liegt am Schulplatz 1)
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 35-36; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 438-439
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Kröpelin (DBR)                
   
Bis 1821 wurden die Toten der jüdischen Gemeinde Kröpelin in Neubukow beigesetzt. Im Sommer 1821 konnte ein eigener jüdischer Friedhof in Kröpelin eröffnet werden, auf dem seitdem auch die jüdische Gemeinde in (Bad) Doberan ihre Toten beisetzte. In der NS-Zeit wurde der Friedhof zerstört. 1989/90 waren noch 16 Grabsteine erhalten, zum Teil nur noch Reste. Ein Gedenkstein ist vorhanden. Die um den Friedhof angelegte Feldsteinmauer ist erhalten. 

April 2010: Neuer Gedenkstein wird im Beisein des Landesrabbiners enthüllt   
Artikel von Thomas Hoppe in der "Ostsee-Zeitung" vom 16. April 2010 (Artikel): 
"Landesrabbiner enthüllt Gedenkstein. 
Gestern erhielt der jüdische Friedhof in Kröpelin im Beisein von Rabbiner William Wolff einen neuen Gedenkstein.
Kröpelin
(OZ) - 'Es ist schön, wenn das hier wieder instandgesetzt wird. Es ist ja ein Teil unser aller Geschichte', sagt der Landesrabbiner William Wolff zur gestrigen Einweihung eines Gedenksteins auf dem jüdischen Friedhof von Kröpelin. Er erkenne die Arbeit der Kröpeliner und ihr Interesse an der Instandsetzung der historischen Grabstätten sehr an, betont der 83-Jährige. Als Sechsjähriger musste er 1933 wegen der Nazis mit der Familie seine Geburtsstadt Berlin verlassen: 'Meine Mutter und Großmutter waren Kunden im Geschäft der Schwiegermutter von Goebbels. Da befürchteten sie, dass sie durch diese Verbindung auf eine Liste kommen könnten. Deshalb wanderten wir zunächst nach Amsterdam aus, lebten ab 1939 in London'. Heute habe er, der seit 2002 Landesrabbiner in Mecklenburg ist, zwei Heimaten: 'Eine in England und eine hier. Ich wohne in Schwerin und Rostock.' 'Nur in diesen beiden Städten und in Wismar gibt es heute jüdische Gemeinden — mit insgesamt 1700 Mitgliedern', sagt der Vorsitzende des Landesverbandes der Juden, Igor Jesernitzki. Er war 1992 mit seiner Familie aus Moldawien nach Deutschland gekommen und lange Zeit für die Zuwanderung in die drei jüdischen Gemeinden von MV zuständig. 'Vor 2005 kamen da ein, zwei Familien pro Woche, jetzt sind es zwei, drei Familien pro Jahr', erzählt der heutige Parkentiner. 
Er kennt auch die 50 jüdischen Friedhöfe im Land und meint, dass in Kröpelin nun in den nächsten fünf Jahren eine Art Musterfriedhof entstehen würde. Die Stadt hat dafür 27.133 Euro Fördergelder beantragt. Neben der Aufarbeitung der historischen Grabsteine und der Aufstellung des Granit-Findlings mit Marmorplatte, kommen in den nächsten Jahren noch eine Info-Marmortafel zur ehemaligen jüdischen Gemeinde, die Sanierung der Feldsteinmauer, der Kronenpflegeschnitt an den Bäumen und die Erneuerung der Gehwege dazu. Im Vorjahr gab das Land 5048 Euro. Dafür bearbeitete der Kröpeliner Steinmetzbetrieb von Dagmar Lubetzki seit September den Findling, flexte die Füllung aus, brannte die Kanten ab, beschriftete die Gedenktafel aus schlesischem Marmor ('Ich liebe, die mich lieben, und die suchen, finden mich. Mögen ihre Seelen vereint sein im Bündnis des ewigen Lebens.') und die geborgenen, intakten Grabsteine. Welche von der Firma zudem auf neue Fundamente gesetzt wurden. Einige Grabstein-Bruchstücke bargen die Steinmetze zum Teil aus einer Treppe auf dem Friedhof.
Gestern pochte Igor Jesernitzki darauf, dass noch die hebräischen Schriftzeichen auf den Rückseiten der Grabsteine mit schwarzer Farbe nachgezeichnet werden. 'Da hocke ich mich abends zwei, drei Stunden davor und mache das', sagt Dagmar Lubetzki. Doch vorher müsse ein Hebräisch-Kenner die Zeichen auf Fotos nachziehen, 'denn da kann ein Häkchen schon die Bedeutung ändern!'" 
 
Mai 2012: Abschluss der Restaurierungsarbeiten auf dem Friedhof    
Pressemitteilung in der "Ostsee-Zeitung" (Lokalausgabe) vom 25. Mai 2012: "Jüdischer Friedhof restauriert. 
Kröpelin (OZ) - Nach umfangreicher Restaurierung ist der jüdische Friedhof in Kröpelin (Landkreis Rostock) am Freitag wieder eröffnet worden. 'Sich erinnern gibt uns unsere Identität und Individualität – Menschen zu vergessen gehört zu dem Schrecklichsten, was wir unseren Mitmenschen antun könnten', sagte Landesrabbiner, William Wolff, zum feierlichen Anschluss der Arbeiten. 
Im Beisein u.a. der Vorsitzenden des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden und der Jüdischen Gemeinde Rostock wurde die bereits vor rund 190 Jahren angelegte Begräbnisstätte freigegeben. Die Nazis hatten die Anlage beim Novemberpogrom 1938 geschändet. Danach verfiel sie. Vor drei Jahren begann eine Steinmetzfirma, die Reste der noch vorhandenen Grabsteine zu sichern und wieder herzustellen. Erneuert wurde auch die Feldsteinmauer des Friedhofes."
Link zum Artikel     
   
Juni 2012: Schändung des Friedhofes     
Pressemitteilung in der "Ostsee-Zeitung" (Lokalausgabe) vom 29. Juni 2012: "Kröpelin (OZ) - Der erst Ende Mai feierlich eingeweihte jüdische Friedhof in Kröpelin ist geschändet worden. Unbekannte stießen Grabsteine um, rissen sie aus der Verankerung, zerstörten einige und verbeulten mit einem Stein die metallene Hinweistafel. 
Spaziergänger hatten am Donnerstag die Schändung des einstigen Begräbnisplatzes bemerkt und sofort der Stadtverwaltung gemeldet. Polizisten aus Bad Doberan und vom zentralen Kriminaldienst aus Rostock kümmerten sich am Tatort um die Spurensicherung. Auf einem benachbarten Gartengrundstück war zudem eingebrochen worden. 
Über Hintergründe der Taten gab es zunächst keine Aufschlüsse. Es wurde deshalb nur eine Anzeige aufgenommen, wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung. 
Im vorigen Jahr waren auf dem verwaisten Friedhof, der sich damals noch in der staatlich finanzierten Sanierung befand, zahlreiche Grabsteine mit großen roten Hakenkreuzen und SS-Runen beschmiert worden. Damals hatte die Gemeinde die verbotenen Nazi-Symbole stillschweigend von Experten entfernen lassen. Sowohl der entsetzte Bürgermeister Kröpelins als auch der Grundstücksnachbar des Friedhofs lobten am Donnerstag jeweils 250 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung der Täter aus."  
Link zum Artikel  -  Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Rostock      
 
Juli 2012: Zur Beseitigung der durch die Schändung angerichteten Schäden sind Spenden eingegangen 
Pressemitteilung in der "Ostsee-Zeitung" (Lokalausgabe) vom 20. Juli 2012: "Knapp 4000 Euro für jüdischen Friedhof in Kröpelin.
Kröpelin
(dpa/mv) - Für die Restaurierung des zerstörten jüdischen Friedhofs in Kröpelin stehen bislang rund 4000 Euro zur Verfügung. Wie Bürgermeister Hubertus Wunschik (parteilos) am Donnerstagabend bei der Stadtvertreterversammlung sagte, hat das Landesamt für Innere Verwaltung rund 2800 Euro für die Wiederherstellung und Pflege der Grabstätten zugesagt. Auf dem Spendenkonto der Stadt für den jüdischen Friedhof seien zudem bereits mehr als 1000 Euro eingegangen. Der Bürgermeister rechnete mit Kosten für die Restaurierung in Höhe von rund 3200 Euro. Den Rest wolle die Stadt an das Landesamt zurücküberweisen, damit das Geld für andere jüdische Friedhöfe im Land eingesetzt werden kann.
Der erst im Mai nach umfangreicher Restaurierung wieder eröffnete Friedhof war Ende Juni von Unbekannten verwüstet worden. Wunschik hatte daraufhin an die Solidarität und Zivilcourage der Einwohnern appelliert" 
Link zum Artikel     

Lage: Der Friedhof liegt nördlich der Stadt unweit des städtischen Friedhofes.  
   
Link: Website der Stadt Laage   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 36-37; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 444.
Der obige Abschnitt wurde erstellt mit Hilfe von Angaben von Peter Zeese, Laage
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Laage (GÜ)         
    
Zur Geschichte des Friedhofes:
 Die Toten der in Laage seit Anfang des 19. Jahrhunderts lebenden jüdischen Familien wurden zunächst in Güstrow beigesetzt. Nachdem die Zahl der jüdischen Einwohner in Laage auf etwa 45 angewachsen war (1851), bemühten sie sich um die Anlage eines eigenen Friedhofes in der Stadt. Dies war 1852 auf dem "Scheibenberg" möglich. Die Friedhofsfläche umfasste 1913 2,63 ar, einige Jahre danach 3,92 ar. Der letzte auf dem Friedhof Beigesetzte war der am 8. Juni 1926 verstorbene Albert Mendel (Kaufmann und Vorstandsmitglied der städtischen Sparkasse in Laage). In der NS-Zeit wurde der Friedhof nicht zerstört. Er diente der Hitlerjugend als Spielplatz. Bis um 1960 war noch ein Teil der Grabsteine bzw. deren Reste erhalten. Mit der Zeit verschwanden jedoch auch die letzten Steine. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt. Heute ist auch keine Einfriedung mehr vorhanden, nur ein mit Bäumen und Gestrüpp bewachsener Hügel erinnert an die ehemalige Begräbnisstätte. Gedenkstein oder Hinweistafel sind nicht vorhanden.   
    
Fotos:
(Peter Zeese, Laage, Aufnahmedatum: 23.12.2004)   

Laage Friedhof 010.jpg (26120 Byte) Laage Friedhof 011.jpg (30514 Byte)
Blick auf den Scheibenberg in Laage, wo heute keine Spuren des Friedhofes mehr zu finden sind.

Lage: Etwa 1 km vom Stadtzentrum entfernt in der Nähe des Reitplatzes auf dem Scheibenberg.

Link: Website der Stadt Laage   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 36-37; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 444.
Der obige Abschnitt wurde erstellt mit Hilfe von Angaben von Peter Zeese, Laage.
    
    
    
Lassan (Amt Ziethen, OVP)                 
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes ist wenig bekannt. Der Friedhof wurde in der NS-Zeit oder danach zerstört und abgeräumt. Da er nicht eingezäunt und von Ackerflächen umgeben war, verlor er von 1965 bis 1980 durch Abackerung ständig an Größe. Jahrelange Bemühungen beim Rat der Stadt, den Friedhof zu einer Gedenkstätte zu erklären und zu sichern, blieben erfolglos. Grabsteine sind nicht mehr vorhanden. Um 1990 wurde der Friedhof als Weidekoppel benutzt.      
    
Lage: Der Friedhof liegt südwestlich von Lassan. Von der Straße in Richtung Anklam zweigt nach links ein Feldweg ab, der sich gabelt. Der rechte Teil der Weggabelung führt zum Friedhof, der sich rechts von diesem Weg befindet.    
  
Link: Website des Amtes Ziethen  
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 446
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Ludwigslust (LWL)                
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Ludwigslust wurde vermutlich bereits Ende des 18. Jahrhunderts angelegt. Er wurde in der NS-Zeit zerstört und eingeebnet. Das Grundstück wurde 1944 mit einem Wohnhaus bebaut. Erhalten blieb ein Teil der alten Friedhofsmauer. 1962 wurde hier eine kleine Gedenkstätte errichtet.       
    
Lage: Laascher Weg 4     

Lage des jüdischen Friedhofes in Ludwigslust auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und
 im Straßenverzeichnis weiter zu "Laascher Weg" (der Friedhof ist nicht eingetragen)

Link: Website der Stadt Ludwigslust   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 37-38; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S.   
    
    
    
Lübz (PCH)               
    
Zur Geschichte des Friedhofes:  Der jüdische Friedhof in Lübz wurde möglicherweise noch im 18. Jahrhundert angelegt. Der älteste erhaltene Stein ist von 1839, der jüngste von 1924. Noch bis 1934 soll der Friedhof belegt worden sein. Der Friedhof ging (schon 1916?) an die Stadt über. Er wurde in der NS-Zeit nicht zerstört. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 7,80 ar. Es sind heute noch etwa 20 Grabsteine erhalten, die 1989 flach auf den Rasen gelegt wurden. 
   
Lage: Schützenstraße (ehemals Werner-Seelenbinder-Straße) 31.  
   
Link: Website der Stadt Lübz   
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Lübz)"    
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 38; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 484
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Lychen (UM)              
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Wann der jüdische Friedhof in Lychen angelegt wurde, ist nicht bekannt. Die Geschichte der Juden in der Stadt geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Der Friedhof wurde im November 1938 durch Nationalsozialisten zerstört, sodass nur der kahle Hügel übrig blieb. Seit 1988 erinnert ein Gedenkstein unter einer uralten Eiche (Naturdenkmal) auf dem Hügel an den Friedhof.   
   
Lage: Vor dem Stargarder Tor im Norden der Altstadt, direkt am Oberpfuhl, auf einem Hügel.  
    
Link: Website der Stadt Lychen  
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 485
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Malchin (DM)            
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Von dem jüdischen Friedhof in Malchin sind keine Spuren mehr erhalten. Er soll in der NS-Zeit zerstört worden sein. Heute befindet sich hier ein Industriegelände.     
    
Lage: Am Stadtrand vor dem Mühlentor.    

Link: Website der Stadt Malchin  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 38; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 495. 
   
   
   
Malchow (MÜR)

Malchow Friedhof 101.jpg (66857 Byte) Zum Friedhof in Malchow besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken 

    
    
    
Marlow (NVP)             
     
Zur Geschichte des Friedhofes: In Marlow gab es einen jüdischen Friedhof, von dem nichts mehr erhalten ist. Er soll bereits in den 1920er-Jahren "verschwunden" sein, was jedoch ungewöhnlich wäre. Vermutlich wurde er in der NS-Zeit abgeräumt und eingeebnet. Das Grundstück wurde bebaut. Nach Angaben von Ortsansässigen wurden in dem Fundament des Hauses einzelne Grabsteine verbaut. Äußerlich sind keine Hinweise mehr auf den Friedhof vorhanden.   
    
Lage:  "An einem öffentlichen Weg etwa 7-8 Min. vom Rathaus entfernt" (Auskunft 1989).   
  
Link: Website der Stadt Marlow
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 498
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Mirow (MST)             
    
Zur Geschichte des Friedhofes:
 Der jüdische Friedhof wurde möglicherweise um 1800 angelegt. In der NS-Zeit wurde er zerstört, die Grabsteine abgeräumt. Ende der 1950er Jahre wurde auf dem Grundstück von der Jüdischen Landesgemeinde Mecklenburg unter einer Baumgruppe ein Gedenkstein errichtet (großer Findling mit Aufschrift). Bis in die 1960er-Jahre wurde das Grundstück gepflegt. In den folgenden 20 Jahren ist es immer mehr verwahrlost. Ein daneben befindlicher Kfz-Betrieb verwendete einen Teil des Friedhofes als Lagerplatz und hat dafür die Anhöhe teilweise abgebaggert. 
Nach Angaben von Einwohner von Mirow gab es am Ort noch einen weiteren jüdischen Friedhof (Auskunft 1988).   
    
Lage: An der Lärzer Straße gegenüber Haus Nr. 5 auf einer Anhöhe.  
   
Link: Website der Stadt Mirow
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 39; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 502-503
.      
   
    
    
Neubrandenburg (NB) 

Neubrandenburg 175.jpg (108693 Byte) Zum Friedhof in Neubrandenburg besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken  

  
  
  
Neubukow (DBR)                
   
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Neubukow wurde 1840 angelegt. Er wurde in der NS-Zeit zerstört (1934). 1941 erfolgte noch als letzte Beisetzung diejenige des einzigen bis dahin in Neubukow noch lebenden jüdischen Einwohners (Mayer Burchard). 1947 wurde der Friedhof - soweit möglich - wiederhergestellt. 1976 ist er zu einer Gedenkstätte umgestaltet worden. Von den alten Grabsteinen sind seitdem nur noch drei erhalten. Sie bilden im oberen Teil des Grundstückes eine kleine Gruppe unter Bäumen, stehen jedoch nicht am ursprünglichen Platz. Am Eingang zum Friedhof ist eine Hinweistafel angebracht. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 1,2 ar.   
   
Lage: An der Wismarschen Straße.  
   
Link: Website der Stadt Neubukow   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 40; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 516-517
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Neukalen (DM)         
     
Zur Geschichte des Friedhofes: Ein jüdischer Friedhof wurde etwa 1690 angelegt. Damals konnte die jüdische Gemeinde der Stadt ein Stück Ackerland erwerben, es mit Tannen bepflanzen und zu einem Begräbnisplatz umzugestalten. 1829 wurde der Friedhof erweitert. Bei der Auflösung der jüdischen Gemeinde 1899 wurde der Friedhof an die Stadt verkauft. In der NS-Zeit wurde der Friedhof geschändet. Nach 1945 wurde er nicht wiederhergestellt. Die Grabsteine sind mit der Zeit entfernt und zweckentfremdet worden, bis 1988 Wiederinstandsetzungsarbeiten begannen. Die etwa zehn erhaltenen Grabsteine wurden damals wieder aufgestellt.
   
Lage: Auf einem Waldstück ("In den Warsower Tannen") 2 km östlich der Stadt  
  
Link: Website der Stadt Neukalen  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 41; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 518
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Neustadt-Glewe (LWL)  (Jüdischer Friedhof und KZ-Friedhof)       
   
Zur Geschichte des Friedhofes: In Neustadt-Glewe bestand ein jüdischer Friedhof, der bis in die 1920er-Jahre belegt wurde. Der Friedhof wurde in der NS-Zeit oder danach zerstört und abgeräumt. Grabsteine sind nicht mehr erhalten.   
   
KZ-Friedhof: In Neustadt-Glewe bestand 1944/45 ein Außenlager des Frauen-KZ Ravensbrück. Insgesamt sind etwa 1.000 Frauen in Neustadt-Glewe auf Grund der katastrophalen Lagerverhältnisse umgekommen. Sie wurden in Einzel- und Massengräbern beigesetzt. 1946 wurden die sterblichen Überreste von 46 Frauen aus einem Massengrab an der Fliegerchaussee auf den städtischen Friedhof umgebettet. 1947 wurde hier ein Denkmal aufgestellt. Weitere Gedenksteine sind auf dem ehemaligen Lagergelände.            
  
Lage: Der jüdische Friedhof liegt beziehungsweise lag am nordöstlichen Stadtrand, am Ausgang der Straße nach Neuhof. Das Denkmal über den 46 Gräbern von umgekommenen Frauen befindet sich auf dem städtischen Friedhof.  
   
Link: Website der Stadt Neustadt-Glewe  
Informationsseite zum KZ-Außenlager Neustadt-Glewe 
Erwähnung in der Liste der International Association of Jewish Genealogical Societies (Cemetery Project): hier anklicken
Literatur: Zur Geschichte des Lagers Neustadt Glewe sind verschiedene Publikationen von Karl-Heinz Schütt erschienen, siehe Literaturliste.  Zur jüdischen Geschichte erschien von Karl-Heinz Schütt: Zur Geschichte der Juden in Neustadt-Glewe (1758-1978). 1996

   
   
   
Neustrelitz (MST) (Altstrelitz und Neustrelitz)              
    
Zur Geschichte des Friedhofes:
 Der jüdische Friedhof in Altstrelitz wurde 1728 angelegt, nachdem der erste Hofjude Friedrich Adolfs II. das Grundstück erwerben konnte. Im Laufe der Jahre wurde es mehrfach vergrößert, sodass dieser Friedhof mit der Zeit einer der größten und bedeutendsten jüdischen Friedhof Mecklenburgs war. Die Friedhofsfläche umfasste ca. 45 ar. Die letzte Beisetzung war 1937. In der NS-Zeit wurde der Friedhof verwüstet, die Friedhofshalle wurde zur Kückenaufzuchtanlage, später (und bis heute) zu einem Wohnhaus. Nach dem Krieg wurde der Friedhof 1949 wieder hergerichtet. Die zahlreichen unzerstörten Steine wurden wieder aufgerichtet, das Gelände begradigt. 1956 verkaufte die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg das Gelände sowie die meisten Grabsteine bis auf einen schmalen Streifen von etwa einem Sechstel der bisherigen Fläche. 1957 wurden die Grabsteine entfernt und die Bäume abgeholzt: zerschlagene Grabstelen sind als Straßenbegrenzungen, für Pflasterungen und als Wegeinfassung zweckentfremdet worden. Andere Grabsteine wurden in das Hafenbecken von Neustrelitz gekippt. Das weitgehend leer gewordene Grundstück  wurde am 15. Mai 1961 als "Ehrenhain" eingeweiht. Es sind nur drei Steine erhalten: zwei Grabsteine (Rabbiner Dr. Jacob Hamburger und Prof. Daniel Sanders) und ein Gedenkstein.     
   
In Neustrelitz soll es zwei jüdische Friedhöfe gegeben haben. Der vermutlich ältere Friedhof soll südlich des Ortes gewesen sein (Beschreibung 1988: "an der Fernverkehrsstraße F 96, wo sich heute die Tankstelle befindet"). Dieser Friedhof soll - wahrscheinlich in der NS-Zeit - zerstört und eingeebnet worden sein. Der neuere Friedhof geht auf das 19. Jahrhundert zurück. In der NS-Zeit ist auch dieser Friedhof zerstört worden. Nach dem Krieg stellte man die Steine teilweise entlang der Mauer, teilweise im Halbkreis auf. Es sind 24 Grabsteine erhalten. Das Grundstück ist mit einer hohen Ziegelsteinmauer umgeben.  
  
Im März 2008 kam es zu einer Schändung des Friedhof. Nachstehend ein Pressebericht aus www.ad-hoc-news.de vom 17.3.2008
:  

Haftbefehl gegen 18-Jährigen nach Angriff auf Asylbewerber beantragt  
Neustrelitz (ddp-nrd). Nach der Schändung des jüdischen Friedhofs und einem Angriff auf einen Asylbewerber in Neustrelitz hat die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg am Montag Haftbefehl gegen einen der Tatverdächtigen beantragt. Der 18-jährige Neustrelitzer sei wegen Körperverletzung vorbestraft und nur zur Bewährung auf freiem Fuß gewesen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Gerd Zeisler. Es bestehe deswegen Fluchtgefahr. Ermittelt werde wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung, Störung der Totenruhe und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Zwei andere Tatverdächtige im Alter von 14 und 16 Jahren haben den Angaben zufolge eine Beteiligung an den Taten bereits eingeräumt, ausländerfeindliche Äußerungen jedoch bestritten. Der 18-jährige habe die Aussage bisher verweigert, sagte Zeisler. Die Ermittlungen zum genauen Tatablauf seien noch nicht abgeschlossen. Die Tatverdächtigen sollen nach Polizeiangaben in der Nacht zum Sonntag das schmiedeeiserne Tor zum Friedhof aus den Angeln gerissen und Grabsteine umgestoßen haben. Sie werden außerdem verdächtigt, am Samstagnachmittag in Neustrelitz einen 30-jährigen Libanesen beschimpft, auf ihn eingeschlagen und ihr Opfer mit Steinen und Flaschen beworfen zu haben. Der Mann war unverletzt geblieben und hatte die Polizei informiert. 

Lage: Der Friedhof in Altstrelitz (bzw. Strelitz-Alt) liegt am Kalkhorstweg. Der (neuere) Friedhof Neustrelitz liegt beim Hauptbahnhof Neustrelitz am "Schwarzen Weg".   

Lage der jüdischen Friedhöfe in Neustrelitz auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter 
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, jüd., Neustrelitz" und zu 
"Friedhof, jüd., Siedlung Kalkhorst"

Link: Website der Stadt Neustrelitz  
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Strelitz Alt)"   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 41-44; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 226-229. 524-525. 
Quelle: Altstrelitz, cemetery register, photocopy, German and Hebrew 1740-1923, online zugänglich über die Jacob Jacobson Collection im Archiv des Leo Baeck Institutes New York  http://findingaids.cjh.org/?pID=147427 
     
     
     
Parchim (PCH)               
    
Zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe: In Parchim bestand bereits ein mittelalterlicher jüdischer Friedhof, der im 12. Jahrhundert angelegt wurde und vermutlich nach einer Judenverfolgung in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zerstört wurde. Mindestens 36 Steine wurden beim Bau der St. Marienkirche verwendet und können dort großenteils noch besichtigt werden (teilweise mit Inschriften). Ein Grabstein (von 1334) wurde als Eingangsschwelle in die Kirche verwendet. Weitere Grabsteine (von 1328 und 1341) wurden in den 1920er-Jahren bei Dammarbeiten vor dem Kreuztor gefunden und auf dem (neuen) jüdischen Friedhof aufgestellt.
Ein neuer jüdischer Friedhof wurde Ende des 17. Jahrhunderts angelegt. Dieser wurde mehrfach erweitert und umfasste zuletzt eine Fläche von ca. 22 ar. Bis 1938 wurden Beisetzungen vorgenommen. In den Jahren bis 1945 wurde der Friedhof völlig zerstört, die Gräber aufgewühlt, Särge lagen an der Oberfläche. 1947 wurde die Fläche notdürftig hergerichtet, das Erdreich abgetragen und eingeebnet. Sieben Grabsteine und einige Bruchstücke konnten noch aufgestellt werden. Da das Gelände aber nicht mehr als Friedhof betrachtet werden konnte, überließ die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg die Fläche der Stadt zur Erweiterung der angrenzenden Badeanstalt. Dafür wurde ein Areal auf dem Städtischen Friedhof der jüdischen Gemeinde zur Verfügung gestellt, wohin einige Grabsteine überführt wurden. Hier wurde im Juni 1971 auf eine Gedenkstätte für die ermordeten Juden errichtet.     
    
Lage: Mittelalterlicher Friedhof: zwischen dem Kreuztor und den Plümmerwiesen (heute Flörkestraße 44). 
Neuer Friedhof
(seit Ende 17. Jahrhundert) am Voigtsdorfer Weg westlich des Wockersees.

Ungefähr Lage der jüdischen Friedhofes in Parchim auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und 
im Straßenverzeichnis weiter zu "Flörkestraße" (für mittelalterlichen jüdischen Friedhof) bzw. zum 
"Voigtsdorfer Weg" (Friedhof seit Ende 17. Jahrhundert: der Friedhof lag bei der heutigen Badeanstalt).

Link: Website der Stadt Parchim 
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Parchim)"   
Literatur: Germania Judaica II,2 S. 1086; Zeugnisse jüdischer Kultur S. 44-45; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 541-544.   
    
    
    
Pasewalk (UER)              
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Pasewalk wurde vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt. Eine Friedhofshalle wurde auf dem Grundstück erstellt. Der Friedhof wurde bis 1938 belegt. In den folgenden Jahren wurde der Friedhof völlig zerstört und abgeräumt, die Friedhofshalle niedergebrannt. 1947 ließ die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg mit Hilfe von Spenden einiger in die USA emigrierten ehemaliger Juden aus Parchim einen großen Gedenkstein mit der hebräischen und deutschen Inschrift "Zur Erinnerung an den jüdischen Friedhof" aufstellen. Ende der 1980er-Jahre wurde der Friedhof wieder mit einer Mauer umgeben. Einige aufgefundene Grabsteine wurden in die Mauer eingefügt.   
   
Lage: Der Friedhof liegt am Rande der Stadt beim alten städtischen Friedhof.

Lage des jüdischen Friedhofes in Pasewalk auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter 
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Alter Friedhof" (der jüdische Friedhof lag 
bzw. liegt am alten städtischen Friedhof)

Link: Website der Stadt Pasewalk   
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Pasewalk mit Fotos auf der Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter >Orte jüd. Geschichte): hier anklicken  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 45-46; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 544-545; E. Krüger: Über Juden in Pasewalk nach 1933. In: Der faschistische Pogrom vom 9.(10. November 1938 - zur Geschichte der Juden in Pommern. 1989 S. 124f.  
       
       
       
Penkun (UER)                  
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes in Penkun ist nur wenig bekannt. 1952 war er ungepflegt, fast zugewachsen und mit einer Hecke umgeben. Damals waren noch Grabsteine aus schwarzem Granit vorhanden. In der Folgezeit wurde das Friedhofsgrundstück eingeebnet und dem Sportplatz einverleibt. Die Grabsteine verschwanden.  
   
Lage: Südlich der Stadt am Wartiner Weg. 
  
Link: Website der Stadt Penkun  
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 546. 
    
  
   
   
Penzlin (MÜR)              
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Der Friedhof wurde vermutlich Mitte des 18. Jahrhundert angelegt, nachdem sich seit 1746 Juden in der Stadt niederlassen konnten. Die letzte Beisetzung war im November 1923. Es sind acht Gräberreihen zu erkennen. Insgesamt sind etwa 55 Grabsteine erhalten. Die Friedhofsfläche umfasst 7,00 ar.     
    
Lage: Am südwestlichen Stadtrand "Am Ziegelkamp" in einer Kleingartenanlage.  
    
Link: Website der Stadt Penzlin  
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Penzlin)"    
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 46; Brocke/Müller: Haus des Lebens S. 205; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 546-548; Karl-Heinz Oelke: Auf den Spuren jüdischer  Vergangenheit im Müritzkreis. 1998
.   
    
    
    
Plau am See (PCH) 
(erstellt unter Mitarbeit von Bernd Ruchhöft, Plau am See; Verf. des Wikipedia-Artikels s.u.)  
   
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde 1755, zwei Jahre nach der Ansiedlung der ersten Schutzjuden in Plau angelegt. Die zunächst nur 65 qm umfassende Friedhofsfläche wurde in den folgenden Jahrzehnten (zuletzt 1889) mehrfach erweitert. Die heutige Fläche umfasst 945 qm. In der NS-Zeit wurden Steine umgeworfen. 1947 wurde der Friedhof wieder hergerichtet (letzte Beisetzung 1951 von Dr. Hermann Hirsch). Ein Teil des Friedhofes wurde (so noch 1993) als Gemüsegarten verwendet; etwa 31 Bruchstücke von Grabsteinen wurden als Einfassung der Gemüsebeete verwendet. Inzwischen wurden sie jedoch vor einer neu errichteten Ziegelwand wieder aufgestellt. Seit 2008 ist ein Gedenkstein vorhanden.    
   
Lage: Der Friedhof liegt im südlich des Stadtzentrums am Klüschenberg an der Bergstraße/Lübzer Straße.  

Lage des jüdischen Friedhofes in Plau am See auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und 
unter "Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, jüd., Plau am See"

Link: Website der Stadt Plau am See     
Wikipedia-Artikel mit Fotos zum jüdischen Friedhof in Plau am See
   
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 549-550.  
   
   
   
Rehna (NWM)              
   
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes in Rehna ist nur wenig bekannt. Der Friedhof wurde vermutlich noch in der NS-Zeit oder kurze Zeit danach abgeräumt. Steine vom jüdischen Friedhof wurden als Treppenstufen und Schwellsteine zweckentfremdet, insbesondere vor einer Gastwirtschaft am Markt. 
Quelle: hier anklicken     
   
Lage: Nördlich der Stadt am Ortsausgang Richtung Vitense (an der Straße "Neuer Steinweg", früher "Langer Jammer").  
 
Text: Über eine Beisetzung auf dem jüdischen Friedhof in Rehna am 9. November 1894 mit näheren Informationen zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Rehna, dem Friedhof und der Synagoge  

Rehna Israelit 22111894.JPG (116919 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22.11.1894):  "Rehna, 9. Nov. Auf dem hiesigen israelitischen Friedhofe wurde heute die im hohen Alter von 88 Jahren verstorbene Frau Itzig beerdigt. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, dass die hiesige israelitische Gemeinde vor Jahren eine große Gemeinde mit eigener Schule und eigener Synagoge gewesen ist. Zu der Gemeinde, die jetzt nur noch aus 2 Familien in Rehna und 3-4 Familien in Gadebusch besteht, gehörten ursprünglich auch noch die Glaubensgenossen in dem benachbarten Grevesmühlen, welch' Letztere sich vor ungefähr 20 Jahren eine eigene Gemeinde gebildet haben. Nachdem die hiesige Gemeinde in Folge Fortzuges und Tod vieler Mitglieder nach und nach viel kleiner geworden und daher die Kosten für die Unterhaltung des Religionslehrers und die Instandhaltung der Synagoge nicht mehr aufgebracht werden konnten, wurde die letztere vor 10 Jahren öffentlich meistbietend auf Abbruch verkauft. Die Bundeslade und sonstige Heiligtümer sind mit einer Urkunde über die Veranlassung auf dem Friedhofe versenkt worden. Der kleinen Gemeinde gehört jetzt nur noch der mit einer Ziegelsteinmauer umgebene Friedhof, sowie das neben demselben gelegene Wärterhaus, in dessen Anbau auch der Leichenwagen untergebracht ist."       

Link: Website des Amtes und der Stadt Rehna  
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 572-573. 
   
   
   
Reuterstadt Stavenhagen (DM)             
   
Zur Geschichte des Friedhofes:
 Der jüdische Friedhof in Stavenhagen wurde 1764 angelegt und befand sich bis 1938 in sehr gutem Zustand. Beim Novemberpogrom 1938 wurde er verwüstet, die Friedhofshalle und der Leichenwagen verbrannten. Dennoch wurde er von den letzten in Stavenhagen lebenden jüdischen Einwohnern nochmals instandgesetzt. 1943 erklärte die Stadt den Friedhof zu ihrem Eigentum, ebnete das Gelände ein und forstet es auf. Ende der 1970er-Jahre wurde auf dem Grundstück ein Sportlerheim errichtet, das 1992 abgebrochen wurde.   
   
Lage: Östlich der Stadt im Stadtholz in der Nähe des Waldbades auf einer kleinen Anhöhe.  
   
Link: Website der Reuterstadt Stavenhagen  
Kurzinformation zum jüdischen Friedhof Stavenhagen auf einem Rundgang 
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 64-65; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 617-618
:    
   
   
   
Ribnitz-Damgarten (NVP)     

Ribnitz-Damgarten Friedhof n108.jpg (107381 Byte) Zum Friedhof in Ribnitz-Damgarten besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken 

   
   
   

Röbel (MÜR)

Roebel Friedhof 010.jpg (41025 Byte)Zur Geschichte des Friedhofes: Die jüdische Gemeinde von Röbel hatte möglicherweise bereits im Mittelalter, spätestens seit der Zeit um 1700 einen eigenen Friedhof (1702 wird ein "Juden-Kirchhof" genannt). Die Fläche des auf einem kleinen Hügel gelegenen Begräbnisplatzes umfasste etwa 9 ar. Die letzten Beisetzungen waren 1937/38. In der NS-Zeit wurde der Friedhof zerstört; die meisten Grabsteine an einen örtlichen Steinmetzen verkauft. In den 1960er-Jahren wurde der Friedhof beim Bau einer Tankstelle beseitigt, der kleine Hügel des Begräbnisplatzes wurde teilweise abgebaggert. 2002 wurde das Grundstück durch Initiative "Vereins "Land und Leute e.V." mit Stelen markiert, die jedoch wenig später zerstört wurden.      
    
Lage: Friedrich-Engels-Straße im Bereich der Tankstelle/Gewerbegebiet.  
   
Link: Schul-Film-Projekt "Juden in Röbel": Zwei Filme der Dokumentarfilmgruppe des Joliot-Curie-Gymnasiums Röbel unter Leitung und Mitarbeit von Raimund Schneider vom Verein Land & Leute e.V. Röbel 2002-2003.
Verein Land und Leute e.V. Röbel  mit mehreren Seiten und Abbildungen zur Geschichte des Friedhofes (Skizze oben von dieser Seite). 
Literatur
: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 49; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 576-578
.  
   
    
    
Rostock (HRO)             
     
Zur Geschichte der Friedhöfe:
 Bereits im Mittelalter bestand ein jüdischer Friedhof (Ende 13. Jahrhundert) vor dem Kröpeliner Tor. Von ihm sind jedoch keine Spuren erhalten.
Nachdem seit 1870 wieder eine jüdische Gemeinde in der Stadt bestand, konnte sie nach 1870 einen eigenen Friedhof anlegen (erste Beisetzung vermutlich 1873). Auf dem in zwei große Gräberfelder geteilten und insgesamt 32,80 ar großen Friedhof sind heute noch 178 Grabmale erhalten (von etwa 250 hier beigesetzten Personen). 1963 wurde ein Gedenkstein errichtet. 1978 wurden die Grabsteine flach auf die Rasenfläche gelegt. 1988 sind die Grabsteine wieder aufgerichtet worden; auch wurde ein neues Mahnmal aufgestellt.
Ein neuer jüdischer Friedhof ist als Teil des Westfriedhofes vorhanden.
Im März 2002 und im Juni 2003 wurde der Friedhof geschändet. Die Polizei ermittelte Personen aus der rechten Szene.         
    
Lage: Am Lindenpark, Saarplatz.  

Lage des jüdischen Friedhofes in Rostock auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und im 
Straßenverzeichnis "Arnold-Bernhard-Straße" eingeben. Diese liegt nördlich des alten städtischen Friedhofes 
(der jüdische Teil ist nicht gesondert eingetragen)

Link: Website der Hansestadt Rostock    
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Rostock mit Fotos auf der Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier anklicken 
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Rostock)"    
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 49-51; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 581-584.  
   
   
   
Schwaan (DBR)      
   
Zur Geschichte des Friedhofes:
 Der jüdische Friedhof wurde in den 1750er-Jahren angelegt. Da die jüdische Gemeinde, zu der um 1830 etwa 70 Personen gehörten, bestand um 1914 nur noch aus vier Gemeindemitgliedern. Damals (im Dezember 1914) ging der Friedhof zur Pflege in den Besitz der Stadt über. 1936 erfolgte die letzte Beisetzung. In der NS-Zeit wurde der Friedhof verwüstet. Die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg ließ ihn nach 1947 - soweit noch möglich - wiederherstellen. Bei der Anlage eines Neubaugebietes wurde der Friedhof in den 1960er-Jahren auf eine mit Bäumen bestandene kleine Anhöhe nahe dem ursprünglichen Gelände verlagert. Einige Steine wurden wieder aufgestellt. Die restlichen Grabsteine (Zahl unbekannt) wurden "zweckentfremdet" genutzt. 1988 wurde in der Anlage ein Gedenkstein aufgestellt.  
 
2009 wurden die sieben Grabsteine restauriert neu aufgestellt.  

Link zu Foto; Artikel von Hans-Jürgen Kowalzik in der "Schweriner Volkszeitung" vom 22. April 2009 (Link zum Artikel):  
Alle Grabsteine restauriert.  
Schwaans jüdischer Friedhof wird vom Landesverband der jüdischen Gemeinden in zwei bis drei Jahren in seiner ursprünglichen Größe angelegt. Priorität hat bis dahin der Hagenower Friedhof. Mit dem gegenwärtigen Zustand in Schwaan ist der Verband zufrieden. 
SCHWAAN -
Der jüdische Friedhof in Schwaan steht weiter auf der Prioritätenliste des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden. "Er soll in seiner ursprünglichen Größe angelegt werden. Das ist auch mit der Denkmalbehörde des Landkreises besprochen", sagt Verbandsvorsitzender Igor Jesernitzki. Aber das werde erst in zwei oder drei Jahren geschehen, weil in dieser Zeit am Friedhof Hagenow gearbeitet werde. Mehr Geld stehe nicht bereit, so Jesernitzki. Was aber für den Friedhof in Schwaan bisher gemacht werden konnte, sei geschehen, bestätigen der Vorsitzende und Alexander Schacht von der Denkmalbehörde der Stadt, die Eigentümer des Grundstücks ist und den Friedhof pflegt. Schacht: "Der Friedhof macht einen guten Eindruck." Peter Piontkowski, Leiter des Stadtbauhofs Schwaan: "Alle sieben Grabsteine sind inzwischen restauriert. Vor einem Jahr um diese Zeit waren es drei. Sie wurden gereinigt, teilweise erneuerten wir Schrift und Ornamente. Drei Grabsteine erhielten einen Sockel." Dafür bekam die Stadt Fördermittel vom Land, 10 000 Euro. Der Friedhof sei daher nicht mehr so wie früher ein Schandfleck, so Piontkowski. Aus den großen Eichen, die den Friedhof überragen, wurde außerdem das Totholz geschnitten. Piontkowski: "Die zwei abgebrochenen Lebensbäume, die auf dem Zaun liegen, werden wir in den nächsten Tagen beseitigen, sodass dann wirklich alles in Ordnung ist, und die Besucher des Friedhofs zufrieden sein können." Auch hätten einige Besitzer von Gärten und Schuppen, die bis an den Friedhof grenzen, aufgeräumt, so der Stadtbauhof-Chef. Man sei daher auf einem guten Weg. Das sah vor einem Jahr nicht ganz so aus. Damals hatten Aussagen von Bürgermeister Peter Faix (CDU) für Aufregung gesorgt. Er wandte sich gegen das Anlegen des Friedhofs in seiner ursprünglichen Größe, weil das mit der Geschichte der Stadt nichts zu tun habe. Faix sagt das auch heute, räumt aber ein, dass man darüber reden werde, wenn eine Vergrößerung in zwei, drei Jahren spruchreif werde. 
Zur Erinnerung: Auf dem Schwaaner jüdischen Friedhof soll es 1870 die letzten Beerdigungen gegeben haben. 1914 hatte die Gemeinde vier Mitglieder. Damals ging der Friedhof in den Besitz der Stadt über, die das Gelände pflegt und dafür jährlich 500 Euro vom Land bekommt. Auch für ein eventuelles Anlegen des Friedhofs in seiner ursprünglichen Größe gibt es Landesmittel. Igor Jesernitzki: "Anfang 2008 beantragte die Stadt Fördermittel." Das Innenministerium, so Piontkowski, berücksichtige den Antrag, wenn das Vorhaben konkret werde.  
 
vgl. Artikel in der Bützower Zeitung vom 5. Mai 2014: "Schwaans jüdische Vergangenheit. Vortrag beleuchtet die Geschichte der Schwaaner Geschichte..."  

Lage: Am Mühlenbach neben dem Lindenbruch am Stadtrand.      
    
Link: Website der Stadt Schwaan   
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Schwaan)"  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 57f; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 597-599

    
    
    
Schwerin (SN)              
   
Zur Geschichte der Friedhöfe:
 1696 konnte ein wohlhabender Hofjude Schwerins ein Grundstück zur Anlage eines jüdischen Friedhofes erwerben. Bereits 1717 musste der Friedhof in Schwerin verlegt werden, da auf der Ostseite Sand abgegraben wurde. Bis 1768 wurden 23 Beisetzungen vorgenommen. Das Friedhofsgrundstück war durch Zaun und Tor abgesichert. Um 1800 wurde eine Leichenhalle mit Wohnung für den Friedhofswächter erstellt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof bis 1940 genutzt. In den folgenden Jahren wurde er geschändet und als Flakstellung ausgebaut. Dabei sind die Gräber durchwühlt worden; die Grabsteine und Sockel bezog man in die Unterstände ein. Bei Kriegsende war die Friedhofsfläche zerstört. Im April 1947 begann - soweit noch möglich - eine Instandsetzung. Im Oktober 1948 wurde ein Gedenkstein gesetzt. Einige der noch erhaltenen Grabsteine stellte man in einem Halbkreis auf. 1950 musste die jüdische Landesgemeinde 9,60 ar des Friedhofes an die Stadt abgeben, da eine Straße (Bornhövedstraße) durch den Friedhof gelegt werden sollte. 1953 wurden weitere 8 ar für den Bau einer Kläranlage verwendet. Heute sind somit nur noch Reste des Friedhofes in zwei Teilen erhalten (auf der südlichen Teilfläche steht noch die Friedhofshalle). 
1998 wurde der Friedhof zweimal geschändet.    
    
Lage: In der Werdervorstadt an der Straße Am Heidensee, durchschnitten von der Bornhövedstraße.         
   
Link: Website der Landeshauptstadt Schwerin  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 59-60; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 605-609.
Berndt Kasten: Ausgrenzung, Vertreibung, Vernichtung: Juden in Schwerin 1933-1945. 1995.   
   
   
   
Sternberg (Amt Sternberger Seenlandschaft, PCH)         
    
Zur Geschichte des Friedhofes:
 Der jüdische Friedhof liegt am Fuße des sogenannten "Judenberges", auf dem 1492 27 Juden von Sternberg auf Grund von falschen Beschuldigungen ermordet wurden. 
1824 wurde der Friedhof der seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstandenen jüdischen Gemeinde Sternbergs angelegt. Er wurde bis in die 1920er-Jahre belegt. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 5 ar. In der NS-Zeit wurde der Friedhof zerstört. Nach 1947 ließ die Jüdische Landesgemeinde das Gelände wieder herrichten und einen Gedenkstein setzen. Grabsteine sind nicht mehr erhalten.       
   
Lage: Der Friedhof liegt am nordwestlichen Stadtrand auf einem Hügel (Judenberg) am Waldrand zwischen der Eisenbahnlinie/Bahndamm Sternberg-Brüel und einem dortigen Campingplatz.       
    
Link: Website der Stadt Sternberg    
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 65-66; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 619-620.  
   
   
   
Stralsund (HST)     

Stralsund Friedhof 1996010.jpg (106760 Byte) Zum Friedhof in Stralsund besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken 

    
   
    
Strasburg/Uckermark (UER)       
    
Zur Geschichte des Friedhofes:
   Der jüdische Friedhof stammt aus der Zeit vor 1880. Die Fläche des Friedhofes beträgt etwa 5,00 ar. Es sind noch 19 Grabsteine vorhanden.            
Ende Juni 2002 stoßen Unbekannte elf Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof um.  
   
Lage: An der Bahnhofstraße am Stadtwald auf dem Sinaihügel.            
  
Link: Website der Stadt Strasburg/Uckermark  
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Strasburg, Uckermark)"  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur ; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S
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Sülstorf (LWL)  
(erstellt nach Hinweisen von Mike Redel, Unna)          
    
Zur Geschichte des Friedhofes:  Abschnitt muss noch ergänzt werden.     

 Fotos 
(Quelle: Website der Amtes Ludwigslust-Land)  
Suelstorf Denkmal 012.jpg (50620 Byte) Suelstorf Denkmal 012a.jpg (53377 Byte)

Lage:  Auf der Straße von Ludwigslust nach Schwerin kommt auf der linken Seite ein Hinweisschild "Sült-Gedenkstätte". Etwa 1-2 km hinter der Ortschaft Sült steht rechter Hans ein Hinweisschild "Sülstorf-Gedenkstätte". Der anfangs gut ausgebaute Feldweg wird hinterher zur Bahnhofstraße. Bis zum Ende durchfahren. Rechter Hand ist der Bahnhof von Sülstorf. Beim Bahnhof parken  - über die Gleise - hier liegt gut sichtbar die Gedenkstätte. 
   
Link: Website der Stadt Strasburg/Uckermark   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur ; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S
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Tessin bei Rostock (DBR)                 
   
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Tessin wurde 1821 angelegt und 1851-53 erweitert. In der NS-Zeit wurde er verwüstet und nach 1945 (erst in den 1980er-Jahren?) abgeräumt. 1992 wurde er wieder - soweit möglich - rekonstruiert. Ein Gedenkstein ist vorhanden.  
   
Lage: Außerhalb der Stadt in Richtung Cammin am Recknitztal.         
   
Link: Website der Stadt Tessin bei Rostock   
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 636-637.  
     
     
     
Teterow (GÜ)                  
    
Zur Geschichte des Friedhofes:
 Der jüdische Friedhof wurde 1762 angelegt. Die Stadt pachtete dazu ein Grundstück vor der Stadt. 1865 wurde der Friedhof erweitert und aufgeschüttet. Er umfasste danach eine Fläche von etwa 28 ar. Der älteste Teil verblieb in der Mitte des Grundstückes. 1932 wurde die letzte Beisetzung vorgenommen. In der NS-Zeit wurde der Friedhof geschändet (1938). 1947 wurde er - soweit möglich - wieder hergestellt, 1987 unter Denkmalschutz gestellt. Es sind etwa 75 Grabsteine vorhanden.   
    
Lage: Der Friedhof liegt nordöstlich des städtischen Friedhofes an der Fortsetzung der Straße "Am Friedhof"  

Lage des jüdischen Friedhofes in Teterow auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und 
unter "Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, jüd."

Link: Website der Stadt Teterow   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 71; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 637-638.    
    
    
    
Ueckermünde (UER)                   
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Ueckermünde wurde 1821 angelegt. Nach Vergrößerung der Gemeinde wurde 1867 ein neuer Platz an der Wiesenstraße erworben und bis 1938 als Friedhof benutzt. 1938 wurde der Friedhof verwüstet und erst 1961 in eine Gedenkstätteumgestaltet. Damals wurden die Steine in einer Reihe niederlegt. 1987 wurde der Friedhof - soweit möglich - wieder hergerichtet. Es sind noch 12 Grabsteine und ein Gedenkstein vorhanden.  
    
Lage: An der Liepgartener Straße.   

Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes in Ueckermünde auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken 
und im "Straßenverzeichnis" weiterklicken zu "Liepgartener Straße" (der jüdische Friedhof ist 
nicht gesondert eingetragen)   

Link: Website der Stadt Ueckermünde   
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Ueckermünde mit Fotos auf der Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier anklicken  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 71; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 646-647.   
    
    
    
Waren (Müritz) (MÜR)       
   
Zur Geschichte des Friedhofes: Die jüdische Gemeinde in der Stadt erwarb im Januar 1846 ein Grundstück zur Anlage eines Friedhofes. Bis in die NS-Zeit wurden auf ihm Beisetzungen vorgenommen. 1938 wurde der Friedhof von Nationalsozialisten zerstört. Im September 1948 wurde der Friedhof wieder hergerichtet, möglicherweise waren bereits damals keine Grabsteine mehr vorhanden. Seit 1960 ist das Grundstück zu einer parkähnlichen Anlage umgestaltet worden, in deren Mitte eine Travertinstele mit Inschrift steht.         
    
Lage: Bereich Papenbergstraße/Feldstraße.  

Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes in Waren (Müritz) auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und 
über das Straßenverzeichnis weiterklicken zu "Feldstraße". Der jüdische Friedhof ist jedoch nicht eingezeichnet.

Link: Website der Stadt Waren (Müritz) 
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Waren)"    
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 73; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 652-654.
Karl-Heinz Oelke: Auf den Spuren jüdischer  Vergangenheit im Müritzkreis. 1998.      
    
    
    
Warin (NWM)           
    
Zur Geschichte des Friedhofes:
 Der jüdische Friedhof wurde von der am Ort bestehenden kleinen jüdischen Gemeinde vermutlich im 18. Jahrhundert angelegt. Es wurden etwa 70-80 Beisetzungen vorgenommen. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 16 ar. Nachdem die Gemeinde Anfang des 20. Jahrhunderts aufgelöst wurde, war der Friedhof bereits um 1930 in schlechtem Zustand; die Umzäunung zeigte starke Beschädigungen. In der NS-Zeit wurde der Friedhof verwüstet. Nach 1945 ist der Platz eingeebnet worden. 1962 richtete die Jüdische Landesgemeinde eine Gedenkstätte her. Ein 1963 gesetzter Naturstein trägt die Aufschrift "Die Toten mahnen". Grabsteine sind nicht mehr vorhanden. Eine Fläche von 6,25 ar ist durch angehäufelte Erde eingegrenzt.   
   
Lage: Am Zahrensdorfer Weg auf einer bewaldeten Anhöhe, etwa 300 m westlich des Wariner Stadtrandes zwischen dem Ortsteil Waldheim und der Straße nach Ventschow.  
   
Link: Website der Stadt Warin   
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 73; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 654-655
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*Wismar (HWI)               
    
Zur Geschichte jüdischer Begräbnisstätten: In Wismar gab es keinen jüdischen Friedhof. Die Toten der hier von 1868 bis in die NS-Zeit lebenden jüdischen Familien wurden auf umliegenden jüdischen Friedhöfen beigesetzt, insbesondere in Neubukow
Möglicherweise gab es einzelne Beisetzungen auf dem sogenannten "Soldatenfriedhof". Dieser war 1698 als Begräbnisstätte für die schwedische Garnison angelegt worden. Nach 1803 wurden hier auch die Toten der mecklenburgischen Truppen, Tote anderer Nationen, aber auch Zivilpersonen, schließlich deutsche Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges beigesetzt. Anfang der 1970er-Jahre wurde der Soldatenfriedhof eingeebnet und auf dem Gelände ein Park angelegt. 1993 wurde der Friedhof als Gedenkstätte wieder hergerichtet.    
    
Lage: An der Rostocker Straße   
   
Link: Website der Hansestadt Wismar 
Der Soldatenfriedhof wird in der Liste der jüdischen Friedhöfe der International Association of Jewish Genealogical Societies (Cemetery Project) genannt: hier anklicken
Literatur: Geschichte von Juden in Wismar: Gustav Willgeroth: Bilder aus Wismars Vergangenheit. 1908 S. 68-69; keine Nennung des Friedhofes in "Zeugnisse jüdischer Kultur"; allgemein zum "Soldatenfriedhof: Hansestadt Wismar (Hg.): Der denkmalgeschützte Friedhof der Hansestadt Wismar; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 664-665
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Wöbbelin - KZ-Gedenkstätte (LWL)         
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Ende 1944 ließ die SS außerhalb von Wöbbelin das letzte Außenlager des KZ Neuengamme errichten. Vom 12. Februar 1945 bis zum Tag der Befreiung diente dieses KZ als Auffanglager für Häftlinge aus 16 europäischen Nationen, die, vor den heranrückenden alliierten Truppen evakuiert, auf "Todesmärschen" in Richtung Wöbbelin getrieben wurden. Sie befanden sich in einem jammervollen Zustand, als sie dort ankamen. Das Lager, unter den Bedingungen der letzten Kriegswochen eingerichtet, war nur ein Provisorium, aber auch ohne Gaskammer und Massenexekutionen ein Vernichtungslager. Bei kärglicher Ernährung und fast ohne medizinische Versorgung starben die durch den Aufenthalt in anderen Lagern und die Anstrengungen der Evakuierung ohnehin geschwächten Häftlinge zu Hunderten. Für mehr als tausend der über fünftausend Häftlinge des KZ Wöbbelin - Widerstandskämpfer, Nazigegner, aus rassischen oder weltanschaulichen Gründen Verfolgte - kam die Befreiung am 2. Mai 1945 durch die 82. US - Luftlandedivision zu spät. Sie waren auf Grund der unzureichenden hygienischen Zustände im Lager und der unmenschlichen Behandlung durch die SS elend zugrundegegangen. Ihre Leichen, in Massengräbern verscharrt oder achtlos auf dem KZ - Gelände liegengelassen, wurden auf Befehl der amerikanischen Militärbehörden durch die deutsche Bevölkerung in Ludwigslust (zwischen Schloss und Stadtkirche), in Schwerin (am heutigen Platz der Opfer des Faschismus), in Hagenow (am Krankenhaus) und in Wöbbelin (im Theodor Körner-Park) zur letzten Ruhe gebettet. Alljährlich zum Tag der Befreiung des KZ Wöbbelin kommen Menschen aus vielen europäischen Ländern, aus den USA und Israel nach Wöbbelin. Ehemalige Häftlinge mit ihren Familien, Angehörigen der Verstorbenen und Veteranen der 82. US - Luftlandedivision gedenken dann gemeinsam an den Gräbern der KZ - Toten.  
     
     
     
Wolgast (OVP)       
    
Zur Geschichte des Friedhofes:
 Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes in Wolgast ist nur wenig bekannt. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 4,5 ar. Um 1990 war das Friedhofsgelände völlig verwildert und zugewachsen.     
    
Lage: Auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses (beim Hintereingang des Krankenhauses).

Lage des jüdischen Friedhofes in Wolgast auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter "Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Kreiskrankenhaus" (die Lage des Friedhofes ist nicht eingetragen)

Link: Website der Stadt Wolgast   
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 669.   
   
   
   
Allgemeine Literatur:     

Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer. Berlin 1992.
Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994.
Irene Diekmann: Wegweiser durch das jüdische Mecklenburg-Vorpommern. 1998.
Michael Brocke/Christiane E. Müller: Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe in Deutschland. Leipzig 2001.

Allgemeine Links:

Verein Land und Leute e.V. Röbel  mit Informationsseiten und Fotos zur jüdischen Geschichte an den Orten 
Informationsseiten zur Geschichte der Juden in Mecklenburg-Vorpommern von Ursula Homann: hier anklicken  
Gerhard Voß: Bericht über Vortrag zu den jüdischen Friedhöfen in Mecklenburg-Vorpommern  

         

         

 

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Stand: 26. Oktober 2014