| Aus der Geschichte der Synagoge |
| Geschenk
des Großherzogs zum Bau der Synagoge (1875) |
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Mai 1875:
"Neubrandenburg (Mecklenburg), 28. April (1875). Ihre Leser
werden sich erinnern, dass die hiesige, wenig zahlreiche Gemeinde sich ein
schönes Gotteshaus zu bauen unternommen und dazu die größten Opfer
gebracht hat, ohne diese auszureichen vermögen. Heute habe ich die erfreuliche
Mitteilung zu machen, dass unser Großherzog uns zu obigem Zwecke ein
Geschenk von 1.500 Reichsmark angewiesen, und als der Vorstand sich bei
ihm bedankte, die wohlwollendste Gesinnung für uns ausgesprochen hat. Wir
haben auch eine Lotterie für den Bau der Synagoge eingerichtet, deren
Ziehung vor Ostern stattfinden sollte. Die Großherzogliche Regierung hat
uns einen Aufschub bewilligt, und die Ziehung ist auf den 15. September
festgesetzt worden." |
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| Neubrandenburger
Synagogenbau-Lotterie (1875) |
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Mai 1875:
"Neubrandenburger Synagogenbau-Lotterie. Nachdem es uns trotz
aller Bemühungen nicht hat gelingen wollen, bis Ostern sämtliche Lose zu
platzieren, ist mit Genehmigung der Großherzoglichen Landes-Regierung der
Ziehungstag unserer Synagogenbau-Lotterie nunmehr aus den 15. September
dieses Jahres festgesetzt.
Lose sind noch bei den unterzeichneten Komitee-Mitgliedern zu haben.
Neubrandenburg, im April 1875.
Das Komitee der Synagogenbau-Lotterie. Gustav Götz. Sylvester
Löwenhaupt. Hermann Heine. Hermann Wolff." |
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| Einweihung
der Synagoge (1877) |
Mitteilung
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. September
1877: "Am 4. September wurde, wie man uns schreibt, in Neubrandenburg
(Mecklenburg-Strelitz) die neue, prachtvolle Synagoge feierlich
eingeweiht. Die ganze Bevölkerung nahm den erfreulichsten Anteil und auch
der Großherzog sandte der Gemeinde durch ein Kabinettsschreiben seinen
Glückwunsch". |
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Rechts: Die Synagoge in
Neubrandenburg
(Quelle: Stadt Neubrandenburg; www.synagogen.info) |
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Standort der ehemaligen
Synagoge: Link
zu den Google-Maps |
Zur Geschichte des Friedhofes
Die jüdische Gemeinde der
Stadt konnte 1866 einen jüdischen Friedhof vor dem Friedländer Tor
anlegen. Dieser wurde 1938 geschändet und auf Anordnung der NS-Behörden
zwangsverlegt. Die Toten wurden auf den evangelischen Friedhof an der Scheunenstraße
verlegt (Scheunenstraße besteht nicht mehr). Nach 1945 gab es hier noch 31
Grabsteine; der jüdische Friedhofsteil wurde inzwischen als Müll- und
Auffüllplatz zweckentfremdet. 1963 ließ die Jüdische Landesgemeinde
Mecklenburg den Friedhof auf ihre Kosten wiederherstellen. Im Jahr darauf wurde
der Friedhof schwer geschändet, die Steine umgeworfen und beschädigt. Wenig
später musste der Friedhof beim Bau des Neubrandenburger Neubaugebietes ein
zweites Mal verlegt werden. Diesmal wurde der Gemeinde ein Platz auf dem Friedhof
in der Katharinenstraße zugewiesen. 1971 musste auch dieser Friedhof einen
Neubebauung weichen. Die Jüdische Landesgemeinde gab damals keine Zustimmung
für eine dritte Verlegung des Friedhofes. Darauf wurde er von der Stadt
beseitigt. 20 Grabsteine nahm ein Neubrandenburger Steinmetz (Dassow) in
Verwahrung. Das
Friedhofsgelände wurde mit Wohnblöcken bebaut. Die Grabsteine wurden von der
Stadt übernommen und inzwischen am Standort der ehemaligen Synagoge an der
Poststraße (nahe dem Bahnhof) in die neu gestaltete Gedenkstätte
integriert.
Lage des Friedhofes:
Der Friedhof hatte - wie oben dargestellt - drei Standorte:
von 1865 bis 1942 vor dem Friedländer Tor dort, wo sich heute Möbelhaus Suh
und die Woldegker Straße befinden; von 1942 bis 1965 auf der gegenüberliegenden
Straßenseite; bis 1989 an der Katharinenstraße. Dass 20 Grabmale gerettet
wurden, ist Steinmetz Dassow zu danken.