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Friedhöfe in der Region"
Übersicht: "Jüdische Friedhöfe in Mecklenburg-Vorpommern"
Stralsund (Stadtkreis)
Jüdischer Friedhof
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in Stralsund (Seite noch nicht
erstellt)
Zur Geschichte des Friedhofes
Bereits im Mittelalter könnte es in Stralsund einen
jüdischen Friedhof gegeben haben, von dem jedoch nichts erhalten ist. Nachdem
in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts Juden seit dem Edikt des schwedischen
Königs von 1777 zuziehen konnten, wurden die in Stralsund verstorbenen
jüdischen Personen meist auf den Friedhöfen in (Bad) Sülze und Ribnitz
beigesetzt.
Da bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Stralsund kein jüdischer Friedhof
angelegt werden konnte, wurde - als alter jüdischer Friedhof von Stralsund -
ein Friedhof auf dem Gut des Kammerrates Joachim Ulrich Giese in Niederhof
bei Brandshagen belegt. Hier fanden bis 1855 Beisetzungen statt.
1850 konnte ein jüdischer Friedhof in Stralsund angelegt werden. Der älteste
erhaltene Grabstein ist von 1855. 1912 konnte der Friedhof erweitert werden. In
der NS-Zeit wurde der Friedhof geschlossen. Das Grundstück kam in den Besitz
der Stadt. Nach 1945 wurde der Friedhof zu einer Gedenkstätte umgestaltet. 1997
kam der Friedhof wieder in den Besitz der Jüdischen Gemeinde
Mecklenburg-Vorpommern. Von 2000 bis 2008 wurde der Friedhof saniert. Unter
anderem wurde die Friedhofsmauer und alle erhaltenen Grabsteine restauriert. Im
November 2008 wurden die Arbeiten abgeschlossen.
| Bericht von 2009 nach Abschluss der
Renovierungsarbeiten auf dem Friedhof |
Pressemitteilung vom 8. April 2009: Jüdischer Friedhof Stralsund nach Sanierung
wieder eingeweiht.
Stralsund (ddp-nrd). Nach achtjähriger Sanierung ist am Mittwoch der Jüdische
Friedhof in Stralsund wieder eingeweiht worden. Die Gesamtkosten in Höhe von rund 51 200 Euro
seien vom Land und der Stadt übernommen worden, teilte die Stadtverwaltung mit.
Unter anderem wurden seit 2001 Grabmale gereinigt und neu geschliffen, Inschriften und die
Friedhofsmauer erneuert sowie ein zweiflügeliges Tor installiert. Darüber hinaus wurde im
November vergangenen Jahres ein zentraler Platz mit einem Gedenkstein angelegt.
In Stralsund war vor genau 250 Jahren die erste Jüdische Gemeinde entstanden. Ihre 1787
eingeweihte Synagoge wurde 1938 in der Reichspogromnacht zerstört. Kurz darauf waren 30 der
einst mindestens 160 Gemeindemitglieder in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert
worden. Ihr anschließend weitgehend verwahrloster Friedhof wurde 1955 zur Gedenkstätte erklärt. |
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Bericht
vom 9. April 2009 in der Website der Hansestadt Stralsund (Bericht):
Einweihung Jüdischer Friedhof Stralsund.
Seit 2000 hat die Hansestadt Stralsund in mehreren Etappen Sanierungsarbeiten auf dem Jüdischen Friedhof durchgeführt. Diese Arbeiten wurden möglich durch die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln des Innenministeriums des Landes Mecklenburg- Vorpommern in einem Gesamtumfang von 35.000,00 €.
So konnte die umgebende Mauer restauriert, Grabmale aufgearbeitet, Grabinschriften erneuert, der Eingangsbereich durch Restauration der Pfeiler und der Erneuerung des Tores aufgewertet werden.
Diese Arbeiten fanden im November 2008 ihren Höhepunkt und gleichzeitigen Abschluss durch die Neugestaltung eines zentralen Platzes mit einem Gedenkstein und einem Sitzbereich. Dieser Gedenkstein wurde im Rahmen einer Meisterprüfung durch die Firma Steinmetzbetrieb Eichhorst aus Stralsund angefertigt und der Stadt übergeben. "Das Flair des Friedhofes war schon vorher wunderschön und ich hoffe, der Stein unterstützt das.", sagt Eric Eichhorst, der mit diesem Stein sein Meisterstück abgab.
Der Jüdische Friedhof Stralsund präsentiert sich nun wieder in neuem alten Glanz.
Aus diesem Anlass und als Dank für die Gute Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Rostock und dem Land Mecklenburg- Vorpommern fand heute (08. April) eine feierlichen Einweihung statt.
Während Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow allen Beteiligten dankte, die es möglich machten, dass der Jüdische Friedhof wieder so sehenswert ist, hob Landesrabbiner William Wolff hervor, dass dieser Jüdische Friedhof der einzige in Mecklenburg-Vorpommern in so einem guten Zustand sei.
"Ich bin dankbar, es ist vorbildlich für das ganze Land." Besonders freute ihn dabei, dass die Inschriften auf den zum Teil 200 Jahre alten Grabsteinen sehr gut zu lesen sind.
"Ich bin wirklich beeindruckt, ich kenne keinen Friedhof in Mecklenburg-Vorpommern, der so gut instand ist.", sagt Wolff mit Blick über die vorbildlich gepflegte Anlage.
Besucht werden kann der Friedhof von Jedermann. Den Schlüssel dazu gibt es in der Tourismuszentrale Stralsund am Alten Markt.
Foto oben: Hansestadt Stralsund/KOSLIK; das Foto zeigt von links
nach rechts: Dr. Alexander Badrow, Eric Eichhorst, Landesrabbiner William Wolff vor dem neuen Gedenkstein. |
Lage des Friedhofes: An
der Greifswalder Chaussee (in DDR-Zeiten "Straße der
Befreiung)
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Stralsund auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, Frankensiedlung" (gemeint ist der jüdische Friedhof) |
Fotos
Fotos vor der Restaurierung
(Fotos: Dieter Peters, 1996)
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| Das Eingangstor |
Blick über den Friedhof |
Erhaltene Grabsteine auf der
linken Seite |
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Grabsteine von links für
Marta Cohn, Auguste und Levis Moses, Julius Moses, Johanna Fürst und
Markus .. |
Grabsteine von links für
Moritz Joseph, Rafael Wertheim, Siegfried Cohn und Julius Wolff |
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Grabstein für
Sara Cahn mit der Inschrift: "Sanfte ruhe ihre Asche. Hier harret des
Auferstehens Frau Sara Cahn, geb. den 12t. Februar 1797, segnete das
Zeitliche am 24t. Juni und wurde zur Ruhe bestattet am 27. Juni
1859. |
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| Grabstein von Marcus Salomon
Stein |
"Hier ruhet
meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Clara Philipsborn geborene
Wertheim" (1870-1912) "und unser guter Vater Max
Philipsborn" (1866-1915) |
Gedenkstein
"Zum Gedenken an meine lieben Eltern Julius Guttmann - Johanna
Guttmann - Sie starben, weil sie Juden waren. 1933-1945" |
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| "Ruhestätte der Eheleute
Kotljariski" |
Die vor der
Restaurierung in sehr schlechtem Zustand befindliche Friedhofsmauer |
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Fotos nach der Restaurierung werden bei
Gelegenheit erstellt - über Zusendungen freut sich der Webmaster der
"Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in
Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und
Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer.
Berlin 1992. S. 67-69. |
 | Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg:
Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue
Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994. |
 | Irene Diekmann: Wegweiser durch das jüdische Mecklenburg-Vorpommern.
1998. |

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