Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Ludwigshafen am Rhein (Kreisfreie Stadt, Rheinland-Pfalz)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Ludwigshafen wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 26.12.2014.   
     
    
 
Übersicht:

Allgemeine Artikel   
-  Erwähnung der "Judengasse" in Ludwigshafen in einem Artikel von 1857   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule
-  Ausschreibungen der Stelle des Lehrers / Kantors / Schächters 1871 / 1872 / 1874 / 1877 / 1901 / 1923 / 1931  
R
abbiner Dr. D. Brader wird Lehrer an der Königlichen Oberrealschule (1913   
-  Beförderungen der Lehrer Dr. Phillip Baum und Dr. Paul Gutmann (1916)  
-  Lehrer S. Wetzler wurde zum Oberstudienlehrer an der Mädchenschule gewählt (1923)  
-  Verabschiedung von Lehrer Wetzler (1931)  
Oberkantor Liberles nimmt Abschied von der Gemeinde (1936)   
In der Volksschule wird eine "jüdische Sonderklasse" eingerichtet (1936) 
Lehrer Siegfried Langstädter (Venningen) übernimmt die "jüdische Sonderklasse" in Ludwigshafen (1936)    
Lehrer Siegfried Langstädter ist von Venningen nach Ludwigshafen verzogen (1938)      
Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
-  Versammlung in Ludwigshafen zur Frage nach dem Judeneid (1867)   
Antisemitischer Vorfall (1895)   
-  Künstlerabend des Synagogenchores (1904)   
-  Vortrag in der "Aguda"-Gruppe (1924)   
-  Gründung einer "Aguda"-Orts- und Jugendgruppe (1924)  
A
bend des jüdischen Kulturvereins (1928)    
-  Verleumdungen in der NS-Zeitschrift "Der Eisenhammer" (1931)  
-  17. Ordentliche Mitgliederversammlung des Verbandes der Israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz in Ludwigshafen (1934)  
Antijüdischer Tumult im Ufa-Palast (1934)  
Rabbiner Dr. Ernst Steckelmacher wechselt von Bad Dürkheim nach Ludwigshafen (1935)  
Einführung von Bezirksrabbiner Dr. Steckelmacher in Ludwigshafen (1935)      
-  Über die Arbeit der Jüdischen Winterhilfe (1936)  
Verbandsversammlung der israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz in der Synagoge in Ludwigshafen (1936)  
-  Die Zahl der jüdischen Einwohner geht stark zurück (Meldung vom Mai 1936)   
-  Die Zahl der jüdischen Einwohner geht stark zurück (Meldung vom März 1937)   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Dr. Ludwig Mai, Sohn des Lehrers Mai, wird Notar in Furtwangen (1891)  
Fabrikbesitzer Dr. Grünzweig wird Kommerzienrat (1901)  
Auszeichnung für den serbischen Konsul Julius Goldschmitt (1905)  
Josef Hesselberger wird Amtsrichter in Ludwigshafen (1906)  
Festgottesdienst zum 90. Geburtstag von Cäsar Simon (1912) 
Dr. Max Goldstein wird Assistent an der Königlichen Oberrealschule (1912) 
"Am Grabe der Mutter" - von Hermann Jakob in Ludwigshafen (1912)  
Der Vater von Henry Morgenthau war Inhaber eines Caféhauses in Ludwigshafen und Fabrikant der Fichtennadelzigarre (Artikel von 1913) 
Samuel Netter stiftet ein größeres Kapitel (1913)   
Di
rektor Dr. Josef Koburger (Ludwigshafen) wird Professor an der Handelsschule in Mannheim (1920)   
-  Nachruf auf Obermedizinalrat J. Dreyfuß, ehemaliger Bezirksarzt in Ludwigshafen (1937)  
Erinnerung an die Deportation in das südfranzösische Internierungslager Gurs im Oktober 1940: Grabstein für Eugen Wolff in Gurs 
-    sowie Grabstein für Karl Weilheimer in Gurs 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
-  Anzeige der Ludwigshafener Walzenmühle: Kaufmann, Straus & Cie. (1891)    
-  Anzeigen von Bernhard Krämer (1901)  
A
nzeige des Putz-, Kurz- Weiß- und Modewarengeschäftes Max Kirschbaum (1902)    
Eisenhandlung Gimbel & Neumond sucht einen Lehrling (1904)  
Anzeigen der Leder- und Schuhwarenhandlung Abraham Scharf (1901)  
Anzeigen von Isidor Eppstein (1901 / 1903)     
-  Haushaltshilfe gesucht (1908)    
-  Anzeige von Ida Grüngut (1918)   
-  Koschere Pension von Regina Mandel (1924)  
-  Tora-Lehrer gesucht (1925) 
V
erlobungsanzeige von Erna Tanne und Willy Weichselbaum (1926)     
-  Anzeige der Ölfabrik H. Fürst (1928)   
-  Heiratsanzeige von David Bergmann und Esther geb. Singer (1928)  
-  Verlobungs- und Heiratsanzeige von Gine Heinemann und Dr. Siegfried Weikersheimer (1928/29)  
A
nzeige von Rechtsanwalt Dr. Koburger - Reiss (1928)   
-  Anzeige von Salomon Koppel (1929)   
Hochzeitsanzeige von Eugen Falk und Irene geb. Heinemann (1933)   
-  Verlobungsanzeige von Esther Eschwege und Dr. Hilmar Heinemann (1937)  
A
nzeige der Gebrüder Neubauer (1938)   

    
    

    
Allgemeine Artikel  
Erwähnung der "Judengasse" in Ludwigshafen in einem Artikel von 1857  

Ludwigshafen Jeschurun Juni1857.jpg (87562 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Jeschurun" vom 20. Juni 1857: "Die Juden in Rheinbayern. ‚Aber an der Zerstreuung der christlichen Religionsparteien ist’s noch nicht genug…’, heißt es in einem lesenswerten Artikel der A.A.Z. über das *kirchliche Volksleben in Rheinbayern;’ es kommen auch noch die Juden. In der bayerischen Rheinpfalz ist von je 37 bis 40 Menschen Einer mosaischen Glaubens, im Kantor Grünstadt sogar Einer unter dreizehn und im Dorfe Steinbach bei Waldmoor nahezu Einer unter dreien. Es ist ein Wahrzeichen des Landes, dass die Vogesenkette hier einen ‚Mosesberg’ hat, und dazu ein ‚Mosestal’ und einen ‚Mosesbruch’ – die in einem wahren orographischen Ghettowinkel liegen, in der Wüste, nicht im gelobten lande, am Saum der Frankenweide, des rauesten und dorfärmsten Gebirgsrückens. Als die Stadt Ludwigshafen noch keine Kirche, keinen Kirchhof und kein Straßenpflaster gehabt, hatte sie doch schon eine ‚Judengasse’, auf dem Stadtplan wenigstens."

    
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer
   
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers / Kantors / Schächters 1871 / 1872 / 1874 / 1877 / 1901 /1923 / 1931

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Oktober 1871: "Offene Stelle. Die hiesige israelitische Gemeinde beabsichtigt einen Kantor anzustellen. Der jährliche Gehalt ist vorerst auf 600 Gulden festgesetzt. Da jedoch der Anzustellende über sehr viel freie Zeit zu verfügen hat, so ist demselben durch Erteilung von Privatstunden im Hebräischen wie auch in der Musik sehr viel Gelegenheit zu Nebenverdienst gegeben.
Der Kantor hat die selbständige Leitung des zurzeit bestehenden Synagogenchors zu übernehmen.
Anmeldungen um besagte Stelle wolle man innerhalb vier Wochen an den Unterzeichneten einsenden.
Ludwigshafen am Rhein, den 27. September 1871. Der Vorstand: L. Joseph."    
 
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Oktober 1872: "Die Stelle eines musikalisch gebildeten Vorbeters in hiesiger Gemeinde soll demnächst besetzt werden. Jahresgehalt beträgt vorerst 600 fl. Bewerber, die zur Schächterfunktion qualifiziert sind, erhalten den Vorzug. Gesuche mit Zeugnissen belegt sind an den unterzeichneten Vorstand einzureichen. 
Ludwigshafen
am Rhein, den 6. September 1872. S. Kuhn."        
  
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Juni 1874: "Vakanz. In hiesiger Gemeinde soll ein musikalisch gebildeter Kantor angestellt werden. Der jährliche Gehalt für denselben beträgt 1.000 Gulden und können nur tüchtige Bewerber Berücksichtigung finden.
Der Meldungstermin erstreckt sich vom Tage der Ausschreibung an auf 4 Wochen, und haben die Konkurrenten auf Verlangen einen Probegottesdienst abzuhalten. Reisegeldentschädigungen werden nicht bewilligt.
Ludwigshafen, den 11. Juni 1874. Der Synagogen-Ausschuss  S.J. Kuhn, L. Joseph, M. Neuberger".
  
Ludwigshafen Israelit 25071877.jpg (70294 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juli 1877: "Die Kantor- und Schächterstelle in der israelitischen Gemeinde dahier ist bis 1. September dieses Jahres zu besetzen. Jährlich fixer Gehalt, exklusive der Gebühren für die Schächterfunktion, beträgt 1.500 Mark und werden noch bedeutende Nebenverdienste in Aussicht gestellt. 
Bewerber, welche auch die Befähigung zum Lehrfache haben, wollen ihre Gesuche, mit legalen Zeugnissen über ihre bisherige Wirksamkeit belegt, innerhalb längstens 4 Wochen anher gelangen lassen.
Reiseentschädigung wird nur demjenigen gewährt, welcher die Stelle erhält.
Ludwigshafen am Rhein, den 1. Juli 1877. Der Synagogen-Ausschuss."
 
Ludwigshafen Israelit 04071901.jpg (91238 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juli 1901
"Kantor und Religionslehrer
In unserer Gemeinde ist die Stelle eines Kantors und Religionslehrers vom 1. September dieses Jahres ab eventuell auch früher zu besetzen.
Gehalt als Kantor und Religionslehrer Mark 2.300 pro Jahr. Musikalische und stimmbegabte Kandidaten, nciht über 35 Jahre, deutscher Nationalität, Süddeutsche bevorzugt, wollen ihrer Bewerbung, Lebenslauf, sowie Zeugnisse in Abschrift beifügen und solche bis zum 26. Juli spätestens einsenden. Reisekosten werden nur dem Gewählten zurückerstattet. 
Ludwigshafen am Rhein, 2. Juli. Israelitische Kultusgemeinde. 
Der Vorstand. Moritz Wolff."      
 
Ludwigshafen Israelit 11101923.jpg (51254 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Oktober 1923: "Ludwigshafen am Rhein. Die hiesige Kantor- und Religionslehrerstelle ist neu zu besetzen. Gehalt nach Reichsbesoldung. Unverheiratete reichsdeutsche Bewerber, welche seminaristisch gebildet sind, über gute Stimmmittel verfügen und predigen können, wollen ihre Zeugnisse alsbald einreichen an den Synagogenrat zu Händen des Herrn Kommerzienrats M. Wolff."
 
Ludwigshafen CV 03041931.jpg (72563 Byte)Anzeige in der Zeitschrift des Central-Vereins: "CV-Zeitung" vom 3. April 1931: "Israelitische Kultusgemeinde Ludwigshafen am Rhein. Infolge Rücktritts des bisherigen Stelleninhabers erledigt sich zum 1. September diesen Jahres in unserer Gemeinde die Stelle des 1. Kantors, Lehrers und Predigers. Die Besetzung erfolgt nach Grundsätzen des Verbandes bayerisch-israelitischer Gemeinden. Besoldung nach 4a, eventuell mit Vorrückung nach 3a. Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen sind an den Vorsitzenden des Synagogenrates zu richten. Ludwigshafen am Rhein, den 26. März 1931. Der Synagogenrat."   
    
Diese Anzeige erschien in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. April 1931.  

    
Rabbiner Dr. D. Brader wird Lehrer an der Königlichen Oberrealschule (1913)      
Anmerkung: es handelt sich um Rabbiner Dr. David Brader (geb. 1879 in Ichenhausen als Sohn des Lehrers Israel Jizchak Brader und der Karoline geb. Weinbach): studierte in Berlin und Erlangen, war 1906-1908 Rabbinatssubstitut in Ansbach, bis 1910 Dozent an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Köln, 1910 Rabbiner des Vereins zur Wahrung der religiösen Interessen für die Provinz Westfalen mit Sitz in Recklinghausen, 1912 Realschullehrer in Nürnberg, ab 1912 auch Rabbiner in Weiden; 1913 Lehrer an der Oberrealschule in Ludwigshafen; 1917 bis 1925 Distriktsrabbiner in Ansbach, 1925 in die Schweiz verzogen.    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 10. Januar 1913: "Ludwigshafen. Dr. D. Brader, früher Rabbiner in Recklinghausen und gegenwärtig Oberlehrer an der Königlichen Realschule in Weiden, ist an die hiesige Königliche Oberrealschule versetzt worden."     

  
Beförderungen der Lehrer Dr. Philipp Baum und Dr. Paul Gutmann (1916)  

Ludwigshafen FrfIsrFambl 14071916.jpg (20933 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14. Juli 1916: "Ludwigshafen. Dr. Philipp Baum wurde zum Professor an der hiesigen königlichen Oberrealschule und Dr. Paul Gutmann zum königlichen Reallehrer in Rothenburg befördert."   

  
Lehrer S. Wetzler wurde zum Oberstudienlehrer an der Mädchenschule gewählt (1923)  

Ludwigshafen Israelit 19071923.jpg (23752 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juli 1923: "Ludwigshafen, 1. Juli (1923). In der Stadtratssitzung vom 29. Juni wurde Herr Kantor S. Wetzler einstimmig zum Oberstudienlehrer im Hauptamte an der höheren städtischen Mädchenschule (Realgymnasium) ab 1. Juli gewählt."

   
Verabschiedung von Lehrer Wetzler (1931)   

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 11. November 1931: "Ludwigshafen am Rhein. In der festlich geschmückten Synagoge verabschiedete sich Samstag, den 17. Oktober 1931, im Rahmen des Morgengottesdienstes Herr Studienrat Wetzler von seiner Gemeinde, der er drei Jahrzehnte lang als 1. Kantor, Lehrer und Prediger wertvollste Dienste geleistet hat. 
Herr Bezirksrabbiner Dr. Steckelmacher aus Bad Dürkheim feierte in einer weihevollen Ansprache, ergriffen und ergreifend, den hervorragenden Lehrer, Kantor und Prediger und verlieh dem Jubilar die seltene Auszeichnung des Chover-Titels. 
Im Namen des Synagogenrats gab hierauf dessen Vorsitzender Herr Professor Koburger dem aufrichtigen Dank der ganzen Gemeinde in warm empfundenen Worten beredten Ausdruck. Alsdann ergriff Herr Studienrat Wetzler das Wort, dankte Herrn Bezirksrabbiner Dr. Steckelmacher für die ihm seitens des Rabbinats zuteil gewordene überraschende Ehrung. In einem Rückblick auf sein Wirken gedachte er in erster Linie seiner Zusammenarbeit mit dem langjährigen Vorsitzenden Kommerzienrat Moritz Wolff, den Synagogenräten Abraham Herz und Rudolf Rubel, sowie dem Synagogenwart Emanuel Hirsch, alle leider schon lange dahingeschieden, sowie des Zusammenwirkens mit den Amtsnachfolgern der Genannten, vor allem dem jetzigen Synagogenrat."
   
Ludwigshafen Israelit 05111931.jpg (138431 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. November 1931: "Ludwigshafen, 2. November (1931). In der festlich geschmückten Synagoge verabschiedete sich Samstag, den 17. Oktober, im Rahmen des Morgengottesdienstes Herr Studienrat Wetzler von seiner Gemeinde, der er drei Jahrzehnte lang als 1. Kantor, Lehrer und Prediger wertvollste Dienste geleistet hat. Herr Bezirksrabbiner Dr. Steckelmacher aus Bad Dürkheim feierte in einer weihevollen Ansprache, ergriffen und ergreifend, den hervorragenden Lehrer, Kantor und Prediger und verlieh dem Jubilar die seltene Auszeichnung des Chower-Titels. Im Namen des Synagogerats gab hierauf dessen Vorsitzender, Herr Prof. Koburger, dem aufrichtigen Dank der ganzen Gemeinde in warm empfundenen Worten beredten Ausdruck. Alsdann ergriff Herr Studienrat Wetzler das Wort, dankte Herrn Bezirksrabbiner Dr. Steckelmacher für die überraschende Ehrung und gelobte, sich ihrer würdig zu erweisen. Da der Festakt gleichzeitig der Einweihung einer Torarolle galt, ging der Amtsnachfolger, 1. Kantor, Lehrer und Prediger, Herr Josef Liberles, in seiner gedankenreichen Predigt aus den der religiösen Bedeutung der Tora, um mit dem Gelöbnis zu schließen, in seinem neu übernommenen Pflichtenkreise zum Besten der Gemeinde und ihrer Jugend wirken zu wollen. Der feierliche Gottesdienst, welcher durch die künstlerische geschulte wohl klingende Tenorstimme des Kantors Liberles verschönert wurde, wird jedem Teilnehmer in nachhaltiger Erinnerung bleiben. Am darauf folgenden Sonntag fand sich der gesamte Synagogenrat in der Wohnung des Herrn Studienrats Wetzler ein, woselbst ihm Herr Prof. Koburger mit nochmaligen herzlichen Dankesworten eine künstlerisch ausgeführte Ehrengabe überreichte."
     
Ludwigshafen BayrGZ 01121931.jpg (58178 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Dezember 1931: "Vereinsmitteilungen. 1. Ehrungen: Unser Kollege Studienrat Wetzler in Ludwigshafen am Rhein hat nach 30-jähriger Tätigkeit sein Gemeindeamt am 10. Oktober niedergelegt. Die Gemeinde veranstaltete zu seinen Ehren einen feierlichen Abschiedsgottesdienst, bei welchem Herr Bezirksrabbiner Dr. Steckelmacher eine weihevolle Ansprache hielt und dem hoch geschätzten Beamten den Chowertitel verlieh. Professor Koburger und der Amtsnachfolger des Gefeierten Lehrer Liberles sprachen gleichfalls erhebende Worte. Bei einer internen Feier des Synagogenrates wurde unserem Kollegen eine künstlerisch ausgestattete Adresse und ein kostbares Ehrengeschenk überreicht."

   
Oberkantor Liberles nimmt Abschied von der Gemeinde (1936)  

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. August 1936: "Ludwigshafen. Nach nahezu fünfjähriger Amtstätigkeit in unserer Gemeinde nahm Oberkantor Liberles in stark besuchtem Freitag-Abendgottesdienst Abschied, um nach Amerika auszuwandern. Prof. Koburger als Vorsitzender des Synagogenrats, Dr. Steckelmacher als Rabbiner der Gemeinde und der Scheidende sprachen eindrucksvolle Worte des Abschieds. Möge Herrn Liberles eine ihn befriedigende Zukunft beschieden sein!"  

  
In der Volksschule wird eine "jüdische Sonderklasse" eingerichtet (1936)  

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Oktober 1936: "Speyer am Rhein. Am 1. September wurden im Bereich des Regierungsbezirkes Pfalz in vier Städten jüdische Sonderklassen der allgemeinen Volksschulen errichtet, in Ludwigshafen zwei Klassen (vorläufig nur mit einem Lehrer besetzt), in Kaiserslautern, Landau und Neustadt an der Weinstraße je eine Klasse. Nach Ludwigshafen wurde Lehrer und Kantor Schottland (Frankenthal) angewiesen, nach Kaiserslautern Lehrer i.R. Langstädter, nach Landau Lehrer und Kantor Zeilberger (Landau) und nach Neustadt Schulamtsbewerber Samson aus Landau. Sämtliche Lehrkräfte sind auf Dienstvertrag mit monatlicher Kündigung angestellt. Jüdische Schulen entsprechend dem bayerischen Schulbedarfsgesetz, deren Lehrer Beamte sind, bestehen noch in Speyer, Pirmasens und Rodalben."   

  
Lehrer Siegfried Langstädter (Venningen) übernimmt die jüdische "Sonderklasse" in Ludwigshafen (1936)    
 
Anmerkung: Lehrer Siegfried Langstädter ist am 21. März 1887 in Memmelsdorf als Sohn von Isidor Langstädter geboren. Er erhielt seine Ausbildung am Israelitischen Lehrerseminar in Würzburg und war bereits vor 1914 als Lehrer in Venningen angestellt. Er heiratete in Venningen Flora geb. Teutsch (geb. 13. November 1890 in Venningen). Die beiden hatten ein Kind: Heinz Justinus Isidor Langstädter (geb. 18. August 1921 in Obermoschel). Am Ersten Weltkrieg nahm Siegfried Langstädter teil und wurde bereits 1915 mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet (siehe Bericht unten). Wieso Sohn Heinz Justinus Isidor 1921 in Obermoschel geboren ist, ist noch unklar (war Langstädter dort auch als Lehrer tätig, eventuell zeitweise dort wohnhaft?). 1936 übernahm Siegfried Langstädter von Venningen aus auch den Unterricht in der "jüdischen Sonderklasse" in Ludwigshafen (siehe Bericht unten). Im August 1938 verzog er mit seiner Familie von Venningen nach Ludwigshafen. Beim Novemberpogrom 1938 wurde er in Ludwigshafen verhaftet und vom 12. November bis 17. Dezember 1938 im KZ Dachau festgehalten.  
Am 22. Oktober 1940 wurde Siegfried Langstädter mit Frau und Sohn in das KZ Gurs in Südfrankreich deportiert. Die weiteren Stationen nach dem Gedenkbuch des Bundesarchives der Familie sind: 10. März 1941 Internierungslager Rivesaltes, 28. Dezember 1941 Sammellager Marseille. Siegfried Langstädter starb am 15. Oktober 1942 in Marseilles. Sein Sohn wurde am 7. September 1942 nach Auschwitz deportiert, Flora Langstädter wurde am 16. September 1942 nach Auschwitz deportiert. Beide wurden ermordet (für tot erklärt).  

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Dezember 1936: "Sonderklassen. Im Nachtrage zu unseren Mitteilungen vom 15. vorigen Monats berichten wir, dass die Sonderklasse in Kaiserslautern nunmehr dem Kollegen Bernstein in Zweibrücken übertragen worden ist, während die zweite Stelle in Ludwigshafen vom Kollegen Langstädter in Venningen übernommen wurde."    

   
Lehrer Siegfried Langstädter ist von Venningen nach Ludwigshafen verzogen (1938)           

Artikel in "Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz" vom 1. Oktober 1938: "Aus Venningen. Im August verzog Herr Hauptlehrer S. Langstädter mit seiner Familie nach Ludwigshafen, wo er seit zwei Jahren an der jüdischen Sonderklasse als Lehrer tätig ist. In dem vollauf berechtigten Bewusstsein, dass mit seiner Person der Bestand der israelitischen Gemeinde Venningen gewährleistet ist, scheute er keine Mühe und keine Anstrengung, um jeden Tag aus einem Ort, der nicht einmal an der Bahnlinie liegt, eine einstündige Bahnfahrt zurückzulegen. Durch die Zeitverhältnisse ist auch über die Gemeinde Venningen der Niedergang gekommen. Viele Familien werden auswandern. Dasjenige, was Herr Lehrer Langstädter zusammen zu halten suchte, bricht die Zeit auseinander. Aus diesem Grunde hat Herr Lehrer Langstädter seine mit ihm so sehr verbundene Gemeinde verlassen. Doch wird sein Konnex mit den Gemeindemitgliedern nie gelöst werden, wie auch die israelitische Kultusgemeinde mit ihm in steter Dankbarkeit verknüpft bleiben wird."          

 
   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
Versammlung in Ludwigshafen zur Frage nach dem Judeneid (1867)  

Ludwigshafen Chananja 15071867.jpg (172656 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Ben Chananja" vom 15. Juli 1867: "Als im Jahre 1861 die Frage des Judeneides dadurch aufs Neue bei uns angeregt wurde, dass einzelne Gerichte sogar auf Vornahme desselben in der Synagoge mit der Torarolle im Arme und mit dem Totenhemde bestanden, ging die Agitation gegen diese Forderung zuerst von der Gemeinde aus, die man zwingen wollte, ihre Synagoge zu diesem Zwecke herzugeben, obgleich keine der Parteien zu ihrem Verbande gehörte: der Beklagte, dem ein Christ den Judeneid zugeschoben hatte, war ein ausländischer Jude. Auf Anregung des leider zu früh verstorbenen seligen Dr. Gutherz, praktischen Arztes und Synagogenvorstandes zu Ludwigshafen, - eines Mannes, dessen Tod eine wahre Kalamität für die Pfälzer Juden war, da er mit einem warmen Herzen für seinen Glauben und seine Glaubensgenossen energische Tatkraft, mit reichem Wissen wahrhaft wohltuende, jedem Verdienste, jeder geistigen Begabung gerne Geltung gewährende Bescheidenheit verband, - auf Anregung und respektive Einladung dieses Mannes fand eine Versammlung israelitischer Notabeln aus der Pfalz in Ludwigshafen statt, um über die Mittel zu beraten, wie dem Judeneide überhaupt endlich zu begegnen sei, was umso leichter war, als in dem bei uns geltenden französischen Gesetze nach dem Urteil der höchsten französischen Gerichtshöfe, nach welchem dieser Eid in der Tat in Frankreich längst aufgehoben war, kein Anhaltspunkt dafür gegeben ist und daher anzunehmen war, dass auch unser aus den ausgezeichnetsten Juristen gebildeter oberster Gerichtshof nicht anders entscheiden werde, was in der Tat auch geschehen ist. Dieser Versammlung wurde bei dieser Gelegenheit die Notwendigkeit einer Organisation der Synagoge an das Herz gelegt, und in deren Auftrag fand die Ausarbeitung eines Status statt, dass später dem zu diesem Behufe zugleich gewählten Komitee vorgelegt ward. Man hat die gemachten Vorschläge hier einfach verworfen, nicht etwa das Fehlerhafte verbessert, das Fehlende ergänzt; man tat nichts, und es ist bis heute nichts wieder geschehen. Und dennoch wäre die Erreichung eines günstigen Zieles wohl nicht sehr schwer gewesen…" 

  
Antisemitischer Vorfall (1895)  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. Juli 1895: "Der 46 Jahre alte Tagelöhner Friedrich Schäfer von Ludwigshafen, der im Mai dieses Jahres an den Kaufmann Herz Bodenheimer einen Brief schrieb, in dem er die schleunige Auszahlung von 50.000 Mark verlangte, andernfalls durch einen anarchistischen Geheimbund, dessen Führer er sei, die sämtlichen Getreide und Tabakmagazine der hiesigen Juden mittelst Bomben und Dynamit in die Luft gesprengt würden, wurde von der Strafkammer in Mannheim zu vier Monaten Gefängnis verurteilt".   

   
Künstlerabend des Synagogenchores (1904)  

Ludwigshafen FrfIsrFambl 29011904.jpg (47719 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 29. Januar 1904: "Ludwigshafen am Rhein, 22. Januar (1904). Der hiesige Synagogen-Chor bereitete seinen Mitgliedern am Mittwoch im großen Saale des ‚Pfälzer Hofes’ durch Veranstaltung eines Künstlerabends viel Vergnügen. Das klassische Programm wurde ausgeführt unter Mitwirkung von Frl. Dina van der Vijoer, Hofopernsängerin, Frau Lina Wetzler, Herrn Hofopernsänger Hugo Voisin und Herrn Willy Pohl aus Mannheim". 

  
Vortrag in der Aguda-Gruppe (1924)  

Ludwigshafen Israelit 27111924.jpg (162483 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. November 1924: "Ludwigshafen am Rhein. In unseren neu gegründeten Gruppen sprach am 9. November vor einer überaus zahlreichen Versammlung, die den Saal bis auf den letzten Platz füllte, Herrn Rabinowitz, Frankfurt am Main, über das Thema: Jüdische Gegenwartsprobleme. Redner verzichtete auf eine Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen politischen Parteien des gesetzestreuen Judentums, da sich solche Fragen nicht in Versammlungen lösen ließen, sondern nur in einer Aussprache im kleinen Kreise. Er betonte die Wichtigkeit der Organisierung: da ein großer Teil unseres jüdischen Pflichtenlebens nicht vom einzelnen, sondern nur von der Gesamtheit gelebt  werden könne. Referent verbreitete sich ausführlich über das Erziehungsproblem, das gerade vor seinem Hörerkreis, der größtenteils aus Ostjuden bestand, von besonderer Wichtigkeit sei. Prinzipiell steht Herr Rabinowitz auf dem Standpunkt, dass die Torakenntnis den Mittelpunkt der Erziehung bilden solle und erst später mit der profanen Bildung begonnen werden solle, die dann der reife Mensch sich in sehr kurzer Zeit aneignen könne. Da dies unter den heutigen Verhältnissen nicht gangbar sei, solle doch wenigstens Tauroh (Tora) und profane Bildung parallel nebeneinander laufen und ersterer ein möglichst weiter Raum zugewiesen werden. Weiter gab er Winke, wie man seine Ideen in die Praxis umsetzen könne. Man solle nicht planlos lernen, sondern bei der Gründung einer Talmud Tora ein festes Ziel im Auge haben. In der Mädchenfrage bekämpfte er die vielfach verbreitete falsche Ansicht, dass die Frau im jüdischen Leben mit Geringschätzung behandelt werde, indem bei der Frau mehr das Gefühlsleben und bei dem Mann der kühle Verstand vorherrsche: hiernach richte sich die Stellung der Frau im jüdischen Pflichtenleben. Dem Antisemitismus messe er eine untergeordnete Bedeutung für einen Jehudi zu und begründete dies mit einem Gleichnis von der göttlichen Vorsehung, in deren Plan die Verfolgung der Juden zu allen Zeiten zu liegen scheine. Redner verstand es durch seine von glänzendem Wissen zeugenden Ausführungen, die Versammelten zu fesseln, sodass ihm am Schluss reicher Beifall zuteil wurde. – An die Diskussion, an der sich Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Unna und der Bezirkssekretär der A.J.J.O. für Württemberg-Baden, Herr Posen, beteiligten, schloss sich die definitive Vorstandswahl an."    


Gründung einer "Aguda" - Orts- und Jugendgruppe (1924)  

Ludwigshafen Israelit 30101924.jpg (115863 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Oktober 1924: "Ludwigshafen am Rhein, 24. Oktober (1924). Am 2. Tag Cholhamoed (Halbfeiertag) fand hier eine Versammlung zwecks Gründung einer ‚Aguda’, Orts- und Jugendgruppe, statt. Zu der von Herrn Freireich einberufenen Gründungsversammlung waren die älteren, wie auch die Jugend in großer Anzahl erschienen. An die Versammelten richtete der Bezirkssekretär der A.J.J.O., Herr Markus Posen, begeisternde und zu Herzen gehende Worte, die von der Menge mit großem Beifall aufgenommen wurden. Es hat sich hierbei gezeigt, dass hier ein fruchtbarer Boden für ‚Agudas Jisroel’ vorhanden ist, dass es höchste Zeit war, eine Ortsgruppe zu gründen und würde in Bälde die Ludwigshafener ‚Aguda-Gruppe’ eine Oase für die Pfalz und die nächste badische Umgebung sein. Glückerweise hat hier ‚Agudas Jisroel’ noch rechtzeitig ihre Tätigkeit aufgenommen, um den Einfluss anderer Vereine auf die Jugend, der leider schon Platz gegriffen hat, entgegenzutreten. Obwohl während der Versammlung von Gegnern der ‚Agudas Jisroel’ das Wort ergriffen wurde, die gegen die Gründung in Ludwigshafen aufgetreten sind, haben sich trotzdem zirka 50 Personen als Mitglieder der neuen Gruppe eingezeichnet, zu denen noch weitere Mitglieder folgen werden. Bis zur definitiven Wahl einer Vorstandschaft wurden die Herren Weinreb, Freilich und Hoffmann, für die Jugend die Herren Heinemann und Stemmer, provisorisch gewählt."   

  
Abend des jüdischen Kulturvereins (1928)   

Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 10. Februar 1928:  "Ludwigshafen. Am Dienstag, den 24. Januar, veranstaltete der jüdische Kulturverein einen Abend für synagogale Gesänge und östjüdische Volkslieder. Der neue Kantor der Mannheimer Gemeinde, Herr Lewi, errang sich durch die Vorzüge seines schönen und kultivierten Tenors und beseelte Wiedergabe sowohl der synagogalen wie auch der weltlichen Gesänge einen außergewöhnlichen Erfolg. Ein voraufgegangener Vortrag über synagogalen Gesang und ostjüdisches Volkslied von Herrn Liebermensch in Mannheim hatte in vorzüglichster Weise das Verständnis für die Gesänge vor4bereitet. Die Begleitung hatte Herr Eppstein übernommen, der auch gemeinsam mit Frau Lebowisz ein Konzert für 2 Klaviere in bestem Zusammenspiel zum Vortrag brachte."      

 
Verleumdungen in der NS-Zeitschrift "Der Eisenhammer" (1931)  

Ludwigshafen Israelit 29101931.jpg (71338 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Oktober 1931: "Ludwigshafen. Während des pfälzischen Gemeindewahlkampfes war in der nationalsozialistischen Zeitschrift ‚Der Eisenhammer’ die Behauptung aufgestellt worden, der ‚Verein zur Abwehr des Antisemitismus’ arbeite Hand in Hand mit einem ‚Bund deutscher Aufbau’, in dem verschiedene übelbeleumdete Personen tätig seien. Dr. Gothein und Geschäftsführer Dr. Horrlacher stellten im Auftrag des ‚Vereins zur Abwehr des Antisemitismus’ Strafantrag und das Amtsgericht verurteilte den beklagten Schriftleiter wegen übler Nachrede zu 150 Mark Geldstrafe." 

   
17. Ordentliche Mitgliederversammlung des Verbandes der Israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz in Ludwigshafen (1934)  

Ludwigshafen BayrGZ 01071934a.jpg (109649 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Juli 1934: "Verband der Israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz. Unter starker Beteiligung fast sämtlicher Kultusgemeinden der Pfalz fand am Sonntag, 17. Juni, die 17. ordentliche Mitgliederversammlung des Verbandes in der Synagoge zu Ludwigshafen am Rhein statt. Das hübsche Gotteshaus war dicht besetzt. Begrüßende Worte richteten Herr Vorsitzender Kommerzienrat Albert Joseph (Landau), nach ihm Herr Synagogenvorstand Professor Koburger namens der Religionsgemeinde Ludwigshafen an die Versammlung. Ihnen folgt die religiöse Ansprache des Synagogenvorstandes Ludwig Strauß, Reallehrer a.D. (Bad Dürkheim) über das Thema: ‚Was ist uns die Synagoge, unser Gotteshaus?’  Die Warmen Worte des Redners spendeten Aufrichtung und Gottvertrauen und forderten am Schlusse pietätvolle Bekenntnistreue, hingebende Frömmigkeit und opferbereiten Gemeinsinn. – Herr Kommerzienrat Joseph erstattete den Jahresbericht über die vielseitige und reiche Tätigkeit der Verbandsleitung und brachte hierauf die Jahresrechnung pro 1933/34 zum Vortrage. Die 3 Prozent Landeskirchenumlagen, die noch im Jahre 1932/33 RM 37.025.- einbrachten, sind im Berichtsjahre auf RM 26.485.- zurückgegangen. Dem gegenüber ein starkes Ansteigen der Ausgaben für Wohlfahrt und Wirtschaftshilfe: von RM 6.918.- im Jahre 1932/33  
Ludwigshafen BayrGZ 01071934b.jpg (183006 Byte)auf RM 16.975.- im Berichtsjahre; die Reserven des Verbandes mussten deshalb angegriffen werden. Auf Antrag der beiden Revisoren: Synagogenräte Nathan Strauß (Ludwigshafen) und Adolf Mandel (Bad Dürkheim) wird die Rechnung gut geheißen und die Verbandsleitung dankend entlastet.   Der Voranschlag 1933/34 wird ohne Erinnerung genehmigt. Er schließt ab in Einnahmen und Ausgaben mit je RM 52.950.- Herr Landesgerichtsrat Dr. Rosenberg (Frankenthal) referierte hierauf über: Die Regelung der Kirchensteuer für 1934/1935. Das Gesetz über die Kirchensteuer für 1934, vom 27. März 1934, das eine Einheitsumlage vorsieht, also die Zweiteilung der Kirchenumlagen nach ortskirchlichen und landeskirchlichen Umlagen beseitigt, schneidet tief ein in die Finanzen unserer Kultusgemeinden. Es wird wohl nötig sein, durch freiwillige Leistungen den Gemeinden die nötigen Mittel zur Weiterführung ihres Haushalts zu verschaffen. An das äußerst instruktive Referat schloss sich eine lebhafte Aussprache. – Herr Synagogenvorstand Strauß (Bad Dürkheim) begründet hierauf die Anträge des Rabbinatsbezirks Dürkheim-Frankenthal:  Die Rabbinats-Bezirke der Pfalz betr.  Die Anträge fordern, dass nach der bevorstehenden Pensionierung des Herrn Bezirks-Rabbiners Dr. Einstein (Landau), ein vierter Rabbiner in der Pfalz nicht mehr angestellt werde, dass die Bezahlung der pfälzischen Rabbiner in Zukunft durch den verband erfolge und dass somit die Rabbinatsbezirke und Rabbinatskassen aufzulösen seien. Die Anträge wurden einer Kommission, die aus den drei Mitgliedern der Verbandsleitung, den vier Bezirksrabbinern, den vier Rabbinatsvorsitzenden und den Vertretern der Kultusgemeinden Ludwigshafen, Frankenthal, Speyer, Neustadt, Zweibrücken, Rülzheim, Mutterstadt und Hassloch bestehen soll, überwiesen. -  Herr Synagogenvorstand Professor Koburger (Ludwigshafen) weist darauf hin, dass Ende dieses Jahres die Neuwahlen der Synagogenräte stattzufinden hätten, hält es aber für ratsam, von diesen Neuwahlen angesichts der gegenwärtigen bewegten Tage abzusehen. Herr Vorsitzender Kommerzienrat Joseph schließt sich dieser Anschauung an und erklärt, dass die Verbandsleitung rechtzeitig den einzelnen Gemeinden das Nötige hinausgegeben werde. Mit der Worten herzlichen Dankes an alle Anwesenden (Rabbiner, Lehrer und Kantoren waren zahlreich vertreten) schloss Herr Vorsitzender Joseph die dreieinhalbständigen ernsten, von erfreulicher Einmütigkeit getragenen Verhandlungen." 

  
Antijüdischer Tumult im Ufa-Palast (1934)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. November 1934: "Mannheim. Die in Neustadt (Haardt) erscheinende 'Rhein NSZ Front' berichtet aus Ludwigshafen: 'Am Samstagabend kam es im Ufa-Palast im Pfalzbau zu einem Tumult, als während der Propagandafilmvorführung auch der Werbefilm einer jüdischen Firma vorgeführt wurde, sodass das Theater schließlich geräumt und für den Abend geschlossen werden musste."   

    
Rabbiner Dr. Ernst Steckelmacher wechselt von Bad Dürkheim nach Ludwigshafen (1935)     

Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Mai 1935: "Bad Dürkheim. In diesen Tagen war es Herrn Bezirksrabbiner Dr. Ernst Steckelmacher vergönnt, auf eine fünfundzwanzigjährige segensreiche Amtstätigkeit im Rabbinatsbezirk Frankenthal zurückzublicken. Dieses Jubiläum fiel zeitlich zusammen mit seiner Verabschiedung von der Gemeinde in Bad Dürkheim, mit der er sich seit seinem Amtsantritt innig verbunden fühlte, und mit seiner Übersiedlung nach Ludwigshafen, um von dort aus in Zukunft seinem Rabbinatsbezirk und vor allem der größten seiner Bezirksgemeinden zu dienen. In dem Gottesdienste am Sabbat Rosch Chodesch Ijar (= Samstag, 5. Mai 1935) hielt Herr Dr. Steckelmacher seine Abschiedspredigt, während der Vorsitzende des Rabbinatsbezirks und der Israelitischen Kultusgemeinde Bad Dürkheim, Herr Reallehrer a.D. Ludwig Strauß, dem scheidenden Rabbiner den Dank und die Wünsche aller Gemeindemitglieder aussprach. Mögen Herrn Bezirksrabbiner Dr. Steckelmacher mit göttlicher Hilfe noch viele Jahrzehnte gesegneten Wirkens in seinem heiligen Amte beschieden sein!"     

  
Einführung von Bezirksrabbiner Dr. Steckelmacher in Ludwigshafen (1935)   

Ludwigshafen BayrIsrGZ 15061935.jpg (106992 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Juni 1935:  "Samstag, den 11. Mai, wurde innerhalb des gut besuchten Morgengottesdienstes die feierliche Einführung des von Bad Dürkheim nach Ludwigshafen übergesiedelten Bezirksrabbiners Dr. Steckelmacher vollzogen. Zum ersten Male seit Bestehen der vor achtzig Jahren erstandnen Gemeinde ist sie Rabbinatssitz gewordne. Die Bedeutung dieser geschichtlichen Stunde würdigte Herr Professor Koburger als Vorsitzender der Kultusgemeinde in seiner Begrüßungsansprache, indem er den Aufgabenkreis des Rabbiners der Neuzeit im Vergleich zu dessen Pflichtenkreis früherer Jahre beschrieb. In herzlichen Worten der Erwiderung gab Herr Bezirksrabbiner Dr. Steckelmacher der Freude Ausdruck, nach 25-jähirger Amtszeit nunmehr in seiner größten Bezirksgemeinde wirken zu dürfen und zeichnete in eindrucksvoller Rede die Aufgaben der Betreuung der Ludwigshafener Gemeinde als Prediger, Lehrer und Sozialrabbiner. Herr Kantor Liberles gab der Feierstunde ihr gesangliches Gepräge durch klangschöne Wiedergabe von Lewandowskis 'Boruch Habo'. Möge es Herrn Bezirksrabbiner Dr. Steckelmacher beschieden sein, in steter Gesundheit recht lange weiterhin segensreich walten und wirken zu können. -tz-"     

    
Über die Arbeit der Jüdischen Winterhilfe (1936)
  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Februar 1936: "Mannheim. Die Jüdische Winterhilfe in Ludwigshafen am Rhein betreut 27 Prozent aller Gemeindemitglieder".  

   
Verbandsversammlung der israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz in der Synagoge Ludwigshafen (1936)  

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. August 1936: "Verband der israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz.  
Am Sonntag, den 26. Juli 1936 fand die 19. ordentliche Mitgliederversammlung des Verbandes in der Synagoge zu Ludwigshafen (Rhein) statt. Die Vertreter fast sämtlicher Gemeinden, auch die Rabbiner, Lehrer und Kantoren waren erschienen.   
Einleitend gedachte der stellvertretende Vorsitzende, Herr Landgerichtsrat i.R. Dr. Rosenberg (Frankenthal), des 70. Geburtstages des Verbandspräsidenten A. Joseph (Landau), des Gründers und Leiters des Verbandes. Der Dank und die Wünsche des Redners wurden von der Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Der Vorsitzende der Synagogengemeinde Ludwigshafen, Prof. Koburger, begrüßte sodann namens seiner Gemeinde die Versammlung.  
Hierauf Eintritt in die Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Jahresrechnung 1935/36.  2. Voranschlag 1936/37.  3. Bericht über die Wohlfahrtsarbeit des Verbandes.   4. Änderung der Verfassung des Verbandes, und zwar der §§ 15,20,21 und 22.   5. Wahlen.  6. Wünsche und Anträge.   
Jahresbericht und Jahresrechnung wurden ohne Erinnerung genehmigt. Sie ließen erkennen, dass der Verband nicht nur die Stütze, sondern auch der Träger des pfälzischen Judentums geworden ist. Seine helfende Hand für die Gemeinden, die Beamten, die Beamten-Witwen und -Waisen, Armen und Kranken, Schule und Haus soll und wird nicht müde werden.   
Der Voranschlag für 1936/37, ferner der Bericht des Landgerichtsrats Dr. Rosenberg über die weitverzweigte Wohlfahrtsarbeit des Verbandes wurden mit lebhaftem Interesse angehört und gutgeheißen.   
Die Vorschläge der Verbandsleitung zur Änderung der Verfassung, wonach u.a. der Vorstand aus acht Mitgliedern bestehen und das Vermögen einer aufgelösten Gemeinde dem Verbande zufallen soll, fanden Annahme.   
Die Wahl der acht Vorstandsmitglieder erfolgte durch Zuruf. Der seitherigen Verbandsleitung, bestehend aus den Herren: Kommerzienrat Joseph, Landgerichtsrat Dr. Rosenberg und Synagogenvorstand Strauß, wird seitens der Herren Professor Koburger und Synagogenrat G. Weil (Neustadt a.d.H.) Anerkennung und Dank für ihre Tätigkeit ausgesprochen. Neu traten in den Vorstand: Justizrat Dr. Blüthe (Kaiserslautern), Dannheißer (Pirmasens), Professor Koburger (Ludwigshafen), Landgerichtsrat Dr. Lion (Zweibrücken) und Artur Schwarz (Landau).   
Mit Dankensworten an alle Teilnehmer schlossen die fünfstündigen Verhandlungen. Str."   

   
Die Zahl der jüdischen Einwohner geht stark zurück (Meldung vom Mai 1936) 

Ludwigshafen GblIsrGF Mai1936 307.jpg (47177 Byte)Artikel im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom Mai 1936 S. 307: "München. Die Israelitische Kultusgemeinde ein Ludwigshafen am Rhein zählte im Jahr 1925 noch rund 1.400 Mitglieder. Bei der Volkszählung am 16. Juni 1933 wies sie nur noch 1.120 Mitglieder auf. Der stetige Rückgang der Gemeinde als einer jüdischen Großgemeinde in der Pfalz kommt weiterhin daran zum Ausdruck, dass am 31. März 1936 nur noch 839 Mitglieder der Gemeinde vorhanden waren. Die Jüdische Winterhilfe betreute 233 Gemeindemitglieder, oder 27 % der gesamten in Ludwigshafen wohnenden Juden."    
Ludwigshafen Israelit 23041936.jpg (48355 Byte)Derselbe Artikel erschien in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. April 1936. 

  
Die Zahl der jüdischen Einwohner geht stark zurück (Meldung vom März 1937)   

Ludwigshafen Israelit 18031937.jpg (39669 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. März 1937: "Die Israelitische Kultusgemeinde Ludwigshafen hatte bei der Volkszählung 1933 1120 Mitglieder. Am 1. Januar 1937 betrug der Bestand der Gemeinde 772 Personen. Besonders groß ist die Zahl der von der Jüdischen Winterhilfe Betreuten. Sie beträgt zurzeit 238 Personen oder 31 % der Gemeindemitgliedern."

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   

Dr. Ludwig Mai, Sohn des Lehrers Mai, wird Notar in Furtwangen (1891)      

Ludwigshafen Israelit 11061891.jpg (34432 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juni 1891: "Aus Baden. Seiner Königlichen Hoheit der Großherzig hat den Oberamtsrichter Dr. Sally Maas in Mannheim zum Landgerichtsrat in Mannheim und den Dr. Ludwig Mai, Sohn des Lehrers Mai in Ludwigshafen, zum Notar in Furtwangen ernannt."     

  
 Fabrikbesitzer Dr. Grünzweig wird Kommerzienrat (1901)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Januar 1901: "Bei den diesjährigen Neujahrsauszeichnungen in Bayern haben den Titel eines Kommerzienrats erhalten die Fabrikbesitzer Dr. Grünzweig - Ludwigshafen, Dessauer - Bamberg, Lippmann Bendit - Fürth, Heimann - Schweinfurt, Bankier Heim - Würzburg, Geschäftsführer des deutschen Hopfenbauvereins Faist - Nürnberg; die Titel eines Justizrats: Rechtsanwalt Frank - Hof, Rechtsanwalt Dr. Stern und Dr. Freudental - Würzburg; Rechtsanwalt Dr. Wittelshöfer - Fürth, den Titel und Rang eines Medizinalrates: Dr. Hirsch - Fürth".      

 
Auszeichnung für den serbischen Konsul Julius Goldschmitt (1905)  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. Mai 1905: "München. Ordensverleihungen. Kommerzienrat Lehmann Bernheimer - München hat den württembergischen Friedrichs-Orden, der Fabrikant Wilhelm Bender - Frankenthal, der serbische Konsul Julius Goldschmitt - Ludwigshafen das Ritterkreuz des Ordens der Krone von Italien, der schwedische und norwegische Konsul und dänische Vizekonsul Bernhard Lang - Nürnberg das Ritterkreuz des Danebrogordens erhalten."  

    
Josef Hesselberger wird Amtsrichter in Ludwigshafen (1906)     

Ludwigshafen FrfIsrFambl 27041906.jpg (12850 Byte)Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 27. April 1906: "Der Sekretär am Amtsgericht Nürnberg, Josef Hesselberger, wurde zum Amtsrichter in Ludwigshafen ernannt."        

   
Festgottesdienst zum 90. Geburtstag von Cäsar Simon (1912)   

Ludwigshafen FrfIsrFambl 19011912.jpg (23143 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. Januar 1912: "Ludwigshafen. Anlässlich des 90. Geburtstages des beliebten Gemeindemitgliedes Cäsar Simon wurde der Sabbatgottesdienst durch Predigt und Sologesang zu einem Festgottesdienst gestaltet."  

  
Dr. Max Goldstein wird Assistent an der Königlichen Oberrealschule (1912)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. Juli 1912: "Nürnberg. Dr. Max Goldstein, Sohn des Hauptlehrers Goldstein – Heidingsfeld, ist zum Assistenten an der Königlichen Oberrealschule in Ludwigshafen befördert worden."   

    
"Am Grabe der Mutter" - von Hermann Jakob in Ludwigshafen (1912)    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. September 1912: "Am Grabe der Mutter.  
Skizze von Hermann Jakob – Ludwigshafen.   
Herbstliche Stimmung, der Himmel schwarzgrau bewölkt, im Osten ein sattblauer, breiter Streifen. Die Sonnenstrahlen wollen den schwarzen Wolkenballen durchdringen. Der Sommer denkt noch nicht an sein nahes Ende. Im Bewusststein seiner glänzenden Regierung zeigt er seinem Nachfolger, dem Herbst, noch die Türe, dessen Verbündeter, der Sturm, darüber sehr empört ist. Mit Heulen und Toben fordert er zum Kampf heraus, sein Gesetz ist Gewalt.  Er lässt seine Laune an den schon gelblichen, bald welken Blätter der Bäume aus, die er ohne Erbarmen zur Erde herabwirbelt.   
An der Friedhofmauer macht er Halt, als wenn ihm diese heilige Stätte solches gebiete.  
Ja, heilig ist diese Stätte, wo Du weilst, Mutter. – 
Frieden nur ist hier. Dein ersehnter Wunsch auf Deinem schweren Krankenlager, hier erlöst zu ruhen, ist erfüllt.  Hier weile ich jetzt an Deiner Ruhestätte, entfernt dem Lärm der Straußen und dem täglichen Getriebe, ganz in Gedanken nur an Dich versunken.   
Wie dankbar warst du auf Deinem Krankenlager für die kleinste Hilfe, wie hart war Dir der Gedanke, von uns scheiden zu müssen.    
Du hoffest immer noch auf Rettung, bis auch der letzte Funke an diesen Glauben in Dir erlöschen musste.   Deine Lebenstaten stehen vor mir.  
Gab es je eine bessere Frau?  Ein Asyl den Armen, dem Hilflosen ein Halt, dem Trauernden ein Trost.  
Hier ruhst du nun in Frieden, die Du den bitteren Kelch des Lebens auch gekostet. Dem Gatten und den Kindern musstest Du einst ins Grab schauen. Mit Geduld, ohne Klagen ertrugst du Dein Schicksal. Dein Glaube war Dein Trost, Dein Mut in jeder Stunde.  Doch ich muss jetzt von Dir scheiden, die Pflicht des Lebens ruft…  
Es ist Jom-Kippur. In Andacht lauscht die Gemeinde der Predigt, die vom ‚Kommen und Vergehen’ erzählt. Manch Auge ist betränt, und der Atem stockt in Trauer.   
Da bin ich wieder im Geiste dort bei Dir, an der Mauer des Friedhofes, in der herbstlichen Landschaft, an Deinem mit Efeu bedeckten Grabe. Dieser alte Efeu, der noch deinen Grabstein fest umschlossen hält und als immergrüne Krone Dein Grab beschattet. Darüber die Zweige der bald entlaubten Bäume, wo noch an einem Aste ein leeres Vogelnest klebt. Verklärt in Ruhe und Frieden liegt der Gottesacker ausgebreitet." 

    
Der Vater von Henry Morgenthau war Inhaber eines Caféhauses in Ludwigshafen und Fabrikant der Fichtennadelzigarre (Artikel von 1913) 
 
Anmerkung: Henry Morgenthau sen. (geb. 1856 in Mannheim - 1936 New York; Wikipedia-Artikel) wurde 1913 zum Botschafter des damaligen Ottomanischen Reiches in Konstantinopel (Istanbul) ernannt. Er war der Sohn von Lazarus Morgenthau (ausgewandert in die USA 1866), von dem im nachstehenden Artikel die Rede ist. Henry Morgenthau war der Vater des Politikers, zeitweite US-Finanzministers Henry Morgenthau jun.(1891 - 1967; Morgenthau-Plan) und der Großvater von Robert Morris Morgenthau (geb. 1919).    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. September 1913: "Mannheim, 19. September (1913). Die gesamte Presse hat kürzlich von der Ernennung des Herrn Morgenthau in New York zum amerikanischen Botschafter in Konstantinopel berichtet. Nun dürfte es viele interessieren, was die 'Neue Badische Landeszeitung' über dessen Vater schreibt: Der Vater des Botschafters, Lazarus Morgenthau war ein Original. Man erzählt sich hier eine Menge Schnurren von ihm, und er machte durch seine Eigentümlichkeiten viel von sich reden. Er kam schon Ende der vierziger oder anfangs der fünfziger Jahre nach Ludwigshafen und betrieb zuerst ein Caféhaus und dann ein Herrenkleidergeschäft, bis er etwa Mitte der fünfziger Jahre seine Zigarrenfabrik etablierte. Sein Unternehmungsgeist führte ihn dann zur Herstellung seiner Fichtennadelzigarren, für die er eine große Reklame entfaltete, die aber vielleicht auch über seine Kräfte gegangen ist. In der Propaganda für diese Spezialerzeugnis ging er ganz auf, wie auch die folgende kleine Anekdote beweist. Unser Erzähler, ein hiesiger Großkaufmann, befand sich gerade in Ulm auf dem Büro eines Engroskunden, als zufällig auch Morgenthau, mit Vatermörder und goldener Brille hereintrat; er bat den Mannheimer Berufsfreund, ihn vorzustellen, was dieser auch in der üblichen Weise tat, indem er ihn als 'Herr Morgenthau aus Mannheim' bezeichnete. 'Was?' meinte hierauf Morgenthau, 'so stellt man mich nicht vor: Sie müssen sagen: das ist der Morgenthau aus Mannheim, der, welcher die Fichtennadelzigarre macht; da weiß der Mann, was ich bin.' Hinsichtlich seiner Kirchenstiftungen wird auch noch eine andere Version erzählt, wonach er der ersten in Ludwigshafen erbauten Kirche eine Glocke widmete, welche er - seiner Gattin zu Ehren - 'Babette_ hieß. Es ist übrigens auffallend - so schließt unser Gewährsmann seine Mitteilungen - dass aus unserer näheren Umgegend eine große Anzahl Männer jüdischer Abstammung in Amerika hervorragende Stellen einnehmen, sei es als Großbankiers, Philanthropen und Diplomaten: ich nenne die Hallgarten, Thalmann, Schiff, Kuhn, Löb und Co. Strauß u.a.m. Jedenfalls ein gutes Zeichen für unsere gesegnete Pfalz."    

   
Samuel Netter stiftet ein größeres Kapital (1913)   

Meldung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. Juli 1913: "Der Privatier Samuel Netter in Ludwigshafen vermachte der Stadt eine Stiftung von 10.000 Mark."   
   
Meldung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. Dezember 1913: "Ludwigshafen. Der Samuel und Bertha Netter-Stiftung. – Kapitel: 10.000 Mark; Zweck: Unterstützung von Witwen und Waisen – wurde die landesherrliche Genehmigung erteilt."

    
Direktor Dr. Josef Koburger (Ludwigshafen) wird Professor an der Handelsschule in Mannheim (1920)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2ß. Februar 1920: "Direktor Dr. Josef Koburger in Ludwigshafen ist vom badischen Staatsministerium zum Professor an der Handelshochschule in Mannheim  ernannt worden. Herr Dr. Koburger ist eine im jüdischen Leben der Pfalz rühmlichst bekannte Persönlichkeit und nimmt an allen jüdischen Angelegenheiten lebhaftesten Anteil."     

  
Nachruf auf Obermedizinalrat J. Dreyfuß, ehemaliger Bezirksarzt in Ludwigshafen (1937)          

Zur Person: Obermedizinalrat Dr. Isidor Dreyfuß (geb. 17. Juli 1869 in Ingenheim) besuchte das Gymnasium in Landau in der Pfalz, studierte Medizin in Straßburg und München und war zunächst praktischer Arzt in Ottweiler und Dambach im Elsass. Um die Jahrhundertwende ließ er sich in Kaiserlautern nieder, da er dort Bezirksarzt wurde. Am 26. Juli 1901 heiratete er in Hachenburg/Westerwald Martha Mathilde Cahn (geb. 25. November 1879 in Hachenburg). Am 16. Juni 1902 kam in Kaiserslautern die Tochter Klara (Claire) zur Welt. Am 30. Oktober 1912 zog die Familie nach Frankenthal, weil Isidor Dreyfuß am 1. September 1912 Bezirks- und Landgerichtsarzt in Frankenthal geworden war. Als die Aufteilung dieser Stelle verfügt wurde, bekam Dr. Isidor Dreyfuß auf sein Ersuchen die Stelle als Bezirksarzt, während der praktische Arzt Dr. Richard Franz zum Landgerichtsarzt ernannt wurde. Dr. Isidor Dreyfuß erhielt im 1. Weltkrieg das Preußische Verdienstkreuz und das König-Ludwig-Kreuz; seine Ehefrau das König-Ludwig-Kreuz. Im Jahre 1916 übernahm er in Frankenthal auch die Tuberkulose-Fürsorgestelle und kam trotz großer Arbeitslast, die der Krieg auf ihn häufte, jeden Samstag in die Sprechstunde. Auf sein Ersuchen wurde er Mitte 1920 als Bezirksarzt nach Ludwigshafen am Rhein versetzt, wohin die Familie von Frankenthal nach Ludwigshafen zog und in der Jägerstraße 13 wohnte. Die Tochter heiratete 20. Oktober 1926 in Ludwigshafen Dr. Julius Picard, der am 20. Oktober 1893 in Lauterburg (Elsass) zur Welt gekommen und als praktischer Arzt in Mainz tätig war, wohin dann auch seine Ehefrau zog. Die Familie Dr. Isidor Dreyfuß zog von Ludwigshafen zu ihrer Tochter nach Mainz (als er im Ruhestand war), wo er am 25. Dezember 1936 starb. Er wurde auf dem Israelitischen Friedhof in Mainz beigesetzt.
Die Eheleute Picard emigrierten mit ihren Kindern im August 1938 von Mainz nach Fall River, MA, USA, wo er im September 1986 starb, während seine Ehefrau am 4. Februar 1995 dort starb.
Die Witwe von Dr. Isidor Dreyfuß emigrierte noch 1941 zu ihrer Tochter und starb am 14. Juni 1963 in Fall River, MA, USA.   
     
Frankenthal TA Mathilde Dreyfuss.jpg (57746 Byte) Frankenthal TA Claire Picard-Dreyfuss.jpg (27528 Byte) Frankenthal TA Dr Julius Picard.jpg (28365 Byte)
Todesanzeige für die am 14. Juni 1963 in Fall River, Mass. 
verstorbene Mathilde Dreyfuss geb. Cahn
 (Quelle: "Aufbau" vom 21.6.1963) 
Todesanzeige für die am 4. Februar 1995 
verstorbene Claire Picard geb. Dreyfuss 
(Quelle: "Aufbau" vom 3.3.1995) 
Todesanzeige für den am 30. September 1986 
verstorbenen Dr. Julius Picard 
(Quelle: "Aufbau" vom 24.10.1986)   

Der Nachruf von Rabbiner Dr. Ernst Steckelmacher    

Ludwigshafen BayrGZ 15031937.JPG (110545 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. März 1937: "Ludwigshafen am Rhein.  
Der vor einigen Wochen erfolgte Heimgang des Obermedizinalrates J. Dreyfuß, der in einigen pfälzischen Städten, zuletzt in Ludwigshafen am Rhein als Bezirksarzt tätig war und die kurze Zeit seines Ruhestandes mit seiner Gattin in Mainz verbrachte, hat in der pfälzischen Judenheit eine sehr schmerzliche Lücke gerissen. Viele Jahre der zionistischen Bewegung nahe stehend, hat er immer dem Gesamtjudentum seine Kraft und seine Arbeit zur Verfügung gestellt. Ich möchte besonders auf seine Mitarbeit im Vorstand des Israelitischen Altersheims in Neustadt a.d. Haardt hinweisen. Die Insassen des Heims betreute er als Arzt in einer besonders liebevollen Weise. Bei den Sitzungen im Altersheim fehlte er nie und man hörte immer gerne seinen Rat. Ein tief empfindendes Gemüt und ein scharfer Verstand waren bei ihm wunderbar vereinigt. Vom Reichtum seines Herzens und aus dem Schatze seines Wissens vermochte er viel zu geben.
Diesen Nachruf, den ich in der Nr. 12 der Jüdischen Rundschau veröffentlichte, möchte ich auch in der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung zum Abdruck bringen lassen. Denn der Heimgegangene hatte ja Jahrzehnte hindurch als bayerischer Bezirksarzt eine sehr verdienstvolle Tätigkeit entfaltet. 
Rabbiner Dr. Ernst Steckelmacher. Ludwigshafen am Rhein
."

   
Erinnerung an die Deportation in das südfranzösische Internierungslager Gurs im Oktober 1940: 
Grabstein für Eugen Wolff in Gurs
   

Bad Duerkheim Gurs BK 021.jpg (192337 Byte)Grabstein im Friedhof des ehemaligen Internierungslagers Gurs für  
Eugen Wolff  
geb. am 11. Mai 1873 in Bad Dürkheim, später wohnhaft in Ludwigshafen am Rhein und Neustadt a.d. Weinstraße
am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, wo er am 29. Dezember 1940 umgekommen ist. 
(Foto: Bernhard Kukatzki)      

       
Grabstein für Karl Weilheimer in Gurs        

Ludwigshafen Gurs BK 020.jpg (207985 Byte)Grabstein im Friedhof des ehemaligen Internierungslagers Gurs für  
Karl Weilheimer
geb. am 20. Januar 1886 (Grabstein: 1880) in Ludwigshafen am Rhein, wohnhaft in Ludwigshafen am Rhein,  
am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, wo er am 16. September 1941 umgekommen ist. 
(Foto: Bernhard Kukatzki)     

   
   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Anzeige der Ludwigshafener Walzenmühle: Kaufmann, Straus & Cie (1891)

Ludwigshafen Israelit 09111891.jpg (69453 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. November 1891: "Mazzenmehl. In nächster Zeit werden wir wieder mit der Fabrikation unseres, des in fast ganz Deutschland beliebtesten Mazzenmehles für nächsten Pesach beginnen. Dieselbe geschieht wie bisher, nachdem mehrere Herren Rabbiner vorher gemeinschaftlich die Mühle einer genaueren Besichtigung unterworfen haben, unter strengster Aufsicht der von diesen bestellten Schomrim (Kontrolleure).
Damit wir allen unseren geschätzten bisherigen Kunden und den voraussichtlich noch hinzukommenden, welchen wir auch diesmal die reellste Bedienung zusichern, prompt liefern können, bitten wir, uns die uns zugedachten Aufträge möglichst bald zukommen zu lassen.
Ludwigshafen am Rhein, im November 1891.
Ludwigshafener Walz
enmühle: Kaufmann, Straus & Cie." 

 
Anzeigen von Bernhard Krämer (1901) 

Ludwigshafen Israelit 18031901.jpg (45160 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. März 1901: "Ein ordentliches Mädchen, welches bürgerlich kochen kann, die Hausarbeit mit übernimmt und etwas Handarbeit versteht, wird per sofort oder 1. April zu zwei älteren Leuten gegen hohen Lohn gesucht. 
Bernhard Krämer, Ludwigshafen am Rhein, Kaiser-Wilhelm-Straße 22."   
 
Ludwigshafen Israelit 111071901.jpg (43359 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juli 1901: "Suche per 1. August ein israelitisches Mädchen, welches einer kleinen Haushaltung vorstehen und kochen kann und die Hausarbeit mit übernimmt, gegen hohen Lohn. 
Bernhard Krämer

Ludwigshafen am Rhein, Kaiser-Wilhelmstraße 22."        

            
Anzeigen der Leder- und Schuhwarenhandlung Abraham Scharf (1901)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1901: "Suche zu einem christlichen Dienstmädchen für meinen Haushalt zur Stütze meiner Frau ein braves, religiöses Mädchen bei hohem Lohn und Zusicherung für gute Behandlung.  
Abraham Scharf

Leder- und Schuhwarenhandlung, 
Ludwigshafen am Rhein".  
 
Ludwigshafen Israelit 17101901.jpg (33788 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Oktober 1901: "Suche für meinen Haushalt zur Stütze meiner Frau ein braves, religiöses Mädchen, das alle häuslichen Arbeiten verrichten kann, gegen hohen Lohn. 
A. Scharff,
 
Leder- und Schuhwarenhandlung, 
Ludwigshafen am Rhein."     

  
Anzeigen von Isidor Eppstein (1901 / 1903)       

Ludwigshafen Israelit 21111901.jpg (32581 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. November 1901
"Ein junges Ehepaar sucht gegen hohen Lohn ein braves, tüchtiges, jüdisches 
Mädchen

das alle häuslichen Arbeiten übernimmt. 
Isidor Eppstein
, Ludwigshafen am Rhein."       
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juli 1903
"Für eine kleine Familie (ein Kind) wird ein braves tüchtiges 
Mädchen 
gesucht
, das sich willig allen häuslichen Arbeiten unterzieht. Kindermädchen vorhanden. 
J. Eppstein
, Ludwigshafen am Rhein."    

 
Anzeige des Putz-, Kurz- Weiß- und Modewarengeschäftes Max Kirschbaum (1902)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. November 1902: "Eine tüchtige energische, erste 
Verkäuferin

durchaus branchekundig, suche ich für mein Putz-, Kurz-, Weiß- und Modewarengeschäft per sofort. Hohes Gehalt bei angenehmer Stellung. Offerten nebst Photographie und Zeugnisabschriften, sowie Referenzen erbittet 
Max Kirschbaum
, Ludwigshafen am Rhein."              


Eisenhandlung Gimbel & Neumond sucht einen Lehrling (1904)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1904: "Lehrling. Wir suchen für unsere Eisenhandlung einen Lehrling, Sohn achtbarer Eltern, mit guter Schulbildung. Kost und Logis im Hause. 
Gimbel & Neumond, Ludwigshafen am Rhein
."   

   
Haushaltshilfe gesucht (1908) 

Ludwigshafen Israelit 02011908.jpg (38140 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Januar 1908: 
"Ein ordentliches Mädchen  
(Isr.), welches bürgerlich kochen kann und etwas Hausarbeit übernimmt, wird gegen guten Lohn per sofort gesucht. Gute Behandlung wird zugesichert. 
J. Strauss, Café Luitpold  Ludwigshafen am Rhein." 

 
Anzeige von Ida Grünhut (1918)  

Ludwigshafen FrfIsrFambl 15021918.jpg (49836 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Februar 1918: 
"Suche für sofort oder 1. März dieses Jahres ein israelitisches Mädchen, das im Haushalt gut bewandert ist. Gute Behandlung und Familienanschluss zugesichert. 
Ida Grünhut, Ludwigshafen am Rhein, Postplatz."    

    
Koschere Pension von Regina Mandel (1924)

Ludwigshafen Israelit 21021924.jpg (46893 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Februar 1924: "Ludwigshafen am Rhein
Hierdurch zur gefälligen Kenntnis, dass ich in meinen Räumen Lutherstraße 3, eine koschere Pension 
eröffnet habe und wird für beste Verpflegung gesorgt. Um freundlichen Zuspruch bittet 
Frau Regina Mandel.
"

  
Tora-Lehrer gesucht (1925)

Ludwigshafen Israelit 02041925.jpg (45159 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. April 1925: "Wir suchen per sofort einen orthodoxen Melamed (Lehrer, Gelehrten im traditionellen Sinn, Ostjude) für Gemara und Raschi - Pentateuch
Talmud Tora-Verein, Ludwigshafen am Rhein. 
Zu Händen Joseph Stiglitz, Heinigstraße 17."   

   
Verlobungsanzeige von Erna Tanne und Willy Weichselbaum (1926)     

Ludwigshafen Israelit 15041926.jpg (22311 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1926: 
"Erna Tanne - Willy Weichselbaum. 
Verlobte. Köln am Rhein - Ludwigshafen am Rhein."        

  
Anzeige der Ölfabrik H. Fürst (1928)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Oktober 1928: 
"Ich suche tüchtige Reisende 
zum Verkauf von Schmieröle und Autoöle für sofort oder 1. Januar gegen hohes Gehalt und Spesen. 
H. Fürst, Ölfabrik, Ludwigshafen am Rhein."       

   
Heiratsanzeige von David Bergmann und Esther geb. Singer (1928)  

Ludwigshafen Israelit 03011929a.jpg (32603 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Januar 1929: "Gott sei gepriesen.  
David Bergmann – Esther Bergmann geb. Singer. Vermählte.  
Ludwigshafen – Mainz. 25. Dezember 1928. 12. Tewet 5689"  

     
Verlobungs- und Heiratsanzeige von Gine Heinemann und Dr. Siegfried Weikersheimer (1928/29)
  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juli 1928: "Gott sei gepriesen.  
Gine Heinemann - Dr. Siegfried Weikersheimer Studienrat. 
Verlobte.  
Fürth in Bayern Marienstr. 4 I - Ludwigshafen Kaiser-Wilhelmstr. 7   
Schabbat Nachamu 5688
= 28. Juli 1928.
     
Ludwigshafen Israelit 03011929.jpg (36117 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Januar 1929: "Statt Karten. Mit Gottes Hilfe
Dr. Siegfried Weikersheimer – Gine Heinemann  zeigen ihre bevorstehende Vermählung an. 
Ludwigshafen am Rhein, 6. Januar 1929 – Fürth in Bayern, Marienstraße 4 I.   24. Tewet 5689 (= 6. Januar 1929)". 

       
Anzeige von Rechtsanwalt Dr. Koburger - Reiss (1928)     

Anzeige in der "CV-Zeitung" vom 19. Oktober 1928: "Ich bin bei dem Amtsgericht und den Kammern für Handelssachen in Ludwigshafen am Rhein sowie beim Landgericht in Frankenthal als 
Rechtsanwalt
 
zugelassen und übe meine Praxis zusammen mit Herrn Rechtsanwalt Justizrat Dr. M. Mayer I aus.  
Kanzlei: Ludwigshafen am Rhein, Ludwigstraße 44. Telefon 61226.  
Ludwigshafen am Rhein, den 1. Oktober 1928. Rechtsanwalt Dr. Koburger-Reiss."    


Anzeige von Salomon Koppel (1929)   

Ludwigshafen Israelit 07021929.jpg (36644 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Februar 1929: 
"Schadchen 
in allen Kreisen (auch in Ostjüdischen) bestens eingeführt, empfiehlt sich 
Salomon Koppel, Ludwigshafen/R,
Marktstraße 14."  

  
Hochzeitsanzeige von Eugen Falk und Irene geb. Heinemann (1933)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Dezember 1933: 
"Eugen Falk - Irene Falk geb. Heinemann   Vermählte   
Breslau - Ludwigshafen am Rhein
Trauung in Mannheim, Lamey-Loge am Sonntag, den 17. Dezember 1933 / 29. Kislew 5694."

   
Verlobungsanzeige von Esther Eschwege und Dr. Hilmar Heinemann (1937)  

Ludwigshafen Israelit 17061937.jpg (34783 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juni 1937: "Gott sei gepriesen.  
Esther Eschwege – Dr. Hilmar Heinemann. Verlobte.  
Frankfurt am Main, Petersstraße 1 – Ludwigshafen, Ludwigstraße 73.  Kein Empfang".           

     
Anzeige der Gebrüder Neubauer (1938)    

Ludwigshafen JuedSchulzeitung 01111938.jpg (42611 Byte)Anzeige in der "Jüdischen Schulzeitung" vom 1. November 1938: 
"Drucksachen 
liefert in bester Ausführung 
Gebrüder Neubauer Ludwigshafen am Rhein, Schulstraße 14."       

         

       
       
        

        

        

 

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Stand: 28. März 2015