Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Offenbach am Main (Kreisstadt, Hessen)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt 

Hier: Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde (1850-1938) 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Offenbach wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 13.2.2014.   
    
Hinweis: ein Teil der Texte dieser Seite müssen noch abgeschrieben und teilweise mit Anmerkungen versehen werden, können jedoch durch Anklicken der Textabbildung bereits gelesen werden
   
   

Übersicht:

Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde 
-  Über den "Baron Offenbach" bzw. "Baron von Frank", den jüdischen Sektierer Jakob Frank  
   (Jankiew Lejbowitz, 1726 in Galizien - 1791 in Offenbach am Main)    
Zur Erinnerung an Wolf Breidenbach (Breitenbach, gest. 1829 in Offenbach, Artikel von Rechtsanwalt Dr. Guggenheim, 1914)   
-  Zur Erinnerung an Wolf Breitenbach (Artikel von 1929)    
-  Ungedruckte Briefe Wolf Breitenbachs (Artikel von 1909)  
-  Zur Trauerfeier für den Kaufmann Heinrich Sugenheim mit evangelischer und katholischer Beteiligung (1842)   
-  Über das rätselhafte Verschwinden eines jüdischen Jungen aus Offenbach (1862)    
-  Zum Soldatentod von Eugen Berg (1870)  
Lob der (jüdischen) Weißgerberei Mayer und Feistmann in Offenbach durch (nichtjüdische) Familien in Ober-Roden (1870)     
-  Benennung einer Straße nach J. Speyer (1876)  
-  Über den Bettler Ludwig Eichel aus Offenbach (1878)   
-  Goldene Hochzeit von Ehepaar Moses Cahn (1887) 
Z
um Tod des Stadtverordneten und Gemeindevorstehers Theodor Maynz (1888)  
S
tiftungen jüdischer Gemeindeglieder (1907  
N
ach Kommerzienrat Ludo Mayer wird eine Straße benannt (1911)    
-  Goldene Hochzeit von Fabrikbesitzer Louis Wallerstein und Frau (1911)   
-  Zum Tod von Kommerzienrat Bankier Heinrich Merzbach (1911)   
-  Vermächtnis des Josef Meyer an die israelitische Gemeinde (1910)    
-  Rechtsanwalt Dr. Guggenheim wird stellvertretender Vorsitzender des Kaufmanns- und Gewerbegerichts (1910) 
-  Zum Tod vom Kommerzienrat Bankier Heinrich Merzbach (1911)  
Bedeutende Stiftungen von Fabrikant Louis Feistmann, u.a. zugunsten des Synagogenneubaus (1911 / 1914)   
I
ngenieur Gustav Gabriel ist Vorsitzender des Ortsausschusses für die gesetzliche Gesellenprüfung (1912)   
A
uszeichnung für Kommerzienrat Ludwig Mayer (1913)   
-  Zur Beisetzung des gefallenen Unteroffiziers Willi Strauß (1914)  
-  Im Krieg gefallen: stellvertretender Amtsrichter Dr. Max Dreyfuß (1914)   
-  Eisernes Kreuz für Simon Gutmann (1916)   
-  Zum Tod von Elise Devries (1918)    
-  Zum Tod von Hermann Hirsch (1918)  
-  Über die Olympiasiegerin Helene Mayer aus Offenbach (1928) 
D
ie Weltmeisterin im Fechten Helene Mayer gewinnt die Meisterschaft in Amerika (1933)    
-  Über die Sedergeräte in der Sammlung Dr. Guggenheim in Offenbach (Artikel von 1934)   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
-  Anzeige der Metzgerei J. Hahn (1879)   
-  Lehrlingssuche des Manufakturwarengeschäftes Gebr. Eskeles (1883)  
A
nzeige des Metzgermeisters Max Fried (1901) 
A
nzeigen des Tuch- und Maßgeschäftes von Julius Weinberg (1904 / 1907)     
A
nzeige des Herrengarderobegeschäftes Hermann Hirschen (1906)         
-  Verlobungsanzeige von Sala Krakowsky und Ludwig Haas (1936)  
Sonstiges  
Erinnerung an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert - Grabstein für Josephine Kuhn geb. Koch aus Offenbach in New Orleans (1848-1909)   

  
  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   
      
Über den "Baron Offenbach" bzw. "Baron von Frank", den jüdischen Sektierer Jakob Frank 
(Jankiew Lejbowitz, 1726 in Galizien - 1791 in Offenbach am Main)
  
vgl. den Wikipedia-Artikel "Jakob Frank"   
beim Verfasser "Leonhard" handelt es sich um den Mineralogen Karl Cäsar von Leinhard (1779-1862).        

Offenbach AZJ 05111855.jpg (287017 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. November 1855: "In diesen Tagen las ich die Memoiren des rühmlichst bekannten Mineralogen von Leonhard ('Aus unsrer Zeit in meinem Leben. Stuttgart. 1854'.) Derselbe, in Hanau seine Kindheit verlebend, spricht S. 26 aus eigener Anschauung über den berüchtigten Sektierer Jakob Frank (nicht: Joseph Frank), der in dem nahen Offenbach eine so glänzende, aber kurze (1788-1791) Rolle spielte. Er war Schabbathaier, gab Schabbathai Zewi für Christus aus und betete zu ihm, so Judentum und Christentum zugleich belügend. Die Schilderung Leonhards als eines Augenzeugen ist umso interessanter, als sie auch einiges Persönliche enthält, und folge daher anbei.    'In der Zeit, von welcher ich rede, 1788, tauchte im nahen Offenbach die allerseltsamste, geheimnisvollste Erscheinung auf; sie wurde Brennpunkt der Neugierde, des Erstaunens und hatte in der Tat etwas Phänomenhaftes. Man würde mir vielleicht Unvollständigkeit vorwerfen, wenn ich die Sache aufzuführen vergäße. Mit Bewilligung des Fürsten von Isenburg siedelte sich ein Baron Frank in der Stadt an. Einige nannten ihn Graf, manche wollten sogar einen Fürsten aus dem Manne machen. Er bezog ein schlossartiges Gebäude, lebte auf glanzvollem, prächtigem Fuße, seine Haus-Einrichtung war die kostbarste, üppigste, die Treppen mit weichen Teppichen belegt; alles hatte ein festliches Ansehen. Frank hielt sich eine Leibwache und bald mehrte sich das Gefolge, sodass es bis zu tausend Personen anwuchs, Männer, Weiber, Jungfrauen, Kinder. Seine Anhänger fanden hier einen zuverlässigen Sammelort, freundliche Aufnahme und reichliche Unterstützung. Für alle trug Frank Sorge, alle lebten, ruhig und friedsam, auf ihres Oberhauptes Kosten. Sie bildeten eine kleine, nicht geschäftige, nur genießende Welt; keiner dieser Menschen trieb irgendeinen Nahrungszweig. Schabbathaische Juden, Geschenke bringend, wallfahrteten in Menge aus dem Osten nach Offenbach; die Stadt gewann durch solche Besuche und durch vorübergehende Niederlassungen. Das Ereignis machte tiefen Eindruck, von Mund zu Munde pflanzte sich die Kunde fort. Wenige Tage gingen vorüber, ohne dass mein Vater nicht Briefe erhielt von Offenbacher Befreundeten; einzelne Wahrnehmungen, Bemerkungen, Vermutungen wurden mitgeteilt; von allem wusste niemand Rechenschaft zu geben. Mit seinen Kindern, einer Tochter und zwei Söhnen, lebte Frank sehr zurückgezogen. Wenigen war der geheimnisvolle Ansiedler zugänglich; in der Regel wurde niemand vorgelassen; selbst die Blicke Neugieriger suchte er zu meiden. Mit gezogenem Säbel hielten zwei Gardisten am Hauseingange Wache, zwei andere vor des Barons Zimmertür; dem Arzt allein blieb freier Zutritt gestattet. Übrigens genossen Vater, Kinder und Anhänger den unbescholtensten Ruf; nie hörte man von Unfrieden mit den Nachbarn. Sonntags, wenn Frank mit einem Gepränge, jenem der Großen des Orients vergleichbar, zur Messe nach dem Dorf Bürgel fuhr, zeigte er sich. Jeder bewunderte bei solcher Gelegenheit die gemessene Haltung, das begeisterte, zugleich stolze, gebieterische Wesen; die Miene war streng, unbiegsam, fast bös, man sah, er verstand Achtung und Gehorsam einzuflößen. Lebhafte Erinnerungen bewahre ich von mehreren solcher  Feieraufzüge. Vom üblichen Kirchengebrauche abweichend, behielt Frank, das Haupt nicht entblößend, sein rotes Mützchen auf. Er betete weder kniend, noch stehend, noch sitzend, sondern nach orientalischer Weise, auf den Boden hingestreckt, mit zur Erde gewendetem Angesicht. Ein reicher Teppich wurde ausgebreitet für solche Andachts-Verrichtung. Zur Ergänzung dieser Mitteilung muss ich erzählen, was wir nach und nach über Einzelheiten aus dem früheren Leben Franks hörten. Polen war das Heimatland des Abenteurers. In seiner Jugend trieb er Branntwein-Brennerei und machte sich später als Kabbalist, als jüdischer Geheimnis-Lehrer in der Krim berühmt und in gewissen Gegenden der Türkei. Etwa dreißig Jahre früher, als Frank nach Offenbach kam, wurde von ihm in Podolien der Schabbathaismus, das judaisierende Christentum verkündigt. Man rühmte, dass er nicht gleich seinen Vorgängern, sich durch Gaukelspiel angekündigt, sondern vermittelst der ihm verliehenen Beredungs- und Überredungsgabe gewirkt. Sein vornehmes Wesen machte ihn geltend, dadurch erhielt er den überwiegenden Einfluss: ganze Gemeinden gingen über. Mit heftigster Erbitterung, wütig, verfolgten die Rabbinen den Sekten-Häuptling und dessen Anhänger. Strenge Befehle ergingen gegen die neuen Glaubenszünftler; selbst Flammentod drohte ihnen.     
Offenbach AZJ 05111855a.jpg (238736 Byte)Sie zerstoben in alle Winde. Frank wurde verhaftet auf einer Wallfahrt-Reise nach Saloniki. Als Christen, der sich zu seinem Juden-Anhang hielt und Proselyten machte, führte man ihn nach Czenstochau an der Warthe. Hier blieb er mehrere Jahre in enger Haft und erhielt seine Freiheit erst wieder, als die Russen diese Festung eroberten. Angefeuert durch den früher erlangten Beifall, immer höher strebend, durchzog unser Glücksritter Polen, Böhmen und Mähren, überall seine Religionslehre verbreitend. Gleichgesinnte, Anhänger brandschatzte er und trieb nach und nach die bedeutendsten Summen auf, sodass derselbe zuletzt, wie ein Fürst, mit zahlreichem Gefolge reiste. Seine Begleiter, vom Geheimschreiber bis zum Stallknecht, waren ohne Ausnahme getaufte Juden. In Wien, wo Frank 1778 anlangte, entfaltete er einen Prunk, machte einen Aufwand, das Vermögen eines Privatmannes weit übersteigend. Niemand kannte die Quelle seiner Geld-Zuflüsse und so erachtete die Polizei für rätlich, den Mann auszuweisen, ohne dass man übrigens sonst was von ihm gefürchtet hätte. Nun – wählte das Oberhaupt der 'Nicht-Juden' Brünn zum Aufenthalt und die 'Brüder' bedachten ihn so reichlich, dass ihm oft ganze Fässer mit Geld zugeführt wurden. Hier verrichtete Frank seine Andacht stets auf freiem Felde. Er fuhr dahin in prachtvollem Wagen, umgeben mit Reitern, grün und rot, wie Uhlanen gekleidet, von Gold strotzend. An ihren Lanzenspitzen hatten sie als Feldzeichen Sonne und Mond, Adler und Hirsche. Eine ganz eigene Zeremonie fand nach dem gebet statt: Ein Reiter, der auf stattlichem, mit zahllosen Schellen behangenem Rosse dem Herren-Wagen gefolgt, goss auf die Bodenstelle, wo das Gebet verrichtet worden war, Wasser aus einem Schlauche. Ein abermaliger Versuch, in Wien den Sitz zu nehmen, lief, dem ersten gleich, fruchtlos ab. Frank wurde von der Polizei nicht geduldet, obwohl er manche Kunstgriffe anwendete, unter anderem vorgab, eine Fürstin im Norden unterstütze ihn. Vier Jahre nach erfolgter Niederlassung in Offenbach brach der Tod aufs Unerwartetste alle Verhältnisse. Frank starb plötzlich am Schlagfluss. Dies war der verhängnisvolle Wendepunkt für die Familien-Beziehungen; die Hoffnungen der Kinder gingen nicht in Erfüllung, sie wurden hinabgeschleudert vom Ungemach in Sorgen und Bekümmernisse, sie gerieten in Not. Die Geld-Zuflüsse versiegten, man war genötigt, Schulden zu machen. Schwand jede Täuschung mit dem Helden des Schauspiels, oder hatten seine Stellvertreter ihre Rollen nicht zum Besten eingelernt? Die Sekte verlor den Halt in Deutschland. Achthundert Menschen betrauerten ihren Schutzherrn, ihren Wohltäter, dem sie fast göttliche Ehrfurcht erwiesen, der ihnen für unsterblich gegolten. Der letzte glanzvolle Aufzug war das Leichenbegängnis. Totenstille herrschte in den Straßen Offenbachs, obgleich man vom Gewühl fortgedrängt wurde. Voran zweihundert Frauen und Jungfrauen, weiß gekleidet, das Haar durchflochten mit weißen Bändern, brennende Wachskerzen in der Hand. Ihnen folgte die Leiche in rotseidenem Talar mit Hermelin besetzt; den Sarg, ausgeschlagen mit weißem Atlas, geziert mit Gold-Fransen und Quasten, trug die Dienerschaft. Daran schlossen sich, von Wehmut und Tränen ergriffen, die drei Kinder, endlich siebzig Mann Leibgarde und alle männlichen Anhänger der Glaubenszunft, brennende Fackeln tragend, die Haare mit weißen Bändern gebunden, an den Armen weißen Flor. Als man die Gruft erreicht hatte, erhob das ganze Geleit ein schmerzvolles Jammergeschrei. Zuletzt warf jeder Anwesende eine Hand voll Erde ins Grab. Ob es gegründet, dass die 'Polen-Fürstin', wie man sich erzählte, gedrängt von ihren Gläubigern, bei Nacht und Nebel in Männertracht entfliehen musste, dies bleibe dahin gestellt.'" 
 
Offenbach Israelit 16061869a.jpg (356756 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Juni 1869:      

   
Zur Erinnerung an Wolf Breidenbach (geb. 1750 Breitenbach am Herzberg, gest. 1829 in Offenbach, Artikel von Rechtsanwalt Dr. Guggenheim, 1914)   
Anmerkung: vgl. Wikipedia-Artikel "Wolf Breidenbach".    

Offenbach AZJ 20021914.jpg (511879 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. Februar 1914:     
Offenbach AZJ 20021914a.jpg (116996 Byte)   

  
Zur Erinnerung an Wolf Breitenbach (weitere Artikel von 1929)     

Offenbach Israelit 28021929.jpg (332614 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1929:      
 

 Offenbach Breitenbach G10.jpg (60955 Byte)

Links: Grabstein für den Fürstlich Ysenburgischen Rat Wolf Breidenbach, geb. 1751, gest. 27. Februar 1829. 
Das Grab von Wolf Breidenbach befand sich auf dem alten jüdischen Friedhof an der Groß-Hasenbachstraße (heute Bismarckstraße). Beim Bau der Bahnlinie musste ein Teil des Geländes an die Stadt abgetreten werden (1871/72); die alten Grabsteine sind teilweise auf den neuen jüdischen Friedhof (Teil des städtischen Friedhofes) überführt worden. Für Wolf Breidenbach wurde bereits 1885 ein neues Grabmal erreichtet; der alte Stein - stark verwittert - befindet sich als einer der untersten in der Pyramide am Eingang zum jüdischen Friedhof. 
   
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 22. Februar 1929: 
Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken
       
 

    
Ungedruckte Briefe Wolf Breitenbachs (Artikel von 1909) 

Offenbach Israelit 30121909a.jpg (188763 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Dezember 1909:      
Offenbach Israelit 30121909b.jpg (292173 Byte)  

       
Fahndung nach Abraham Igersheim von Offenbach und Konrad Volker von Frankfurt (1836)      

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1836 S. 187 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Fahndung
Auf die unten beschriebenen zwei Juden, Abraham Igersheim von Offenbach am Main und Konrad Volker von Frankfurt am Main, haftet der höchste Verdacht, dass sie in der Nacht vom 13. auf den 14. zu Basel bei einem Goldschmiede unter den erschwerendsten Umständen einen Einbruch versuchten, von welchem sie mit Zurücklassung ihrer Mäntel, und indem der Größere von ihnen mit einer Feile eine Stichwunde in der Rücken erhielt, abgetrieben wurden. Auf Requisition der Polizeidirektion in Basel ersuchen wir um Fahndung auf dieselben und Anzeige, wenn sie handfest geworden sind.  
Lörrach, den 16. Februar 1836.  Großherzoglich badisches Bezirksamt. Deurer.   
Signalement des Igersheim:
Der Größere, welcher wahrscheinlich die Stichwunde erhalten hat, ist ungefähr 43 Jahre alt, 5' 3" bis 4" groß, von gesunder Gesichtsfarbe; sein großer, schwarzer Bart geht um das Kinn herum; sein Pass muss das Bisa des Polizeikommissars von Mühlhausen vom 14. d. M. tragen.  Kleidung: dunkelgrüne Anglaise mit schwarzem Sammetkragen, dunkle Hosen, schwarzer Hut.
     
Signalement des Volker: Der Kleinere Volkes, ist ungefähr 39  ...    ...  
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom  (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen):   


Zur Trauerfeier für den Kaufmann Heinrich Sugenheim mit evangelischer und katholischer Beteiligung (1842) 

Offenbach AZJ 01011842.jpg (164941 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Januar 1842: "Offenbach, 6. Dezember (1842). Bei der heute dahier stattgehabten Beerdigung des im Alter von 64 Jahren ganz plötzlich hingeschiedenen Kaufmanns Heinrich Sugenheim, an welchem der hiesige Stadtvorstand eines seiner gediegensten Mitglieder und somit die Stadt einen sehr tüchtigen Vertreter verloren, hat sich die Hochachtung, welche dem Verblichenen von seinen Mitbürgern zuteil geworden ist, auf eine ganz entschiedene Weise kund gegeben. Nicht nur sehr viele Glieder der israelitischen Gemeinde, welcher er angehörte, nebst ihrem Religionslehrer, Herrn Dr. Formstecher, sondern auch der Bürgermeister mit dem größten Teile der Gemeinderatsmitglieder, mehrere Beamten, einige Lehrer der Kommunalschule, viele der angesehensten Bürger und, was wohl besonders bemerkt zu werden verdient, der katholische Geistliche, Herr Dekan Gresser, und der evangelische Geistliche Herr Pfarrer Kuhl, bildeten den Leichenzug, der augenfällig zeigte, dass das Rechte und Gute, von wem es auch geübt werde, in der heutigen Welt, in welcher leider der Egoismus mit seinem Sittenverderbenden Gefolge das Szepter führt, immer noch Anerkennung findet; eine tröstende Aufmunterung für die Gerechten, zugleich auch eine ernste Ermahnung für die Vielen, welche zwar berufen, aber nicht auserwählt sind. Auf dem Friedhofe hielt zuerst Herr Dr. Formstecher und hierauf Herr Pfarrer Kuhl eine Rede. Es war wohltuend und erhebend, hier zwei Religionslehrer von so verschiedener Art nebeneinander zu sehen, die in ihren vortrefflichen Reden im Allgemeinen dahin übereinstimmten: dass der Hingeschiedene, über jede Form erhaben und nur im Geiste wirkend, den Christen in demselben Grade wie den Genossen seines Glaubens geliebt und diese seine Menschenliebe insbesondere auch gegen die Armen und Notleidenden betätigt habe; dass er in Jedem ohne Unterschied des Standes nur allen den Menschen
 geachtet, dessen Glaube ihm stets heilig gewesen, und dass er sein Leben nicht für sein Ich, sondern nur für die Menschheit gelegt habe und somit ein Mensch im schönsten Sinne des Wortes gewesen sei. – Ja, er, der Heimgegangene, war in der Tat, wie ihn seine Vertrautesten auch sehr treffend bezeichneten (dies sei hier zu sagen uns erlaubt), ein 'Nathan der Weise.'"

    
Über das rätselhafte Verschwinden eines jüdischen Jungen aus Offenbach (1862)  

Offenbach Israelit 01101862.jpg (147219 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Oktober 1862:      

    
Zum Soldatentod von Eugen Berg (1870)  

Offenbach Israelit 05101870.jpg (57611 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Oktober 1870:    

   
Lob der (jüdischen) Weißgerberei Mayer und Feistmann in Offenbach durch (nichtjüdische) Familien in Ober-Roden (1870)
  
Anmerkung: Nichtjüdische Familienväter aus Nieder-Roden, die normalerweise bei der Weißgerberei Mayer und Feistmann in Offenbach arbeiteten, waren zum Kriegseinsatz an der Front; in dieser Zeit wurden ihre Familien von der Firma offenbar großzügig unterstützt.     

Nieder-Roden Israelit 02111870.jpg (55707 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. November 1870: "Nieder-Roden, 20. Oktober (1870). Von de vielen Edlen, die genannt oder ungenannt, öffentlich oder im Stillen Gutes tun, verdient gewiss die Weißgerberei Mayer und Feistmann in Offenbach eine laute Anerkennung, welche zu zollen wir nicht versäumen wollen. Vier hiesige Familien von ihm Krieg stehenden Soldaten, wovon die Männer in diesem Geschäftshaus früher in Arbeit standen, wurden bisher per Woche unterstützt. Wenngleich es dafür bürgt, dass sich diese Militärs durch ihren Fleiß und ihr Betragen die Liebe und das Vertrauen ihrer Arbeitgeber erwarben, so ist's aber doch auch ein klarer Beweis von dem guten Sinn dieses Geschäftshauses, zumal außer den hier genannten 18 Familien, wie man hört, von demselben in gleicher Weise unterstützt werden."      

 
Benennung einer Straße nach J. Speyer (1876)       

Offenbach Israelit 13091876.jpg (72707 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1876:      

    
Über den Bettler Ludwig Eichel aus Offenbach (1878)      

Offenbach AZJ 01011878.jpg (79201 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Januar 1878: "Das Bettlergewerbe. Wie lukrativ das Bettlergewerbe ist, wenn es geschickt betrieben wird, beweist die Lebensgeschichte eines früheren Schneiders, namens Ludwig Eichel aus Offenbach, welcher innerhalb der letzten fünfzehn Jahre ein Vermögen von circa 16.000 Mark zusammengebettelt hatte und vor Kurzem wegen Bettelns etc. in Baden verhaftet worden ist. Eichel hat ganz Deutschland, Belgien, Schweden, Norwegen, Ungarn etc. bettelnd durchzogen und unter den verschiedensten Vorspiegelungen (meist gibt es sich für einen ehemaligen israelitischen Lehrer aus) besonders jüdische Familien heimgesucht. Dabei hat er sich ein ansehnliches Vermögen zusammengebettelt, nach seiner eigenen Angabe ca. 16.000 Mark. Schon im Jahre 1864 wurden ihm bei einer Verhaftung in Springe 3.000 Mark abgenommen und heißt es darüber in den Akten: 'dass er diese 1829 Gulden 22 Kreuzer zusammengebettelt, Beleg genug, dass er sein Geschäft nicht schlecht betrieben.' Ein weiterer charakteristischer Zug des Eichel ist, dass er die in Baden zusammengebettelten Gelder, soweit er sie nicht zu seinem Lebensunterhalt (und er lebte ganz gut) bedurfte, sofort zinstragend bei der dortigen Sparkasse des Vorschussvereins anlegte."       

  
Goldene Hochzeit von Ehepaar Moses Cahn (1887)  

Offenbach Israelit 24111887.jpg (103921 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. November 1887:      

  
Zum Tod des Stadtverordneten und Gemeindevorstehers Theodor Maynz (1888)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Oktober 1888: "Bonn, 21. Oktober (1888). Man schreibt uns aus Offenbach am Main, 14. Oktober: Montag, den 8. dieses Monats verstarb dahier Herr Theodor Maynz, Stadtverordneter und israelitischer Gemeindevorsteher. Ein langer Zug Leidtragender, wie ihn  unsere Stadt wohl selten sieht, folgte dem mit zahlreichen Blumen und Kränzen geschmückten Sarge und legte beredtes Zeugnis davon ab, welch hoher Achtung und Liebe sich der Verstorbene in allen Kreisen der Bevölkerung zu erfreuen hatte. Die Grabrede, welcher die Worte Davids: 'Es ist mir leid um dich, mein Bruder Jonathan, ich habe viel Freude und Wonne an dir gehabt!' zu Grunde lagen, hielt Herr Kantor Vogel. Im Namen der Stadtverordnetenversammlung widmete sodann Herr Oberbürgermeister Brink dem Entschlafenen für seine jederzeit opferwillige und treue Hingabe, sein rastloses und selbstloses Streben zum Wohle der Vaterstadt waren Worte des Abschiedes und des Dankes, ihn als leuchtendes Vorbild eines städtischen Vertreters schildernd. Die mit Rührung gesprochenen Worte machen auf alle Teilnehmenden einen tiefen Eindruck. Wir haben Alle in dem teuren Entschlafenen Vieles verloren. Die Lücke, welche er in seinem Wirkungskreise, besonders aber in der jüdischen Gemeindevertretung und dem Stadtvorstand hinterlässt, wird schwer auszufüllen sein."      

     
Stiftungen jüdischer Gemeindeglieder (1907)    
Anmerkung: zu Kommerzienrat Ludo Mayer siehe Anmerkung bei nachfolgendem Artikel  von 1911.     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. Juli 1907: "Zur Feier ihres 50-jährigen Geschäftsjubiläums überwiesen die Herren J. Mayer und Sohn dem Pensionsfonds der Witwen und Waisen ihrer Arbeiter 100.000 Mark. - Außerdem stiftete Herr Kommerzienrat Ludo Mayer seiner Vaterstadt zirka 200.000 Mark zur Freilegung des Schlossplatzes und Herstellung eines monumentalen Renaissancebrunnens, umgeben von Parkanlagen".        


Nach Kommerzienrat Ludo Mayer wird eine Straße benannt (1911)   
Anmerkung: Ludo Mayer wurde am 28. April 1845 in Offenbach geboren. Sein Vater hatte die Lederfabrik Mayer & Feistmann (später Mayer & Sohn) mitgegründet. Auf Grund großzügiger Spenden konnte u.a. der "Ernst-Ludwigs-Brunnen" auf dem Schlosshof ("Ludo-Mayer-Brunnen") finanziert werden. Ludo Mayer - seit 1915 Ehrenbürger der Stadt Offenbach am Main - starb am 14. November 1917 während eines Kuraufenthaltes in Bad Nauheim. Die Ludo-Mayer-Straße besteht bis heute in Offenbach.  
Zur Geschichte der Firma von Ludo Mayer siehe Wikipedia-Artikel über J. Mayer & Sohn
Foto des Grabmals in Offenbach
.    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. Juli 1911: "In Anerkennung der Verdienste, die sich der Geheime Kommerzienrat Ludo Mayer durch seine verschiedenen gemeinnützigen Stiftungen um seine Vaterstadt Offenbach am Main erwarb, beschloss die Stadtverordnetenversammlung, die neue Straße, die vom Mainufer zwischen Isenburger Schloss und Schlosskirche zur Stadt führt, Ludo-Mayer-Straße zu benennen."      

 
Goldene Hochzeit von Fabrikbesitzer Louis Wallerstein und Frau (1911)  

Offenbach AZJ 01091911.jpg (26149 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. September 1911: "Der Fabrikbesitzer Louis Wallerstein in Offenbach am Main, Mitinhaber der Firma Eugen Wallerstein & Co., feierte in seltener körperlicher und geistiger Frische mit seiner Gemahlin das Fest der goldenen Hochzeit."  

    
Zum Tod von Kommerzienrat und Bankier Heinrich Merzbach (1911)  

Offenbach AZJ 10111911.jpg (49460 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. November 1911: "Kommerzienrat Heinrich Merzbach, der Seniorchef des Bankhauses S. Merzbach und langjähriger erster Vorstand der israelitischen Gemeinde in Offenbach am Main, ist dieser Tage infolge eines Asthmaleidens im 71. Lebensjahr gestorben. Merzbach trat anfangs der 1860er-Jahre unter seinem Vater, dem Begründer des Bankhauses, in dieses ein und übernahm im Jahre 1870 mit seinem vor einigen Jahren verstorbenen Bruder Hermann die Leitung der Geschäfte, die er seitdem bis vor einiger Zeit als Seniorchef führte."

   
Vermächtnis des Josef Meyer an die israelitische Gemeinde (1910)  

Offenbach AZJ 04021910.jpg (25702 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. Februar 1910: "Der im Dezember vorigen Jahres in Offenbach verstorbene Rentier Josef Meyer hat der israelitischen Gemeinde 30.000 Mark testamentarisch hinterlassen."  

 
Rechtsanwalt Dr. Guggenheim wird stellvertretender Vorsitzender des Kaufmanns- und Gewerbegerichts (1910)  

Offenbach AZJ 19081910.jpg (18652 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. August 1910: "Zum stellvertretenden Vorsitzenden des Kaufmanns- und Gewerbegerichts in Offenbach am Main wurde auf die Dauer von sechs Jahren Rechtsanwalt Dr. Guggenheim gewählt."   

   
Zum Tod von Kommerzienrat Bankier Heinrich Merzbach (1911)  

Offenbach FrfIsrFambl 03111911.jpg (66961 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 3. November 1911:     

 
Auszeichnung für Kommerzienrat Ludwig Mayer (1913)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. April 1913: "Geheimer Kommerzienrat Ludwig Mayer in Offenbach erhielt das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen".     

 
Bedeutende Stiftungen von Fabrikant Louis Feistmann, u.a. zugunsten des Synagogenneubaus (1911 / 1914)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. November 1911: "Offenbach. Louis Feistmann hat für eine zu erbauende Synagoge 10.000 Mark gespendet".       
 
Offenbach Frf IsrFambl 26091913.jpg (58473 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. September 1913:  "Offenbach am Main. Das Ehepaar Louis Feistmann hat aus Anlass seiner Silberhochzeit unserer Stadt die Summe von 20.000 Mark zur Stärkung der vor 10 Jahren ins Leben gerufenen Josef und Friederike Feistmann-Stiftung überwiesen. Aus den Zinsen des Stiftungskapitals werden dauernde oder vorübergehende Unterstützungen an bedürftige ältere Männer oder Frauen ohne Rücksicht auf die Konfession gewährt. Der simultane Hilfsverein wurde mit 5000 Mark und die israelitische Hilfskasse mit dem gleichen Betrag bedacht."    
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Februar 1914: "Aus Offenbach am Main wird geschrieben. Der Großherzig genehmigte folgende, in hiesiger Stadt gemachte Stiftungen: Fabrikant Louis Feistmann und Frau schenkten der Stadt aus Anlass der 25. Wiederkehr des Hochzeitstages 20.000 Mark zur Verwendung der Jos.-Friederik-Feistmann-Stiftung. L. Feistmann schenkte der israelitischen Religionsgemeinde 50.000 Mark zur Verwendung für den Neubau der Synagoge. 40.000 Mark davon sind lebenslänglich dem Geber, nach seinem Tode dessen Ehefrau im Fall ihres Überlebens zu 4 Prozent zu verzinsen."     

  
Ingenieur Gustav Gabriel ist Vorsitzender des Ortsausschusses für die gesetzliche Gesellenprüfung (1912)         

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. Dezember 1912: "Offenbach. Ingenieur Gustav Gabriel wurde zum Vorsitzenden des Ortsausschusses für die gesetzliche Gesellenprüfung bestimmt."  

      
Zur Beisetzung des gefallenen Unteroffiziers Willi Strauß (1914) 

Offenbach Frf IsrFambl 23101914.jpg (86856 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 23. Oktober 1914: "Offenbach am Main. Vergangenen Sonntag morgen strömte eine unübersehbare Menschenmenge nach dem hiesigen Friedhof, um der Beerdigung des Unteroffiziers Willi Strauß beizuwohnen. Am 22. August wurde er in der Schlacht bei Neuschâteau so schwer verwundet, dass er drei Tage darauf im Feldlazarett verstarb und mit einigen anderen Kameraden in fremder Erde bestattet wurde. Nach vieler Mühe gelang es endlich den Angehörigen, die irdischen Reste des Verstorbenen hierher zu überführen und den Toten neben der Ruhestätte seiner kürzlich verstorbenen Mutter beizusetzen. 
Zu dieser letzten Fahrt des Kriegers hatte sich ein großes Trauergefolge eingefunden. Eine Musikkapelle eröffnete den Zug. Hierauf kamen die hiesigen Militär- und Kriegervereine, Vertreter der Stadt und zahlreiche Freunde des Verstorbenen. Nachdem die Ehrensalve verhallt war, hielt Rabbiner Dr. Goldschmidt eine tief empfundene Grabrede, in der er den Heldentod fürs Vaterland pries und dem Abgeschiedenen warme Worte der Ehre nachrief. Zahlreiche Kräne wurden am Grabe niedergelegt, ein Zeichen, welch großer Beliebtheit sich der Verstorbene überall erfreute. Die Kapelle spielte darauf 'Wie sie so sanft ruhen', und langsam nahm die große Trauergemeinde von der stillen Ruhestatt Abschied."         
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. Oktober 1914: 
Derselbe Artikel wie oben im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"       

   
Im Krieg gefallen: stellvertretender Amtsrichter Dr. Max Dreyfuß (1914) 

Offenbach Frf IsrFambl 27111914.jpg (18938 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 27. November 1914: "Offenbach. Auf dem Felde der Ehre fiel Gerichtsassessor, stellvertretender Amtsrichter Dr. jur. Max Dreyfuß, Leutnant der Reserve und Ritter des Eisernen Kreuzes."          

  
Eisernes Kreuz für Simon Gutmann (1916) 

Offenbach FrfIsrFambl 29121916.jpg (11500 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 29. Dezember 1916: "Offenbach am Main. Simon Gutmann, Sohn des Kaufmanns Ch. Gutmann, erhielt das Eiserne Kreuz."          

   
Zum Tod von Elise Devries (1918)  

Offenbach FrfIsrFambl 06091918.jpg (43891 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. September 1918:      

   
Zum Tod von Hermann Hirsch (1918)  

Offenbach FrfIsrFambl 25101918.jpg (75616 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. Oktober 1918:     

  
Über die Olympiasiegerin Helene Mayer aus Offenbach (1928) 

Offenbach CV-Ztg 17081928.jpg (66921 Byte)Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des Central-Vereins) vom 17. August 1928:  "Helene Mayer, die Olympiasiegerin. Ein köstlicher Beitrag zur 'Rassenwissenschaft'. Ja, wenn Lächerlichkeiten wirklich töten könnten! Alle die Verschrobenheiten gewisser Rassentheorien wären in dieser Woche mit einem Schlage erledigt worden. In Amsterdam siegte als Meisterin der ganzen Welt im Florettflechten die Primanerin Helene Mayer aus Offenbach. Die deutsche     
Offenbach CV-Zeitung 17081928a.jpg (154063 Byte)Presse aller Richtungen ist voll von Lobeshymnen. Der 'Fridericus', also ein ganz unverdächtiger Zeuge, feiert die Weltmeisterin Helene Mayer im höchsten Brustton arischer Seligkeit. Er schreibt, also: '...Hochachtung vor diesem blonden deutschen Mädel, das inmitten der schwarzhaarigen internationalen Meschpoche, die in Amsterdam den Ton anzugeben sich bemühte, sich treu zu ihrer Gesinnung und zum verratenen und verfemten Schwarz-Weiß-Rot bekannte.' Im ersten Siegestaumel hat Helene Mayer die Farben ihres Fechtklubs, die Schwarz-Weiß-Rot sind, geschwungen. Ähnliches Lobeslieder singen gerade alle die Blätter, die sonst deutlich oder verschämt gern ihr 'arisches Deutschtum' betonen. Ja, die Bilderbeilagen deutschnationaler Zeitungen weisen das ganzseitige Bild der Offenbacher Primanerin auf, um ihren Lesern die Weltmeisterin darzustellen, um wahrscheinlich nicht minder die im Textteil gemeldeten blauen Augen und blonden Flechten Helene Mayers, soweit möglich, im Bilde vorzuführen.   
Als Helene Mayer vor wenigen Monaten beim Londoner Fechtturnier mehrere der europäischen Meisterinnen besiegte, da schlug sogar ein echt deutscher Mann in der 'Anhaltischen Rundschau' also die Harfe:  
'Mit einmal ändert sich die Szene! Ein deutsches Mädel, blond und nett, Steht - dreimal Siegerin - Helene
Den weißen Handschuh am Florett; 
Blauäugig und von frohen Sinnen. Vom Kampfe noch die Wangen rot, 
Die ganz Europas Fechterinnen  Die Spitze ihres Degens bot.   
Der Neuzeit weibliche Geschöpfe Besiegt sie schlicht im Sportgewand  
Und, denkt euch, sie trägt - blonde Zöpfe!  Und schlingt darum ein weißes Band. 
Ein blaues Aug', ein deutscher Schädel  Der Jugend Anmut im Gesicht,  
Ein gut gewachsen rheinisch' Mädel - Und ficht, als wie der Teufel ficht!"  
Wir sind der Meinung, dass Abstammung und Religion gewiss recht wenig mit sportlicher Tüchtigkeit oder Untüchtigkeit zu tun haben. Helene Mayer kämpfte in der Amsterdamer Olympiade lediglich für den Sieg der deutschen Farben.  
Aber dieses wundervolle Beispiel der verstiegenen 'arischen Rassenlehre' musste hier angeführt werden, denn diese blauäugige und blondhaarige Helene Mayer ist die Tochter unseres Offenbacher Mitgliedes, der Arztes Dr. Mayer, und damit jüdische Deutsche."     

    
Die Weltmeisterin im Fechten Helene Mayer gewinnt die Meisterschaft in Amerika (1933)       

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 14. Juli 1933: "Helene Mayer, die ehemalige Weltmeisterin im Fechten, bekanntlich die Tochter eines jüdischen Arztes in Offenbach, hat die Meisterschaft Amerikas im Florettfechten errungen."         

 
Über die Sedergeräte in der Sammlung Dr. Guggenheim in Offenbach (Artikel von 1934)  

Offenbach BayrIsrGZ 01041934.jpg (169655 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. April 1934:   
Offenbach BayrIsrGZ 01041934a.jpg (409542 Byte)   

   
   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige der Metzgerei J. Hahn (1879)
  

Offenbach Israelit 02011879jh.jpg (32936 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Januar 1879:  "Koscher - Echte Offenbacher Wurst  
versendet gegen Nachnahme à 90 Pfennig pro Pfund, en gros billiger, 
J. Hahn, Karlstraße 18, Offenbach am Main."      

     
Lehrlingssuche des Manufakturwarengeschäftes Gebr. Eskeles (1883)  

Offenbach AZJ 13031883.jpg (29411 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. März 1883: "Lehrling
Für unser Tuch- und Manufakturwarengeschäft en detail suchen einen Lehrling mit guter Schulbildung. 
Gebr. Eskeles, Offenbach am Main."     

     
Anzeige des Metzgermeisters Max Fried (1901)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Dezember 1901:  
"Suche einen kräftigen 
Lehrjungen

der die Metzgerei und Wurstlerei erlernen will, zum baldigen Eintritt. 
Max Fried, Offenbach am Main, Waldstraße 8".      

   
Anzeigen des Tuch- und Maßgeschäftes von Julius Weinberg (1907)        

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Mai 1904: "Lehrling 
gesucht zu Pfingsten, mit guten Schulkenntnissen, bei freier Station, für mein Tuch-, Schneiderei- und Herrenmodegeschäft. 
Julius Weinberg, Offenbach am Main
."       
  
Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. Juli 1907:  "Lehrling 
mit guter Schulbildung für mein Tuch- und Maßgeschäft gegen Vergütung baldigst gesucht.  
Julius Weinberg, Offenbach am Main
."        

 
Anzeige des Herrengarderobegeschäftes Hermann Hirschen (1906)     

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14. Dezember 1906: "Lehrling
Suche zum Schulaustritt 1907 für mein Herrengarderobe-Geschäft einen Lehrling. 3-jährige Lehrzeit. Kost und Logis frei im Hause. Offerten an Hermann Hirschen, Offenbach am Main".     

  
Verlobungsanzeige von Sala Krakowsky und Ludwig Haas (1936)    

Offenbach Israelit 11061936.jpg (27774 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juni 1936: "Sala Krakowsky - Ludwig Haas.  
Verlobte. 
Offenbach am Main - Kaiserstraße 1  /  Frankfurt am Main Waldschmidtstraße 123. 
Kein Empfang."       

  
   
Sonstiges      
Erinnerung an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert - Grabstein für Josephine Kuhn geb. Koch aus Offenbach in New Orleans (1848-1909)    
Anmerkung: das Foto wurde von Rolf Hofmann (Stuttgart) im April 1994 im 1860 eröffneten Hebrew Rest Cemetery in New Orleans, 2100 Pelopidas at Frenchman Street, near Elysian Fields and Gentilly Blvd., aufgenommen     

Grabstein im "Hebrew Rest Cemetery" in New Orleans für 
"Josephine Koch  
beloved Wife of Wolf Kuhn  
born in Offenbach Germany 
August 20, 1848. 
Died in New Orleans  
December 8, 1909  Kislew 25  5670."     

        

        

        

        

        

        

 

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Stand: 12. September 2014