In Odenbach am Glan bestand
eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18.
Jahrhunderts zurück. Bereits im 17. Jahrhundert werden Juden am Ort
genannt (1627, 1631, 1638 und 1688). 1717 werden vier jüdische Familien,
1776 bereits neun Familien genannt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1801 25 jüdische Einwohner (3,9 % der Gesamteinwohnerschaft), 1808
59 (in 13 Familien), 1825 74 (8,4 %), 1835 109, 1848 124, 1854 139 (knapp 10 %
der Gesamteinwohnerschaft), 1875 70, 1883 61, 1889 66, 1897 55, 1900 56 (von 958
Einwohnern).
Zur jüdischen Gemeinde Odenbach gehörten auch die in Lauterecken
lebenden jüdischen Personen. Hier war seit 1889 der Apotheker August Samuel
Spiegel Inhaber der Schloss-Apotheke. Vgl. Gedenkblatt
des Aktiven Museums Spiegelgasse Wiesbaden. 1905 lebten in Lauterecken
17 jüdische Personen (von insgesamt 1952 Einwohnern).
1809/10 werden als jüdischen Familienvorstände in Odenbach am
Glan genannt: David Felsenthal (Viehhändler), Benjamin Grünebaum (Händler),
Jacob Hertz, Lazarus Kauf[f]mann (Viehhändler), Moses Kauf[f]mann
(Gebrauchtwarenhändler), Samuel Kauf[f]mann (Viehhändler, Witwe Jeannette Löw,
Emanuel Schwaab (Viehhändler), Samuel Stern (Viehhändler).
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische
Schule (zeitweise, so nach "Statistisches Jahrbuch" 1889: Israelitische
Elementarschule bzw. 1892ff ÖffentlicheIsraelitische Volksschule), ein rituelles Bad und ein Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Der erste Lehrer
an der jüdischen Schule war seit 16. Februar 1831 Is. C. Kampe (in:
"Israelitische Annalen" vom 15. Januar 1841 S. 23). Von den weiteren Lehrern
sind bekannt: um 1887/1901 Lehrer B. Weinschenk, unterbrochen (oder
fehlerhafte Angabe?) nach "Statistisches Jahrbuch" 1897 Lehrer N. Haas;
um 1905 Lehrer Bajowitz (unterrichtete 1905 13 Kinder, davon 8 Jungen, 5
Mädchen); von 1910 bis 1924 Lehrer David Baracker, dessen Frau
Rosa geb. Brück in Odenbach geboren ist (danach war er Lehrer in
Sulzburg, dann
Mosbach).
Von den Gemeindevorstehern werden genannt: um 1881: J. Schwab, um 1889 H.
Felsenthal, um 1905/15 Emanuel Löb.
Die Gemeinde gehörte
zum Bezirksrabbinat Kaiserslautern.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Gefreiter Heinrich
Brück (geb. 5.3.1893 in Odenbach, gef. 3.11.1914) und Luitpold Felsenthal (geb.
4.5.1893 in Odenbach, gef. 28.9.1915). - Mit dem Eisernen Kreuz (EK II)
wurden für ihren Kriegseinsatz ausgezeichnet: Simon Kleinberger,
Vizefeldwebel im 116. Landwehrinfanterieregiment, Sohn des Kaufmanns Jakob
Kleinberger (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 10. August 1916 S. 2),
Albert Felsenthal, Gefreiter im bayerischen Reserve-Infanterieregoment
88, Sohn von Elias Felsenthal (in: "Israelitisches Familienblatt" vom
2.August 1917 S. 2) sowie Ludwig Brück, Einjähriger Unteroffizier im
29. bayerischen Infanterieregiment, Sohn von Moses Brück (in: "Israelitisches
Familienblatt" vom 8. März 1917 S. 3). - Mit dem Bayerischen
Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit Schwertern ausgezeichnet wurde
Infanterist Alfred Kleinberger, Sohn der Witwe Thekla Kleinberger (in:
"Israelitisches Familienblatt" vom 24. Januar 1918 S. 3); 1918 erhielt auch
Alfred Kleinberger noch das Eiserne Kreuz (EK II, in "Israelitisches
Familienblatt" vom 19. September 1918 S. 3). - Die Krankenpflegerin
Rosel Brück, tätig in einem Militärlazarett, wurde mit dem Bayerischen
Ludwig-König-Kreuz ausgezeichnet (in: "Israelltisches Familienblatt" vom 26.
April 1917 S. 3).
Um 1924, als zur Gemeinde ("Jüdische Gemeinde
Odenbach-Lauterecken") 46 Personen in Odenbach und 12 in Lauterecken
gehörten, waren die Vorsteher der Gemeinde David Felsenthal, Jakob
Kleinberger und Ludwig Frank. Als Kantor, Religionslehrer und Schochet war nach
David Baracker inzwischen Emil
Heymann (Heimann) tätig. Er unterrichtete damals an der Religionsschule der
Gemeinde sieben Kinder, dazu war er als "Wanderlehrer" in den
umliegenden, klein gewordenen Gemeinden unterwegs (u.a. in Steinbach
am Glan). 1927 wechselte er nach Bechhofen
(siehe Mitteilung unten). 1932 waren die Gemeindevorsteher David
Felsenthal (1. Vors. und Schriftführer), Jakob Kleinberger (2. Vors.) und Leo Löb.
Nach 1933 ist der Großteil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 27
Personen in Odenbach, 8 in Lauterecken) auf Grund der Folgen des
wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien
weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1936 wurden noch 32, 1937 28, 1938 23 jüdische
Einwohner gezählt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet
(s.u.). Zwei der letzten vier jüdischen Einwohner wurden 1940 in das KZ Gurs in
Südfrankreich deportiert. Zwei weitere jüdische Männer, die mit nicht-jüdischen
Frauen verheiratet waren, überstanden die NS-Zeit in Odenbach.
Aus Lauterecken wurde im "Allgemeinen Anzeiger von Meisenheim"
am 22. Februar 1938 berichtet: "Nachdem der Viehhändler Otto Frank dieser
Tage nach Amerika ausgewandert ist, ist Lauterecken nun judenfrei
geworden". Apotheker August Samuel Spiegel hatte seine Apotheke
(Schloss-Apotheke) bereits im März 1930 verkauft und ist mit seiner Frau Ida
nach Wiesbaden verzogen.
Von den in Odenbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen
Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945; im Februar 2014 teilweise
korrigiert und ergänzt auf Grund der Recherchen des Fördervereins ehemalige
Synagoge Odenbach e.V.): Heinz Brück (1923), Moses Brück (1862), Blondine
Eppstein geb. Felsenthal (1883), Berta Falkenstein geb. Brück (1883), Alex
(Alexander) Felsenthal (1896), Ludwig Felsenthal (1881), Martha Felsenthal
(1896), Rosalie Felsenthal (1891), Emma Gerson geb. Mayer (1874), Rosa Hecht
geb. Brück (1881, siehe Kennkarte unten), Sophie Heilpern geb. Felsenthal (1880), Moritz Kleinberger
(1894), Simon Kleinberger (1882), Rosalia Litzenberger geb. Mayer (1893),
Karoline Löb geb. Reiß (1862), Leo Löb (1864), Herbert Maier (1910),
Johannette Maier geb. Brück (1885), Max G. Maier (1881), Berta Mayer geb. Brück
(1886), Jenny Mayer geb. Brück (1885), Ludwig Mayer (1901), Auguste Rosenberg
geb. Stern (1863), Anny Strauss geb. Dinkelspiel (1884), Fanny Strauß geb.
Dinkelspiel (1884), Thekla Szklarz geb. Felsenthal (1883), Fanny Weil geb.
Dochendach (1869), Pauline Weinschenk (1866).
Hinweis: der in einigen Listen genannte Ludwig Brück (geb. 1894) ist im
Dezember 1945 aus dem Ghetto Theresienstadt über Frankfurt am Main nach
Odenbach zurückgekehrt.
Artikel in "Israelitische Annalen" vom 15. Januar 1841: "Rabbinatsbezirk Kaiserslautern
1) Winnweiler, J. Strauss 7. März 1830.
2) Alsenz, B. Weinschenk, 28. August 1830.
3) Odenbach, Is. C. Kampe, 16.
Februar 1831.
4) Otterberg, J. Lehmann, 11. Juni 1831
(Nach dessen Versetzung J. Asser, jetzt gestorben, und an dessen Stelle
jetzt Mandel.)
5) Steinbach, S. Frenkel, 11.
August 1831.
6) Münchweiler, J. Strauß, 15.
Januar 1832.
7) Kirchheimbolanden, Adler,
28. Juli 1832 (an dessen Stelle später der ebenfalls wackere Jakob
Sulzbacher).
8) Kaiserslautern, A. Kahn, 23.
Mai 1833 (später Walz).
9) Hochspeyer, H. Rothschild, 4.
August 1833 (später in Niederhochstadt und jene Stelle ist noch unbesetzt).
10) Gauersheim, B. Feistmann, 30.
Dezember 1834 (gestorben)
11) Börrstadt, Jos. Abr. Blum, 20.
Februar 1836 (versetzt nach Hagenbach, und hier B. Alexander).
12) Rockenhausen, M. Eigner, 28.
Oktober 1837.
13) Niederkirchen, M. Salomon, 11.
Oktober 1837.
14) Marienthal, Isaac Lob, 18. März
1838 (später J. Frank, pensioniert unterm 23. August 1838, für ihn S.
Wolff)."
Zu Lehrer B. Weinschenk (um 1887/96
Lehrer in Odenbach) In "Statistisches Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen Gemeindebund"
ab Jahrgang 1887 S. 20 bis Jahrgang 1896 S. 60 wird als Lehrer in Odenbach B.
Weinschenk genannt. Über ihn liegen nur wenige Informationen vor.
Möglicherweise ist er bereits 1866 als Lehrer in Odenbach gewesen, da am 16.
November 1866 Pauline Weinschenk, eventuell eine Tochter von Lehrer Weinschenk
in Odenbach geboren ist. Sie ist nach der Deportation 1940 nach Gurs dort
umgekommen (siehe
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de988585). Von anderen Orten sind
Lehrer mit Familiennamen Weinschenk kaum bekannt. Einer der wenigen war 1889 bis
1891 in Echzell Lehrer.
Zu Lehrer N. Haas (1897 Lehrer in
Odenbach ?) In "Statistisches Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen Gemeindebund"
wird nur in Jahrgang 1897 als Lehrer in Odenbach N. Haas genannt. In den
Jahrbüchern zuvor und danach wird Lehrer Weinschenk in Odenbach genannt.
Entweder gab es eine vorübergehende Unterbrechung seiner Amtszeit oder liegt im
Jahrbuch 1897 eine fehlerhafte Angabe vor. Über einen Lehrer N. Haas liegen
keine weiteren Informationen vor.
Ausschreibung der Stelle des Lehrers,
Vorbeters und Schochet (1904)
Anmerkung: diese Anzeige erschien so oder leicht variiert in verschiedenen
Zeitschriften Anfang 1904.
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1904: "Die Stelle eines
Religionslehrers, Schächters und Vorbeters
in der Gemeinde Odenbach (Pfalz) ist mit folgenden Gehaltsbezügen
sofort zu besetzen. Persönliche Vorstellung nebst Zeugnissen erwünscht.
Inländer, verheiratet, bevorzugt; es darf kein Ausländer sein. Das
Gehalt beträgt: Aus der Gemeinde 560 M.. Kasualien 20 M., Brandentschädigung
20 M., Schächten 200 M. zusammen 800 M.
Die israelitische Kultusgemeinde: Emanuel Löb,
Kultusvorstand."
Anmerkung: auf die Ausschreibung wird
sich Lehrer Bajowitz erfolgreich beworben haben, da er 1905 genannt wird:
Zu Lehrer Bajowitz (um 1905 Lehrer in
Odenbach, vgl. Famiienname Bajowitsch, Bajowicz) In "Statistisches Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen Gemeindebund"
wird in Jahrgang 1905 als Lehrer in Odenbach ein Lehrer Bajowitz genannt.
Über diesen Lehrer Bajowitz liegen keine weiteren Informationen vor.
Zu Lehrer David Baracker (1910 bis 1924
Lehrer in Odenbach)
Anmerkung: Lehrer David Baracker ist am 6. Juni 1885 in Skyrstimon (Skirsnemunè,
Litauen) als Sohn von Shlomo Hirsch Baracker und der Chana Levitan geboren. Er
hatte noch drei jüngere Brüder: Hirsch (geb. 12. Mai 1888, nach Emigration in
New York City, Familienname Feinberg) sowie Samson (geb. 1892, verh. 1934 mit
Cire Oberman) und Israel (geb. 1895). Er war verheiratet mit Rosa geb. Brück
(geb. 19. Juli 1887 in Odenbach). Die beiden hatten mindestens drei
Söhne und eine Tochter, darunter: Herbert (geb. 1913 in Odenbach)
und Werner Paul (geb. 17. Juli 1917 in Odenbach, verh. mit Inge
geb. Meier; er ist gest. 27. November 2001 - Grab
https://de.findagrave.com/memorial/12107891/werner_paul-baracker). David
Baracker wurde bayerischer Staatsangehöriger und war von 1910 bis 1924 Lehrer in
Odenbach, dann ab Juni 1924 in Sulzburg
und schließlich von Juli 1927 an in Mosbach
(bis Januar 1939). Mit dem Wechsel von Odenbach nach Sulzburg (und später
Mosbach) wechselte David Baracker vom bayrischen in den badischen Gemeindedienst
(s. "Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern" vom 20. Juni 1924
S.2). David und Rosa Baracker konnten 1939 noch in die USA
emigrieren (1944 San Francisco, Ca/USA). David Baracker, der auch in San
Francisco als Kantor einer jüdischen Gemeinde tätig war, starb am 2. August 1952
in San Francisco und wurde in Colma, San Mateo, Ca/USA beigesetzt. Seine Frau
Rosa verstarb am 9. Juni 1961 und wurde ebd. beigesetzt.
Quellen:
Erste Nennung von Lehrer
Baracker in Odenbach in "Israelitisches Familienblatt" vom 1. Dezember
1910 S. 48 mit folgender Auskunft der Redaktion des "Familienblattes" an
ihn: "Baracker in Odenbach. Wenden Sie sich an Herrn Direktor
Rosenbaum in Pankow bei Berlin, der eine Erziehungsanstalt für geistig
zurückgebliebene jüdische Kinder leitet Dort erfahren Sie die Bedingungen.
Sonst käme auch in Betracht die Israelitische Erziehungsanstalt für geistig
zurückgebliebene Kinder Wilhelm-Auguste-Viktoria-Stift" in Beelitz r. Mark.
Geschäftstelle: Deutsch-Israelitischer Gemeindebund, Berlin,
Steglitzerstraße 86."
1911 war Lehrer Baracker
in Odenbach bereits eine vor Ort anerkannte Persönlichkeit. So war er der offizielle
Festredner bei der örtlichen Prinzregentenfeier im März 1911 (siehe
Bericht unten).
Ballacker übernahm auch
Vertretung in umliegenden Gemeinden, so 1917 in
Nahbollenbach (Nahe): "Unter großer
Anteilnahme der gesamten Bevölkerung wurde hier das älteste Mitglied der
hiesigen jüdischen Gemeinde, Herr Jakob Felsenthal, zu Grab getragen.
Herr Prediger D. Baracker, Odenbach, Rheinpfalz, hielt eine tief
empfundene Grabrede" (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 23. August
1917 S. 5).
1924 wurde dann berichtet:
"Odenbach (Rheinpfalz). Nach 14jähriger überaus segensreicher
Tätigkeit als Lehrer, Kantor und Prediger folgt der hiesige Lehrer Herr
David Baracker einem Rufe der Gemeinde
Sulzburg in Baden" (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 22.
Mai 1924 S. 5).
Ausschreibung der Stelle
des Kantors, Religionslehrers und Schochet (1924)
Anzeige
in "Israelitisches Familienblatt" vom 5. (sowie 12. und 19.) Juni 1924 S. 6:
"Wir suchen per sofort für hiesige Kultusgemeinde einen
Kantor, Religionslehrer und Schochet.
Gehalt wird nach Besoldungsklasse Gruppe 5 lEndstufe) geregelt. Wohnung ist
vorhanden. Bewerbungen bitte zu richten an
Vorstandschaft der Synagogengemeinde Odenbach (Rheinpfalz.)"
25-jähriges
Dienstjubiläum von Lehrer David Baracker (1935 in
Mosbach)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juli
1935: "Mosbach (Baden), 19. Juli (1935). Herr Lehrer
David Baracker blickt am 28. Juli - so Gott will - auf eine
25-jährige Tätigkeit als Lehrer und Kantor
zurück."
Fotos zu Lehrer David Baracker
David Baracker als Kantor
(Quelle: Ann Baracker, facebook)
David Baracker
Quelle: findagrave
Rosa Baracker
Quelle: findagrave
Grab in San Mateo CA/USA
Quelle: findagrave
Lehrer Emil Heimann (Heymann) aus Odenbach wechselt nach
Bechhofen
(1927)
Meldung
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 19.
September 1927: "Unter Beihilfe des Verbandes wurden folgende Stellen
wieder besetzt. Thalmässing durch
W. Goldberg aus Ichenhausen, Bechhofen durch
E. Heimann, früher in
Odenbach, Schwanfeld durch M.
Selmansohn, bisher in Lübeck und Oberlauringen
durch Schia Kraushaar, bisher in Frankfurt am Main."
Artikel
im "Israelitischen Familienblatt" vom 30. März 1911: "Odenbach
(Rheinland). Prinzregentenfeier. Das Bürgermeisteramt bestellte den
israelitischen Lehrer Herrn Kantor Baracker anlässlich des 90.
Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Prinzregenten zum offiziellen
Festredner."
Spendensammlung in der Gemeinde
(1915) Anmerkung: Zweck der Sammlung war wohl die Unterstützung von geflüchteten
Kantoren aus Galizien und der Bukowina.
Mitteilung
in "Dr. Bloch's Österreichische Wochenschrift" vom 6. August 1915 (ähnlich
ebd. vom 20. August 1915): "Sammlung des Herrn Vorstandes Emanuel Löb
und des Herrn Kantors und Lehrers D. Baracker der israelitischen
Kultusgemeinde Odenbach:
Löb Emanuel, Kultusvorstand, Mk. 10.—, Baracker Daniel, Lehrer und Kantor,
2.—, Kleinberger Jakob 3.—, Frank Max 2. —, Brück Moses 2.—, Brück Max 1.—,
Brück Elias 2.—, Mayer Max 2.—, Felsenthal Gebrüder 3.—, zusammen Mk. 27.—,
= Kr. 35.52."
Kurzer allgemeiner Bericht zum
jüdischen Leben in Lauterecken und Odenbach (1931) Der Beitrag, aus dem die kurzen Notizen entnommen wurden - "Mit jüdischen Augen durch deutsche Lande -
von Trier durch den Westrich zur Nahe" - wurde erstellt von Saul Lilienthal, Oberkantor
der jüdischen Gemeinde Wiesbaden, Religionslehrer und Verleger (geb. 14. Oktober
1877 in Jerutten, Ostpreußen, ermordet am 30. Oktober 1944 im KZ Auschwitz.
Weitere Informationen:
https://www.wiesbaden.de/stadtlexikon/stadtlexikon-a-z/lilienthal-saul).
Artikel
in "Israelitisches Familienblatt" vom 10. Juli 1930: "Nahe abwärts liegt 5
Kilometer von Offenbach Lauterecken an der Mündung der Lauter in den Glan, schön gelegenes
Dörfchen von 290 Einwohnern und 7 jüdischen Seelen. Die kleine Gemeinde hat
ihren Gottesdienst und ihren Friedhof in Odenbach, das 6 Kilometer abwärts am Glan liegt, bei 1000 Einwohnern
noch rund 10 jüdische Familien zählt und zum Bezirks-Rabbinat Kaiserslautern
gehört. Wegen Vermittlung ritueller Kost wende man sich an Lehrer Emil
Heymann. Im Höllenwald bei Odenbach Ruine einer Wasserburg aus dem
Mittelalter und ein vorgeschichtliches Gräberfeld. — In einer weiteren
Stunde kommt man nach Meisenheim, bildschönes altes
Städtchen von 1830 Einwohnern..."
- 1920: Gestorben ist in
Odenbach (Rheinpfalz) Kurt Frank im Alter von 20 Jahren (in:
"Israelitisches Familienblatt" vom 17. Juni 1926 S. 6).
- 1928: Gestorben ist in
Odenbach (Rheinpfalz) am 29. März 1928 Dora Kleinberger im Alter von
50 Jahren (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 3. Mai 1928 S. 6).
- 1928: Gestorben ist in
Odenbach (Rheinpfalz) Max Mayer im Alter von 65 Jahren (in:
"Israelitisches Familienblatt" vom 22. März 1928 S. 5)
- 1938: Ausgewandert sind aus
Odenbach in die USA Irma und Ruth Frank aus Odenbach, Töchter von
Ludwig Frank (Mitteilung in "Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der
Rheinpfalz" vom 1. November 1938 S. 8).
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. (auch 14. und 18.) Juni
1894: "Für meinen Sohn, welcher in meiner Frucht-, Mehl-, Porzellan-
und künstlichen Düngerhandlung seine Lehre bestanden, mit der Landkundschaft
sehr gut umzugehen weiß und in Comptoirarbeiten sehr bewandert ist, suche
ich in ähnlichem Geschäfte Stelle als angehender Commis. Offerten bitte zu
richten an
Isaac Felsenthal, Odenbach am Glan."
Anzeige von Frau Elias Felsenthal (1901)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. März 1901: "Für
Pessach empfehle ich
selbstgekelterten Wein per Liter zu 50 Pfg. Um Aufträge bittet
Frau Elias Felsenthal, Odenbach am Glan. Rheinpfalz."
Spendenaufruf von evangelischen
Gemeindegliedern in Odenbach für ein in Not geratenes jüdisches Ehepaar (1930)
Anmerkung: der Spendenaufruf erschien in zahlreichen jüdischen
Zeitungen, bis hin zum "Breslauer jüdischen Gemeindeblatt" im November 1930 oder
zum "Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig" am 28.
November 1930.
Anzeige
in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 31. Dezember 1930: "Aufruf!
Helfende Menschenpflicht veranlasst die Unterzeichneten dieses Aufrufes,
sämtlich christlich, evangelischer Konfession, einem unverschuldet ins
Unglück geratenen jüdischen Mitbürger, tüchtigem Kaufmann aus alter hiesiger
Familie, durch einen Appell um edle Spenden an gutbemittelte Menschen
Insbesondere jüdischen Glaubens heranzutreten und helfend zur Seite zu
stehen, um ihm seine Existenz zu erhalten bzw. wieder aufzubauen,
Nach Einsicht und Prüfung der Unterlagen hat der Genannte nicht allein
unverschuldet hohe Verluste erlitten, sondern einer geradezu
unglaublichen Zinsbelastung sein und seiner Ehefrau Vermögen fast
restlos geopfert. Er steht z. Zt. mit seinen Gläubigern in
Vergleichsverhandlungen.
Wir kennen den Fleiß, die Arbeitsfreudigkeit, Tüchtigkeit und Sparsamkeit
des betreffenden allgemein geachteten Ehepaares, und deshalb wollen wir mit
unserer Bitte an die öffentliche Wohltätigkeit die Solidarität mit
unserem jüdischen Mitbürger ganz besonders hervorheben.
Wir bitten daher alle diejenigen, die unseren Appell unterstützen wollen,
Gaben auf das Postscheckkonto des Herrn Oberlehrer O. Dauber, Odenbach,
unter Nr. 6087 beim Postscheckamt Ludwigshafen a. Rhein mit der Bezeichnung
'Nothilfe“ gütigst einzusenden und werden von hier aus die Beträge an den
jüdischen Mitbürger ausgehändigt und den Spendern selbst durch diesen
gedankt. Odenbach, im November 1930.
Der I. Bürgermeister: gez. Wallauer. Die Schulleitung: gez. O. Dauber.
Der ev. Ortspfarrer: gez. Pfr. Wolfrum."
Verlobungsanzeige von Gerda Kleinberger und Hermann Hiller (1932)
Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 1932. "Statt Karten!
Gerda Kleinberger - Hermann Hiller
Verlobte Odenbach, Pfalz Saarbrücken, Petersbergerstr. 1"
Verlobungsanzeige von Elsbet
Felsenthal und Fritz Hiller (1934)
Anzeige
in "Israelitisches Familienblatt" vom 16. August 1934:
"Elsbet Felsenthal - Fritz Hiller
Verlobte
Odenbach (Glan), 12. August 1934.
Todesanzeige für Regine Felsenthal
geb. Loeb, Frau von Isaac Felsenthal (1936)
Anzeige
in der "Jüdische Rundschau" vom 10. Januar 1936: "Am Donnerstag abend,
dem 2. Januar, verschied plötzlich unsere liebe Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante, Frau
Isaac Felsenthal Regina geb. Loeb
im Alter von 86 Jahren. Odenbach, 9. Tewet 5696
David Felsenthal Moritz Felsenthal
Ludwig Felsenthal
Die Beerdigung hat bereits stattgefunden.""
Am 23. Juli 1938 wurde
durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von
Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht
eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen
Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch"
galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste
Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt.
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv
zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände:
Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV:
Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm.
Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de
Kennkarte
der in Odenbach/Glan
geborenem Rosa Hecht geb. Brück
Kennkarte (ausgestellt
in Kirchheimbolanden 1939)
für Rosa Hecht geb. Brück (geb. 11. Februar 1881
in Odenbach / Glan), wohnhaft in Mainz und Kirchheimbolanden), am 25.
März 1942 deportiert
ab Mainz - Darmstadt in das Ghetto Piaski, umgekommen
Möglicherweise war bereits
im 17. Jahrhundert ein Betraum am Ort. Eine Synagoge wurde 1752
auf einem Grundstück zwischen der Kirchhofstraße und der Kümmelstraße
erbaut. Dieses Grundstück war seit 1737 im Besitz von Salomon Meyer. Dieser hat
die Synagoge vermutlich auf eigene Kosten erstellen lassen. 1768 wird er als
Besitzer der Judenschule genannt. 1802 erwarb die jüdische Gemeinde das Bethaus
von der Witwe von Salomon Meyer zum Preis von 240 Gulden.
Im 19. Jahrhundert wurde die Synagoge mehrfach renoviert, u.a. 1835, als
für die größer gewordene Zahl der Gemeindeglieder mehr Platz geschaffen
werden musste. Damals wurde im Dachgeschoss eine Frauenempore eingebaut.
Vor dem Umbau saßen die Frauen im Erdgeschoss - von den Männern durch eine
Sichtblende getrennt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden bei einer
Renovierung die Wände mit Schablonenmalerei versehen.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch auswärtige SA-Leute
geschändet. Sie wollten das Bethaus eigentlich anzünden, doch hätte dies bei
der engen Bebauung eine zu große Gefahr für die Nachbarhäuser bedeutet. Fünf
Torarollen, die von Schülern aus dem Toraschrein gestohlen wurden, sind am
Weiherturm verbrannt worden. Am 18. Oktober 1939 wurde die Synagoge an
den Gemeindediener verkauft, der sie bis zur Rückübertragung 1949 an die Jüdische
Kultusgemeinde der Rheinpfalz als Abstellraum verwendete. Am 1. August 1952
wurde das Gebäude für 1.500 DM an einen Landwirt verkauft, der in der
ehemaligen Synagoge ein Getreidelager einrichtete.
1983/86 wurde die ehemalige Synagoge unter Denkmalschutz gestellt.
Intensive wissenschaftliche Untersuchungen zur Vorbereitung eines Restaurierung
folgten. Wand- und Deckenmalereien wurden (durch Bernhard Kukatzki) entdeckt;
eine Genisa wurde ausgewertet. 1988 wurde der "Förderverein zur
Erhaltung der Synagoge in Odenbach e.V." gegründet, der das Gebäude
im Januar 1989 erwarb und mit der Sanierung begann, die in den Jahren 1990
bis 1995 durchgeführt werden konnte. Am 5. März 1996 wurde die
restaurierte Synagoge wiedereröffnet.
Oktober 2016:
Über die Entdeckung und
Restaurierung der ehemaligen Synagoge in Odenbach
Artikel von Simone Schnipp in der
"Rhein-Pfalz" vom 12. Oktober 2016: "Odenbach: Ehemalige Synagoge nur
durch Zufall wieder entdeckt
Wer zur ehemaligen Synagoge in Odenbach möchte, muss etwas suchen. Versteckt
in einem schmalen Gässchen mitten im alten Ortskern steht das unscheinbare
Häuschen, das eine Kostbarkeit jüdischer Kultur ist. 'Die jüdischen
Religionsgemeinschaften haben sich nach außen hin nicht stark präsentiert.
Sie waren ja nie sehr beliebt', erklärt Rupertus Woehl vom Förderverein der
ehemaligen Synagoge Odenbach. Er und seine Frau Ursula sind seit vielen
Jahrzehnten im Verein aktiv und haben dazu beigetragen, dass die verfallene
Landsynagoge restauriert wurde.
Seit 1752 feierten die Männer der kleinen jüdischen Gemeinde im rechten
unteren Teil der Synagoge den Sabbat. Mit dem Anwachsen der Gemeinde im 19.
Jahrhundert wurde im Obergeschoss eine Empore für die Frauen eingebaut. Aus
der Decke wurde ein Stück heraus genommen, damit Frauen und Kinder auch
zuhören konnten. Der untere Hauptraum wurde mit Jugendstilelementen
ausgemalt, von denen noch ein kleines Motiv neben der Eingangstür zu sehen
ist. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist zum Großteil original
erhalten. 'Die Stufen der alten Sandsteintreppe, die hinauf zum Eingang
führen, könnten viel erzählen', gibt Rupertus Woehl zu bedenken. Dass das
Haus die Reichspogromnacht am 9. November 1938 und die NS-Zeit überstanden
hat, ist wohl dem Umstand zu verdanken, dass die Häuser im Ortskern so eng
aneinander gebaut sind, dass ein Brand auch nicht-jüdisches Eigentum
zerstört hätte. Der Innenraum aber wurde in jener Nacht völlig zerstört.
Eine Thorarolle hatte der damalige katholische Pfarrer in weiser Voraussicht
vorher an sich genommen. Heute ziert sie den Toraschrein einer Synagoge in
Argentinien. Während des und nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude
als Lagerraum. 1985 wurde die ehemalige Synagoge wiederentdeckt. 'Als der
Historiker Bernhard Kukatzki im Inneren der Synagoge stand, fielen ihm
kleine rote Farbreste an den Wänden auf. Er ging hin und kratzte an der
obersten Farbschicht,' berichtet Woehl mit leuchtenden Augen. Zum Vorschein
kamen 250 Jahre alte Wand- und Deckenmalereien, die vermutlich von dem
polnischen Maler Elieser Sussmann stammen. Auf Initiative der
protestantischen Kirchengemeinde fanden sich Bürger, die Rahmen eines
Fördervereins das Haus vor dem endgültigen Verfall retteten. 1989 erwarb der
Verein das Gebäude. Die Malereien waren nicht die einzige Entdeckung. 'In
einer kleinen versteckten Kammer im Gebälk haben wir Torawimpel und Urkunden
gefunden', berichtet Woehl. Die Fundstücke sind in gläsernen Vitrinen im
Hauptraum und auf der Empore ausgestellt. Jährlich besuchen etwa 800
Menschen die Synagoge. Die einen zu Konzerten und Lesungen, die anderen auf
den Spuren ihrer Ahnen und Ur-Ahnen. Das über die Jahre gesammelte Wissen zu
den Stammbäumen der Odenbacher Juden ist einmalig. Info Von April bis August
ist die Synagoge an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr
geöffnet. Besuchergruppen und Einzelbesucher sind jederzeit gerne
willkommen. Weitere Informationen unter
www.ehemalige-synagoge-odenbach.de oder 06382 993297."
Link zum Artikel
Februar 2019:
Vorstellung der ehemaligen
Synagoge vor dem Gedenkbeirat des Bezirksverbandes Pfalz
Artikel
in "lifepr.de" vom 26. Februar 2019:
"Kleinod jüdischen Lebens in Odenbach. Gedenkbeirat informierte
sich über verschiedene Projekte.
...
Ursula Woehl stellte als Vorsitzende den Förderverein der ehemaligen
Synagoge in Odenbach vor, der sich 1988 gegründet und inzwischen rund 70
Mitglieder habe. Die Synagoge sei 1752 erbaut worden und konnte 140
Mitglieder beherbergen. In der Pogromnacht 1938 sei das Gebäude zwar
zerstört, aber wegen der nahen Bebauung nicht in Brand gesteckt worden. Das
alte Ehepaar Loeb, das in einem großen Haus gegenüber dem Rathaus wohnte,
sei als letzte Juden aus Odenbach nach Gurs deportiert worden und dort
gestorben. Die Synagoge sei nach dem Krieg als Lagerraum genutzt worden und
verfallen. 1985 entdeckte Bernhard Kukatzki im Rahmen einer Forschungsarbeit
die wertvollen spätbarocken Wandmalereien in ihrem Innern. Das Gebäude sei
unter Denkmalschutz gestellt und renoviert worden; auch die Malereien habe
man restauriert. Seit der Fertigstellung der Sanierung 2007 werde der Raum
für Vorträge, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen genutzt. Vor zwei Jahren
habe man neben der Synagoge auch eine Gedenkstele mit den Namen der 26
Holocaust-Opfer des Ortes aufgestellt. Inzwischen stünden wieder
Renovierungsarbeiten am Gebäude an, wofür man Spenden und Fördergelder
benötige. Es kämen, so Ursula Woehl, immer wieder ausländische Gäste, auch
aus Übersee, nach Odenbach, um den Ort ihrer Vorfahren kennenzulernen. 'Der
Förderverein hat in den vergangenen Jahrzehnten viel Arbeit zum Erhalt der
Synagoge geleistet', würdigte Bernhard Kukatzki das Engagement." Link zum Artikel
Derselbe Bericht (mit Foto) in "metropolnews.info" vom 26.
Februar 2019: "Odenbach: Gedenkbeirat informierte sich über verschiedene
Projekte. Kleinod jüdischen Lebens in Odenbach..."
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September 2024:Ausstellung zur Synagoge
Odenbach in Kusel
Artikel von Eric Sayer in der "Rheinpfalz"
vom 3. September 2024: "KUSEL. Kreissparkasse zeigt Ausstellung zur
ehemaligen Synagoge Odenbach.
Die Wanderausstellung 'Schalom – Die ehemalige Synagoge Odenbach geht hinaus
in die Welt' ist für vier Wochen in der Kundenhalle der Kreissparkasse Kusel
zu sehen. Diese Ausstellung umfasst elf Informationstafeln, die die
Geschichte des jüdischen Lebens in Odenbach und die Historie der ehemaligen
Synagoge beleuchten.
Die Idee zur Ausstellung stammt von Joachim Bäcker von der Evangelischen
Erwachsenenbildung im protestantischen Dekanat an Alsenz und Lauter.
Vielfach hätten Bürger erwähnt, dass sie sich der Existenz der renovierten
Synagoge in Odenbach gar nicht bewusst gewesen seien. Darum habe er vor drei
Jahren gemeinsam mit dem 'Förderverein ehemalige Synagoge Odenbach' die
Ausstellung konzipiert. Seither wurde diese nicht nur am Tag des offenen
Denkmals in der Synagoge präsentiert, sondern auch in anderen lokalen
Einrichtungen, etwa dem CJD Wolfstein und dem Atelier Caro in Kusel.
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Odenbach reicht weit zurück:
Erstmals im Jahr 1627 wurden jüdische Mitbürger urkundlich erwähnt. Die
Synagoge, die 1752 erbaut wurde, war bekannt für ihre barocken
Wandmalereien, die heute teilweise wieder sichtbar sind. In der
Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge zerstört. 1986 wurde sie unter
Denkmalschutz gestellt, da sie als kunsthistorisch wertvoll erachtet wurde.
Nach umfassenden Restaurierungen dient die Synagoge seit 2007 als
Begegnungsstätte für vielfältige kulturelle Veranstaltungen. Die Ausstellung
in der Kreissparkasse Kusel lädt Besucher dazu ein, die bewegte Geschichte
der jüdischen Gemeinde in Odenbach und die Bedeutung der Synagoge als
Kulturdenkmal kennenzulernen."
Link zum Artikel
Videos zur ehemaligen Synagoge
Odenbach (2025 eingestellt)
Bei Youtube sind zwei Videos
eingestellt, die sich mit der Synagoge Odenbach am Glan befassen. Teil 1
behandelt die gut erhaltene Synagoge mit der teilweise noch erhaltenen
floralen Ausmalung. Teil 2 behandelt exemplarisch das Schicksal zweier
jüdischer Familien aus Odenbach. Erschienen sind die beiden Kurzfilme auf
dem Youtube-Kanal von "Landl(i)eben" im Landkreis Kusel.
Teil 1 Die Synagoge
https://www.youtube.com/watch?v=gSm2uNukKs0
Teil 2 Die Schicksale der Familien Felsenthal und Brück:
https://www.youtube.com/watch?v=DzlW51lSy-A
Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum
gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20.
Jahrhunderts. 1992.
Hilde Dittrich: Handschriften aus der ehemaligen
Synagogen Odenbach in London ausgestellt. In: SACHOR. Beiträge zur jüdischen Geschichte
in Rheinland-Pfalz. 3. Jahrgang. Ausgabe 1/1993, Heft Nr. 4. S. 58-60. Online
zugänglich (als pdf-Datei eingestellt).
Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter
besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005.
S. 132.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 301-304 (mit zahlreichen Literaturangaben).
Alfred
Wendel: Chronik Odenbach. Band III: Jüdisches Leben. 500 S.
Erhältlich für 25 € zuzüglich Porto u.a. beim Förderverein
Ehemalige Synagoge Odenbach e.V., zu Hdn. der Vorsitzenden des Vereins
Ursula Woehl E-Mail
Odenbach Palatinate. The Jewish
population was 25 in 1804 and 124 in 1848. In 1932 it was 27 (total 1.000). Most
Jews left the village in the Nazi era. The last two were deported to the Gurs
concentration camp on 22 October 1940 and perished in the Holocaust along with
another two Jews from the community. The synagogue (erected in 1752) survived
the Kristallnacht riots (9-10 November 1938). Owing to its wall paintings, it was
declared a preserved site after the war and renovated.
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