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Odenbach am Glan mit
Lauterecken (VG Lauterecken, Kreis Kusel)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Zur jüdischen Geschichte in Odenbach siehe
vor allem die Seiten bei
www.ehemalige-synagoge-odenbach.de
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Odenbach am Glan bestand eine jüdische Gemeinde bis
1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Bereits
im 17. Jahrhundert werden Juden am Ort genannt (1627, 1631, 1638 und
1688). 1717 werden vier jüdische Familien, 1776 bereits neun
Familien genannt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1801 25 jüdische Einwohner (3,9 % der Gesamteinwohnerschaft), 1808 59
(in 13 Familien),
1825 74 (8,4 %), 1835 109, 1848 124, 1854 139 (knapp 10 % der
Gesamteinwohnerschaft), 1875 70, 1883 61, 1897 55, 1900 56. Zur jüdischen Gemeinde Odenbach gehörten auch die
in Lauterecken lebenden jüdischen Personen.
1809/10 werden als jüdischen Familienvorstände am Ort genannt:
David Felsenthal (Viehhändler), Benjamin Grünebaum (Händler), Jacob Hertz,
Lazarus Kauf[f]mann (Viehhändler), Moses Kauf[f]mann (Gebrauchtwarenhändler),
Samuel Kauf[f]mann (Viehhändler, Witwe Jeannette Löw, Emanuel Schwaab
(Viehhändler), Samuel Stern (Viehhändler).
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische
Schule, ein rituelles Bad und ein Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde
gehörte zum Bezirksrabbinat Kaiserslautern.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Gefreiter Heinrich
Brück (geb. 5.3.1893 in Odenbach, gef. 3.11.1914) und Luitpold Felsenthal (geb.
4.5.1893 in Odenbach, gef. 28.9.1915).
Um 1924, als zur Gemeinde ("Jüdische Gemeinde
Odenbach-Lauterecken") 46 Personen in Odenbach und 12 in Lauterecken
gehörten, waren die Vorsteher der Gemeinde David Felsenthal, Jakob
Kleinberger und Ludwig Frank. Als Kantor, Religionslehrer und Schochet war Emil
Heymann (Heimann) tätig. Er unterrichtete damals an der Religionsschule der Gemeinde
sieben Kinder, dazu war er als "Wanderlehrer" in den umliegenden,
klein gewordenen Gemeinden unterwegs (u.a. in Steinbach
am Glan). 1927 wechselte er nach Bechhofen
(siehe Mitteilung unten). 1932 waren die Gemeindevorsteher David Felsenthal (1.
Vors. und Schriftführer), Jakob Kleinberger (2. Vors.) und Leo
Löb.
Nach 1933 ist der
Großteil der
jüdischen Gemeindeglieder (1933: 27 Personen in Odenbach, 8 in Lauterecken) auf Grund der
Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1936 wurden noch 32, 1938
23 jüdische Einwohner gezählt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die
Synagoge geschändet (s.u.). Zwei der letzten vier jüdischen Einwohner wurden
1940 in das KZ Gurs in Südfrankreich deportiert. Zwei weitere jüdische
Männer, die mit nicht-jüdischen Frauen verheiratet waren, überstanden die
NS-Zeit in Odenbach.
Aus Lauterecken wurde im "Allgemeinen Anzeiger von Meisenheim" am 22.
Februar 1938 berichtet: "Nachdem der Viehhändler Otto Frank dieser Tage
nach Amerika ausgewandert ist, ist Lauterecken nun judenfrei
geworden".
Von den in Odenbach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem): Ludwig Brück (1894), Moses Brück (1862), Blondina
Eppstein geb. Felsenthal (1883), Berta Falkenstein geb. Brück (1883), Alex
(Alexander) Felsenthal (1896), Ludwig Felsenthal (1881), Martha Felsenthal
(1896), Rosalie Felsenthal (1891), Emma Gerson geb. Mayer (1874), Rosa Hecht
geb. Brück (1881), Sophie Heilpern (1880), Moritz Kleiberger (1894), Simon
Kleinberger (1882), Karoline Löb geb. Reiß (1862), Leo Löb (1864), Herbert
Maier (1910), Johannette Maier geb. Brück (1885), Max G. Maier (1881), Jenny
Mayer geb. Brück (1885), Ludwig Mayer (1901), Auguste Rosenberg geb. Stern
(1863), Anny Strauss geb. Dinkelspiel (1884), Thekla Szklarz geb. Felsenthal
(1883), Fanny Weil geb. Dochendach (1869).
Aus Lauterecken sind umgekommen: Emil Loeb (1892) und Walter Nesseler
(1927).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der
Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter
Lehrer Emil Heimann wechselt nach Bechhofen (1927)
Meldung
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 19.
September 1927: "Unter Beihilfe des Verbandes wurden folgende Stellen
wieder besetzt. Thalmässing durch
W. Goldberg aus Ichenhausen, Bechhofen durch E. Heimann, früher in
Odenbach, Schwanfeld durch M.
Selmansohn, bisher in Lübeck und Oberlauringen
durch Schia Kraushaar, bisher in Frankfurt am Main." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige von Frau Elias Felsenthal (1901)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. März 1901: "Für
Pessach empfehle ich
selbstgekelterten Wein per Liter zu 50 Pfg. Um Aufträge bittet
Frau Elias Felsenthal, Odenbach am Glan. Rheinpfalz." |
Zur Geschichte der Synagoge
Möglicherweise war bereits im 17. Jahrhundert ein Betraum am
Ort. Eine Synagoge wurde 1752 auf einem Grundstück zwischen der
Kirchhofstraße und der Kümmelstraße erbaut. Dieses Grundstück war seit 1737
im Besitz von Salomon Meyer. Dieser hat die Synagoge vermutlich auf eigene
Kosten erstellen lassen. 1768 wird er als Besitzer der Judenschule genannt. 1802
erwarb die jüdische Gemeinde das Bethaus von der Witwe von Salomon Meyer zum
Preis von 240 Gulden.
Im 19. Jahrhundert wurde die Synagoge mehrfach renoviert, u.a. 1835, als
für die größer gewordene Zahl der Gemeindeglieder mehr Platz geschaffen
werden musste. Damals wurde im Dachgeschoss eine Frauenempore eingebaut.
Vor dem Umbau saßen die Frauen im Erdgeschoss - von den Männern durch eine
Sichtblende getrennt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden bei einer
Renovierung die Wände mit Schablonenmalerei versehen.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch auswärtige SA-Leute
geschändet. Sie wollten das Bethaus eigentlich anzünden, doch hätte dies bei
der engen Bebauung eine zu große Gefahr für die Nachbarhäuser bedeutet. Fünf
Torarollen, die von Schülern aus dem Toraschrein gestohlen wurden, sind am
Weiherturm verbrannt worden. Am 18. Oktober 1939 wurde die Synagoge an
den Gemeindediener verkauft, der sie bis zur Rückübertragung 1949 an die
Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz als Abstellraum verwendete. Am 1. August
1952 wurde das Gebäude für 1.500 DM an einen Landwirt verkauft, der in
der ehemaligen Synagoge ein Getreidelager einrichtete.
1983/86 wurde die ehemalige Synagoge unter Denkmalschutz gestellt.
Intensive wissenschaftliche Untersuchungen zur Vorbereitung eines Restaurierung
folgten. Wand- und Deckenmalereien wurden (durch Bernhard Kukatzki) entdeckt;
eine Genisa wurde ausgewertet. 1988 wurde der "Förderverein zur
Erhaltung der Synagoge in Odenbach e.V." gegründet, der das Gebäude
im Januar 1989 erwarb und mit der Sanierung begann, die in den Jahren 1990
bis 1995 durchgeführt werden konnte. Am 5. März 1996 wurde die
restaurierte Synagoge wiederöffnet.
Adresse/Standort der Synagoge: Kirchhofstraße
19
Fotos
Nachfolgende
Fotos von Michael Ohmsen
(erstellt im Sommer 2010)
Fotos in hoher Auflösung teilweise in der Fotoseite von M. Ohmsen: Link. |
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Die ehemalige Synagoge
in Odenbach
(obiges Foto in hoher Auflösung eingestellt) |
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Hinweistafeln zum
Besuch der ehemaligen Synagoge |
Portalinschrift:
rechts "Dies ist das Tor zum Herrn" (Psalm 118,20), in
der Mitte
"Jahr 512 nach der kleinen Zählung"
= 5512 = 1751/52 |
Hinweistafel zur
Geschichte der
jüdischen Gemeinde Odenbach
und der ehemaligen Synagoge |
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Weitere
Hinweistafel |
Die für das Gebäude
charakteristischen
Rundbogenfenster mit Fensterläden |
Der ehemalige Betsaal, links
am Rand
Bereich des ehemaligen Toraschreines |
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| Bereich des
ehemaligen Toraschreines, davor eine Menora (Siebenarmiger Leuchter) |
Verschiedene rituelle
Gegenstände |
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Blick zur ehemaligen
Frauenempore
vom Betsaal der Männer |
Auf Höhe der
ehemaligen Frauenempore |
Aus der Genisa: Vitrine
mit Mappot
(Torawimpel, vgl. Wikipedia-Artikel) |
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Tefillin und Tefillinbeutel
(vgl. Wikipedia-Artikel) |
Reste religiöser
Schriften |
Erklärung zu
Beschneidung
und den Torawimpeln |
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| Wandmalereien -
Schicht aus dem 18. Jahrhundert mit den Malereien aus der Schule des
polnischen Malers Elieser Sussmann |
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Wandmalereien:
Schablonenmalerei vom Anfang des 20. Jahrhunderts |
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Einige weitere Fotos zu
Odenbach, ehemaliger Synagoge und jüdischem Friedhof siehe auch die Fotoseite
http://www.flickr.com/photos/sonnentau/sets/72157600043100451/
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum
gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20.
Jahrhunderts. 1992. |
 | Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter
besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005.
S. 132. |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 301-304 (mit zahlreichen Literaturangaben).
|
 | Alfred
Wendel: Chronik Odenbach. Band III: Jüdisches Leben. 500 S.
Erhältlich für 25 € zuzüglich Porto u.a. beim Förderverein
Ehemalige Synagoge Odenbach e.V., zu Hdn. der Vorsitzenden des Vereins
Ursula Woehl E-Mail
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Odenbach Palatinate. The Jewish
population was 25 in 1804 and 124 in 1848. In 1932 it was 27 (total 1.000). Most
Jews left the village in the Nazi era. The last two were deported to the Gurs
concentration camp on 22 October 1940 and perished in the Holocaust along with
another two Jews from the community. The synagogue (erected in 1752) survived
the Kristallnacht riots (9-10 November 1938). Owing to its wall paintings, it was
declared a preserved site after the war and renovated.

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