Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Steinbach am Glan mit Glan-Münchweiler, Bettenhausen und Börsborn 
(auch Haschbach und Nanzweiler)
(VG Glan-Münchweiler, Kreis Kusel) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Familienfotos   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Sonstiges     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
    
In Steinbach am Glan bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht mindestens in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Mit Schmul Levi wird 1638 erstmals ein Jude in Glan-Münchweiler genannt. In Steinbach liegt eine erste namentliche Nennung 1728 vor, als Jacob Levi einen Schutzbrief für sich und seine Familie erhielt. Damals waren jedoch schon andere jüdische Familien am Ort: 1736 waren es in der Grafschaft von der Leyen insgesamt 25 jüdische Familien, die vor allem in Steinbach lebten. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Steinbach am Glan zu einem Zentrum der jüdischen Lebens in der Westpfalz. 
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: in Steinbach 1800 67 jüdische Einwohner, 1804 60, 1808 116, 1823/24 145 (28,7 % der Gesamteinwohnerschaft), 1837/40 184, 1848 217 (in 44 Familien), 1875 172, 1900 119, 1907 82. In der Umgebung wurden gezählt: 1837 in Münchweiler 22, 16 in Börsborn, acht in Nanzweiler und vier in Haschbach, die alle zur Gemeinde in Steinbach gehörten. 
Mitte des 19. Jahrhunderts (1845) gab es unter den damals 42 jüdischen Haushaltsvorständen in Steinbach 21 Handelsleute (vor allem Viehhändler), neun Krämer, acht Makler, zwei Bäcker, Manasses Kahn als Schächter und Judas Levi als Lumpensammler.   
  
Als im 19. Jahrhundert die Zahl der jüdischen Einwohner zurückging, schlossen sich einige kleinere Gemeinden der Umgebung der Gemeinde in Steinbach an. Bereits 1815 gehörten auch die im damaligen Kanton Waldmohr am Glan lebenden jüdischen Personen / Familien zur Steinbacher Gemeinde (am Ende des 19. Jahrhunderts gehörten sie jedoch zur Gemeinde in Homburg). 1872 kamen die in Brücken lebenden jüdischen Personen zu Steinbach. 1887 folgten die in Börsborn und - nach einer vorübergehenden Selbständigkeit - auch wieder die in Glan-Münchweiler lebenden jüdischen Personen, im Jahr darauf die Bettenhausener Juden. Im 20. Jahrhundert waren es noch die in Brücken und Glan-Münchweiler lebenden jüdischen Familien, die zur Steinbacher Gemeinde gehörten. In Börsborn und Bettenhausen lebten keine jüdischen Personen mehr.   
   
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Israelitische Elementarschule von 1838 bis 1. Juli 1916, danach Religionsschule), ein rituelles Bad (seit 1870 im Keller der israelitischen Schule) und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Unter den jüdischen Elementarlehrern des 19. Jahrhunderts werden u.a. Jakob Frank genannt, der bis 1873 Lehrer in Steinbach war (siehe Bericht zu seinem Tod unten) sowie sein Nachfolger Aron Wolf, der von 1873 bis 1906 Lehrer am Ort war (gestorben 1938 in Speyer, siehe Bericht unten). Der letzte Lehrer der Gemeinde (bis 1916) war der im Bericht zur Goldenen Hochzeit von Joseph Löb (1930, siehe unten) genannte Lehrer David Rosenwald. Als 1914 der katholische Volksschullehrer zum Heeresdienst einberufen wurde, unterrichtete Rosenwald auch die katholischen Kinder Steinbachs; ab dem 1. Dezember 1914 dazu noch die Klassen drei bis sieben der protestantischen Schule. 1925 wird David Rosenwald in Winnweiler als Hauptlehrer a.D. genannt, wo er die jüdischen Kinder des Ortes in Religion unterrichtete; 1930 lebte er in Frankfurt. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Zweibrücken
An jüdischen Vereinen gab es neben dem Wohltätigkeitsverein Chewra Kadischa unter anderem einen Israelitischen Frauenverein (gegründet 1859, siehe Bericht unten zum 50-jährigen Bestehen).   
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Arthur Aron (geb. 6.10.1889 in Steinbach, gef. 17.7.1915), Siegmund Löb (geb. 22.6.1883 in Steinbach, später Lehrer in Obermoschel), Leo Roos (gef. 10.1.1917), Gefreiter Julius Weinberg (geb. 1.9.1884 in Abterode, gef. 11.3.1918) und Simon Mann (gef. 26.8.1918). Aus Glan-Münchweiler ist gefallen: Arthur Moses (geb. 3. August 1882 in Glan-Münchweiler, gef. 3. November 1915).    
   
Um 1924, als in Steinbach noch 42 jüdische Personen lebten (7 % von insgesamt etwa 600 Einwohnern; zur Gemeinde gehörten außerdem 27 Personen in Glan-Münchweiler und 10 in Brücken, insgesamt 25 Familien), waren die Gemeindevorsteher Joseph Loeb, Emanuel Aron und Emanuel Mann. Letzterer war auch als Schochet der Gemeinde tätig. Die damals fünf jüdischen Kinder der Gemeinde erhielten ihren Religionsunterricht durch Lehrer Emil Heymann in Odenbach am Glan, der neben seiner Tätigkeit in Odenbach auch als Wanderlehrer in den klein gewordenen Gemeinden der Region tätig war. Ein Kind der Gemeinde besuchte damals eine höhere Schule. Als ehrenamtlicher Vorbeter wirkte in der Synagoge bereits viele Jahre der Gemeindevorsteher Joseph Löb (siehe Bericht unten zu seiner Goldenen Hochzeit 1930). 1932 waren die Gemeindevorsteher Emanuel Mann (1. Vors.), Siegmund Kayem (2. Vors.) und David Löb (3. Vors.). Zu den 34 jüdischen Gemeindegliedern in Steinbach kamen 33 in Glan-Münchweiler sowie acht in Brücken). Im Schuljahr 1931/32 waren es zehn Kinder der Gemeinde, die Religionsunterricht erhielten.      
   
1933 lebten noch 34 jüdische Personen am Ort, insgesamt (mit Brücken und Glan-Münchweiler) gehörten zur Gemeinde noch 79 Personen, 1936 66. In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und die Inneneinrichtung zerstört (s.u.); die Wohnungen der Familien Kayem und Oppenheimer wurden geplündert und völlig verwüstet. Im September 1939 wohnten noch vier jüdische Personen in Steinbach, die im Oktober 1940 in das Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich dep
ortiert wurden (Emanuel Mann mit seinen Töchtern Hermine Mann und Hedwig Weinberg sowie der Enkelin Ruth).  
  
Von den in Steinbach am Glan geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  u.a. Gustav Aron (1855), Rosa Haas geb. Löb (1887), Regina Hilkowitz geb. Freiberg (1862), Adolf Kayem (1900), Irma Kayem (1900), Regina Kayem (1861), Jakob Löb (1890), Sophie Löb geb. Aron (1855), Emanuel Mann (1860), Hermine Mann (1885), Luitpold Mann (1888), Regina Mann (1887), Blandine (Blandina) Müller geb. Mann (1890), Hildegard (Hildegunde) Straaß geb. Mann (1901), Hedwig Weinberg geb. Mann (1884), Ruth Weinberg (1917).   
Anmerkung: die Liste ist noch unvollständig. Eine Auswertung der oben genannten Verzeichnisse ergibt kein klares Ergebnis, da nicht ausreichend zwischen den verschiedenen Orten Steinbach, in denen es jüdische Gemeinden gab, unterschieden wird.     
   
Aus Börsborn sind umgekommen: Julius Abraham (1878), Flora Israel (1877), Justina Rubel (1887), Helene Weil (1877).
   
Aus Bettenhausen sind umgekommen: Käthe Löwenstein (1880), Franziska Plaut (1878). 
   
Aus Glan-Münchweiler sind umgekommen: Klara Aron geb. Frank (1872), Ernst Frank (1877), Adolf Kayem (1900), Elisabeth Kayem geb. Mayer (1907), Sophie Löb geb. Aron (1855), Siegfried Maier (1907), Leonie Mayer geb. Eppstein (1874), Betty Moses geb. Stern (1901), Ludwig Moses (1901), Martha Moses geb. Heilbronn (1905), Willi Moses (1893), Hulda Oppenheimer geb. Gottlieb (1886), Otto Oppenheimer (1880), Thekla Stern geb. Frank (1884), Amalie Sternisat geb. Moses (1894), Mathilde Strauß geb. Moses (1895). 
In verschiedenen Listen werden als Opfer der Shoa auch Eugen Haas (1881) und Rosa Haas geb. Loeb (1887) genannt, doch haben sie Gurs überlebt und sind später in den USA verstorben (siehe unten).   
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
         
Zum Tod des Lehrers Jakob Frank (1928, Lehrer in Steinbach bis 1873)  

Marienthal BayrGZ 15011929.jpg (185758 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Januar 1929: "Ein Gedenkblatt einem teuren Freunde.  Am Tag nach dem Sukkot-Fest (8. Oktober 1928) geleitete ein stattliches Trauergefolge in dem pfälzischen Dörfchen Rockenhausen die sterblichen Überreste von Lehrer Jakob Frank zur letzten Ruhe. Als Sohn eines plälzischen Volksschullehrers in Marienthal 1844 geboren, besuchte er das Lehrerseminar Kaiserslautern und wirkte 35 Jahre als Volksschullehrer in den Orten Altdorf, Steinbach am Glan und Albersweiler (Orte, deren Lehrerstellen heute längst aufgelöst sind), am letzteren Orte über 2 Dezennien stets in vorbildlicher, diensteifriger, gewissenhafter Weise. Im Jahre 1898 wurde er infolge Krankheit pensioniert, konnte sich aber in der Ruhe wieder so erholen, dass ihm noch die Gnade ward, 30 Jahre im Kreise seiner Familie, zuletzt im Hause einer verheirateten Tochter, genießen zu dürfen. In dieser Zeit konnte er der Beschaulichkeit seiner Lieblingsbeschäftigung sich ungestört widmen, dem jüdischen Studium. Sein innig religiöser Sinn, seine Herzensfrömmigkeit führten ihn dazu, täglich für sich und gar oft mit gleichgesinnten Kollegen und Freunden zu 'lernen'. Dazu war er umso mehr befähigt, da er von Jugend auf im frommen Elternhaus 'gelernt' hatte, und auch deshalb, weil er über ein umfassendes Allgemeinwissen, große Belesenheit und meisterhafte Beherrschung der Sprache verfügte. Neben dem umfassenden Wissen waren es sein gerader, schlichter Sinn, sein menschenfreundliches Wesen, sein gutes, stets heiteres Gemüt, die ihn besonders auszeichneten. So wirkte er anregend und fördernd als Lehrer, Liebe ausstreuend und Zuneigung erntend. Er war ein ganzer Mann, der in Beruf und Leben sich überall herzliche Zuneigung und Freundschaft erworben hatte, die über das Grab hinaus reicht. In herzlichen Worten gedachten seiner bei seinem Hingange die beiden Rabbiner: Dr. Baron (Kaiserslautern) und Dr. Meyer (Pirmasens). Als Kollege und seinerzeitiger Amtsnachfolger sprach Oberlehrer Haymann (Rodalben) dem lieben Dahingegangenen den Abschiedsgruß, ihn als waren Freund, hilfsbereiten Amtsgenossen und idealen Lehrer feiernd. Von weit her waren Schüler und Freunde erschienen, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Er hat Segen verbreitet, darum wird sein Andenken auch in Segen erhalten bleiben.   H.R."  

  
Lehrer Aron Wolf tritt in den Ruhestand (1906, Lehrer in Steinbach von 1873 bis 1906)
    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 31. August 1906:  "Steinbach am Glan. Am 1. August ist unser Lehrer Herr A. Wolf durch Pensionierung in den wohlverdienten Ruhestand getreten, und hat am 14. dieses Monats die Gemeinde verlassen, nachdem er in hiesiger Gemeinde 33 1/2 Jahre als Lehrer und Vertreter gewirkt hat."   

    
Zum Tod von Lehrer i.R. Aron Wolf (1938 in Speyer)   

Artikel in "Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz" vom 1. Juni 1938: "Steinbach am Glan. Am 26. April dieses Jahres verschied im gesegneten Alter von 88 Jahren der frühere langjährige Lehrer und Kantor unserer Gemeinde, Herr Aron Wolf, der nach seiner Versetzung in den Ruhestand seinen Lebensabend in Speyer verbrachte. Dreißig Jahre hat der Verstorbene seines heiligen Amtes gewaltet und als Erzieher und Berater seiner Jugend, als Vorbeter und Seelsorger, als Freund und Wohltäter zum Segen aller seiner Gemeindegenossen gewirkt. Er selbst hat gern und mit innerer Befriedigung von seiner beruflichen Tätigkeit und seinem Freundschaftsverhältnis mit den nichtjüdischen Berufskollegen erzählt. Ein treugläubiger, aufrechter Jude ist mit ihm dahingegangen. Alle, die dem Verewigten zu Lebzeiten Liebe und Verehrung entgegengebracht haben, werden ihm auch über das Grab hinaus ein dankbares, ehrendes Andenken bewahren. N."         

    
   
Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben
   
Feier zum 50-jährigen Bestehen des Israelitischen Frauenvereins (1909)     

Steinbach Glan Israelit 05081909.jpg (30394 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. August 1909: "Steinbach am Glan, 2. August (1909). Am verflossenen Schabbat Nachamu (sc. 31. Juli 1909) blickt der hiesige Frauenverein auf fünf Dezennien segensreichen Wirkens zurück. Der Tag wurde festlich begangen und die Mitglieder des Vereins stifteten zur Erinnung ein kostbares Parochet (Toraschrein-Vorgang). Die Armen wurden reichlich bedacht."    

 
Bar Mizwah-Feier von Siegfried Mann  -  Abschiedsgruß für die auswandernden Gemeindeglieder (1937)   

Artikel in "Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz" vom 1, September 1937: "Aus Steinbach/Glan. Bei der Bar Mizwah von Siegfried Mann leitete Herr Lehrer Bernstein aus Zweibrücken den Gottesdienst und nahm die Einsegnung vor. - Die israelitische Kultusgemeinde Steinbach - Glan - Münchweiler wünscht ihren Gemeindemitgliedern, die sie verlassen haben und verlassen werden in ihrer neuen Heimat eine glückliche Zukunft."        

  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Isidor Triefuß aus Steinbach eröffnet eine Diamantenschleiferei in Gersheim (1890)    

Gersheim Israelit 18091890.jpg (63977 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. September 1890: "Gersheim, 31. August (1890). An der alten Glan-Strauße, in der nahegelegenen, ehemaligen Neumühle befindet sich eine ganz interessante, eigenartige Industrie, meines Wissens einzig in ihrer Art in ganz Bayern. Herr Dreifuß (korrekt: Triefuß) aus Steinbach am Glan hat in derselben eine Diamantschleiferei eingerichtet, die jetzt schon etwa dreißig Arbeitern lohnende Beschäftigung bietet. Hier kann man den Diamanten, d.h. im rohen Zustande sehen, sowie auch in seiner Pracht und Herrlichkeit, nachdem er den nötigen 'Schliff' erhalten. Dieser erfolgt auf kreisenden, mit Diamantenstaub bestreuten Scheiben, deren Drehung um sich selbst eine so rasche (etwa 3000 Mal in der Minute!) ist, dass sie stille zu stehen scheinen!" 
Triefus Isidor 010.jpg (4707 Byte)Weitere Informationen zu Isidor Triefuß siehe Seite zu Brücken     

      
Goldene Hochzeit von Joseph Löb und Sophie geb. Aron (1930)   

Steinbach Glan BayrGZ 01091930.jpg (50014 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. September 1930: "Steinbach am Glan (Rheinpfalz), 9. August (1930). Unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde feierten an Schabbos Nachamu (sc. 9. August 1930) der Vorstand des Synagogenrates der hiesigen Kultusgemeinde, Joseph Löb, und seine Ehefrau Sophie geb. Aron, das Fest der goldenen Hochzeit. Der frühere Lehrer der Gemeinde, Herr David Rosenwald aus Frankfurt am Main, feierte den 79-jährigen Jubilar als überzeugten Glaubensgenossen, als hilfsbereiten Gemeinderat und Kultusvorstand, der in selbstloser Weise schon jahrzehntelang den Gottesdienst versieht und so das religiöse Leben der verwaisten Kleingemeinde aufrecht erhält."   

   
75. Geburtstag von Hermann Kayem (1937)   

Artikel in "Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz" vom 1. November 1937: "Steinbach am Glan. Unser Gemeindemitglied, Herr Hermann Kayem, feiert am 11. November dieses Jahres seinen 75. Geburtstag. Wir wünschen dem Jubilar einen ruhigen, glücklichen Lebensabend. (Alles Gute) bis 120 Jahre."     

  
Familienfotos     

 Fotos aus der Familie Emanuel Mann  
(Fotos erhalten von Ruth Miller)  
Steinbach Glan Mann 056.jpg (39502 Byte) Steinbach Glan Mann 057.jpg (60927 Byte) Steinbach Glan Mann 055.jpg (102024 Byte)
  Luitpold Mann (geb. 1888) und Regina Mann (geb. 1887) von Steinbach (Sohn und Schwiegertochter von 
Emanuel Mann; beide wurden nach der Deportation ermordet.   
 Hilde (Hildegard) Straaß geb. Mann 
(geb. 1901 als Tochter von Emanuel Mann)  
       
 Steinbach Glan Mann 058.jpg (223702 Byte) 
Anfang der 1920er-Jahre: Hinten von links: Siegfried Müller (von Freiburg i.Br., Sohn von Blandine Müller geb. Mann [geb. 1890] und damit Enkel von Emanuel Mann); 
Hilde Straaß geb. Mann
von Brücken (1901 geborene Tochter von Emanuel Mann; ermordet nach der Deportation), 
Hildegard Müller (von Freiburg i.Br., Tochter von Blandine Müller geb. Mann), 
Vorne von links: Ruth Weinberg von Steinbach am Glan (1917 geborene Tochter von Hedwig Weinberg geb. Mann und damit 
Enkelin von Emanuel Mann; ermordet nach der Deportation), 
Walter Straaß von Brücken (Sohn von Hilde [Hildegard] Straaß geb. Mann [geb. 1901]).   
 
        

Sonstiges  

     
Grabsteine im Friedhof des südfranzösischen
 Internierungslagers Gurs
(Fotos: Ruth Miller)   
Steinbach Glan Gurs Gustav Aron.jpg (129385 Byte) Steinbach Glan Gurs Sophie Lieb.jpg (238199 Byte)  
  Grabstein für Gustav Aron
 aus Steinbach (1855-1940); 
wohnte in Pforzheim    
Grabstein für Sophie Loeb geb. Aron
aus Steinbach (1855-1941); wohnte
 in Glan-Münchweiler    
 
       
Hinweis auf die Geschichte von 
Eugen Haas und Rosa Haas geb. Loeb
   
 Glan-Muenchweiler Eugen Haas 01.jpeg (337864 Byte)  Glan-Muenchweiler Eugen Rosa Haas 01.jpeg (652938 Byte)  
Nach Angaben von Leslie Haas Koelsch (E-Mail vom 17.5.2017; Enkelin von Eugen Haas und Rosa Haas geb. Loeb) haben ihre Großeltern Eugen Haas (13. April 1881 - 27. November 1949 ) und Rosa Haas geb. Loeb (30. März 1887 - 23. Oktober 1969) Gurs überlebt. Sie konnten Gurs verlassen, bevor die Deportationen nach Auschwitz erfolgten. Seit 1942 wohnten sie in Maine / USA und wurden nach ihrem Tod auf dem Friedhof Mount Sinai in Portland / Maine beigesetzt. Links ein Foto der Viehhandlung von Eugen Haas in Glan-Münchweiler, in der Mitte der Grabstein für Eugen und Rosa Haas im Friedhof Mount Sinai in Portland /Maine.    

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
  
Verlobungsanzeige von Blanka Elias und Willi Fränkel (1927)    

Steinbach Pfalz Israelit 27101927.jpg (26906 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1927: 
"Statt Karten  
Blanka Elias - Willi Fränkel. Verlobte. 
Steinbach (Pfalz) - Frankfurt am Main. Oktober 1927". 

   
   
   

Zur Geschichte der Synagoge                        
    
Zunächst war vermutlich ein Betraum vorhanden. 1725 konnte eine Synagoge erbaut werden. Über 200 Jahre war sie Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens am Ort. Es handelte sich um einen traufständig zur Straße stehenden Bau in der Größe von 13,8 m x 9,8 m mit einem Krüppelwalmdach. Im Betsaal der Männer hatte es zuletzt 90 Plätze, auf der vermutlich dreiseitig umlaufenden Frauenempore hatte es 50 Plätze.   

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch ein NS-Kommando überfallen und geschändet. Die Fensterscheiben wurden demoliert, die Fensterrahmen aus dem Mauerwerk gerissen und das Dach zerstört. Die Inneneinrichtung wurde im Freien verbrannt. Im Juli 1939 erwarb die politische Gemeinde das Grundstück mit der Synagogenruine für 500 RM. 1941 wurde das Gebäude an einen Metzgermeister verkauft, der eigentlich in Verhandlungen mit der jüdischen Gemeinde bereits vor dem Novemberpogrom 1938 das Gebäude kaufen wollte. 1944 war in der ehemaligen Synagoge ein Pferdelazarett, später ein Abstellraum für Militärfahrzeuge. 

1950
wurde die ehemalige Synagoge zu einem Wohn- und Geschäftshaus (Metzgerei) umgebaut. Im Zusammenhang mit dem Restitutionsverfahren war eine Nachzahlung in Höhe von 2.250 DM an die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz zu bezahlen.  
   
1988 wurde in der Ortsmitte - gegenüber der Synagoge - ein Gedenkstein für die jüdische Gemeinde und die Synagoge aufgestellt. Am 24. Mai 2000 wurde das jüdische Museum in Steinbach am Glan eröffnet.  
  
  
Adresse/Standort der Synagoge            Hauptstraße 78  
 
Erhalten ist in der Hohlstraße das Gebäude der früheren israelitischen Schule, das nach 1916 als Armenhaus, dann als Kindergarten verwendet wurde und schließlich zu einem Wohnhaus umgebaut worden ist. 
   
Hinweis auf das Jüdische Museum Steinbach am Glan - Geschichte der Juden in Steinbach und Umgebung:  Informationen auf der Website des Museums
Das Museum ist an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 15.00 Uhr bis 17.30 Uhr oder nach Absprache geöffnet. 
Kontakt: Verbandsgemeinde Glan-Münchweiler  Tel. 06383-9217 0   E-Mail   
  
  
  
Fotos
(Quelle: Landesamt s. Lit. S. 361, Gedenktafel O. Weber s.Lit. S. 200; neuere Fotos von Hahn, Aufnahmedatum 3.6.2011)  

Die ehemalige Synagoge  Steinbach Glan Synagoge 120.jpg (44392 Byte) Steinbach Glan Synagoge 121.jpg (58717 Byte)
  Die ehemalige Synagoge 
1945  
Das Gebäude vor dem 
Umbau zum Wohnhaus
        
Der Gedenkstein      
Steinbach Glan Gedenktafel 100.jpg (82634 Byte) Steinbach Glan Synagoge 270.jpg (177188 Byte) Steinbach Glan Synagoge 271.jpg (97687 Byte)
Gedenkstein mit der Inschrift: "Vergessen-wollen verlängert das Exil - Das Geheimnis der Erlösung heisst Erinnerung. Im Gedenken an die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgten Bürger der jüdischen Kultusgemeinde Steinbach und zur Erinnerung an die am 9. November 1938 geschändete Synagoge."    
     
     
Das Gebäude der ehemaligen Synagoge    
Steinbach Glan Synagoge 272.jpg (113010 Byte) Steinbach Glan Synagoge 273.jpg (99825 Byte) Steinbach Glan Synagoge 276.jpg (110109 Byte)
Die ehemalige Synagoge wird als Wohn- und Geschäftshaus verwendet. Am Gebäude selbst befindet sich keine Hinweistafel.  
      
Steinbach Glan Synagoge 274.jpg (83841 Byte) Steinbach Glan Synagoge 275.jpg (84645 Byte)    
Rückansichten des Gebäudes    
     
Erinnerung an die jüdische Geschichte des Ortes
Steinbach Glan Synagoge 280.jpg (129436 Byte) Steinbach Glan Synagoge 281.jpg (73033 Byte) Steinbach Glan Synagoge 282.jpg (86795 Byte)
Auf einer allgemeinen Informationstafel zu Steinbach am Glan wird an die jüdische Geschichte erinnert: "...1934. Ein dunkler Abschnitt begann wenig später mit der Judenverfolgung des NS-Regimes, wovon Steinbach besonders betroffen war. Steinbach war früher ein Zentrum der Juden dieser Gegend. Sie bauten in der Ortsmitte eine Synagoge und legten den heute noch gepflegten und unter Denkmalschutz gestellt Judenfriedhof an. 1848 lebten in Steinbach 217 Juden". Unter den "Sehenswürdigkeiten" des Ortes wird unter Nr. 1 der jüdische Friedhof, unter Nr. 2 das jüdische Museum genannt.  
     
Das jüdische Museum 
Steinbach Glan JuedMuseum 180.jpg (125719 Byte) Steinbach Glan JuedMuseum 181.jpg (77420 Byte) Steinbach Glan JuedMuseum 182.jpg (134831 Byte)
Das jüdische Museum in Steinbach am Glan in der Lindenstraße 3.

   
   
Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Steinbach am Glan   
Website des Jüdischen Museums in Steinbach am Glan  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Steinbach am Glan (interner Link)  
Aus der Website Holocaust Education: Seite über Walter Stras (geb. 1924 in Steinbach am Glan; Überlebender des KS Auschwitz, 1948 in die USA) mit 30-minütigem Video-Bericht.     

Literatur:  

Roland Paul: Aspekte zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Steinbach am Glan im 19. und 20. Jahrhundert und das Schicksal der Familie Mann. In: Westricher Heimatblätter. Heimatkundliche Mitteilungen aus dem Kreis Kusel Jg. 30 Nr. 1 März 1999. S. 13-22. 
ders.: Jüdischer Hausbesitz in Steinbach nach dem Urkataster 1845. In: Westricher Heimatblätter 35. S. 15-16. 
ders. (zus. mit C. Goldschmidt): Das Schicksal der Steinbacher Familie Mann. In: ebd. S. 37-41.
ders.: Die jüdische Gemeinde Steinbach am Glan vom 18. Jahrhundert bis zu ihrem Ende in der NS-Zeit. In: 650 Jahre Steinbach am Glan. 1355-2005. Eine Ortschronik. Hrsg. von der Ortsgemeinde Steinbach. Kaiserslautern 2005 S. 159-173.   
Ernst Schworm: Die jüdische Schule in Steinbach. In: Westricher Heimatblätter 35 S. 101-109.
Josef Wintringer: Die Synagoge in Steinbach. In: Westricher Heimatblätter 35. 2004 S. 17-24.   
Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005. S. 152.200.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 360-361 (mit weiteren Literaturangaben).  

    
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Steinbach am Glan  Palatinate. There was a Jewish community in the 18th century, growing to 217 (a third of the total) in 1848 and then declining to 119 in 1900 and 32 in 1932. A Jewish elementary school operated about 80 years before closing in 1916. The synagogue erected in 1725 was wrecked on Kristallnacht (9-10 November 1938), and the 13 Jewis remaining in Steinbach were ejected from the village during the riots and their homes looted. Another 13 Jews emigrated in the Nazi period. The last four Jews were deported to the Gurs concentration camp im October 1940 and the sent to Auschwitz in August 1942. The cemetery, which dated back to 1755, was desecrated by the Nazis and again in 1979 and 1986.     
          
           

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge   

                     

 

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Stand: 07. Juli 2017