Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Wiesenbronn (VG Großlangheim, Kreis Kitzingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
   
In Wiesenbronn bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Bereits 1548 werden Juden am Ort genannt. 
  
Im 18. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner zu: 1714 waren bereits acht jüdische Familien in Wiesenbronn, 1719 31 Personen. 
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1814 92 jüdische Einwohner (10,4 % von insgesamt 886 Einwohnern), 1837 160 (14,8 % von 1.080), 1867 105 (10,4 % von 1.013), 1890 80 (8,8 % von 908), 1900 52 (5,8 % von 896), 1910 44 (5,3 % von 836).  
   
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Wiesenbronn auf insgesamt 26 Matrikelstellen die folgenden jüdischen Familienvorstände genannt (mit neuem Familiennamen und Erwerbszweig): Joel Nathan Klugmann (Wein- und Getreidehandel, dann Feldbau), Joseph Eißig Strauss (Schmusen), Moses Laemlein Rosenbusch (Viehhandel und Feldbau), Eißig Laemlein Rosenbusch (Viehhandel und Feldbau), Schönlein, Witwe von Nathan Klugmann (Weinhandel), Samuel Selig Seligmann (Schlachten), Löw Selig Wiesemann (Schlachten), Abraham Löw Lämmlein Lehmann (Schlachten), David Lämmlein Lehmann (Weinhandel), Jüdlein Moses Liblin (Warenhandel), Joseph Lazarus Oettinger (Papierhandel), Samson Maennlein Rosenthal (Warenhandel), Simon Veitel Bamberger (Warenhandel; möglicherweise identisch mit Simon Simcha Bamberger, d.h. Vater des späteren Würzburger Rabbiners Seligmann Bär Bamberger), Meyer Samuel Handburger (Spezereihandel), Simon Isaac Einhorn (Schmusen), Abraham Isaac Gutgewaehr (Viehhandel und Feldbau), Simon Isaac Eisenthal (Viehhandel), David Abraham Eichbronner (Viehhandel und Feldbau), Salomon Eisig Strauss (Viehhandel), Isaac Eisig Strauss (Viehhandel), Klaerla, Witwe von Salomon Weikersheim (weibliche Arbeiten), Aron Moses Roßmann (Viehhandel), Abraham Nathan Klugmann (Weinhandel und Feldbau), Simon Löw Samuel Dienstbieter (Weinhandel), Selig Wiesmann (Metzgerei, seit 1823); nicht auf der Matrikelliste Fälklein Nathan Wertheimer (jüdischer Lehrer) und Abraham Levi. 
  
Berühmtester Sohn der jüdischen Gemeinde ist der "Würzburger Raw", der in Wiesenbronn geborene Rabbiner Seligmann Bär Bamberger. Sein Geburtshaus in der Eichenstraße 1 wurde 1981 abgebrochen. Eine Gedenktafel befindet sich am Nachbargebäude mit folgender Inschrift: "Auf diesem Platz stand das Geburtshaus des 'Würzburger Raw' Seligmann Bär Bamberger. Die Gemeinde Wiesenbronn gedenkt ihrer ehemaligen jüdischen Mitbürger".    

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Rödelsee beigesetzt (ein altes Memorbuch wurde in der Gemeinde aufbewahrt). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (siehe Ausschreibungen der Stelle unten). 1817 war in der Gemeinde als Lehrer Fälklein Nathan Wertheimer tätig (siehe Matrikelliste oben). In besonderer Erinnerung blieb aus dem 19. Jahrhundert Lehrer Jacob Rosenbaum, der 1897 verstorben ist und zuvor 34 Jahre lang als Lehrer der Gemeinde tätig war (siehe Bericht unten). Nur kurze Zeit in der Gemeinde war der 1909 überraschend schnell verstorbene Lehrer Emanuel Schloß (siehe Bericht unten). Die Gemeinde gehörte zum Distriktsrabbinat Kitzingen
  
Keine Gefallenen aus der jüdischen Gemeinde im Ersten Weltkrieg.    
  
Um 1924, als zur Gemeinde 27 Personen gehörten (3,1 % von insgesamt 882 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Wolf Eichenbrenner und Simon Münz. Damals erhielten drei Kinder der Gemeinde ihren Religionsunterricht durch Lehrer Bernstein aus Mainbernheim. 1932 war Gemeindevorsteher Hermann Sondhelm.      

1933 lebten noch 22 jüdische Personen in Wiesenbronn (2,5 % von insgesamt 866 Einwohnern).
In
den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bis 1937 verließen neun Gemeindeglieder den Ort: drei emigrierten nach Palästina, zwei in die USA, vier verzogen in andere Orte Deutschlands. Drei jüdische Einwohner verstarben noch am Ort. 1938 wurden noch neun jüdische Einwohner gezählt. Im Oktober 1938 erklärte der Verband der Bayerischen Israelitischen Gemeinden die Auflösung der Gemeinde. Beim Novemberpogrom 1938 kam es zu Misshandlungen jüdischer Einwohner. In einigen Häusern wurden die Scheiben eingeworfen. Im Stoffgeschäft Krämer wurden die Schaufenster eingeschlagen, die Ware auf die Straße geschleppt und anschließend auf einem Feld verbrannt. Auf dem Dorfplatz stellte man eine jüdisch gestaltete Puppe auf und hängte ihr ein Schild mit den Namen jener Einwohner um, die noch mit Juden geschäftlich oder privat verkehrt hatten. Zwei Juden von Wiesenbronn wurden in das KZ Dachau gebracht, wo einer von ihnen, der letzte Gemeindevorsteher Sali Heippert am 13. Dezember 1938 umgekommen ist. Zwischen Juli 1939 und September 1940 verließen weitere sechs jüdische Einwohner das Dorf. Einer konnte noch nach Palästina emigrieren, fünf zogen in andere Orte Deutschlands. Anfang Februar 1942 lebten nur noch drei jüdische Frauen in Wiesenbronn. Eine wurde am 20. März 1942 nach Kitzingen verbracht, von dort am 10. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt.  Die beiden anderen wurden über Kitzingen nach Würzburg verbracht und von dort am 24. März 1943 nach Izbica bei Lublin bzw. am 17. Juni 1943 nach Auschwitz. Beide wurden ermordet. 
  
Von den in Wiesenbronn geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Lina Gidel Altmann geb. Eisenheimer (1865), Malchen Eichenbronner (1878), Moses Eichenbronner (1881), Nathan Eichenbronner (1875), Getta Eisenheimer (1862), Simon Eisenheimer (1859), Klara Frank geb. Rosenbusch (1870), Marta Fröhlich geb. Münz (1895), Simon Fröhlich (1898), Emma Heippert geb. Klugmann (1887), Käthe Heippert (1920), Sali (Sally) Heippert (1885), Doris Hermanns geb. Rosenbusch (1869), Anna Isaacson (1880), Fanny Joseph geb. Rossmann (1881), Jeane Klugmann (1871), Joseph Klugmann (1884), Hedwig Kohn geb. Klugmann (1891), Jakob Krämer (1881), Selma Krämer geb. Fleischhauer (1893), Klara Maier geb. Strauss (1862), Meta Müller geb. Eichenbronner (1883), Jakob Münz (1888), Georg Paul (1890), Hedwig Paul geb. Münz (1893), Hilda Paul geb. Münz (1891), Leo Rosenbusch (1867), Hanna Sacki geb. Klugmann (1862), Regina Sondhelm (1876), Rosa Stein geb. Rossmann (1880).       
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  

Ausschreibungen der Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle 1900 / 1903 / 1907

Wiesenbronn Israelit 13121900.jpg (67009 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Dezember 1900
"Die hiesige 
Religionslehrerstelle
erbunden mit dem Vorbeter- und Schächterdienste ist per Januar zu besetzen. Fixes Gehalt beträgt bei freier Wohnung Mark 600.--. Nebenverdienst und Einnahme aus der Schechitah betragen Mark 400.-  Seminaristisch gebildete Lehrer (verheiratete bevorzugt) belieben sofort ihre Zeugnisabschriften an den unterzeichneten Vorstand einzusenden. 
Wiesenbronn bei Kitzingen am Main, 10. Dezember (1900). 
A. Roßmann
."     
 
Wiesenbronn Israelit 19021903.jpg (41727 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1903
"Die hiesige Religionslehrer-, Vorbeter- und Schochetstelle wird per 1. März vakant.  
Fixer Gehalt: 600 Mark, Schechitah und Nebenverdienste 400 Mark, freie Wohnung mit Garten nebst Holzrecht. Reflektanten wollen alsbald ihre Zeugnisse an den unterzeichneten Kultusvorstand einsehen.   
Wiesenbronn, bei Kitzingen, 10. Februar 1903. A. Roßmann."      
 
Wiesenbronn Israelit 25041907.jpg (48516 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Dezember 1907: "Die hiesige 
Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle 
ist per 1. Mai zu besetzen. - 
Jährliches festes Gehalt 600 Mark sowie 600 Mark garantierte Nebeneinkünfte aus dem Vorbeter- und Schächterdienste.
Meldungen richte man gefälligst an den unterzeichneten Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wiesenbronn. 
A. Rossmann
."    

  
Zum Tod des Lehrers Jacob Rosenbaum (1897)   

Wiesenbronn Israelit 16121897.jpg (125681 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Dezember 1897: "Wiesenbronn, im Kislew. Wiederum hat der Tod eine weite Lücke gerissen, nicht nur in eine Familie und in unsere Gemeinde, sondern für das ganze Judentum wird der Verlust unersetzlich sein. Unser Lehrer und Führer, der hier nahezu 34 Jahre seines Amtes mit großer Treue waltete, Herr Jacob Rosenbaum weil nicht mehr unter uns. Nachdem er noch am Sonntag unterrichtete, machte am Dienstag Nacht eine Herzlähmung seinem edlen Leben, welches nur der Tora, Aboda (Gottesdienst) und Gemilus Chasodim (Wohltätigkeit) gewidmet war, ein Ende. Mehr als 60 Jahre stand er als Lehrer, Chasan und Schochet in den jüdischen Gemeinden Germersheim, Klein-Ostheim, Gleusdorf, Rödelmaier und zuletzt hier in einer Weise vor, die ihm überall die Achtung, Liebe und Anhänglichkeit seiner Kultusmitglieder erwarb. Davon legte seine am Eref Schabbos (Freitag) stattgehabte Beerdigung den sprechendsten Beweis ab. Von nah und fern waren Freunde, Schüler und Kollegen herbeigeeilt, um dem teueren Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Vor dem Trauerhause gaben die Herren Lehrer Strauß - Kleinlangheim, Lehmann - Schonungen, Eisenheimer - Großenbuseck, Rosenbaum - Berolzheim (Sohn des Verstorbenen) und der protestantische Lehrer Zemer - Wiesenbronn, den Gefühlen des Schmerzes in ergreifenden Reden Ausdruck. Die ganze Bevölkerung Wiesenbronns, ohne Unterschied des Konfession, gab dem von Allen verehrten Dahingeschiedenen das Geleite. Auf dem Begräbnisplatze, in dem eine Stunde entfernten Rödelsee, hatten sich zahlreiche Freunde und Verehrer des Verlebten eingefunden und hier gaben Lehrer Frank - Rödelsee und Kissinger - Frankenwinheim ein treffliches Lebensbild, des als Jehudi, als Lehrer und als Mensch gleich groß dastehenden Mannes, der uns ebenso unersetzlich als unvergesslich sein wird. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."       

  
Zum Tod des Lehrers Emanuel Schloß (1909)      

Wiesenbronn Israelit 25111909.jpg (131866 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25.´November 1909: "Wiesenbronn (Unterfranken), 23. November (1909). Mit dem Hinscheiden unseres allverehrten Lehrers Emanuel Schloss - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - hat unsere Gemeinde einen überaus schmerzlichen Verlust erlitten. Die Beisetzung fand unter ungewöhnlich zahlreicher Beteiligung aller Schichten der Bevölkerung statt. 
In Verhinderung des zuständigen Herrn Rabbiners Adler in Kissingen wurde Herr Präparandenlehrer Klugmann aus Höchberg von der Gemeinde zur Abhaltung eines Hesped (Trauerrede) berufen. In zu Herzen gehenden Worten schilderte derselbe das verdienstvolle Wirken des für die Ideale unserer heiligen Tora und Religion begeisterten Lehrers und Erziehers, des von innigster Andacht beseelten Vorbeters, des treuen Freundes und einsichtigen Beraters der Gemeindeglieder. Herr Lehrer Rosenberger - Kleinlangheim widmete dem hochgeschätzten Kollegen Worte ehrenden Gedächtnisses, hervorhebend, dass bei der jetzigen, der Tora leider abholden Generation mehr denn je der Ausspruch unserer Weisen - seligen Andenkens - seine Berechtigung hat : 'ein Gerechter vergeht, für seine Generation ist vergangen', weshalb der Verlust des allgemein Betrauerten ein beklagenswerter sei. Mit tränenerstickter Stimme rief hierauf der Sohn des Verblichenen, Herr Lehrer Jakob Schloß - Mönchsroth, dem Vater tiefergreifende Worte kindlicher Dankbarkeit und Verehrung nach.
Auf dem Friedhof zu Rödelsee, wohin man die sterbliche Hülle des Dahingegangenen geleitete, hielt Herr Lehrer Wechsler - Aschbach einen eindrucksvollen Hesped (Trauerrede), das Leben und Wirken des Verstorbenen mit den Worten kennzeichnend: 'Gottesfurcht ist das Licht des Lebens..." Gottesfurcht war die Quelle seiner Lebensäußerungen, bildete die Motive seiner Handlungen; Gottesfurcht war sein köstliches Kleinod. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."         

  
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Jugendliche wegen Aktion gegen Synagoge und jüdische Häuser verurteilt (1936)  
Anmerkung: zu dem vielleicht überraschenden Urteil 1936 ist anzumerken, dass die NS-Behörden keine Privataktionen duldeten, die nicht mit Parteibehörden, Gestapo usw. abgesprochen waren.

Wiesenbronn Israelit 30011936.jpg (82949 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Januar 1936: "Wegen Sachbeschädigung verurteilt. 
Frankfurt am Main, 22. Januar 1936. Die 'Main-Fränkische Zeitung' in Würzburg meldet aus Kitzingen: 
Die Judenfrage ist gesetzlich geregelt. Der Führer hat den klaren Befehl gegeben, dass Einzelaktionen gegen Juden zu unterbleiben haben. Trotzdem glauben manche immer noch, auf eigene Faust losziehen zu dürften. so fassten drei Burschen in Wiesenbronn den Entschluss, in ihrem Dorf etwas zu unternehmen. Eines Nacht klapperten die Scheiben und flogen bei vielen Juden die Fenster ein. Die drei hatten sich deswegen vor dem Amtsgericht Kitzingen wegen teils gemeinschädlicher, teils einfacher Sachbeschädigung zu verantworten. Jeder der drei Burschen wurde zu einer Geldstrafe von 60 Mark, für den Fall der Nichteinbringlichkeit zu einer Gefängnisstrafe von 20 Tagen verurteilt. Der Staatsanwalt hatte die Freiheitsstrafen beantragt. Nur dem Umstand, dass die Tat der jungen Burschen als ein unüberlegter Streich zu bewerten war, hatten sie es zu verdanken, dass sie mit einer, wenn auch empfindlichen Geldstrafe, davonkamen.     

  
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Über den aus Wiesenbronn stammenden "Würzburger Raw" - Seligmann Bär Bamberger (Artikel zu seinem Tod 1878)  
Anmerkung: es wird nur der erste Teil der Biographie bis zum Antritt der Rabbinates in Würzburg zitiert.      

Wiesenbronn AZJ 05111878.jpg (320389 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. November 1878: 
"Seeligmann Bär Bamberger. 
Wiederum ist ein Mann von hinnen geschieden, der in der Geschichte des Judentums seinen Platz einnimmt und dessen Mann neben den Persönlichkeiten, welche im Leben und in der Wissenschaft gewirkt und neue Bahnen eingeschlagen haben, mit Verehrung genannt zu werden verdient. Weithin ist die erschütternde Kunde gedrungen, dass der Distriktsrabbiner Bamberger in Würzburg am Laubhüttenfeste während des Gottesdienstes, ja, wie die Blätter meldeten, vor der geöffneten Bundeslade (= Toraschrein) plötzlich verschieden sei; ein Herzschlag machte seinem Leben ein Ende. 
Diesem würdigen Manne ein Wort der Erinnerung in dieser Zeitung zu widmen, erscheint mir, seinem ehemaligen Schüler, als eine Pflicht, als ein Akt der Pietät. 
Seligmann Bär Bamberger oder R. Jizchak Dob Halewi, unter welchem Namen er in rabbinischen Kreisen bekannte ist, wurde im Jahre 1909 in Wiesenbronn, einem Dorfe nicht weit von Würzburg, geboren. Er besuchte die im ersten Viertel dieses Jahrhunderts noch blühende Fürther Jeschiwah, wo er ganz nach nach alter Weise unter dem bekannten Wolf Hamburger dem Studium des Talmud oblag. Hamburger, dessen Lieblingsschüler er war und dessen Werke er vor der Drucklegung zuweilen kopierte, übte einen wesentlichen Einfluss auf seine spätere Denk- und Handlungsweise aus. Nach mehrjährigem Aufenthalte in Fürth kehrte er in die Heimat zurück; er begründete eine Familie und ward - Geschäftsmann. Schon damals ein tüchtiger Talmudist, widmete er in seinem frommen Eifer seine Tätigkeit mehr dem Studium als dem Geschäfte, das er seiner Frau überließ, sodass das Kapital, das er als Heiratsgut erhielt, in dem Maße abnahm, als seine Familie sich vergrößerte. Bald waren seine Mittel erschöpft und das Geschäft löste sich auf. - 
Im Jahre 1839 trat der greise Oberrabbiner Abraham Bing von seiner Stelle zurück, und das große Oberrabbinat Würzburg, zu dem noch verschiedene Ansbach'sche, Fulda'sche und andere Gemeinden gehörten, wurde gemäß Erlass des bayerischen Ministeriums in mehrere Distriktsrabbinate geteilt. Da entschloss sich Bamberger, durch die Verhältnisse gedrängt und durch seine Freunde ermuntert, als Kandidat für das Rabbinat Würzburg aufzutreten. Seine Anhänger vermochten es durchzusetzen, dass die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung, welche sich auch über deutsche Sprache und Elementargegenstände erstreckte, ihm erlassen und er als Distriktsrabbiner von Würzburg am 19. März 1840 gewählt wurde. Trotz mancher Kämpfe, welcher er namentlich in den ersten Jahren seiner Amtsführung zu bestehen hatte, erwarb er sich die Liebe und Achtung seiner Gemeinde; auch diejenigen, welche seiner Richtung nicht huldigten und ihren eigenen Weg gingen, schätzen ihn wegen seiner ungeheuchelten Frömmigkeit und seines biederen Charakters..."            


Zum Tod des aus Wiesenbronn stammenden Julius Klugmann (gest. 1921 in Nürnberg)  
 

Nuernberg Israelit 03031921.jpg (100189 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. März 1921: "Nürnberg, 27. Februar (1921). Einen schweren Verlust hat die Adaß Jisroel in Nürnberg erlitten. Vor einigen Wochen schied Herr Julius Klugmann nach kurzem Krankenlager aus dem Leben. Mit ihm verlor die gesetzestreue Judenheit Bayerns eine Persönlichkeit, die sie in ihren besten Traditionen verkörperte. Lange Jahre Vorstandsmitglied der Adaß Jisroel, strebte er in Ehrlichkeit und Treue, in nimmermüdem Eifer mit Gleichgesinnten, die Adaß Jisroel zum Mittelpunkt echtjüdischen Lebens in Nürnberg zu machen. Er selbst verstand es in wundervoller Weise, unterstützt von einer gleichgesinnten Gattin, in die Tat umzusetzen. Den Armen ist ein Wohltäter genommen worden, der in Wahrheit Jahrzehnte ohne Aufsehen und ohne viel darüber zu sprechen, viele Tränen getrocknet, und manches Leid gelindert hat. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch wurde er, der in Wiesenbronn geboren war, bei seinen Ahnen auf dem alten ehrwürdigen Friedhof zu Rödelsee zur letzten Ruhe gebettet; Rabbiner Dr. Wohlgemuth, Kitzingen und Rabbiner Dr. Klein, Nürnberg, beklagten in tief empfundenen Worten den Heimgang des echten Jehudi und wahren Menschenfreundes. Während der Schiwa sprach im Trauerhause Rabbiner Dr. Brader, Ansbach, als langjähriger Freund des Hauses, Worte herzlichen Gedenkens. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."       

   
Beiträge zum 50. Todestag von Rabbiner Seligmann Bär Bamberger in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. September 1928    
- 1. Dr. Moses Auerbach (Berlin): Rabbi Seligmann Bär Bamberger - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -  
- 2. Karl Ochsenmann (Frankfurt am Main): Seligmann Bär Bamberger - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - zum 50. Todestag. Dem Förderer jüdischen Schulwesens, dem Vertreter jüdischer Volksbildung ein Gedenkblatt zur 50. Wiederkehr seines Todestages in Ehrfurcht gewidmet. 
Anmerkung: Die Beiträge wurden nicht abgeschrieben - zum Lesen bitte die Textabbildung anklicken       

Rechts: Beitrag von
 Dr. Moses Auerbach
Wiesenbronn Israelit 27091928.jpg (378006 Byte) Wiesenbronn Israelit 27091928a.jpg (614018 Byte) Wiesenbronn Israelit 27091928b.jpg (551163 Byte)
       
Rechts: Beitrag von 
Karl Ochsenmann
Wiesenbronn Israelit 27091928c.jpg (901459 Byte) Wiesenbronn Israelit 27091928d.jpg (430521 Byte) Wiesenbronn Israelit 27091928e.jpg (318309 Byte)
       

  
 Neujahrgrüße von Frau Abraham Klugmann (September 1931)  

Wiesenbronn Israelit 10091931.jpg (37276 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. September 1931: 
"Allen lieben Verwandten und Bekannten wünsche ich herzlichst 
gute Einschreibung und Besiegelung  
Frau (von) Abraham Klugmann 
Wiesenbronn
."    

   
   
Zur Geschichte der Synagoge        
    
Im 18. Jahrhundert war ein Betraum oder eine erste Synagoge vorhanden. 1718 wurde eine Synagoge im Anbau zu einem Gebäude (des "Samson Judenhaus") an der Badersgasse eingerichtet. Auf diesem Grundstück stand - nach den archäologischen Funden von 2012 - zunächst vermutlich ein mittelalterlicher Herrensitz (nach 1264 erbaut). Um 1500 wurde das mittelalterliche Gebäude abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt (vermutlich ein Wohnhaus eines Handwerkers mit Werkstatt). 1718 wurde der genannte Anbau errichtet, durch den das Haus erstmals als Synagoge genutzt wurde. 1792 wurde eine neue Synagoge auf dem Grundstück erstellt. Das Gebäude enthielt im Erdgeschoss eine Vorsängerwohnung, den Betsaal im Obergeschoss. Über 140 Jahre war dieses Gebäude Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens am Ort. 1850 wurde im Erdgeschoss auch eine Mikwe (rituelles Bad) eingebaut. 1890 wurde ein größerer Umbau vorgenommen, der Betsaal wurde dabei mit aufwendigen Schablonenmalereien gestaltet. 
    
Im Zusammenhang mit der Auflösung der jüdischen Gemeinde im Oktober 1938 wurde die Synagoge geschlossen; die Ritualien wurden nach München verbracht, darunter Silberschmuck der Torarollen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wo sie beim Novemberpogrom 1938 zerstört wurden. 
 
Das Synagogengebäude kam in Privatbesitz und wurde 1950 zu einem Wohnhaus mit Zwischendecke im früheren Betsaal umgebaut. Unter dem Dach ist noch die Originaldecke der Synagoge (blauer Sternenhimmel) erhalten. Es ist bis heute ein auffallendes Gebäude am Ort . 1990 wurde an der Ostseite ein Nebengebäude neu erstellt.  
  
2005 erfolgte ein Besitzerwechsel. Vom neuen Eigentümer des Synagogengebäudes wurde seit diesem Jahr eine umfassende, aber zugleich behutsame Restaurierung und Sanierung des Gebäudes vorgenommen. Die Renovierungsarbeiten wurden im Sommer 2013 abgeschlossen. Über die Restaurierung erschienen mehrfach Presseartikel:       

Frühjahr 2007: Grabungen im Keller der ehemaligen Synagoge
Wiesenbronn Synagoge 210.jpg (58835 Byte)Links: Im Frühjahr 2007 fanden Grabungen und sanierungsbegleitende Beobachtungen im Keller des Synagogengebäudes statt.  
Quelle: Büro für Ausgrabungen und Dokumentationen Heyse, Website
 
Herbst 2008: Nur auf einem Nebengebäude der ehemaligen Synagoge wird eine Solaranlage installiert 
Zitate aus einem längeren Artikel in der "Main-Post" vom 11. November 2008 (Artikel): "WIESENBRONN - Sonne auf historischen Dächern
Bauherren wollen Solaranlagen – wenn sie in ein Denkmal ziehen, gibt es Probleme.
 
Reinhard Hüßner kennt sich aus mit Denkmälern. Er leitet das Kirchenburgmuseum in Mönchsondheim, und er baut sich ein historisches Gebäude zum Wohnhaus um – die alte Synagoge in Wiesenbronn (Lkr. Kitzingen). Ihm liegen auch Umweltschutz und Energiesparen am Herzen. So macht er sich bei der Sanierung seines Denkmals Gedanken, wie er Sonnenenergie nutzen kann. 
Ein verstecktes Nebengebäude darf er mit einer Solaranlage ausrüsten. Auf dem Haupthaus hat sie keine Chance. Das ist ihm klar. Dunkelblau spiegelnde Glasflächen, die moderne Technik über das Dach der Synagoge von 1792 stülpen – das würde nicht passen. 'Die roten, geschlossenen Dachlandschaften sind typisch für die fränkischen Dörfer', sagt Hüßner.
Als Winzer hat er ein Gefühl für die Landschaft. Als Volkskundler weiß er, dass Denkmäler sich wandeln und immer Zutaten bekamen, die irgendwann Mode oder neueste Technik waren, und die oft wieder verschwanden. Auch das sei zu bedenken.
...
Das meint auch Reinhard Hüßner. Die Solaranlage hat er sich zwar genehmigen lassen. Doch Vorrang hat die Wärmepumpe. Zwei 90 Meter tiefe Löcher ließ er dafür in den Hof bohren. Aus der Erde soll die Wärme für Wasser und Heizung kommen. Behutsam will er mit seinem Denkmal umgehen. Er zeigt den alten Betsaal der Synagoge mit der blauen Bemalung, erzählt von Lehmputz und Sumpfkalkmörtel für den neuen Anbau und davon, dass der Bau ein Jahr stockte, weil Hüßner im Keller fein säuberlich Relikte aus vergangenen Jahrhunderten freilegen ließ. Achtung vor Traditionen und natürlicher Umwelt gehören für ihn zusammen wie der bedachte Umgang mit Denkmälern und moderner Technik." 
   
September 2010: Die ehemalige Synagoge wird restauriert und als Wohnhaus genutzt  
Pressemitteilung im "Sonntagsblatt" vom 19. September 2010 (der Artikel von Torsten Schleicher im "Sonntagsblatt" wird nur mit den ersten Sätzen zitiert: "Wohnen unterm Sternenhimmel
Reinhard Hüßner restauriert die ehemalige Synagoge im Schwanbergdorf Wiesenbronn. 

In vielen Orten Frankens erinnern Friedhöfe und Synagogengebäude an die jüdische Vergangenheit - so auch im unterfränkischen Wiesenbronn. Reinhard Hüßner, Leiter des Mönchsondheimer Kirchenburgmuseums, leistet dort einen ganz privaten Beitrag der Erinnerungskultur: Er saniert die einstige Synagoge als künftiges Wohnhaus."  
  
Juli 2011: Auszeichnung für die Restaurierung der ehemaligen Synagoge  
Artikel von "fcn" in der "Main-Post" vom Juli 2011 (Artikel): "WIESENBRONN
25 000 Euro Preisgeld für die Sanierung der ehemaligen Synagoge 

Michaela und Reinhard Hüßner erhalten Auszeichnung von der unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks 
(fcn) Michaela und Reinhard Hüßner gehören zu den sechs Förderpreisträgern zur Erhaltung historischer Bausubstanz der unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks. Bei der Übergabe der mit jeweils 25 000 Euro dotierten Auszeichnungen lobte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel die Geehrten: 'Sie sind bereit, sich mit viel Engagement und großen finanziellen Opfern für unsere Heimat einzusetzen.'
Michaela und Reinhard Hüßner sanieren die ehemalige Synagoge in der Badergasse 4 in Wiesenbronn, erbaut 1792/93. In der Begründung der Jury heißt es: 'Ziel der Instandsetzung war neben der größtmöglichen Erhaltung der originalen Bausubstanz eine behutsame Ergänzung von ehemaligen Bauteilen und Schmuckelementen.' Der Bau eines Nebengebäudes für die Haustechnik und Sanitärräume habe Eingriffe in die historische Bausubstanz vermieden. Dennoch sei es gelungen, 'den langfristigen Erhalt des Gebäudes durch eine zeitgemäße Wohnnutzung sicherzustellen'.
'Uns ist dieser Preis sehr gelegen gekommen', freute sich Reinhard Hüßner. Auch der Landkreis Kitzingen habe das Projekt mit 3000 Euro gefördert. Er informierte die Festgäste im Gemeindehaus Kleinrinderfeld, dass es trotz umfassender Dokumentation im Verlauf der Arbeiten Überraschungen gegeben habe. 'In der Dachtraufe fanden wir Genisah, das ist historische Gebetsliteratur.' Außerdem traten Mesusa zu Tage, dabei handele es sich um früher im rechten Türpfosten angebrachte Textauszüge aus den Büchern Mose.
Hüßner präsentierte noch weitere Fundstücke – im Boden entdeckte und etwa 400 Jahre alte Vorratstöpfe, schön verzierte Kacheln aus dem 15. und 16. Jahrhundert sowie einen Pfeifenkopf aus dem 18. Jahrhundert. 'Man könnte diese Sachen einfach verschweigen und beseitigen, wir haben uns für die andere Variante entschieden.'
Der Förderpreisträger informierte, dass die Sanierung des Gebäudes noch rund ein Jahr dauern werde. Innen müssten noch Wandfassungen angebracht sowie Installationen und Sanitäranlagen eingebaut werden. Außerdem fehlt im Hof noch das Pflaster. 'Als wir im Jahr 2008 angefangen haben, wussten wir ungefähr, was auf uns zukommt', darauf wies Hüßner hin. Er betonte, dass man bei diesem Projekt alte Handwerkstechniken angewandt habe sowie viel Material aus der Umgebung – Steine, Holz und Lehm – nutzte."    
 
Mai 2012: Das Gebäude der ehemaligen Synagoge war vermutlich zunächst ein Herrensitz   
Artikel von Karina Brock im "Die Kitzinger" vom 6. Mai 2012: "Synagoge war wohl einmal ein Herrenhaus. Archäologie. Bevor die ehemalige Synagoge in Wiesenbronn zu einem jüdischen Gebetshaus wurde, war sie wahrscheinlich ein Herrensitz. Was ein bisschen Mörtel, ein Stück Holz und ein paar Steine so alles verraten können..."  
Link zum Artikel      
Artikel von Julia Haug in der "Main-Post" vom 6. Mai 2012: "Ein Adelssitz unter der Erde. Archäologischer Fund: Steinmauer in Wiesenbronn stammt aus dem 13. Jahrhundert..."  
Link zum Artikel   
 
September 2013: Die Renovierungsarbeiten konnten abgeschlossen werden  
Artikel in der Website des "Bayerischen Rundfunks" vom 11. September 2013: "Wiesenbronn (Lkr. KT) Ehemalige Synagoge saniert
In Wiesenbronn wird am Donnerstag (12.09.13) der Abschluss der Renovierungsarbeiten an der ehemaligen Synagoge gefeiert. Das 1792 erbaute Anwesen wurde in den vergangenen acht Jahren saniert. Nun dient es als Wohnhaus.
Das Ehepaar Michaela und Reinhard Hüßner hat das Anwesen 2005 erworben und die 1792 erbaute Synagoge nach streng denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restauriert. Alle Innenräume wurden in den originalen Farben gestrichen - vor allem der imposante Betsaal, dessen Decke ein Sternenhimmel ziert. Reinhard Hüßner ist als Leiter des nur wenige Kilometer entfernten Kirchenburgmuseums Mönchsondheim Experte in Sachen alter Gebäude. Dem Bauherren war wichtig, den Charakter der ehemaligen Synagoge zu erhalten...
Altes Wissen, alte Materialien. Für die Renovierung des alten Gotteshauses wurden ausschließlich Baustoffe verwendet, die nach historischen Methoden hergestellt wurden. So hat Reinhard Hüßner vor Ort nach Lehm gegraben, um den damals üblichen Lehmmörtel herstellen zu können. Die auf historischen Überlieferungen basierenden Arbeitsmethoden setzten die Handwerker zusätzlich unter Zeitdruck: Für die Mörtelarbeiten hatten die Maurer nur zwischen April und Oktober Zeit.
Projekt mit Fördermitteln unterstützt
Der historische Betsaal im Inneren der ehemaligen Synagoge. Ursprünglich hat das Ehepaar Hüßner für das Projekt 500.000 Euro veranschlagt. Die Hüßners bekamen aber auch finanzielle Unterstützung durch das Land Bayern, den Bezirk Unterfranken sowie den Landkreis Kitzingen. 2011 erhielt das Ehepaar zum Beispiel den mit 25.000 Euro dotierten Förderpreis des Bezirks Unterfranken zum Erhalt historischer Bausubstanz. 2012 überreichte ihnen die deutsche Stiftung Denkmalschutz einen Förderbeitrag von 65.000 Euro."   
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Weitere Artikel: 
- in der "Abendzeitung München" vom 11. Oktober 2013: "Wiesbronn (Unterfranken). Wohnen in der Synagoge: Ehepaar baut jüdisches Gebäude um..."  Link zum Artikel   
- in "Spiegel online" vom 11. Oktober 2013: "Umgebaute Synagoge. Wohnen unterm Sternenhimmel..."  Link zum Artikel      
   
Wichtiger Hinweis des Webmasters nach Kontakt mit dem Eigentümer des Gebäudes der ehemaligen Synagoge:  Der ehemalige Betsaal steht für Besichtigungen nach der Restaurierung nicht zur Verfügung. Ab Frühjahr 2014 können die ehemalige Mikwe im Erdgeschoss und ein kleiner Ausstellungsraum besichtigt werden.   
 
November 2015: Bericht über die renovierte ehemalige Synagoge 
Artikel von Barbara Herrmann in der "Main-Post" vom 4. November 2015: "Wiesenbronn. Fenster in die Vergangenheit..."
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Adresse/Standort der Synagoge:   zwischen Kleinlangheimer Straße und Badersgasse (Nr. 4) 
  
  
Fotos   

Das Gebäude 
der ehemaligen Synagoge 
vor der Renovierung 
Wiesenbronn Synagoge 197.jpg (33942 Byte) Wiesenbronn Synagoge 198.jpg (62679 Byte)
    Die beiden Fotos wurden 2004 erstellt 
(Fotos von Jürgen Hanke, Kronach, www.synagogen.info
     
Hinweistafel am Platz des
 Geburtshauses von 
Rabbiner Seligmann Bär Bamberger
(Parkplatz neben dem "Schwarzen Adler" 
an der Eichstraße 1) 
Wiesenbronn Schneckenweg 010.jpg (114372 Byte)
  Text der Hinweistafel: "Auf diesem Platz stand das Geburtshaus des 'Würzburger Rav' 
Seligmann Bär Bamberger. Die Gemeinde Wiesenbronn gedenkt ihrer ehemaligen
 jüdischen Mitbürger"; das Geburtshaus von Bamberger wurde 1981 abgebrochen  
       
Nach der sorgfältigen Renovierung: 
das Gebäude der ehemaligen Synagoge 
im November 2011 bzw. im
September 2013 

(Fotos: Reinhard Hüßner) 
Wiesenbronn Synagoge 11011a.jpg (51931 Byte) Wiesenbronn Synagoge 11010a.jpg (78047 Byte)
    Außenansicht nach 
abgeschlossener Renovierung 
Innenansicht des ehemaligen
 Betsaales mit Schablonenmalereien
 aus der Zeit um 1890 
  
  Das Foto oben in hoher Auflösung  Das Foto oben in hoher Auflösung 
     
Wiesenbronn Synagoge 210.jpg (216198 Byte) Wiesenbronn Synagoge 211.jpg (177227 Byte) Wiesenbronn Synagoge 212.jpg (264081 Byte)
Fotos oben nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten im September 2013: die ehemalige Synagoge als Wohnhaus  

   
   

Links und Literatur   

Links: 

Website der Gemeinde Wiesenbronn    

Literatur:  

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 428-429.  
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 127-128;  1992² S. 137.   
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 470-471. 
Avraham Malthête: Bamberger Circumcisions.  Online eingestellt
In diesem Beitrag werden Eintragungen von Beschneidungen aus der Familie Bamberger in Wiesenbronn zusammengestellt. Diese Beschneidungen nahm der Mohel Ascher Blumenthal aus Altenschönbach vor.    
Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13. Würzburg 2008. S. 179-180. 
Franken Obpf Lit 010.jpg (75915 Byte)Hans-Peter Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Wiesenbronn S. 148-151. 
Reinhard Hüßner: "Ist die Synagoge ohnehin baufällig und nur mittelst Klammern und Rügeln zusammengebunden". Zur Baugeschichte der Wiesenbronner Synagoge. In: Jahrbuch für den Landkreis Kitzingen 2009. Dettelbach 209. S. 239-254.    

    
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Wiesenbronn  Lower Franconia. Jews are first mentioned in 1548 and a community is known from the 17th century. A synagogue was built in the late 18th century. R. Seligmann Baer Bamberger ('the Wuerzburger Rav'), founder of the Wuerzburg teachers seminary and chief rabbi of the Wuerzburg region in 1840-70, was born in Wiesenbronn in 1807 and founded a yeshiva there. The Jewish population reached 160 in 1837 (total 1.080) and then declined steadily to 22 in 1933. Nine left in 1933-38 and another six in 1939-40 in the wake of the Kristallnacht riots (9-10 November 1938). Three remaining women were reported to Izbica in the Lublin district (Poland) and the Theresienstadt ghetto in 1942.
    
     

                   
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Stand: 08. November 2015