Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Kronach (Kreisstadt)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Zur Geschichte und gegenwärtigen Nutzung der Synagoge in Kronach siehe die Seiten 
des Aktionskreises Kronacher Synagoge e.V.  
www.synagoge-kronach.de 

       
Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Berichte zur Jubiläumsfeier in der ehemaligen Synagoge Kronach am 5. Oktober 2008  
Erinnerungsarbeit vor Ort - weitere Berichte 
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
    
In Kronach bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. Eine erste Erwähnung liegt in den sogenannten "Memorbüchern" vor, in denen die von der sogenannten "Rindfleisch-Verfolgung" im Jahr 1298 betroffenen Orte genannt werden. In Kronach sollen damals zehn Juden erschlagen worden sein. Wann wiederum jüdische Personen in der Stadt zugezogen sind und ob diese von der Judenverfolgung in der Pestzeit 1348/49 betroffen waren, ist nicht bekannt. 1383 wurde der Jude Samiel von Kronach in Coburg genannt, 1403 ein Kronacher Jude in Bamberg, 1448 einer in Kulmbach, 1450 zwei in Lichtenfels. Zwischen 1390 und 1395 werden in Rechnungsbüchern der Stadt fünf jüdische Personen aufgeführt, 1403 vier. Insgesamt waren in diesen Jahren acht verschiedene jüdische Personen (vermutlich Familienoberhäupter) in der Stadt; die Namen waren Abel, Moses, Simon, Gotsmann, Joseph, Jakob, Seligmann, Samuel. Die jüdischen Familien lebten damals unter dem Schutz des Bischofs von Bamberg. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie durch den Geldhandel. Das Wohngebiet der jüdischen Familien war insbesondere im Bereich der (1577 erstmals genannten) "Judengasse". Bereits im 15. Jahrhundert lassen sich Juden jedoch auch in anderen Stadtvierteln nachweisen. 
   
Von einer Vertreibung der jüdischen Einwohner im 16. Jahrhundert ist nichts bekannt. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges zogen jüdische Familien auch von umliegenden Dörfern zu, wo sie sich über mehrere Jahre - noch mehr als die christliche Bevölkerung - in ständiger Lebensgefahr befanden. 1635 gab es allerdings Bemühungen, sie aus der Stadt zu verweisen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg ging die Zahl der Juden in der Stadt zurück. Bis Mitte des 18. Jahrhundert war die Zahl auf fünf Schutzjuden(-familien) zurückgegangen (1747/48). Grund für den Rückgang war die judenfeindliche Haltung in der Stadt und die ständigen Bemühungen der Bürgerschaft und des Rates, die Zahl der Juden in Kronach auf eine möglichst kleine Zahl zu beschränken oder die Juden ganz auszuweisen. Zu einem Überfall auf die jüdischen Familien in Kronach kam es im Zusammenhang mit dem allgemeinen Aufstand gegen die Juden im Hochstift Bamberg 1699. Die Regierung veranlasste eine Untersuchung der Ausschreitungen und die Entschädigung der beraubten Familien. Die beschädigten jüdischen Häuser mussten auf Befehl der Regierung wieder hergestellt werden. Die jüdischen Familien lebten im 17./18. Jahrhundert inzwischen überwiegend vom Handel mit Vieh, Pferden, Landesprodukten und Waren aller Art. 
   
Erst im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner wieder stärker zu: 1809/10 waren es 20 jüdische Einwohner (0,8 % von insgesamt 2.369 Einwohnern), 1867 20 (0,8 % von 3.779), 1880 71 (1,8 % von 4.037), 1890 101 (2,4 % von 4.140), 1910 68 (1,3 % von 5.434). 
  
An Einrichtungen hatte die erst 1883 offiziell gegründete jüdische Gemeinde (zuvor gehörten die Kronacher Juden zur Gemeinde in Friesen) eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Verschiedene Anzeigen (siehe unten) aus dem 19. Jahrhundert berichten von der Entwicklung der Lehrerstelle in Kronach: 1845 suchte eine der ersten in Kronach zugezogenen Familien (Süsheim) einen privaten Lehrer, 1865 wurde gemeinsam mit der Nachbargemeinde Friesen ein Lehrer angestellt, 1877 gemeinsam mit der Nachbargemeinde Oberlangenstadt. Im Jahr vor der Einweihung der Synagoge (1882) hat die Kronacher Gemeinde erstmals einen eigenen Lehrer angestellt. Die Gemeinde gehörte zum Distriktsrabbinat Burgkunstadt, später zum Bezirksrabbinat Bayreuth. 
   
Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden in älteren Zeiten möglicherweise auf einem jüdischen Friedhof in Kronach beigesetzt, der sich am Abhang des Rosenberges am Dörfleser Weg befunden haben soll. Später beerdigten die Kronacher Juden ihre Verstorbenen auf dem Friedhof am Ebnether Berg bei Burgkunstadt. Inwieweit auch der Friedhof in Küps von den Kronacher Juden benutzt wurde, kann nicht mehr eindeutig nachgewiesen werden.   
    
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Leutnant Julius Roßmann (geb. 13.8.1886 in Kronach, gef. 24.3.1918; ruht auf der Kriegsgräberstätte in Neuville - St. Vaast), Siegmund Bernhard Roßmann (geb. 11.3.1885 in Kronach, gef. 20.7.1915; ruht auf der Kriegsgräberstätte in Hohrod). Außerdem sind gefallen:  Unteroffizier Max Heimann (geb. 8.4.1894 in Kronach, vor 1914 in Burgkunstadt wohnhaft, gef. 13.11.1916), Gefreiter Richard Heimann (geb. 3.5.1891 in Kronach, vor 1914 in Burgkunstadt wohnhaft, gef. 6.5.1917). Die Namen der beiden Brüder Roßmann werden auf dem Ehrenmal der Stadt Kronach unterhalb der Festung Rosenberg genannt (Link); der Name von Julius Rossmann auch auf der Gedenktafel im Schützenhaus Kronach für die gefallenen Mitglieder des Schützenvereins Kronach.        
   
Um 1924, als nur noch 32 jüdische Personen in der Stadt lebten (0,5 % von 6.244), waren die Vorsteher der Gemeinde Felix Strauß, Jakob Fleischmann und Leo Adler. Inzwischen hatte die Gemeinde keinen eigenen Religionslehrer mehr. Den Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen (für nur noch zwei Kinder) erteilte Lehrer Salli Schmid aus Lichtenfels. 1932 war 1. Vorsteher der Gemeinde (und Schatzmeister) Felix Strauß, 2. Vorsteher (und Schriftführer) L. Mosbacher. Jüdischer Religionslehrer für die damals vier schulpflichtigen jüdischen Kinder war Lehrer Arnold Seliger aus Lichtenfels. Der jüdischen Gemeinde in Kronach war der in Gundelsdorf lebende jüdische Ziegeleibesitzer Julius Obermeier angeschlossen (gest. 1936 im Amtsgerichtsgefängnis Kronach an Herzschwäche nach Verhaftung auf Grund von angeblicher 'Rassenschande').  
  
1933 wurden 35 jüdische Einwohner in der Stadt gezählt (0,5 % von 6.706). Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien entschlossen sich alsbald mehrere der jüdischen Einwohner zur Aus- beziehungsweise Abwanderung. Im Oktober 1935 wurden auf dem städtischen Viehmarkt Schilder mit der Aufsicht "Juden unerwünscht" angebracht. Dennoch konnten die jüdischen Viehhändler noch einige Zeit ihren Geschäften nachkommen. Zwischen 1933 und 1939 konnten sieben jüdische Einwohner emigrieren (drei nach England, zwei nach Frankfurt, je einer nach Palästina/Erez Jisrael und in die Schweiz). Acht jüdische Personen verzogen in andere Ort, drei davon nach Nürnberg. Zwei starben in Kronach. Beim Novemberpogrom 1938 kam es zu schweren Ausschreitungen gegen die jüdischen Familien, bei denen das Haus der Familie Strauss zerstört worden ist. Im Frühjahr 1942 lebten noch zehn jüdische Personen in Kronach. Von ihnen wurden acht am 25. April über Bamberg nach Izbica bei Lublin deportiert, die beiden anderen am 9. September 1942 ins Ghetto Theresienstadt.    
  

Von den in Kronach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Benno Bamberger (1877), Ernst Bamberger (1878), Fritz Bamberger (1862), Fritz Bamberger (1876), Ida Bamberger (1886), Karl Bamberger (1880), Theodor Bamberger (1870), Amalie Behr geb. Mosbacher (1865), Bertha Bettmann geb. Roßmann (1883), Bernhard Böhm (1883), Hedwig Böhm geb. Frank (1894), Amalie Behr geb. Mosbacher (1865), Bernhard Bettmann (1875),  Fritz Cohn (1909), Sofie Fleischmann geb. Hellmann (1883), Betty Fried geb. Bachmann (1867), Frieda Lamm geb. Walter (1890), Hilda Lamm geb. Loewy (1885), Joseph Lamm (1888), Ludwig Lamm (1888), Ernst Loewy (1927), Grete (Gretchen) Maienthau geb. Bamberger (1882), Siegbert Meyer (1919), Josef Mosbacher (1872), Kurt Mosbacher (1907), Ludwig Mosbacher (1874), Julie Rainer geb. Gerson (ca. 1900), Ida Maria Senger geb. May (1883), Max Markus Tannenbaum (1879), Selma Tannenbaum geb. Lamm (1884), Frida Weil geb. Tannenbach (1909), Johanna Wolf (1868), Martha Zimmer geb. Bachmann (1870). 
  
Im städtischen Friedhof Kronach (Friedhofstraße) befindet sich eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die aus der Stadt in der NS-Zeit umgekommenen/ermordeten jüdischen Personen mit der Inschrift: "Die Stadt Kronach gedenkt voll Wegmut ihrer jüdischen Mitbürger, welche Opfer der Gewaltherrschaft des Dritten Reiches geworden sind". Die in der Inschrift des Steines verzeichneten deportierten Familien entsprechen allerdings nicht mehr den neuesten geschichtlichen Erkenntnissen (Fotos der Gedenkstätte siehe unten).  
  
Anmerkung: die in verschiedenen Listen angegebene Johanna (Hannchen) Babtschinsky geb. Tannenbaum (1920) ist nicht in der NS-Zeit umgekommen. Sie konnte mit ihrem Ehemann nach Kronach zurückkehren und betrieb in den 1950er-Jahren eine Reifenvulkanisierungswerlstatt in Kronach (Hinweis von Christian Porzelt auf Grund der Angaben in: Katha B. Zaich/Willi Zaich s.Lit. und Christoph Zeckai s.Lit.)    
      
      
      
      
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers, Vorbeters, Schochet 1845

Der erste in Kronach angestellte jüdische Lehrer wurde privat von Familie M. Süsheim angestellt.
Kronach AZJ 17021845.jpg (32717 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Februar 1845: "Anzeige. (Lehrerstelle). Ein Lehrer, welcher das Seminar absolviert, mit guten Zeugnissen versehen, im Hebräischen, Deutschen, womöglich auch in der französischen Sprache und Klavier Unterricht erteilen kann, kann unter sehr annehmbaren Bedingnissen, stündlich oder auch erst bis Mitte Mai, bei dem Unterzeichneten Unterkunft finden. Näheres auf portofreie Briefe. 
Kronach in Oberfranken in Bayern. M. Süsheim"  
  
1865 stellte die Gemeinde gemeinsam mit der israelitischen Gemeinde in Friesen einen Lehrer an, wobei Kronach damals Filialgemeinde zu Friesen war.
Kronach Israelit 05041865.jpg (40501 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. April 1865: "Israelitische Religionslehrerstelle vakant. In der israelitischen Gemeinde Friesen mit Kronach ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schochet alsbald zu besetzen. Fixer Gehalt 200 Gulden. Nebeneinkünfte 100 Gulden nebst freier Wohnung. Bewerber wollen ihre Gesuche mit entsprechenden Zeugnissen über strenge Religiosität und seitherigen Wirkungskreis längstens in 4 Wochen franco einsenden. 
Friesen und Kronach (Bayern), 20. März 1865. Der israelitische Kultusvorstand. S. Friedmann." 
  
1877 stellten die Gemeinden Kronach und Oberlangenstadt gemeinsam einen Lehrer an: 
Kronach Israelit 01081877.jpg (49066 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. August 1877: "Die beiden israelitischen Gemeinden Stadt-Kronach und Oberlangenstadt, beide durch die Eisenbahn sehr nahe verbunden, beabsichtigen in Gemeinschaft einen Religionslehrer, der zugleich den Vorsänger- und Schächterdienst verstehen muss, aufzunehmen. Es steht demselben ohne andere Nebenverdienste, ein Jahresgehalt von eintausend Mark und freier Wohnung offen, sowie noch der Ertrag des Schächterdienstes, der sich zwischen vier bis fünfhundert Mark entziffert. - Reflektanten belieben sich an die Unterfertigte zu wenden. 
Oberlangenstadt, 15. Juli 1877. Die israelitische Kultus-Verwaltung Fleischmann jr.  
  
1882 wurde der erste nur für Kronach zuständige Religionslehrer angestellt: 
Kronach Israelit 23051882.jpg (48459 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1882: "Bei der israelitischen Kultusgemeinde Kronach in Bayern ist die Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle baldigst zu besetzen. Mit dieser Funktion ist ein fixer Gehalt von jährlich Mark 800 und circa Mark 300 als Nebeneinnahmen für den Schächterposten verbunden. Außerdem bezieht der Lehrer jährlich Mark 125 für den Religionsunterricht an der Realschule und können demselben weitere Nebeneinkünfte von ca. Mark 300 in Aussicht gestellt werden. 
Gut qualifizierte verheiratete Bewerber wollen sich schriftlich unter Beilage von Zeugnisabschriften wenden an den Kultus-Vorstand Z. Mosbacher." 
  
1891 war die Stelle ausgeschrieben in Verbindung mit der inzwischen gleichzeitig zu betreuenden Stelle in Oberlangenstadt
Kronach Israelit 06081891.jpg (45872 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1891: "Religions-Lehrer-Stelle. Am 1. Oktober dieses Jahres erledigt sich dahier die israelitische Religions-Lehrer-Stelle, verbunden mit vorbeter- und Schächterfunktion. Der Posten wird mit Mark 900,- inklusive Wohnungszuschuss und Schechita-Aversum pro Anno honoriert und trägt durch Übernahme der Verwesung einer Nachgemeinde, 'Oberlangenstadt', mit wöchentlich zweimaligem Religionsunterricht, gleicher Funktion an diesiger königlicher Realschule und sonstigen Nebeneinkünften circa weitere Mark 6-800. Bewerber wollen sich unter Vorlage nötiger Zeugnisse an den Unterfertigten wenden. 
Kronach, 2. August 1891. Die israelitische Kultus-Gemeinde. Der Vorstand: Wilhelm May."
 
Kronach Israelit 22071909.jpg (49625 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juli 1909: "Wir suchen für die Festtage Neujahr und Versöhnungstag zur Unterstützung unseres Vorbeters 1 Aushilfs-Vorbeter, der auch Schofar blasen kann. Geeignete Bewerber wollen ihre Meldungen mit Angabe ihrer Anspruche an die unterzeichnete Vorstandschaft bis 1. August dieses Jahres einsenden. Kronach, Bayern, im Juli 1909. 
Die Vorstandschaft der israelitischen Kultusgemeinde Kronach."
  
Kronach Israelit 27071911.jpg (42875 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juli 1911: 
"Wir suchen für das Neujahrs- und Versöhnungsfest neben unserem Vorbeter einen 
Aushilfs-Vorbeter

der auch Schofarblasen kann. Bewerber wollen sich mit Angabe ihrer Ansprüche an Unterzeichnete wenden.
Israelitische Kultus-Gemeinde Kronach." 

 
Lehrer Moses Wetzler wirbt für sein Schülerpensionat (1890) 

Kronach Israelit 11081890.jpg (38635 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. August 1890: "Israelitische Schüler, welche die Königliche Realschule in Kronach besuchen wollen, finden in meinem Hause gewissenhafte Verpflegung und angelegentlichst Beaufsichtigung bei mäßigem Preise. Beste Referenzen. M. Wetzler, israelitischer Religionslehrer der Königlichen Realschule und der israelitischen Kultusgemeinde in Kronach."  

        
Anzeige von Lehrer Moses Wetzler (1907)        

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 18. Januar 1907: 
"Suche per sofort oder etwas später ein religiöses jüdisches Mädchen gesetzten Alters, Witwe nicht ausgeschlossen, als 
Stütze
 
auf dem Lande für bürgerliche Küche und Halthalt. Dienstmädchen vorhanden. Familienanschluss zugesichert. Nähere Auskünfte über Familie und Gehalt erteilt 
Lehrer M. Wetzler in Kronach, Bayern
, Oberfranken."          

  
25-jähriges Dienstjubiläum des Lehrers Moses Wetzler (1907)  

Kronach Israelit 07111907.jpg (94849 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. November 1907: "Kronach, 1. November (1907). Samstag, den 19. dieses Monats, waren 25 Jahre verflossen, seitdem unser bei der hiesigen Bevölkerung ohne Unterschied des Glaubens überaus beliebter und geachteter Lehrer und Kantor Herr M. Wetzler seine Wirksamkeit in der hiesigen Kultusgemeinde begonnen hat. Das Jubiläum gestaltete sich zu einer würdigen und sehr herzlichen Feier. Am Freitagabend brachte der Gesangverein 'Cäcilia' dem Jubilar ein Ständchen, wobei auch treffliche Ansprachen gehalten wurden. In der Synagoge predigte Samstag morgens Herr Bezirksrabbiner Dr. Goitein; er gedachte in seiner Rede der Verdienste des Jubilars und betonte besonders, dass dieser die Tora nicht nur lehre, sondern der Jugend und der Gemeinde in ihrer Erfüllung mit vorbildlicher Weise vorangehe. Nach dem Gottesdienst versammelte sich die Gemeinde in der Wohnung des Herrn Wetzler, wo ihm Herr Roßmann als stellvertretender Vorstand herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung aussprach und wertvolle Geschenke im Namen der Gemeinde überreichte. Das Gleiche besorgte dann Herr Marx als Vorsteher der Gemeinde Oberlangenstadt. Viele Glückwunschschreiben und Depeschen waren eingelaufen. Es war eine verdiente, für den Jubilar und seine Gattin erhebende, unvergessliche Ehrung."  
 

Das Foto rechts von 1891 zeigt die ehemalige Realschule, Kulmbacher Straße 1 in Kronach. Da an dieser Realschule Moses Wetzler von 1883 bis zum 1. Mai 1921 tätig war, ist anzunehmen, dass sich auch Moses Wetzler unter den abgebildeten Lehrern befindet. Ein Foto nur von Herrn Moses Wetzler konnte bisher noch nicht gefunden werden. 
(Quelle:  Sammlung Stefan Wicklein, Kronach; freundliche Vermittlung über Jürgen Hanke, Kronach)   

Kronach Schule 012.jpg (307848 Byte) Kronach Schule 012a.jpg (29984 Byte)

  
Zum Tod von Lehrer Moses Wetzler (1923)  

Kronach Israelit 19081923.jpg (141539 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. August 1923: "Moses Wetzler - er ruhe in Frieden. Am 11. Juli (1923) verstarb hier im 76. Lebensjahre Herr Hauptlehrer a.D. Moses Wetzler, der mehr als 50 Jahre als Religionslehrer sich vorbildlich und pflichtgetreu betätigt und bewährt hat. Nach fast 40jähriger Amtsführung in Kronach (Oberfranken) setzte er sich vor etwa 2 Jahren zur wohl verdienten Ruhe, um an der Seite seiner Gattin, mit welcher er 50 Jahre in trefflicher Eheharmonie lebte, seinen Lebensabend in Frankfurt am Main zu beschließen, wie er sich's in jungen Jahren schon gewünscht hatte. Zwölf Kinder, alle versorgt, trauern um den Tod eines Vaters, welcher die vielen Nöte eines jüdischen Lehrers und die wenigen Freuden eines solchen zur Genüge kennen lernte. Sein tief religiöses Empfinden und seine Berufsfreudigkeit ließen erst im hohen Greisenalter den Entschluss in ihm reifen, Kronach als den letzten Ort seiner Wirksamkeit zu verlassen, um zu seinem Sohne nach Frankfurt am Main überzusiedeln. Mit ihm ist ein Lehrerveteran, der seine ganze Lebenszeit und Lebenskraft jüdischen Gemeinden widmete und sich überdies noch als Mohel (sc. Beschneider) mit reicher Erfahrung in Nordbayern viele Jahrzehnte betätigte, aus dem Leben geschieden. Am Grabe sprach sein Sohn Siegfried Wetzler aus Wilhelmshaven, der selbst früher Lehrer war und zeichnete in ergreifender Rede das Lebensbild seines Vaters, der wie einst Moses die 12 Stämme durch die Wüste führte, seinen 12 Kindern ein treuer, frommer Berater und Erzieher auf ihrem Lebenswege gewesen war. Die rührenden Abschiedsworte des Sohnes an den Vater machten einen erhebenden nachhaltigen Eindruck auf alle Teilnehmer der Vorstands-Ersatzwahl in der Aguda-Jugend- und Mädchengruppe...".  
 
Frankfurt Friedhof Wetzler 010.jpg (85453 Byte)     Plan links (Ausschnitt aus dem Friedhofsplan Rat-Beil-Straße in Frankfurt): Das Grab von Moses Wetzler und seiner Frau Jeanette Wetzler geb. Heidelberger findet sich im Friedhof Rat-Beil-Straße in Frankfurt Abt. 127.  
(Quelle: Jüdische Gemeinde Frankfurt, Friedhofsverwaltung; 
rechts: Foto des Grabsteines)  
Frankfurt Wetzler - Mazewa 19230822.jpg (92194 Byte)
 
Hinweis auf die Urenkelin von Moses Wetzler: Laura Wetzler  
Wetzler Laura 020.jpg (56879 Byte)Laura Wetzler (geb. 1957 in Bayshore, NY) ist eine weltberühmte Sängerin insbesondere jüdischer Lieder in hebräischer, jiddischer und Ladino-Sprache. Sie hat zahlreiche CDs publiziert und ist in der ganzen Welt zu Konzertreisen unterwegs. 
Pete Seeger: "Laura is one of the very best".  
Artikel "Laura Wetzler" in jmwc.org     
Link: Website von Laura Wetzler  
    
  
 Konzert mit Laura Wetzler in der ehemaligen Synagoge 
in Kronach am 16. Juni 2013
 (Fotos: Jürgen Hanke)  
   
 Kronach Konzert Wetzler 01.jpg (122595 Byte) Kronach Konzert Wetzler 02.jpg (110392 Byte)   Kronach Konzert 2013 015.jpg (201825 Byte)  Kronach Konzert 2013 016.jpg (132673 Byte)
Während dem Konzert   
   
Gruppenaufnahme vor der
 ehemaligen Synagoge 
Laura Wetzler und 
Jürgen Hanke (Kronach) 
       
Presseartikel zum Konzert mit Laura Wetzler 
(erhalten von Jürgen Hanke)  
 Link: https://www.youtube.com/watch?v=1okSpQ3Ypj0    
Kronach PA 03062013.JPG (422214 Byte) Kronach PA 18062013.jpg (424166 Byte) Kronach PA 20062013.jpg (275130 Byte) Kronach PA 20062013a.jpg (156426 Byte)
  Artikel in der "Neuen Presse
 Kronach" vom 3. Juni 2013 
Artikel im "Fränkischen Tag" 
Nr. 138 vom 18. Juni 2013 
Artikel in der "Neuen Presse Kronach" Nr. 140 
vom 20. Juni 2013  

   
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
  
Zunahme der Gemeindegliederzahl im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts  

Kronach AZJ 15101883.jpg (121579 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. Oktober 1883: "Altenkunstadt (Bayern), 6. Oktober (1883). Seit Jahren musste es das Herz eines jeden Glaubensgenossen mit Wehmut erfüllen, wenn er die einst großen und blühenden jüdischen Landgemeinden in unserer Gegend sich auflösen sah. So hat sich die jüdische Gemeinde Redwitz, welche einst 40 Mitglieder zählte und einen eigenen Rabbiner hatte, den gelehrten Gutmann, welcher auch in der literarischen Welt durch seine in Geiger's Zeitschrift veröffentlichten Aufsätze über die Leviratsehe einen Namen sich erworben hatte, fast ganz aufgelöst. In Maineck, in Mitwitz, Horb wohnt noch eine jüdische Familie. In Oberlangenstadt und Küps ist auch eine bedeutende Reduktion der Gemeindemitglieder eingetreten.
 
Umso erfreulicher ist es nun, Ihnen berichten zu können, dass in Kronach, einem Städtchen von 4.000 Einwohnern, sich eine jüdische Gemeinde neu konstituiert hat. Vor einem halben Jahre hat die Gemeinde einen Lehrer engagiert und den Grund zum Neubau einer Synagoge gelegt. - Freitag, den 5. Oktober (1883) fand die feierliche Einweihung derselben statt. Sämtliche Behörden der Stadt waren zu derselben erschienen. Herr Rabbiner Dr. Flaschner in Burgkunstadt hielt die Weiherede. Sein Thema war: Was suchen wir in einem Gotteshause, was soll es uns bieten? Die Antwort auf diese Fragen gab der Redner mit den Worten: 1) Die Wahrheit - die Wahrheit in Gott, vor Gott und vor den Menschen; 2) die Liebe - die Liebe Gottes zu uns (Gnade), die Liebe zu Gott und den Nebenmenschen. Die Gesänge wurden trefflich exekutiert, einen ergreifenden Eindruck machte das vom Lehrer Geßlain (Christ) komponierte und unter seiner Direktion vorgetragene 'Ma tobu' auf die Zuhörer. Auch die Pièce auf 'Elias' von Mendelssohn wurde sehr schön von dem Chore, bestehend aus christlichen Lehrern Kronachs, gesungen. Dieses friedliche Zusammenwirken der Konfessionen zur Verherrlichung einer solchen Feier hat gewiss etwas Erhebendes und Tröstendes, für die Zukunft Beruhigendes.   
Nordhäuser, Lehrer". 

  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
Zum Tod von Charlotte Strauß (1890) 
  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Dezember 1890: "Kronach (Oberfranken). 16. Kislew (28. November 1890). Trauernd folgten wir heute dem Sarge eines Biederweibes, das alle Vorzüge in sich vereinte, die ein jüdisches Weib schmücken sollen. Frau Charlotte Strauß, die selige Gattin des sie überlebenden und ihr ebenbürtigen Gatten Herrn Isac Strauß von hier, weilt nicht mehr in unserer Mitte. Am 14. Kislew (26. November 1890) hauchte sie im Greisenalter von 80 Jahren nach kaum vierwöchentlichem Unwohlsein ihre reine Seele aus. Schon das stattliche Leichenbegängnis gab beredtes Zeugnis von der Liebe und Achtung, deren sich die Dahingeschiedene in hiesiger Stadt erfreute und sie war derselben auch würdig; denn ungeheuchelte Frömmigkeit, welche leider in unserer Zeit immer seltener wird, leitete sie auf ihrem Lebenswege; treu und streng erfüllte sie alle Pflichten, die das Judentum dem jüdischen Weibe auferlegt. Sie war während ihrer fast siebenundfünfzigjährigen Ehe eine treue Gattin, eine liebevolle Mutter und eine fromme Priesterin ihres Hauses; gegen ihre Mitmenschen war sie stets freundlich, Hilfe gewährend in Rat und Tat, so oft sich Gelegenheit hierzu bot. Möge ihr Andenken fortdauernd zum Segen sein; im Jenseits geht ihre Frömmigkeit vor ihr her und ebnet ihren Schritten den Pfad. (Hebräisch dto:) Ihre Frömmigkeit geht vor ihr her und ebnet ihren Schritten den Pfad (Psalm 85,14). Amen. W."   

   
Über die Kronacher Familie Bamberger  
(Informationen zusammengestellt von Jürgen Hanke)   

Zur Familiengeschichte:  Max Bamberger (geb. 21.2.1841 in Friesen, gest. am 14.11.1897 in Kronach und beigesetzt im jüdischen Friedhof Burgkunstadt) war verheiratet mit Marie geb. Iglauer aus Burgkunstadt (geb. 21.11.1844, gest. 22.2.1917 in Kronach und beigesetzt im jüdischen Friedhof Burgkunstadt). Das Ehepaar hatte neun Kinder: der älteste Sohn war Theodor Bamberger (geb. am 21.5.1870 noch in Friesen, war später als kaufmännischer Angestellter tätig). 1870 oder 1871 zog die Familie Bamberger nach Kronach, wo die anderen Kinder geboren sind: Elise (geb. 5.12.1871, gest. 28.4.1926 in Nürnberg), Simon (geb. 29.8.1873, war als Arzt tätig: Dr. Simon Bamberger, gest. 12.10.1927 in München), Heinrich (geb. 8.1.1875), Fritz (geb. 19.9.1876), Ernst (geb. 23.4.1878), Karl (geb. 9.8.1880), Grete (geb. 9.7.1882) und Ida (geb. 7.4.1886). Von diesen neun Geschwistern wurden - nachdem Elise und Simon bereits gestorben waren - sechs 1942 deportiert und ermordet; nur Heinrich Bamberger überlebte die NS-Zeit. Er war bereits vor 1933 nach Basel ausgewandert und starb am 16.9.1946. Über ihn ist in Kronach nur wenig bekannt.  
 
Vgl. zur Familiengeschichte: Artikel von Carolin Münzel und Georges Segal in der "Neuen Presse Coburg" vom 1. September 2011 
(Link zum Presseartikel): "Kronacher Jude auf Spurensuche. Heinrich Bamberger hat als einziges Mitglied seiner Familie den Holocaust überlebt. Sein Enkel Georges Segal ist derzeit in Kronach. Eine Dauerausstellung in der Synagoge soll die Geschichte seines Großvaters erzählen.   
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Kronach Haus Strauer Strasse 2 010.jpg (107699 Byte)Links: Foto vom Mietshaus in Kronach, Strauer Straße 2 (heute Ambiente-Galerie) beigefügt in dem sich Wohnung und Praxis von Dr. Simon Bamberger befanden (Foto erhalten von Jürgen Hanke)    
 
Kronach Anwesen Bamberger 010.jpg (38250 Byte)Ein Bruder von Max Bamberger war Sigmund Bamberger, der gleichfalls von Friesen nach Kronach gezogen war (hier wohnhaft Spitalstraße 2 (im Plan unten mit der alten Haus-Nummer 217). Eine Tochter von Sigmund Bamberger war Gusti (eigentlich Gusta) Bamberger (geb. 26.11.1883 in Kronach).  
Das Foto links zeigt das Anwesen Bamberger Spitalstraße 2 (alt Nr. 217); Quelle: Stadtarchiv Kronach Fotoordner 21.    

  
Über die Familie von Felix Strauß (verheiratet mit Gusti geb. Bamberger)    
(Informationen zusammengestellt von Jürgen Hanke)  

Kronach Plan HH Bamberger.jpg (163055 Byte)Die Familie Strauß wohnte im Gebäude Marienplatz 5 (im Plan links mit der alten Haus-Nummer 224). Felix Straus (geb. 6.9.1873 in Friesen war eines der sechs Kinder von Josef Strauß, der am 4. Juli 1873 das Anwesen Marienplatz 5 um 7.400 Gulden von Josef und Katharina Scheftlein kaufte. Die fünf Geschwister war Felix waren: Lois, Max, Emma, Jenny und Grete Strauß. Am 27. Mai 1906 heiratete Felix Strauß die oben genannte Gusti geb. Bamberger. Er betrieb einen Großhandel für Schuhe. Die Familie Strauß erfreute sich in Kronach allgemeiner Beliebtheit. Zu Weihnachten und zur Erstkommunion bekamen arme Kronacher Kinder von Strauß Felix Schuhe geschenkt. Felix Strauß war nach 1933 der letzte Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kronach (vgl. Nennung beim Verkauf der Synagoge unten). Das Ehepaar Strauß ist 1938 nach England emigriert.       

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  

Anzeige des Tuch- und Modewaren-Geschäftes Ludwig Mosbacher (1869)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Februar 1869: "Offene Lehrlingsstelle. Ich suche für mein Tuch- und Modewaren-Geschäft, welches Samstag und Feiertage streng geschlossen ist, einen mit den nötigen Vorkenntnissen versehenen jungen Mann als Lehrling von achtbaren Eltern zum sofortigen Eintritt. Kost und Logis im Hause. 
Kronach in Bayern, den 12. Februar 1869. Ludwig Mosbacher."     

  
Anzeige für die unter Aufsicht von Lehrer und Schochet Moses Wetzler hergestellten Fleischwürste (1884)  

Kronach Israelit 28011884.jpg (85900 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Januar 1884: "Offert. Koscher. Hierdurch empfehle ich einem geehrten israelitischen Publikum meine anerkannt guten, aus Mastochsenfleisch unter Aufsicht des hiesigen israelitischen Lehrers und Schächters, Moses Wetzler, bereiteten Fleischwürste, welche stets frisch auf Lager führe. Ich verkaufe dieselben geräuchert à Pfund zu 80 Pfennig. Auswärtige Aufträge werde stets prompt effektuieren. 
Kronach, im Januar 1884. Christian Köcher, Metzgermeister. 
Der Unterzeichnete bezeugt gerne, dass vorstehend offerierte Würste aus dem von ihm geschlachteten Vieh unter seiner mit größter Gewissenhaftigkeit führenden Aufsicht bereitet und mit einem Koscher-Siegel versehen werden. 
Moses Wetzler, Lehrer."     

      
Anzeigen von Frau Adler (1901 / 1904)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juni 1901: "Israelitische Köchin 
gesucht.
 
Jüngeres kinderloses Ehepaar sucht, da Frau im Geschäfte tätig, eine tüchtige, umsichtige Person, gesetzten Alters, die gut bürgerlich kochen und den kleinen Haushalt möglichst selbstständig führen kann. Dienstmädchen zur Seite. Dauernde Stellung, Reisevergütung. Offerten mit Zeugnissen, Photographie und Gehaltsanspruch an Frau Adler in Kronbach, Bayern."     
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1904: "Suche für kleinen Haushalt ein tüchtiges, jüdisches Mädchen, das gut bürgerlich kocht, und in allen häuslichen Arbeiten bewandert ist und schon in kleiner Stadt konditioniert hat. Christliches Mädchen zur Seite. Reise vergütet. Offerten mit Angabe des Alters, Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüche an 
Frau Adler,
Kronach in Bayern."   

    
Anzeigen der Geschwister Krell (1901 / 1904) 
  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Oktober 1901: "Tüchtige, erfahrene Köchin, die gut bürgerlich kochen, sowie einen kleinen Haushalt selbstständig leiten kann, für ein jüngeres Ehepaar ohne Kinder in kleiner Stadt Bayerns per sofort oder 1 November gesucht. Dienstmädchen zur Seite. 
Geschwister Krell,
Kronacb, Bayern."       
   
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1904: "Erfahrene, zuverlässige Haushälterin, die gut bürgerlich kochen, sowie einen kleinen Haushalt fast selbstständig leiten kann, die Frau im Geschäft tätig, sofort für kleine Stadt in Bayern gesucht. Mädchen zur Seite. Reise wird vergütet. Offerten nebst Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüche erbeten. 
Geschwister Krell
, Kronach (Bayern)."       

  
  
  
Zur Geschichte der Synagoge          
   
Im Mittelalter könnte sich eine Synagoge beziehungsweise ein Betsaal im Bereich der "Judengasse" befunden haben. Doch gibt es dafür keine Quellen oder Nachweise. 
  
Ende des 17. Jahrhunderts (1682) war ein Betsaal im Haus Nr. 45 am Marktplatz. Dieses Haus wurde im Zusammenhang mit dem Rathausbau 1972 abgebrochen. 
  
Seit 1711 war der Betsaal ("Alte Synagoge") in einem Privathaus in der heutigen Amtsgerichtsstraße. Das Gebäude steht bis heute; eine Renovierung ist geplant.
 
Nachdem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die jüdischen Familien in Kronach zahlreicher wurden und sich die bisherige Muttergemeinde Friesen auflöste, konnte man nach 1880 an die Planungen einer Synagoge gehen. Sie wurde in der "Unteren Stadt" gebaut, wo 1861 bereits die evangelische Kirche erstellt worden war. Die Synagoge wurde im romanischen Stil erbaut. Am 5. Oktober 1883 wurde die neue Synagoge eingeweiht. Lehrer Nordhäuser aus Altenkunstadt berichtete über die Einweihung:  

Kronach AZJ 15101883.JPG (112884 Byte)Aus einem Artikel über die Situation oberfränkischer jüdischer Gemeinden: "Umso erfreulicher ist es nun, Ihnen berichten zu können, dass in Kronach, einem Städtchen von 4.000 Einwohnern, sich eine jüdische Gemeinde neu konstituiert hat. vor einem halben Jahre hat die Gemeinde einen Lehrer engagiert und den Grund zum Neubau einer Synagoge gelegt. Freitag, den 5. Oktober fand die feierliche Einweihung derselben statt. Sämtliche Behörden der Stadt waren zu derselben erschienen. Herr Rabbiner Dr. Flaschner in Burgkunstadt hielt die Weiherede. Sein Thema war: Was suchen wir in einem Gotteshause, was soll es uns bieten? Die Antwort auf diese Fragen gab der Redner mit den Worten: 1) Die Wahrheit - die Wahrheit in Gott, vor Gott und vor den Menschen; 2) die Liebe - die Liebe Gottes zu uns (Gnade), die Liebe zu Gott und den Nebenmenschen. Die Gesänge wurden trefflich exekutiert, einen ergreifenden Eindruck machte das vom Lehrer Geßlain (Christ) komponierte und unter seiner Direktion vorgetragene 'Ma tobu' auf die Zuhörer. Auch die Pièce aus 'Elias' von Mendelssohn wurde sehr schön von dem Chore, bestehend aus christlichen Lehrern Kronachs, gesungen. Dieses friedliche Zusammenwirken der Konfessionen zur Verherrlichung einer solchen Feier hat gewiss etwas Erhebendes und Tröstendes, für die Zukunft Beruhigendes.  Nordhäuser, Lehrer."   

Nur 50 Jahre war die neue Synagoge Zentrum des jüdischen Gemeindelebens in der Stadt. Auf Grund der starken Abwanderung nach 1933 konnten Gottesdienste nur bis 1936 abgehalten werden. Nachdem abzusehen war, dass der Minjan auch in Zukunft nicht mehr erreicht werden würde, entschloss sich der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, der Schuhgroßhändler Strauß Felix, das Gebäude der Synagoge an die Stadt Kronach zu verkaufen. Am 4. Februar 1938 wurde der Kaufvertrag zwischen ihm und Bürgermeister Wachter abgeschlossen und kurz darauf der Eigentumsübergang im Grundbuch eingetragen. Der Kaufpreis von 6.000 RM lag weit unter dem wahren Wert und es ist ungewiss, ob das Geld überhaupt "geflossen" ist, zumal es keine direkten rechtmäßigen Anspruchsberechtigte gab. Die Baugenehmigung für den Umbau der Synagoge wurde der Stadt Kronach bereits am 7. April 1938 durch Bezirksbaumeister Stölzel (?) erteilt zum Zweck des Ausbaus in ein Sanitätsdepot. Im Jahr 1938 emigrierte das Ehepaar Strauß nach England. Da das Synagogengebäude im Besitz der Stadt war, entging es immerhin der Zerstörung beim Novemberpogrom 1938. Die Ritualien waren nach Bamberg gebracht worden, wo sie beim Novemberpogrom zerstört wurden. 
 
Noch 1938 wurde die ehemalige Synagoge umgebaut: das Sanitätsdepot wurde durch das Rote Kreuz eingerichtet. Beim Umbau wurde im Betsaal eine hölzerne Zwischendecke eingezogen. Bis 1972 blieb das Rote Kreuz in der ehemaligen Synagoge, danach wurde das Gebäude als Lagerraum verwendet. Seit 1988 gab es Pläne für eine würdigere Nutzung der ehemaligen Synagoge. 1992 wurde der "Aktionskreis Kronacher Synagoge e.V." gegründet, dem an einer Instandsetzung der ehemaligen Synagoge und einer Nutzung als Gedenk- und kulturelle Begegnungsstätte lag. Über mehrere Jahre wurden verschiedene Veranstaltungen des Vereins in der Stadt durchgeführt. 1998/99 wurde erste Umbau- und Restaurierungsmaßnahmen mit Hilfe einer Gruppe von Jugendlichen aus mehreren Nationen durchgeführt. Dabei wurden u.a. Holzverschläge und Einbauten entfernt, die zugemauerte Toranische freigelegt u.a.m. 2002 wurden umfassende Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt. Am 2. Oktober 2002 wurde das restaurierte Gebäude neu eingeweiht. Seitdem dient die ehemalige Synagoge als Gedenkstätte und als Veranstaltungsraum für Ausstellungen, Vorträge und Konzerte.   
 
Am 5. Oktober 2008 konnte mit einer Feier an die Einweihung der Synagoge vor 125 Jahren erinnert werden.  
  
  
Adresse/Standort der Synagoge   Nikolaus-Zitter-Straße 27   
   
Hinweise zum Aktionskreis Kronacher Synagoge e.V.:  Informationen über die Seite www.synagoge-kronach.de       
   
   
Fotos    

Die mittelalterliche "Judengasse" 
in der Altstadt
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   Ansichten der "Judengasse"
   
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   Straßenschild "Judengasse" mit Hinweistafel: "Die Judengasse wurde namentlich erstmals 1577 erwähnt. Sie war bis ins 16. Jahrhundert das Wohnzentrum der 'Judischheit' in Kronach. Aber bereits im 15. Jahrhundert siedelte sie sich auch in anderen Stadtvierteln an; so gab es z.B. 1739 in der Rosenau eine 'Judenherbergsgasse'.
   
   
Die Alte Synagoge   
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 Links: frühere, mehrfach gestohlene Hinweistafel am Haus Amtsgerichtsstraße 25 (Foto Mitte, Eingang rechts) - früheres Haus des jüdischen Arztes Dr. Leonhard Seeligsberg mit Betraum - und dem Text: "Alte Synagoge. Das Gebäude stammt im Kern aus dem 14. Jahrhundert und befindet sich am östlichen Rand des ehemaligen Stadtbereichs der 'Jüdischheit'. Ab 1711 wurde es als Synagoge und Judenschule genutzt; aus dieser Zeit stammt wahrscheinlich auch das zweite Obergeschoss. Die Straßenfassade zeigt eine schlicht gerahmte Tür und ein vergittertes Rundbogenfenster; im Hof befindet sich ein spitzbogiges Portal mit profiliertem Gewände. Der südöstliche Raum des Erdgeschosses hat ein Kreuzratgewölbe. Heute wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt". 
(Foto der Hinweistafel von Jürgen Hanke, Kronach, Aufnahme vom März 2000; Foto rechts: Spuren der einst angebrachten Mesusa - Foto von Christian Porzelt)  
   
Erinnerungen an den Arzt
 Dr. Leonhard Seeligsberg 
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach) 
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  Praxisschild Dr. Leonhard Seeligsberg (heute 
in der Ausstellung auf der Empore der
 ehemaligen Synagoge in Altenkunstadt
Grabstein für Dr. Leonhard Seeligsberg
 im jüdischen Friedhof in Burgkunstadt 
  
     
     
Die 1883 eingeweihte Synagoge    
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Ansicht von Westen  Drillingsfenster über dem Eingangstor  Die seitlichen Rundbogenfenster
     
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Apsis des Toraschreines von Osten  Blick in die ehemalige Synagoge Hinweistafel 
     
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Hinweistafel zur 
Geschichte
Informationstafel für aktuelle
 Veranstaltungen
In den Fenster: Namensverzeichnis der aus
 Kronach stammenden, deportierten Juden
     
  Kronach Synagoge 400.jpg (26952 Byte) Kronach Synagoge 401.jpg (31900 Byte)
  Innenaufnahmen (Quelle: www.synagoge-kronach.de
        
Die ehemalige Synagoge im Herbst 2011
 (Fotos: Jürgen Hanke, 
Aufnahmedatum: 23. Oktober 2011)
   
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Das Gebäude der ehemaligen Synagoge in seiner Umgebung Blick auf die Apsis von Osten 
     
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Das Eingangstor Eingangsbereich  Blick zurück zum Eingangstor 
     
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Blick zum Bereich des ehemaligen Toraschreines mit der leeren Toranische  Reste der Ausmalung rechts der Toranische 
     
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Blick zur Empore  Glasfenster   
     
        
Gedenkstätte im Friedhof Kronach 
(Fotos erhalten von Jürgen Hanke, Kronach) 
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       Der 1964 aufgestellte Gedenkstein 
     
   Kronach Friedhof 503.jpg (68539 Byte) Kronach IMG_20151126_0001.jpg (276969 Byte)
  Inschriften von 1964  Der auf der rechten Tafel neue Text von 2015   
     
Gedenktafel im Schützenhaus Kronach 
(Foto erhalten von Christian Porzelt, Kronach) 
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  Gedenktafel im Schützenhaus Kronach für die gefallenen Mitglieder des Schützenvereins Kronach. 
Unter den vier genannten Gefallenen befindet sich auch Julius Rossmann, Sohn des Textilhändlers Arnold Rossmann, der 1918 in Frankreich fiel. 
Sein Namen sowie der seines Bruders Siegmund befindet sich auch auf dem Ehrenmal der Stadt Kronach.   
     

   
   
Berichte zur Jubiläumsfeier in der ehemaligen Synagoge Kronach am 5. Oktober 2008
(erhalten von Jürgen Hanke, Kronach)  

Kronach Synagoge 125.jpg (64146 Byte)Oktober 2008: 125 Jahre Kronacher Synagoge. Die Jubiläumsfeier war am 5. Oktober 2008.
  

Pressemitteilung vom 4. Oktober 2008: Seit 125 Jahren steht in der Kronacher Innenstadt eine Synagoge. Am Sonntagnachmittag ab 16 Uhr wird dieses Jubiläum gefeiert. Gepflegt und erhalten wurde die Synagoge in den vergangenen Jahren vom Aktionskreis Kronacher Synagoge; deren 1. Vorsitzende Odette Eisenträger freut sich auf einen glanzvollen Festakt im ehemaligen Gotteshaus. Insgesamt 100 Mitglieder gehören dem Aktionskreis Kronacher Synagoge an. Zur Jubiläumsveranstaltung am Sonntag wird neben jüdischen und christlichen Würdenträgern u.a. Rabbiner David Goldberg (Hof) und der oberfränkische Regierungspräsident Wilhelm Wenning.  
Informationen, Fotos und Presseberichte siehe unten sowie in der Website des Aktionskreises www.synagoge-kronach.de
Einladung zum Festakt
 mit Festprogramm 
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          Vorankündigung in der "Neuen Presse" vom 2.9.200
         
Pressebericht zur
 Jubiläumsfeier in der
 "Neuen Presse" vom
 6.10.2008 
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"Wunsch: Jüdische Geschichte aufarbeiten. Festakt / 'Aktionskreis Kronacher Synagoge' feierte die 125. Wiederkehr des Weihetages. Lebendiges Begegnungs- und Kulturzentrum."

         
Pressebericht zur
 Jubiläumsfeier im
 "Fränkischen Tag" 
vom 7.10.2008
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  "Klare Absage an den Antisemitismus. Festakt. Der Aktionskreis Kronacher Synagoge feierte zusammen mit vielen Gleichgesinnten des 125. Jubiläum der Synagogenweihe. Der eingeschlagene Weg des Aktionskreises fand dabei große Zustimmung."  

     

Fotos von der Jubiläumsfeier am 5. Oktober 2008 
(erhalten von Jürgen Hanke, Kronach) 
 
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Die ehemalige Synagoge 
am Jubiläumstag  
Ansprache der 1. Vorsitzenden des
 "Aktionskreises Kronacher Synagoge"
Odette Eisenträger-Sarter  
Ansprache von Dr. Josef Schuster, 
Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde
 in Würzburg  
   
     
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Rabbiner David Goldberg mit 
Schofar und Synagogenchor  
Rabbiner David Goldberg beim Kiddusch  
   
       
     
Erinnerungsarbeit vor Ort - weitere Berichte   

August 2009: Vorstellung eines Buches über Kronacher Juden
(Nachstehende Artikel und Prospekt erhalten von Jürgen Hanke, Kronach)   

  
  Kronach Lit 09010.jpg (110056 Byte) Kronach Lit 09010a.jpg (160218 Byte)

Pressebericht zur Buchvorstellung in der "Neuen Presse Coburg" vom 15. August 2009:  
"150 Seiten: 'Gern gesehen und wohl gelitten'. Buchvorstellung / Über Kronacher Juden. Kronach. Unter dem Titel 'Gern sehen und wohl gelitten - Zur Geschichte der Kronacher Juden und ihrer Synagoge leisten die drei Autoren Josef Motschmann, Dr. phil. Katja Zaich und ihr Vater Willi Zaich - in einem reich bebilderten Buch - Erinnerungsarbeit zum Gedenken an die einstigen jüdischen Kronacherinnen und Kronacher. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde fand am Donnerstag (sc. 13.08.2009) in der ehemaligen Kronacher Synagoge die offizielle Vorstellung des höchst lesenswerten - circa 150-seitigen - Einblicks in die 700-jährige jüdische Geschichte in der einst fürstbischöflichen Stadt statt...." Zum weiteren Lesen bitte Textabbildungen anklicken. 

      
Prospekt zur Vorstellung 
des Buches
Kronach Lit 09011.jpg (243007 Byte) Kronach Lit 09011a.jpg (286413 Byte)
Zum Lesen des Faltprospektes bitte Abbildungen anklicken; Bestellungen sind 
zu richten an den Aktionskreis Kronacher Synagoge  E-Mail  
     
Faltprospekt des Aktionskreises 
Kronacher Synagoge e.V.
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September 2011: Eine Dauerausstellung zur Geschichte von Heinrich Bamberger ist geplant  
Artikel von Carolin Münzel und Georges Segal in der "Neuen Presse Coburg" vom 1. September 2011 (Link zum Presseartikel): 
"Kronacher Jude auf Spurensuche. Heinrich Bamberger hat als einziges Mitglied seiner Familie den Holocaust überlebt. Sein Engel Georges Segal ist derzeit in Kronach. Eine Dauerausstellung in der Synagoge soll die Geschichte seines Großvaters erzählen.   Artikel eingestellt als pdf-Datei.     

  

Juni 2014: Laura Wetzler gibt erneut ein Konzert in der ehemaligen Synagoge 
Artikel in "inFranken.de" vom 3. Juni 2014: "Shalom und Hello in Kronach
Die amerikanische Sänger- und Songwriterin Laura Wetzler, begeisterte das Publikum in der Kronacher Synagoge nicht nur mit ihrer Musik.

"Es bedeutet mir so viel, Freunde in Kronach zu haben", sagte die amerikanische Sängerin und Songwriterin Laura Wetzler bei ihrem Konzert in der Kronacher Synagoge. Bereits zum zweiten Mal trat sie in der Synagoge auf, in der auch ihr Urgroßvater, Moses Wetzler, fast 40 Jahre lang als Vorsänger tätig war. Die Einkünfte aus den Eintrittsgeldern gehen an die Willi-Zaich-Stiftung..."  
Link zum Artikel    
  
Hinweis: Zur Familiengeschichte von Laura Wetzler und über ihr Konzert 2013 in der ehemaligen Synagoge Kronach gibt es ein Video: 
 https://www.youtube.com/watch?v=1okSpQ3Ypj0 .  
 

 
August 2015: Rückblick auf eine Ausstellung vom 1. Juni bis 30. August 2015:      

 "Die Bambergers - Eine jüdische Familie aus Kronach" 
Ausstellung in der Kronacher Synagoge 
Für weitere Informationen bitte die 
Abbildungen des Flyers zur Ausstellung anklicken 
 Kronach Ausstellung Bambergers 01.jpg (116758 Byte)  Kronach Ausstellung Bambergers 02.jpg (102637 Byte)
     
 

September 2017: Verlegung von "Stolpersteinen" in Kronach (Fotos von Jürgen Hanke) 
Am 17. September 2017 wurden durch Gunter Demnig unter Beteiligung von etwa 100 Personen die ersten 16 "Stolpersteine" verlegt. Die Verlegung von weiteren Gedenksteinen ist geplant.  
Berichte/Presseartikel sind über Internetrecherche zugänglich.  

 Kronach Friesener Str 21.jpg (100185 Byte)  Kronach Joh-Knoch-Gasse 8.jpg (118342 Byte)  Kronach Kulmbacher Str 21.jpg (115534 Byte)
 Stolpersteine Friesener Straße 21 für Max Tannenbaum, Selma Tannenbaum geb. Lamm, Frieda Tannenbaum verh. Weil, Leo Tannenbaum, Ernst Babtschinsky und Hanna Babtschinsky geb. Tannenbaum  Stolpersteine in der Johann-Knoch-Gasse 8 
für Ludwig Lamm, Frieda Lamm geb. Walter, 
Susanna (Susi) Lamm und Siegfried (Fritz) Lamm  
 Stolpersteine in der Kulmbacher Straße 21 für 
Josef Lamm, Hilda Kamm geb. Loewy, 
Ernst Leopold Lamm und Ernst Loewy 
     
   Kronach Strau.jpg (109365 Byte)  
  Stolpersteine in der Strauer Straße 2 für 
Theodor Bamberger und Ida Bamberger 
 

  
   

Links und Literatur   

Links:  

Website der Stadt Kronach  
Link zur "Synagoge Kronach"  

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 457; III,1 S. 691-692.
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 138-139.  
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1992² S. 226.    
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 253-255.  
Kronach Lit 0205.jpg (93646 Byte)Christoph Zeckai: "Ein Stück Matzen, Nachbarin!". Erinnerungen an die jüdischen Familien in Kronach. Kronach 1992.  2., erweiterte Auflage 2010.           
Synagogengedenkbuch BY 01.jpg (49758 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I: Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Kronach S. 178-185 (die Forschungsergebnisse konnten auf dieser Seite von "Alemannia Judaica"  noch nicht eingearbeitet werden).
Katja B. Zaich und Willi Zaich: 'Gern gesehen und wohl gelitten'. Zur Geschichte der Kronacher Juden und ihrer Synagoge. Mit einer historischen Einführung von Josef Motschmann. Kronach 2009. 148 S. ISBN 978-3-00-028313-0. Nähere Informationen siehe den Presseartikel und den Buchprospekt oben.
Franken Obpf Lit 010.jpg (75915 Byte)Hans-Peter Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Kronach S. 78-79. 
Walter M. Brod: Leonhard Seeligsberg. Werdegang eines Kronacher Arztes des 19. Jahrhunderts. In: 1000 Jahre Kronach. Zeitschrift des Vereins 1000 Jahre Kronach e.V. Nr. 24/1999 9. Jahrgang S. 31-33.  Online zugänglich - als pdf-Datei eingestellt.    
Günter Dippold: Dr. Leonhard Seeligsberg - Arzt und Revolutionär. Neue Erkenntnisse zu einem Kronacher des 19. Jahrhunderts. In: 1000 Jahre Kronach. Zeitschrift des Vereins 1000 Jahre Kronach e.V. Nr. 25/1999 S. 16-18. Online zugänglich - als pdf-Datei eingestellt.     
Hans Götz: Der Friesener Moschaweg. 250 Jahre deutsch-jüdische Ortsgeschichte. In: Cranach. Zeitschrift des Vereins "1000 Jahre Kronach" e.V. Nr. 44/2011. 21. Jahrgang. S. 20-22.  Online zugänglich - als pdf-Datei eingestellt.   
Christian Porzelt: Wilhelm (William) Seeligsberg. Eine deutsch-jüdische Auswandererbiographie aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In: Cranach. Zeitschrift des Vereins "1000 Jahre Kronach" e.V. Nr. 46/2013. 23. Jahrgang S. 27-28.  Online zugänglich - als pdf-Datei eingestellt.  

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Kronach  Upper Franconia. Ten Jews were murdered during the Rindfleisch massacres of 1298. Jews are again mentioned in 1636 and 1644 under letters of protection. In 1760 Jews were allotted a street outside the city walls and in 1824 the Matrikel law limited Jewish residence to three families. The community revived with the arrival of Jews from Friesen in the 1870s, the Jewish population increasing to 101 in 1890 (total 4.140). Thereafter it declined to 35 in 1933. The synagogue was sold in 1938 and by 1939 seven Jews emigrated and eight left for other German cities; eight were expelled on 25 April 1942 to Izbica in the Lublin district (Poland) via Bamberg.    
          
          

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 23. September 2017