Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Kulmbach (Oberfranken, Bayern)
Jüdische Geschichte / Synagoge
(Die Texte zu dieser Seite wurden von Wolfgang Schoberth, Markgraf-Friedrich-Georg-Gymnasium in Kulmbach erstellt, E-Mail
siehe auch die Darstellung zu "Jüdisches Leben in Kulmbach" - Projekt des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums) 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Weitere Mitteilungen   
Zur Geschichte der Synagoge / der Beträume   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  

Anfänge der jüdischen Gemeinde

Der erste Hinweis auf jüdisches Leben in Kulmbach, dem fränkischen Zentralort der Hohenzollern, stammt aus dem Jahr 1372: In dieser Urkunde ernannte der Nürnberger Burggraf Friedrich V. (1357-1397) den jüdischen Gelehrten "Meier zu Peyerreut" (Bayreuth) zum Landesrabbiner über die Judengemeinden Bayreuth, Hof und Kulmbach. Zusätzlich stattete er die Kulmbacher Juden mit Steuerprivilegien und Schutzbriefen aus, die nachfolgend als Modell für das Fürstentum Brandenburg-Kulmbach dienten.    
1373 wurde der Gemeinde ein eigenes Judengericht gewährt, das auf dem "Judenplatz" vor der Synagoge tagte (vgl. Abbildung unten). Diesem sechsköpfigen Gremium saß der landesherrliche Amtmann vor, dem "zwen kristenschopfen" "(Christenschöffen) und "drey erberge Juden" (drei ehrbare Juden) beiwohnten. 
 
Die wirtschaftliche Tätigkeit der damals in Kulmbach angesiedelten Juden bestand hauptsächlich im Geldhandel. Dass es um beträchtliche Summen ging, beweisen folgende Beispiele: das Zisterzienserkloster Langheim schuldete 1382 den Juden aus Ku1mbach und Hof 3.200 Pfund Heller, 1384 stand das Kloster bei den Kulmbacher und Bayreuther Juden sogar mit 8.000 Pfund Heller in der Kreide. 
  

Das mittelalterliche Judenviertel 

Aufgrund der Hinweise im "Landbuch der Herrschaft Plassenburg" aus dem Jahre 1398 und städtischer Schenkungsurkunden kann man den "Judenplatz", die "Judengasse" und die "Judenschul" (Synagoge) genau bestimmen: Die etwa aus 20 Kleinhäusern bestehende Ansiedlung befand sich zwischen dem heutigen Rathaus und dem Schalen- und Fronvestenturm an der Stadtmauer. Warum die jüdische Gemeinde spätestens 1444 nicht mehr bestand, ist unbekannt, doch es blieben einige namentlich bekannte Juden (z.B. Libertraut, der Arzt und Apotheker Gottfried Ebstein, Jude Kronacher, Jude Stadtsteinacher) in der Stadt.  
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts kam es jedoch nicht mehr zur Gründung einer jüdischen Gemeinde.
   

Relikte der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde entdeckt

In den Jahren 2003-2007 konnten im Rahmen eines Schülerprojektes der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ("denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule"), an dem auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (Schloss Seehof) beteiligte war, im Gewölbekeller des markgräflichen Burgguts (Waaggasse 5) Relikte der ehemaligen nachgewiesen werden. Nicht gesichert ist allerdings, ob es sich bei einem gemauerten Schacht um die vormalige Mikwe (Typ: Regenwassermikwe) handelt (siehe Fotos unten). 
  
  
Anwerbungen und Verfolgungen

Die verstreut in Kulmbach lebenden Juden waren Wechselbädern von Anwerbung und Austreibung ausgesetzt. Dabei waren die Hohenzollernschen Landesherren grundsätzlich aus fiskalischen Gründen interessiert, Juden am Fuße ihrer Plassenburg anzusiedeln. Verschiedentlich manifestierte sich die Rivalität mit dem benachbarten Bistum Bamberg auch dadurch, dass aus der Regnitzstadt Vertriebenen Asyl gewährt wurde. 1451 zum Beispiel widersetzte sich Markgraf Albrecht III. Achilles (1440-1486) der Forderung der Bamberger Diözesansynode, die Israeliten mit einem gelben Ring zu stigmatisieren. Doch selbst die Androhung des Kirchenbanns hinderte ihn nicht daran, einige jüdische Familien in Kulmbach aufzunehmen. Im Gegensatz zu den Regenten versuchte der Kulmbacher Stadtmagistrat, der sich als Anwalt des zünftischen Handwerks und des örtlichen Handels verstand, wirtschaftliche Konkurrenz rigoros zu verhindern. Besonders bei den "Landtagen", den regelmäßigen Ständeversammlungen von Kleinadel und Städten, traten die Vertreter Kulmbachs immer wieder durch Stimmungsmache und pseudoreligiöse Hetze ("weil ihre Voreltern unseren Herrn Jesum unschuldig ermördert", 1515) hervor. 
Um Steuererhöhungen durch die Stände bewilligt zu bekommen, sahen sich die Markgrafen immer wieder genötigt, Ausweisungsmandate zu verhängen, die nicht selten das Signal zu Pogromen setzten. Ein hierfür typisches Beispiel stammt aus dem Jahr 1560, als der Markgraf Georg Friedrich (1557-1603) zu Pfingsten die Vertreibung der Juden vom Rathaus und allen Kanzeln Kulmbachs verkünden lassen muss. Dies verstand der Mob als obrigkeitliche Legitimierung, die Häuser der Juden zu plündern und die Besitzer auf offener Straße zu erschlagen.
  
Im 17. Jahrhundert verschärfte sich die machtpolitische Rivalität zwischen Landesherrn und Landständen: Nachdem der 1611 in Kulmbach tagende "Landtag" gegenüber dem Markgrafen Christian (1603-1655) massive Klagen über die Juden vorbrachte - sie verkauften Hehlerware zu Schleuderpreisen, böten Räubern, Mördern und Gesindel Unterschlupf - gestand er der Versammlung zunächst eine Verbannung "seiner" Israeliten zu. Als die Kulmbacher Juden gegen dieses Mandat heftig protestierte und auf die drastischen Einbußen bei der Judensteuer verwiesen, griff der Markgraf zu einem Trick von entwaffnender Schlichtheit: Er übertrug einfach sein landesherrliches Judenregal und mit diesem die gesamte Judenschaft auf seine Gemahlin, die Markgräfin Maria. Damit erfuhren die Juden in der Markgrafenschaft eine landesfürstliche Patronage durch eine Frau - ein Unikum in der ganzen Welt.
Die Rigidität, mit der die Kulmbacher Stadtverordneten schon immer versuchten, eine Ansiedlung von Juden zu verhindern, blieb auch nach der endgültigen Residenzverlagerung nach Bayreuth (1648) erhalten - und dies, obwohl ihre Zahl in den folgenden Jahrzehnten immer weiter zurückging (z.B. 1709 nur drei, 1712 vier jüdische Familien). 1713 konnten die Delegierten ein Niederlassungsverbot durch den Markgrafen erzwingen. Dieses richtete sich nicht nur gegen ortsansässige Juden, sondern zunehmend gegen die "Bettel- und Hausierjuden". In § 42 der Verordnung heißt es: "Es ist verboten, dass die Juden sich in hiesiger Stadt einzuschleichen trachten, hingegen die Bürgerschaft dadurch großer Abbruch in der Nahrung geschiehet, solle von nun an und in ewigen Zeiten in der Stadt Kulmbach oder deren Vorstädten kein Jud sich niederlassen, einkaufen oder anbauen..."
Gegen das aus den benachbarten jüdischen Gemeinden Burgkunstadt und Bayreuth stammende "fliegende Heer" der jüdischen Hausierer und Händler (hauptsächlich Verkauf von Schnittwaren, d.h. Zwirne, Bänder, Litzen, doch auch Handel mit Tuchen, Kolonialwaren, Schmuck; ganz wenige betreiben Makler- und Geldgeschäfte) führte der Kulmbacher Magistrat einen bürokratischen Kleinkrieg. Häufig reichten die polizeirechtlichen Möglichkeiten nicht aus, gegen die jüdischen Händler einzuschreiten, die sich während der jüdischen Arbeitswoche (d.h. auch am Sonntag, doch nicht am Sabbat) tagsüber in der Stadt aufhielten. Zudem erschwerte der rasche Herrschaftswechsel (1791 Übernahme der fränkischen Markgrafschaft durch das Königreich Preußen, 1806 Besetzung durch Frankreich, 1810 Einverleibung in das Königreich Bayern) eine konsequente Linie. Nachdem durch die verschiedenen Gleichstellungsgesetze in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sich aufgeklärtes Denken allmählich auch in der Verwaltungspraxis durchsetzte, stieg die Zahl der in Kulmbach gemeldeten Glaubensjuden wieder an.
   
  
Die Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde Kulmbach im Jahr 1903 

Im Mai 1899 beantragten die 27 in Kulmbach lebenden Juden bei der Bayreuther Regierung die Anerkennung als Israelitische Kultusgemeinde mit begrenzter Autonomie. Organisatorisch wollte man nach wie vor dem Distriktrabbinat von Burgkunstadt unterstehen, mit dem sich die Mitglieder traditionell verbunden fühlten. Auch die Beisetzung der Toten sollte weiterhin auf dem Ebnether Friedhof bei Burgkunstadt erfolgen. Primär war man an einem eigenen Betsaal in Kulmbach interessiert, um nicht den beschwerlichen Weg zur 20 Kilometer entfernten Synagoge in Burgkunstadt auf sich nehmen zu müssen. Am 25. Dezember 1903 wurde formell die neue jüdische Gemeinde ins Leben gerufen, die zu diesem Zeitpunkt 33 Mitglieder aufwies (weiteres zur Geschichte der Beträume siehe unten).
  

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg ließen auch Kulmbacher Juden ihr Leben auf den Schlachtfeldern: die Gefreiten David Kraft und Herbert Saalfeld sowie der Infanterist Georg Zeidler (Die Namen der beiden letzten sind auf der Memorialtafel des 1930 errichtete Kriegerdenkmals am Alten Friedhof eingraviert).
  
Während des Ersten Weltkrieges wurden vom 24. August bis 8. September 1914 337 russische Kurgäste jüdischen Glaubens aus Bad Kissingen als Zivilgefangene auf der Plassenburg untergebracht. 1918 konnte die Bar Mizwa des 13-jährigen Kulmbachers Siegfried Weiss nur mit Hilfe kriegsgefangener französischer und russischer Offiziere jüdischen Glaubens gefeiert werden: Um den erforderlichen Minjan zusammen zu bekommen, hatte sich die Mutter des Buben erfolgreich an den Kommandanten des Gefangenenlagers auf der Plassenburg gewandt und die kurzzeitige Freigabe von "Minjan-Männern" erreicht. 
  
  
Frühe NS-Jahre

Nach der Niederlage entwickelte sich Kulmbach zu einer der frühesten und mitgliederstärksten NS-Hochburgen in Franken. Die antisemitischen Töne - vorwiegend von auswärtigen Pfarrern, Lehrern und prominenten Rednern der Hitler-Partei angestimmt, wurden zunehmend schriller. Bis zur "Machtergreifung" blieben jedoch die judenfeindlichen Aktivitäten auf verbale Hetze und Hakenkreuz-Schmierereien begrenzt. Nach 1933 nahmen die Pressionen und Übergriffe zu. Zu diesem Zeitpunkt gehörten von den 12 089 Einwohner Kulmbachs 37 der jüdischen Gemeinde an. Hinzu kam eine kleine Zahl von Personen, die nach der Diktion der "Nürnberger Gesetze" als "Mischlinge I. und II. Grades" bezeichnet wurden. Das Berufsspektrum der Gemeindemitglieder reichte vom traditionellen Pferde- und Viehhandel, dem Verkauf von Ölen, Fetten, Fellen bis zum Konfektionsgeschäft für Damen- , Herren- und Kinderbekleidung, zum Spiel- und Kolonialwarengeschäft.
  
Einige Schlaglichter auf antisemitische Vorfälle in der NS-Zeit: Die Brauereidirektoren Heinrich Prager und Adolf Kriegel wurden als "Nichtarier" aus den Unternehmen entfernt und verfolgt. Die Läden der jüdischen Geschäftsinhaber Franz Weiß/Georg Goldzweig (Spitalgasse 2), Helene Wortsmann/Alfred Grünhut (Kressenstein 12) und Max Michaelis (Kressenstein 8) organisierte man Boykotte. Den jüdischen Viehhändlern Erich und Siegmund Strauß wurde aufgrund von politisch motivierten Zeugenaussagen die Lizenz entzogen. In der mit mehreren Akademiepreisen ausgezeichneten, überlebensgroßen Bronzeskulptur "David" des Bildhauers Carl August Bachmann, die 1927 als "Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Söhne" im Kulmbacher Stadtpark aufgestellt worden war, sahen die Hitler-Anhänger den "siegreichen Juden": Im Oktober 1934 wurde er von jugendlichen Rabauken vom Sockel gestoßen, im Dezember des gleichen Jahres von einem Angestellten der Stadt Kulmbach schwer beschädigt. Als im Vorfeld des Novemberpogroms 1938 wurde die Figur endgültig demoliert, im städtischen Bauhof gelagert und später eingeschmolzen. Eine Nachbildung der Skulptur wurde 2005 an früherer Stelle aufgestellt.
  
  
Vorfälle um die Reichspogromnacht 1938

Am Abend des 10. November 1938 wurden in Kulmbach die fünf jüdischen Haushaltsvorstände in die Fronfeste, einem mittelalterlichen Gefängnisturm, gesperrt. Bei einer Hausdurchsuchung von Karl Strauß wurde weiteres Sakralgerät aus dem Betsaal beschlagnahmt. Dem Witwer Karl Strauß, dem "Thora-Schmuggler" (zur Geschichte s.u. bei der Geschichte der Synagoge / des Betsaales), wurde ein Verhältnis mit seiner christlichen Vermieterin I. W. vorgeworfen. Begleitet von einem SA-Musikkorps und einer johlenden Menschenmenge wurde die Frau am 13. November durch die Stadt getrieben; um den Hals trug sie ein Schild mit folgender Aufschrift: "Ich artvergessenes Schwein habe mit dem Juden Karl Strauss seit Jahren bis heute Rassenschande getrieben, obwohl ich verheiratet bin." Nach der Anprangerung brach die Frau zusammen. Sie wurde sechs Wochen im mittelalterlichen Fronfestenturm in "Schutzhaft" genommen und kam erst zu Weihnachten 1938 frei. Der Viehhändler Strauß wurde zwar am 19. November 1938 entlassen, doch danach bezichtigte man ihn des fortgesetzten Wirtschaftsvergehens. Als die Prüfung seiner Buchführung nicht das erhoffte Resultat brachte, erhob die Parteileitung gegen Strauß Anklage "wegen des fortgesetzten Verbrechens der Rassenschande" bei der Bayreuther Staatsanwaltschaft. Von der dortigen Großen Strafkammer wurde Karl Strauß am 15. März 1939 schuldig gesprochen und zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Während des Krieges wurde Strauß in ein Vernichtungslager deportiert. 
  

Erlöschen der jüdischen Gemeinde

Im April 1938 lebten noch 16 Juden in Kulmbach, im Januar 1939 vierzehn, im Dezember 1939 zehn. Nathan und Selma Flörsheim sowie Georg und Berta Davidsohn mit ihren Kindern Hildegard, Ingeborg und Albert aus Kulmbach-Ziegelhütten zählen zu den Opfern des Transportes am 25. April 1942 nach Krasniczyn. Die sieben Kulmbacher wurden über Bamberg in einen aus Würzburg kommenden Zug in das Vernichtungslager im Distrikt Lublin deportiert. 
 
Von den in Kulmbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Eva Elisabeth Bacharach geb. Adler (1892), Albert Davidsohn (1929), Berta Davidsohn geb. Marcus (1893), Georg Davidsohn (1888), Hildegard Davidsohn (1926), Ingeborg Davidsohn (1929), Gustav Flörsheim (1884), Nathan Flörsheim (1886), Selma (Sara) Flörsheim geb. Stiefel (1887), Lisa (Elise Klara) Halle geb. Eisfeld (1910), Max Michaelis (1870), Karl Strauss (1873).     
    

DP-Gemeinde nach 1945

Nach der Befreiung Kulmbachs durch die Amerikaner am 13. April 1945 bildete sich für kurze Zeit noch einmal eine jüdische Gemeinde. Etwa 100 Personen, sogenannte Displaced Persons, vorwiegend aus Osteuropa, suchten hier für einige Zeit eine vorübergehende Heimat. Im Oktober 1945 wurde für sie eine Betreuungsstelle im Kreiswohlfahrtsamt, Kronacher Straße 5, eingerichtet; teilweise mussten NS-Belastete ihre Wohnungen für die ehemals Verfolgten zur Verfügung stellen. Im August 1946 wurde die Parkschänke, das heutige Hotel Ertl, als jüdisches Gemeindehaus eingeweiht. Die Fränkische Presse meldet am 30. August 1946: "Die jüdische Gemeinde hat ihr Gemeinschaftshaus in der früheren Parkschenke erhalten. Zur Einweihung waren Vertreter der Militär-Regierung, der UNRRA und der städt. Behörden, mit Bürgermeister Schönauer an der Spitze, geladen. Ferner waren anwesend die Führer der Zionistenbewegung in Oberfranken. In Ansprachen kam der Dank gegenüber den Behörden zum Ausdruck, die es ermöglichten, den in der Nazizeit am schwersten betroffenen Juden ein Heim zu schaffen, im dem sie eine Stätte der Erholung, der Gemeinschaftspflege und der Fortbildung finden sollen. 
  
Nach der Ausrufung des Staates Israel am 16. Mai 1948 verließen die jüdischen DPs nach und nach Kulmbach. Ein Großteil der Männer verpflichtete sich bei der israelischen Armee und stattete sich mit Waffen aus. Am 15. November 1948 wurde die bereits stark dezimierte Gemeinde in einer Feierstunde in der "Parkschenke" von Oberbürgermeister Georg Hagen, im Beisein von Nathan Spitzer vom jüdischen Zentralkomitee, offiziell verabschiedet.  
    
   

Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Schneidergehilfe sucht Stellung (1925)   

Kulmbach Israelit 12031925.jpg (33808 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. März 1925: 
"Junger Schneidergehilfe sucht per sofort Stellung
womöglich Kost und Logis im Hause. Anzufragen bei 
Franz Weiß in Kulmbach."

      
Hochzeitsanzeige für Justin Maier und Beate geb. Wortsmann (1928)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Aufbau" vom 28. September 1928:  
"Statt Karten! 
Justin Maier  -  Beate Maier geb. Wortsmann. Vermählte.  
Augsburg, B 239  -  Kulmbach. Im September 1928".        

 
Weitere Annoncen (Kulmbacher Zeitung)  

Kulmbach Abb 150.jpg (116142 Byte)links Anzeige der Pferdehandlung Siegmund Strauß in Kulmbach.  

     
   
Weitere Mitteilungen   
Der protestantische Pfarrer aus Melkendorf wird von Nationalsozialisten als "Jude" verprügelt (1928)       
Anmerkung: der 1873 geborene und 1961 verstorbene Pfarrer Hans Glenk hat sich als Mundartdichter einem Namen gemacht ("Die alte Mia"). 

Kulmbach Israelit 20121928.jpg (48655 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Dezember 1903: "München. Der protestantische Pfarrer Glenk aus Melkendorf bei Kulmbach traf vor kurzem in der Nähe seines Pfarrdorfes auf ein mit Hakenkreuzlern besetztes Auto. Als er an den Wagen herantrat, rief einer der Hakenkreuzler plötzlich: 'Das ist ja ein Jude!' worauf die ganze Band sich über den Pfarrer stürzte und ihn fürchterlich verprügelte."   

 
  
  

Zur Geschichte der Synagoge/der Beträume      
   
Eine Synagoge gab es zunächst im Mittelalter. Sie wird als "Judenschule" 1373 genannt, wurde jedoch bereits aus unbekannten Gründen 1444 aufgegeben. Die Synagoge befand sich sehr wahrscheinlich im Bereich des sogenannten, 1573 errichteten markgräflichen Burggutes (Waaggasse 5-9), wo bei Grabungen 2003/05 ein Gewölbekeller mit einem Brunnenschacht und einem Tauchbecken aus dem 14. Jahrhundert entdeckt wurde. Dabei dürfte es sich um Reste eines rituellen Bades (Mikwe) handeln, das im Keller oder im Nahbereich der Synagoge untergebracht war. 
  
Die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zugezogenen jüdischen Familien besuchten zunächst - zumindest an Feiertagen - die Synagoge in Burgkunstadt. Um 1900 bemühten sich die Familien um die Einrichtung eines Betsaales in Kulmbach. Da es für die wenigen Familien ein kostspieliges Unternehmen war, einen solchen Betsaal einzurichten, veröffentlichten sie eine Bitte um Unterstützung durch auswärtige Glaubensgenossen in der Zeitschrift "Der Israelit" am 19. März 1903:  

Kulmbach Israelit 19031903.jpg (85415 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. März 1903: "Es wohnen in Kulmbach sieben Familien Juden, denen der Besuch des Gottesdienstes erhebliche Schwierigkeiten bereitet, da die nächstliegende Synagoge über eine Stunde Bahnfahrt entfernt liegt. 
Um diesen Missstand zu beheben, wollen sich diese sieben Familien einen Betsaal begründen. Da die Kosten jedoch ziemlich hohe sind und durch Zeichnungen der interessierten Familie nur teilweise gedeckt werden könnten, werden alle edeldenkende Glaubensgenossen gebeten, dieses Werk finanziell unterstützen zu wollen, da hiermit nicht nur einem dringenden Bedürfnis entsprochen wäre, sondern auch ein weiterer Pfeiler zur Stütze und zum engeren Zusammenschluss des alten religiösen Judentums geschaffen würde.
Zur näheren Aufschlusserteilung ist der Distrikts-Rabbiner Herr Dr. Goitein in Burgkunstadt gerne bereit, ebenso zur Entgegennahme von Gaben.
Geldsendungen können auch an die Geschäftsstelle dieses Blattes und an die Herren Moses Flörsheim und Joseph Wortsmann in Kulmbach gerichtet werden."      

Der erste Gottesdienst wird gefeiert (September 1903)  

Kulmbach FrfIsrFambl 02101903.jpg (15690 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. Oktober 1903: "Kulmbach, 22. September (1903). Gestern Abend fand in der hiesigen Stadt der erste israelitische Gottesdienst statt."   

Am 25. Dezember 1903 wurde formell die neue jüdische Gemeinde ins Leben gerufen, die zu diesem Zeitpunkt 33 Mitglieder aufwies. Gemäß eines Mietvertrages mit dem Hotelbesitzer Leonard Schwarzmann konnte – gegen eine Jahresmiete von 200 RM - der Saal des "Hotels zur Krone" (Langgasse 15) als Betsaal genutzt werden. Der Distriktrabbiner Dr. Ezechiel Goitein, der auch an der Kulmbacher Realschule (heutiges Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium, Schießgraben 1) israelitischen Religionsunterricht erteilte, übergab ihn am 25. Dezember 1903 seiner Bestimmung. Am 3. Januar 1913 wechselte die Gemeinde für ein Jahr in das Hotel "Zum Goldenen Hirschen". Nach dessen Auflassung 1914 wurden die Gottesdienste in das Café Beyerlein im Rückgebäude (ebenfalls Langgasse 12) verlegt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialsten wurden die Sabbatfeiern in der Privatwohnung des Geschäftsmannes (Spitalgasse 2) begangen.     
  
Nach 1933 wurde es auf Grund des Wegzuges beziehungsweise der Auswanderung der jüdischen Einwohner immer schwieriger, regelmäßig Gottesdienste abzuhalten. Spätestens im Sommer 1938 wurde der Betsaal geschlossen. 
   
Am Vormittag des 8. November 1938 schmuggelte der jüdische Viehhändler Karl Strauß die Thorarollen der Kulmbacher Gemeinde in die Synagoge nach Bamberg (Herzog-Max-Straße 13). Unwissentlich unterstützt wurde er durch den Inhaber einer Kulmbacher Kartonagenfabrik L.S.: Dieser nämlich nahm ihn und einen weiteren Kulmbacher in seinem Lieferwagen nach Bamberg mit in der Annahme, Strauß transportiere Tapetenrollen. Nach seiner Rückkehr nach Kulmbach wurde L.S. polizeilich verhört. Die Parteileitung erwog sogar, ihn wegen "volksschädigenden Schmuggels" in das KZ Dachau zu bringen – und das, obwohl er Träger des Goldenen Parteiabzeichens war. Die Thora der Kulmbacher Gemeinde wurde vermutlich bei dem Brand der Bamberger Synagoge am 10. November 1938 vernichtet. 
      
Der Raum, in dem der Betsaal eingerichtet war, blieb bis nach 1945 erhalten.

 
Adresse/Standort der Beträume: siehe oben im Text 

Fotos / Abbildungen    
(erhalten von Wolfgang Schoberth; die Abbildungen finden sich großenteils - auch mit weiteren Erläuterungen - ebenso in den Seiten zur jüdischen Geschichte Kulmbachs in der Website des Markgraf-Friedrich-Georg-Gymnasiums)  

Erinnerungen an die mittelalterliche Geschichte
Kulmbach Abb 190.jpg (49068 Byte) Kulmbach Abb 174.jpg (68405 Byte) Kulmbach Abb 152.jpg (91362 Byte)
Blick auf das frühere markgräfliche Burggut in
 der Waaggasse, das über dem Bereich der
 mittelalterlichen jüdischen Wohngebiet und 
der Gemeindeeinrichtungen erbaut wurde   
Die ehemalige Judengasse von 
Kulmbach, die 1845 in 
Waagasse umbenannt wurde 
Jüdisches Schöffengericht im Mittelalter.
Das Gericht, ursprünglich zuständig für die
 gesamte fränkische Hohenzollern-
 Markgrafschaft, tagte auf dem "Judenplatz" 
vor der "Judenschule" in Kulmbach 
     
           
Kulmbach Abb 184.jpg (76645 Byte) Kulmbach Abb 171.jpg (78973 Byte) Kulmbach Abb 178.jpg (86657 Byte)
Plan des früheren markgräflichen Burggutes 
in der Waaggasse über den vermutlichen 
Resten der mittelalterlichen Mikwe
Ausgrabung der mittelalterlichen Mikwe 2003-2005: Freilegung eines Schachtes, 
bei dem es sich wahrscheinlich um die Mikwe handelt 
(Typ: Regenwasser-Mikwe)
     
Kulmbach Abb 177.jpg (68202 Byte) Kulmbach Abb 151.jpg (60912 Byte) Kulmbach Abb 176.jpg (105161 Byte)
Ehemalige Mikwe
  
Gewölbekeller unter dem früheren
 markgräflichen Burggut
Keramikscherben aus dem 14. und 15.
 Jahrhundert. Bei einigen dieser Scherben 
handelt es sich möglicherweise um Schöpfgefäße
      
     
     
Erinnerungen an die Gemeinde des 20. Jahrhunderts und die NS-Zeit    
Kulmbach Abb 161.jpg (62871 Byte) Kulmbach Abb 173.jpg (72186 Byte) Kulmbach Abb 163.jpg (69548 Byte)
  Blick in die Kulmbacher Langgasse. Der jüdische Betsaal befand sich ab 1903 im "Hotel zur Krone" (Schild auf Foto links sichtbar, auf Foto 
Mitte handelte es sich um das Gebäude am linken Bildrand), seit 1913 im Hotel "Zum goldenen Hirschen" (Schild auf Foto links und Mitte erkennbar).
 Ab 1914 wurde der 1. Stock des "Cafe Beyerlein" (Langgasse 12, Foto rechts) als Andachtsraum verwendet.  
      
Kulmbach Abb 180.jpg (77885 Byte) Kulmbach Abb 153.jpg (57394 Byte) Kulmbach Abb 154.jpg (59516 Byte)
Burgkunstädter Rabbiner Dr. Eduard Ezechiel
 Gotein
. Er war auch für die Kulmbacher
 jüdische Gemeinde zuständig und unterrichtete
 an der der damaligen Realschule, dem heutigen
 Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium
Zwei Fotos von jüdischen Zivilgefangenen auf der Plassenburg während des Ersten Weltkriegs):
Zubereitung koscherer Speisen für die gefangen gesetzten Kurgäste jüdischer Provenienz.
 Theaterspielspiel in den Räumen der Burg, um sich die Zeit zu verkürzen
  
      
Kulmbach Abb 158.jpg (91855 Byte) Kulmbach Abb 166.jpg (58697 Byte) Kulmbach Abb 167.jpg (78620 Byte)
Blick vom Marktplatz auf das Geschäft 
Franz Weiß (linkes Gebäude mit 
Aufschrift) 
Geschäft Franz Weiß: In der Spitalgasse 2
 (rechts im Bild Mitte) war das "Damen- und
 Herrenkonfektions"-Geschäft von Franz Weiß
 und seinem Schwiegersohn Georg Goldzweig
 untergebracht. Weiß versuchte nach der
 "Machtergreifung" den Zusammenhalt der
 Gemeinde zu fördern und hielt ab 1934
 religiöse Feiern in seiner Wohnung im
 Obergeschoss des Geschäftshauses ab
Tochter von Franz Weiß, Ruth Goldzweig, und
 ihrem Mann, Georg Goldzweig, der 1931 
von Berlin nach Kulmbach kam. Die Aufnahme
 entstand wohl in den 30-er Jahren im 
damaligen Betsaal, Spitalgasse 2
 
     
 
    
      
  Kulmbach Abb 155.jpg (88231 Byte)
  1933: Boykott jüdischer Geschäfte: Am Kressenstein befanden sich zwei Läden mit jüdischen
 Inhabern: Kressenstein 8 (rechts im Bild: Max Michaelis, Schuhwaren), Kressenstein 12 (Helene
 Wortsmann mit Schwiegersohn Alfred Grünhut, Damen- und Herrenkonfektion). 
Gegen beide Geschäfte richteten sich Boykottaufrufe
     
Kulmbach Abb 164.jpg (100654 Byte)  Kulmbach Abb 156.jpg (37123 Byte) Kulmbach Abb 157.jpg (64956 Byte)
Ursprünglicher Davidsbrunnen im Kulmbacher
 Stadtpark (Postkarte)
Im Zusammenhang mit der Pogromnacht im
 November 1938 wurde der "David" des
 bedeutenden Kulmbacher Künstlers 
Carl August Bachmann (1885-1924) im
 November 1938 irreparabel geschändet
Heinrich Prager (rechts im Bild) , technischer
 Betriebsleiter der Reichelbrauerei, wurde aus
 dem Vorstand entfernt. Er arbeitete von 
1941 bis Kriegsende verdeckt als
 Friedhofsgärtner und konnte nur knapp 
einer Deportation entgehen
Anprangerung wegen "Rassenschande": 
Eine verheiratete junge Frau wurde wegen eines
 angeblichen Verhältnisses mit einem jüdischen
 Mitbürger durch die Innenstadt von Kulmbach
 getrieben. Ein Mob von 500 Personen verfolgte
 das Spektakel
     
 Nach 1945    
Kulmbach Abb 179.jpg (65264 Byte) Kulmbach Abb 168.jpg (73779 Byte) Kulmbach Abb 182.jpg (61748 Byte)
Hotel Parkschenke am Kulmbacher Stadtpark:
 Hier war die jüdische DP-(Displaced
 Persons-)Gemeinde untergebracht.
Im Kulmbacher Stadtarchiv (Heilingschwertturm, Bauergasse 2) befinden sich drei Fragmente von
 zwei Torarollen, die wahrscheinlich von osteuropäischen Juden nach dem Zweiten Weltkrieg aus
 ihren Herkunftsgemeinden nach Kulmbach gebracht und von der damaligen jüdischen DP-
 Gemeinde verwahrt wurden. Mit Sicherheit handelt es sich nicht um Torafragmente der
 ehemaligen Kulmbacher Gemeinde. Die drei vorhandenen Hebraica im Schrifttyp der
 Toraquadratschrift sind nach einer Expertise der Universität Regensburg ebenfalls Relikte
 der Pogromnacht im November 1938.
 
 
 
        
Hinweisschild an der "Waaggasse"
(Foto: Jürgen Hanke, Kronach, 
Aufnahme vom 21.1.2009)
Kulmbach Strassenschild 010.jpg (70617 Byte)  
  "Waaggasse - Judengasse bis 1845"  

   
         
     
    

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Mai 2012: In Kulmbach wird ein erster "Stolperstein" verlegt   
Artikel in radio-plassenburg.de vom 8. Mai 2012: "Kulmbach. Gedenken. Ein 'Stolperstein' soll an Kulmbacher Nazi-Opfer erinnern. Erstmals wird in Kulmbach morgen (Mi) ein sogenannter 'Stolperstein in einen Gehweg eingelassen..." 
Link zum Artikel     
 
Oktober 2013
 
 
 

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Kulmbach  
Darstellung zu "Jüdisches Leben in Kulmbach" - Projekt des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums in Kulmbach / Lehrer Wolfgang Schoberth 
Website www.family-michaelis.de: auf dieser Website u.a. ein Beitrag von Wolfgang Schoberth aus der "Bayerischen Rundschau" vom 23. April 2011 über die Max und Emma Michaelis (Kulmbach): "Vom 'Masel Tov' ins Vernichtungslager. Die ergreifende Liebe eines jüdischen Schuhhändler-Ehepaars: Der Weg von Max und Emma Michaelis führt über Kulmbach in das KZ Theresienstadt und nach Auschwitz. Der Urenkel seiner Schwester ist durch Zufall nach Kulmbach gekommen.  Link zum Artikel - auch als pdf-Datei eingestellt     

Literatur:    

Germania Judaica III,1 S. 694-696.
S. Haenle:  Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstentum Ansbach. 1867. Reprint 1990 (S. 222 wird der Schutzbrief von 1511 zitiert).
Adolf Eckstein: Geschichte der Juden im Markgrafentum Bayreuth, Bamberg 1907. 
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 140-141.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 214. s. Aufl. 1992. 
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 252-253.
Walter Höchstädter: Durch den Strudel der Zeiten geführt - Ein Bericht über meinen Weg von der Monarchie und der Weimarer Republik durch das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg, Erlangen 1983.
Erwin Herrmann: Geschichte der Stadt Kulmbach. Kulmbach 1985 (S. 115-120.380.389f.401.406f).
Josef Motschmann: Als aus Juden Nachbarn und aus Nachbarn Juden wurden - Jüdische Gemeinden im 19. und 20. Jahrhundert, Sonderdruck aus: Im oberen Maintal, auf dem Jura, an Rodach und Itz, o. J.
Wolfgang Schoberth: Geschichte des Judentums in Kulmbach. In: Geschichte am Obermain Bd. 18 Jg. 1991/92. S. 67-102 (Hg. Colloquium Historicum Wirsbergense. Bamberg 1992). 
ders.: Burgkunstädter Rabbiner kam zweimal die Woche, in: Müller-Velten, Hansjörg (Hrsg.): 600 Jahre Lateinschule, 100 Jahre Königliche Realschule, Kulmbach 1993, S. 65 – 68. 
ders.: Kristallnacht in Kulmbach, Eine Dokumentation zum 60. Jahrestag, Ausstellungskatalog des Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasiums, Kulmbach 1998.
Jim G. Tobias: Vorübergehende Heimat im Land der Täter. Jüdische DP-Camps in Franken 1945 – 1949, Nürnberg 2002.
Festschrift Gemeindezentrum Burggut. Blickwechsel Christen und Juden im Gespräch 5. Dezember 2003. Einweihung Burggut am 06. Dezember 2003, Kulmbach 2003.
Presseartikel über den Vortrag von Angela Hager: "Der endgültige Abschied kam 1948. Theologin Angela Hager referierte über Jüdisches Leben in Kulmbach" in: Frankenpost vom 8. Oktober 2005.
Presseartikel: "Historischer Fund in der Kulmbacher Waaggasse. Grabungen am Freitag brachten es an den Tag: Burggut steht vermutlich auf Resten einer Synagoge. Altes jüdisches Tauchbecken entdeckt?"in: Frankenpost vom 21. Februar 2005.
Informationen zum Schandmarsch am 12. November 1938 (innerhalb des Beitrages von Helmut Paulus: Die Reichskristallnacht und die Judenverfolgung in der Gauhauptstadt Bayreuth).

Synagogengedenkbuch BY 01.jpg (49758 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I: Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu.    (mit umfassenden Quellen- und Literaturangaben)
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Kulmbach S. 186-192.

Franken Obpf Lit 010.jpg (75915 Byte)Hans-Peter Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Kulmbach S. 82-83.   

    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Kulmbach  Upper Franconia. Jews were present in the second half of the 14th century under a letter of protection giving them freedom of movement. In 1584 they were expelled by the local count. The modern community dates from the late 19th century and numbered 41 (total 12.476) in 1933. By 1939, 14 emigrated and 15 left for other German cities. Of the remaining Jews, seven were brought to Bamberg on 24th April 1942 and deported from there to Izbica in the Lublin district (Poland). 
    
      

                   
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Stand: 18. Oktober 2013