Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hollfeld (Kreis Bayreuth)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde                    
   
In Hollfeld bestand eine jüdische Gemeinde im Mittelalter vom 13. bis zum 15. Jahrhundert. Der Bamberger Bischof hatte im 13. Jahrhundert von den dortigen Juden eine jährliche Einnahme von zehn Pfund Haller (gegenüber 100 Pfund von der Stadt). Bei der Judenverfolgung im Jahr 1298 ("Rintfleisch-Verfolgung") wurden drei Familie mit mehr als 20 Personen erschlagen. Ein jüdischer Vater tötete seine Kinder "im Bade" und danach sich selbst, um nicht in die Hände der Verfolger zu fallen. Beim "Bad" wird es sich um das rituelle Bad (die Mikwe) der Gemeinde gehandelt haben. Namentlich bekannt ist der jüdische Sofer ("Schreiber") Mose ben Ascher aus Hollfeld. Ein von ihm geschriebenes Manuskript wird in Oxford aufbewahrt. 
   
1417 wird erstmals die "Judengasse" genannt, die bis heute noch besteht und in der Oberstadt zwischen dem Oberen Markt (Marienplatz) und dem Kirchenzentrum parallel verläuft. Auch ein "Judengraben" wird im selben Jahr erwähnt.
  
1403 wird eine jüdische Frau "von Hollfeld" in Bamberg genannt. 1434 zahlten die Juden Hollfelds 4 1/2 Gulden Krönungssteuer an das Reich. 1450 war ein Jude in Hollfeld Gläubiger zweier Christin von Bamberg. 1475 wird ein jüdischer Mann "von Hollfeld" in der Markgrafschaft Brandenburg-Kulmbach genannt. Vermutlich haben die Juden aus Hollfeld gemeinsam mit denen aus dem ganzen Hochstift Bamberg 1478 verlassen.
   
Auch im 19./20. Jahrhundert lebten wenige jüdische Familien / Personen in der Stadt. 1867 wurden 16 jüdische Einwohner gezählt, 1871 20, 1875 40, 1880 Höchstzahl von 43, 1885 34, 1890 15, 1895 5, 1900 7, 1905 5, 1911 2, 1925/33 kein jüdischer Einwohner mehr. Nach den Familiennamen der Umgekommenen der NS-Zeit, die in Hollfeld geboren sind, gab es wohl u.a. die Familien Laufer, Strauß und Dessauer in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Hollfeld. 
Anmerkung: die Zahlen der Volkszählungsergebnisse wurden mitgeteilt von Esther Hacker, Mannheim.  
   
Von den in Hollfeld geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Fanny Lang geb. Laufer (geb. 1884 in Hollfeld, später wohnhaft in Rüsselsheim und Darmstadt), Isidor Strauß geb. 1879 in Hollfeld, lebte später in Bayreuth), Karl Strauß (geb. 1873 in Hollfeld, lebte später in Amberg und Kulmbach), Marie (Mary, Maria) Strauss geb. Dessauer (geb. 1885 in Hollfeld, lebte später in Köln).    
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Hollfeld gefunden.    

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge                     
    
In der "Judengasse" soll nach alten Überlieferungen auch eine Synagoge gestanden haben. Der Standort ist nicht bekannt.   
   
   
Adresse/Standort der SynagogeJudengasse  
   

   
Fotos   

Die "Judengasse" in Hollfeld Hollfeld Judengasse 253.jpg (66979 Byte) Hollfeld Judengasse 252.jpg (72136 Byte)
  Unterer Abschnitt der "Judengasse" mit Zugang oberhalb der Kirche
   
   Hollfeld Judengasse 250.jpg (72747 Byte) Hollfeld Judengasse 251.jpg (92718 Byte)
   Blick in den oberen Abschnitt der "Judengasse" mit Zugang vom Oberen Markt  

    
     

Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Hollfeld mit Seite "Rundgang durch Hollfeld" (Hinweis auf "Judengasse" und mittelalterliche jüdische Geschichte) 

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 367-368; III,1 S. 571-572.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 212.  

    
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 17. Februar 2016