|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia Judaica
Die Mitglieder der
Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und bestehende) Synagogen
Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale
in der Region
Bestehende jüdische Gemeinden
in der Region
Jüdische Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur und Presseartikel
Adressliste
Digitale Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zurück zur Übersicht "Synagogen in Oberfranken"
Hollfeld (Kreis
Bayreuth)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In dem erstmals 1285 in einer Urkunde als Stadt genannten Hollfeld bestand eine jüdische Gemeinde im
Mittelalter vom 13. bis zum 15. Jahrhundert. Der Bamberger Bischof hatte im 13.
Jahrhundert von den dortigen Juden eine jährliche Einnahme von zehn Pfund
Haller (gegenüber 100 Pfund von der Stadt). Bei der Judenverfolgung im Jahr
1298 ("Rintfleisch-Verfolgung") wurden drei Familie mit mehr als
20 Personen erschlagen. Ein jüdischer Vater tötete seine Kinder "im
Bade" und danach sich selbst, um nicht in die Hände der Verfolger zu
fallen. Beim "Bad" wird es sich um das rituelle Bad (die Mikwe) der
Gemeinde gehandelt haben. Namentlich bekannt ist der jüdische Sofer
("Schreiber") Mose ben Ascher aus Hollfeld. Ein von ihm geschriebenes
Manuskript wird in Oxford aufbewahrt.
1417 wird erstmals die "Judengasse" genannt, die bis heute noch
besteht und in der Oberstadt zwischen dem Oberen Markt (Marienplatz) und dem
Kirchenzentrum parallel verläuft. Auch ein "Judengraben" wird im
selben Jahr erwähnt.
1403 wird eine jüdische Frau "von Hollfeld" in Bamberg genannt. 1434
zahlten die Juden Hollfelds 4 1/2 Gulden Krönungssteuer an das Reich. 1450 war
ein Jude in Hollfeld Gläubiger zweier Christin von Bamberg. 1475 wird ein
jüdischer Mann "von Hollfeld" in der Markgrafschaft
Brandenburg-Kulmbach genannt. Vermutlich haben die Juden aus Hollfeld gemeinsam
mit denen aus dem ganzen Hochstift Bamberg die Stadt 1478 verlassen.
Im 19./20. Jahrhundert lebten wenige jüdische Familien / Personen
in der Stadt, ohne dass es zur Bildung einer israelitischen Gemeinde im Sinne
der staatlichen Gesetze gekommen wäre (siehe unten die rechtliche Klärung zum
"Kultusfonds" der Familien von 1892). In den 1870er-Jahren gab es zwar
Bemühungen auf eine Gemeindegründung: der "Kultusfonds" der Familien hatte
diesen Zweck, doch ging schon in den 1880er-Jahren die Zahl der jüdischen
Einwohner wieder zurück.
1867 wurden in Hollfeld 16 jüdische Einwohner gezählt, 1871 20, 1875 40,
1880 Höchstzahl von 43, 1885 34, 1890 15, 1895 5, 1900 7, 1905 5, 1911 2,
1925/33 kein jüdischer Einwohner mehr.
Anmerkung: die Zahlen der Volkszählungsergebnisse wurden mitgeteilt von
Esther Hacker, Mannheim.
Nach den Mitteilungen zu Spendensammlungen sowie den Familiennamen der
Umgekommenen der NS-Zeit, die in Hollfeld geboren sind, gab es u.a. die Familien
Mondschein, Dittmann, Schuhmann, Laufer,
Strauß und Dessauer im 19. Jahrhundert in Hollfeld. Die
Toten der jüdischen Gemeinde wurden im jüdischen
Friedhof in Aufseß beigesetzt.
An Einrichtungen hatte die Gemeinde wohl eine Synagoge (Betraum). Nach
der Ausschreibung unten von 1874 kam der jüdische Lehrer von
Aufseß regelmäßig (damals einmal wöchtentlich)
zur Erteilung des Religionsunterrichtes nach Hollfeld. 1892 waren durch den
Aufseßer Lehrer L. Schloß fünf Kinder in Hollfeld zu unterrichten.
1892 wird in der Gemeinde die "Mondschein'sche Stiftung" genannt, die von
S. Mondschein verwaltet wurde ("Statistisches Jahrbuch" von 1892 S. 51).
Die Gemeinde bzw. die in Hollfeld lebenden jüdischen Personen gehörten bis 1804
zum Rabbinat Hagenbach, nach dessen
Auflösung zum Distriktsrabbinat Bamberg.
Von den Gemeindevorstehern werden genannt: um 1876 A. Mondschein (in
"Der Israelit" vom 15. November 1876 S. 22), um 1879 S. Mondschein, um 1881
J. Mondschein (siehe Spendensammlungen unten), um 1892 S. Mondschein.
Nach der Angabe in "Blätter für jüdische Geschichte und Literatur" 10 1902 S.
139 wurde die Gemeinde Hoffeld am 18. März 1883 aufgelöst bzw. die hier
noch lebenden jüdischen Personen der Gemeinde
Aufseß zugeteilt ("Israelitische Gemeinde Aufsess-Hollfeld").
Von den in Hollfeld geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):
Fanny Lang geb. Laufer (geb. 1884 in Hollfeld, später wohnhaft in Rüsselsheim
und Darmstadt), Isidor Strauß geb. 1879 in Hollfeld, lebte später in
Bayreuth), Karl Strauß (geb. 1873 in Hollfeld, lebte später in Amberg und
Kulmbach), Marie (Mary, Maria) Strauss geb. Dessauer (geb. 1885 in Hollfeld,
lebte später in Köln).
Berichte
aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Stelle des Religionslehrers/Vorsängers/Schächters
für Aufseß und Hollfeld (1874)
Anmerkung: einen eigenen Lehrer gab es in Hollfeld vermutlich zu keiner Zeit.
Die Lehrer aus Aufseß unterrichteten in Hollfeld. Nach dem "Statistischen
Jahrbuch" 1892 S. 51 unterrichtete Lehrer Schloß aus Aufseß damals 5 Kinder in
Hollfeld.
Anzeige
in "Jüdische Volkszeitung" vom 28. Juli 1874: "Aufsess
in Oberfranken. Ein Religionslehrer (resp. Vorsänger und Schächter).
Gehalt neben freier Wohnung 433 fl. als Lehrer und Vorsänger, 80-100 fl. als
Schächter. Wöchentlich einmal ist der Religionsunterricht in dem 1 1/2
Stunden entfernten Hollfeld zu erteilen. Neben-Verdienste nicht
unbedeutend. Meldungen an Michael Oppenheimer."
|
Berichte aus dem jüdischen
Gemeindeleben
Ergebnisse von Spendensammlung (1872 / 1879 / 1881)
Anmerkung: in jüdischen Gemeinden wurde regelmäßig für unterschiedliche Zwecke
gesammelt; die Ergebnisse der Sammlungen wurden immer wieder in jüdischen
Periodika bekannt gegeben.
- 1872: In einer Sammlung "zur Unterstützung unserer Glaubensbrüder im
heiligen Lande" spendet Abraham Mondschein aus Hollfeld 4 fl. (in der
Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Oktober 1872 S. 35).
- 1879: In einer Sammlung "für die Alliance israélite universelle" spenden
A. und J. Mondschein aus Hollfeld je 5, zusammen 10 Mark (in der Zeitschrift
"Der Israelit" vom 23. Juli 1879 S. S. 34).
- es liegen weitere Ergebnisse vor, die nicht alle genannt werden; von
größeren Sammlungen nachstehend zwei Mitteilungen aus Hollfeld:
Mitteilung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. September 1879 - Spendensammlung
"für die Abgebrannten in Utian und Pokroi (Russland)": "Hollfeld.
Durch Vorstand S. Mondschein: Dittmann 6, J. Dittmann 3, A. Mondschein 6,
Mondschein 6, S. Mondschein jun. 3, J. Mondschein 6, H. Schuhmann 1, L.
Dessauer 1.50, Witwe Mondschein 1, zus. abz. Porto 32.30 M."
|
| |
Mitteilung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. März 1881 - Spendensammlung "für
die Notleidenden in der asiatischen Türkei": "Hollfeld. Durch
Vorstand J. Mondschein: S. Mondschein 2, A. Mondschein 3, I. Mondschein 3,
J. Dittmann 3, A. Dittmann 3, Cilli Strauß 1, zusammen abzüglich Porto 14.80
M." |
Gerichtliche Klärung zum
Kultusfonds der israelitischen Familien in Hollfeld (1892)
Mitteilung in "Statistisches Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen
Gemeindebundes" 1897 S. XVI-XVII: "Kultusfonds, Vorstandewahl,
Kommunalsteuer, Anstellung ausländischer Kultusbeamten.
Entscheidung des Königlichen Verwaltungsgerichtshofes in München, betreffend
den Kultusfonds der Israeliten in Hollfeld. Mitgeteilt von Rabbiner
Dr. A. Eckstein in Bamberg.
In Hollfeld wohnte eine Anzahl von Israeliten, welche — ohne eine
Kultusgemeinde im Sinne von Z.1 der bayerischen Normativ-Entschließung vom
29. Juni 1863 zu bilden — durch freiwillige Spenden, zu denen auch von
Auswärts zu Gaste anwesende Glaubensgenossen anlässlich des öffentlichen
Gottesdienstes Beiträge leisteten, zum Zwecke der Begründung einer
selbständigen Kultusgemeinde einen 'Kultusfonds (dowor tow)'
ansammelten, der allmählich bis zur Höhe von ca. 1300 Mk. anwuchs. Da aber
die Anzahl der in Hollfeld wohnenden Israeliten immer geringer wurde,
beschloss das Königliche Bezirksamt Ebermannstadt am 18. März 1883,
dass die in Hollfeld wohnenden israelitischen Familien und einzeln stehenden
Israeliten mit der in Aufseß bestehenden israelitischen
Kultusgemeinde zu einem einzigen Kultusverbande zu vereinigen seien.
Nachdem die Anzahl der in Hollfeld wohnenden Israeliten sich bis auf zwei
Familien reduziert hatte, beantragte die Kultusgemeinde Aufseß am 14.
Dezember 1894, den Separatfonds der zu ihrem Verbände gehörenden Israeliten
von Hollfeld ihrer eigenen Kultusstiftung einzuverleiben. Das Königliche
Bezirksamt Ebermannstadt beschloss am 29. März 1895: 'Der Fonds der
Israeliten in Hollfeld wird der Kultusgemeinde Aufseß zunächst zur
Verwaltung und Nutznießung unter der Bedingung überwiesen, dass dieselbe für
die Erteilung des Religionsunterrichts an die Kinder der israelitischen
Familien in Hollfeld Sorge trägt.' Dieser Beschluss wurde folgendermaßen
begründet: 'Den fraglichen Geldern komme weder die Eigenschaft einer
Kultusstiftung, noch, da in Hollfeld eine Kultusgemeinde nicht bestanden
habe, eines Kultusvermögens, sondern nur eines künftigen Zwecken gewidmeten
Privatkapitals der Vereinigung der Israeliten von Hollfeld zu und würde der
ausgesprochen private Charakter dieses Fonds ein Eingreifen der
Kuratelbehörde, sohin die verwaltungsrechtliche Zuständigkeit der
Aufsichtsbehörde an und für sich ausschließen. Mit Rücksicht auf die der
Sammlung zu Grunde liegende Absicht, Kultuszwecken zu dienen, sei jedoch im
vorliegenden Falle die analoge Anwendung der für das Kultusvermögen
maßgebenden Grundsätze gerechtfertigt.'
Gegen diesen Beschluss legte M. S. in Hollfeld Beschwerde ein zur
Königlichen Regierung, welche die Akten dem Königlichen
Verwaltungsgerichtshofe in München in Vorlage brachte. Derselbe sprach am 4.
Juni 1896 das Urteil dahin: 'Aus Anlass der Beschwerde des M. S. wird unter
Abänderung des Beschlusses des Königlichen Bezirksamtes Ebermannstadt vom
29. März 1895 der Anspruch der Kultusgemeinde Aufseß vom 14. Dezember 1894
auf den Fonds der Israeliten in Hollfeld abgewiesen.'
Aus den Entscheidungsgründen: 'Nach der Rechtsprechung des Königlichen
Verwaltungsgerichtshofes — Sammlung Bd. XII. S. 423 — erscheint regelmäßig
die israelitische Kultusgemeinde als Inhaberin des örtlichen für den
israelitischen Kultus bestimmten Vermögens und fallen Streitigkeiten, welche
nach und bezw. anlässlich der Vereinigung einer israelitischen
Kultusgemeinde mit einer andern in Bezug auf die Verwaltung und Verwendung
des Vermögens der früher selbständigen Kultusgemeinde entstehen, unter
Artikel 8 Ziffer 36 des Gesetzes vom 8. August 1878.
Ein solcher Fall aber liegt hier nicht vor. Denn in Hollfeld hat überhaupt
niemals eine israelitische Kultusgemeinde bestanden. Das Vermögen, um
welches es sich hier handelt, ist daher kein Vermögen einer
israelitischen Kultusgemeinde. Es ist aber auch kein Stiftungsvermögen, da
die zur Begründung einer Stiftung erforderliche landesherrliche Genehmigung
nicht vorliegt. Das betreffende Vermögen verdankt vielmehr seine Entstehung
lediglich dem Bestreben der Israeliten in Hollfeld, durch freiwillige
Beiträge einen Fonds anzusammeln, um damit die Mittel zur Begründung einer
selbständigen israelitischen Kultusgemeinde in Hollfeld zu beschaffen.
Dieses Bestreben hatte zwar ein öffentlich rechtliches Ziel, aber das
Ergebnis war ein zivilrechtliches, nämlich eine reine
Vermögens-Ansammlung durch Private. Es hätte eine Bedeutung für das
öffentliche Recht dann gewinnen können, wenn das betreffende Vermögen von
den Ansammlern einer israelitischen Kultusgemeinde zugewendet oder wenn die
landesherrliche Genehmigung zur Errichtung einer Stiftung aus dem
betreffenden Vermögen erteilt worden wäre. Da keins von Beidem geschah,
stellt sich der Anspruch der israelitischen Kultusgemeinde Aufseß auf das
angesammelte Vermögen der Israeliten in Hollfeld als ein im öffentlichen
Rechte nicht begründeter dar.
Aus Anlass der Beschwerde des M. S. musste daher im Hinblicke auf Art. 14
des Gesetzes vom 8. August 1878 der Beschluss des Königlichen Bezirksamts
Ebermannstadt vom 29. März 1895 abgeändert und der Anspruch der
israelitischen Kultusgemeinde Aufseß auf den in Frage stehenden Fonds unter
Verurteilung der sachfälligen Antragstellerin in die Kosten des Verfahrens
aller Instanzen abgewiesen werden.'" |
Angehörige der Familie Mondschein
in Hollfeld
Anmerkung: an dieser Zusammenstellung wird noch gearbeitet.
| I) - Isaak Bär Mondschein (geb.
ca. 1761, gest. 18. Mai 1843): ältester sicher zuordenbarer Vorfahr; er
starb in Aufseß, wurde im Sterberegister mit 80/82 Jahren eingetragen; seine
Ehefrau Gitel / Giedel Mondschein (geb. ca. 1780, gest. 27. Oktober
1862): starb im Alter von 82 Jahren. |
ihre Kinder waren:
- Jetta (geb. 1802, gest. 1855), war eine
verheiratete Adelsdorfer.
. Marx (Mordechaj) Mondschein (geb. 1803,
gest. 1. Januar 1878, war Kaufmann in Hollfeld. Der Grabstein nennt ihn 'Mordechaj,
Sohn des Jitzchak Dow'. Er war verheiratet mit Helena (geb. ca. 1811,
gest. 14. April 1883; im Sterberegister 72 Jahre alt.
- Babette (geb. 18. März 1805, gest. 15.
April 1880), war eine verheiratete Silbermann.
- Abraham (geb. 1806, gest. nach 1854), war
verheiratet mit Jette geb. Neuburger.
- Jeanette Sofie Mondschein (geb. 1807 - ?).
|
| |
- Samuel Mondschein (geb. ca. 1814,
gest. 26. August 1888 in Aufseß, 74 Jahre alt).
- Isaak Mondschein (geb. ca. 1847, gest. 11. Juni 1886 Kaufmann in
Hollfeld. Die verwandtschaftliche Zuordnung zu Marx/Salomon ist noch nicht
abschließend geklärt.
- Salomon Mondschein (Lebensdaten noch nicht sicher gefunden, war
Kaufmann/Familienvater in Hollfeld), war verheiratet mit Ernestine
(Ester) geb. Heimann.
ihre Kinder waren:
- Bertha (Bessle) (geb. ca. Juli 1885, gest. 23. Mai 1886; Grabstein
auf dem jüdischen Friedhof Aufseß erhalten).
- Sigmund Friedrich (geb. ca. Anfang 1889, gest. 29. Oktober 1890 mit
1¾ Jahren an Krupp).
- Martin (geb. 4. April 1884 in Hollfeld, später in Bamberg,
gest. 26. Juli 1937 in Würzburg); war verheiratet mit Laura geb.
Bamberger (geb. 13. Oktober 1893 in Wiesenfeld, gest. nach 1941, von
Würzburg nach Riga deportiert); ihr Sohn war Kurt Mondschein (geb.
26. September 1915 Bamberg; floh im Oktober 1935 nach Kapstadt, gest. 1993
in Südafrika).
- Stephan/Stefan (Lebensdaten noch nicht ermittelt, war gemeinsam mit
seinem Bruder Martin Inhaber des Bamberger Lederwarengeschäfts 'S.
Mondschein'; emigrierte später mit seiner Familie in die USA.
|
Quellenlage: Besonders wertvoll ist das von
JF-Franken veröffentlichte vollständige Sterberegister der jüdischen Gemeinde
Aufseß 1814–1937. Es basiert auf dem historischen Register 'Register der
Gestorbenen der Judenschaft zu Aufsess in Landgericht' (CAHJP, Gemeinde Aufsess
D-Au5-6). Damit lassen sich die Hollfelder Mondscheins über Geburts-, Heirats-
und Sterberegister weiter verfolgen.
Außerdem gibt es bei Geneanet einen umfangreichen Stammbaum von Peter Friedmann,
der gerade für den älteren Mondschein-Zweig mehrere Personen und
Verwandtschaften aufführt.
Ich kann als nächsten Schritt gezielt weiterforschen und Ihnen einen möglichst
vollständigen Stammbaum der Hollfelder Mondscheins erstellen – etwa von ca. 1750
bis 1945, mit Geburts-, Heirats- und Sterbedaten, Ehepartnern, Kindern,
Wohnorten und ggf. Deportations-/Emigrationsdaten. Dabei würde ich insbesondere
versuchen, Salomon Mondschein und Ernestine Heimann sowie deren Eltern und
sämtliche Kinder noch eindeutig zu identifizieren.
Zur Geschichte der Synagoge
In der
"Judengasse" soll nach alten Überlieferungen im Mittelalter eine Synagoge
gestanden haben. Der Standort ist nicht bekannt.
Adresse/Standort der Synagoge: Judengasse
Fotos
Die "Judengasse"
in Hollfeld
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 25.8.2007) |
 |
 |
| |
Unterer Abschnitt
der "Judengasse" mit Zugang oberhalb der Kirche |
| |
|
| |
 |
 |
| |
Blick in den
oberen Abschnitt der "Judengasse" mit Zugang vom Oberen Markt |
| |
|
| |
|
Begräbnisort der
Hollfelder Juden in Aufseß
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 25.8.2007) |
 |
 |
| |
Grabstein im
jüdischen Friedhof Aufseß für Pauline Dessauer geb. Heidelberger aus Hollfeld
(1847-1909) mit
Akrostichon in der Eulogie |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 367-368; III,1 S. 571-572. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 212. |

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
|