Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bamberg (Oberfranken)
Texte zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
   

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Bamberg wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 13.8.2011.       
       
Überblick

Allgemeine Beiträge aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
"Neue Beiträge zur Geschichte der Juden in Bamberg" von Rabbiner Dr. Adolf Eckstein (Artikel von 1927)   
"Ein kurzer Gang durch die Vergangenheit der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg" von Rabbiner Dr. Adolf Eckstein (Artikel von 1928)   
Alte rituelle Gegenstände aus Bamberg (Artikel von 1928)  
Judaica aus Bamberg in der hebräischen Bibliothek Fuggers (Artikel von 1927)   
"Assimilations-Krise" in Bamberg (1808)    
Martin Morgenroth: Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde Bamberg - Dem Andenken Dr. Adolf Ecksteins gewidmet (Artikel von 1935)  
Aus der Geschichte des Rabbinates Bamberg 
Klage über den alt gewordenen Rabbiner Samson Wolf Rosenfeld (1854)   
Zum Tod von Rabbiner Samson Wolf Rosenfeld (1862)    
Bericht über Rabbiner Dr. Kobak (1864)    
Während der Vakatur des Rabbinates (1884)   
Ausschreibung der Stelle des Rabbiners (1887)   
Rabbiner Dr. Eckstein wendet sich gegen den Antisemitismus in der Presse (1919)   
Ausschreibung der Stelle des Rabbiners (1925)   
Rabbinerwechsel (1926)   
70. Geburtstag von Rabbiner Dr. Adolf Eckstein (1927)   
Antrittspredigt des neuen Rabbiners Dr. Katten (1930)   
Zum Tod von Rabbiner Dr. Adolf Eckstein (1935)   
Aus der Geschichte der Lehrer, Vorbeter/Kantoren, Schächter  
Ausschreibung der Stelle des 1. Kantors (1887)   
Lehrer Fränkel tritt in den Ruhestand (1903)  
25-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer und Kantor Karl Kleestadt (1912)     
Ausschreibung der Stelle des Schächters und II. Kantors (1926)  
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers und Kantors (1928)   
Zum Tod von Kantor und Hauptlehrer Karl Klestadt (1930)   
Zur Geschichte der Schule und anderer Einrichtungen   
Die Einrichtung einer Mikwe im Stadtbad (1905)   
Ausschreibung der Volksschullehrerstelle für die jüdische Schulklasse (1936)   
Die Bamberger Volksschulen sind "judenfrei" (1936)  
An der allgemeinen Volksschule wurde eine jüdische Sonderklasse eröffnet (1936)  
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben 
Gemeindekonflikt (1808)   
Dazu Artikel: "Wie im Jahre 1808 in der Kultusgemeinde der Liberalismus siegte" (Artikel von 1935)   
Gemeindebeschreibung (1851): über den neuen Friedhof, das Schulwesen und Rabbiner Rosenfeld 
Spannungen zwischen liberalen und orthodox-traditionellen jüdischen Gemeindegliedern (1888)  
Ausschreibungen der L. Gersfelder'schen Stiftung (1890 / 1901)     
Rabbiner und Vorstand der Gemeinde werden zur Hoftafel geladen (1898)   
Wahlen zum Gemeindevorstand (1904)  
Treffen der nordbayerischen jüdischen Jugendvereine in Bamberg (1931)   
Abendliche "Weihestunde" zugunsten der städtischen Winterhilfe (November 1931)  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben in der NS-Zeit (April 1934: Ausstellung zu "Purim-Pessach")     
Aus dem jüdischen Gemeindeleben in der NS-Zeit (März, April, Mai, Juni und Dezember 1935)     
Aus dem jüdischen Gemeindeleben in der NS-Zeit (Januar und Februar 1936)  
Veranstaltungen der Zionistischen Ortsgruppe und der Chewra Kadischa (1936)   
Der jüdische Turn- und Sportverein erwirbt die Konzession für eine Gaststätte (1936)   
Filmabend der Zionistischen Ortsgruppe (1936)   
Die Zahl der Gemeindeglieder geht schnell zurück (1936)   
Über die Arbeit der zionistischen Ortsgruppe (Oktober 1936)  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben in der NS-Zeit (November und Dezember 1936)  
Berichte zu einzelnen Personen der Gemeinde  
Zum Tod des Arztes Dr. Jakob Dessauer - 32 Jahre Vorsteher der Gemeinde (1879)   
Goldene Hochzeit von Weinhändler Leonhard Müller und seiner Frau Babette (1874)   
Benno Lessing wird zum Bevollmächtigten, Karl Dessauer zum Stellvertreter im Gemeindekollegium der Stadt gewählt (1903)  
Stiftung der Erben des Kaufmannes Bernhard Ehrlich (1903)   
Ernennung von Julius Ulrich zum Rat am Oberlandesgericht (1905)   
Max Bretzfelder wird zum Leutnant der Reserve befördert (1910)   
Über die Adelserhebung der Familie Wassermann (Artikel von 1910)   
Stiftung durch die Witwe von Kommerzienrat Bernhard Mohrenwitz (1911)  
Zum Tod des Bamberger Hofbankiers Angelo von Wassermann (1835-1914) sowie über seinen Bruder Emil Wassermann (1842-1911)   
Diamantene Hochzeit von Neumann Frank und seiner Frau (1928)   
Abschiedsfeier des langjährigen Gemeindevorstehers Geheimer Justizrat Dr. Josef Werner (1930)  
60. Geburtstag von Julius Wassermann (1933)  
Zum Tod von Bankdirektor Oskar Wassermann (in Berlin, 1934)    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen sowie Berichte über Gewerbebetriebe im Besitz jüdischer Personen 
Israelitisches Restaurant eröffnet (1879)  
Neue jüdische Restauration (1931)    
Verlobungsanzeige von Hanna Neumann und Josef Singer (1937)    
Sonstiges  
Dokument zu Emanuel Dessauer (1811-1880)       
Zum Tod des Erzbischofs Dr. Josef von Schork, eines entschiedenen Gegners des Antisemitismus (1905)   
Hirtenbrief des neuen Erzbischofs Dr. Friedrich Philipp von Abert (1905)   
Dokument zur Leder-Manufaktur Sigmund Grünebaum (1908)    
Der Erzbischof spricht sich gegen das "Märchen von Ritualmord" aus (1913) 
Firmenkarte der Fa. Louis Kahn (1915)  
Firmenkarte der Fa. M. Ullmann Nachfolger (1916)      
Beitrag über "Die alttestamentlichen Plastiken des Bamberger Domes" (Artikel von 1927)    
   

Hinweis: Die Texte dieser Seite konnten großenteils noch nicht abgeschrieben werden - durch Anklicken der Textabbildung können sie jedoch bereits eingesehen werden.  

  

   

Allgemeine Beiträge aus der Geschichte der Gemeinde   
"Neue Beiträge zur Geschichte der Juden in Bamberg" von Rabbiner Dr. A. Eckstein (Artikel von 1927)
   

Bamberg Lit 020.jpg (22417 Byte)Hinweis: Distriktsrabbiner Dr. Adolf Eckstein hat mehrere - bis heute grundlegende - Werke zur Geschichte der Juden in Bamberg und im ehemaligen Fürstbistum Bamberg geschrieben. Der nachfolgende Abschnitt bringt einige Ergänzungen zu seinem 1898 erschienen Buch (Titel links): "Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg, bearbeitet auf Grund von Archivalien, nebst urkundlichen Beilagen". Bamberg - Druck und Verlag der Handels-Druckerei 1898. 
Reprint by Chris Fiebig. Bamberg 1985. 
 
Bamberg BayrGZ 07011927a.jpg (222038 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 7. Januar 1927:  "Neue Beiträge zur Geschichte der Juden in Bamberg. Von Rabbiner Dr. A. Eckstein.  
Unter obiger Überschrift habe ich in der in Breslau erscheinenden 'Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums', Jahrgang 1924, S. 307-316, eine kleine Arbeit veröffentlicht, in welcher ich auf Grund einer Sammlung hebräischer Akten, die ich von meinem inzwischen verewigten Amtsvorgänger Dr. Jos. Kobak (1864-1883 hier Distriktsrabbiner) i.J. 1908 von Lemberg zugesandt erhalten hatte, einige Lücken meiner im Jahr 1898 erschienenen 'Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg' auszufüllen in der Lage war. Die Abhandlung besteht aus 2 Kapiteln folgenden Inhalts: 1. Zur Geschichte des Landesrabbinats, enthaltend hauptsächlich einen inhaltlich mitgeteilten Auszug einer in der hebräischen Urschrift vorzüglich erhaltenen Vertragsurkunde, welche zwischen den beiden Verbänden der stiftischen und der ritterschaftlichen Judenschaft des Fürstbistums am 1. August 1658 über die Errichtung eines gemeinsamen Landesrabbinats vereinbart wurde (Anmerkung 1: vgl. G.J.B. = Geschichte der Juden in Bamberg, S. 156), ferner 2. die ältesten Satzungen des hiesigen israelitischen Vereins für karitative Leichenbestattung, das wichtigste und wertvollste Stück der vom Lemberg zu ihrem ursprünglichen Heimatorte zurückgekehrten Aktensammlung, in späthebräischer Sprache sehr wahrscheinlich im Jahr 1706 abgefasst, jedoch in den letzten aus späterer Zeit stammenden Paragraphen mit deutschen Sätzen in hebräischer Schrift untermischt (Anmerkung 2: bei Gelegenheit sei bemerkt, dass das älteste bisher nachweisbare Datum für den israelitischen Friedhof in Waldsdorf das Jahr 1632 ist, entnommen einer Beschwerdeschrift des dortigen Pfarrers über die 'Begrebnuß der Juden' [Staatsarchiv Bamberg Rep. 35 Fasz. 46]; eine Grabsteininschrift aus älterer Zeit ist bisher nicht aufgefunden worden. Der Friedhof von dessen Rabbinergräbern unlängst in nr. 20 [S. 629] der Zeitschrift 'Das Bayerland' ein stimmungsvolles Bild mitgeteilt wurde, ist allem Anschein nach anfangs des 17. Jahrhundert angelegt worden). 
Dem Hinweis auf diese Abhandlung will ich nun eine kleine auf dem von mir seit Jahrzehnten bearbeiteten Felde gehaltene Nachlese folgen lassen.  
I. Die israelitische Gemeinde von Bamberg im Jahre 1721.     
Im hiesigen Staatsarchiv (Anmerkung 3: Rep. 113/I Band 6 Nr. 51) hat sich ein auf Grund einer behördlichen Untersuchung am 24. März 1721 angelegtes Namensverzeichnis von jüdischen Einwohnern mit statistischen Angaben vorgefunden, das uns einen Einblick in die inneren und sogar familiären Verhältnisse der damals etwa 48 Haushaltungen umfassenden Gemeinde gestattet. Wir entnehmen demselben folgendes: 
In der 'Judenschul', wie man im Volksmunde auch das dreistöckige Gemeindehaus nannte, das in der Neugasse (jetzt Generalsgasse 15) der Synagoge, von derselben getrennt durch einen großen Hof mit 2 Nebengebäuden, vorgebaut war (Anmerkung 4: Noch auf der Stadtkarte von Roppelt vom Jahr 1803 heißt die jetzige Habergasse 'bey der Judenschul'), wohnten: 1. der Rabbiner Moses Broda aus Mährisch-Brod (1718 bis 1733) (Anmerkung 5: vergleich G.J.B. S. 169) mit 5 Töchtern und 1 Sohn nebst 2 weiblichen Bedienungspersonen, außerdem sein Schwiegersohn Wolf auf Berlin, der bei ihm 'lernet', d.h. Talmud studierte, mit 3 kleinen Büblein nebst 1 Dienstmagd, zusammen also etwa 16 Personen; 2. der Vorsinger Behr, damals bereits 28 Jahre im Dienste; 3. der 'Schulklopfer' Mayer, dessen Amtstitel seinen Grund hatte in der ihm obliegenden Aufgabe, die Gemeindemitglieder durch Anklopfen mit einem kleinen Hammer an Fenster oder Türe zum Besuche der Gottesdienste aus dem schlafe zu wecken; derselbe hatte sich des Besitzes von nur 4 Töchtern und 1 Sohn (mit 2 Dienstpersonen) zu erfreuen, außerdem hielt sich bei ihm eine alte Frau aus Merzbach auf, 'welche der Judenschaft hin und her diente'.  
Bamberg BayrGZ 07011927b.jpg (416565 Byte)Rechts von der Judenschule (Richtung Langgasse), im Hause 'zum Walfisch' wohnte Sal. Marx mit 2 Söhnen und 3 Töchtern (nebst 2 Bedienungspersonen), auf der anderen Seite (Richtung Zinkenwörth) 'beim Brücklein an der Judenschul' wohnte die aus 9 Kindern bestehende Familie des verstorbenen Elias, im schräg gegenüberliegenden 'Elefantenhaus' der uns bereits bekannt gewordene Hofjude Marx' (Anmerkung 6: vgl. G.J.B., S. 262 und 294 und Nachträge zur Geschichte der Juden im Fürstbistum S. 45), damals bereits 45 Jahre im bischöflichen Schutze, und sein verheirateter Sohn, ferner 2 arme Jungens, die im Hause des wohlhabenden Hofjuden verköstigt wurden. Auch in anderen Stadtteilen gab es jüdische Hausbesitzer (Anmerkung 7: vgl. G.J.B., S. 109. Die Bedienungspersonen sind als meist jüdische anzunehmen), so in der 'Wolfsgrube', im Hause 'zur steinernen Kemmet' und im Hause 'zum blauen Stern' (Langgasse). Im Hause des Simon Fries am 'Hafen-Plätzlein' (jetzt etwa Eckenbüttner) fanden nicht weniger als 29 Personen Platz, darunter 1 armes Kind und 1 Schulmeister oder Hauslehrer. Einen eigenen Hauslehrer in schulloser Zeit hielten sich auch Sam. Hamburger für seine 6 Kinder und Wohl Nathan für seine 8 Kinder. Am zahlreichsten aber war die Familie des Hoffaktors Mos. Heßlein, der von seinem in Kurland sich aufhaltenden Tochtermann 5 Kinder (mit 3 Bedienungspersonen) bei sich wohnen hatte, ferner seinen verheirateten Sohn Süßmann mit 4 Söhnlein und 3 Mägdlein, dazu Bedienungspersonen und einen Schulmeister, im ganzen als einen Haushalt von etwa 24 Personen, und dieser Mann beherbergte noch ein armes Waisenkind, ohne über Wohnungsnot zu klagen.      
II. Zum Kapitel der Hofjuden (Anmerkung 8: Ergänzung zu G.J.B. S. 262-263, vgl. auch Nachträge S. 60-62).         
Es braucht kaum hervorgehoben zu werden, dass diese 48 israelitischen Familien im geschäftlichen Leben der Stadt eine Rolle gespielt und eine Lücke ausgefüllt haben. Der oben genannte, schon aus früheren Mitteilungen bekannte, Hofjude Sal. Marx und Söhne hatten für einen Vorschuss, den sie der Hofkammer auf kaiserliche Subsidiengelder geleistet, im Jahre 1716 eine größere Forderung an Wechselbriefen, die der berühmte kaiserliche Hoffaktor Samson Wertheimer in Wien gelegentlich der Frankfurter Herbstmesse ausgestellt. Dass zum Bau des bischöflichen Klerikalseminars auch bei jüdischen Kapitalisten jener Zeit Anleben aufgenommen wurden, war bereits bekannt (Anmerkung 9: G.J.B. S. 220). Zu diesem Zwecke wurde auch Zacharias Fränkel in Fürth in Anspruch genommen, den der Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn am 29. April 1736 anweisen lässt, zur Fortsetzung des Seminarbaus dem Oberstleutnant Neumann auf Anforderung die Summe von 5000 Rth. 'abermahlen' verabfolgen zu lassen, und sofort Kapitel und Zinsen 'als eine zur gemeinsamen Wohlfahrt erforderliche Sach in aufrechnung zu bringen' (Anmerkung 10: Bamb. Staatsarchiv Reo. 113, 1. Bd. 13 und 15. Über Zach. Fränkel vgl. S. Haenle: Geschichte der Juden im ehem. Fürstentum Ansbach S. 85).  
Der Großlieferant jener Zeit war der Hoffaktor Jk.Is. Heßlein, Sohn des obengenannten M.J. Heßlein, der insbesondere Livreen und Chaisen, aber auch sogar Spitzen für Messgewänder und andere Pontifikalien lieferte und dafür im Jahre 1739 eine Forderung von 15.434 fl. 2 1/4 Kr. hatte. Auch für Bekleidung der Husaren hat er dem Hofe gute Dienste geleistet, und es wird ihn in einer Kammersitzung bezeugt, dass er sich jederzeit "wohl und ehrlich aufgeführet'. Mit ihm konkurrierte der Hoffaktor Sußmann, der im Oktober 1733 in einer Eingabe nachsuchte, ihm unter Berücksichtigung der Tatsache, dass er an dem im vorausgegangenen Jahre an Zahlungsstatt angenommenen Getreide einen Verlust von über 1.000 Thaler erlitten, die Lieferung der Hoflivreen allein zu überlassen, deren Gegenwert er zur Hälfte wieder in Getreide zum Marktpreise auf dem Lande anzunehmen sich erbiete. Es wird ihm auch eine Lieferung für 100 Personen übertragen, während Heßlein eine solche für 60 Personen erhielt (Anmerkung 11: Die Genannten sind bereits in G.J.B., S. 263, 319 und 321 erwähnt). Auch Meyer, Sohn des David Eger, bereits anfangs des 18. Jahrhunderts in Schutz aufgenommen, von dem die hiesige Bankierfamilien Wassermann in weiblicher Linie abstammt, hat während des 7-jährigen Krieges zur 'Unterhaltung' der kaiserlichen Hilfsvölker Fourage aufgekauft und zu diesem Zwecke vom fränkischen Kreiskonvent einen Pass ausgefertigt erhalten. Dessen Sohn, der gelehrte Jakob Meyer Eger, wird mit seinem Schutzgesuch für seinen älteren Sohn Wolf trotz guter Vermögensverhältnisse im Jahre 1676 mit der Begründung abgewiesen, weil 'ohnehin die Juden gegen die vorige Zeiten allzustark übersetzet seynd'; nachdem er aber bei Wiederholung seines Gesuches geltend machte, dass er sich als Rabbiner in das Schwarzenbergische begeben wolle, sein Realvermögen aber im Hochstift belassen werden und sein Sohn eine 'ansehnliche bemittelte Heirat' machen würde, wurde dasselbe im Juni 1768 mit Rücksicht auf Vermögensstand und mit dem Bemerken genehmigt, dass bei nächster Erledigung einer Schutzstelle dieselbe nicht wieder besetzt werden solle (Anmerkung 12: vgl. über dieselben daselbst die Liste vom Jahre 1746 auf S. 320 [Archiv Rep. 113 II, Nr. 44]). Auch Gabriel Moses Ullmann wurde 1765 in Schutz aufgenommen, weil er mit einer 'reichen Juden-Tochter' (Mitgift 3.000 Gulden) aus Dresden verlobt war und schon seit einigen Jahren mit hiesigen Kaufleuten einen beträchtlichen Handel durch Einführung von Waren aus Berlin und Leipzig betrieben habe. Endlich sei (nach Akten aus dem Jahre 1785) ein Hoffaktor Sam. Wolf genannt, der zusammen mit Simon Sommerhauser für sich und im Namen der 'Haagischen Compagnie' zur Betreibung ihres Holzfloßwesens aus dem Forst von Lichtenfels Weißtannen erwerben wollte.
Der bekannteste und angesehenste unter den Hoffaktoren am geistlichen Hofe war S.S. Heßlein, der, seit 1777 Bambergischer Schutzjude, am 18. Juni 1797 von der fürstlichen Obereinnahme als 'Admodiateur' (Großpächter) angestellt wurde und an die kaiserliche Armee umfangreiche Getreidelieferungen vermittelte. Er war der Bankier und Geschäftsagent des Hochstifts, der erste großzügige Kaufmann, der aus dem hiesigen Ghetto hervorgegangen. Sein Einfluss am Hofe muss bedeutend gewesen sein, da man sich im Volke erzählte, dass Heßlein mit der Tabakpfeife im Munde freien Zutritt zum Fürstbischof habe, und bei den hohen Beamten genoss er hohes Ansehen und eine gewisse Vertraulichkeit. In einem Brief an Geheimrat Pflaum in Kronach vom 12. September 1800 fügt er bei: 'an dero Frau Gemahlin mein untertänigster Respekt' (Anmerkung 13: Sein Bildnis aus biedermeierlicher Zeit, mitgeteilt in meiner Schrift 'Die israelitische Kultusgemeinde Bamberg von 1803-1853' S. 41, macht den Eindruck einer vornehmen Persönlichkeit. Weitere Mitteilungen über denselben G.J.Bbg. S. 263 und Nachträge, S. 61. Vgl. noch Alt-Bamberg von Schuster, Bd. 5, S.160). Als Vorsteher seiner Gemeinde musste der 'Herr Hoffaktor' wie man ihn in Regierungskreisen titulierte, öfter seinen Einfluss in die Wagschale legen, um eine Stundung rückständiger Neujahrsgelder und anderer Abgaben zu erwirken.        
Bamberg BayrGZ 07011927c.jpg (470886 Byte)III. Neuer Judenschutz auf dem Lande
Laut einem fürstlichen Dekret vom 30. August 1747 hatte ein Jude bei Erwerbung des Schutzes in der Hauptstadt den Betrag von 100 Speziesdukaten, auf dem Lande von 100 fl.fr. zur fürstlichen Schatulle zu zahlen (Anmerkung 14: Bamberger Verordnungen I. Vgl. G.J.B. S. 202 Anmerk. 4). Aus einem vom Jahre 1791 stammenden 'Verzeichnis der Gebühren, welche ein Jude auf dem Lande zur Erhaltung des landesherrlichen Schutzes bis daher bezahlt hat', entnehmen wir, dass diese Gebühren später etwas ermäßigt auf folgende Posten verteilt wurden:   
57 fl. 36 Kr.fr. in die fürstliche Schatull, an 60 fl. kurrent a 1 fl. 12 Kr.rh. gerechnet.  
4 fl. 48 Kr. in das Armenhaus.  9 fl. 36 Kr. in die geheime Kanzlei für das Dekret.   
18 fl. 48 Kr. zur hochfürstlichen Hofkammer, als: 4 fl. - Kr. an einer Spezies-Dukaten dem Herrn Hofkammerdirektor.    4 fl. - Kr. an einer dito für das Hofkammerzahlamt     4 fl. - Kr. an einer dito für das Sekretariat.    2 fl. - Kr. für die Herren Räte.     1 fl. 36 Kr. für die Kanzley.     - fl. 48 Kr. dem Registrator.    1 fl. 12. Kr. dem Expeditori des Schutzbriefes.     1 fl. 12 Kr. dem Kammerboten für das Pergament.   zus. 18 fl. 48 Kr.    
90 fl. 48 Kr. in summa (Anmerkung 15: Archiv. Rep. 113 IV, Bd. 2 Nr. 66).  
Ein hoher Betrag für die meist unbemittelten Leute, die einen schweren Kampf um des Daseins Notdurft zu kämpfen hatten. Kein Wunder, dass es auch Drückeberger gab, die keinen auf ihre Person ausgestellten Schutzbrief besaßen, sondern nur einen solchen, den sie von Eltern oder Verwandten erblich übernommen, aber von Schwiegereltern als Heiratsgut oder bei einem Hauskauf vom Vorbesitzer erhalten hatten. Am 31. Dezember 1758 wurden die Außerverwaltungsbehörden 'stracklichst' angewiesen, bei Vermeidung der Landesverweisung, binnen vierteljährlicher Zeitfrist zur Erwirkung eines ordnungsmäßig auf die Person ausgestellten Schutzbriefes veranlasst werden. daraufhin erfolgte eine Eingabe der Gesamtjudenschaft, in welcher darauf hingewiesen wurde, dass dieselbe bei solchem Verfahren unmöglich ihre bereits auf 4.000 fl. angewachsene Schuldenlast würde verzinsen oder gar tilgen können, zumal die Anzahl derjenigen ihrer Glaubensverwandten, die zu den gewöhnlichen Anlagen beizutragen vermögen, höchstens 150 betrage, von denen die meisten in Ortschaften wohnen, die mit fremdherrschaftlichen Jurisdiktionen vermischt sind, d.h. unter Gutsherrn, unter welchen die Landjuden auch ohne Erwirkung eines kostspieligen Schutzbriefes zuständig werden könnten, wenn sie es nicht vorzögen, 'Ihr Hochfürstliche Gnaden lebensdauerlich treudevote Untertanen zu bleiben'; nachdem sie bei den 3 kurz hintereinander gefolgten Interregnis ihre bei solche Gelegenheit üblichen Auflagen (Anmerkung 16: Vgl. G.J.B. S. 216-217) getragen und die ordentlichen Schutzgelder alljährlich bezahlt haben, erbitten und erwarten sie die Freisprechung von der befohlenen und angeordneten Maßnahme zur Erwirkung des neuen Schutzbriefes.  
Die Angelegenheit wurden nach dem Vorschlag der Hofkammer unter gerechter Rücksichtnahme auf die tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere mit Rücksicht auf den Umstand, dass die Juden bei dem zweimaligen feindlichen Einfall der preußischen Soldateska schwer gelitten und 'fast von allen Mitteln entkräftet' waren, durch Verzichtleistung auf die Hälfte der zur fürstlichen Schatulle beanspruchten Gebühren von 60 fl. erledigt (Anmerkung 17: Archiv Rep. 113 I Bd. 36 G.J. S. 323, Beilage 18 und Nachträge S. 49)."       
Der nachfolgende Abschnitt über die Geschichte der Juden in Forchheim ist auf der Seite zu Forchheim wiedergegeben. 

   
Anlässlich der Verbandstagung der bayerischen Israelitischen Gemeinden in Bamberg - Beitrag von Rabbiner Dr. Eckstein: 
"Ein kurzer Gang durch die Vergangenheit der israelitischen Kultusgemeinde Bamberg" (Artikel von 1928)
    

Bamberg BayrGZ 15061928.jpg (248579 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Juni 1928:     
Bamberg BayrGZ 15061928a.jpg (355226 Byte)
Bamberg BayrGZ 15061928b.jpg (416991 Byte)
Bamberg BayrGZ 15061928c.jpg (424234 Byte)
Bamberg BayrGZ 15061928e.jpg (159435 Byte)

   
Alte rituelle Gegenstände aus Bamberg (Artikel von 1928)
    

Bamberg BayrGZ 01061928.jpg (187998 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Juni 1928:    
Bamberg BayrGZ 01061928a.jpg (296799 Byte)


Judaica aus Bamberg in der hebräischen Bibliothek Fuggers (Artikel von 1927)   

Bamberg BayrGZ 11111927.jpg (59296 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 11. November 1927:     
Bamberg BayrGZ 11111927a.jpg (201821 Byte)        

  
"Assimilations-Krise" in Bamberg (1808)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1933  
Bamberg Israelit 19101933a.jpg (211997 Byte)   

  
Martin Morgenroth: Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde Bamberg - Dem Andenken Dr. Adolf Ecksteins gewidmet (Artikel von 1935)    

Bamberg Bayr GZ 01091935a.jpg (211303 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. September 1935:  
Bamberg Bayr GZ 01091935b.jpg (375854 Byte)        

     
    
    

Aus der Geschichte des Rabbinates Bamberg   
Klage über den alt gewordenen Rabbiner Samson Wolf Rosenfeld (1854)   

Bamberg AZJ 03071854.jpg (96462 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. Juli 1854:        

   
Zum Tod von Rabbiner Samson Wolf Rosenfeld (1862)     

Bamberg AZJ 10061862.jpg (174578 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. Juni 1862:      

   
Bericht über Rabbiner Dr. Kobak (1864)  
Anmerkung: Rabbiner Dr. Josef Kobak war von 1864 bis 1883 Distriktsrabbiner in Bamberg, danach in Lemberg.   

Bamberg Israelit 13011864.JPG (118299 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Januar 1864:   

  
Während der Vakatur des Rabbinates (1884)    

Bamberg Israelit 21071884.JPG (281731 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Juli 1884:   

  
Ausschreibung der Stelle des Rabbiners (1887)   

Bamberg Israelit 17101887l.jpg (57973 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Oktober 1887:  

  
Rabbiner Dr. Eckstein wendet sich gegen den Antisemitismus in der Presse (1919)   

Bamberg FrfIsrFambl 03011919.jpg (76637 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 3. Januar 1919:    


Ausschreibung der Stelle des Rabbiners (1925)   

Bamberg Israelit 30071925.jpg (56782 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1925:  
   
Bamberg CV 31071925.jpg (44378 Byte)Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des Central-Vereins) vom 31. Juli 1925: 
   
Bamberg BayrGZ 18081925.jpg (46683 Byte)Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 18. August 1925: 

      
Rabbinerwechsel (1926)    

Bamberg Bayr GZ 08061926.jpg (274886 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 8. Juni 1926:        

   
70. Geburtstag von Rabbiner Dr. Adolf Eckstein (1927)
   

Bamberg BayrGZ 15071927.jpg (86600 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Juli 1927:    

    
Antrittspredigt des neuen Rabbiners Dr. Katten (1930)
   

Bamberg BayrGZ 01021930.jpg (130511 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Februar 1930:     

     
Zum Tod von Rabbiner Dr. Adolf Eckstein (1935)   

Bamberg Bayr GZ 01021935.jpg (213771 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Februar 1935:    
Bamberg Bayr GZ 01021935a.jpg (209751 Byte)   
Bamberg Bayr GZ 01021935b.jpg (104544 Byte)  
   
Bamberg Bayr GZ 01021935c.jpg (62021 Byte)Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Februar 1935:       

  
    
    
Aus der Geschichte der Lehrer, Vorbeter/Kantoren, Schächter    
Ausschreibung der Stelle des 1. Kantors (1887)
   

Bamberg Israelit 10031887.jpg (50233 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1887:     
    
Bamberg AZJ 24031887.jpg (58903 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. März 1887:   

  
Lehrer Fränkel tritt in den Ruhestand (1903)   

Bamberg Israelit 12011903.jpg (54727 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Januar 1903:    

         
25-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer und Kantor Karl Kleestadt (1912)         

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 16. August 1912: "Bamberg. Lehrer und Kantor Karl Kleestadt feierte sein 25-jähriges Jubiläum als Beamter der hiesigen jüdischen Gemeinde."     

  
Ausschreibung der Stelle des Schächters und II. Kantors (1926) 
 

Bamberg BayrGZ 08111926.jpg (42707 Byte)Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 8. November 1926:   

  
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers und Kantors (1928)   

Bamberg BayrGZ 15031928.jpg (63855 Byte)Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. März 1928:     

Zum Tod von Kantor und Hauptlehrer Karl Klestadt (1930)   

Bamberg BayrGZ 01051930.jpg (109873 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Mai 1930:     
Bamberg BayrGZ 01051930a.jpg (151601 Byte)   

  
   
Zur Geschichte der Schule und anderer Einrichtungen 

Die Einrichtung einer Mikwe im Stadtbad (1905)
   

Bamberg AZJ 13101905.jpg (16760 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Oktober 1905:     
   
   
Ausschreibung der Volksschullehrerstelle für die jüdische Schulklasse (1936)
   
  
Bamberg CV 01101936.jpg (60745 Byte)Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitung des Central-Vereins) vom 1. Oktober 1936:      

  
Die Bamberger Volksschulen sind "judenfrei" (1936)  

Bamberg Israelit 19111936.jpg (46282 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. November 1936:    

  
An der allgemeinen Volksschule wurde eine jüdische Sonderklasse eröffnet (1936)  

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Dezember 1936:   


   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben
  
Gemeindekonflikt (1808)  

Bamberg Sulamith 1809 189f.JPG (151958 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Sulamith" Jahrgang 1809 S. 189-190: 

  
Dazu A
rtikel: "Wie im Jahre 1808 in der Kultusgemeinde Bamberg der Liberalismus siegte" (Artikel von 1935) 

Bamberg Bayr GZ 01091935b.jpg (375854 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. September 1935:   


Gemeindebeschreibung (1851): über den neuen Friedhof, das Schulwesen und Rabbiner Rosenfeld  

Bamberg AZJ 10111851.JPG (162864 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. November 1851:   


Spannungen zwischen liberalen und orthodox-traditionellen jüdischen Gemeindegliedern (1888)   

Bamberg AZJ 10051888.jpg (239810 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. Mai 1888:        

   
Ausschreibungen der L. Gersfelder'schen Stiftung (1890 / 1901)
    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Dezember 1890: "L. Gersfelder'sche Stiftung in Bamberg. 
Am 12. Tewet dieses Jahres Verlosung der Familienväter-Präbenden, wozu Anverwandte der Stifterin sich melden können bei 
S. D. Weiskopf".    
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Dezember 1901: "L. Gersfelder'sche Brautsteuer-Stiftung
Bewerberinnen aus der Verwandtschaft der seligen Stifterin willen sich bei dem Unterzeichneten anmelden. Bräute erhalten den Vorzug. 
S. J. Weiskopf, Bamberg."    

     
Rabbiner und Vorstand der Gemeinde werden zur Hoftafel geladen (1898) 
   

Bamberg AZJ 15071898.jpg (32439 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. Juli 1898:     

  
Wahlen zum Gemeindevorstand (1904)    

Bamberg Israelit 04011904.jpg (40358 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1904:  


Treffen der nordbayerischen jüdischen Jugendvereine in Bamberg (1931)   

Bamberg BayrGZ 01081931.jpg (106696 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. August 1931:    


Abendliche "Weihestunde" zugunsten der städtischen Winterhilfe (November 1931) 
  

Bamberg BayrGZ 01121931.jpg (176021 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Dezember 1931:       

  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben in der NS-Zeit (April 1934: Ausstellung zu "Purim-Pessach")    
   

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. April 1934: "Aus der Gemeinde Bamberg. Am 17. und 18. März (1934) war die Ausstellung 'Purim-Pessach' auf ihrer Wanderung durch Bayern in der Kultusgemeinde Bamberg zu Gast. Das Gemeindesitzungszimmer der Synagoge war der geeignete Ausstellungsraum, in welchem eine Fülle wertvoller, den Kultgebräuchen des Purim- und Pessachfestes gewidmeter Kunstgegenstände, die durch interessante Stücke aus Bamberger Privatbesitz bereichert waren, in sachkundiger Anordnung den Augen der Besucher sich darbot.  Nach dem sabbatlichen Vormittagsgottesdienst eröffnete in Anwesenheit zahlreicher Gemeindemitglieder der Gemeindevorstand, Rechtsanwalt Dr. Morgenroth, die Ausstellung, die erste Bamberger Veranstaltung des Jüdischen Kulturbundes in Bayern, mit einer kurzen Würdigung der Bedeutung des Kulturbundes und herzlichen Dankesworten an die Veranstalter der Ausstellung. Der Leiter der Ausstellung, Herr Dr. Heinrich Feuchtwanger (München) gab einige Erläuterungen über die kunsthistorische Bedeutung der ausgestellten Gegenstände. Nachmittags veranstaltete Herr Rabbiner Dr. Katten, unterstützt von Herrn Religionslehrer und Kantor Schapiro, nach beendigtem Jugendgottesdienst eine Führung für die gesamte Gemeindejugend. Die Ausstellung erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuches, der am Sonntag noch eine Steigerung erfuhr dadurch, dass auch die benachbarten Gemeinden ihr Interesse an dieser Darbietung jüdisch-kulturellen Lebens bekundeten".  

        
Aus dem jüdischen Gemeindeleben in der NS-Zeit (März, April, Mai, Juni und Dezember 1935)     

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. März 1935: "Aus der Gemeinde Bamberg.
 
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. April 1935: "Aus der Gemeinde Bamberg.    
 
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Mai 1935: "Aus der Gemeinde Bamberg. 
  
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Juni 1935: "Bamberg. Es ist ein Verdienst der Palästina-Filmstelle Berlin, denjenigen, denen es nicht vergönnt ist, Erez-Israel zu bereisen, durch den Film das Land näher zu bringen. Die Z.O.G. zeigte zu dem Zweck in Bamberg zum erstenmal einen beweglichen Schmalfilm: 'Erez Israel.' In der trefflich gelungenen Zusammenstellung der verschiedenen Bilder und Szenen gefielen besonders die gut gelungenen Aufnahmen des Kinderdorfes Ben Schemen. In Bamberg ist man auf den angekündigten, demnächst erscheinenden Tonfilm der Palästina-Filmstelle besonders gespannt. 
Nach diesen Film-Darbietungen, die mit Gesängen vom I.P.D. umrahmt waren, folgte ein Vortrag von K. Wiesenfelder, der die enge Verbundenheit von Erez (Israel) und Galuth (Diaspora) klarlegte und wahrhaftes Chuluziuth (Pioniergeist), Bereitstellung des ganzen Menschen, nicht nur für Olim (Einwanderer), sondern auch für Galuthmenschen (Juden in der Diaspora) forderte. Als Delegierter für die Berliner Tagung der Z.V.f.D. erstattete der Redner einen Bericht über seine Palästina-Eindrücke und schloss unter starkem Beifall der zahlreich Erschienenen, mit einem Appell an die Versammlung im gleichen Sinne in der Gemeinde arbeiten zu wollen. 
Mit dem Gesang der Hatikwah schloss die gut gelungene 4. Veranstaltung der Z.O.G."     
 
Bamberg Bayr GZ 01121935.jpg (178450 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Dezember 1935: "Aus der Gemeinde Bamberg.      

   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben in der NS-Zeit (Januar und Februar 1936)   

Bamberg Bayr GZ 01011936.jpg (122896 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Januar 1936:    
  
Bamberg Bayr GZ 15021936.jpg (130295 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Februar 1936:  
 
Bamberg Bayr GZ 15021936b.jpg (105585 Byte)      

   
Veranstaltungen der Zionistischen Ortsgruppe und der Chewra Kadischa (1936)   

Bamberg BayrGZ 15031936.jpg (68763 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. März 1936:     


Der jüdische Turn- und Sportverein erwirbt die Konzession für eine Gaststätte (1936)
   

Bamberg BayrGZ 01061936.jpg (62036 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Juni 1936:     

  
Filmabend der Zionistischen Ortsgruppe (1936)   

Bamberg BayrGZ 15061936.jpg (46642 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Juni 1936:    
   

Die Zahl der Gemeindeglieder geht schnell zurück (1936)   

Bamberg GblIsrGF Mai1936.jpg (39685 Byte)Artikel im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurts" vom Mai 1936:   

  
Über die Arbeit der Zionistischen Ortsgruppe (Oktober 1936)  

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Oktober 1936:   

  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben in der NS-Zeit (November und Dezember 1936)   

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. November 1936:  
  
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Dezember 1936:

      
            

Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde     
Zum Tod des Arztes Dr. Jakob Dessauer - 32 Jahre Vorsteher der Gemeinde (1879)

Bamberg AZJ 01071873.JPG (129044 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Juli 1873:       

  
Goldene Hochzeit von Weinhändler Leonhard Müller und seiner Frau Babette (1884)    

Bamberg Israelit 01121884p.jpg (29784 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Dezember 1884:   

 
Benno Lessing wird zum Bevollmächtigten, Karl Dessauer zum Stellvertreter im Gemeindekollegium der Stadt gewählt (1903)     

Bamberg Israelit 12011903.jpg (54727 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Januar 1903:    

   
Stiftung der Erben des Kaufmannes Bernhard Ehrlich (1903)
    

Bamberg Israelit 30111903.jpg (33497 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. November 1903:   

  
Ernennung von Julius Ulrich zum Rat am Oberlandesgericht (1905)  
Bamberg FrfIsrFambl 30061905.jpg (12560 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 30. Juni 1905:     

  
Max Bretzfelder wird zum Leutnant der Reserve befördert (1910)  

Bamberg FrfIsrFambl 18031910.jpg (30124 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 18. März 1910:     

  
Über die Adelserhebung der Familie Wassermann (Artikel von 1910)  

Bamberg FrfIsrFambl 17061910.jpg (76778 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. Juni 1910:      


Stiftung durch die Witwe vom Kommerzienrat Bernhard Mohrenwitz (1911)
     

Bamberg AZJ 15091911.jpg (43817 Byte) Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. September 1911:   

   
Zum Tod des Bamberger Hofbankiers Angelo von Wassermann (1835 - 1914)
sowie über seinen Bruder Emil Wassermann (1842 - 1911)    
Vgl. hierzu auch die Seite "Banken jüdischen Ursprung" bei http://www.juden-in-bamberg.de/Handel_Banken/Banken.htm 

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. August 1914: "Hofbankier Angelo von Wassermann. Geboren am 20. Mai 1835 in Wallerstein. Gestorben am 6. Mai 1914 in Berlin.   
An einem Maientage haben wir in Bamberg nach einer stillen Trauerfeier, die an Einfachheit und Bescheidenheit nicht übertroffen werden kann, die Staubeshülle eines Mannes der Familiengruft übergeben, dessen Leben ein fast wolkenloser Maientag gewesen, der es schon mit Rücksicht auf seine einflussreiche Stellung und seine Gesinnung gegenüber dem Judentum verdient, dass ihm an dieser Stelle mit einigen Worten ein Denkmal der Ehre aufgerichtet werde.    
Von Benjamin Disraeli, dem genialen Staatsmann von Großbritannien, wird erzählt, dass er die adelsstolzen Herren im Hause der Peers, als sie es wagten, den auf politischer Stufenleiter durch eigene Geisteskraft zur höchsten Sprosse des Erfolges emporgestiegenen Judenstämmling mit ironisierender Anspielung an seine israelitische Abstammung zu erinnern, in ihre Schranken mit den Worten zurückgewiesen habe: mein Adel ist älter als der eure, denn mein Stammbaum reicht zurück bis auf Abraham, den zum Segen aller Geschlechter der Erde erwählten Gottesfürsten! Nicht alle geadelten Israeliten haben so adelig gedacht und empfunden. Auf der Stufe, die sie erreicht, haben ihrer viele vergessen der Wurzel, der sie entsprossen, und wir haben im allgemeinen keine Veranlassung, ihr Bild in der Galerie berühmter Männer des Judentums aufzustellen, wie es ein zeitgenössischer Schriftsteller getan. Aber Angelo von Wassermann, der am 6. Mai dieses Jahres fern der Heimat, an der sein Herz gehangen, in einem Sanatorium zu Berlin nach einem an Aussaat und Ernte reich gesegneten Leben kurz vor Vollendung seines 70. Jahres wie ein verlöschendes Licht seinen Odem ausgehaucht, kannte keinen höheren Stolz als den der Abstammung aus einer durch Wissen und Frömmigkeit ausgezeichneten und im deutschen Vaterland weit verzeigten Familie (Anmerkung: Die Familie führt ihren Stammbaum, den der als Sammler von auf die Geschichte der bayerischen Israeliten bezüglichen Akten und Urkunden verdiente David Wassermann in München aus archivalischen Forschungen mühsam zusammengestellt, bis Anfang des 17. Jahrhunderts zurück. Als Stammvater historisch nachgewiesen ist Elkan Wassermann, 1770 Salzfaktor des Fürsten von Oettingen-Wallerstein. Mütterlicherseits stammt die Bamberger Linie der Wassermanns angeblich von Rabbi Akiba Eger).  
Wallerstein AZJ 21081914a.jpg (361470 Byte)Von diesem Mann kann aber nicht gesprochen werden, ohne zugleich das Andenken an seinen um einige Jahre jüngeren Bruder zu wecken, der ihm in die Ewigkeit vorangegangen. Der Name Emil Wassermann (geb. am 12. Mai 1842 in Wallerstein, gest. am 12. November 1911 in Berlin) bedeutete in weiten Kreisen ein Programm, und dies Programm war das altüberlieferte Judentum in modernisierter Fassung. Er schützte es, wie man ein teures Familienerbe schätzt, und dennoch war es ihm ein Lebendiges und Gegenwärtiges, der Inhalt seines Bewusstseins. Und er selbst war nach seiner ganzen Erscheinung und Geistesbeschaffenheit ein echtes Produkt des Judentums, und zwar eines von den immer seltener werdenden, in welchem der Geist der Vergangenheit und der Geist der Gegenwart, Thorakenntnis und neuzeitliche Bildung in harmonischem Bunde vereinigt waren. Es war ein Vergnügen, in seinem mit allem Schönen geschmückten Hause ein Bibliothekzimmer zu finden, in welchem die ehrwürdigen Talmudfolianten, denen er gern eine geschäftsfreie Mußestunde widmete, seine besten Freunde waren. Keine Erscheinung gab es im Judentum, im Leben oder in der Literatur des Judentums, welcher er nicht sein lebhaftestes Interesse zugewendet, kein bestreben auf geistigreligiösem oder gemeinnützigem Gebiete, das er nicht mit Hingabe seines jederzeit zum Dienen bereiten Wesens und der ihm zur Verfügung stehenden materiellen Mittel unterstützte. Immer und überall stand er an der Spitze der Wohltäter und Förderer. Die Krone der Persönlichkeit war aber doch seine durchaus konservativ gerichtete Frömmigkeit, die ihre tiefsten Wurzeln in seinem warmfühlenden Herzen hatte. Von solcher Gesinnung erfüllt, hat er in seiner hinterlassenen Niederschrift seiner Wünsche seine sieben Söhne, welche bereits geachtete Stellungen in der Welt einnehmen, gleich den Frommen ehemaliger Zeiten mit ergreifenden Worten zur treuen Anhänglichkeit gemahnt an das Judentum und seine Einrichtungen. 
In seiner Liebe zum Judentum stimmte auch sein älterer Bruder Angelo von Wassermann mit ihm überein. Nach Wesen und Art war's allerdings ein anderer. Er war das Weltkind im Goetheschen Sinne dieses Wortes. Seine Begabung und Neigung betätigte er vor allem auf kommerziellem Gebiete. In ihm arbeitete ein intelligenter Geist und ein zielbewusster Wille, der den eroberten Erfolg zu verwandeln wusste in ein Mittel neuer Unternehmungen und neuer Erfolge. Damit ist bereits gesagt, dass er zu denjenigen Erscheinungen kaufmännischer Unternehmer gehörte, die durch schöpferische Arbeitskraft immer neue Betriebe in Bewegung setzen und so durch ihre anregende und befruchtende Tätigkeit werteschaffend wirken. So wird ihm mit Recht nachgerühmt, dass das von ihm in Gemeinschaft mit seinem Bruder geleitete Bankhaus in Bamberg, eines der größten Privatinstitute im Reiche, das in Berlin ein eigenes Haus hat und Schwestergeschäfte in London und Brüssel, an der Begründung und an dem Aufschwung der oberfränkischen Textilindustrie einen hervorragenden Anteil hatte. 
Und er war unser. Die schöne Synagoge in Bamberg wird sein und seines Bruders Andenken erhalten in der Erinnerung kommender Geschlechter. Am 27. Mai 1910 hat der verewigte Prinzregent von Bayern ihm den erblichen Adel verliehen. Ich darf, nachdem er für ewig die Augen geschlossen, verraten, dass es ihm Vergnügen machte, seinen großen Einfluss bei Hochgestellten zugunsten von Glaubengenossen, die ein Anliegen hatten, in die Wagschale zu legen. Nichts aber kennzeichnet so sehr seine Gesinnung als sein letzter Wille, in welchem er verfügte: 'Da ich mein ganzes Leben lang ein echter Jehudi war, so will ich auch als solcher begraben werden. Man soll mich durch die Bruderschaft bestatten lassen und es sollen nur die hebräischen Gebete gesagt werden. Ich will keine Grabrede und auch kein deutsches Gebet gehalten haben, das etwa die Stelle einer Leichenrede ersetzen könnte. Ich will, dass der Geistliche kein deutsches Wort bei meiner Beerdigung spricht. Das soll durchaus keine Abneigung gegen den gegenwärtigen Rabbiner bekunden. Grund der vorstehenden Verfügung ist vielmehr der, weil ich von jeher Feind aller öffentlichen Huldigungen und Lobeserhebungen war.'  
In genauer Befolgung dieser patriarchalischen Wünsche sind im Beisein einer imposanten Trauerversammlung seine Staubesreste in die Familiegruft, die er sich nach dem im März 1912 erfolgten Tode seiner Gattin (Dora geb. Bauer aus Augsburg) errichtet, versenkt worden. Als die auf seinen Sarg fallenden Erdschollen aus der Tiefe ein dumpfes Echo aufsteigen ließen, musste ich an die Dichterworte denken:
 'Auf einem Berge sterben, Wohl muss das köstlich sein,  
Wo sich die Wolken färben Im Morgensonnenschein. 
Tief unten der Welt Gewimmel,  Forst, Flur und Stromeslauf,  
Und oben tut der Himmel  Die goldenen Pforten auf.'  Dr. A. Eckstein."           
  
Literaturhinweis:  Ferdinand von Weyhe: A.E. Wassermann. Eine rechtshistorische Fallstudie zur 'Arisierung' zweier Privatbanken (= Rechtshistorische Reihe 343). Verlag Lang. Frankfurt am Main. 2007 187 S.  
 
Dazu - aus der Sammlung von Peter Karl Müller (Kirchheim am Ries) - ein Dokument aus der Familie Wassermann (Bamberg)  
Der nachstehende Brief der Brüder Angelo und Emil Wassermann (beide aus Wallerstein, nun in Bamberg) wurde am 26. Februar 1871 von Bamberg nach Nördlingen geschickt.   
 Wassermann Dok 040.jpg (96354 Byte)

Wassermann Dok 040c.jpg (53973 Byte)

Wassermann Dok 040b.jpg (96468 Byte) Wassermann Dok 040a.jpg (74671 Byte)
Adressat auf der 
Vorderseite des Briefes
Vergrößerung des 
Firmenstempels
Briefinhalt Absender auf der 
Rückseite des Briefes
  

    
Diamantene Hochzeit von Neumann Frank und seiner Frau (1928)
   

Bamberg BayrGZ 01061928b.jpg (43588 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Juni 1928:     

   
Abschiedsfeier des langjährigen Gemeindevorstehers Geheimer Justizrat Dr. Josef Werner (1930)
   

Bamberg BayrGZ 15111930.jpg (286588 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. November 1930:    

   
60. Geburtstag von Julius Wassermann (1933)  

Bamberg Bayr GZ 01071933p.jpg (72130 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Juli 1933:  
  
    
Zum Tod von Bankdirektor Oskar Wassermann (in Berlin, 1934)   
Hinweis: Zur Person vgl. den Wikipedia-Artikel "Oscar Wassermann"  
       
Artikel in der Zeittschrift "Der Israelit" vom 14. September 1934: "Oscar Wassermann gestorben. Berlin, 13. September (1934). Der bekannte Bankdirektor Oscar Wassermann ist am Rüsttag zu Rosch Haschanah in Garmisch nach längerem Leiden im Alter von 66 Jahren gestorben. Wassermann entstammte einem gesetzestreuen Hause in Bamberg und bewahrte sich bis zuletzt warme Liebe zu allen jüdischen Dingen, wiewohl er zwischendurch andere Wege gegangen war. Ein Mann von Energie und seltener Begabung, machte er rasch Karriere und war bald als Direktor der Deutschen Bank eine der populärsten Persönlichkeiten in der deutschen Finanz- und Bankwelt. Er gehörte auch dem Generalrat der Reichsbank an. Im Jahre 1933 schied er aus seinen Ämtern aus, behielt aber trotz seiner geschwächten Gesundheit seine meisten Ehrenämter in den jüdischen Organisationen bei. Die Liebe seines Herzens gehörte dem Palästinaaufbau, doch hatte er auch Zeit und Sinn für alle anderen sozialen und kulturellen Aufgaben der jüdischen Gemeinschaft. Bis zu den Jahren seiner Krankheit war er auch Vorsitzender des Keren Hajessod für Deutschland und eifriges Mitglied des Administrative Committee der Jewish Agency. Er pflegte seine geistvollen Reden gern mit Bibel-, zuweilen sogar auch mit talmudischen Zitaten zu würzen. Der Heimgang Wassermanns rief in weiten jüdischen kreisen große Bestürzung hervor.   
Die Bestattung fand am Mittwoch, den 12. September, auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee statt. Man sah viele bekannte Führer der Wirtschaft, der Industrie und besonders der Bankwelt bei der Trauerfeier, in deren Mittelpunkt eine eindrucksvolle Gedenkrede von Rabbiner Dr. Leo Baeck stand."    

 
   

Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen sowie Berichte über Gewerbebetriebe im Besitz jüdischer Personen   
Israelitisches Restaurant eröffnet (1879)

Bamberg Israelit 15101879.jpg (50539 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Oktober 1879:  

  
Neue jüdische Restauration (1931)
   

Bamberg BayrGZ 15091931.jpg (42143 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. September 1931:    

  
Verlobungsanzeige von Hanna Neumann und Josef Singer (1937)
     

Bamberg Israelit 22071937.jpg (31256 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juli 1937:   



 
 
Sonstiges  
Dokument zu Emanuel Dessauer (1811-1880)    
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries)  

Bamberg Dok 190.jpg (79279 Byte)Umschlag eines am 20. Februar 1877 aus Halle an den Hopfenhändler Emanuel Dessauer in Bamberg geschickten Briefes.
Informationen zu Emanuel Dessauer finden sich auf einer Seite des Museums Bamberg.      

            
Zum Tod des Erzbischofs Dr. Josef von Schork, eines entschiedenen Gegners des Antisemitismus (1905)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. Februar 1905: "Bamberg, 1. Februar (1905). Der am 25. vorigen Monats hier verstorbene Erzbischof Dr. Josef von Schork war ein entschiedener Gegner des Antisemitismus. In welchem Geiste er wirkte, davon gibt eine Ansprache Zeugnis, die er gelegentlich der Vornahme der Firmung in Fürth im Juni 1892 hielt. Er ermahnte darin, sich nicht bei dem Hasse und der Hetzerei gegen die Andersgläubigen zu beteiligen. Diese Hetze sei eine Schmach für unsere Zeit und verstoße gegen den Geist des Christentums in schärfster Weise. Man müsse dem Irrtum widerstreben, aber es gehe nicht an, die Angehörigen eines anderen Glaubensbekenntnisses zu hassen, da Christus mit den Worten 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst' alle Menschen ohne Ausnahme mit inbegriffen habe. Kürzlich erzählte Dekan Seeberger in Bamberg folgende Geschichte, die bezeichnend ist für die Gesinnung des Verstorbenen: 'Bevor ich in Urlaub abreiste, brachte ich dem Erzbischof noch meine Glückwünsche zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum dar. Ich glaube keine Indiskretion zu begehen, wenn ich erzähle, dass dieser hohe Herr mit bewegten Worten mir sagte, dass die Aufrechterhaltung des konfessionellen Friedens ihm ein Herzensanliegen sei. Aus innerster Überzeugung konnte ich ihm erwidern: 'Das wissen wir, Exzellenz!' möge auch den Nachfolger des Verstorbenen dieser Geist der Friedensliebe beseelen! - Ein Mitarbeiter der 'Neuen Freien Presse', der den Erzbischof im Sommer in Brennerbad wiederholt sah und sprach, erzählt noch folgende Einzelheiten: Sehr erbittert zeigte sich Schork im Hinblick auf Wiener Zustände über das Zusammengehen eines Teiles des katholischen Klerus mit der Demagogie und hier anknüpfend, bemerkt er: 'Ihr Herr Dr. Lueger muss aber ein sehr gewandter Mann sein; er kam zu uns nach München behufs antisemitischer Propaganda und hielt eine Versammlung ab. Als er etwa zehn Minuten nach Beginn seiner Rede merkte, dass er keinen Anklang fand, wendete er sich prompt einem anderen Thema zu und sprach noch eine Stunde lang von allem anderen, nur nicht von den Juden. Er war doch nur auf die letzteren vorbereitet - das muss ein sehr schlagfertiger Herr sein! Ja,' fügte der Bischof hinzu, 'der Antisemitismus fällt bei uns in Bayern auf keinen fruchtbaren Boden, ich habe in meiner Diözese keinen einzigen antisemitischen Pfarrer. Vor nicht langer Zeit hatte ich eine Verhandlung mit einem höheren protestantischen Geistlichen, welche diesem Anlass gab, mich zu fragen, ob ich auch Antisemit sei. Ich antwortete: 'Nein, und zwar aus drei Gründen: erstens bin ich Mensch und darf als solcher nicht hassen; zweitens bin ich Christ und muss als solcher meinen Nächsten lieben, und drittens' - hier wurde er heftig - 'bin ich überzeugt, dass dieser Schlamm des Antisemitismus auch noch unsere heilige Kirche bespritzen wird.' Und als dann der Lutheraner meine Argumente bekämpfen wollte und zu nörgeln fortfuhr, replizierte ich scharf: 'Nun, ich habe noch einen vierten Grund: ich bin kein Antisemit, weil Sie einer sind.'"   
  
Bamberg FrfIsrFambl 17021905.jpg (62635 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. Februar 1905:   

     
Hirtenbrief des neuen Erzbischofs Dr. Friedrich Philipp von Abert (1905)   

Bamberg FrfIsrFambl 19051905.jpg (31949 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. Mai 1905:    


Dokument zur Leder-Manufaktur Sigmund Grünebaum (1908)   
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries)   

Zur Familie: Sigmund Grünebaum (geb. 22.1.1867 in Niederwerrn, gest. 21.11.1941 in Bamberg) war mit seinen Brüder David und Moritz Grünebaum Mitinhaber der seit 1890 bestehenden Ledergroßhandlung "S. Grünebaum" in Bamberg; ab 1924 war auch sein Schwiegersohn Rudolf Fleischmann - bis zu seinem Tod 1936 - Teilhaber. Die Firma musste am 8. August 1938 zwangsweise verkauft werden ("arisiert"). Familie Sigmund Grünebaum wohnte in Bamberg in der Ottostraße 7; Sofie Grünebaum geb. Klein (Witwe von Sigmund Grünebaum) wurde 1942 nach Theresienstadt, 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Rechts eine Rechnung der Firma S. Grünebaum vom 27. März 1908. 

Bamberg Dok 277.jpg (180331 Byte)

Bamberg Dok 277a.jpg (93131 Byte)

    
Der Erzbischof spricht sich gegen das "Märchen vom Ritualmord" aus (1913) 
  

Bamberg AZJ 31101913.jpg (68329 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 31. Oktober 1913:      

   
Firmenkarte der Fa. Louis Kahn (1915) 
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries; Angaben auf Grund der Recherchen von Peter Karl Müller)   

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Die Firmenkarte von Louis Kahn wurde am 26. November 1915 nach Ebermannstadt geschickt und bestätigt die Gutschrift eines per Postscheck eingegangenen Betrages. Louis Kahn ist am 8. Oktober 1853 in Gleicherwiesen / Thüringen geboren und am 7. Juni 1926 in Bad Kissingen gestorben. Er erweiterte in Bamberg eine 1851 gegründete Wäschezuschneiderei "Sichel & Kahn" zu einer Schürzen- und Wäschefabrik, die ab 1886 als "Louis Kahn" firmierte. Er selbst und sein Sohn waren die Teilhaber der Firma, zwei Neffen waren die Prokuristen. Die Firma wurde 1938 zwangsverkauft. Louis Frau Fanny Kahn geb. Grünfelder nahm sich am 5. Mai 1939 in Bamberg das Leben. 
Quelle: Gedenkbuch Jüdische Bürger Bambergs.   


  
      
Firmenkarte der Fa. M. Ullmann Nachfolger (1916)  
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries; Angaben auf Grund der Recherchen von Peter Karl Müller)  

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Bei M. Ullmann handelt es sich um den Fabrikanten Marx Ullmann. Sein "Nachfolger" (M. Ullmann Nachfolger) wird in der Telegramm-Adresse "Saalheimer, Bamberg" genannt. Gemeint ist Kaufmann Martin Saalheimer (geb. 1881 in Bamberg als Sohn des Kaufmanns Max Saalheimer [1856 in Kleinsteinach - 1939 in Bamberg] und seiner Frau Sidonie geb. Österlein [1860 in Fürth - 1938 in Bamberg]). Martin Saalheimer wurde am 25. April 1942 nach Izbica deportiert; er ist umgekommen (Gedenkbuch der Jüdischen Bürger Bambergs, hrsg. vom Verein zur Förderung der Jüdischen Geschichte und Kultur Bambergs e.V.).    

         
Beitrag über "Die alttestamentlichen Plastiken des Bamberger Domes" (Artikel von 1927)  

Bamberg BayrGZ 20101927.jpg (242118 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 20. Oktober 1927:     
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Stand: 14. August 2011