Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Wilhermsdorf (Kreis Fürth)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Allgemeine Berichte  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Weitere Dokumente  
Sonstiges       
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
    
In Wilhermsdorf bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 15./16. Jahrhunderts zurück. Der älteste Grabstein auf dem Friedhof datierte nach einer Erinnerung aus dem Jahr 1842 auf das Jahr 1452. In einem Salbuch (Güterverzeichnis) von 1568 wird bereits eine jüdische Gemeinde mit Synagoge (Judenschule) und einem Friedhof genannt. 
   
Wilhermsdorf Druck 010.jpg (115060 Byte)Zwischen 1669 und 1690 sowie 1712 und 1739 bestand in Wilhermsdorf jeweils eine jüdische Druckerei, die sich auf die Produktion von hebräischen und jiddischen Schriften spezialisiert hatte.  Im erstgenannten Zeitraum betrieb Isaak ben Jehuda Löb Kohn aus Prag die Druckerei. Er hatte zunächst einige Jahre in Sulzbach Bücher gedruckt. 1712 richtete Israel ben Meir aus Prag mit Erlaubnis des Grafen Philipp Ernst von Hohenlohe eine Druckerei ein. Freilich musste er sie wegen Kapitalmangel an den hohenlohischen Hoffaktor Rabbi Zwi Hirsch ben Chajim aus Fürth verkaufen. Unter den in Wilhermsdorf gedruckten Werken sind Bücher und Broschüren zu Themen der Theologie, Kabbalistik, Ethik, Medizin, Grammatiken, Poesie, Medizin und Kalender. Dazu erschienen Werke von Akiba Bär, Jedidja ben Mosche Galante, Salomon Schneior II und Isaak Auerbach. Die Abbildung links zeigt die Titelseite des "Jefe Toar - Wajikra Raba" von Samuel ben Isaac Yafe Ashkenazi, gedruckt 1714 in Wilhermsdorf durch Zwi Hirsch ben Chaim aus Fürth. Insgesamt wurden in Wilhermsdorf mindestens 170 Werke gedruckt (nach der Zusammenstellung bei Rosenfeld s. Lit.).  
   
Mit der Gemeindeordnung von 1735 wurden auch Bestimmungen für die jüdischen Einwohner festgeschrieben. Geregelt wurde beispielsweise die Verpflichtung, dass Juden an Sonn- und christlichen Feiertagen im Ort Wache zu stehen hatten oder dass sie auch bei gemeinnützigen Arbeiten wie dem Straßenbau mitzuwirken hatten. An christlichen Feiertagen durften Juden keiner Gewerbetätigkeit nachgehen. 1742 lebten etwa 20 jüdische Familien am Ort. Ihnen gehörten zehn Häuser. 1771 werden als jüdische Hausbesitzer genannt: Mathes Löw, Moses Diedenhöffer, David Lemmelein, Wolff Glotzer und Moses Betz.  Die jüdischen Familien lebten zunächst vor allem vom Handel mit Vieh und Waren aller Art. Im 19. Jahrhundert kamen zahlreiche Gewerbebetriebe dazu. Bekannt war vor allem die 1881 gegründete Pinselfabrik Michelsohn & Keiner. Von 1892 bis 1912 wirkte am Ort der jüdische Arzt Dr. Felix Frei.
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner Wilhermsdorf wie folgt: 1809/10 189 jüdische Einwohner (16,9 % von insgesamt 1.117 Einwohnern), 1811/12 Höchstzahl von 226 (20,0 % von insgesamt 1.130), 1837 210 (16,2 % von 1.300), 1867 180 (13,7 % von 1.313), 1880 119 (8,8 % von 1.351), 1900 81 (5,8 % von 1.398), 1910 65 (3,4 % von 1.419).  
  
An Einrichtungen waren eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Volksschule (von 1823 bis 1924, danach Religionsschule), ein rituelles Bad und ein Friedhof vorhanden. Die Gemeinde war dem Bezirksrabbinat Fürth zugeteilt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer (Elementar- bzw. Religionslehrer) angestellt, der teilweise  zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Im 19. Jahrhundert wirkte u.a. Heß Heiligenbrunn. Er war von 1825 bis 1870 als Elementarlehrer in der Gemeinde tätig (Nachruf zu seinem Tod 1879 s.u.). Seine Nachfolger war vermutlich Baruch Frei (geb. 1843) der 1907 gest. nach 36-jährigem Wirken in Wilhermsdorf verstorben ist und auf dem jüdischen Friedhof der Gemeinde beigesetzt wurde. Zeitweise hatte die Gemeinde auch zwei Kultbeamte: neben dem Elementarlehrer noch einen Vorbeter/Schächter. 
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Justin Gottlieb (geb. 25.12.1893 in Wilhermsdorf, vor 1914 in Nürnberg wohnhaft, gef. 10.5.1915).  
  
An jüdischen Vereinen wird im Verzeichnis 1932 der Jüdische Frauenverein (Heilige Schwesternschaft) genannt (Ziele: Wohlfahrtspflege, Unterstützung Kranker, Bestattungswesen (1932 unter Leitung von Babette Michelsohn). In den Jahrzehnten zuvor gab es auch einen "Unterstützungsverein für arme jüdische Durchreisende", ein "Krankenpflegeverein Denorin" und einen "Losverein Glück Auf". 
  
Um 1925, als der jüdischen Gemeinde noch 47 Personen angehörten (3,1 % von 1.507), waren die Gemeindevorsteher Heinrich Ehrenbacher, Leopold Neu und der Lehrer Louis Uhlfelder (Lehrer an der jüdischen Schule in Wilhermsdorf bereits seit 1907, vgl. den Artikel von ihm zur jüdischen Geschichte in Wilhermsdorf in den 1780er-Jahren). Uhlfelder verzog 1923 nach Nürnberg, wo er bei Adaß-Isroel, der (orthodoxen) Israelitischen Religionsgesellschaft in Nürnberg als Kultusbeamter angestellt war; er kam zum Unterricht der nur noch wenigen schulpflichtigen jüdischen Kinder jedoch weiterhin nach Wilhermsdorf (1924/25 zwei Kinder, 1932 fünf Kinder). Der jüdischen Gemeinde Wilhermsdorf waren inzwischen auch die in Markt Erlbach lebenden jüdischen Personen angeschlossen (1925 acht Personen), nachdem die dortigen Gemeinde aufgelöst worden war. 1932 waren die Gemeindevorsteher Justin Neuburger, Leopold Neu. Lehrer und Vorbeter war inzwischen Heinrich Liebermann.  
    
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 verließen auf Grund der ständig zunehmenden Repressalien und der Auswirkungen des wirtschaftlichen Boykotts immer mehr der jüdischen Einwohner Wilhermsdorf. 1933 wurden noch 35 jüdische Einwohner gezählt; im Oktober 1938 waren es nur noch zehn. Die meisten waren nach Fürth oder Nürnberg verzogen, einer in die USA ausgewandert, zwei verstarben in dieser Zeit in ihrem Heimatort. Im Januar 1936 wurde der Viehhändler Gottlieb wegen Beleidigung eines Ortspolizisten für zwei Wochen inhaftiert. Im September 1938 drangen vermummte Jugendliche in die jüdischen Wohnungen ein, zerstörten das gesamte Inventar und misshandelten die Bewohner. Auf Grund dieser Vorkommnisse verließen auch diese letzten jüdischen Einwohner fluchtartig den Ort. 
     
Von den in Wilhermsdorf geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): teilweise fälschlich unter "Wilhelmsdorf" eingetragen): Charlotte Adelsberger geb. Neu (1872), Wilhelm Ansbacher (1884), Julchen Ansbacher (1890), Rosa Braun geb. Asch (1883), Bertha Breslau (1926), Frieda Eichenbronner geb. Neu (1889), Silvia (Sylveria) Eichenbronner geb. Neu (1892), Emma Epstein geb. Kohn (1896), Fanny Erlanger geb. Kohn (1883), Moses Frisch (1887), Frieda Früh geb. Neuburger (1887), Katharina (Kathi) Früh geb. Neu (1864), Justin Goldsticker (1876), Frieda Grünfeld geb. Neuhöfer (1906), Paula Günther geb. Schönfeld (1901), Julius Kohn (1891), Dora Lammfromm geb. Grünbaum (1897, siehe Dokument unten), Rosa Lauchheimer geb. Kohn (1889), Jette Mai geb. Neu (1872), Babette Michelsohn geb. Kohn (1850), Max Michelsohn (1875), Doris Neu geb. Neu (1876), Benno Neuburger (1884), Justin Neuburger (1882), Max Neuburger (1888), Paula Rosenbaum geb. Ansbacher (1882), Justin Rothschild (1882) Betty (Betti) Sämann geb. Neu (1904), David Werner Sämann (1904), Regina Schönberger geb. Kohn (1860), Regina Schönfeld geb. Neu (1867), Selma Walther geb. Kohn (1892), Rosa Wassermann geb. Kohn (1857), Anni Weinstein (1924), Hilda Weinstein geb. Neuhöfer (1877), Frieda Wolf geb. Schönfeld (1893).    
Achtung: in den Listen kommt es immer wieder zu Verwechslungen zwischen Wilhermsdorf und Wilhelmsdorf sowie Wilmersdorf. Auch in obiger Liste ist in einzelnen Fällen eine falsche Zuordnung nicht auszuschließen.    
    
    
    
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde                 
     
Allgemeine Berichte  
Darstellungen von J. M. Fuchs aus dem Jahr 1842 zur Geschichte der Juden in Wilhermsdorf 

Wilhermsdorf AZJ 03091842.jpg (62140 Byte)Aus der Allgemeinen Zeitung des Judentums vom 3. September 1842: "Die Ansässigmachung der Juden im Landgerichtsbezirke Cadolzburg ist den ältesten in Mittelfranken beizuzählen. Lange vor der Vertreibung aus Nürnberg wohnten sie in Wilhermsdorf: ein Grabstein gibt das Jahr 1452 an. Demnach wäre diese Gemeinde älter als die Fürther. Wilhermsdorf nimmt durch eine uralte Sage, welche das Eigentum einer sehr lange dort wohnenden Familien geworden ist, die besondere Aufmerksamkeit in Anspruch. Nach derselben wären vor ungefähr 500 Jahren Juden aus Polen eingewandert. Die Geschichte derselben berührt Regensburg. Es gehörte nämlich diese Gemeinde unter das dortige Rabbinat (Anmerkung: Wilhermsdorf ist von Regensburg 30 Stunden entfernt, und gehört gegenwärtig zum Landgerichtsbezirke Markt Erlbach).
 
Wilhermsdorf AZJ 01101842.jpg (212152 Byte)Artikel in der Allgemeinen Zeitung des Judentums von 1. Oktober 1842: Kadolzburg. In Wilhermsdorf (Willihamsdorf) haben nach Wibels Beschreibung 1742 S. 120 vor vielen Jahren her Juden gewohnt und es ist aus einem Saalbuch von Jahre 1568 zu ersehen, dass dieselben bereits vor 150 Jahren eine eigene Schule und Begräbnisstätte gehabt. Auf einem alten Grabstein steht das Jahr von der Erschaffung der Welt (5)212, nach der Christenrechnung 1452. Nach dem zu schließen, wäre die Wilhermsdörfer Gemeinde älter als die Fürther, welche um das Jahr 1528 ihren Anfang genommen (Basler, histor. Lexikon).
Seit 1670 sind verschiedene jüdische Druckereien in Wilhermsdorf angelegt worden. Da das oben erwähnte Saalbuch vom Jahre 1568 die älteste Urkunde ist, so können aus demselben gründliche Notizen erholt werden. Indes ist nicht mit Bestimmtheit angegeben, ob eine Synagoge und ein Begräbnisplatz 150 Jahre zurück existiert haben. Es steht nämlich:
Fol. 18: Dafern Handwerksleut oder Juden darin (in den Häusern) wohnen, da dieselbigen Ihrer Handwerk warten, und ihr Hantierung treiben können. 
Fol. 90: Die Judenschul samt dem dabei Wohnhaus gibt jährlichen zu Zins auf Petri, wann jemand darin wohnt etc. etc.
(Folgen die Abgaben.) Ist sonst aller Arbeit gefreiet, wie andere Judenhäuser, jedoch hilft abladen und jagen. Da aber niemand in der Schule wohnet, müssen die gemeine Judenschaft ds. alles gebe. War vor dem Platz, darauf die Judenschul gebaut, zuvor gegeben und gilt auch noch. 
Der Judenkirchhof gibt jährlich zwei Taler. Item von einem jeden allen Haupt, so allhier gesessen und begraben 1 Gulden Taler. Und von einem fremden zwei. - Item von einem Kinde so unter 3 Jahren 1 Gulden Taler, von einem Fremden 1 ganz. - Item die Juden geben von einem jeden Haupt 1 fund von einem jeden Gulden ihres Vermögens 5 dl. etc. etc.
Schriftliche Urkunden sind bei der Judengemeinde nicht vorhanden. Dagegen hat sich seit undenklichen Zeiten in einer sehr lange in Wilhermsdorf wohnenden Familie folgende mündliche Tradition erhalten: Die ersten Juden seien ungefähr vor 500 Jahren aus Polen nach Wilhermsdorf gekommen, um sich dort anzusiedeln. Schon im Jahre 1510 habe die hiesige Judenschaft, welche einst unter dem Rabbinate Regensburg gestanden, eine Synagoge besessen, das Judenbegräbnis, in welchem sonst auch die Juden zu Brunn, wo jetzt keine mehr zu finden sind, begraben worden, müsse aber noch viel älter sein, da man früher auf einem alten Grabsteine die Zahl 212 gelesen habe. 
Nimmt man nun an, dass nach Angabe des Saalbuches um die Mitte des 16. Jahrhunderts die Verhältnisse der Wilhelmsdorfer Judenschaft zum Gutsherrn schon vollkommen geregelt waren, und dass jene damals schon Häuser, eine Synagoge und einen Begräbnisplatz besaßen, welche  dem Kaiser gegenüber - schwierigen Vergünstigungen zu erlangen lange Mühe gekostet haben mag, und wenn man damit die mündliche Tradition der Juden vergleicht, so lässt sich unmaßgeblich annehmen, dass die Niederlassung in Wilhermsdorf wirklich schon zu Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgt sei."

   
Aus der jüdischen Geschichte von Wilhermsdorf in den 1780er-Jahren 
"Aus der Zeit der Schutzbriefe. Geschichtliche Erzählung für die reifere Jugend" - von Lehrer Louis Uhlfelder in Wilhermsdorf
(Beitrag von 1914) 
Hinweis: Der Text wird nicht ausgeschrieben - zum Lesen bitte die Textabbildungen anklicken. 
Lehrer Louis Uhlfelder ist 1879 in Weisendorf als Sohn von Jakob Uhlfelder und der Berta geb. Uffenheimer geboren und im Februar 1942 in Nürnberg gestorben. er war seit 1907 als Hauptlehrer an der jüdischen Schule in Wilhermsdorf tätig. Er war verheiratet mit Roda geb. Zeilberger (1890 Ermershausen, umgekommen nach der Deportation nach Izbica 1942). Seit 1923 lebte er in Nürnberg.      

Wilhermsdorf AZJ 20031914.jpg (197452 Byte) Wilhermsdorf AZJ 20031914a.jpg (489377 Byte) Wilhermsdorf AZJ 20031914b.jpg (99135 Byte) Wilhermsdorf AZJ 27031914.jpg (208218 Byte)
Teil I in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" (AZJ) vom 20.3.1914  Teil II in der AZJ 27.3.1914 
       
Wilhermsdorf AZJ 27031914a.jpg (466015 Byte) Wilhermsdorf AZJ 27031914b.jpg (189856 Byte) Wilhermsdorf AZJ 10041914.jpg (296819 Byte) Wilhermsdorf AZJ 10041914a.jpg (436670 Byte)
Teil II Forts. in der AZJ vom 27.3.1914  Teil III in der AZJ vom 10.4.1914 
       
Wilhermsdorf AZJ 10041914b.jpg (311146 Byte) Wilhermsdorf AZJ 17041914.jpg (406747 Byte) Wilhermsdorf AZJ 17041914a.jpg (77794 Byte)  
Teil III Forts. Teil IV in der AZJ vom 17.4.1914   

   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  

Rätselhafter Tod des Vorsängers (1842)  

Wilhermsdorf AZJ 09041842.jpg (45116 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. April 1842: "In Wilhermsdorf, königlich bayerisches Landgericht Markt Erlbach, hat der Vorsänger und Schächter, in Folge religiöser Schwärmerei, wovon Spuren längst aus seinen Äußerungen zu entnehmen waren, Freitag, den 4. März dieses Jahres, nachdem er in der Synagoge den Abendgottesdienst versehen hatte, in dem Zennflusse sich ersäuft. Herr Dr. Löwi in Fürth hatte sich vergebliche Mühe gegen, diesen Unglücklichen vom Rande des Verderbens abzuführen."

   
Zum Tod des Lehrers Heß Heiligenbrunn (1879)    

Wilhermsdorf Israelit 21051879.jpg (92923 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Mai 1879: "Nachruf! Am 21. Ijar (14. Mai) abends, verschied zu Wilhermsdorf der langjährige und allseits geliebte, seit 9 Jahren pensionierte Lehrer Heß Heiligenbrunn im 84. Lebensjahre. 
Er genoss die Gnade Gottes insofern zum Teil im diesseitigen Leben, als ihm ein ziemlich hohes glückliches Alter, verbunden mit sowohl körperlicher wie geistiger Frische, bis kurz vor seinem Lebensabend beschieden war. 
Er verdiente aber auch diese Gnade, denn er war, außer einem streng religiösen, gelehrten Talmudisten, ein vorzüglicher Religions- und Elementarlehrer. Der größere Teil der gegenwärtigen, jüdischen Gemeinde Wilhelmsdorf, in welcher er 45 Jahre segensreich wirkte, waren seine Schüler beziehungsweise Schülerinnen, und wahrlich nicht allein diese, sondern sämtliche Einwohner des Ortes ohne Unterschied der Konfession betrauern ihn; dies bewies sein Leichenbegängnis, bei welchem nur zu bedauern war, dass der hierzu speziell berufene Rabbiner Dr. Neubürger von Fürth zu kommen verhindert war.
Pünktlichst in Erfüllung seiner Pflichten, gerne gefällig wo es immer sein konnte, kurz von den rechtschaffensten bravsten Menschen Einer, war er; die Erde wird ihm wohl leicht sein und wenn er auch nicht mehr unter uns weilt, sein Geist, seine vielen guten Taten, leben fort und gereichen dessen Gattin gewiss zum Troste, uns zum ehrenden Angedenken. Familie R. in N."

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum 70. Geburtstag des langjährigen Gemeindevorstehers Heinrich Ehrenbacher (1926)   
Anmerkung: Der Kaufmann Heinrich Ehrenbacher war verheiratet mit Helene geb. Kohn. Ein Sohn des Ehepaares war der 1881 in Wilhermsdorf geborene Hugo Ehrenbacher, der 1910 nach Nürnberg verzogen ist.     

Wilhermsdorf BayrGZ 08111926.jpg (47165 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 8. November 1926: "Wilhermsdorf. Am 25. Oktober (1926) vollendete in voller körperlicher und geistiger Frische der erste Vorstand unserer Gemeinde, Gemeinde- und Armenrat sowie Ersatzmann der Tagung des Gemeindeverbandes, Herr Heinrich Ehrenbacher, sein 70. Lebensjahr. Seit fast vier Jahrzehnten leitet er die Gemeinde in hingebungsvoller Treue und erfreut sich allenthalben durch sein vornehmes Wesen und Betätigung im Dienste der Allgemeine der größten Achtung. Von der Gemeinde, deren Bezirksrabbinate und den Vereinen, denen er angehört, wurde er durch Geschenke und Ansprachen allseits geehrt. Möge dem verehrten Vorstandsveteran ein recht glücklicher Lebensabend beschieden sein." 


  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Lehrlingssuche des Manufakturwaren- und Landesproduktengeschäftes Mathias Neu (1893) 
Anmerkung: Mathias Neu ist 1834 in Wilhermsdorf geboren. Er war als Kaufmann tätig und seit 1860 verheiratet mit Regine geb. Rosenfeld aus Leutershausen (geb. 1838 in Leutershausen, gest. 1924 in Cannstatt, beigesetzt im dortigen jüd. Friedhof: J. Hahn: Steigfriedhof Bad Cannstatt S. 86). Mathias Neu starb 1898.    

Wilhermsdorf Israelit 12101893.jpg (34823 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Oktober 1893: "Suche per 1. Januar 1894 für mein Manufakturwaren- und Landesproduktengeschäft einen Lehrling aus anständigem Hause. Kost und Logis im Hause. Samstags und Feiertage geschlossen. 
Mathias Neu,
Wilhermsdorf (Bayern). 

   
   
Weitere Dokumente      

Postkarte an Justin Grünbaum 
in Wilhermsdorf (1914) 
(aus derSammlung von Peter Karl Müller, 
Kirchheim/Ries), nachfolgende Anmerkungen auf 
Grund der Recherchen von P.K. Müller)
 
Wilhermsdorf Dok 13011.jpg (257396 Byte) Wilhermsdorf Dok 13010.jpg (183615 Byte)

Die Postkarte wurde verschickt innerhalb von Wilhermsdorf verschickt an Justin Grünbaum am 30. Mai 1914. Es handelt sich um einen Postkartentyp, deklariert als "Neues Wappen mit großer Krone, Entwurf Prof. Otto Hupp, 1914-1918", der damals die älteren Postkarten ablöste. Der rückseitige Text lässt darauf schließen, dass sowohl Absender als auch Empfänger möglicherweise im Briefmarkenverein oder zumindest als Briefmarkensammler aktiv waren. 
Wilhdf, 30. März 1914. 
Lieber Justin.
Herzl. Grüße v. ersten Ausgabetag der neuen bayr. Postkarten. 
Grüße auch die Herrn Kollegen.
Dein Ludwig Vaeth
Zum Empfänger der Karte: Justin Grünbaum (geb. 13. Mai 1894 in Wilhermsdorf, gest. 8. Februar 1922) war das Kind von Maier Grünbaum (geb. 24. Januar 1864, gest. 27. Juni 1931) und seiner Frau Rosa geb. Neu (geb. 9. August 1871, gest. 27. Juli 1958 in der Emigration). 

Wilhermsdorf Lammfromm 050.JPG (67644 Byte)Der oben genannte Justin Grünbaum hatte noch eine Schwester Dora Lammfromm geb. Grünbaum (geb. 14. Mai 1897 in Wilhermsdorf): sie war seit 1920 verheiratet mit dem Textilkaufmann Jonas Lammfromm von Buttenwiesen; beide verzogen in den 1920er-Jahren nach Heidelberg. Am 22. Oktober 1940 wurde sie von dort in das Internierungslager Gurs deportiert, um später über die Zwischenstationen Noé und Drancy am 28. August 1942 nach Auschwitz deportiert zu werden, von wo sie nicht mehr zurückkehrte. 
Links: Foto von Jonas Lammfromm und Dora geb. Grünbaum. Quelle: Yad Vashem Fotoarchiv Jerusalem: http://db.yadvashem.org/names/nameDetails.html?itemId=983514&language=en 
Jonas Lammfromm starb noch in Heidelberg, sein Grab ist auf dem jüdischen Teil des dortigen Bergfriedhofes, siehe Foto des Grabsteines 
https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=24368&sprungId=3697722&letztesLimit=suchen       

Wilhermsdorf Lammfromm 051.jpg (107038 Byte)Der Sohn von Jonas und Dora Lammfromm war der 1921 in Wilhermsdorf geborene Alfred Abraham Lammfromm (gest. Juni 2015 in Israel, war verh. mit Ruth geb. Reifer, zwei Söhne). 
Links: Foto des Grabsteines von Alfred Abraham Lammfromm. Die hebräischen Zeilen: Hier ruht / Abraham Lammfromm / Sohn von Jona und Dora / gest. 24. Siwan 5775 ( = 11. Juni 2015). 
(Foto und Informationen erhalten über Dorothee Lottmann-Kaeseler)

      
     
Begleitkarte eines von der Pinselfabrik Michelsohn 
und Keiner (Wilhermsdorf) verschickten Paketes (1925)  
(aus der Sammlung von Hans Widmer, Stein am Rhein, /CH)   
Wilhermsdorf Dok 192501a.jpg (123015 Byte) Wilhermsdorf Dok 192501b.jpg (104243 Byte)

Es handelt sich um eine Paketkarte eines Paketes, das im Oktober 1925 zusammen mit neun anderen Paketen von der Pinselfabrik Michelsohn und Keiner (Wilhermsdorf) verschickt wurde. Empfänger was das Gipsergeschäft Joh. Raitze - Heinemann in Schaffhausen CH, Webergasse 8.  

  
  
Sonstiges 
Hinweis auf den Konvertiten Philipp Ernst Christfels in Wilhermsdorf (1671-1759)  
Der spätere gräflich-hohenlohische-schillingsfürstliche Consistorialis und Kammerrat Philipp Ernst Christfels aus Wilhermsdorf (geb. als Mordechai ben Mosche 1671) war 1701 aus dem Judentum zum Christentum konvertiert. Nach der Taufe erhielt er neue Vornamen und den Familiennamen Christfels. Seine Frau blieb im Judentum, weshalb sich Philipp Ernst Christfels von ihr scheiden ließ. Vergeblich versuchten noch 1702 einige Juden, ihn von seiner Entscheidung abzubringen. Mit ihnen wurde eine "scharfe Inquisition" durchgeführt.       
Links: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/titleinfo/503978   
http://cejsh-archive.icm.edu.pl/cgi-bin/getdoc.cgi?09PLAAAA068825 
http://www.fischer-download.de/Search.aspx?BereichIDMitErgebnissen=b33b912e-fa97-491e-a647-dde61569bade#Ergebnisse 
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/5BONQWWQ47HRHAKIU7GII5B36RR6IE2D  
Der Sohn Johann Friedrich Christfels (geb. 1707 in Wilhermsdorf, gest. Schwäbisch Hall 1764) war seit 1743 Apotheker in Schwäbisch Hall. 
Ein anderer Sohn war Ernst Wilhelm Christfels, der eine Christiane Christhold heiratete, die gleichfalls konvertiert war. 
Literatur: M.N. Rosenfeld: Jewish Printing in Wilhermsdorf. London 1995. 
Robert Hollenbacher: Kammerrat Philipp Ernst Christfels (1671-1759). In: Wilmersdorfer Heimatblättla Nr. 36 2012 S. 2-4 und Nr. 37 Februar 2013. S. 6-9.   
   
 
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: Grabstein in New York für Louis Hanauer aus Wilhermsdorf (1818-1883      
Anmerkung: das Grab befindet sich in einem jüdischen Friedhof in NY-Brooklyn
.    

Wilhermsdorf NY Cyprus 1737.jpg (223748 Byte)   Wilhermsdorf NY Cyprus 1737a.jpg (105914 Byte)Grabstein 
"In memory of 
Louis Hanauer  
Born in Wilhermsdorf Bavaria  
Oct. 12, 1818  
Died Sept. 7, 1883. Aged 65 Years. 
A devoted Husband, and beloved Father".      

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge              
     
Eine "Judenschule" (Synagoge) wird bereits im Salbuch von 1568 genannt. Nach der Darstellung von J. M. Fuchs (s.o.) dürfte bereits 1510 eine Synagoge vorhanden gewesen sein. Nach der Ortschronik von Johann Christian Wibel aus dem Jahr 1742 wurde die Synagoge vermutlich im Dreißigjährigen Krieg zerstört.   
  
1727 wurde wieder eine Synagoge errichtet. Der an ihr angebrachte Hochzeitsstein stammt jedoch aus dem Jahr 1736. Diese Synagoge bestand bis 1893, als der Abbruch des Gebäudes beschlossen wurde. Im Laufe der folgenden Monate wurde nach den Plänen der örtlichen Baumeister Streng, Kiesel und Reichel eine neue Synagoge hinter der jüdischen Schule in der Bahnhofstraße erstellt und noch im August 1893 eingeweiht. Es handelte sich um einen Sichtbacksteinbau von 8 mal 11 Metern und einer Höhe von etwa 11 Metern. An allen vier Ecken waren Sandsteinquader hochgezogen, die - wie auch die Sandsteineinfassungen der hohen Fenster - dem Gebäude einen repräsentativen Charakter gaben. Das Gebäude hatte ursprünglich einen kleinen Turm (siehe historische Karte unten).  
  
In der Synagoge gab es einige wertvolle Ritualien, unter anderem Torawimpel vom Anfang des 18. Jahrhunderts, einen Toraschrein-Vorhang (Parochet) von 1789 und zwei Leuchter aus dem Jahr 1855.   
      
Im Oktober 1938 wurde das Synagogengebäude verkauft und in eine Werkstatt umgebaut. Dadurch entging das Gebäude der Zerstörung in der Pogromnacht. Später wurde die ehemalige Synagoge als Lagerhalle verwendet und schließlich zu einem Wohnhaus umgebaut. Der Hochzeitsstein wurde vermutlich 1938 zerstört. Die Ritualien wie Torawimpel und andere Ritualien waren nach Fürth gebracht wurden und wurden beim Novemberpogrom 1938 zerstört. Einige Torarollen konnten noch heimlich ins Ausland verbracht werden.  
      
      
Adresse/Standort der SynagogeHauptstraße 1, Hinterhof (alte Anschrift: Langenzenner Straße Gebäude Nr. 183)          
     
     
Fotos / Darstellungen             

Das "Judentor"     
Wilhermsdorf Judentor 010.jpg (54578 Byte) Wilhermsdorf Judentor 011.jpg (80809 Byte) Wilhermsdorf Judentor 012.jpg (75364 Byte)
Das "Judentor" erhielt im Zusammenhang mit der Niederlassung der Juden seit dem 15./16. Jahrhundert seinen Namen. 
Links und Mitte: das "Judentor" von Süden; rechts von der Hauptstraße aus gesehen. Das Judentor wurde 1965 abgebrochen 
(© Walter Roßmeißl; Übernahme mit freundlicher Genehmigung aus www.wilhermsdorf.info)  
       
Historische Ansichten         
Wilhermsdorf Karte 01.jpg (294110 Byte) Wilhermsdorf Karte 02.jpg (40673 Byte) Wilhermsdorf Synagoge 141.jpg (113751 Byte)
 Historische Karte von Wilhermsdorf mit Darstellung der Synagoge 
(rechts Ausschnittvergrößerung), damals noch mit kleinem Turm (aus der 
Sammlung des Heimatvereines Wilhermsdorf)   
Der Hochzeitsstein an der Synagoge von
 1736 (Aufnahme von 1928: 
Theodor Harburger s. Lit.) 
     
Wilhermsdorf Synagoge 050.jpg (493556 Byte) Wilhermsdorf Synagoge 050a.jpg (65946 Byte) Wilhermsdorf Synagoge 050b.jpg (194525 Byte)
  Die Karte wurde am 12. April 1897 von Wilhermsdorf nach Nürnberg geschickt (Eingangsstempel Nürnberg vom 13. April 1897). 
Der Inhalt ist privater Natur. Absender war H. Gottschalk in Wilhermsdorf; der Adressat Friedrich Eichholz in Nürnberg, Kernstraße 35. 
In der Mitte die Synagoge am Ende des 19. Jahrhunderts.
   
Neuere Fotos des 
Synagogengebäudes 
Wilhermsdorf Synagoge 140.jpg (89906 Byte) Wilhermsdorf Synagoge 142.jpg (48530 Byte)
    Foto aus dem Wilmersdorfer Heimatblättla
 (Vortrag R. Hollenbacher s.Lit. S. 10) 
Foto von Ulrich Metzner, Feuchtwangen
 (Frühjahr 2006) aus www.synagogen.info 
         
         
Das Synagogengebäude im Juli 2007
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 9.7.2007)
     
Wilhermsdorf Synagoge 160.jpg (96411 Byte) Wilhermsdorf Synagoge 161.jpg (96188 Byte) Wilhermsdorf Synagoge 162.jpg (102112 Byte)
Die von der Hauptstraße aus mögliche
 Ansicht des Synagogengebäudes 
Ansicht des Synagogengebäudes vom Hinterhof der Hauptstraße 1 
  
     

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Presseberichte 

Januar 2016: Erinnerung an die Bedeutung Wilhermsdorf für die jüdische Geschichte und die jüdische Buchdruckkunst   
Artikel von Heinz Wraneschitz in den "Fürther Nachrichten" (nordbayern.de) vom 13. Januar 2016: "Jeder fünfte Bürger war Jude im Zenngrund
Jüdische Buchdruckkunst blühte ab dem 17. Jahrhundert in Wilhermsdorf -
13.01.2016 10:00 Uhr
WILHERMSDORF - Wilhermsdorf hat einst eine wichtige Rolle in der jüdischen Buchdruckkunst gespielt. Das weiß auch Robert Hollenbacher, der sich intensiv mit dem jüdischen Leben in der Zenngrundgemeinde beschäftigt.
Die Grabstätten am jüdischen Friedhof zeugen noch heute von der langen jüdischen Tradition in der Zenngrundgemeinde.
'Wilhermsdorf ist international bekannt für den jüdischen Buchdruck.' Keine Sekunde zögert Maike Strobel auf die Frage, welchen Wert die Marktgemeinde im Landkreis Fürth für Europas Judentum hat. Strobel arbeitet in der Hebraica- und Judaica-Abteilung der Frankfurter Universitätsbibliothek...".  
Link zum Artikel     
Hinweis: Mailadresse von Robert Hollenbacher: roholle@t-online.de    

   
     

Links und Literatur   

Links:  

Website des Marktes Wilhermsdorf  
Private Website zur Gemeinde Wilhermsdorf mit Seite zur Geschichte der Gemeinde   
Website des Heimatvereines Wilhermsdorf und Umgebung e.V. 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Wilhermsdorf (interner Link) 
"Biographische Bruchstücke jüdischer Wilhermsdorfer" (pdf-Datei)   

Literatur:  

J. M. Fuchs: Über die ersten Niederlassungen der Juden in Mittelfranken. Allgemeine Zeitung des Judentums. 1842 (s.o.).
Theodor Harburger: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kultusdenkmäler in Bayern hg. Jüdisches Museum Franken Bd. 3 S. 782 (Foto des Hochzeitssteines von 1928). 
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 239.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 188-189.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 301-303.
Moshe Nathan Rosenfeld: Jewish printing in Wilhermsdorf: a concise bibiography of Hebrew and Yiddish publications, printed in Wilhermsdorf between 1670 and 1739, showing aspects of Jewish life in Mittelfranken three centuries ago based on puvlic and privat collections and genizah discoveries. With an appendix 'Archival notes' by Rolf Rossmeissl. London 1995. 
Robert Hollenbacher: Vortrag am 9. März 2005 anlässlich der Veranstaltung zur Woche der Brüderlichkeit. Über: 1. Die jüdische Gemeinde in Wilhermsdorf. 2. Die Pinselfabrik Michelsohn und Keiner. 3. Die jüdischen Druckereien. 4. Die jüdische Synagoge. In: Wilmersdorfer Heimatblättla. Nummer 30 August 2005. Hg. vom Heimatverein Wilhermsdorf und Umgebung e.V. 
Bayern SynGedenkband II.jpg (63426 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band II: Mittelfranken. Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Angela Hager, unter Mitarbeit von Frank Purrmann und Axel Töllner. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern, Teilband 2: Mittelfranken. Lindenberg im Allgäu 2010. 
Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu

ISBN 978-3-89870-448-9.   Abschnitt zu Wilhermsdorf S. 724-735.

    
   


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Wilhermsdorf  Middle Franconia. A community with a synagogue and cemetery is known from the early 15th century. It became noted in the 17th and 18th centuries for its Hebrew printing presses, the first licensed to Rabbi Yizchak ha-Kohen Juedels of Prague in 1669 and the second founded by Rabbi Tzevi Hirsch ben Hayyim in 1712. The Jewish population was 180 in 1867 and 35 in 1933 (total 1.737). In 1933-38, 23 Jews left the town. Eight more left after beatings in September 1938.   
     
       

                   
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Stand: 14. Januar 2016