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Sprendlingen (VG Sprendlingen-Gensingen,
Kreis Mainz-Bingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Kurpfalz gehörenden Sprendlingen bestand eine jüdische Gemeinde bis um
1930. Erstmals lebten in der Zeit des 17. Jahrhunderts einige jüdische
Personen am Ort. Am 7. Dezember 1695
wurde in der Gemeinderechnung eingetragen, dass die Erhebung des
Juden-Weidegeldes nun aufhöre, weil der letzte Jude fortgezogen sei.
Im Laufe
des 18. Jahrhunderts zogen wieder jüdische Personen zu, die jedoch erstmals wieder 1765
genannt werden.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Zahl der
jüdischen Einwohner wie folgt: 1824 130 Personen (mit St. Johann), 1828 132 Personen,
1861 177 Personen (9,4 % der Gesamteinwohnerschaft von 1.878 Personen),
1880 146 (7,3 % von 1.998), 1890 128, 1905 113 (4,9 % von 2.300), 1910 74 (3,5
% von 2.122). Die Zahlen zeigen, dass erst nach 1900 eine größere Zahl
jüdischer Personen durch Aus- und Abwanderung Sprendlingen verließ.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, ein
rituelles Bad und ein jüdischer Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet (Schächter) tätig war. Um 1900 hatte die Gemeinde noch 14 schulpflichtige Kinder. Die
Lehrerstelle musste bei Neubesetzungen immer wieder ausgeschrieben werden (vgl.
Ausschreibungstexte unten von 1893 und 1900 - in beiden Fällen unterzeichnete der damalige
Gemeindevorsteher Ludwig Schloß).
Im
Ersten Weltkrieg ist ein jüdischer Mann aus Sprendlingen gefallen: Otto Michael
Metzger (geb. 20.8.1892 in Sprendlingen, vermisst seit 15.11.1914).
1925 wurden auf Grund des Rückgangs der Zahl der Gemeindeglieder nur noch 39 jüdische Einwohner
gezählt (1,7 % von insgesamt ca. 2.300 Einwohnern). Der Religionsunterricht
wurde damals den Kindern von Fürfeld, Sprendlingen und Wöllstein von einem
gemeinsamen Religionslehrer erteilt. Den Gemeindevorstand bildeten um 1925 Ludwig Schloß, Adolf Metzger und Jakob Landsberg. Als Kantor war Isaak Löb
tätig. Den jüdischen Religionsunterricht besuchten noch zwei Kinder. An
jüdischen Vereinen war ein Wohltätigkeitsverein unter Leitung von Adolf
Metzger tätig. Die jüdische Gemeinde in Sprendlingen war dem Rabbinat Bingen
zugeteilt.
Beim
Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge verwüstet (s.u.), jüdische Männer wurden
geschlagen und in ein Konzentrationslager verbracht. 1939 lebten noch 15
jüdische Personen in Sprendlingen. Die letzten der jüdischen Einwohner wurden
nach 1940 deportiert.
Von den in Sprendlingen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Thekla
Diewald (1879), Albert Kohn (1893), Clara Koppel
geb. Koppel (1878), Margot (Margarete) Koppel (1905), Alfred Landsberg (1892),
Elisabeth (Else) Landsberg geb. Wolf (1898), Julie Landsberg geb. Simon (1864),
Otto Landsberg (1894), Emma Laubmeister geb. Ullmann (1868), Ernestine (Erna)
Katharina Löb (1898), Emma Merdinger geb. Diewald (1877), Elisabeth Metzler
geb. Vogel (1888), Karoline Neuberger geb. Kaufmann (1864), Rosa (Rosalie)
Rector geb. Stern (1883), Walter Rector (1928), Wolfram Rector (1885), Anna Schloss
(1894), Irma Schloss (1901), Martha Schloss (1892), Oskar Leopold Schloß
(1885), Martha Seelig (1886), Herbert Strauss (1911), Hildegard Strauss (1909),
Bertha Wertheimer geb. Wolff (1859), Emil Wolff (1865).
Anmerkung 1: Derzeit werden unter dem nicht existierenden Ortsnamen
Sprenglingen noch 18 Personen in der Liste des Bundesarchives genannt (an das
Bundesarchiv am 3.4.2009 mitgeteilt); von diesen Personen sind mehrere -
vielleicht alle - noch in der obigen Liste nachzutragen. .
Anmerkung 2: In einzelnen Fällen kann es zu Verwechslungen mit Sprendlingen
(Kreis Offenbach) kommen.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers und Vorbeters 1893 /
Hilfsvorbeters 1900
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Dezember 1893:
"Die Stelle eines Vorbeters, verbunden mit der Erteilung des
hebräischen Unterrichts, ist sofort in hiesiger Gemeinde zu besetzen.
Gehalt beträgt Fixum Mark 700. Auch Nebenverdienste werden zugesichert.
Bewerber ledigen Standes werden berücksichtigt. Gesuche mit Zeugnissen
versehen sind sofort einzusehen".
Der Vorstand der israelitischen Gemeinde Sprendlingen in Rheinhessen:
Ludwig Schloß". |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. September 1900:
"Auf die hohen Feiertage suche einen Hilfsvorbeter gegen anständige
Belohnung. Der Vorstand: Ludwig Schloß, Sprendlingen in
Rheinhessen." |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Thekla Binge geb. Vogel in Bad
Homburg 1879, "der sehr würdigen und frommen Familie Vogel aus
Sprendlingen in Rheinhessen entstammend"
Nekrolog
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Oktober 1879
(Anmerkung: es handelt sich nur um den ersten Teil des wesentlich
längeren Nekrologs mit dem Hinweis auf die Familie Vogel aus
Sprendlingen): "Bad Homburg. Mit dem letzten Sonnenstrahl des bereits
hingeschiedenen Jahres 5639 (d.h. am 17. September 1879) schied ein an
Frömmigkeit und Tugend reiches Leben aus unserer Mitte, und brachte
Trauer und Schmerz sowohl in den engeren Familienkreis desselben, als auch
in den Kreis unserer ganzen Gemeinde, indem Frau Thekla Binge, die tugendhafte
Gattin des Königlichen Regierungs-Anwalts Herrn S. Binge, das zeitige
Leben verlassen, um in die reichen Gefilde des Jenseits einzutreten.
Dieselbe, der sehr würdigen und frommen Familie Vogel aus Sprendlingen in
Rheinhessen entstammend, war ein Eschet Chajal (eine tüchtige
Frau) im wahrsten Sinne des Wortes zu nennen. Sie war es, die ihrem
geehrten Gatten ratend und ermunternd zur Seite stand, damit dieser, trotz
seiner großen Praxis, die heiligen Schabbate und die Feiertage in
schönster Weise heiligen und feiern konnte, ja es ihm möglich machte,
täglich Abends und Morgens die Synagoge zu besuchen, sogar stets von den
zehn ersten zu sein, seine segensreiche Tätigkeit und einflussreiche
Stellung zu Gunsten der ungetrübten Entfaltung und Stärkung der
religiösen Interessen als Vorstand der israelitischen Gemeinde zu
verwenden..." |
90. Geburtstag von Leopold Metzger
(1905)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 10. März
1905: "Sprendlingen (Rheinhessen). Aus Anlass des 90.
Geburtstages unseres ältesten Gemeindemitgliedes Herrn Leopold Metzger
fand in der hiesigen Synagoge eine erhebende Feier
statt." |
Zur Geschichte der Synagoge
(erstellt unter Mitarbeit von Manfred Schneider, Vorsitzender
des Blasorchesters und Mitglied des Ortsgemeinderates Sprendlingen)
Zunächst war nach einem Bericht in der "Jüdisch-liberalen
Zeitung" (vom 20. Februar 1925, siehe unten) ein Betsaal in einer Stube des Herrn Josef
Salenen im St. Johannerviertel (Bereich der St. Johannerstraße) vorhanden. Diese Stube war allerdings
"niedrig und beengt". Vermutlich kurz nach 1820 wurde von der
israelitischen Gemeinde in der St. Gertrudenstraße ein Grundstück gekauft und
auf ihm eine Synagoge erbaut, die 1825 fertiggestellt werden konnte. Die Einweihung
war am 19.
März 1825. Sie soll "feierlich und glänzend" gewesen sein: 12
jüdische Musikanten sangen und musizierten. Dieselben begleiteten auch den Zug,
auf welchem die Kultgegenstände aus dem bisherigen Betsaal in die neue Synagoge
gebracht wurden und bereicherten wesentlich den Einweihungsgottesdienst. Die
schmale Gasse, in der die Synagoge erbaut wurde, bekam den Namen
"Synagogengasse".
Artikel
in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 20. Februar 1925:
"Mainz. Dem 'Mainzer Anzeiger' entnehmen wir folgende Nachricht: Die
hiesige israelitische Gemeinde kann in diesem Jahre einen besonderen
Gedenktag feiern. Am 19. März sind es gerade 100 Jahre, dass die
Einweihung der neu erbauten Synagoge erfolgte. Dieser Tag bedeutet einen
Markstein in der so wechselvollen Geschichte der hiesigen
Synagogengemeinde. Weiß doch der Chronist folgendes zu berichten. Am 7.
Dezember 1695 wurde in der Gemeinderechnung eingetragen, dass die Erhebung
des Juden-Weidegeldes nun aufhöre, weil der letzte Jude fortgezogen ist.
Es dauerte mehrere Jahre, bis wieder Juden eingezogen waren. - Zur
Einweihungsfeier selbst überliefert der Chronist was folgt: Die
Israeliten zu Sprendlingen hielten ihre gottesdienstlichen
Versammlungen seit langen Jahren in einer Stube der Herrn Josef Salenen im
St. Johannerviertel. Die Stube war niedrig und beengt. Da wurde von der
israelitischen Gemeinde in der St. Gertrudenstraße ein Platz gekauft und
eine Synagoge erbaut. Die Einweihung derselben am 19. März 1825 war
feierlich und glänzend. 12 israelitische Musikanten sangen und
musizierten; dieselben begleiteten den Zug, auf welchem die heiligen
Geräte aus dem früheren Versammlungshaus in den neuen Tempel gebracht
wurden, und im Tempel die religiösen Stücke und Hymnen, durch deren
Vortrag diese seltene Feier erhöht und verschönert wurde. Wie verlautet,
soll der Gedenktag von der israelitischen Gemeinde würdig gefeiert
werden." |
Bei
der Synagoge in Sprendlingen handelt sich um ein auf quadratischem Grundriss erbautes
Gebäude mit neoromanischen und neobarocken Stilelementen. Der Saalbau umfasst
eine Größe von 11,30 x 10,30 m. Der Versammlungsraum (ehemaliger Betsaal) hat
eine lichte Raumhöhe von fünf Metern. Das Satteldach steht in Traufstellung
parallel zur Synagogengasse.
An der Westseite sind zwei Eingangstüren, durch die Frauen und Männer
getrennt in den Versammelungsraum gelangten. Im Giebel der Westfassade befindet
sich eine runde, in Sandstein gefasste Rosette mit einem Davidstern. Neben dem
Männereingang ist eine kleine Nische in die Wand eingelassen, in welcher die
Männer beim Betreten der Synagoge die rituelle Waschung vornahmen. Im
Gebäudeinneren (Männerbereich) ist ein ringsumlaufendes, profiliertes
Sandsteingesims zum Aufstellen von Herzen und Leuchtern eingebaut. Die Frauen
nahmen hinter einer eingebauten Trennwand am Gottesdienst teil.
Die Nordseite ist gleichmäßig in vier mit Rundbogen und
Sandsteingewänden eingefasste Fensterfelder gegliedert.
Die Südseite gleicht von der Gliederung her der Nordseite, wobei eines
der Fenster durch eine Tür ersetzt wurde.
In der Ostseite befinden sich keine Fenster. Hier befand sich zur
Synagogenzeit die Tora-Nische - in die Wand eingelassen.
Dem Untersuchungsbericht des Landesamtes für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz
zufolge, waren die Wandflächen ursprünglich mit einem weißen
Kalkanstrich grundiert. Sie wurden dann monochrom in einem gebrochenen weiß gestrichen.
Lediglich die Stuckleiste war in Ocker abgesetzt und darunter durch ein 3 cm
breiter blaugrünes Band betont. Die darüber liegenden Flächen an der Ost- und
Westwand waren mittelgrau gestrichen. Die Decke war - wenigen Spuren zufolge -
möglicherweise mit einem hellblauen Anstrich versehen.
Um die Jahrhundertwende wurde die Synagoge zum ersten Mal umgestaltet.
Die Tora-Nische wurde verschlossen und ein schwerer, geschnitzter Tora-Schrank
eingebaut. Die Synagoge wurde farblich umgestaltet. Die heutige Farbgestaltet
der Synagoge entspricht, dem Untersuchungsbericht des Landesamts für
Denkmalpflege zufolge, der originalen Farbgebung dieser ersten großen
Synagogenrestaurierung. Die Position des Tora-Schrankes ist durch die bewusste
farbliche Absetzung ind er Ostwand ersichtlich. Die darüber liegende
hebräische Inschrift bedeutet: "Geheiligt dem Ewigen".
Über 100 Jahre war die Sprendlinger Synagoge
Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens. 1925 wurde das hundertjährige
Bestehen der Synagoge feierlich begangen. Darüber liegt ein Bericht aus der
"Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 24. April 1925 vor:
Synagogen-Jubiläum
in Sprendlingen. Dem Mainzer Anzeiger vom 7. April entnehmen wir:
Anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Synagoge fand am Sonntag unter
Beteiligung der gesamten Bevölkerung und Anwesenheit des Bürgermeisters und
der beiden Beigeordneten sowie der Geistlichen beider Konfessionen ein
erhebender Festgottesdienst statt. Die Synagoge war herrlich geschmückt und bis
auf den letzten Platz auch durch Gäste aus umliegenden Ortschaften gefüllt.
Nach einem kurzen Gebet hielt Herr Kreisrabbiner Dr. Appel-Bingen eine
tiefempfundene Rede. Mit einem Gebet für das Wohl der Gemeinde und des
Vaterlandes schloss die würdige Feier. Herr Ludwig Schloss dankte im Namen der
israelitischen Gemeinde den beiden Geistlichen, Bürgermeister und Beigeordnete
für ihr Erscheinen. Herr Oppenheimer-Gau-Bischofsheim überbrachte die
Glückwünsche der jüdischen Landgemeinden. In schönster Harmonie verlief so
die hundertjährige Feier. Möge die Einigkeit in unserer Gemeinde immerwährend
bestehen.
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Obwohl die Synagoge auf Grund des Wegzuges der jüdischen Einwohner bereits
seit 1932 nicht mehr als Gotteshaus verwendet wurde, ist sie beim Novemberpogrom
1938 verwüstet und geplündert worden. Noch im selben Jahr wurde sie an
einen Schreiner verkauft, der in dem Gebäude seine Werkstatt einrichtete. Das
Schlachthaus wurde an einen Nachbarn verkauft; die "Synagogengasse"
wurde umbenannt in "Berggasse".
1978
wurde eine Gedenktafel an dem Gebäude angebracht und die "Berggasse"
bekam wieder ihren ursprünglichen Namen "Synagogengasse".
Chancen für eine Renovierung der ehemaligen Synagoge gab es seit den
1990er-Jahren, nachdem die Ortsgemeinde Sprendlingen in das
Städtebauförderungsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz aufgenommen wurde. 1996
kaufte die Ortsgemeinde das seit 1984 als Kulturdenkmal unter Schutz stehende
Gebäude. 2003-04
wurde das Gebäude restauriert. Die Gesamtkosten für den Umbau und die
Modernisierungsmaßnahmen der ehemaligen Synagoge zu einer
Gemeinschaftseinrichtung beliefen sich auf etwa 610.000 € (60 % aus Mitteln
des Innenministeriums Rheinland-Pfalz). Das Gebäude wird für musikalische und
kulturelle Veranstaltungen genutzt (Proberaum für das Blasorchester
Sprendlingen; im angrenzenden und in die Restaurierung einbezogenen
Nachbargebäude weitere Gemeinschaftsräume).
Adresse/Standort der Synagoge: Synagogengasse 8
Fotos
(Fotos Hahn, Aufnahmedatum am "Tag des offenen
Denkmals", 11.9.2005)
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| Straßenschild
"Synagogengasse" |
Hinweistafel zur Synagoge |
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Eingangsbereich zur Synagoge |
Gedenktafel |
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| Innenansicht der
ehemaligen Synagoge |
Rechts des ehemaligen
Toraschreines: Torarolle und Gebetsschal (Tallit) |
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| Wasserkanne im Bereich der
früheren Gelegenheit zur rituellen Waschung am Eingang zur Synagoge |
Sandsteinkonsole -
Originalteil aus der Entstehungszeit 1825. abgeschlagen nach 1938,
anschließend in einer Mauernische vermauert, 2004 wieder entdeckt und an
der ursprünglichen Stelle angebracht. |
Der Dachstuhl über dem
früheren Betsaal |
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Das ehemalige jüdische
Schlachthaus
bei der Synagoge |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| März 2009 - "Stolpersteine"-Verlegung
in Sprendlingen |
Artikel von Bernhard Brühl vom 31. März
2009 in der "Allgemeinen Zeitung" (Main-Rheiner, Artikel):
Stolpersteine gegen Gleichgültigkeit - Erste Messingplatten in Sprendlingen verlegt/Erinnerung an jüdische Mitbürger.
SPRENDLINGEN. "Auch in Sprendlingen gab es Menschen, die aus ihrem Zuhause deportiert und ermordet wurden. Ihrer wollen wir mit den `Stolpersteinen` gedenken", sagte Ortsbürgermeister Karl Heinz Weller bei der Verlegung von ersten Stolpersteinen im Ort.
"Denn wer über die Steine stolpert, kann nicht gleichgültig bleiben", ergänzte Weller während der Aktion. Der Kölner Künstler Gunter Demnig will mit diesen, in den Bürgersteig eingelassenen Messingplatten, auf den letzten frei gewählten Wohnsitz jüdischer Menschen hinweisen. Die Steine enthalten den Namen, den Geburtstag und Angaben über das Schicksal des Betroffenen. In Sprendlingen wurden in der Schulstraße, in der Gau-Bickelheimer Straße und in der St. Johanner Straße sieben "Stolpersteine" verlegt. Sie erinnern an die Sprendlinger Bürger Oskar Schloß, die Familien Rector-Stern und Landsberg..."
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen.
1971 Bd. II, S. 264-265. |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 356-357 (mit weiteren Literaturangaben).
|
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 315-316. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Sprendlingen. Mainz-Bingen
district. Jews lived there in the 17th century and founded one of the largest
village communities in the region, numbering 177 (9 % of the total) in 1861.
Only 39 Jews were left, however, to mark their synagogue's 100th anniversary in
1925. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was vandalized
and Jewish men were beaten and then sent to a concentration camp. Fifteen Jews
still remained in 1939.

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