Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Stadecken (Gemeinde Stadecken-Elsheim, Kreis Mainz-Bingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde 
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde                    
   
In  Stadecken bestand eine jüdische Gemeinde bis um 1900. Danach gehörten die hier lebenden jüdischen Familien zur Gemeinde in Nieder-Olm.   
    
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1824 32 jüdische Einwohner, 1830 35, 1880 10 jüdische Haushaltungen, 1890 15 Haushaltungen (sieben Familien Haas, drei Familien Lauffer, fünf Familien Neumann), 1905 noch 18 jüdische Einwohner. Die jüdischen Familien lebten insbesondere vom Viehhandel, Landesprodukten- und Warenhandel. 
   
1881 kam es zu gewalttätigen antisemitischen Gewalttätigkeiten am Ort (siehe Bericht unten). 
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.). Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Jugenheim beigesetzt. Ob zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde zeitweise ein Lehrer am Ort war (möglich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts), der auch als Vorbeter und Schochet tätig war, ist nicht bekannt. Möglicherweise war hierfür die Zahl der jüdischen Familien immer zu gering. Der Unterricht der jüdischen Kinder dürfte durch den in Nieder-Olm angestellten Lehrer erteilt worden sein.  
     
Nach 1933 sind die meisten der jüdischen Einwohner (1931: elf Personen) auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.
    
Von den in Stadecken geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Henriette Marx geb. Neumann (1863), Irma Mayer geb. Neumann (1899), Karl Neumann (1872), Moritz (Moses) Neumann (1878), Regina Oppenheimer geb. Mayer (1856).    
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  

Antijüdische Aktionen örtlicher Antisemiten (1881)
     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juni 1881: "Nieder-Saulheim (Rheinhessen). Nachdem vor etlicher Zeit einem hiesigen Israeliten eine Anzahl Bogreben von boshafter Hand abgeschnitten worden waren, wird uns heute die verbürgte Mitteilung, dass einem anderen ein großes Stück Roggenfeld total ruiniert worden sei. Im benachbarten Stadecken hat man Anfangs dieser Woche den begüterten Israeliten Neumann und Haas ihre Weinberge total ruiniert. Der Sohn des Ersteren ist in Folge der Judenhetze von hier weggezogen. ebenso berichtet man unterm 30. dieses Monats aus Alzey: Vergangene Nacht wurden die Reben von drei Viertel Morgen Wingert vor Gemärk, hiesiger Gemarkung, dem Simon Strauß gehörig, abgeschnitten. Jeder vernünftige Mensch verurteilt diese Bubenstreiche aufs Schärfste und wünscht nur, dass die Verüber dieser Rohheiten zur verdienten strengen Bestrafung gezogen werden könnten."     

             
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Über den Pferdehändler Philipp Werner 

1826 wird in Bad Sobernheim der aus Stadecken zugezogene Pferdehändler Philipp Werner (Uri Mosche bar Ascher) genannt. Er erscheint dort als persönlicher Eigentümer des jüdischen Friedhofes. Der Friedhof Bad Sobernheim blieb noch bis mindestens 1860 im Besitz der Familie Werner, die das Vorrecht hatte, ihre Verstorbenen in einer besonderen Reihe des Friedhofes zu begraben. Als erster der Familie wurde der genannte Philipp Werner 1829 dort begraben. Er war auch ein Wohltäter der Gemeinde Bad Sobernheim: 1816 hat er der Gemeinde einen Raum unentgeltlich als Synagoge zur Verfügung gestellt. Sein Sohn Isaac Werner schenkte 1859 der jüdischen Gemeinde sein Haus als Schulgebäude. 

   
   
   
 
Zur Geschichte der Synagoge                  
    
Zunächst war ein Betraum vorhanden. Aus dem Jahr 1845 liegt eine Synagogenordnung vor. 
    
Eine kleine Synagoge wurde 1881 erbaut, in der bis um 1900 zu den Hohen Feiertagen Gottesdienste abgehalten wurden. 
   
1931-32 wurde das Synagogengebäude durch Rechtsanwalt Alfred Haas verkauft.  
   
   
Adresse/Standort der Synagoge     unbekannt (?)        
   
   
Fotos

Zur jüdischen Geschichte und zur Synagoge in Stadecken liegen noch keine Fotos / Darstellungen vor; über Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der Alemannia Judaica; Adresse siehe Eingangsseite.    
     

    
     

Links und Literatur

Links:  

Website der VG Nieder-Olm     

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 140-141 (innerhalb des Abschnittes zu Nieder-Olm).  
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 357 (mit weiteren Literaturangaben). 

   
     n.e.              

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 24. Dezember 2016