Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Gau-Bickelheim (VG Wöllstein, Kreis Alzey-Worms)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Kennkarte aus der NS-Zeit   
bulletZur Geschichte der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen    
bulletLinks und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde    
    
In dem in früheren Jahrhunderten zu Kurmainz gehörenden Gau-Bickelheim bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis um 1908. Erstmals sind Juden am Ort 1429 nachzuweisen. Damals erhielt eine jüdische Familie einen Schutzbrief für drei Jahre.  

In der zweiten Hälfte des  17. Jahrhunderts werden wiederum Juden am Ort genannt, die unter dem Schutz des Erzbischofs von Mainz standen. Bei der Verpfändung des Dorfes 1682 an das Bonifatiusseminar in Mainz huldigten "die daselbstigen wohnenden vier Juden... (und) gratulierten gleichmäßig ihrer neuen gnädigen Herrschaft". Damals standen somit vier Juden unter dem Schutz von Mainz, vermutlich mit ihren Familien. Die Zahl von vier Schutzjuden am Ort sollte allerdings nicht überschritten werden. Als 1715 die jüdische Witwe Beele Meyer darum bat, dass der Schutz von ihrem verstorbenen Mann auf ihren zukünftigen übergehen sollte, waren die Ortseinwohner gegen diese Neuaufnahme und beschwerten sich darüber in Mainz. 1723 ist dann dennoch von fünf Schutzjuden am Ort die Rede, vermutlich wurde der Antrag der Witwe Meyer gegen den Widerstand der Ortseinwohner genehmigt.    
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1819 31 jüdische Einwohner (bei 1.311 Katholiken und 17 Evangelischen), 1824 26 jüdische Einwohner, 1830 30, 1861 30, 1865 43 (bei 1282 Katholiken und 12 Evangelischen), 1900 36 (in sieben Familien), 1905 28 (bei 1.196 Katholiken und 36 Evangelischen). 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. unten Ausschreibung der Stelle von 1870). In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bildeten die Gemeinden Gau-Bickelheim und Wallertheim eine gemeinsame Gemeinde ("Israelitische Religionsgemeinde Wallertheim - Gau-Bickelheim", siehe Bericht unten von 1928). Es gelang jedoch nicht mehr, einen Lehrer für die Gemeinde anzustellen, sodass die Aufgaben der Vorbeters ehrenamtlich übernommen werden mussten (nach dem Bericht von 1928 s.u. durch Isaak Oppenheimer).  
 
1908 verzogen drei der sieben jüdischen Familien nach Mainz, Bingen und Worms. Dadurch war kein selbstständiges jüdische Gemeindeleben mehr am Ort möglich. Die verbliebenen jüdischen Familien schlossen sich der Gemeinde in Wallertheim an.  
       
Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 10 Personen in drei Familien: Hermann Berger, Moritz Berger und Isaak Oppenheimer) auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der  zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Die Familien Berger konnten in die USA emigrieren; der Weinhändler und langjährige Gemeindevorsteher der Gemeinde (siehe Berichte unten von 1917 und 1928) Isaak Oppenheimer und Klara Lazarus geb. Oppenheimer verzogen nach Mainz und wurden später in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie umgekommen sind.  
   
Von den in Gau-Bickelheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Alfred Berger (1904), Johanna Götze geb. Mayer (1898), Julius Haas (1878), Helene Kern geb. Mayer (1873), Klara Lazarus geb. Oppenheimer (1876), Johanna Mayer geb. Heymann (1872), Isaak Oppenheimer (1866), Sara Salomon geb. Löwenstein (1867).      
  
Seit 4. Juni 2007 erinnern vor dem Haus Am Römer 10 zwei "Stolpersteine" an Isaak Oppenheimer und Klara Lazarus geb. Oppenheimer. Die Steine wurden verlegt in Anwesenheit von Ruth Oppenheimer-Plainfield, Enkelin von Isaak und Großnichte von Klara sowie deren Enkeln Samuel und Joel aus Berkeley Ca.  Vgl. Wikipedia-Artikel:  https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Gau-Bickelheim 
  
Ruth Plainfield ist Anfang 2009 verstorben ((geb. 1925 in Gau-Bickelheim): http://www.legacy.com/obituaries/sfgate/obituary.aspx?page=lifestory&pid=125008763      
  
  
  
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1870    

Gau-Bickelheim Israelit 12011870.jpg (50175 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Januar 1870: "Die israelitische Religionslehrer- und Vorbeterstelle zu Gau-Bickelheim ist erledigt und kann sogleich besetzt werden mit einem jährlichen Gehalt von 250 Gulden nebst freier Wohnung und Heizung; auch sind noch mehrere Nebenakzidenzien damit verbunden. Bewerber wollen sich an den unterzeichneten Vorstand daselbst melden.   
Gau-Bickelheim, den 2. Januar 1870. 
Der Vorstand Bernhard Haas."  

     
     

Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben
  
Ergebnis einer Spendensammlung angesichts einer "Hungersnot im Heiligen Land" (1865) 
 

Aus der Spendenliste in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. August 1865: "Durch Bernhard Haas, Vorsteher der vereinigten Vereine zu Gau Bickelheim, Wallertheim und Eichloch bei Jom Kippur Katan gesammelt 22 fl."   

   
50-jähriges Bestehen des Wohltätigkeitsvereines Gemilus Chesed (1902)  

Artikel im "Israelitischen Familienblatt" vom 15. Mai 1902: "Gau Bickelheim (Rheinhessen). Unsere Chewra, die im Jahre 1852 gegründet und sich aus Mitgliedern der Gemeinden: Eichloch (= seit 1931 Rommersheim), Gau Bickelheim: und Wallertheim zusammensetzt, verfolgt in erster Linie den Zweck, Gemilos Chosed = Wohltätigkeit) auszuüben; bei Sterbefällen ist jedes Mitglied verpflichtet, bei der Taharah (rituelle Waschung) zugegen zu sein, ebenso dem Gottesdienste beizuwohnen; da die Chewra sich aus 3 Orten zusammensetzt, wird jedes Mal die betr. Person bestimmt, die beim Minjan (= Zehnzahl der Männer beim Gottesdienst) zugegen sein muss; alljährlich wird zweimal Jom Kippur Katan gefeiert, und wird der Gottesdienst abwechselnd an der betr. Gemeinde abgehalten; vor dem Beginn des Gottesdienstes findet General-Versammlung mit gleichzeitiger Abrechnung statt, und wird regelmäßig eine Geldspende vorgesehen, die an Bedürftige abgeführt wird. Da die Chewra am 1. September dieses Jahres ihr 50-jähriges Jubiläum feiert, wurde beschlossen, dies festlich zu begehen; es wurde bestimmt, den Tag durch ein solennes Festessen zu feiern."     
 
Artikel im "Israelitischen Familienblatt" vom 18. September 1902: "Gau Bickelheim. Am 1. d. M. beging unsere Chewra in Wallertheim ihr 50jähriges Jubiläum. Von den 33 Mitgliedern, die den Gemeinden Eichloch (= Rommersheim), Gau Bickelheim und Wallertheim zugehören, waren 30 anwesend. Bei dem Festessen nach dem Gottesdienst gab der Präsident der Chewra, Herr Martin Isaac, der einzige noch lebende Mitbegründer der Chewra, in herrlichen Worten ein Bild des Zweckes und des Wirkens des Vereins und spendete zum Andenken an diesen Jubiläumstag eine größere Summe, deren Zinsen alljährlich für Wohltätigkeitszwecke verwendet werden sollen. Um das Gelingen des Festes machte sich besonders Herr W. Haas und Frau Bekkard verdient, die für Trank und Speise bestens sorgten."


Zum Tod von Moses Isaac - unter seiner Zeit als Gemeindevorsitzender in Wallertheim wurde zusammen mit Isaac Oppenheimer in Gau-Bickelheim um 1908 der Zusammenschluss der beiden Gemeinden vollzogen (1931)  

Artikel in "Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden in Hessen" vom Juni 1931 S. 7: "Wallertheim (Rheinhessen). Am 18. Mai verschied Herr Moses Isaac im 80. Lebensjahr, nachdem ihm 8 Tage vorher sein Teilhaber und Schwiegersohn Herr Otto Kohlmann im Tode vorangegangen war. Mit ihm ging ein Mann von starker Aktivität und unermüdlichem Fleiß in das Reich des ewigen Friedens ein. Ausgestattet mit reichen Gaben des Geistes, hat er es verstanden, gemeinsam mit seinem Bruder, Herrn Karl Isaac seligen Andenkens, der vor einem halben Jahre das Zeitliche segnete und dessen vorbildliches Wirken für das jüdische Leben in unsrer Gemeinde bereits in diesen Blättern gewürdigt wurde, seine Stammfirma M. u. K. Isaac zu hoher Blüte und großem Ansehen zu bringen. Aber es genügte ihm nicht, sich nur geschäftlich zu betätigen. Er suchte und fand seine Befriedigung auch im Wirken für die Religionsgemeinde. 45 Jahre stand er an den Jomim Noroim (= Hohe Feiertag im Herbst) als Dolmetsch der Gemeinde im Vortrag des Schachrithgebetes vor seinem Gotte. 30 Jahre, — bis zum Jahre 1921 — davon 12 Jahre als Vorsitzender, war er im Vorstand der Gemeinde und förderte vortrefflich deren Belange. Es sei nur daran erinnert, dass auf sein Betreiben hin im Zusammenwirken mit Herrn Isaac Oppenheimer (Gaubickelheim) der Zusammenschluss der Gemeinden Wallertheim und Gaubickelheim erfolgte. Er war 60 Jahre Mitglied der Chewrah Kadischah (Wohltätigkeitsverein), deren Präsident er war, nachdem er vorher jahrelang das Amt des Rechners versah. Er war, um ein Wort der letztwöchigen Sidroh zu gebrauchen, ein Isch al diglau, ein Mann, der auf seinem Posten war, der auf dem Platze, auf dem er stand, seine Aufgabe restlos erfüllte. Die Beerdigung am 15. Mai legte Zeugnis ab von seinem Ansehen. Wiederum brachte die evangelische Gemeinde unter ihrem vorurteilsfreien Pfarrer ihre Wertschätzung durch Läuten der Kirchenglocken zum Ausdruck. Am Grabe würdigte Herr Rabbiner Dr. Levi, Mainz, die Persönlichkeit des Verstorbenen. Die formvollendete Grabrede weckte starken Widerhall in den Herzen der Leidtragenden und hinterließ — und das muss in der heutigen Zeit hervorgehoben werden — einen tiefen Eindruck, besonders bei den vielen christlichen Teilnehmern an der Bestattung. Namens der Chewrah Kadischah und des Gemeindevorstandes brachte in ergreifenden Worten Herr Isaac Oppenheimer (Mainz) die Trauer um den Dahingeschiedenen zum Ausdruck. Möge das Vorbild des Verstorbenen seinem Neffen und Nachfolger in dem Vorsitz der Gemeinde, Herrn Emil Isaac, der Wegweiser sein, die einst blühende Gemeinde vor dem Verfall zu schützen."   

  
 
 
70-jähriges Bestehen des Wohltätigkeitsvereins Gemilus Chesed (zuständig für Wallertheim, Gau-Bickelheim und Armsheim; 1922)  

Wallertheim Israelit 02111922.jpg (204029 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. November 1922: "Wallertheim (Rheinhessen), 3. Oktober (1922). Am Vorabend zum Beginn des Monats Elul (das war Donnerstag, 24. August 1922), beging der Verein Gemilus Chesed der vereinigten Gemeinden Wallertheim, Gau-Bickelheim und Armsheim (nicht: Arnsheim), die Feier seines 70-jährigen Bestehens. Vor dem Gottesdienste begaben sich die Mitglieder unter Führung des Präsidenten, Herrn Moses Isaak, zu dem einzigen noch lebenden Mitbegründer des Vereins, dem 90-jährigen Ehrenpräsidenten Herrn Martin Isaak, um ihm die Glückwünsche zu überbringen. In ehrenden Worten gedachte Herr Moses Isaak der vielen Verdienste des Jubilars, die dieser sich als ehemaliger Rechner und Präsident erworben habe. Dann begab man sich zum Gottesdienst. Nach Schluss desselben fanden sich die Mitglieder im Hause des Herrn Adolf Isaak zur gemütlichen Feier, die angesichts der heutigen Zeitverhältnisse im engsten Rahmen gehalten wurde, zusammen. Als erster ergriff Herr Präsident Moses Isaak das Wort und gab einen Rückblick über die Entstehung und seitherige Tätigkeit des Vereins. Mit einem kräftigen Appell an die jüngeren Mitglieder, dem Beispiel der älteren Generation zu folgen in Treue und Pflichtbewusstsein, schloss er seine interessanten Ausführungen. Herr Karl Isaak II schloss sich diesen Ausführungen an und Herr Julius Haas, Bingen, gedachte seines Großvaters als Mitbegründers und und ersten Präsidenten und seines Vaters. Sodann ermahnte das Vorstandsmitglied Herr Isaak Oppenheimer die Mitglieder in eindringlichen Worten, Treue dem Glauben zu wahren und stets das Erbe unserer Väter durchzuhalten. Er gedachte ferner der im Weltkriege gefallenen Mitglieder Alfred Baum und Bertold Isaak. Der Präsident dankte allen für das gute Gelingen der schlichten Feier und gab noch bekannte, dass der Verein noch drei Jubilare habe, nämlich die Herren Karl Isaak I, Adolf Isaak und Abraham Beckhard, die heute vor 50 Jahren dem Verein als Mitglieder beigetreten seien. Auch ihnen sprach er seine Glückwünsche aus. Herr Adolf Isaak dankte hierfür namens der Jubilare. Herr Karl Isaak I bat die Versammlung daraufhin, die Feiert nicht vorübergehen zu lassen, ohne auch heute praktisch Gemilus Chesed (Wohltätigkeit) geübt zu haben. Eine vorgenommene Tellersammlung ergab eine größere Summe. Mit Worten des Dankes an alle schloss daraufhin der Präsident, Herr Moses Isaak, die schön verlaufene Feier."    

    
Feier des Verfassungstages, Mitteilungen aus dem Wohltätigkeitsverein "Chevroh Gmiluth Chesed" und weitere Mitteilungen (1928)
  

Wallertheim Israelitit 30081928.jpg (134505 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. August 1928: "Wallertheim, 27. August (1928). Am Samstag, den 11. August wurde beim Frühgottesdienste durch eine feierliche Ansprache des Vorstandsmitgliedes Oppenheimer, Gau-Bickelheim, des Verfassungstages gedacht.   
Der Wohltätigkeitsverein 'Chevroh Gmiluth Chesed', der auf ein 76-jähriges Bestehen zurückblicken kann, hielt anlässlich des Jom Kippur Koaun Erev Rosch Chaidesch Elul, Gottesdienst mit nachfolgender General-Versammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung ergriff das Mitglied des Vorstands, Herr Oppenheimer, Gau-Bickelheim, das Wort, um dem Präsidenten Moses Isaac, anlässlich seines 77-jährigen Geburtstages im Namen der Brüder die Glückwünsche zu übermitteln. Herr Moses Isaac steht seit 50 Jahren im Dienste des Vereins. Bis zum Jahre 1922 versah er die Ehrenstelle als Rechner, und von da ab wurde er einstimmig zum Präsidenten gewählt. Er hat während den langen Jahren des Bestehens des Wohltätigkeitsvereins fast nie bei den Tagungen gefehlt. Dem Vorstand gehören seit 1901 an: Isaac Oppenheimer, Gaubickelheim, Max Baum Wallertheim, der derzeitige Rechner ist Josef Marum in Wallertheim. Seit dem Kriege ist es der Israelitischen Religionsgemeinde Wallertheim-Gaubickelheim noch nicht möglich gewesen, wieder einen Lehrer anzustellen. Die Gemeinde ist jedoch in der glücklichen Lage, dass ehrenamtlich die Vorbeterdienste seit Jahren durch Herrn Oppenheimer Gaubickelheim, im Verhinderungsfalle durch Herrn Max Baum versehen werden. Seit der Zeit, woselbst die Gemeinde keinen Lehrer besitzt, wird die Tora-Vorlesung durch Herrn Karl Isaac besorgt."   

  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Auszeichnung für den Kriegsfreiwilligen Kurt Oppenheimer (1917)   

Gau-Bickelheim Israelit 04011917.jpg (30066 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1917: "Gau-Bickelheim, 30. Dezember (1916). Der Kriegsfreiwillige Kanonier Kurt Oppenheimer, Sohn des Vorstehers Isaac Oppenheimer, wurde für die bewiesene Tapferkeit vor dem Feinde, mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und gleichzeitig zum Gefreiten befördert."   

     

Kennkarte aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarte für den in Gau-Bickelheim 
geborenen Moritz Berger
 
Gau-Bickelheim KK MZ Berger Moritz.jpg (97469 Byte)    
  Kennkarte (ausgestellt in Alzey 1939) für Moritz Berger 
(geb. 30. April 1875 in Gau-Bickelheim), Handelsmann,     
 

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge            
    
Zunächst war vermutlich ein Betraum in einem der jüdischen Wohnhäuser vorhanden. 
   
Um 1855 wurde eine Synagoge in einer früheren Scheune eingerichtet. Bei der Synagoge handelte es sich nach Paul Arnsberg s.Lit. um ein "kleines Haus mit drei Räumen". Für über ein halbes Jahrhundert war die Synagoge Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens am Ort. Nach 1908 konnte der Minjan nicht mehr regelmäßig aufrechterhalten werden. Eine letzte Bar Mizwah-Feier fand 1912 in der Gau-Bickelheimer Synagoge statt.    
   
In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Synagogengebäude verkauft
.   
     
     
Adresse/Standort der Synagoge  Stühlhockergasse    
    
    
Fotos    

Es sind noch - außer zum Friedhof - noch keine Fotos zur jüdischen Geschichte in
 Gau-Bickelheim vorhanden; über Hinweise oder Zusendungen freut sich der 
Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.   
 
     

    
     

Links und Literatur   

Links:  

bulletWebsite der Gemeinde Gau-Bickelheim  
bulletZur Seite über den jüdischen Friedhof in Gau-Bickelheim (interner Link)   
bulletWikipedia-Artikel zu den beiden "Stolpersteinen" in Gau-Bickelheim https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Gau-Bickelheim      

Literatur:  

bulletPaul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 1 S. 341-343 (innerhalb des Abschnittes zu Wallertheim).
bulletPinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 189-190 (innerhalb des Abschnittes zu Wallertheim).
bulletLandesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 161 (mit weiteren Literaturangaben). 

  
   n.e.      

                   
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Stand: 17. Dezember 2025