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in Alzey
Alzey (Kreis Alzey-Worms)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt
Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit
Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Alzey wurden in jüdischen Periodika
gefunden. Bei Gelegenheit werden weitere Texte ergänzt.
Übersicht
Texte zur Geschichte der Synagoge finden sich auf der Seite
zur jüdischen Geschichte/Synagogengeschichte in Alzey
Texte zur Geschichte der Friedhöfe finden sich auf der Seite
der jüdischen Friedhöfe in Alzey
Aus der Geschichte des Rabbinates
Alzey war von 1842 bis 1933 Rabbinatssitz (unter den
Rabbinern: 1843 bis 1857 Dr. Samuel Adler aus Worms, 1862 bis 1891 Dr. David Rothschild,
1891 bis 1904 Dr. Joseph Levi aus Freudental, 1905 bis 1933 Dr. Julius Lewit).
Bereits vor 1842 gab es Rabbiner in der Stadt, u.a. Rabbiner Joseph Mengburg
(geb. ca. 1758, gest. 1824 in Alzey), war zunächst Rabbiner in Bingen, seit
1804 Rabbiner in Alzey (dem Oberrabbiner in Mainz unterstellt).
Aus der Zeit
des Rabbiners Dr. Samuel Adlers (Rabbiner von 1842
bis 1857)
Rabbiner Dr. Samuel Adler (geb. am 3. Dezember 1809 in Worms, gest. am 9.
Juni 1891 in New York): studierte seit 1831 an der Universität Bonn, dann in
Gießen, wurde 1836 an der
Universität Gießen in Philosophie promoviert; 1836 zunächst Religionslehrer,
Prediger und Dajan in Worms, wirkte als Reformer; seit 1. Oktober 1842 Rabbiner
in Alzey; 1856/57 wanderte er in die USA
aus und wurde dort Rabbiner am Temple Emanu-El in New York und Oberhaupt der
führenden jüdischen Reformgemeinde der USA. Adlers Bibliothek ist weitgehend
erhalten im Hebrew Union College in Cincinatti/USA.
| Rabbiner Dr. Adler
profiliert sich in der Rabbinerversammlung in Magdeburg (1846) |
Nach dem "Leitenden
Artikel" in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Juli 1846
profilierte sich bei der "dritten Rabbinerversammlung" in Marburg 1846
Rabbiner Dr. S. Adler aus Alzey u.a. mit einem "Referat über die Frage
bezüglich der Sektion israelitischer Leichen". |
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| Über
den Stand der Reformen in Alzey unter Rabbiner Dr. Adler (Bericht in einer
liberal-jüdischen Zeitung 1848) |
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit im 19. Jahrhundert" vom 2.
Januar 1848: "Der Bruder des Herrn A. Adler in Worms, Herr S.
Adler in Alzey ist durch seinen Konservatismus hinlänglich bekannt.
Allein dieser ist, wenn man Herrn Adler näher kennt, nicht so schlimmer
Natur, namentlich in Bezug auf praktische Reform, da er das einmal von ihm
Ausgesprochene mit Energie in die Praxis zu bringen sich bemüht. So ist
von ihm schon lange der Chor eingeführt, die Doppelfeier der Festtage,
das CHMSCH (?) am 8. Pessachtage, für vergangen erklärt worden. Eine
neue Synagogenordnung, die von demselben abgefasst und nun der höheren
Behörde zur Genehmigung vorliegt, stellt weit Mehres in Aussicht, auch
wird dieselbe die Einführung des dreijährigen Zyklus bewirken. Dabei ist
nicht zu vergessen, dass der Rabbinats-Distrikt Alzey lange völlig
ungepflegt, ja verwahrlost war, dadurch auf einer Seite unwissende
Orthodoxen, auf der anderen kalte Indifferentisten entstanden, die beide
jetzt dem wahren Judentums näher gebracht wurden, da erstere allmählich
einer erleuchteten Auffassung des Judentums Ohr und Herz leihen, letztere
mehr Interesse am väterlichen Glauben nehmen, mehr Sinn für Religion
bekommen. Diejenigen, die keinen Fingerbreit von den Grenzen des Schulchan
Aruch weichen wollen, werden so immer kleiner, und ihr moralisches
Gewicht täglich unbedeutender. Aber auch diese wenigen versagen Herrn S.
Adler ihr Zutrauen und Liebe nicht und wird derselbe von den Stadt- wie
von den Landgemeinden geschätzt und geliebt. Seine Predigten sind sehr
gediegen und gehaltvoll un din der Regel extemporiert. Die Synagoge
befindet sich in sehr schlechtem, für Alzey höchst ungenügendem
Zustande, es ist jedoch ein Neubau in Projekt. Der Chor in derselben wird
größtenteils durch Commis und Erwachsene in Ausführung gebracht.
Was das Verhältnis betrifft, in welchem die Israeliten Alzeys mit ihren
christlichen Brüdern stehen, so kann dasselbe ein höchst befriedigendes
genannt werden. Die Juden haben sogar mit den Christen einen
gemeinschaftlichen Begräbnisplatz und die 2 in Alzey wohnenden Ärzte
erfreuen sich gleichfalls einer starken Teilnahme seitens der Christen.
Die Admonition des Eides wird auf Betrieb des Herrn Adler in der Behausung
des Letzteren vorgenommen." |
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Rabbiner
Adler ist "wegen politischer Vergehen" im Revolutionsjahr 1848
angeklagt (1849)
Anmerkung: bei den genannten beiden Brüdern Adler handelt es sich sehr
wahrscheinlich um die im obigen Abschnitt genannten Brüder A. Adler in
Worms und Rabbiner Dr. Samuel Adler in Alzey |
Artikel
in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 12. Oktober
1849: "Worms am Tag vor Jom Kippur (= 25. September 1849).
Prediger Adler ist eben mit vier Gendarmen nach dem Gerichtshof in Mainz
transportiert worden. Es wird ihm dort Zeit gegönnt sein, über sein
gotteslästerliches Wirken als Jude und über seine
republikanisch-sozialistische Ideen nachzudenken. Auch sein Bruder in
Alzey ist wegen politischer Vergehen angeklagt worden. - Ich behalte
mir es vor, über Ersteren Nächstens ausführlicher zu reden, zumal ich
die religiösen Verhältnisse hiesiger Stadt Ihnen zur Musterkarte
mitteilen werde." |
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| Rabbiner Dr. Adler
verzichtet auf die Annahme der Rabbinatsstelle in Lemberg (1856) |
Meldung in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. Januar 1856: "Alzey, 28.
Dezember (1856). Unser trefflicher Rabbiner Dr. S. Adler wird uns erhalten
bleiben. Familien-Schicksale und andere Verhältnisse zwingen ihn,
definitiv auf Lemberg zu verzichten." |
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| Dr. Adler wird Rabbiner in New York -
Mitteilung vom Januar 1857 |
Meldung in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. Januar 1857: "Dr. Adler,
bisher Rabbiner in Alzey, geht an Herzbachers Stelle nach New York. Adler
nimmt die Achtung und Liebe seiner Gemeinde, sowie seiner zahlreichen
Freunde mit sich. Er geht kommenden März von Alzey an". |
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| Abschiedspredigt von
Rabbiner Dr. Adler (1857) |
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. März 1857: "Alzey, 25.
Februar (1857): Verwichenen Samstag, den 21. dieses Monats, hielt der
bisherige Rabbiner, Herr Dr. Adler, vor seiner Abreise nach New York,
wohin ein sehr ehrenvoller Ruf als Prediger der Emanu-El-Gemeinde ihn
berief, seine Abschiedspredigt, welche die Gemüter der anwesenden
zahlreichen Zuhörer der verschiedenen Konfessionen tief ergriff. Die
hiesige israelitische Gemeinde verliert an ihm einen Mann, der während
seines vierzehnjährigen Wirkens hier stets durch Wort und Tat in der
uneigennützigsten Weise bemüht war, in seiner Gemeinde das geistige Wohl
zu fördern, den geläuterten Glauben unserer erhabenen Religion zu
erheben und zu veredeln, und er hatte die Genugtuung, dieses Streben
allgemein anerkannt und gewürdigt zu sehen. Schon seit einiger Zeit waren
alle hiesigen Israeliten von dem ihnen drohenden Verlust schmerzlich berührt
und in einer an den würdigen Seelsorger von seiner Gemeinde gerichteten
Adresse, begleitet von vier schönen silbernen Leuchtern, gaben sie ihren
Gefühlen den sprechendsten Ausdruck. Nicht minder wurde ihm von sämtlichen
Institutionen, in denen er den Religionsunterricht erteilte, sowie von
verschiedenen Privaten ehrende Anerkennung zuteil; demselben folgt nicht
allein die Liebe und Achtung seiner Glaubensgenosse, sondern auch von den
Bekennern anderer Konfessionen, von Allen, die ihn näher zu kennen
Gelegenheit hatten, in reichlichem Maße; so wurde ihm am Tage vor seiner
Abreise von der Direktion der höheren Bildungsschule (Realschule) in
einer herzlichen Adresse das tiefe Bedauern über sein Scheiden ausgedrückt.
Möge der neue Wirkungskreis, wohin die göttliche Vorsehung ihn berufen,
ihm Gelegenheit geben, seinem edlen Streben durch die besten Erfolge die
Krone aufzusetzen; möge aber auch die hiesige Rabbinatsstelle durch einen
Gleichgesinnten Mann besetzt werden, damit die edle Saat, die er
ausgestreut, noch den spätesten Enkeln segensreiche Früchte trage." |
| Ankunft von Rabbiner Dr. Adler in New
York Ende März 1857 |
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Juni 1857: "Dr. Adler, früher
Rabbiner in Alzey, kam nach einer beschwerlichen Seereise Ende März in
New York an und hielt am 4. April seine Antrittsrede. Leider begegnete
ihm, laut brieflichen Mitteilungen von dort, das Malheur, dass ihm auf dem
Schiff sein sämtliches Silber gestohlen wurde." |
| Ergänzung zur obigen
Mitteilung |
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Juli 1857: "Einer frühern
Nachricht von hier folge die Ergänzung, dass die auf dem Schiffe
vermissten Gegenstände des Dr. Adler in New York später wieder gefunden
wurden." |
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| Rabbiner
Dr. Adler erhält eine finanzielle Zuwendung seiner Gemeinde in New York
(1866) |
Mitteilung
in der Zeitschrift "Ben Chananja" vom 6. Juni 1866: "New
York, im Mai (1866). Dr. Adler, Rabbiner der hiesigen Gemeinde
'Emanuel', hat von derselben zehn Tausend Dollar zum Geschenke
erhalten." |
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Über den Philosophen
Felix Adler, Sohn von Rabbiner Dr. Adler (1851 in Alzey - 1933 in New
York)
(Bericht übernommen und überarbeitet aus einem
Artikel im "Humanistischen
Pressedienst" |
Amerikanischer Philosoph,
in Alzey geboren. Er ist der Begründer der für einen säkularen Humanismus eintretenden
"Society for Ethical Culture", die er bis zu seinem Tod leitete. Sein
Vater Dr. Samuel Adler wanderte mit ihm 1856 in die USA aus. Er studierte an der Columbia University in New York, ging 1870 an die Universität Heidelberg, wo er1874 promovierte. Anschließend war er für zwei Jahre als Professor für hebräische und orientalische Literatur an der privaten Cornell University in Ithaca, New York tätig. Zurück in New York City predigte er eine kurze Zeit in der Synagoge in der sein Vater der Chefrabbiner war. Die Tatsache, dass er sich in seinen Predigten niemals auf Gott bezog, machte ihn der jüdischen Gemeinde suspekt, entsprechend endete diese Tätigkeit schnell wieder. 1876 rief er mit der
"Gesellschaft für Ethische Kultur" eine neue religiöse Bewegung ins Leben. Diese basierte auf der Vorstellung, dass nicht eine Gottheit und dogmatische Glaubensbekenntnisse sondern ethische und moralische Werte die Grundlage religiösen Empfindens bilden sollen. Diese religiöse Haltung solle dann durch konkrete Taten, durch humanitäres Handeln zum Ausdruck kommen.
In diesem Sinne entwickelte die Gesellschaft für ethische Kultur zwei wegweisende Projekte. 1877 rief sie einen medizinischen Besucherdienst ins Leben, der ans Bett gefesselte, sozial schwache Kranke betreute und später ins öffentliche Gesundheitssystem von New York übernommen wurde. Im folgenden Jahr gründete die Gesellschaft einen kostenlosen Kindergarten zur Betreuung von Kindern armer, arbeitender Familien. Dieser wurde dann 1880 zur Schule ausgebaut, aus der schließlich die heute noch bestehende
"Ethical Culture Fieldstone School" hervorging. Adler selbst publizierte Schriften zu religiösen, ethischen und pädagogischen Fragen und wurde 1902 Professor für
"Politische und Soziale Ethik" and der Columbia University in New York. Er setzte sich auch für Völkerverständigung und die Selbstbestimmung von Völkern ein und kritisierte die imperialistische Ausrichtung der US-Außenpolitik.
Adlers Ideen wurden in Deutschland aufgegriffen und führten 1892 zur Gründung der
"Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur".
Zitat: "For more than three thousand years men have quarrelled concerning the formulas of their faith. The earth has been drenched with blood shed in this cause, the face of day darkened with the blackness of the crimes perpetrated in its name. There have been no dirtier wars than religious wars, no bitterer hates than religious hates, no fiendish cruelty like religious cruelty; no baser baseness than religious baseness. It has destroyed the peace of families, turned the father against the son, the brother against the
brother." |
Aus der Zeit des Rabbiners Dr. David Rothschild (Rabbiner von 1862 bis 1891)
Rabbiner Dr. David Rothschild (geb. 16. November 1816 in Hamm
(Westfalen), gest. 28. Januar 1892 in Aachen): studierte 1837 bis 1838 in Bonn,
war zunächst Prediger in Hamm; seit 1850 Rabbiner in Aachen, seit 1861 Rabbiner
in Alzey; war Teilnehmer an der liberalen Kasseleer Rabbiner-Versammlung. Im
Juni 1891 trat er in den Ruhestand. Er starb in Aachen, wo er auf dem dortigen
jüdischen Friedhof beigesetzt
wurde.
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Schwierigkeiten zwischen Alzey und den
Landgemeinden zur Finanzierung des Rabbinergehaltes (1861)
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Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. März
1861: "Aus Rheinhessen, Februar (Privatmitteilung). Endlich ist es
der Religionsgemeinde Alzey gelungen, in Herrn Dr. Rothschild aus
Aachen einen Mann für den seit Abgang Herrn Dr. Adlers - also jetzt vier
volle Jahre - vakanten Rabbinatssitz zu gewinnen, vorausgesetzt, dass
nicht in letzter Stunde abermals ungeahnte Zwischenfälle und
Schwierigkeiten auftreten. Mit den Landgemeinden, die in den Alzeyer
Rabbinatssprengel gehören, werden allerdings einzelne Querells nicht zu
vermeiden sein. Die Stadtgemeinde behandelt diese nur so obenhin, da sie
angeblich nur ein Sechstel zum Gehalte zahlen. Die Landgemeinden geben
dagegen vor, dass sie für dieses Sechstel eigentlich auch gar keinen
Genuss hätten, da religiöse Anfragen, wie vor Alters, hier nur selten
mehr vorkommen, und für Schulvisitation und einzelne Predigten, die als
etwas nur gleichsam sporadisch Auftretendes an und für sich gar keinen
Wert hätten, Extrahonorare gezahlt werden müssen. das ist freilich wahr.
Aber ob hier wie dort wirklich nur das religiöse Interesse gewahrt, ob
der zum Vertreter der Landgemeinden in dieser Angelegenheit Gewählte
imstande ist, den Gedanken festzuhalten, dass anständige Besoldung und
Honorierung der Religionsbeamten schon darum nötig ist, weil sonst für
diese Ämter keine Bewerber mehr da sein werden, und erweislich nur
äußerst selten noch sich junge Männer dem Religionslehramte widmen, das
wird abzuwarten sein. Wir glauben es nicht. Es ist leider nur zu wahr,
dass bei allen solchen Angelegenheiten gemeine Interessen sich
vordrängen. So lange z.B. eine Gemeinde keinen Religionslehrer hat, ist
der Lamentation kein Ende. Sobald sich aber eine geeignete Persönlichkeit
meldet, ist der Enthusiasmus verraucht, und man wahrt angeblich die
Interessen der Gemeinde, indem man dem Religionsbeamten in den Staub
drückt, und um einige Gulden Gehalt mehr oder weniger tagelang
feilscht." |
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| Über eine Predigt von
Rabbiner Dr. David Rothschild (1864) |
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. April 1864:
"'Israels Glaube. Predigt über 2. Mose 14,31. Bei Gelegenheit einer
Sepher-Tora-Einweihung (sc. Einweihung einer Torarolle). Von Dr. v.
Rothschild, Kreisrabbiner in Alzey. (Preis 2 Sgr., der Reinertrag ist der
Unterstützungskasse für israelitische Lehrer in Deutschland
zugewiesen).' Diese Predigt hat unsern ganzen Beifall, denn sie ist ebenso
geist- wie gemütreich, hat eine einfache und doch schöne Form und eine,
wenn auch nicht schwungreiche, doch ergreifende Sprache. Der Inhalt ist:
Der Glaube Israels ist ein Glaube der Überzeugung und ein Glaube der Tat.
(Wir hätten hier statt 'Glaube' lieber Religion gesagt, da die
spezifische Bedeutung des Wortes Glaube mit 'Tat' nicht gut verbunden
werden kann und der Redner also das Wort nur in seinem allgemeinen Sinne
für Religion verstanden hat.)." |
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| Unzufriedenheit der
Orthodoxen mit der Amtsführung von Rabbiner Dr. David Rothschild, der
darauf seine Kündigung einreicht (1890) |
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Oktober 1890:
"Alzey, im Oktober (1890). Der bekannte Ausspruch Ben Akiba's findet
bei unserer Reform keine Bestätigung. Denn seit ihrer Inszenierung sind
wir gewohnt, in kurzen Zwischenräumen 'nie da gewesene' Überraschungen
an ihren Führern und Leitern zu erleben- Der Gottfried von der trefenen
(= nicht koscheren) Bouillon oder das am Sabbat sein Pfeiflein
schmauchende Rabbilein sind zwar nicht mehr imstande, uns Rufe des Staunens
zu entlocken, dagegen dürfte es neu sein, dass ein Schochet die Kaboloh
(Befähigungszeugnis zum Schächten) erhält, der nicht ein Wort
Hebräisch lesen kann. Sie fragen, wer denn dies Ungeheuerliche zustande
gebracht habe? Wenden Sie sich bitte an unseren Herrn Rabbiner Dr.
Rothschild, er wird Ihnen nähere Auskunft darüber geben können.
Ein armer, 16 1/2 jähriger Lumpensammler in dem benachbarten Pfennersheim
ist der Bevorzuge, der mit der Kaboloh unseres Herrn Rabbiners in der
Tasche uns mit 'Koscherfleisch' beglücken will. Man nimmt natürlich
allenthalben Anstand, diesen jungen Mann, der weder eine höhere jüdische
oder nichtjüdische Schule, noch ein Seminar besucht hat, vom
Schächtfache selbstredend keine Ahnung hat, und der nicht mehr Bildung
besitzt, wie der erste beste Hausbursche, die Schächtfunktion ausüben zu
lassen; dennoch soll er an einem kleinen Orte in der Nähe bereits
geschächtet haben.
Doch die Bäume wachsen nicht in den Himmel, und auch der Unwille gegen
unser geistliches Oberhaupt hat einen solchen Höhepunkt erreicht, dass
dasselbe sich genötigt sag, ein Entlassungsgesuch einzureichen. Wenn man
auch hier nicht den orthodoxen Prinzipien huldigt, so wünscht man doch
nicht, dass der Rabbiner sich rasiert oder am Sabbat per Eisenbahn die
seinem Bezirke unterstellten Ortschaften aufsucht, um den Leuten von der
Kanzel aus zu sagen, wie sie Gottes Gebot halten sollen. Herr Dr.
Rothschild hat nun Muße, seinem Freunde Rahmer Betrachtungen über die
"starre Neuorthodoxie und die Finsternis um sich her verbreitende
Muckertum" zu liefern. Unserem Rabbinate aber wünsch wir, dass,
entgegen dem bekannten Spruche, bald etwas Besseres
nachkomme." |
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| Meldung des Todes von
Rabbiner Dr. David Rothschild (1892) |
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1892: "Alzey. Der frühere
Rabbiner von Alzey, Herr Dr. David Rothschild, ist in Burtscheid-Aachen im
76. Lebensjahre gestorben". |
Aus der Zeit
des Rabbiners Dr. Joseph Levi (1891-1904)
Anmerkung: Rabbiner Dr. Joseph Levi (geb. 13. Februar 1865 in Freudental,
gest. 1. Juni 1930 in Krefeld): studierte von 1884 bis 1892 in Breslau, wurde
1888 in Tübingen promoviert; war von Oktober 1891 bis 1904 Rabbiner und
Religionslehrer am Lehrerseminar in Alzey, seit Oktober 1904 Oberrabbiner in
Krefeld; um 1917 Feldrabbiner im Westen; im Januar 1928 trat er in den
Ruhestand.
| Probevortrag von Rabbiner
Dr. Levi (1891) |
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Oktober 1891: "Aus Rheinhessen. Um
die vakante Rabbinerstelle in Alzey haben sich, soviel wir wissen, 18
Bewerber gemeldet. Herr Rabbiner Dr. Levi aus Freudental
(Württemberg),
der seine Ausbildung auf dem Breslauer Seminar erhalten, wurde für Rosch Haschana (Neujahrstag) zum Probevortrag berufen. Derselbe hat
auf die Gemeinde einen so guten Eindruck gemacht, dass er nach Rosch
Haschana sofort als Rabbiner gewählt wurde. Es war vorauszusehen, dass
Herr Dr. Levi, der einer sehr religiösen Familie entstammt, nicht alle
Reformen der Gemeinde Alzey akzeptiere und so hören wir denn mit Vergnügen,
dass man dorten manchen Wünschen Dr. Levis bereits entsprochen hat." |
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| Wahl von Rabbiner Dr.
Levi (1891) |
Meldung in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Oktober 1891: "In Alzey
ist Herr Dr. Levi, ein Zögling des Breslauer Seminars, zum Rabbiner gewählt
worden." |
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| Wahl von Dr. Levi zum
Oberrabbiner in Krefeld (1904) |
Artikel im
"Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. Mai 1904: "Krefeld. Der
Vorstand und die größere Vertretung der hiesigen israelitischen Gemeinde
hat anstelle des auf seinen Wunsch zum Herbste dieses Jahres in den
Ruhestand tretenden Herrn Oberrabbiner Dr. Horowitz den jetzigen
Bezirksrabbiner in Alzey (Rheinhessen), Herr Dr. Levi, einstimmig zum
Oberrabbiner gewählt. Diese Wahl wird von der ganzen israelitischen Gemeinde
mit lebhafter Freude begrüßt, da die von Herrn Dr. Levi in
seiner Probepredigt dargelegten Anschauungen und Grundsätze allseitigen
Anklang fanden. Herr Dr. Levi ist am 13. Februar 1865 in Freudental, Königreich
Württemberg geboren. Nach Absolvierung des Königlichen Karlsgymnasiums
in Heilbronn, wurde er zum Beginn des Wintersemesters 1884 als
ordentlicher Hörer des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau
aufgenommen, hörte von derselben Zeit an die Vorlesungen der
philosophischen Fakultät der dortigen Universität und promovierte Januar
1888 in Tübingen. Von Oktober 1890/1891 genügte er in München seiner
Militärpflicht. Nach bestandener Abgangsprüfung am Seminar in Breslau übernahm
er die Stelle eines großherzoglichen Bezirksrabbiners in Alzey." |
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| Rabbiner Dr. Levi
wechselt nach Krefeld (1904) |
Meldung in
der Zeitschrift "Der Israelit": "Aus Rheinhessen. Rabbiner Dr. Levi in
Alzey wurde zum Rabbiner der Gemeinde Krefeld ernannt." |
Aus der Zeit
des Rabbiners Dr. Julius Lewit (1904-1933)
Rabbiner Dr. Julius Lewit (geb. 26. Februar 1866 in Samter, Posten, gest.
23. Februar 1934 in Alzey): studierte seit 1889 in Breslau, wurde 1895 in Erlangen
promoviert; 1895 bis 1898 Studien in Berlin, 1898 bis 1900 Rabbiner, Prediger
und Leiter einer Religionsschule in Stolp, Pommern; 1900 Hilfsprediger und
Religionslehrer in Berlin-Spandau; seit Juli 1901 liberaler Landesrabbiner in Hoppstädten,
Birkenfeld; seit April 1905 Rabbiner in Alzey; trat 1931 in den Ruhestand; war
verheiratet mit Hedwig geb. Neuberger (geb. 17. März 1878, deportiert 11./12.
November 1941 von Frankfurt/Main nach Minsk).
Beitrag von Rabbiner Dr. Lewit über "Soziale Ethik
im Judentum" (1914)
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Artikel in der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 23. Januar 1914
- zum Lesen bitte Textabbildungen anklicken |
Aus der
Geschichte der jüdischen Lehrer und Kantoren
Neben dem Rabbiner hatte die jüdische Gemeinde einen Kantor
angestellt.
Ausschreibungen der Stelle des Kantors (Vorbeters) 1853 /
1866 / 1877 / 1880 / 1886
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Juli 1853:
"Offene
Kantorstelle. Bis zum September diesen Jahres ist in hiesiger Gemeinde die
Kantorstelle zu besetzen. Gehalt 250 Gulden und Einkünfte durch hebräischen
Sprachunterricht 100-150 Gulden. Außerdem bleibt mehr als die Hälfte der
Zeit zur freien Disposition. Musikalisch und sprachlich gebildete und gut beleumundete Bewerber haben sich
in portofreien Zuschriften zu wenden an den Vorstand der israelitischen
Religionsgemeinde zu Alzey." |
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Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. Januar 1866:
"Die Darmstädter Zeitung No. 6 enthält folgende Bekanntmachung.
Die Stelle eines Kantors, mit einem jährlichen Gehalte von 350 Gulden ist
bei der israelitischen Gemeinde in Alzey erledigt. Außerdem diesem fixen
Gehalte hat derselbe Gelegenheit, sich durch Privatunterricht in der
hebräischen Sprache ein Neben-Einkommen von etwa 200 Gulden zu erwerben,
und wird ihm ein solches im Betrage von 100 Gulden garantiert. Bewerber
wollen ihre Gesuche unter Vorlage ihrer Zeugnisse über ihre Kenntnisse in
der Musik und hebräischen Sprache, sowie ihr sittliches Verhalten binnen
4 Wochen bei uns einreichen.
Alzey, den 28. Dezember 1865. Großherzogliches Kreisamt. gez. Wolf." |
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Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Juli 1877: "Wegen
eventueller Übernahme einer anderen Stelle, soll der hiesige Kantorposten
baldigst neu besetzt werden. Forderungen: musikalische und pädagogische Fähigkeiten.
Gehalt 1.200 Mark fix, die sich durch Emolumente und Lehrtätigkeit an der
Töchterschule bis zu 2.000 Mark steigern. Definitive Anstellung, wie
bisher, in Aussicht. Schleunige Meldungen erbittet sich
Alzey (Rheinhessen). Kantor
Wertheim." |
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Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. Dezember 1880: "Die
Kantorstelle in hiesiger Gemeinde ist bis zum 1. April nächsthin neu zu
besetzen. Das Gehalt ist auf Mark 1.200 fixiert und die Nebeneinkünfte können
durch Privat-Unterricht und namentlich durch das jüngst eröffnete
Seminar für Lehrerzöglinge aller Konfessionen ansehnlich erhöht werden,
indem dem Betreffenden Gelegenheit geboten ist, israelitische Seminaristen
bei sich aufzunehmen und ihnen Unterricht im Kantorfach privatim zu
erteilen.
Musikalisch gebildete Bewerber, die auch den hebräischen Sprachunterricht
zu erteilen imstande sind, wollen sich unter portofreier Einsendung ihrer
Zeugnisse baldigst bei uns melden.
Alzey, Rheinhessen. Der israelitische Gemeindevorstand." |
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Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. März 1886:
"Offene Kantorstelle. Wir suchen per sofort einen musikalisch
gebildeten Kantor. Seminaristisch gebildete Elementarlehrer erhalten den
Vorzug. Der fixe Gehalt beträgt Mark 1.200. Bewerber wollen sich unter
Einreichung ihrer Zeugnisse alsbald melden. Alzey, den 3. März
1886. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde." |
Lehrer
Ferdinand Heinbach unterhält eine Lehr- und Erziehungsanstalt (1862)
Anmerkung: durch solche Lehr- und Erziehungs-Anstalten - gewöhnlich
für Jungen im schulpflichtigen Alter an Orten, wo gute allgemeine Schulen
bestanden - hatten jüdische Lehrer oft ein Nebeneinkommen.
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. September 1862:
"In unserer Lehr- und Erziehungsanstalt beginnt mit dem 20. Oktober
dieses Jahres ein neuer Kursus. Wir bitten zur Aufnahme von Pensionärinnen
um gefällige frühzeitige Meldung. Nähere Auskunft erteilen außer an
Leitern die Anstalt die Herren Rabbiner Dr. Rothschild und Gebrüder
Neuberger.
Alzey (Rheinhessen), 31. August 1862.
Ferdinand Heinbach, Lehrer. Frau Heinbach." |
Anzeige von Lehrer Wertheim für eine junge Lehrerin (1877)
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2.
Oktober 1877: "Ein junges Mädchen, 18 Jahre alt, aus guter Familie,
das die Prüfung für Lehrerinnen an höheren Töchterschulen bestanden
und die besten Zeugnisse aufzuweisen hat, sucht Stellung. Es wird weniger
auf Gehalt, als auf angenehme Stellung gesehen. Gefällige Offerten
besorgt Lehrer Wertheim, Alzey, Rheinhessen." |
Einrichtung eines jüdischen Lehrerseminars in
Alzey (Einweihung Anfang November 1880)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung der Judentums" vom 30. November
1880: "Darmstadt, im November. Seit mehreren Jahrzehnten hat man
unter den Israeliten des Großherzogtums hie und da das Bedauern
ausgesprochen, dass an den beiden Lehrerseminarien des Landes, zu
Bensheim und zu Friedberg, kein jüdischer Religionsunterricht erteilt
und die Zöglinge jüdischer Konfession keine Gelegenheit fänden, sich
die für ihren künftigen Beruf als Religionslehrer nötigen Kenntnisse
erwerben zu können. Als nun vor ungefähr 2 Jahren in der 2. Kammer der
Stände eine desfallsige Interpellation an die Regierung gerichtet
wurde, gab diese die Erklärung ab: an dem neu zu begründenden Seminar
zu Alzey werde der dortige Rabbiner behufs Erteilung des
Religionsunterrichts angestellt und für dieselbe aus der Staatskasse honoriert
werden. Dieses ist denn auch geschehen. Anfangs dieses Monats ist das
Seminar feierlichst eingeweiht und eröffnet worden. -
Unterdessen hat aber die orthodoxe Partei in Frankfurt am Main die Sache
in die Hand genommen. Seit längerer Zeit sendet sie 2 mal wöchentlich
einen Lehrer aus dem Hirsch'schen Lehrerpersonal nach Friedberg, um die
dortigen Seminaristen zu unterrichten. Der Unterricht soll, wie man
hört, im Rabbinischen bestehen. Auch sind voreinigen Wochen seitens der
Orthodoxen bei der Regierung Schritte getan worden. dieselbe zu
veranlassen, den in den Friedberger Seminar befindlichen Zöglingen den
weiteren Aufenthalt daselbst zu gestatten. Denn nach der ursprünglichen
Intention sollten sich alle jüdischen Zöglinge dem Alzeyer Seminar
zuwenden. Wie man hört, soll die Regierung, weit entfernt, irgendeinen
Zwang ausüben zu wollen, dem Gesuche willfahren haben. Ob aber auch
Neuhinzutretende in Friedberg Aufnahme finden, ist noch eine offene
Frage. Die Orthodoxen sollen ihr Gesuch damit gegründet haben. dass die
Schulaspiranten sich meistes in Landgemeinden um eine Anstellung
bewerben, diese seien durchweg orthodox und würden Anstoß nehmen,.
wenn jene ihren Unterricht von einem der Neologie huldigenden Rabbiner erhalten
hätte. Dem sei nun, wie es ihm wolle. So viel steht fest: bei der
Krisis, die dem Judentume von außen droht, sind beide Parteien, die orthodoxe
und die reformatorische, mehr denn je darauf angewiesen, Frieden unter
sich zu erhalten, und wer diesen Frieden stört, ist ein Feind des
Judentums.". |
Aufnahmen im jüdischen Lehrerseminar (1911)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. März
1911: "Alzey (Rheinhessen). Mit Schluss des Schuljahres steht
wiederum eine große Anzahl von jungen Leuten vor der wichtigen
Lebensfrage der Berufswahl. Es seien deshalb diejenigen , die sich dem
Lehrerstande zu widmen beabsichtigen, darauf aufmerksam gemacht, dass in
dem hiesigen Großherzoglichen Schullehrer-Seminar auch Nichthessen
Aufnahme finden. Die jüdischen Seminaristen erhalten durch den Rabbiner
von Alzey Unterricht, sowohl in allen religions-wissenschaftlichen, als
auch in den hebräisch-rabbinischen Lehrfächern, außerdem werden sie vom
Gemeindekantor im Kantorate vorgebildet. Zur praktischen Betätigung ist
den Seminaristen im Jugend- und Gemeindegottesdienste, sowie in der
Religionsschule Gelegenheit geboten. Reichlich bemessene Stipendien stehen
zur Verfügung. In den letzten Jahren fanden sämtliche jüdischen
Abiturienten im Staatsdienste Verwendung.
Die mit dem hiesigen Seminare in Verbindung stehenden Präparanden-Anstalt
befindet sich in Wöllstein bei Alzey. Auch hier ist für
Religionsunterricht und Stipendien Sorge getragen." |
Zum
25jährigen Dienstjubiläum von Lehrer und Kantor Abraham Stern in Alzey
(1914)
Meldung
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Juli 1914:
"Herr Lehrer Stern im Alzey feierte am 15. dieses Monats sein
25-jähriges Ortsjubiläum als Lehrer und Kantor der dortigen
Religionsgemeinde." |
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Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 31. Juli 1914:
"Alzey (Rheinhessen), 24. Juli. Am 15. dieses Monats waren es 25
Jahre, seitdem Herr Abraham Stern das Amt des Kantors und Lehrers in
hiesiger Religionsgemeinde bekleidet. Die Gemeinde hatte diese Gelegenheit
gern wahrgenommen, um dem Jubilar Anerkennung zu bezeigen. Eine große
Zahl von Gratulanten hatte sich eingefunden. Am Vormittag erschienen der
großherzogliche Rabbiner, Herr Dr. Lewit und der Gemeindevorstand. Herr
Theodor Wolff hatte im Namen des Vorstandes ein wertvolles Ehrengeschenk
der Gemeinde überbracht unter freundlichen Lobesworten besonders des
friedlichen Wirkens. Herr Rabbiner Dr. Lewit führte in längerer,
herzlicher Ansprache aus, dass Herr Stern als Kantor und Lehrer
segensreich gewirkt, wie er sich die Sympathie der Gemeinde und der
christlichen Bevölkerung erworben, wie er die jungen, angehenden Lehrer
vom hiesigen großherzoglichen Lehrehrseminar für das Kantorat tüchtig
vorbereite, sodass eine große Anzahl Lehrer, die nun in Amt und Würden
sind, dankbar zu ihm aufblicken. Der Jubilar antwortete den Rednern mit
verbindlichen, herzlichen Worten und dankte für das freundliche
Entgegenkommen. Es bereit ihm eine große Befriedigung, dass der Vorstand
die Pensions- und Reliktenversicherung geregelt und die Kosten gänzlich
auf eigene Schultern genommen. - Auch der Synagogenchor, dessen Dirigent
der Jubilar ist, hatte seine Glückwünsche mit einem Geschenk verbunden.
Es waren viele Telegramme und Gratulationsbriefe von Kollegen, Freunden
und früheren Schülern eingegangen. Der hessische Lehrerverein hatte 'dem
verdienstvollen Vorstandsmitglied und wackeren Mitkämpfer' telegraphisch
die Glückwünsche übermittelt." |
Aus dem jüdischen Vereinsleben
Der "Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer,
Lehrer-Witwen und -Waisen in Deutschland" hat seinen Sitz in Alzey - 1864
Nach einem
längeren Abschnitt über die Planungen und die Arbeit des Vereins die
Unterschrift: "Alzey im Dezember 1864. Das Haupt-Komitee des Vereins zur
Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrerwitwen und
–Waisen in Deutschland: Rabbiner Dr. Rothschild in Alzey, Vorsitzender,
Kaufmann Louis Neuberger in Alzey, Rechner, Dr. med. Cahn in Alzey,
Gegenschreiber, Lehrer J. Klingenstein in Odernheim, Geschäftsführer,
Lehrer K. Marx in Alsheim, Schriftführer, Dr. Leopold Stein in Frankfurt
am Main, Hauptredakteur des Jahrbuchs. Kaufmann Louis Lehmann in Homburg
v.d.H. Weinhändler Simon Levi in Landau." |
50-jähriges Jubiläum des Israelitischen
Frauenvereins und weitere Mitteilungen (1893)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. Dezember 1893: "Alzey,
12. Dezember (1893). Anlässlich seines 50jährigen Jubiläums, welches
der hiesige Israelitische Frauenverein am verflossenen Sabbat
Chanukka beging, stiftete derselbe auf Initiative unseres Rabbiners
Herrn Dr. Levi ein kostbares Proches
(Toraschreinvorhang) nebst drei dazu passenden Toramänteln mit herrlicher
reicher Goldstickerei, hervorgegangen aus der Fabrik des Herrn Rupp in
Frankfurt am Main. Dieselben wurden gleichzeitig an diesem Tage ihrer
Bestimmung übergeben und feierlich eingeweiht. Des Nachmittags wurde auch
die Jugend im Jugendgottesdienste auf die Bedeutung des Tages aufmerksam
gemacht. Diese Jugendgottesdienste finden schon seit diesem Frühjahre
statt. Die hiesigen jüdischen Seminaristen fungieren als Vorbeter; Gesang
der Kinder und eine passende Ansprache des Herrn Rabbiners verleihen dem
Gottesdienste die nötige Weihe, sodass sich zu der stattlichen Zahl der
andächtigen Schüler und Schülerinnen auch immer noch Erwachsene
gesellen. – Leider hat unsere Gemeinde in den letzten Tagen durch den
Tod des Herrn Simon Baum II einen Verlust erlitten. Welche Liebe und
Achtung sich derselbe zu erringen gewusst hatte, davon zeugte die enorme
Beteiligung bei seiner Beerdigung. Seine Verdienste wurden deshalb auch
von den Herren Rabbiner Dr. Levi und Reallehrer Dr. Storch, dem Vorstande
der hiesigen Loge, gebührend gewürdigt, während der Gesamtverein Sängerkranz
durch Gesang die Feierlichkeit erhöhte. – Friede seiner Asche!" |
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Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Dezember 1893:
"Alzey, 9. Dezember (1893). 50 Jahre sind es heute, seitdem der
hiesige israelitische Frauenverein, der sich namentlich Pflege und
Unterstützung bedürftiger und kranker Glaubensgenossen zur Aufgabe
gemacht, gegründet wurde. Eine entsprechende Feier in der Synagoge wird
dem Tage eine erhöhte Bedeutung geben." |
Gründung eines Vereins für jüdische Geschichte und
Literatur unter Rabbiner Dr. Levi (1903)
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Februar 1903: "Alzey, 20.
Februar (1903). Erfreulicherweise regt sich auch in unserer Gemeinde
wieder mehr das Interesse für das Judentum und seine Wissenschaft. Nicht
wenig dazu beigetragen hat eine von der Religionsschule veranstaltete
Chanukkafeier der Jugend, die in allen ihren Teilen erhebend auf Herz und
Gemüt nicht nur der Kleinen, sondern auch ihrer anwesenden Eltern wirkte.
Das Verdienst, aller Augen wieder mehr auf die jüdische Literatur und
Wissenschaft hingelenkt zu haben, gebührt unserem Rabbiner Herrn Dr.
Levi. Derselbe hielt vor kurzem einen Vortrag: Alexander von Humboldt, ein
Vorkämpfer für die Emanzipation der Juden. Anschließend an den mit großem
Beifall aufgenommenen Vortrag regte Herr Rabbiner Dr. Levi die Gründung
eines Vereins für jüdische Geschichte und Literatur an. Alsbald war auch
schon dessen Fundament gesichert, indem mehr als dreiviertel der hiesigen
Gemeindemitglieder mit namhaften Beiträgen ihren Beitritt erklärten. Wir
schließen mit dem Wunsche, dass der neue Verein seine hohe Aufgabe erfüllen
möge." |
Versammlung
des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur mit Vortrag von Rabbiner Dr.
Moritz David aus Bochum (1904)
Anmerkung: Rabbiner Dr. Moritz David (geb. 1875 in Gimbsheim,
gest. 1956 in Manchester), studierte in Breslau und Erlangen; er war von 1901
bis 1934 Rabbiner in Bochum; danach zwar im Ruhestand aber weiter Aktivitäten
bei Wohlfahrtsaufgaben; Juni bis Dezember 1938 Rabbiner in Dortmund; nach dem
Novemberpogrom im KZ Sachsenhausen; Frühjahr 1939 nach England
emigriert.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. April 1904: "Alzey,
21. April (1904). Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur hielt
dieser Tage eine Versammlung ab, die von etwa 120 Personen besucht war. Herr
Rabbiner Dr. M. David aus Bochum hielt einen sehr interessanten
Vortrag über 'jüdische Maler und Bildhauer aus dem vorigen Jahrhundert',
sprach über deren Theorie und Praxis und erläuterte seine Ausführungen
durch Lichtbilder. Die zahlreich Erschienenen lauschten mit großer
Spannung den Worten des Redners, der großen Beifall fand. Worte des
Dankes sprach Herr Rabbiner D. Levy hier namens der Zuhörer und schloss
die Versammlung." |
Kleine Meldungen aus dem jüdischen Gemeindeleben - in chronologischer Reihenfolge
Abschaffung des zweiten Feiertages zu Sukkot (1846)
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. November 1846: "Alzey, 6.
Oktober (1846). Die hiesige israelitische Religionsgemeinde, in welcher
Sabbat und Festtage noch ihr ungeschmälertes Ansehen genießen und einen
allseitigen Stillstand der Geschäfte mit sich führen, hat einen
erfreulichen Beweis des faktischen, vollsten Vertrauens zu der
Rabbinerversammlung an den Tag gelegt, indem sie deren jüngste Beschlüsse,
bezüglich der bisherigen zweiten Feiertage, tatsächlich anerkannt und
ausgeführt. Heute, als am zweiten Tage des Hüttenfestes, waren zum
ersten male die Geschäftslokale der Israeliten geöffnet, und haben deren
mitunter streng konservativ gesinnte und nach altem Herkommen religiös
lebende Inhaber sich ganz der gewerblichen Beschäftigung überlassen." |
"Auswanderungsfieber" aus der Pfalz
- auch aus dem Bezirk Alzey (1847)
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. März 1847: "Aus der Pfalz,
6. Februar (1847). (Kölner Zeitung). Das Auswanderungsfieber greift stärker
als zuvor um sich. Selbst eine nicht geringe Anzahl Israeliten rüstet
sich zum Hinüberzuge nach dem freien Nordamerika. Diesem Triebe, der alle
diejenigen anregt und aufstachelt, welche eine durchgreifende Verbesserung
ihrer Lage wünschen, und der namentlich bei den Juden durchdacht und
selbstbewusst geworden, - sollte ihm nicht eine bewegende Tatsache zu
Grunde liegen? Wer möchte das wohl in Abrede stellen? Die Auswanderung
wird vorzüglich stark aus der Gegend von Alzey,
Worms, Osthofen, Oppenheim und Wörrstadt werden. Auch in Wöllstein, Fürfeld,
Flonheim, Gauodernheim und anderen Orten rüsten sich mehrere Familien zum
Abzuge. Unter allen diesen Familien befindet sich nicht eine, welche man
geradezu ‚Arm’ nennen könnte. Die Meisten derselben haben ein Vermögen
von 4 bis 5.000 Gulden. Ein Grundeigentümer in der Nähe von Armsheim hat
durch den Verkauf seiner Besitzungen 12.000 Gulden zusammengebracht." |
Trennung einiger orthodoxer Familien von der Hauptgemeinde
(1849)
Artikel in
der Zeitschrift "Jeschurun" vom Oktober 1854: "…Man ist indessen nicht
ohne Hoffnung, dass nach Vollendung der neuen Synagoge der Alten der
Ausspruch dahin erfolgen werde, zumal unsere
Regierung im Jahre 1849 einige glaubenstreue jüdische Familien in Alzey,
welche sich von der dortigen, dem alten Judentume entfremdeten, Synagoge
getrennt, von fernern Beisteuern zu der letztern freigesprochen hat." |
"Ökumenische" Schulandacht (1864)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Mai 1864: "Alzey, 17. April (1864).
Der hiesige Realschul-Direktor Dr. Winterstein hat bei dem Schlusse des
Winterkursus die vorgeschriebene ‚gemeinsame’ Andacht diesmal von dem
Rabbiner, welcher Religionslehrer an der Anstalt ist, abhalten lassen." |
"Strafrede" der Alzeyer Zeitung
(1872)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1872: "Mainz,
29 Oktober (1872). Sehr hübsch nimmt sich eine Strafrede aus, welche die
‚Alzeyer Zeitung’ vom 19. Oktober den dortigen Israeliten hält.
‚Warum,’ fragt diese liberale Zeitung, ‚verkauft Ihr am Sabbat,
warum akzeptiert und honoriert Ihr Wechsel an diesem Tage, warum raucht
Ihr Pfeifen und Zigarren am Ruhetage des Herrn, warum lasset Ihr Euch mit
dem Scheermesser rasieren?’
Dann werden die jetzt lebenden Alzeyer Israeliten an ihre auf dem
Friedhofe ruhenden Vorfahren gemahnt, welche alle diese von dem
gegenwärtigen Geschlechte über Bord geworfenen Gesetze mit der größten
Strenge und Frömmigkeit befolgt haben.
Es ist weit genug gekommen, dass Juden von Nichtjuden an ihre Pflichten
erinnert werden müssen!" |
Verkauf von Torarollen und anderen Ritualien (1879)
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. August 1879: "Wir haben überflüssig
gewordene 2 Torarollen, 2 silberne Torabehänge (antique), 1 messingener
achtarmiger Leuchter (antique), mehrere Schulchan-Decken, Toramäntelchen
(antique) etc. abzugeben.
Alzey, 24. August 1879. Der
israelitische Gemeindevorstand". |
Anschläge gegen jüdische Weinbergbesitzer (1881)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. August 1881: "Nieder-Saulheim
(Rheinhessen). Nachdem vor etlicher Zeit einem hiesigen Israeliten eine
Anzahl Bogreben von boshafter Hand abgeschnitten worden waren, wird uns
heute die verbürgte Mitteilung, dass einem Anderen ein großes Stück
Roggenfeld total ruiniert worden sei. Im benachbarten Stadecken hat man
Anfangs dieser Woche den begüterten Israeliten Neumann und Haas ihre
Weinberge total ruiniert. Der Sohn des Ersteren ist in Folge der
Judenhetze von hier weggezogen. Ebenso berichtet man unterm 30. dieses
Monats aus Alzey: Vergangene
Nacht wurden die Reben von drei Viertel Morgen Wingert vor Gemärk,
hiesiger Gemarkung, dem Simon Strauß gehörig, abgeschnitten. Jeder
vernünftige Mensch verurteilt diese Bubenstreiche aufs Schärfste und
wünscht nur, dass die Verüber dieser Rohheiten zur verdienten strengen
Bestrafung gezogen werden könnten." |
Der Antisemitismus macht sich auch in Alzey bemerkbar
(1890)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. November 1890: "Alzey,
20. November (1890). Der antisemitische Hetzapostel, Herr Böckel, hat die
Absicht, in aller Kürze auch den Wahlkreis Bingen-Alzey mit seiner
Gegenwart zu beglücken. Wie wir indessen unsere Pfälzer kennen, wird
Herr Böckel wenig Boden für seine Ansichten
gewinnen." |
Berichte zu
einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1904: "Aus
dem Großherzogtum Hessen. Unser Justizminister hat endlich einmal den
Anfang mit der Anstellung eines stellvertretenden jüdischen Amtsrichters
gemacht. Unser Schulministerium fährt in der Anstellung jüdischer Lehrer
und Lehrerinnen ordentlich fort. Nachdem die Gymnasien in Offenbach und
Bingen jüdische Oberlehrer erhalten haben, wurde dieser Tage Herr Lehrer
S. Eschelbacher, bisher Religionslehrer in Mainz, als ordentlicher
Lehrer an das dortige Real-Gymnasium berufen und Fräulein Cahn aus
Alzey an die Volksschule nach Gießen, ebenso Fräulein Weil aus
Mainz an die Volksschule zu Mainz. Hoffentlich folgte das
Justizministerium in ähnlicher Weise
nach." |
Anzeigen und Dokumente zu jüdischen
Gewerbebetrieben
Anzeigen der Firma M. Kahn & Co. (1890 / 1900)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1890:
"Wir suchen per Januar oder Februar nächsten Jahres eine durchaus
tüchtige Verkäuferin. M. Kahn & Co., Alzey, Kurz-, Woll- und
Modewaren." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. August 1900: "100.000
Stück Herrennormalhemden, eisenfeste, vorzügliche Qualität, werden,
um schnell damit zu räumen, zu 2 Mark per Stück abgegeben. Reeller Wert
Mark 3.50. Bei Bestellung ist Angabe der Halsweite nötig.
Nachnahme-Versand. Zurücknahme garantiert. Agentur gesucht.
M. Kahn & Co., Alzey, Hessen." |
Anzeige der Metzgerei und Wurstfabrik Simon Hirsch (1921)
Anzeige in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Januar 1921: "Streng
koscher! Offeriere Ia Raufleisch, pro Pfund Mark 25.-, Ia Fleischwurst…
Mark 20.-, Ia Leberwurst … Mark 12.-, Ia Schwartenmagen … Mark 20.- Versand gegen Nachnahme.
Simon Hirsch, Metzgerei und
Wurstfabrik, Alzey (Rheinhessen) Kirchplatz
4 Telefon 236." |
Historische
Ansichtskarte (vermutlich aus den 1920er-Jahren) - "Leder-Gutmann"
(Aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries)
"Alzey - Partie am
Roßmarkt"
mit dem Geschäft "Leder-Gutmann" |
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