Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Richelsdorf (Gemeinde Wildeck, Kreis Hersfeld-Rotenburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:  

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
bulletZur Geschichte der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen    
bulletLinks und Literatur    

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
    
In Richelsdorf bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Aus dem Jahr 1733 liegt ein Schutzbrief für Hanne Juda in Richelsdorf vor. 1744 gab es drei bis vier jüdische Familien am Ort. 1750 und 1776 waren es vier Familien. Die jüdischen Familien lebten im 18. Jahrhundert unter dem Schutz der Patronatsherren von Cornberg am Ort.       
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1795 23, 1835 38 jüdische Einwohner, 1855 59, 1861 57 (8,5 % von insgesamt 670 Einwohnern), 1871 63 (10,6 % von 593), 1885 49 (9,8 % von 500), 1893 44 (in zehn Familien), 1895 41 (8,1 % von 504), 1898 42 (von 500; in 11 Haushaltungen), 1901 48 (in 13 Haushaltungen), 1903 52 (in 14 Haushaltungen), 1905 54 (9,4 % von 573) bzw. nach "Statistischem Jahrbuch" 1905 41 (von 504 Einwohnern). Erhalten sind die Familienregister der Gemeinde. Nach dem Geburtsregister gab es zwischen 1830 und 1924 insgesamt 151 jüdische Geburten in Richelsdorf. 
 
1825 werden als jüdische Familienvorstände genannt (mit Erwerbszweig): Victor Gabriel (Buchbinder), Witwe von Jacob Hahn (Ellenwarenhandel), Witwe von Leib Moses Löwenstein (Ellenwarenhandel), Wolf Hahn (Nothandel), Joseph David Eichhorn (aus Ahrhuus gebürtig, Nothandel).      

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Schule (Religionsschule), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war im 19. Jahrhundert zeitweise ein eigener Lehrer (gleichzeitig Vorbeter und Schochet) am Ort: 1864 bis 1868 war Lehrer in Richelsdorf Samuel Gerson (siehe unten; 1866 genannt: Quelle), 1873 Lehrer Isaac (in: Der israelitische Lehrer  1873 S. 34). Spätestens seit den 1890er-Jahren wurde der Unterricht durch den Lehrer aus Nentershausen erteilt: 1893 bis mindestens 1912 war es Lehrer Mendel Katz aus Nentershausen, der den 1893 12 jüdischen Kindern in Richelsdorf den Religionsunterricht erteilte (1896 7 Kinder, 1898 10 Kinder, 1901 7 Kinder, 1903 8 Kinder, 1905 7, davon 3 Jungen und 4 Mädchen). 1912 erfolgte eine Ausschreibung für den jüdischen Lehrer in Nesselröden, der auch die jüdischen Kinder in Richelsdorf unterrichten sollte.
  
Die Gemeinde gehörte mit den anderen Gemeinden des Kreises Rotenburg a. Fulda zum Rabbinatsbezirk Niederhessen mit Sitz in Kassel.   
 
Von den jüdischen Gemeindevorstehern werden u.a. genannt: um 1893/98 Ruben Löwenstein, um 1901 Ruben Löwenstein, Moses Falkenstein, um 1903 Ruben Löwenstein, Louis Eichhorn, um 1905 Joseph Löwenstein I.  
  
Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 waren mehrere jüdische Soldaten aus Richelsdorf eingesetzt (nach "Allgemeine Zeitung des Judentums" vom 13.1.1880 S. 27); im  Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Alwin Meyer (geb. 6.2.1885 in Mellrichstadt, gef. 9.7.1916). Für seinen Kriegseinsatz wurde mit dem Eisernen Kreuz (EK II) ausgezeichnet: Schütze Gustav Falkenstein, Sohn von Moses Falkenstein (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 14. Februar 1918 S. 2).  
 
Unter den jüdischen Vereinen war eine 1926 gegründete Ortsgruppe des "Central-Vereins" (s. "Central-Vereins-Dienst" vom 7. Juli 1926 S. 37, Gründungsversammlung am 23. Mai 1926).   
 
Um 1924, als zur Gemeinde noch 47 Personen gehörten (6,7 % von insgesamt 706 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Joseph Löwenstein I (Sohn des früheren Gemeindevorstehers Ruben Löwenstein, siehe Bericht unten) und Adolf Sommer. Die damals fünf schulpflichtigen jüdischen Kinder der Gemeinde erhielten ihren Religionsunterricht durch Lehrer Mendel Katz aus Nentershausen. 1932 waren die Gemeindevorsteher weiterhin Joseph Löwenstein I (1. Vors.) und Adolf Sommer (Schatzmeister). 
  
Eine engere Beziehung bestand durch den gemeinsamen Lehrer nach Nentershausen. In einem Bericht zum 40-jährigen Amtsjubiläum von Lehrer Mendel Katz in Nentershausen wird Richelsdorf als "Filialgemeinde" zu Nentershausen bezeichnet.        
   
1933 lebten noch 40 jüdische Personen in Richelsdorf (5,2 % von insgesamt 766 Einwohnern). Es handelte sich um die folgenden Familien: Moses Falkenstein, Moritz Löwenstein, Adolf Sommer, Josef Löwenstein, Leopold Eichhorn, Hermann Falkenstein, Haune Hannstein, Max Eichhorn, David Eichhorn, Max Eichhorn, Josef Löwenstein, Max Falkenstein, Max Hannstein.  

In den Jahren nach 1933 sind alle jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert (eine größere Zahl in die USA). 1938 wurden noch 21 jüdische Einwohner gezählt. 1939 verließen mit dem Ehepaar Max Eichhorn die letzten jüdischen Einwohner den Ort. Mehrere der in andere Orte verzogene jüdische Personen wurden von dort aus deportiert.  
  
Von den in Richelsdorf geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Karoline Eichhorn geb. Heilbrunn (1883), Manfred Eichhorn (1922), Max Eichhorn (1885), Max Eichhorn (1891), Moses Falkenstein (1866), Jettchen Hanstein (1879), Mathilde Hanstein (1885), Rosa Heilbrunn (1885), Herbert Löwenstein (1920), Moses Moritz Löwenstein (1873), Salomon Löwenstein (1867), Jettchen Mansbach geb. Hanstein (1877), Lina Oppenheim geb. Eichhorn (1891), Hans Sommer (1923), Jettchen Sommer geb. Löwenstein (1879), Karl Sommer (1903).       
     
     
     
 
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1912    

Eine Ausschreibung der Stelle des Unterrichts der jüdischen Kinder in Richelsdorf findet sich erst 1912, als die jüdischen Kinder in Richelsdorf durch den jüdischen Lehrer in Nesselröden unterrichtet werden sollen.

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 18. April 1912:
"Die Gemeinde Nesselröden, Bezirk Kassel, sucht einen
Privat-Elementarlehrer, Vorbeter und Schächter.

Festes Gehalt 800 Mark, Nebeneinnahmen 200 Mark und freie Wohnung. Dieses Einkommen erhöht sich um reichlich 300 Mark durch Erteilung des Religionsunterrichts in der Filialgemeinde Richelsdorf. Bewerbungen mit Zeugnisabschriften sind zu richten an den Vorstand der Synagogengemeinde.
S. Wolf.
Nesselröden,
11. April 1912."   

   
Über Lehrer Samuel Gerson (1864 bis 1868 Lehrer in Richelsdorf)    

Aus dem "Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realgymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz" - Jahresbericht 1895-1896 Heft 1 S. 11-12: "Der Bestand des Lehrer-Kollegiums hat durch den plötzlichen Tod des Reallehrers Herrn Samuel Gerson einen schweren Verlust erlitten (Anmerkung). Auf dem Wege zur Schule am 24. Januar dieses Jahres rührte ihn der Schlag — nach wenigen Augenblicken war er verschieden. - Als die Schule vor 2 1/2 Jahren sein 25jähriges Jubiläum festlich beging, stand er noch in voller Manneskraft da, und wohl konnte man noch auf eine gleich lange Fortdauer seiner erfolgreichen amtlichen Wirksamkeit hoffen. Umso größer war die Trauer, die sein gänzlich unerwartetes jähes Dahinscheiden hervorrief. Bei der am folgenden Tage in der Aula der Schule veranstalteten Gedächtnisfeier suchte der Direktor in seiner Trauerrede dem Wesen und Wirken den allgemein beliebten und verehrten Mannes gerecht zu werden; er schilderte ihn als den vortrefflichen Lehrer und Erzieher, als den treuen Kollegen und Freund, als den wackeren Bürger und Menschen; er ermahnte vor allem die Schüler, das Andenken des ihnen allzu früh entrissenen Lehrers hochzuhalten und es sieh im zukünftigen Leben zum Segen gereichen zu lassen. — Am Nachmittage des 26. Januar geleitete die Schule und ein zahlreiches Trauergefolge die irdischen Überreste des teuren Toten zur letzten Ruhestätte im hiesigen israelitischen Friedhofe. Der Landrabbiner, Herr Dr. Rülf aus Braunschweig hielt die Grabrede."     
Anmerkung: Samuel Gerson, geboren am 6. August 1846 zu Zierenberg, Prov. Hessen, Ostern 1861 bis 1864 Schüler des israelitischen Lehrerseminars zu Kassel, 1864 bis 1868 Lehrer der israelitischen Volksschule zu Richelsdorf, Provinz Hessen, wurde 1868 Hilfslehrer und am 1. Oktober 1869 fest angestellter Lehrer an der Jacobson-Schule. Mit Ausnahme eines 11-monatlichen Heerdienstes, den er während des Feldzuges 1870/71 leistete, und eines vierteljährlichen Urlaubs, den er zu einer längeren Badekur im Frühjahr 1889 erhielt, ist er seitdem unausgesetzt in diesem Amte geblieben."  

 
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  

Bei der Spendenaktion für einen verarmten Mann in Gilsa beteiligen sich etliche Personen aus Richelsdorf (1902)     

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom Dezember 1902: "In Folge meinen Aufrufs in Nr. 49 des 'Israelitischen Familienblatt' für den Handelsmann Levi Katz aus Gilsa sind folgende Spenden eingegangen: Herzheim u. Stern - Rüthen 1,50 M., N. N. - Sassendorf 3.05 Mk., Moses Wallach - Cölenfeld 5 Mk., S. Werthauer - Kassel 10 Mk., Josef Hamburger - Beuthen 3 Mk., N. N. - Zierenberg 3 M., Frau Grünbaum - Rinteln 2 M., Wwe. Rt. Braunschild - Nieheim 5 M., N.N. - Nienburg a.W. 1.50 M., Samuel Löb - Bellersheim 2 Mk, Geschwister Schartenberg - Lippstadt 2 Mk., E. Baumgarten - Ballersen 3.60, Max Goldschlag - Witkowo 3 M., M. Gerson - Rogasen 3 M., N. N. - Borgholzhausen 1 M., Grünbaum -Raboldshausen 5 M., Simon David - Frankfurt a.M. 9 M., Sam. Kohn - Lichtenfels 31, N. N. Richelsdorf 15 Mk., Lehrer Wertheim - Hannoversch Münden 3 Mk., Herzheimer - Flörsheim a.M. 3 M., Cloth. Adler - Kassel 2 M., Lehrer Katzenstein - Steinheim (Westfalen) 15 M., M. Gunzenhausen - Laasphe 20 M., Abr. Möller Raboldshausen 5 M., Moritz Katzenstein - Wattenscheid 3 M., Gesammelt in einem Kränzchen in Richelsdorf von folgenden Damen: Frau Hel. Eichhorn 1 M., Fr. Sara Löwenstein 1 Mk., Frau Frieda Eichhorn 0,50 M., Frl. Jettchen Hanstein 0,25 M., Frau Emma Löwenstein geb. Ohmsberg 1 M., Fr. Karoline Hanstein 0,25 M., Frau Sophie Falkenstein 0,25 M., Fr. Regine Löwenstein 1 M., Fr. Regina Falkenstein 0,50 M., Frau Gusta Löwenstein 1 M., Frau Frieda Löwenstein 1 M., Fräulein Jettchen Löwenstein 1 M. und Frau Rebekka Hanstein 0,50 M., in Summa 140,90 M., über welche ich hiermit dankend quittiere.
Weitere freundliche Gaben werden gern entgegengenommen. Zimmersrode
, Bez. Kassel,
21. Dezember 1902. Wertheim, Lehrer."   

  
80. Geburtstag und Tod des Kriegsveteranen Ruben Löwenstein (1926) 
Anmerkung nach den Angaben bei Arnsberg s. Lit. S. 224: Der 1846 geborene Ruben Löwenstein war über 25 Jahre jüdischer Gemeindevorsteher in Richelsdorf. Er verstarb noch 1926 im 81. Lebensjahr.   

Richelsdorf Israelit 29041926.jpg (36761 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. April 1926: "Rotenburg, 18. April (1926). Seinen 80. Geburtstag beging in körperlicher und geistiger Frische Ruben Löwenstein in Richelsdorf (statt Reichelsdorf), ein Veteran von 1870/71. Er machte den Krieg als Feldgendarm im Stabe des Kronprinzen Friedrich mit und erfreute sich großer Achtung und Beliebtheit. Er war in hiesiger Gegend als der 'alte Feldgendarm' bekannt."   
  
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Januar 1927: "Richelsdorf, 2. Januar (1927). Hier verschied der Rentner Ruben Löwenstein im 81. Lebensjahr, einer der letzten Veteranen von 1870/71. Er macht den Krieg als Feld-Gendarmerie-Wachtmeister mit. Fast 25 Jahre war er Gemeindeältester hier. Er war bei der Bevölkerung der Umgegend sehr angesehen und beliebt. Er war Ehrenmitglied des Kriegervereins und des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten."      
Zum Tod von Ruben Löwenstein erschienen auch Artikel in "Jüdisch-liberale Zeitung" vom 14. Januar 1927 Beilage - Aus den Gemeinden: Link sowie in "Israelitisches Familienblatt" vom 29. Januar 1927: Link.  

    
Kleine Mitteilungen zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  

- 1898: Spendensammlung bei der Hochzeit von H. Pfifferling in Datterode und Fräulein Löwenstein aus Richelsdorf (in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. August 1898 S. 1224); zusätzliche Spende durch Chalogeld von Sara Löwenstein in Richelsdorf (ebd.).  
- 1902: auf Anfrage eines Vaters aus Richelsdorf wird ihm mitgeteilt: die Barmizwoh des am 27. August 1890 (11. Elul) geborenen Sohnes findet am 26. August 1903 statt; die Sidra ist ki teze; die Barmizwoh des am 28. Januar 1891 (19. Schebath) geborenen Sohnes fällt auf Samstag, den 8. Januar 1904, die Sidra ist wajehi.
-  1934: Geburtsanzeige von Sohn von Max Eichhorn II und Rosel geb. Sitzmann ... 
- 1934: Tod von Katinka Ohmsberg geb. Vorenberg in Richelsdorf (bei Gerstungen) im Alter von 76 Jahren (in: Israelitisches Familienblatt" vom 2. August 1934 S. 15). 
- 1934: am 15. Dezember 1934 in Richelsdorf (bei Gerstungen) Geburt von Arthur Eichhorn, Sohn von David Eichhorn und Hulda geb. Weinberg (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 6. Dezember 1934 S. 16).
- 1937: 87. Geburtstag von Karolina Hanstein am 15. September 1937, früher in Richelsdorf, jetzt in Niedenstein (in "Israelitisches Familienblatt" vom 16. September 1937 S. 6)

   
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeigen / Lehrlingssuchen der Metzgerei und Wurstfabrikation Josef Löwenstein (1896 / 1898)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Mai 1896:
"Unterzeichneter sucht auf sofort einen kräftigen Jungen aus guter Familie, der die Metzgerei erlernen will.  
Josef Löwenstein,
Metzgerei und Wurstfabrikation, 
Richelsdorf, Bezirk Kassel."  
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. März 1898:
"Unterzeichneter sucht für sein Geschäft, Metzgerei und Wurstfabrikation, auf sofort einen Lehrling. Hesse bevorzugt. 
Joseph Löwenstein, Metzger,
Richelsdorf
, Bezirk Kassel."   

    
Anzeige von Ruben Löwenstein - Stellensuche für seine Tochter (1897)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. November 1897:
"Suche zur Erlernung des Haushalts für meine 17 Jahre alte Tochter ein besseres Haus. Bedingung ist Familienanschluss. Gefällige Offerten an
Ruben Löwenstein
,
Richelsdorf
, Bezirk Kassel."   

   
Anzeige von Louis Eichhorn, Manufaktur-Geschäft (1903)    

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 5. Februar 1903:
"Suche für meinen Sohn eine
Lehrlingsstelle
in einem Manufaktur-Geschäft wo an Schabbat und Feiertag geschlossen.
Louis Eichhorn, Richelsdorf,
Bezirk Kassel."   

      
Verlobungsanzeige für Claire Löwenstein und Gustav Erlebacher (1929) 

Oberdorf Israelit 03011929.jpg (27378 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Januar 1929: 
"Claire Löwenstein - Gustav Erlebacher
Verlobte. 
Richelsdorf - Frankfurt am Main. Uhlandstraße 46 III  /  Oberdorf - Bopfingen - Frankfurt am Main."  

      
      
    
  
Zur Geschichte der Synagoge  
     
   
Über die Geschichte der Synagoge und ihr Aussehen liegen keine Informationen vor.  
       
Die Synagoge wurde spätestens 1938 geschlossen. Über Ereignisse beim Novemberpogrom 1938 liegen keine Informationen vor. Das Gebäude wurde 1950 abgerissen. Beim Abbruch wurden hebräische Schriften, Gebetsbücher und andere rituelle Gegenstände (sc. vermutlich aus einer Genisa im Dachboden) gefunden
.   
   
   
Adresse/Standort der Synagoge    Steinkaute  -   unweit des Hauses Steinkaute 58    
   
   
Fotos  

Fotos zur jüdischen Geschichte in Richelsdorf liegen - außer zum Friedhof - noch nicht vor; 
über Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.  
  
     

     

   
Links und Literatur

Links:  

bulletWebsite der Gemeinde Richelsdorf mit einer Zusammenstellung "Juden in Richelsdorf" auf der Seite zur Geschichte des Ortes. 
Anmerkung des Webmasters: der Autor des Abschnittes sieht die jüdischen Gemeindeglieder in einer abgesonderten Welt leben, was jedoch sicher völlig überzogen ist und nicht der sonst üblichen Realität eines Miteinanders zwischen Juden und Christen in einem solchen Dorf entsprach - Zitat: "Es ist ungewiss, wann die Juden nach Richelsdorf kamen, sicher aber ist, dass es nie zu einer Verschmelzung mit der Richelsdorfer Bevölkerung oder Mischehen kam. Bis zuletzt, bis zur Auflösung der jüdischen Gemeinde im Jahre 1938 führten die Richelsdorfer Juden auf Grund ihrer eigenen Zeitrechnung, Religion, Feiertage, Sprache, Schrift, Synagoge, ihres eigenen Brauchtums, kirchlichen Rituals und Friedhofs als rassische und religiöse Minderheit ein in sich geschlossenes Leben in einer für sie anders gearteten dörflichen Welt".
Durch Begriffe wie "rassische Minderheit", "Judensynagoge" und durch die völlige Verschweigung der Tatsache, dass auch Juden aus Richelsdorf nach der Deportation umgekommen sind, zeigt der Autor nur wenig Sachkenntnis, was die jüdische Geschichte betrifft.  
bulletSeiten zur jüdischen Geschichte von Richelsdorf auch bei www.hassia-judaica.de  
bulletZur Seite über den jüdischen Friedhof in Richelsdorf (interner Link)    

Quellen:   

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Richelsdorf 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Richelsdorf sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,711   Geburtsregister den Juden von Richelsdorf   1830 - 1924     https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3031402      
HHStAW 365,713   Sterberegister der Juden von Richelsdorf  1851 - 1914   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4782886      
HHStAW 365,712   Trauregister der Juden von Richelsdorf   1852 - 1912     https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5135979    

 Literatur:  

bulletPaul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 223-224.   
bulletThea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 42.   
bulletdies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 42 (keine weiteren Infos).
bulletdies.: Neubearbeitung der beiden Bände 2007² S. 131-132.  
bulletStudienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 67.   
bulletPinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 582-583. 
bulletKarl-Heinz Berndt: Der Judenpfad. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Nentershausen. 2007.  

   
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Richelsdorf (now part of Wildeck) Hesse-Nassau.  Numbering 63 (11 % of the total) in 1871 and 40 in 1933, the community disbanded after Kristallnacht (9-10 November 1938). Most of the remaining Jews emigrated; two were deported in 1941. 
    
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 31. Januar 2026