Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Baumbach (Gemeinde Alheim, Kreis Hersfeld-Rotenburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   
Hinweis: Von der früheren AG-Spurensuche an der Jakob-Grimm-Schule Rotenburg an der Fulda wurde unter Heinrich Nuhn eine Dokumentation "Juden in Baumbach um das Jahr 1930" erstellt: Link zu dieser Dokumentation.  
  
  
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
    
In Baumbach bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 1744 und 1776 wurden jeweils vier jüdische  Familien im Ort gezählt.   

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1835 40 jüdische Einwohner, 1861 77 (10,9 % von insgesamt 708 Einwohnern), 1871 71 (11,9 % von 595), 1885 78 (12,6 % von 620), 1895 79 (13,8 % von 572), 1905 73 (13,2 % von 554), 1910 66 (11,6 % von 568). Verbreitete jüdische Familiennamen waren in Baumbach u.a. Neuhaus, Wallach und Jaffa, wobei der letztgenannte Name auf eine sephardische Herkunft der Familie hinweist. Von der Familie Wallach waren vier Generationen Kleinbauern, ein Samuel Wallach nahm an den Freiheitskriegen 1813-14 teil, ein anderer Samuel Wallach war 1870-71 Soldat in der Kompanie des Jungen Leutnants Hindenburg (zu letzterem siehe Mitteilung von 1928 unten).      

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (1881-1932 öffentliche Israelitische Elementarschule / Jüdische Volksschule), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Erster jüdischer Elementarlehrer war Nathan Jaffa (1865 genannt, Quelle), seit 1905 war Benjamin Stiefel Lehrer in Baumbach (Bericht zum 25-jährigen Ortsjubiläum 1930 siehe unten). Die Schule hatte 1871 13 Schüler, 1882 18, 1888 18, 1891 23, 1899 18, 1905 14, 1911 8, 1912 2 Schüler. Unter den jüdischen Familien bestand die Tendenz, die Kinder zur höheren Schule nach Rotenburg zu schicken. Bereits 1917 sollte die jüdische Volksschule aufgelöst werden, da die Zahl der Schüler nach dem Ersten Weltkrieg wieder zunahm, blieb sie bestehen. Ein weiterer Antrag zur Aufhebung der Schule erfolgte im Oktober 1931, jedoch blieb die Schule bis 1934 bestehen. Die Gemeinde gehörte innerhalb des Kreises Rotenburg an der Fulda zum Rabbinatsbezirk Niederhessen mit Sitz in Kassel.       
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Samuel Neuhaus (geb. 12.2.1882 in Baumbach, gef. 31.3.1916). Außerdem ist gefallen: Gefreiter Siegfried Lotheim (geb. 22.2.1892 in Baumbach, vor 1914 in Homberg Bezirk Kassel wohnhaft, gef. 12.4.1918). Der Name von Samuel Neuhaus steht auf dem Denkmal für die Gefallenen der Weltkrieg im alten Teil des Gemeindefriedhofes in Baumbach.         
    
Um 1924, als zur Gemeinde noch 65 Personen gehörten (9,5 % von insgesamt 682 Einwohnern), war Gemeindevorsteher Josef Rosenbaum II. Als Kantor und Lehrer war Benjamin Stiefel angestellt (er war bereits in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg Lehrer in der Gemeinde). Er unterrichtete an der Jüdischen Volksschule damals zehn Kinder (vgl. Foto von ihm und den Schülern von 1926 in www.vor-dem-holocaust.de). An jüdischen Vereinen gab es den Wohltätigkeitsverein Chewro Gemiluth Chassodim (Verein der Wohltätigkeit; gegründet 1860; 1924/32 unter Leitung von Josef Rosenbaum II mit 15/16 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet: Krankenfürsorge, Unterstützung mit Geld und Lebensmitteln, Bestattungswesen) und den Israelitischen Frauenverein (gegründet 1930, 1932 unter Leitung von Sara Neuhaus mit 14 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger). 1932 war Gemeindevorsteher weiterhin Josef Rosenbaum II. Lehrer Stiefel hatte im Schuljahr 1931/32 noch fünf Kinder an der Jüdischen Volksschule zu unterrichten. Die Jüdische Volksschule wurde 1932 aufgelöst (vgl. Bericht).  
   
Unter den jüdischen Haushaltsvorstehern gab es noch bis nach 1930 mehrere Kleinbauern mit einem Nebenerwerb (Viehhändler, Schuster, Schneider).    
  
1933 lebten noch 39 jüdische Personen in Baumbach (7,2 % von insgesamt 540 Einwohnern; in 14 Familien). In den folgenden Jahren sind die meisten von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1939 wurden noch acht jüdische Einwohner gezählt. Die jüdische Konfessionsschule wurde 1934 geschlossen. 
  
Von den in Baumbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Sarah Selma Alexander geb. Neuhaus (1879), Klara Boruchowitz geb. Moses (1885), Else Dannenberg geb. Kanthal (1897), Berta Frenkel geb. Neuhaus (1884), Frieda Frenkel geb. Neuhaus (1890), Frieda Gans geb. Sommer (1876), Rosa Grünewald geb. Neuhaus (1887), Berta Kaiser geb. Neuhaus (1870), Benjamin Katz (1872), Bertha Katz geb. Neuhaus (1879), Frieda Katz geb. Rosenbaum (1888), Rosa Kleeblatt geb. Neuhaus (1897), Brunhilde Neuhaus (1924), Felix Neuhaus (1889), Frieda Neuhaus (1895), Hannelore Neuhaus (1930), Isaak Neuhaus (1907) Jeanette (Anette) Neuhaus geb. Emmrich (1870), Julius Neuhaus (1887), Julius Neuhaus (1899), Leopold Neuhaus (1900), Max Neuhaus (1892), Moritz Neuhaus (1890), Moses Neuhaus (1865), Paula Neuhaus geb. Wallach (1898), Joseph Rosenbaum (1876), Else Rosengarten geb. Neuhaus (1909), Flora Scheier geb. Neuhaus (1892), Paula Speier (1905), Nanni Stern geb. Rosenbaum (1905), Abraham Tannenberg (1874), Jettchen Tannenberg geb. Wallach (1882), Goldine Wallach geb. Rosenbaum (1889), Jonas Wallach (1892), Julius Wallach (1885), Sally Wallach (1884), Settchen Wolf geb. Rosenbaum (1874).        
     
     
   
 
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde       
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
  
25-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Stiefel (1930)    
Anmerkung: weitere Informationen zu Lehrer Benjamin Stiefel und Fotos siehe in der Website www.hassia-judaica.de unter Orte - Baumbach: Lebenswege Benjamin Stiefel und Söhne.   
Benjamin Stiefel ist am 15. Juni 1872 in Abterode als Sohn von Joseph Stiefel (geb. 10. Mai 1845 in Abterode) und seiner Frau Friederike geb. Freudenberg (geb. 6. Oktober 1842 in Nentershausen) geboren. Die Familie verzog ca. 1890 nach Kassel, wo Joseph Stiefel am 16. November 1899 starb; zum Tod von Friederike Stiefel geb. Freudenberg siehe Todesanzeige unten. Nach dem Besuch des jüdischen Lehrerseminars in Kassel war Benjamin Stiefel seit 1892 Lehrer in Werther (Westfalen).
Benjamin Stiefel war seit 14. November 1905 verheiratet mit Jettchen geb. Katzenstein, die am 14. November 1883 als Tochter von Bonnevid Katzenstein und seiner Frau Minna geb. Ronsheim in Abterode geboren ist.    
Lehrer Benjamin Stiefel wurde am 1. Januar 1933 in den Ruhestand versetzt. Er zog mit seiner Frau Jettchen einige Zeit später nach Kassel. 1941 gelang der Familie die Flucht über Spanien in die USA.     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 30. Mai 1930: "Baumbach. Am 1. Juni dieses Jahres kann Herr Lehrer Stiefel sein 25-jähriges Ortsjubiläum in seiner Gemeinde begehen. Obwohl es nicht im Sinne des Jubilars liegt, wenn wir darüber berichten, so können wir doch an einem solchen Tage nicht achtlos vorübergehen, genießt er doch in seiner Gemeinde, wie auch in anderen Kreisen unseres Ortes wegen seiner Tüchtigkeit im Lehramt und seines zuvorkommenden Wesens größte Sympathie und Wertschätzung. Den vielen Wünschen, die ihm an diesem Tage zugehen, schließen auch wir uns an. Möge es ihm vergönnt sein, weiter in alter Frische zum Wohle seiner Mitmenschen zu wirken."              

       
Lehrer Benjamin Stiefel und Frau danken für die Aufmerksamkeiten zur Silberhochzeit (1930)     

Anzeige in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 12. Dezember 1930: 
"Für die uns zu unserer Silberhochzeit in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. 
Lehrer B. Stiefel und Frau. Baumbach."            

   
Todesanzeige für Friederike Stiefel geb. Freudenberg (1931 in Kassel)   
Anmerkung: es handelt sich um die Mutter von Lehrer Benjamin Stiefel; sie lebte zuletzt in der Hohenthorstraße 8 in Kassel. Ein Foto von ihr siehe bei www.hassia-judaica.de (Projekt Benjamin Stiefel).           

Anzeige in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 16. Januar 1931: 
"Heute morgen entschließ sanft nach kurzem Leiden im gesegneten Alter von 88 Jahren unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante  
Witwe Friederike Stiefel geb. Freudenberg
  
Kassel und Baumbach
, den 15. Januar 1931  Grüner Weg 14. 
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Sonntag, vorm. 10 1/2 Uhr, von der Halle des israelitischen Friedhofes (sc. in Kassel) aus statt. Kranzspenden dankend verbeten."           


Anzeige zum Tod von Lehrer Benjamin Stiefel (1945)   

Baumbach Aufbau 09031945.jpg (49219 Byte)Todesanzeige für Benjamin Stiefel in der amerikanisch-jüdischen Zeitschrift "Aufbau" vom 9. März 1945: 
"Am 1. März 1945 verschied im 73. Lebensjahr nach langem Leiden mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel 
Benjamin Stiefel (früher Lehrer in Baumbach, Kassel) 
In tiefer Trauer: 
Henriette Stiefel geb. Katzenstein

Bruno Stiefel und Frau Frida geb. Katzenstein. 
Fritz Hamburger und Frau Alice geb. Stiefel. 
Joseph Stiefel und Frau   Stockholz. Cpl. 
Herbert Stiefel., U.S. Army. 
Julius J. Stiefel und Frau Flora geb. Hess, Leicester England 
und 3 Enkelkinder. 
529 W. 179th St., New York 33."    

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Goldene Hochzeit von Moses Neuhaus II und seiner Frau (1914)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. März 1914:  "Am 11. März begingen in voller körperlicher und geistiger Frische die Eheleute Moses Neuhaus II und Frau in Baumbach das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar wurde durch viele Geschenke und Telegramme von nah und fern erfreut. Auch aus dem Zivilkabinett des Kaisers ging ein Glückwunschschreiben und eine Gratifikation ein."      

     
83. Geburtstag von Kriegsveteran Samuel Wallach (1928)        

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 3. August 1928: "Baumbach. Am 8. August feiert der Kriegsveteran Samuel Wallach - Baumbach seinen 83-jährigen Geburtstag. Derselbe hat den Krieg 1870/71 mitgemacht und erfreut sich noch heute geistiger und körperlicher Gesundheit. Möge ihm noch ein langer freudiger Lebensabend beschieden sein."             
 
Baumbach Israelit 16081928a.jpg (21521 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. August 1928: "Rotenburg, 14. August (1928). Seinen 83. Geburtstag beging der Kriegsveteran Samuel Wallach im nahen Baumbach in größter Frische des Geistes und Körpers. Er ist Kriegsveteran von 1870-71."  

 
Goldene Hochzeit von Moses Neuhaus II und Jettchen geb. Blach (1928)  

Baumbach Israelit 16081928.jpg (18519 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. August 1928: "Rotenburg, 14. August (1928). Heute begehen Moses Neuhaus II und Ehefrau Jettchen geb. Blach im nahen Baumbach ihre goldene Hochzeit in bester Rüstigkeit."   
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 10. August 1928: "Baumbach. Am 14. August dieses Jahres feiern Herr Moses Neuhaus II und Frau Jettchen geb. Blach zu Baumbach, Bezirk Kassel, im Kreise ihrer Kinder und Kinderkinder das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich vollständiger geistiger und körperlicher Frische und nimmt noch regen Anteil an geschäftlichen sowie auch sonstigen Angelegenheiten. Es genießt große Achtung sowohl als auch allgemeine Beliebtheit bei Juden und Nichtjuden. Möge es ihnen vergönnt sein, in voller Gesundheit und Rüstigkeit das Fest der diamantenen Hochzeit zu begehen. D.N."    

      
Zur Erinnerung an den 1857 in Baumbach geborenen  Lehrer Siegmund Rosenbaum (gestorben 1926)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Hessen und Waldeck" vom 4. November 1927: "Dem Andenken Siegmund Rosenbaums! 
Zum ersten Male jährt sich der Todestag des Lehrers Siegmund Rosenbaum in Zierenberg. Es drängt mich, dem einstigen Freund und Kollegen zu seinem Jahrzeitstage einige Worte des Gedenkens zu sprechen: Rosenbaum war am 5. Juni 1857 in Baumbach (Kreis Rotenburg a.d. Fulda) geboren. Er besuchte drei Jahre die Lehrerbildungsanstalt in Kassel und trat mit 19 Jahren in den öffentlichen Volksschuldienst in Raboldshausen (Kreis Homberg), wo er vier Jahre amtierte. Alsdann wurde ihm die israelitische Lehrer- und Vorsängerstelle in Zierenberg übertragen. Dort hat er 46 Jahre zum Segen der Gemeinde, der Schule, der Stadt und des Judentums überhaupt gewirkt, 42 Jahre davon als Volksschullehrer. Als 1922 die öffentliche Schule ein Opfer des Abbaues wurde, blieb Rosenbaum weiter als Religionslehrer und Kultusbeamter in Zierenberg. Während des Krieges war Rosenbaum als Wanderlehrer im Kreise Hofgeismar und Wolfhagen tätig. Auch übte er in verschiedenen Orten die Schächtfunktion aus. 
Zwischen Gemeinden und ihm herrschte stets ein inniges, friedliches Verhältnis. 
Im Vereinsleben stand Rosenbaum auch stets in der vordersten Front. In den Versammlungen der israelitischen Lehrerkonferenz Hessens und der 'Freien Vereinigung' hat er durch Vorträge und regeste Beteiligung an den Diskussionen recht belehrend gewirkt. Auch großes Vertrauen genoss Rosenbaum bei seinen christlichen Amtsbrüdern und wahr jahrelang mit ihm Vorstand. 
Bei der schlichten Feier des 50-jährigen Amtsjubiläums kurz vor seinem Tode kam die Wertschätzung und Verehrung, deren sich Rosenbaum auch bei der vorgesetzten Behörde erfreute, zum Ausdruck. 
Einige Wochen später erlöste der Tod den nimmermüden, stets arbeitsamen 'Sämann' von seinem qualvollen Leiden. 
Groß war die Beteiligung bei der Beerdigung am Erew Schabbos Lech l'cho. Alle, die ihm die letzte Ehre erwiesen, trennten sich damals in dem Gedanken: Einer der Besten war aus unserer Mitte allzu früh genommen. Secher zaddik low'rocho (die Erinnerung an den Gerechten ist zum Segen). H. Löwenstein, Meimbressen."        

    
Hochzeit von Leopold Neuhaus und Paula geb. Wallach (1938)   

Aus den Familien-Nachrichten im "Jüdischen Gemeindeblatt Kassel" vom 1. Juli 1938: 
"Vermählung. Baumbach: Leopold Neuhaus mit Paula Wallach am 3.7.1938".  

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen      
Anzeige von Geisel Neuhaus I (1894)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Oktober 1894: "Mein Sohn sucht als Geselle bei einem Schuhmachermeister Stelle, wo Samstags und Feiertage geschlossen.  
Geisel Neuhaus I., Baumbach b. Rothenburg a. Fulda."     

  
Verlobungsanzeige von Paula Neuhaus und Martin Speier (1927)        

Anzeige in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 28. Oktober 1927: 
"Paula Neuhaus - Martin Speier
Verlobte. 
Baumbach (Bezirk Kassel)  -  Heldenbergen (Hessen)."            

   
Verlobungsanzeige von Selma Hamburger und Julius Neuhaus (1927)       

Anzeige in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 2. Dezember 1927: 
"Statt Karten! 
Selma Hamburger  -  Julius Neuhaus.  
Verlobte.   
Hörstein bei Aschaffenburg  -  Baumbach (Bezirk Kassel)  Dezember 1927"            

  
Frau S. Neuhaus dankt für die Aufmerksamkeiten zu ihrem 80. Geburtstag (1931)    

Anzeige in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 24. April 1931: 
"Für die mir anlässlich meines 80. Geburtstag erwiesenen Aufmerksamkeiten danke ich herzlichst. 
Frau S. Neuhaus. Baumbach, April 1931."           

  
  
  
Zur Geschichte der Synagoge          
    
Zunächst war vermutlich ein Betraum vorhanden. 
  
Um 1830 wurde eine jüdisches Gemeindezentrum erstellt. In ihm wurden die Synagoge, die Schule und die Lehrerwohnung sowie das rituelle Bad eingerichtet. Das Gebäude konnte an einer Straßenkurve der Lindengasse (dem früheren Dorfweg) erstellt werden. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein zweigeschossiges, schlichtes Fachwerkhaus auf einem Steinsockel. Die Synagoge befand sich in der östlichen Hälfte des Gebäudes. Eine dreiseitige Frauenempore war eingezogen. Platz hatten in der Synagoge (zuletzt) 40 Männer und 36 Frauen. In der westlichen Hälfte befand sich im Erdgeschoss die Lehrerwohnung, im Obergeschoss die Schulstube. Das rituelle Bad war ursprünglich in einem Anbau an der Südseite. Bei einer größeren Renovierung des Synagogengebäudes 1931 wurde in diesem Anbau die Küche der Lehrerwohnung eingerichtet und das rituelle Bad in ein kleines Häuschen am Vorplatz neben dem Eingang zur Synagoge verlegt. Die Wiedereinweihung des Gebäudes war am 28.  
 
Feier zur Renovierung des mit der Synagoge verbundenen Schulhauses (1931)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 4. Dezember 1931: "Baumbach (Kreis Rotenburg). Das schon lange baufällige Schulhaus der hiesigen israelitischen Gemeinde, mit dem die Synagoge verbunden ist, hat eine gründliche Renovierung erfahren. Nach vielen Bemühungen ist es dem Gemeindeältesten Josef Rosenbaum II gelungen, die nötigen Mittel bereitzustellen. Zur großen Freude unserer Gemeinde haben wir jetzt wieder ein sehr würdiges Gotteshaus. Am vergangenen Sonntag, 28. November, fand die Neuweihe desselben statt; mit ihr war die Einweihung der Gedenktafel für die Gefallenen verbunden. Die Feier wurde umrahmt von mehreren von Herrn Lehrer Stiefel eingeübten hebräischen Gesängen. Nach der Eingangsrede des Lehrers Stiefel, die bei allen Anwesenden den besten Eindruck hinterließ, zündete Herr Landrabbiner Dr. Walter zunächst das Ner tomid (Ewiges Licht) an, sprach dann über die Bedeutung des Gotteshauses, um dann die Weihe der Gedenktafel vorzunehmen. Darauf ergriff der hiesige Pfarrer Ziske das Wort. Er erwies sich als ein wahrer Prediger der Nächstenliebe. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit hat er früher bereits das Einigende unter den Konfessionen hervorzuheben gesucht. Kein Wunder, wenn er in seiner Rede in eindringlichster, herzlichster Weise immer wieder zum Frieden und zur Eintracht mahnte und jeden Hass verurteilte. Auch er wies auf die Opfer hin, welche die Juden im Weltkrieg gebracht hatten. Seine Ausführungen wirkten bei allen Anwesenden geradezu erhebend. Auf die sehr zahlreiche Zuhörerschaft - besonders aus christlichen Kreisen -, unter der sich die Ortsbehörde und der Kriegerverein befanden, machte die ganze Feier einen außerordentlich guten und nachhaltigen Eindruck. Sie wurde zu einem Kiddusch Haschem (Heiligung des Gottesnamens)."            

       
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die (Inneneinrichtung der) Synagoge nach vorliegenden Berichten zerstört. Nähere Details werden in den vorliegenden Darstellungen jedoch nicht angegeben.  
  
Spätestens nach 1945 wurde das ehemalige jüdische Gemeindezentrum zu einem Wohnhaus umgebaut. Es gab mehrere Besitzerwechsel. Insgesamt ist das Gebäude in sehr gutem und gepflegtem Zustand. Es steht unter Denkmalschutz.  Eine Hinweistafel ist angebracht.  t.   
  
  
Adresse/Standort der Synagoge:  Lindengasse    
 
 
Fotos
(Pläne: Thea Altaras s.Lit. 1988 S. 37; Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 7.4.2009)   

Pläne / Rekonstruktionen zur Synagoge 
in Baumbach nach Umbauplänen
 von 1930 von Thea Altaras
Baumbach Synagoge P010.jpg (28597 Byte) Baumbach Synagoge P013.jpg (71241 Byte)
  Lage des jüdischen Gemeindezentrums 
an der Straßenkurve der Lindengasse mit 
den Einrichtungen: 1) Synagoge, 2) Küche 
der Lehrerwohnung, ursprünglich Mikwe, 
3) neue Mikwe ab 1931, 4) Hof
Nordansicht der Synagoge (von der
 Lindengasse aus gesehen) mit Eingang für 
die Männer. Die Fenster links gehörten zur
 Synagoge (oben Empore), rechts zur
 Lehrerwohnung, im Obergeschoss Schulsaal.
     
  Baumbach Synagoge P011.jpg (44206 Byte) Baumbach Synagoge P012.jpg (41219 Byte)
  Grundriss des Erdgeschosses des
 Synagogengebäudes: F: Fraueneingang 
mit Treppenaufgang zur Empore; 
M: Männereingang mit Zugang über 
Flur zur Synagoge.
Querschnitt A-A im Bereich der Synagoge
 (vergleiche Grundriss links); erkennbar die
 Frauenempore; rechts Stufen des Eingangs 
für die Männer, links am Anbau die Tür 
mit dem Eingang für die Frauen
      
     
Das Gebäude des ehemaligen jüdischen Gemeindezentrums im Frühjahr 2009     
Baumbach Synagoge 175.jpg (68524 Byte) Baumbach Synagoge 174.jpg (85670 Byte) Baumbach Synagoge 177.jpg (66894 Byte)
Unterschiedliche Ansichten des ehemaligen Synagogen- und Schulgebäudes der jüdischen Gemeinde Baumbach, jetzt Wohnhaus  
      
Baumbach Synagoge 170.jpg (81328 Byte) Baumbach Synagoge 171.jpg (61632 Byte) Baumbach Synagoge 172.jpg (73199 Byte)
Hinweistafel: "Ehemalige Synagoge. Das Gebäude von 1830 ist Kulturdenkmal aufgrund 
seiner geschichtlichen Bedeutung als Synagoge. Es beinhaltete außer dem Synagogensaal 
mit dreiseitiger Empore auch die im Obergeschoss untergebrachte Schulstube und die
 Lehrerwohnung. Seit 1881 öffentliche israelitische Elementarschule, aufgehoben im Jahre 
1934 und später zum Wohnhaus umgebaut."
   
        

      
      
Links und Literatur

Links:     

Website der Gemeinde Alheim  
Seiten zur jüdischen Geschichte Baumbach auch bei www.hassia-judaica.de  
Seite zum jüdischen Friedhof in Baumbach (interner Link)    
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Baumbach 

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Baumbach 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Baumbach sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,56    Sterberegister der Juden von Baumbach  1825 - 1918   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289740       
HHStAW 365,57    Trauregister der Juden von Baumbach  1829 - 1914   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4971241       
HHStAW 365,58    Geburtsregister der Juden von Baumbach  1830 - 1930  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1900676      
    
Zu Iba sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,466  Trauregister der Juden von Iba  1827 - 1886; enthält auch Angaben zu Personen aus Baumbach, Ronshausen und Solz  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3926566   
HHStAW 365,465   Geburtsregister der Juden von Iba  1827 - 1889; enthält auch Angaben zu Personen aus Baumbach, Imshausen, Ronshausen und Solz    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289880    
HHStAW 365,467   Sterberegister der Juden von Iba  1828 - 1885; enthält auch Angaben zu Personen aus Imshausen, Ronshausen und Solz    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2719779      

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 55.  
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 37-38. 
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 42 (ohne neue Informationen)  
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 51.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 389-390. 

   
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Baumbach  Hesse-Nassau. The community, which had a synagogue (1830) and an elementary school (1860-1934), numbered 79 (14 % of the total) in 1895. The synagogue was burned down on Kristallnacht (9-10 November 1938). Thirteen of the 39 Jews (1933) emigrated; at least 11 others perished in the Holocaust.  
       
         

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge   

                   

 

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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 13. Mai 2016