Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Mengeringhausen mit Massenhausen (Stadt Bad Arolsen, Kreis Waldeck-Frankenberg)
und Vasbeck (Gemeinde Diemelsee, Kreis Waldeck-Frankenberg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
-  Allgemeines   
-  Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
-  Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
-  Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
-  Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
bulletZur Geschichte der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen   
bullet Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
bulletLinks und Literatur   

         

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version) 
   
In Mengeringhausen bestand eine jüdische Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Doch lebten vermutlich bereits im 16. Jahrhundert Juden in der Stadt, da für diese Zeit die Flurbezeichnung "Am (oder beim) Judenkirchhof" für ein Grundstück in der Nähe des Burgtores überliefert ist.
    
Im 18. Jahrhundert wurden Juden seit 1767 in der Stadt aufgenommen. 1760/70 lebte der Schutz- und Handelsjude Abraham Marcus (aus Arolsen) am Ort. 1769 kam der Schutzjude Esaias Abraham dazu, 1772 Moses Heinemann. An Stelle des 1799 verstorbenen Joseph Moses Neuburg kam Selig Meyer aus Volkmarsen nach Mengeringhausen.        
 
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1826 19 jüdische Einwohner, 1847 21, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vier bis fünf jüdische Familien, 1888 40, 1892 48 jüdische Einwohner (in zehn Familien), 1898 36 (in acht Haushaltungen, von insgesamt 1.377 Einwohnern), 1899 31 (in sieben Haushaltungen), 1900 21 (1,5 % von insgesamt 1.442 Einwohnern), 1905 33, 1910 24 (1,7 % von 1.400). 
Die jüdischen Familien lebten vom Handel mit Textilien, Düngemitteln, Früchten, Tierfellen und Kolonialwaren. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eröffneten mehrere von ihnen Läden und Handlungen am Ort: so hatte Jakob Schwerin ein vor 1900 gegründetes Geschäft mit Futter- und Düngemitteln, Manufakturwaren sowie Lebensmitteln. 
 
Zur jüdischen Gemeinde in Mengeringhausen gehörten auch die wenigen, zeitweise in Massenhausen (1885 sechs jüdische Einwohner, 1898 fünf jüdische Einwohner in einem Haushalt; von insgesamt 441 Einwohnern, ab 1900 liegen keine Zahlen mehr vor) und in Vasbeck (1885 fünf jüdischen Einwohner, 2 Familien, 1898/1903 sechs bzw. jüdische Einwohner in einem Haushalt; von insgesamt 440 Einwohnern).
 
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Religionsschule, zeitweise in den 1880er/1890er-Jahren Volksschule/Elementarschule; 1874 fünf schulpflichtige Kinder, 1876/1878 vier Kinder), ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein jüdischer Lehrer am Ort, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. die Ausschreibungen der Stelle unten). Von vermutlich bereits 1840 (Ausschreibung unten) bis 1873 wird Lehrer S. Heilbrunn (Heilbrun) genannt, der sich Ende der 1840er-Jahre für Reformen im gottesdienstlichen Leben der Gemeinde engagierte (siehe Bericht unten, weitere Nennungen von Lehrer Heilbrunn in Mengeringhausen u.a. in AZJ vom 3. März 1856 S. 19, AZJ vom 12. Mai 1856 S. 14, AZJ vom 18. Juni 1867 S. 23, AZJ vom 23. Februar 1869 S. 16, AZJ 14. Juni 1870 S. 18, AZJ 23. Januar 1872 S. 18). Um 1887/88 wird Lehrer M. Braunsberg in Mengeringhausen genannt (u.a. "Statist. Jahrbuch" 1887 S. 32, AZJ vom 22. Dezember 1887 S. 816 Anzeige des Vereins "Achawa"), um 1892/95 Lehrer L. Strauß (unterrichtete 1892 neben den damals neun Kindern in Mengeringhausen auch vier Kinder in Bad Arolsen), um 1897 Lehrer D. Baum (1897 neun Kinder in Mengeringhausen, vier in Arolsen, 1898 vier in M. und elf in A.), um 1900 Gustav Krohn (unterrichtet 1899 fünf Kinder in M. und vier in A.), um 1905 Lehrer Leopold. Spätestens ab 1912 war der Wohnsitz des Lehrers für die beiden Gemeinden in Arolsen. Der nach 1912 in Arolsen und Mengeringhausen tätige Lehrer Leo Stein (siehe auf Seite zu Arolsen) ist im Ersten Weltkrieg gefallen. 
  
Die Gemeinde gehörte zum Provinzialrabbinat Oberhessen mit Sitz in Marburg.    
 
Als Gemeindevorsteher werden u.a. genannt: um 1840 M. Emanuel, um 1873 J. Meyer (Mayer), Louis Emanuel; um 1876 G. Emanuel und J. Meyer; um 1888 G. Emanuel, J. Schwerin; um 1898 J. Schwerin und Nußbaum.
  
Die jüdischen Familien waren im Leben der Stadt und im Vereinsleben weitestgehend integriert. Der bereits genannte Jakob Schwerin (Kriegsteilnehmer von 1870-1871) war viele Jahre (bis zum seinem Tod 1913) Vorsitzender des Kreis-Kriegervereins; seine Frau betätigte sich aktiv im Roten Kreuz. Der Sohn Max Schwerin war einige Jahre Mitglied des Gemeinderates am Ort (gest. 1934). Beim sogenannten Freischießen, dem größten Heimatfest des Waldecker Landes, waren die Mitglieder der jüdischen Gemeinde - bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts - stets zahlreich beteiligt.         
   
Um 1924, als zur Gemeinde 17 Personen gehörten (1,2 % von 1.506), waren die Gemeindevorsteher Hermann Schwerin und Josef Löwenstern. 1932 war Gemeindevorsteher Max Schwerin. Als Religionslehrer der im Schuljahr 1931/32 vier jüdischen Kinder der Gemeinde kam regelmäßig Lehrer Moritz Goldwein aus Korbach nach Mengeringhausen.          
    
1933 lebten noch 23 jüdische Personen in Mengeringhausen (in sieben Familien). In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Zwei Familien Schwerin verzogen 1936 nach Köln; die Familie Katz emigrierte in die USA. 1938 wurden noch acht jüdische Einwohner gezählt. Das Manufaktur- und Tabakwarengeschäft von Menko Löwenstern, das seit seinem Tod (vor 1930) von der Tochter Erna und ihrem Mann Julius Löwengrund (aus Rimbeck bei Warburg) betrieben wurde, wurde beim Novemberpogrom 1938 durch Nationalsozialisten überfallen und verwüstet. Das Ehepaar Löwengrund verzog mit dem 14-jährigen Sohn Heinz Werner nach Mülheim an der Ruhr, von wo sie deportiert wurden.   
    
Von den in Mengeringhausen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Salomon (Sally) Blumenthal (1873), Arnold Rolf Elsbacher (1931), Frieda Elsbacher geb. Lebensbaum (1898), Irmgard Elsbacher (1927), Betty Emanuel (1874), Carl Salomon Emanuel (1874, "Stolperstein" in Frankfurt, siehe unten), Hilda Hilda Löwenheim geb. Löwenstern (1894), Erna Löwengrund geb. Löwenstern (1893), Julius Löwengrund (1893), Heinz Werner Löwengrund (1924), Hilde (Hilda) Löwenheim geb. Löwenstern (1894), Else Oppenheim geb. Löwenstern (1900), Erna Schwerin (1892), Ernestine Schwerin geb. Rapp (1894), Frieda Schwerin (1890), Hermann Schwerin (1886), Ilse Schwerin (1921), Paul Salomon Schwerin (1886), Max Stern (1871, "Stolperstein" in Frankfurt, Westendstraße 29).  
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
    
   
Allgemeines     
Beitrag "Die Juden in Waldeck" (erschien 1929) 
Anmerkung: Beitrag zur Geschichte der Juden in Bad Arolsen, Bad Wildungen, Korbach, Landau, Mengeringhausen, Rhoden, Sachsenhausen, Züschen sowie Eimelrod und Höringhausen.     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 12. April 1929:  "Die Juden in Waldeck. (Zum Ende des ehemaligen Fürstentums). 
Wir entnehmen dem 'Israelitischen Familienblatt' nachstehenden interessanten Artikel: Am 1. April fand in Arolsen die feierliche Vereinigung des Freistaates Waldeck mit Preußen statt. Das kleine Ländchen wird ein Bestandteil der Provinz Hessen-Nassau. Waldeck zählt unter seinen 58.000 Einwohnern etwa 550 Juden. Aus dem Kreise der Waldecker Juden der weiteren Welt bekannt geworden ist der Dichter Heinrich Stieglitz. Seine Werke sind heute vergessen. Seine Frau Charlotte aber entriss seinen Namen der Vergessenheit. Um ihn der Schwermut seines Gemüts, das unter seiner dichterischen Schwäche litt, zu entreißen, und in der Hoffnung, dass ein starker Schmerz heilend und kräftigend auf sein Gemüt einwirken werde, gab sie sich den Freitod. Diese Tat, die das damalige 'Junge Deutschland' aufwählte, wurde von Gutzkow, dem Verfasser des 'Uriel Akosta', behandelt in seinem Roman: 'Walpurg, die Zweiflerin'.   
Die Anzahl der waldeckischen Juden hat sich seit der Freizügigkeit stetig verringert. Sie wanderten aus, da sie anderwärts bessere Verdienstmöglichkeiten hatten und nicht so sehr die Zurücksetzung merkten wie in diesem engen Bezirk, auch durch Bildungsmöglichkeiten entschädigt wurden. Das religiöse Leben war in Waldeck bis auf einige Ausnahmen nie sehr rege. In der Hauptstadt Arolsen konnte es sogar geschehen, dass vor hundert Jahren fast die ganze Gemeinde dem Taufwasser zum Opfer fiel. Die Nachkommen der damaligen Juden gehören heute zu den ersten Familien des Landes. Etwas regeres Leben blüht heute in den beiden Gemeinden Wildungen und Korbach, wo je ein Lehrer amtiert. Arolsen, Mengeringhausen, Rhoden und Sachsenhausen sind kleine Gemeinden, die infolge ihrer geringen Seelenzahl nur mit großer Mühe sabbatlichen Gottesdienst abhalten können. Religionsunterricht wird in diesen Gemeinden nicht erteilt; falsche Sparsamkeit lässt es nicht zu. Dieser Mangel an Verantwortungsgefühl ist wohl auch die Ursache, dass der Korbacher Jakob Wittgenstein bei seinem Tode 1890 sein gesamtes Vermögen von 600.000 Mark seiner Vaterstadt vermachte, aber der Synagogengemeinde nur einige tausend Mark, und ihr nicht einmal den geringsten Einfluss auf die Verwaltung des errichteten Altersheims gestattete. Auch von dieser Familie sind einige Glieder in der Welt, wenn auch getauft, zu Ansehen gelangt. Soll doch der erste Bundespräsident von Österreich, Hainisch, von dieser Familie abstammen. Ferner ist ein Wittgenstein der Begründer der österreichischen Erzindustrie. Ein anderer, namens Paul, war, trotzdem er nur den linken Arm hatte, ein so hervorragender Pianist, dass sogar Richard Strauß für ihn Partituren schrieb. In Sachsenhausen hat ein nach Amerika ausgewanderter Jude Bloch ein Schwesternheim errichtet, aber die jüdische Gemeinde übergangen. Welchen Segen hätten diese beiden Gemeinden mit diesen Legaten für alle Religionen stiften können!  
Die beiden Gemeinden Eimelrod und Höringhausen, die zu dem nunmehrigen preußischen Verwaltungsgebiet Waldeck kommen, gehörten bisher zu Hessen-Nassau. In beiden, besonders in letzterer,       
Arolsen JuedWZKassel 12041929b.jpg (204928 Byte) herrschte stets ein reges religiöses Leben. Beide bedürfen dringend der Hilfe, damit ihre Synagogen nicht ganz zerfallen. Eimelrod hat deshalb vom Landesverband einen sehr reichen Zuschuss erhalten. Weshalb Höringhausen nicht bedacht wurde, fragt sich dort jeder. Vielleicht hat der Landesverband doch noch ein Einsehen und hilft der Gemeinde.    
Über die Geschichte der Juden in Waldeck ist wenig bekannt. Die meisten Nachrichten schlummern noch zerstreut in den Archiven. In früheren Zeiten durften nur in den Orten Züschen und Landau Juden wohnen. Die Hauptstadt besteht erst seit zwei Jahrhunderten. Sie ist die Geburtsstadt des erwähnten Dichters Stieglitz, sowie der berühmten Ärzte Marcus und Stieglitz. Auch die Nachkommen des Marcus gehören heute dem Christentums an. In Korbach muss es schon früh Juden gegeben haben. Darauf weist der Name eines alten Adelsgeschlechts namens 'Judenhertzog'. 1480 erklärte das 'Freigericht unter der Windmühle' zu Korbach einen Juden zu Frankfurt, den Juden dieser Stadt und der Umgebung in die Acht. Sie sollten mit ihm 'weder essen noch trinken, weder mit ihm gehen noch stehen, weder mit ihm sprechen noch singen, nicht mit ihm kaufen noch verkaufen, wuchern oder suchen, keinerlei Verhandlungen mit ihm haben, weder heimlich noch offenbar, auch nicht mit ihm in die Schule, in die Synagoge oder Tempel, überhaupt nicht mit ihm in ein Haus gehen.' Ebenso tat der Freigraf zu Landau alle Juden zu Gelnhausen in die Acht, 'nach rechtem altem Herkommen der kaiserlichen freien heiligen und heimlichen Gerichte', weil sie ungehorsam gewesen wären.  
Auch früher schon waren die Juden mit den Femgerichten in Berührung gekommen. 1738 durften sie nur in Züschen, und etwas später auch in Arolsen wohnen. 1788 war aber der Widerstand gegen die Juden so stark geworden, dass der Fürst den Landständen versprechen musste, einem Juden nicht eher einen neuen Schutzbrief zu geben, bis die Judenschaft im Lande bis auf 20 ausgestorben sei. Auch der Judeneid kommt in dieser Zeit in Waldeck vor. Trotz aller Beschränkungen haben sich die Juden doch in anderen Orten Wohnrecht erhalten. An den Freiheitskriegen nahmen sie teil. Nachdem schon 1804 der Leibzoll aufgehoben war, folgte 1814 das sogenannte Organisationsedikt. In diesem wurden ihnen alle Rechte der übrigen Staatsbürger zugebilligt. Als sie aber in Korbach das Bürgerrecht verlangten, erhob sich seitens der Stadt und der Bürgerschaft ein heftiger Widerstand. Der Fürst Georg Heinrich, ein vorurteilsloser, gerecht denkender Herr, setzte aber ihre Aufnahme zu Bürgern durch. Dieser Fürst gab ihnen auch im Jahre 1834 das Judengesetz, das den etwas merkwürdig anmutenden Titel führt: 'Gesetz über die Gemeinheiten der Juden'. Es gilt auch heute noch, denn es war in Waldeck Regierungsgrundsatz, die Juden unbehelligt zu lassen, wenn auch sie von der Regierung nichts verlangten. Das Gesetz ist aber von Segen gewesen. Der Austritt aus der Gemeinde ist nur mit einem gleichzeitigen Austritt aus der Religion möglich. Sonst muss jeder Waldecker Jude einer Synagogengemeinde angehören. Ein Versuch der jüdischen Gemeinde Korbach, der Regierung die Lasten der Lehrerbesoldung aufzubürden, scheiterte, da die Regierung damals sogar mit militärischer Exekution drohte. Es ist daher den beiden Gemeinden nicht zu verdenken, wenn sie auf den Anschluss an Preußen allerlei Hoffnungen setzen und hoffen, dass die Lasten, die sie bisher allein getragen, etwas erleichtert werden. Mögen sie in ihren Hoffnungen nicht enttäuscht werden. Max Gottlieb."     

   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1840 / 1873 / 1874 / 1876 / 1877 / 1904 / 1912  

Anzeige in "Allgemeine Zeitung des Judentums" vom 22. Februar 1840: "Die kleine israelitische Gemeinde zu Mengeringhausen bei Arolsen im Fürstentum Waldeck sucht einen soliden Mann, der sich mit guten Zeugnissen legitimieren kann, als Lehrer und Vorsänger. Lusttragende wollen sich baldigst in portofreien Briefen an den Vorstand der Gemeinde — M. Emanuel — wenden."   
 
Anmerkung: zwischen den Ausschreibung 1840 und 1873 war der Lehrer S. Heilbrunn in Mengeringhausen tätig.   
 
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. März 1873: "Die Lehrer und Kantorstelle in hiesiger Gemeinde ist von Ostern dieses Jahres an zu besetzen. Hierauf Reflektierende wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse baldigst an unterzeichneten Vorstand wenden. Gehalt bei freier Wohnung und Heizung eventuell bis 300 Thaler. 
Mengeringhausen
in Waldeck, den 19. Februar 1873. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde Mengeringhausen. J. Meyer. Louis Emanuel."  
  
Mengeringhausen AZJ 12051874.jpg (49197 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. Mai 1874: "In der hiesigen jüdischen Gemeinde ist die Stelle des Religionslehrers und Vorbeters sofort zu besetzen. Gehalt nebst freier Wohnung und Heizung bis 250 Thaler jährlich. Bewerbungen um diese dienstlich sehr bequeme Stelle, da nur fünf schulpflichtige Kinder für jetzt zu unterrichten sind, nimmt entgegen der Vorstand Louis Emanuel. J. Mayer.  
Mengeringhausen
in Waldeck, den 1. Mai 1874".   
  
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Februar 1876: "Pro 1. April dieses Jahres ist die hiesige Lehrer- und Kantorstelle zu besetzen. Gehalt 750 Mark pro Jahr bei freier Wohnung mit Heizung nebst Bett und erforderlichen Möbeln. Da nur circa 4 schulpflichtige Kinder sind, der Dienst sehr leicht ist und viele freie Zeit übrig lässt, so ist ein lohnender Nebenerwerb sicher, wenn der betreffende Kandidat auch in Französisch, Englisch und Lateinisch Unterricht erteilen kann. Selbstgeschriebene Meldungen nimmt entgegen der jüdische Gemeindevorstand G. Emanuel. J. Meyer. 
Mengeringhausen
(Fürstentum Waldeck), den 9. Januar 1876".      
 
Mengeringhausen Israelit 10051876.jpg (74668 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Mai 1876: "Pro 1. Juli dieses Jahres ist die hiesige Lehrer- und Kantorstelle zu besetzen. Gehalt 750 Mark pro Jahr bei freier Wohnung mit Heizung nebst Bett und erforderlichen Möbeln. Da nur circa 4 schulpflichtige Kinder sind, der Dienst sehr leicht ist und viele freie Zeit übrig lässt, so ist ein lohnender Nebenerwerb sicher, wenn der betreffende Kandidat auch in Französisch, Englisch und Lateinisch Unterricht erteilen kann. Selbstgeschriebene Meldungen nimmt entgegen der jüdische Gemeindevorstand G. Emanuel. J. Meyer.  
Mengeringhausen
(Fürstentum Waldeck), den 7. Mai 1876."     
 
Mengeringhausen Israelit 10101877.jpg (82556 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Oktober 1877: "Die Stelle als Religionslehrer, Vorbeter und Schochet in unserer Gemeinde soll mit dem 1. Januar 1878 anderweitig durch einen verheirateten Mann besetzt werden. Jährliches Gehalt 900 Mark, eventuell bei gesteigerter Leistungsfähigkeit 1.000 Mark neben freier Wohnung. Der Nebenverdienst durch die Schechitah wird 150 Mark bringen. Der Dienst ist sehr leicht, da die Gemeinde klein ist und nur ungefähr 4 schulpflichtige Kinder da sind. Selbstgeschriebene Meldungen, unter Einreichung betr. Zeugnisse und kurzer Berichterstattung des Lebenslaufs, nimmt entgegen
der jüdische Gemeindevorstand G. Emanuel. J. Meyer.  
Mengeringhausen
(Fürstentum Waldeck), den 3. Oktober 1877."        
   
Die Ausschreibung im Herbst 1904 erfolgte nach der Berufung von Lehrer Gustav Kron nach Westhofen (Elsass, siehe unten)   
Mengeringhausen FrfIsrFambl 09091904.jpg (16455 Byte)Ausschreibung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 9. September 1904: "Mengeringhausen (Waldeck). Religionslehrer, Vorbeter und Schächter. Einkommen 1.300 bis 1.400 Mark."      
 
Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 22. September 1904: "Durch die Berufung des seitherigen Lehrers an die Schule nach Westhofen (Elsass) ist die Stelle eines Kultusbeamten, Religionslehrers,  Vorbeters und Schochets
für die Gemeinden Arolsen und Mengeringhausen, welche 3 1/2 Kilometer von einander entfernt sind, sofort zu besetzen. Gehalt Pro Jahr 11—1200 Mark u. 150—200 Mark Nebeneinkommen.
Deutsche Staatsangehörige wollen ihre schriftlichen Bewerbungen u. Zeugnisabschriften franko an den Unterzeichneten Vorstand einsenden.
Mengeringhausen, Waldeck, 29. August 1904."   
 
Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 18. Juli 1912: "Bei der Kultusgemeinde Arolsen- Mengeringhausen (Waldeck) ist die Stelle als
Elementarlehrer und Vorbeter

mit dem Wohnsitze in Arolsen zum 1. Oktober dieses Jahres zu besetzen. Das Gehalt beträgt 1200 Mark Gelegenheit sich zum 2. Examen vorzubereiten ist geboten. Bewerbungen sind an den Vorstand in Arolsen zu richten."  

    
 Erfolgreiche zweite Dienstprüfung von Lehrer Gustav Crohn (Kron, Krohn) am Lehrerseminar in Kassel (1902, Lehrer in Mengeringhausen um 1899/1904)
           

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. November 1902: "Kassel, 2. November (1902). Am Donnerstag voriger Woche war am hiesigen israelitischen Lehrerseminar die zweite Prüfung beendet. Diese hatte in jeder Hinsicht ein gutes Ergebnis, denn alle sieben Lehrer, die sich prüfen ließen, bestanden. Es waren die Herren: Abt aus Gesecke in Westfalen, Crohn aus Mengeringhausen in Waldeck, Heilbronn aus Hora in Westfalen, Levi aus Salzkotten in Westfalen, Oppenheim aus Wehrda in Hessen, Pineas aus Frankfurt am Main, Plaut, Lehrer in Rybnik in Oberschlesien.
Das Königliche Provinzial-Schulkollegium in Kassel gestattet fast ohne Ausnahme Lehrern anderer Bezirke, hier die Prüfung abzulegen. In der schriftlichen Prüfung war den neueren Bestimmungen gemäß nur eine Arbeit zu schreiben. 'Haus und Schule' lautete das Thema. Lehrproben waren: 1) Belsazar; 2) Frau Hütt; 3) der Stechheber; 4) der Zahlenkreis über 1000 hinaus; 5) die Schulstäbe; 6) Knabe und Vogel; 7) Gustav Adolf - ein Lebensbild.  
Da sämtliche Lehrproben zur Zufriedenheit ausfielen, erhielt kein Kandidat eine zweite. Recht eingehend wurde mündlich geprüft, sowohl in Geschichte, Pädagogik, Psychologie, Didaktik und Methodik der einzelnen Fächer. Zum ersten Male hatten die jungen Lehrer nachzuweisen, in welchem Lieblingsfache sie sich fortgebildet und welches wissenschaftliche Werk sie beim Studium benutzt hatten. Zur Orientierung sei Folgendes erwähnt: 1) Geschichte des 19. Jahrhunderts, 2) Mathematische Geographie, 3) die zweite Blüteperiode in der deutschen Literatur, 4) die Elektrizität und so fort. Ein Gegenstand, der schon im Seminar eingehend behandelt wurde, z.B. 'ein Drama Schillers', wird als wissenschaftliche Fortbildung für nicht genügend angesehen. Auch diese Prüfung bewies, dass die Ausbildung jüdischer Lehrer keineswegs eine minderwertige ist und die Staatsbehörden werden sich wohl bald entschließen müssen, die jüdischen Seminare den christlichen gleichzustellen, da gleiche Pflichten, gleiche Rechte erfordern. Die Prüfungskommission bildeten folgende Herren: Provinzial-Schulrat Otto, Geheimer Regierungs- und Schulrat Sternkopf, Landrabbiner Dr. Prager, Seminardirektor Dr. Lazarus und Seminarlehrer Katz."          
 
Hinweis: während seines Militärdienstes in Arolsen war Gustav Kron um 1899/1905 in Mengeringhausen als Lehrer, Kantor und Schochet tätig (erstmals genannt im Nachtragsband zum "Statistischen Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" 1899 S. 49 - Nachtrag zu S. 123 im Hauptband).

   
Über das Schicksal des Lehrers Gustav Kron und seiner Frau Selma geb. Blumenkrohn      
(Fotos und Informationen aus einem Artikel zu Gustav Kron von Rolf Hocke, Waldkappel, Quelle) 

Fritzlar Kron 020.jpg (8201 Byte)Lehrer Gustav Kron (links Hochzeitsfoto während der Zeit in Harmuthsachsen 1921) ist 1878 in Wolfhagen geboren. Er ließ sich bis 1902 am Lehrerseminar in Kassel zum Lehrer und Kantor ausbilden. Während seines Militärdienstes in Arolsen war er zeitweise in der Gemeinde Mengeringhausen tätig, von 1905 bis 1914 war er Lehrer in Westhoffen im Elsass. 1914 bis 1916 nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Auf Grund einer schweren Erkrankung kam er 1916/17 nach Westhoffen zurück, seit 1917 war er zusätzlich Vorsänger in Balbronn. Im Februar 1919 kehrte er nach Hessen zurück. Kurzzeitig war er Lehrer im Momberg, danach von 1919 bis 1924 in Harmuthsachsen, seit 1924 Lehrer und Kantor in Fritzlar. Er war seit Januar 1921 verheiratet mit Selma geb. Blumenkrohn, Sohn des jüdischen Lehrers und Kantors Viktor Blumenkrohn in Spangenberg.   
Weitere Geschichte: Gustav Kron und seine Frau Selma geb. Blumenkrohn bemühten sich in der NS-Zeit vergeblich um eine Auswanderung. Die Familie mit dem 1922 in Harmuthsachsen geborenen Sohn Walter verzog spätestens im Oktober 1937 nach Hamburg; dabei war auch die in hohem Alter befindliche Mutter von Gustav Kron (Wohnung: Eppendorfer Baum 34). Walter Kron konnte noch mit einem Kindertransport in die USA gelangen. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde Gustav Kron einige Zeit im KZ Oranienburg festgehalten. Am 25. Oktober 1941 wurden Gustav und Selma Kron in das Ghetto Litzmannstadt deportiert; im Mai 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof (Chelmno), wo sie ermordet wurden.  
Für Gustav Kron und seine Frau Selma geb. Blumenkrohn wurden in Hamburg, Eppendorfer Baum 34 "Stolpersteine" verlegt, siehe Seite in der Website stolpersteine-hamburg.de. Zu Gustav Kron siehe auch  https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Kron und http://www.judaisme-alsalor.fr/histoire/rabbins/hazanim/kron.htm.  
Harmuthsachsen GKron 015.jpg (14171 Byte)  Links: Gustav Kron während der Zeit
 als Lehrer in Harmuthsachsen
   

   

    
     
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 

Reformen im gottesdienstlichen Leben (1848)  

Mengeringhausen AZJ 03011848.jpg (160527 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. Januar 1848: "Aus dem Fürstentum Waldeck, 20. Dezember (1848). Auch in unserem kleinen Fürstentum beginnt ein regeres Leben die Synagoge zu ergreifen. Seit zwei Jahren hat die Gemeinde zu Adorf Chorgesang eingeführt, überhaupt möglichst den Zeitforderungen genügt. Freilich erhob sich damals auch in Adorf der Ruf des Unwillens über den Chorgesang; aber wie schnell er sich eingewöhnt, ersieht man daraus, dass an den vergangenen hohen Festen sogar deutsche Choralgesänge, z.B. am Versöhnungsfeste das Lied von Stein 'o Tag des Herrn' mit Violinbegleitung vorgetragen wurden. So hat auch die Gemeinde zu Mengeringhausen auf Veranlassen ihres Lehrers Herrn Heilbrun den 3-jährigen Zyklus der Tora eingeführt, und bemüht sich derselbe durch allsabbatliche gottesdienstliche Vorträge das religiöse Bewusstsein umzugestalten und auf die Höhe der Gegenwart zu erheben. Mögen diesem Beispiele der beiden genannten Gemeinden die anderen bald nachfolgen, die Piutum durch die Predigt ersetzen, und hierzu geeignete Lehrer erwerben. Da diese im hiesigen Lande wenig Kinder zu unterrichten haben, so können sie ihre Muße am Besten hierauf verwenden, umso mehr, da für die Landleute nicht sowohl glänzende Reden, als einfache, schmucklose Sprache angemessen ist.   
Was die bürgerlichen Verhältnisse der Juden hier im Waldeck'schen betrifft, davon kann ich Ihnen noch nichts erhebliches mitteilen. Es genießt der jüdische Handwerker und Ökonom fast dieselben Reste wie sein christlicher Mitbruder; übrigens vermutet man jetzt allgemein, da vor Kurzem ein Seelenregister über die Juden im ganzen Lande aufgenommen worden ist, dass nunmehr die bürgerlichen Verhältnisse derselben bald verbessert werden sollen."     

 
Kleine Mitteilungen aus dem Gemeindeleben 

-  1927: Gemeindevortrag in Mengeringhausen von Dr. Marx aus Frankfurt am Main am 8. Februar 1927 über "Die Sorgen des deutschen Judentums". In: "Central-Vereins-Dienst" vom 30. Mai 1927 S. 52   Link 

     
     
Zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    
Zur Lebensgeschichte von Carl Salomon Emanuel (geb. 1874 in Mengeringhausen, ermordet 1943) 

Carl Salomon Emanuel ist am 21. September 1874 in Mengeringhausen geboren als Sohn von Louis Emanuel, Kaufmann in Mengeringhausen und seiner Frau Scheba genannt Lisette geb. Levi (Geburtsregister Mengeringhausen HHStAW 365,16 S. 141). Sein Vater war damals in den 1870er-Jahren Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Carl Salomon Emanuel studierte Medizin in Heidelberg wurde zum Facharzt für Augenheilkunde approbiert. 1903 kam er nach Frankfurt. Er konvertierte zur evangelisch-lutherischen Konfession. Er wohnte in der Goethestraße in Frankfurt und arbeitete als Belegarzt am Bethanienkrankenhaus. 1908 heiratete er die 1883 geborene Bertha geb. Bücking und zog in die Hochstraße. Am 21. Oktober 1911 wurde der gemeinsame Sohn Rainer geboren, der später selbst Medizin studierte und Facharzt für Allgemeinmedizin wurde. 1921 starb Bertha Emanuel. 1930 zog der Witwer mit seinem Sohn in den Gärtnerweg 12.
Carl Salomon Emanuel war inzwischen Chefarzt der ambulanten Augenstation des Bethanienkrankenhauses. 1933 durfte er wegen seiner jüdischen Herkunft im Krankenhaus keine Sprechstunden mehr abhalten und keine Operationen mehr vornehmen. 1938 wurde er gezwungen, seine Privatpraxis aufzugeben, in der er zuletzt nur noch jüdische Patienten behandeln durfte. Ab 1939 musste er zusätzlich den Vornamen 'Israel' führen. Am 6. Juni 1940 erkannte ihm die medizinische Fakultät der Universität Heidelberg den Doktortitel ab, mit der Begründung 'Dr. Emanuel ist unwürdig einen deutschen Doktortitel zu tragen'. Emanuel wurde mehrfach inhaftiert und im Juni 1943 gezwungen, in das Jüdische Altersheim im Hermesweg 7 überzusiedeln, eine sogenannte 'Gemeinschaftsunterkunft für Juden'. Emanuel wurde nicht deportiert. Er wurde am 19. August 1943 verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis Hammelsgasse verschleppt. Im Gewahrsam der Gestapo kam er am 14. Oktober 1943 zu Tode. Laut Sterbeurkunde starb er einen plötzlichen Herztod' infolge einer 'Herzmuskelentartung'.
In Frankfurt wurde im Gärtnerweg 12 für ihn ein "Stolperstein" verlegt.
Sein Sohn Dr. Rainer Emanuel, nach nationalsozialistischer Diktion ein 'Mischling 1. Grades', durfte den erlernten Beruf als Arzt nicht ausüben. Von März 1945 bis zur Befreiung musste er in Blankenburg Zwangsarbeit bei der Organisation Todt leisten. Nach dem Krieg praktizierte er einige Zeit in Frankfurt, wanderte aber schließlich nach Äthiopien aus und arbeitete an einem Hospital in Dessie.  
Quelle: https://frankfurt.de/frankfurt-entdecken-und-erleben/stadtportrait/stadtgeschichte/stolpersteine/stolpersteine-im-westend/familien/emanuel-carl   

     
Kleine Berichte/Mitteilungen zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 

-   1884: Max Emanuel (geb. 18. April 1870 in Mengeringhausen als Mendel Max, Sohn von Louis Emanuel und seiner Frau Scheba geb. Levi, Bruder zu Carl Salomon Emanuel s.o.; Geburtsregister Mengeringhausen HHStAW 365,16 S. 136) besuchte die Jacobson-Schule in Seesen am Herz von 1. April 1883 bis 29. Dezember 1884 (in "Bericht über die Jacobson-Schule zu Seesen am Harz" - Jahresbericht 1884/85 S. 27). 
Zu der bis heute bestehenden Schule: https://de.wikipedia.org/wiki/Jacobson-Gymnasium und https://www.jacobson-gymnasium.de/unsere-schulgeschichte.html  
-  1913: Todesanzeige für Jakob Schwerin, gest. im Alter von 67 Jahren in Mengeringhausen (in: "Neue jüdische Presse - Frankfurter Israelitisches Familienblatt" vom 1. August 1913 S. 5).  Weitere Informationen siehe unten. Jacob Schwerin ist am 29. Juli 1913 in Mengeringhausen gestorben. 
-  1938: Mitteilung in "Israelitisches Familienblatt" vom 14. Juli 1938: "Mengeringhausen (Waldeck). Gemeindeältester Hermann Schwerin verlässt demnächst seine Gemeinde, die nunmehr nur noch aus einer Familie besteht. Die Synagoge ist bereits verkauft." 

   
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige von H. Schwerin (1902) 
  
Anmerkung: es handelt sich sicher um Heinemann Schwerin (geb. 22. Juli 1843 in Mengeringhausen als Sohn von Michael (Heinemann) Schwerin und Johanna geb. Levy aus Rhoden; gest. 27. Juni 1906 in Mengeringhausen). Heinemann Schwerin war verheiratet mit Jettchen geb.? (1845-1904); die beiden hatten zwei Kinder: Paul (geb. 1886) und Moritz (geb. 1889, gest. 1929). Heinemann war Kaufmann für Getreide- und Futtermuttel. Er war um 1900 Mitglied des Gemeinderates von Mengeringhausen.   

Anzeige im "Frankfurter Israelitisches Familienblatt" vom 30. Oktober 1902: "Für Februar 1903 suche tüchtiges israelitisches
Fräulein

für meinen rituellen Haushalt, auch für Sonn- u. Feiertage geschlossenes Geschäft. Familienanschluss zugesichert. Offerten mit Gehalt und Zeugnissen erbeten.
H. Schwerin, Mengeringhausen."    

    
Anzeige der Gebr. Burg (1904)   

Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 14. Juli 1904: "Wir suchen per sofort ein
erfahrenes Fräulein

zur selbständigen Leitung eines Haushaltes, welches gleichzeitig auch etwas im Geschäft mit tätig sein kann. Offerten nebst Bild und Gehaltsansprüchen erbeten.
Gebr. Burg, Mengeringhausen, Waldeck."    

    
Anzeige von Jacob Schwerin, Manufaktur- und Produktengeschäft (1909) und seinen Söhnen (1913 bis 1928)  
Anmerkung: Jacob Schwerin (geb. 26. Januar 1847 in Mengeringhausen als Sohn von Michael (Heinemann) Schwerin und Johanna geb. Levy aus Rhoden; Bruder zu Heinemann Schwerin s.o.; gest. 29. Juli 1913 in Mengeringhausen). Jacob Schwerin war Kaufmann und gründete 1881 ein Geschäft für Futter- und Düngemittel, Manufakturwaren und Lebensmittel. Er war verheiratet in 1. Ehe seit 1881 mit Sara geb. Sternberg aus Horn in Westfalen, die jedoch bereits bei der Geburt ihrer Tochter Clara 1882 gestorben ist. In 2. Ehe war Jacob verheiratet mit Sophie geb. Sternberg (1863-1927), mit der er vier Kinder hatte: Max (gest. 1934), Hermann (), Otto (geb./gest. 1890), Johanna (). Jacob war in Mengeringhausen hoch angesehen, 1897 bis 1913 war er (als Kriegsteilnehmer 1870/71) Vorsteher des Kriegervereines des Kreises der Twiste.     

Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 25. November 1909: "Für mein Manufaktur- und Produktengeschäft suche per Anfang Januar einen tüchtigen
jungen Mann

(Israelit), welcher kleine Landtouren zu machen hat. Junge Leute im Alter von 22 bis 25 Jahren, welche ähnliche Stellungen innegehabt haben, wollen gefällige Offerten mit Bild u. Gehaltsansprüchen bei freier Station im Hause einreichen.
Jacob Schwerin, Mengeringhausen (
Waldeck)."    
 
Anmerkung: Jacob Schwerin hat sein Geschäft spätestens 1912 an seine Söhne weitergegeben. Er selbst starb 1913 (siehe oben).
Im "Israelitischen Familienblatt" vom 20. Februar 1913 S. 17 erschien eine Anzeige / Lehrlingssuche der Söhne mit folgendem Text:

"Lehrling mit guter Schulbildung für unser Manufaktur- und Getreide-Geschäft per 1. Mai dieses Jahres gesucht. Freie Station im Hause.
J. Schwerin Söhne, Mengeringhausen
(Waldeck)."  Link  
Eine weitere Anzeige / Lehrlingssuche steht in "Israelitisches Familienblatt" vom 11. Februar 1915 S. 7.
 Link.
Eine Anzeige / Suche nach einer tüchtigen Buchhalterin in "Israelitisches Familienblatt" vom 21. Oktober 1915 S. 7. 
Link  
 
Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 21. Juli 1921: "Wir suchen für sofort oder später einen tüchtigen
Verkäufer und Reisenden

zum Besuch unserer Landkundschaft. für eingeführte Touren.
J. Schwerin Söhne  Mengeringhausen (Waldeck)."   
In "Israelitisches Familienblatt" vom 19. Juni 1924 S. 6 erschien eine Anzeige von "J. Schwerin Söhne" - Suche nach einem "tüchtigen Herrn, der auch Landkundschaft zu besuchen hat..." Link; ähnliche Anzeige - Suche nach einem "tüchtigen Mann für unser Gemischtwaren-Geschäft" J. Schwerin Söhne... in "Israelitisches Familienblatt" vom 19. April 1928 S. 7  Link.  

  
Anzeige / Lehrlingssuche von J. Löwengrund, Herren- und Damen-Modewarengeschäft (1929)    
Anmerkung: Julius Löwengrund ist am 19. Juli 1893 in Rimbeck bei Warburg in Westfalen geboren. Er war seit 1920 verheiratet mit Erna geb. Löwenstern (Schwester von Edith Löwenstern, die mit Julius' Bruder Hermann Löwengrund verheiratet war). Julius und Erna waren Mitbesitzer des Geschäftes von Ernas Eltern. Es firmierte zunächst unter "Menko Löwenstern Witwe und Julius Löwengrund, zunächst ein Textilgeschäft, dann eine gutgehende Manufakturwarenhandlung. 1924 wurde Julius Löwengrund Alleininhaber. In diesem Jahr 1924 ist der Sohn Heinz Werner geboren. 1938 mussten das Geschäft zwangsweise verkauft werden. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Schaufenster eingeschlagen, die Auslagen geraubt. Ehepaar Löwengrund verzog mit dem Sohn Heinz Werner nach Mühlheim an der Ruhr. 1942 wurden alle drei nach Izbica deportiert und ermordet (für tot erklärt).  

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitung des "Central-Vereins") vom 25. Januar 1929: "Lehrling
gesucht.
Kost und Logis im Hause
J. Löwengrund,
Mengeringhausen (
Waldeck)
Herren- und Damen- Modewaren."   

      
     
     
Zur Geschichte der Synagoge             
   

Ein Betraum war seit Ende des 18. Jahrhunderts in einer gemieteten Stube auf der Burg vorhanden. 
   
In den 1840er-Jahren konnte die jüdische Gemeinde einen Betraum in einem angemieteten Haus (des Philipp Emde) in der Hinteren Straße 5 einrichten. In dem Haus befand sich der Betraum, die Lehrerwohnung und vermutlich auch ein Schulraum. In dieser Zeit war der Minjan (10 zum Gottesdienst notwendige jüdische Männer) vor allem durch die Teilnahme von Gottesdienstbesuchern aus Arolsen gesichert, da damals in Arolsen kein Betraum in Benutzung war. 
  
Um 1854 wurde die Synagoge in dem 1842 erbauten Haus Hintere Straße 20 eingerichtet. Das Gebäude war von vier Gemeindemitgliedern gekauft und an die israelitische Gemeinde zu gottesdienstlichen Zwecken verpachtet worden. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Fachwerkhaus in der Ortsmitte unterhalb der Dorfkirche. Der Betsaal lag im Erdgeschoss mit Eingang am süd-östlichen Giebel; die Frauenempore im Obergeschoss war durch den Treppenaufgang in der Mittelzone zu erreichen. 
  
Wie lange nach 1933 noch Gottesdienste in dem Gebäude abgehalten wurden, ist nicht bekannt. Im November 1937 kam das Gebäude durch Verkauf des letzten lebenden der drei Eigentümer - Hermann Schwerin - in den Besitz einer nichtjüdischen Familie, die es zur Wohnung und Schusterwerkstatt umbauen ließ. 
  
Im "Israelitischen Familienblatt" vom 14. Juli 1938 war als letzte Pressemitteilung in einer jüdischen Zeitschrift vor dem Novemberpogrom 1938 aus Mengeringhausen zu lesen: "Mengeringhausen (Waldeck). Gemeindeältester Hermann Schwerin verlässt demnächst seine Gemeinde, die nunmehr nur noch aus einer Familie besteht. Die Synagoge ist bereits verkauft."
 
1985
wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Es wird bis zur Gegenwart als Wohnhaus verwendet.  
    
   

Adresse/Standort der Beträume/Synagogen:   Betstube um 1800 in der Burg in der Mengeringhäuser Landstraße; danach Synagoge in der Hinteren Straße 5; von 1854 bis nach 1933 in der Hinteren Straße 20.  
   
   
Fotos: 
(Quelle: Altaras s.Lit. S. 1988 S. 68)      

Das Gebäude der 
ehemaligen Synagoge
Mengeringhausen Synagoge 170.jpg (71721 Byte)   
     Das Gebäude steht seit 1985 unter Denkmalschutz  
     

    

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

1980er-Jahre: Erinnerungsarbeit durch Schüler*innen der Christian-Rauch-Schule in Bad Arolsen    
Artikel im "Mitteilungsblatt der Alija Chadascha" des Irgûn ʿÔlê Merkaz Êrôpā vom November 1986 S. 7: "An der Christian-Rauch-Schule in Arolsen (Hessen-Waldeck) beschäftigt sich seit Frühjahr 1986 eine Arbeitsgruppe (bestehend aus 13 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 12 und einem Religionslehrer) damit, die Geschichte der Juden aus Arolsen, Mengeringhausen und Rhoden aufzuschreiben. Die Suche nach ehemaligen Mitbürgern gestaltet sich sehr schwierig, da offizielle Unterlagen nur wenig aufschlussreich sind. Die Arbeitsgruppe sucht daher den Kontakt zu jüdischen Familien, die Auskunft geben können über das Schicksal ehemaliger Mitbürger. Neben der Geschichte einzelner Familien interessieren besonders Dokumente (Fotos, Briefwechsel etc.), die die Verfolgung zur Zeit des Nazifaschismus in den genannten Orten deutlich macht. Wer über jüdisches Leben in Arolsen, Mengeringhausen und Rhoden Auskunft geben kann, wird gebeten, die Arbeit der jungen Historiker zu unterstützen. Bitte wenden Sie sich an Arbeitsgruppe 'Juden in Arolsen', Christian-Rauch-Schule, Grosse Allee 73, 3548 Arolsen, oder Studienrat Michael Winkelmann, an der Mauer 33, 3530 Warburg, West-Germany."    
 
Ab Ende 2026: Verlegung von Stolpersteinen in Arolsen, Helsen und Mengeringhausen 
Artikel von Elmar Schulten in der "Waldeckischen Landeszeitung" vom 24. Januar 2026: "50 Stolpersteine zur Erinnerung in Arolsen, Helsen und Mengeringhausen
Stolpersteine sollen demnächst auch in Arolsen an die ehemaligen jüdischen Mitbürger erinnern, die von den Nationalsozialisten vertreiben und ermordet wurden. Dafür setzen sich diese Schüler um Geschichtslehrerein Tina Römer ein. Die ersten drei von insgesamt 50 Stolpersteinen zum Gedenken an verfolgte und ermordete Juden werden in Bad Arolsen, Helsen und Mengeringhausen voraussichtlich im Dezember 2026 durch den Künstler Gunter Demnig verlegt werden.
Bad Arolsen – Das wurde bei einer Veranstaltung der Geschichtswerkstatt der Christian-Rauch-Schule in Zusammenarbeit mit der örtlichen Bezirksgruppe des Waldeckischen Geschichtsvereins erklärt. Es solle eine 'Gemeinschaftssache' werden, so Geschichtslehrerin und Vorstandsmitglied Tina Römer bei einer Präsentation zu dem Stolpersteine-Projekt in der 'Luisenmühle' Mengeringhausen. Es gehe nicht nur um die Vergangenheit , sondern um die Gegenwart, sagte Römer. Geplant seien 'Mahnmale in unserem Boden' , die zeigen sollen, dass die Bürger sich gegen Ausgrenzung und Verfolgung einsetzten.
Geeignete Stellen ausgesucht.
Auf ihre Präsentation bei der Magistratskommission für eine Sichtbarmachung der NS-Geschichte in Bad Arolsen hat die Geschichtswerkstatt aus diesem Gremium ein positives Echo erfahren. Zuvor wurde das Thema kontrovers erörtert und eher ablehnend behandelt. Es brauche eine breite Zustimmung, ohne die Stadt und die Anlieger gehe es nicht, betonte Römer. Doch nach der Vorstellung der Pläne der Geschichtswerkstatt steht nun ein grober Zeitplan. Die Verwirklichung ist nach längerer Diskussion schon in greifbarer Nähe. Bis April soll ein formeller Antrag an die Stadt gestellt werden und die neu gewählte Stadtverordnetenversammlung ein Votum abgeben. Laut Bürgermeister Marko Lambion seien schon die vorgesehenen Stellen in der Kernstadt Bad Arolsen (17 Stolpersteine), Mengeringhausen (24) und in Helsen (neun) geprüft worden.
An das Unrecht erinnern. Die Stolpersteine und die Verlegung sollen durch Spenden finanziert werden, der Geschichtsverein würde dies koordinieren. Hier können sich einzelne Personen, Vereine oder Kirchengemeinden engagieren. Dabei geht es primär um 6000 Euro für die 50 Stolpersteine, die aus einem Betonkern und einer Messingplatte bestehen. Der Künstler und Ideengeber für Stolpersteine Gunter Demnig hat bereits einen Termin für die ersten drei Stolpersteine für Dezember angeboten. Die übrigen Exemplare würden von seinem Team in öffentlichen Veranstaltungen verlegt. Demnig möchte mit den Stolpersteinen der nationalsozialistischen Massenvernichtung etwas entgegensetzen. Daher sollen die Steine einzeln und nicht in Masse eingesetzt zu werden, um der Person dahinter gerecht zu werden, wie Demnig auf seiner Webseite betont.
CRS-Schüler sehr engagiert. Die Stadt würde die Mahnmale in den Bürgersteigen übernehmen, so Stadtrat Dietmar Danapel. Verschiedene Gruppen, Parteien, Bürger und Vereine können sich um den Erhalt und die Pflege der goldglänzenden Steine kümmern. Durch solche Patenschaften sollen die Erinnerung und der mahnende Charakter der Steine lebendig erhalten werden. Bad Arolsen würde nach Bad Wildungen, Frankenberg und Battenberg die vierte Kommune in Waldeck-Frankenberg werden, in der Stolpersteine verlegt werden. Dass sie nun auch in Bad Arolsen platziert werden können, ist nicht zuletzt der Arbeit der CRS-Geschichtswerkstatt um Tina Römer, einem umfangreichen Werk des Geschichtsvereinsvorsitzenden Erhard Kraft über die Helser Juden und dessen Engagement auf dem Gebiet zu verdanken.
Ein bisschen spät dran. Die CRS-Arbeitsgemeinschaft hat intensive Recherchen angestellt und im Rahmen der beabsichtigten Sichtbarmachung der NS-Geschichte bereits Rundgänge durch Mengeringhausen und Bad Arolsen/Helsen organisiert sowie virtuelle Rundgänge für eine eigene Webseite gestaltet. Zudem wurde der jüdische Friedhof erkundet und die verfügbaren Daten im Internet bereitgestellt. Nun also sollen Stolpersteine in Gehwegen der alten Ortskerne das Gedenken anschaulich ergänzen. 'Das Thema liegt uns sehr am Herzen', betonten Sprecher der Geschichtswerkstatt. 'Es ist in der Kommission positiv aufgefasst worden', freuten sie sich. 'Lass’ es uns mal anfangen!', brachte es Kraft auf den Punkt. 'Wir sind ein bisschen spät dran', erklärte der Heimatforscher Prof. Martin Kipp. 'Im Waldecker Land und speziell in Arolsen gehen die Uhren anders', ergänzte er.
Wiederholung verhindern.
Unterstützung äußerte auch die Vorsitzende der Initiative Pro Bad Arolsen, Angela Dingel-Padberg. Das international bekannte Format des Gedenkens sei überzeugend und ergänze die Tafeln an historischen Gebäuden, die die Initiative bereits habe anbringen lassen. Sie räumte ein, dass das Thema auch auf Ablehnung in der Initiative gestoßen sei. Es gebe noch kein Denkmal in Bad Arolsen zur Erinnerung an die Verfolgung der Juden, betonte Tina Römer. Als erschreckend werde auch kommentiert, dass es noch nicht einmal ein Gedenken am ehemaligen KZ-Außenlager gebe. Sie verwies damit auf Erklärungen der früheren Direktorin der Arolsen Archives, Floriane Azoulay, die ein solches Denkmal und Stolpersteine in Arolsen vermisste. 'Wir sehen doch, was draußen passiert. Wir laufen Gefahr, dass so etwas wieder passiert', sagte der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bad Arolsen und Helsen, Timothée Liebig.
Forschungsgebiet Landau.
'Es ist höchste Zeit', sagte Kommissionsmitglied Ulrich von Nathusius. In dem Gremium habe es entschiedene Gegner gegeben. Juden könnten es als ungehörig empfinden, dass 'man auf Juden herumtrete' - so ein Argument von zwei inzwischen verstorbenen Mitgliedern. Von Nathusius räumte ein, dass auch Juden dies nicht gut fänden. Heimatforscher Christian Meuser wandte ein, dass auch Grabplatten in Kirchen problemlos betreten werden könnten. Schließlich informierte Stadtrat Dietmar Danapel über die in der Kommission erörterte Idee , den Kirchplatz in Arolsen als zentralen Ort für ein Denkmal auszuwählen und per QR-Code Informationen abrufbar zu machen. Der Stadtteil Landau biete sich als ehemaliger Standort jüdischen Lebens noch als Forschungsgebiet an', sagte Römer auf die Frage, warum dort keine Stolpersteine vorgesehen seien." 
Link zum Artikel   

    

     
Links und Literatur

Links:    

bulletWebsite der Bad Arolsen    
bulletWebsite des Förderkreises "Synagoge in Vöhl" e.V. mit Hinweisen zu Veröffentlichungen und Presseartikeln zur jüdischen Geschichte in Mengeringhausen  

Quellen:   

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Bad Arolsen mit umliegenden Orten: Helsen, Külte, Landau, Massenhausen, Mengeringhausen, Nieder-Waroldern, Rhoden, Vasbeck, Wrexen  
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Bad Arolsen sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,1      Gräberverzeichnis des jüdischen Friedhofs Arolsen (Helsen), aufgenommen von dem Lehrer Moritz Goldwein aus Korbach im Sommer 1938   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5319758 
enthält 108 hebräische und deutsche Grabinschriften sowie eine Skizze zur Lage des jüdischen Friedhofes. Darin auch eine hebräische Inschrift auf einem Toramäntelchen in Mengeringhausen.       
HHStAW 365,2      Personenstandsregister der Juden von Arolsen   1834 - 1842 (1857-1858)  Trauregister 1834 - 1840  Sterberegister 1834 - 1842 - enthält auch Helsen - sowie Geburtsverzeichnis der Kinder von den Eheleuten Carl Alsberg und Johanna geb. Baruch aus Arolsen 1857 - 1858  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1030569  
HHStAW 365,435   Personenstandsregister der Juden von Arolsen  1859 - 1866: enthält Geburts- und Sterberegister der Juden von Helsen, 1859 - 1866, Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Mengeringhausen, 1861 - 1866, Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Rhoden, 1859 - 1866, Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Landau, 1859 - 1866,  Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Arolsen, 1859 - 1866; Geburtsregister der Juden von Vasbeck, 1861, Geburtsregister der Juden von Helmighausen      https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4250801                  
HHStAW 365,15     Personenstandsregister der Juden von Arolsen  1859 - 1875: enthält Geburtsregister 1859 - 1875, Trauregister 1859 - 1875, Sterberegister 1859 - 1875  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289737       
HHStAW 365, 16    Personenstandsregister der Juden von Arolsen  1867 - 1875: enthält Geburts-, Trau- und Sterberegister, darin auch Helsen, Külte, Landau, Massenhausen, Mengeringhausen, Nieder-Waroldern, Rhoden, Wrexen  
 https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2126643             
    
Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Mengeringhausen 
Vorbemerkung wie oben              
Zu Mengeringhausen sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,615   Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Mengeringhausen  1834 - 1856;   enthält auch Angaben zu Helsen, Twiste und Vasbeck  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5493926        
HHStAW 365,616   Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Mengeringhausen  1859 - 1874    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1510959      

Literatur:  

bulletPaul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd.II S. 69-70.   
bulletThea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 68.   
bulletdies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 66.
bulletdies.: Neubearbeitung der beiden Bände. 2007 S. 184.    
bulletStudienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 208-210.   
bulletPinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 510.    
bulletMichael Winkelmann: "Auf einmal sind sie weggemacht". Lebensbilder Arolser Juden in 20. Jahrhundert. Hrsg. Gesamthochschule Kassel 1992.  

       
         


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Mengeringhausen (now part of Arolsen)  Hesse.  Established around 1800, this small Jewish community numbered 21 in 1847 and 1925. Most of the Jews left (some emigrating) before 1938.
     
       

                   
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Stand: 09. August 2026