Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bad Arolsen mit Stadtteil Helsen (Kreis Waldeck-Frankenberg)
Jüdische Geschichte / Synagogen/Beträume

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bullet Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
-  Allgemeines  
-  Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule 
-  Mitteilungen zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde 
-  Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
-  Die Familie Stieglitz in Arolsen 
bulletZur Geschichte der Synagogen/Beträume   
bulletFotos / Darstellungen   
bullet Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
bulletLinks und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)        
    
In dem früher zur Grafschaft, dann zum Fürstentum und schließlich zum ehemaligen Freistaat Waldeck gehörenden Bad Arolsen bestand eine jüdische Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück, als die Fürsten von Waldeck und Pyrmont in ihrer Residenzstadt Schutzjuden und sogenannte "Hofjuden" (Hoffaktoren, Hoflieferanten) aufgenommen haben. 
  
Um 1725
werden erstmals Juden in Arolsen genannt. Es handelte sich dabei insbesondere um die Familie des Marcus Juda, der in zweiter Ehe mit Julia geb. Stieglitz, Tochter des Levi Stieglitz aus Laasphe (heute Bad Laasphe, Kreis Siegen-Wittgenstein) in der damaligen Grafschaft Sayn-Wittgenstein verheiratet war. Um 1760 folgten zwei Brüder der Julia Stieglitz, Hirsch und Lazarus Stieglitz ihrer Schwester nach. Hirsch Stieglitz war mit Edel (Elisabeth) geb. Marcus verheiratet, sein Bruder Lazarus gleichfalls mit einer geb. Marcus. Die Familien erhielten Zollfreiheit und waren fortan als Hoffaktoren, Kammer- und Hofagenten für das Fürstenhaus tätig. Seit 1763 wohnten die beiden Familien mit ihren Gattinnen und insgesamt 10 Kindern mit Personal und Gesinde in dem Haus Schlossstraße 1 ("Haus Stieglitz", siehe Fotos).     
   
Im weiteren Verlauf des 18. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Familien zu: 1778 waren neun jüdische Familien in der Stadt, 1795 zehn Familien.   
    
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1847 11 jüdische Familien, 1880 69 jüdische Einwohner (2,8 % von insgesamt 2.477 Einwohnern), 1885: 49, 1900 38 (1,4 % von 2.734), 1905: 48, 1910 45 (1,6 % von 2.793). 
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Schule (Religionsschule), ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war - gemeinsam mit der Nachbargemeinde Mengeringhausen - ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Bis zu seinem Tod 1888 soll Lazarus Lebach (aus Adorf) in Arolsen unterrichtet haben. Um 1892/95 war Lehrer L. Strauß in Bad Arolsen und Mengeringhausen tätig; er unterrichtete 1892 neben den damals neun Kindern in Mengeringhausen auch vier Kinder in Bad Arolsen), um 1897 Lehrer D. Baum (1897 neun Kinder in Mengeringhausen, vier in Arolsen, 1898 vier in M. und elf in A.; um 1900 Gustav Krohn (unterrichtet 1899 fünf Kinder in M. und vier in A.), um 1905 Lehrer Leopold. Spätestens ab 1912 war der Wohnsitz des Lehrers für Arolsen und Mengeringhausen in Arolsen. In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg - vermutlich nach der Ausschreibung von 1912 siehe unten - war in der Gemeinde Leo Stein als Lehrer an der Religionsschule tätig. Er ist im Januar 1916 im Kriegseinsatz gefallen.   
 
Als Gemeindevorsteher werden u.a. genannt: ab 1901 bis 1930 Schafti Löwenstern (war auch ehrenamtlicher Vorbeter).
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde der schon genannte Lehrer Leo Stein (geb. 25.2.1889 in Kletzko, gef. 8.1.1916).  
   
Um 1924, als zur Gemeinde noch etwa 25 Personen gehörten (1,0 % von insgesamt 2.490 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Schafti Löwenstern (1. Vors., gest. 1930 siehe unten, Grab im jüdischen Friedhof), Hermann Schönstädt und Richard Schönstädt. Zur Gemeinde gehörten die fünf in Helsen lebenden jüdischen Personen. 1932 waren die Gemeindevorsteher S. Löwenstern (1. Vorsitzender) und Richard Schönstädt (2. Vorsitzender, gest. 1935, Grab im jüdischen Friedhof). Im Schuljahr 1931/32 gab es noch ein schulpflichtiges jüdisches Kind in der Gemeinde, das seinen Religionsunterricht durch Lehrer Moritz Goldwein aus Korbach erhielt.    
   
1932 lebten noch 26, 1933 noch 15 jüdische Personen in der Stadt. In den folgenden Jahren der NS-Zeit ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Letzter Gemeindevorsteher war Max Katz. Im Sommer 1938 wurde die jüdische Gemeinde aufgelöst. Im "Israelitischen Familienblatt" vom 21. Juli 1938 S. 18 war zu lesen: "Arolsen (Waldeck). Die hiesige Kultusgemeinde ist aufgelöst. Der seitherige Vorstand Max Katz verlegt seinen Wohnsitz nach Osnabrück".
   
Im November 1938 lebten noch fünf jüdische Personen in Arolsen: die 77-jährige Witwe Klara Schürmann (Fürstenallee 13), die 78-jährige Frieda Alsberg (Kaulbachstraße 12), die Geschwister Margarete, Frieda und Theodor Katz (Bahnhofstraße 29; 41, 39, bzw. 31 Jahre alt). Sie alle waren beim Novemberpogrom 1938 schutzlos den Angriffen der Arolser Nationalsozialisten und einer aufgeputschten Menschenmenge ausgesetzt. Die Manufakturwarenhandlung und die Wohnung der Geschwister Katz wurden verwüstet und geplündert. Frieda Alsberg zog 1939 nach Frankfurt (gest. 25.4.1940). Die Geschwister Katz konnten noch in die USA emigrieren. Klara Schürmann musste im Frühjahr 1939 ihr Haus verkaufen und wurde in die Wohnung von Frieda Alsberg einquartiert. Sie starb vermutlich im Zusammenhang der "Euthanasie"-Mordaktion im März 1941.   
   
Von den in Arolsen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Anna Bär (1875), Ella Bär geb. Schrotenberg (1879), Florentine David geb. Pfeiffer (1852), Max Holländer (1900), Ida Katz geb. Schartenberg (1873), Max Katz (1900), Friedrich Salomon Levell (1878), Rosalie (Rosa) Löwenstein (1866), Siegfried Löwenstein (1899), Rahel Reichhardt geb. Löwenstein (1875), Albert Schiff (1900), Julius Schönstädt (1904), Richard Schönstädt (1874), Clara (Klara) Schürmann geb. Katz (1861), Selma Simon geb. Katz (1894), Max Stein (1871), Martha Stern geb. Katz (1897). 
 
Aus Helsen sind umgekommen: Meta Berliner geb. Reinhard (1905), Meta Grünewald geb. Schönstädt (1889), Recha Schmucker geb. Schönstädt (1892), Meta Mathilde Schönstädt (1873), Sally Schönstädt (1869), Clara (Klara) Schürmann geb. Katz (1861), Albert Weitzenkorn (1876), Frieda (Frida) Weitzenkorn (1879)       
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
     
Allgemeines     
Beitrag "Die Juden in Waldeck" (erschien 1929) 
Anmerkung: Beitrag zur Geschichte der Juden in Bad Arolsen, Bad Wildungen, Korbach, Landau, Mengeringhausen, Rhoden, Sachsenhausen, Züschen sowie Eimelrod und Höringhausen. 
Der Beitrag wurde auch veröffentlicht in "Israelitisches Familienblatt" vom 11. April 1929 S. 14f.   

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 12. April 1929:  "Die Juden in Waldeck. (Zum Ende des ehemaligen Fürstentums). 
Wir entnehmen dem 'Israelitischen Familienblatt' nachstehenden interessanten Artikel: Am 1. April fand in Arolsen die feierliche Vereinigung des Freistaates Waldeck mit Preußen statt. Das kleine Ländchen wird ein Bestandteil der Provinz Hessen-Nassau. Waldeck zählt unter seinen 58.000 Einwohnern etwa 550 Juden. Aus dem Kreise der Waldecker Juden der weiteren Welt bekannt geworden ist der Dichter Heinrich Stieglitz. Seine Werke sind heute vergessen. Seine Frau Charlotte aber entriss seinen Namen der Vergessenheit. Um ihn der Schwermut seines Gemüts, das unter seiner dichterischen Schwäche litt, zu entreißen, und in der Hoffnung, dass ein starker Schmerz heilend und kräftigend auf sein Gemüt einwirken werde, gab sie sich den Freitod. Diese Tat, die das damalige 'Junge Deutschland' aufwählte, wurde von Gutzkow, dem Verfasser des 'Uriel Akosta', behandelt in seinem Roman: 'Walpurg, die Zweiflerin'.   
Die Anzahl der waldeckischen Juden hat sich seit der Freizügigkeit stetig verringert. Sie wanderten aus, da sie anderwärts bessere Verdienstmöglichkeiten hatten und nicht so sehr die Zurücksetzung merkten wie in diesem engen Bezirk, auch durch Bildungsmöglichkeiten entschädigt wurden. Das religiöse Leben war in Waldeck bis auf einige Ausnahmen nie sehr rege. In der Hauptstadt Arolsen konnte es sogar geschehen, dass vor hundert Jahren fast die ganze Gemeinde dem Taufwasser zum Opfer fiel. Die Nachkommen der damaligen Juden gehören heute zu den ersten Familien des Landes. Etwas regeres Leben blüht heute in den beiden Gemeinden Wildungen und Korbach, wo je ein Lehrer amtiert. Arolsen, Mengeringhausen, Rhoden und Sachsenhausen sind kleine Gemeinden, die infolge ihrer geringen Seelenzahl nur mit großer Mühe sabbatlichen Gottesdienst abhalten können. Religionsunterricht wird in diesen Gemeinden nicht erteilt; falsche Sparsamkeit lässt es nicht zu. Dieser Mangel an Verantwortungsgefühl ist wohl auch die Ursache, dass der Korbacher Jakob Wittgenstein bei seinem Tode 1890 sein gesamtes Vermögen von 600.000 Mark seiner Vaterstadt vermachte, aber der Synagogengemeinde nur einige tausend Mark, und ihr nicht einmal den geringsten Einfluss auf die Verwaltung des errichteten Altersheims gestattete. Auch von dieser Familie sind einige Glieder in der Welt, wenn auch getauft, zu Ansehen gelangt. Soll doch der erste Bundespräsident von Österreich, Hainisch, von dieser Familie abstammen. Ferner ist ein Wittgenstein der Begründer der österreichischen Erzindustrie. Ein anderer, namens Paul, war, trotzdem er nur den linken Arm hatte, ein so hervorragender Pianist, dass sogar Richard Strauß für ihn Partituren schrieb. In Sachsenhausen hat ein nach Amerika ausgewanderter Jude Bloch ein Schwesternheim errichtet, aber die jüdische Gemeinde übergangen. Welchen Segen hätten diese beiden Gemeinden mit diesen Legaten für alle Religionen stiften können!  
Die beiden Gemeinden Eimelrod und Höringhausen, die zu dem nunmehrigen preußischen Verwaltungsgebiet Waldeck kommen, gehörten bisher zu Hessen-Nassau. In beiden, besonders in letzterer,       
Arolsen JuedWZKassel 12041929b.jpg (204928 Byte)herrschte stets ein reges religiöses Leben. Beide bedürfen dringend der Hilfe, damit ihre Synagogen nicht ganz zerfallen. Eimelrod hat deshalb vom Landesverband einen sehr reichen Zuschuss erhalten. Weshalb Höringhausen nicht bedacht wurde, fragt sich dort jeder. Vielleicht hat der Landesverband doch noch ein Einsehen und hilft der Gemeinde.    
Über die Geschichte der Juden in Waldeck ist wenig bekannt. Die meisten Nachrichten schlummern noch zerstreut in den Archiven. In früheren Zeiten durften nur in den Orten Züschen und Landau Juden wohnen. Die Hauptstadt besteht erst seit zwei Jahrhunderten. Sie ist die Geburtsstadt des erwähnten Dichters Stieglitz, sowie der berühmten Ärzte Marcus und Stieglitz. Auch die Nachkommen des Marcus gehören heute dem Christentums an. In Korbach muss es schon früh Juden gegeben haben. Darauf weist der Name eines alten Adelsgeschlechts namens 'Judenhertzog'. 1480 erklärte das 'Freigericht unter der Windmühle' zu Korbach einen Juden zu Frankfurt, den Juden dieser Stadt und der Umgebung in die Acht. Sie sollten mit ihm 'weder essen noch trinken, weder mit ihm gehen noch stehen, weder mit ihm sprechen noch singen, nicht mit ihm kaufen noch verkaufen, wuchern oder suchen, keinerlei Verhandlungen mit ihm haben, weder heimlich noch offenbar, auch nicht mit ihm in die Schule, in die Synagoge oder Tempel, überhaupt nicht mit ihm in ein Haus gehen.' Ebenso tat der Freigraf zu Landau alle Juden zu Gelnhausen in die Acht, 'nach rechtem altem Herkommen der kaiserlichen freien heiligen und heimlichen Gerichte', weil sie ungehorsam gewesen wären.  
Auch früher schon waren die Juden mit den Femgerichten in Berührung gekommen. 1738 durften sie nur in Züschen, und etwas später auch in Arolsen wohnen. 1788 war aber der Widerstand gegen die Juden so stark geworden, dass der Fürst den Landständen versprechen musste, einem Juden nicht eher einen neuen Schutzbrief zu geben, bis die Judenschaft im Lande bis auf 20 ausgestorben sei. Auch der Judeneid kommt in dieser Zeit in Waldeck vor. Trotz aller Beschränkungen haben sich die Juden doch in anderen Orten Wohnrecht erhalten. An den Freiheitskriegen nahmen sie teil. Nachdem schon 1804 der Leibzoll aufgehoben war, folgte 1814 das sogenannte Organisationsedikt. In diesem wurden ihnen alle Rechte der übrigen Staatsbürger zugebilligt. Als sie aber in Korbach das Bürgerrecht verlangten, erhob sich seitens der Stadt und der Bürgerschaft ein heftiger Widerstand. Der Fürst Georg Heinrich, ein vorurteilsloser, gerecht denkender Herr, setzte aber ihre Aufnahme zu Bürgern durch. Dieser Fürst gab ihnen auch im Jahre 1834 das Judengesetz, das den etwas merkwürdig anmutenden Titel führt: 'Gesetz über die Gemeinheiten der Juden'. Es gilt auch heute noch, denn es war in Waldeck Regierungsgrundsatz, die Juden unbehelligt zu lassen, wenn auch sie von der Regierung nichts verlangten. Das Gesetz ist aber von Segen gewesen. Der Austritt aus der Gemeinde ist nur mit einem gleichzeitigen Austritt aus der Religion möglich. Sonst muss jeder Waldecker Jude einer Synagogengemeinde angehören. Ein Versuch der jüdischen Gemeinde Korbach, der Regierung die Lasten der Lehrerbesoldung aufzubürden, scheiterte, da die Regierung damals sogar mit militärischer Exekution drohte.  
Es ist daher den beiden Gemeinden nicht zu verdenken, wenn sie auf den Anschluss an Preußen allerlei Hoffnungen setzen und hoffen, dass die Lasten, die sie bisher allein getragen, etwas erleichtert werden. Mögen sie in ihren Hoffnungen nicht enttäuscht werden.  Max Gottlieb."      

    
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule 
    
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet - gemeinsam für Mengeringhausen und Bad Arolsen (1904 / 1912)  

Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 22. September 1904: "Durch die Berufung des seitherigen Lehrers an die Schule nach Westhofen (Elsass) ist die Stelle eines Kultusbeamten, Religionslehrers,  Vorbeters und Schochets
für die Gemeinden Arolsen und Mengeringhausen, welche 3 1/2 Kilometer von einander entfernt sind, sofort zu besetzen. Gehalt Pro Jahr 11—1200 Mark u. 150—200 Mark Nebeneinkommen.
Deutsche Staatsangehörige wollen ihre schriftlichen Bewerbungen u. Zeugnisabschriften franko an den Unterzeichneten Vorstand einsenden.
Mengeringhausen, Waldeck, 29. August 1904."   
 
Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 18. Juli 1912: "Bei der Kultusgemeinde Arolsen - Mengeringhausen (Waldeck) ist die Stelle als
Elementarlehrer und Vorbeter

mit dem Wohnsitze in Arolsen zum 1. Oktober dieses Jahres zu besetzen. Das Gehalt beträgt 1200 Mark Gelegenheit sich zum 2. Examen vorzubereiten ist geboten. Bewerbungen sind an den Vorstand in Arolsen zu richten."   
  
(Diese Ausschreibung auch in "Israelitisches Familienblatt" vom 25. Juli und 1. August 1912).

   
Zum Tod von Lehrer Leo Stein - gefallen im Kriegseinsatz 1916 (Bericht von 1920)           

Artikel im "Israelitischen Familienblatt" vom 29. Januar 1920: "(Waldeck.) Lehrer Leo Stein ans Arolsen, geboren am 25. Februar 1889 zu Kletzko, Kreis Gnesen, als Sohn des Gastwirts Jakob Stein. Seine Ausbildung erhielt er in der jüdischen Lehrerbildungsanstalt zu Berlin. Er wirkte als Lehrer an der jüdischen Volksschule zu Arolsen. Am 15. Februar 1915 ins Reserve-Infanterieregiment 234, 51. Reservedivision, eingetreten, rückte er anfangs Mai aus und war acht Monate im Felde. Er fiel am 8. Januar 1916 bei Ypern und liegt daselbst begraben."          

  
  
Zur Geschichte einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde      
Zum Tod von Schafti Löwenstern (1931)  
 
Anmerkung: Schafti Löwenstern (geb. am 14. März 1853 in Höringhausen, Schafti Sohn des Jizchak, gest. am 27. Dezember 1930) gehörte seit 1901 zum Vorstand der israelitischen Gemeinde, war bis zum Tod auch ehrenamtlicher Vorbeter und stiftete die letzte verwendete Torarolle. Seine Ehefrau war Lina geb. Baumgardt (Lea Tochter des David; geb. 14. November 1864, gest. 12. April 1916 in Arolsen).   
Grab mit Foto des Grabsteines: https://lagis.hessen.de/resolve/de/juf/3183  Grab von Lina geb. Baumgardt https://lagis.hessen.de/resolve/de/juf/3184  

Artikel in "Israelitisches Familienblatt" vom 8. Januar 1931: "Arolsen. Kürzlich trug man hier eine in allen Kreisen der Bevölkerung hoch geachtete Persönlichkeit, den Kaufmann Schafti Löwenstern zu Grabe, der im Alter von 78 Jahren gestorben ist. Jahrzehntelang bis zuletzt war er Vorsteher der jüdischen Gemeinde, der durch sein Hinscheiden die wertvollste Stütze genommen wurde." 

      
Kleine Mitteilungen zu einzelnen Personen    

-  1925: "In Arolsen starb plötzlich unser langjähriges Mitglied Jakob Katz, ein Mann von echter 'Wohltätigkeit und vorbildlicher Lebensführung. An seiner Beisetzung nahmen Angehörige aller Stände und Konfessionen teil. Der Kriegerverein legte einen Kranz am Grabe nieder. "  (Mitteilung in: "CV-Zeitung" vom 6. November 1925 S. 722).  
-  1926: Verlobungsanzeige für Irma Stessmann und Moritz Katz - Hallenberg in Westfalen / Guxhagen und Arolsen - Juli 1926 (in: "CV-Zeitung" vom 30. Juli 1926 S. 414). 
-  1927: Hochzeit von Moritz Katz von Arolsen mit Irma geb. Stessmann aus Hallenberg in Westfalen am 9. Januar 1927 (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 6. Januar 1927 S. 5).    
-  1928: Hochzeitsanzeige für Alfred Rothschild und Gretl geb. Löwenstein -  Weilburg / Arolsen. Trauung: Marburg a.d.Lahn, 15. Januar, Hotel Schloss (in "CV-Zeitung" - Zeitschrift des "Central-Vereins" vom 13. Januar 1928 S. 23; der Name des Hotels in der Anzeige ist kaum lesbar, vermutlich "Schloss"). 
-  1928: Silberne Hochzeit am 12. August 1928 in Arolsen von Richard Schönstädt und Regine geb. Rose (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 9. August 1928 S. 6) 
 
 
 
-  1934: Hochzeit von Adolf Stern aus Offenbach am Main mit Lilly (Silly) Stern geb. Reinhardt aus Helsen-Arolsen (in "Israelitisches Familienblatt" vom 5. April 1934 S. 6; die Verlobung der beiden wurde mitgeteilt in: "Israelitisches Familienblatt" vom 28. Dezember 1933).  

 
 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Anzeige von Willy Katz - Stellensuche für seine Tochter (1913)     
Anmerkung: Willy Katz (bzw. Wolf Willy Katz) ist am 25. Juni 1861 in Hatzbach (oder Massenhausen) geboren. Er war seit 1896 verheiratet mit Sara geb. Katz (geb. 24. März 1869 in Mandern), mit der er zusammen ein Viehgeschäft betrieb. Dieses war zunächst in Arolsen in der Bahnhofstraße (im späteren Haus des Friseurs Thamm), danach im Haus des Bäckers von der Emde, und anschließend im Eckhaus Kaulbachstraße 1/Große Allee. Willy und Sara Katz hatten drei in Arolsen geborene Kinder: Margarete (geb. 21. Oktober 1897 - 24. August 1966 New York), Frieda (geb. 13. April 1899 - 15. Januar 1973 New York), Theodor (geb. 23. Juni 1907 - ? New York). Willy Katz starb am 18. April 1919 in Bad Arolsen, seine Frau Sara am 19. Oktober 1936 ebd.
Links: https://gedenkbuch.saarbruecken.de/gedenkbuch/personen_detailseite/person-4980  Gräber mit Foto des Grabsteines:  https://lagis.hessen.de/resolve/de/juf/3179    

Anzeige in: "Israelitisches Familienblatt" vom 6. Februar 1913: "Suche für meine Tochter, 15 Jahre
Lehrstelle

zur Erlernung der Putzbranche, bei freier Station, wenn möglich Samstag geschlossen.
Willy Katz    Arolsen
(Waldeck)."   

   
Anzeige von H. Schönstädt in Helsen (1916)  
Anmerkung: Hermann Schönstädt ist am 29. April 1858 in Landau geboren. Er kam mit seinen Eltern Koppel Schönstädt und Helene geb. Löwenstein, die aus Rhoden stammte, Anfang der 1870er Jahre zunächst nach Arolsen. 1883 heiratete er Johanna geb. Joseph aus Helsen, die am 5. Januar 1861 in Helsen geboren und bereits am 18. Oktober 1904 (Grabsteindokumentation von M. Goldwein 1938, HHStAW 365,1 S. 26) oder am 7. Oktober 1907 (nach Grabstein) in Arolsen gestorben ist. Hermann Schönstädt betrieb seit 1901 in Helsen ein kleines Kolonialwarengeschäft (Zum Kleeberg 7, 1937 zwangsweise geschlossen).
Hermann und Johanna Schönstädt  hatten sechs Kinder:  Erna (geb. 7. März 1890 in Helsen, gest. 13. Oktober 1971 in Helsen, seit 1920 verheiratet mit Franz Wilhelm Voigt (aus Kassel, evangelisch), Erna ist 1937 nach dem Tod ihre Ehemannes mit ihren drei Kindern (Margarete 1920 - 1963, Hans 1920 - im 2. Weltkrieg vermisst, Rosemarie 1925 -) zurück nach Arolsen gekommen); Recha (geb. 18. Februar 1892 in Helsen, verheiratet mit Arthur Moritz Schmuckler, wohnhaft in Köln, Tochter Hanna emigrierte nach Schweden und überlebte; 1942 wurde Recha deportiert in das Ghetto Theresienstadt, 1944 Vernichtungslager Auschwitz, ermordet); Meta (geb. 14. Januar 1889, verheiratet mit Rabbi Salomon Grünewald in Beuthen, 1942 wurden beide deportiert ab Gleiwitz in das Vernichtungslager Auschwitz, ermordet; ihre drei Kinder kamen mit Kindertransport nach England); Julius (geb. 11. Mai 1904; verheiratet mit Irmgard geb. Madelong aus Bernburg, geb. 1906; Familie wohnte 1929 in Pömbsen, ab 1930 in Emmerich und zuletzt ab 1937 in Bernburg; im Februar 1942 wurden Julius, seine Frau und seine 1934 Tochter Regina in das Ghetto Warschau deportiert, Schicksal unbekannt, Stolpersteine für alle drei https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Emmerich_am_Rhein, Stolperstein für Regina auch in Bernberg (Saale); Gottfried (1919 nach Philadelphia ausgewandert), Richard (1919 nach Philadelphia ausgewandert).
Hermann Schönstädt starb am 24. November 1941 (Grabstein schwer lesbar). Er war der letzte, der im Arolser jüdischen Friedhof bestattet wurde. Die Beerdigung geschah im Morgengrauen, ohne Trauergäste mit Ausnahme zweier Töchter und eines Schwiegersohnes. Da der Beerdigungsunternehmer sich geweigert hatte, einen Wagen zur Verfügung zu stellen, wurde der Leichnam mit einem Kuhwagen zum Friedhof gebracht. 
Gräber: Hermann Schönstädt: https://lagis.hessen.de/resolve/de/juf/3185 bzw. http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=ar1-108 
Johanna Schönstädt:  https://grabsteine.genealogy.net/tomb.php?cem=6756&tomb=78  bzw. http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=ar1-89 

Anzeige in: "Israelitisches Familienblatt" vom 2. März 1916: "Für meinen kleinen Haushalt, 2 Personen (Vater u. Tochter) wird ein
fleißiges, ordnungsliebendes Mädchen

(freie Jüdin) gesucht, welche im Haushalt mithilft und Gartenarbeit versteht. Der Eintritt kann sofort erfolgen. Auf Wunsch and) Familienanschluss, Gehaltsansprüche und Zeugnisse, wenn möglich auch Bild, einzusenden an
H. Schönstädt, Helsen in Waldeck
, von Bahnstation Arolsen 10 Minuten."     

 
Anzeige von R. Löwenstein, Manufaktur- und Modewarengeschäft (1919)   

Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 13. November 1919: "Tüchtige Verkäuferin
für sofort oder später gesucht, bei freier Station.
R. Löwenstein, Arolsen, Manufaktur und Modewaren
."   

       
      

Die Familie Stieglitz in Arolsen  

Nachfolgende einige Hinweise auf Personen aus der hoch bedeutenden Familie Stieglitz
- genannt werden nur die erste und zweite Nachfahrengeneration d.h. Levi Stieglitz mit Kindern und Enkelkindern; zu weiteren Informationen siehe das Buch von Olga Stieglitz s.Lit., das im Museum Bad Arolsen erworben werden kann):                
    
Levi Stieglitz
(verh. mit Rosa geb. Dietz), der Vater von Julia, Hirsch und Lazarus Stieglitz, war Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Laasphe (heute Bad Laasphe, Kreis Siegen-Wittgenstein), wo er auch bis 1773 geblieben ist. Danach ist er, möglicherweise nach dem Tod seiner Frau Rosa geb. Dietz, zu den Söhnen nach Arolsen gezogen, wo er nach relativ kurzer Zeit starb. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof beigesetzt.  
 
Julia Stieglitz war verheiratet mit dem Witwer Marcus Juda. Dieser war Vater (aus seinen beiden Ehen) von insgesamt sieben Töchtern und sieben Söhnen. 
   
Hirsch Stieglitz
(geb. in Laasphe, verheiratet mit Edel [Elisabeth] geb. Marcus; seit 1763 in Arolsen, wo er als Hofagent tätig war, gest. 1798 in Arolsen) hatte vier Kinder: 

bulletEsther (Juliane) Stieglitz: geb. ca. 1760 in Arolsen, gest. 1834 in Bamberg; war in 1. Ehe in St. Petersburg verheiratet mit Nathan Marc; in 2. Ehe mit Stephan Freiherr von Stengel.  
bulletRachel (Rosalie) Stieglitz: geb. 1762 in Arolsen, gest. 1841 in Bamberg; war verh. mit Jacob Marc (geb. 1745 in Arolsen, gest. um 1821 in New York).
bulletJoseph Stieglitz: geb. kurz vor 1767 in Arolsen; Todesdatum, Ehe bzw. Kinder nicht bekannt: war später (mit Philipp Mark) Mitbesitzer der Firma "Mark & Sterlitz" in New York. 
bulletJacob Friedrich Stieglitz:  geb. 1769 in Arolsen, gest. 1832 in Arolsen; war fürstlich waldeckischer Hofagent und Kaufmann; verh. mit Friederike geb. Meyer (Kinder: Heinrich Wilhelm August Stieglitz [1801 - 1849, später als Bibliothekar, Gymnasiallehrer und Dichter in Berlin] und Emilie Clementine Amalie Stieglitz [1803 - etwa 1864, verh. Buhl]).    

Lazarus Stieglitz (geb. in Laasphe, verheiratet mit Friederike geb. Marcus; seit 1767 in Arolsen, wo er als Hofagent tätig war, gest. vor 1792) hatte sechs Kinder:

bulletJohann Stieglitz (geb. 1767 in Arolsen als Israel Stieglitz, gest. 1840 in Hannover): besuchte das Gymnasium in Gotha, studierte zunächst Philosophie in Berlin, ab 1786 Medizin in Göttingen und lebte ab 1789 als Arzt in Hannover. Er war befreundet mit Wilhelm von Humboldt. Seit seiner Taufe 1800 hieß er Johann (auch Johannes) Stieglitz. 1802 wurde er Hofmedikus, 1806 erster Leibmedikus, 1820 Hofrat, 1832 Obermedizinalrat und Direktor des Obermedizinalkollegiums in Hannover.     Wikipedia-Artikel  
bulletNikolai Stieglitz (geb. 1770 oder 1772 in Arolsen, gest. 1820 in St. Petersburg): war Kaufmann in Cherson (Krim), dann kaiserlicher russischer Hofrat im Finanzministerium in St. Petersburg.  
bulletBoris (Bernhard) Stieglitz (geb. 1774 in Arolsen, gest. 1846, verh. mit Sophie de Seigneur): war Kaufmann in Cherson (Krim) etc., kaiserlicher russischer Hofrat. 
bulletEmilie Stieglitz (geb. 1775 in Arolsen, gest. 1844 in St. Petersburg: blieb unverheiratet.  
bulletCaroline Stieglitz (geb. 1777 in Arolsen, gest. 1856 in Celle, verh. mit dem Hofmedicus und Hofrat J. Chr. Schmidt).
bulletLudwig Stieglitz, ab 1826 Baron Ludwig von Stieglitz (geb. 1779 in Arolsen, gest. 1843 in St. Petersburg): war der jüngste der drei Söhne von Hirsch Bernhard Stieglitz und seiner Frau Edel Elisabeth geb. Marcus. Ludwig Stieglitz zog als junger Mann nach Russland als Vertreter des Familienunternehmens. Er kam als Unternehmer und Bankier zu großem Vermögen und Einfluss, insbesondere, nachdem er unter Zar Alexander I. zum Hofbankier ernannt und 1826 in den Adelsstand erhoben wurde. Auch unter Zar Nikolaus I. war er als Hofbankier tätig. Als Unternehmer investierte er u.a. in den Aufbau der Dampfschifffahrtslinie zwischen Lübeck und St. Petersburg.    Wikipedia-Artikel  
Ludwig Stieglitz war verheiratet mit Amalie Angelica Christiane Gottschalk (geb. 1777 in Hannover, gest. 1838 in St. Petersburg). Die Familie erhielt den erblichen russischen Adelsstand. Der Sohn Alexander übernahm die Bank, die er 1863 liquidierte, und wurde erster Präsident der 1860 gegründeten Staatsbank des Russischen Reiches. Der Sohn Boris war Großkaufmann in Poltawa. 

   
Entdeckungen in jüdischen Periodika zu Familie Stieglitz

Heinrich Stieglitz über den jüdischen Bibelübersetzer Leopold Zunz (1838, Artikel von 1938)  
Hinweis: zu Leopold Zunz vgl. u.a. https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Zunz 
Aus einem Artikel in "Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur" Jahrgang 31 1938 S. 226 (innerhalb eines Artikel "Zum Andenken an Leopold Zunz) heißt es: "Eine Stelle als Prediger bei dem Prager Tempel behielt er (Leopold Zunz) nur dreiviertel Jahre und war Juli 1836 wiederum in Berlin. Diese sowohl als seine früheren Stellungen gab Zunz auf, sobald ihm Grundsätze und Gewissen die fernere Beibehaltung nicht gestatteten, unbekümmert um die Zukunft. Züge dieser Art mögen den Verfasser des 'Gruß an Berlin' (Leipzig 1838) veranlasst haben, (daselbst S. 130) von Zunz zu sagen:
. . . den Mann, den keine Erdenmacht, auch nicht des Schicksals harte Hagelschloßen,
. . . jemals den Sinn vermocht zu wenden, zurückzuhalten mit dem Wort, dem scharfen, wo nichtiges Getreibe zu entlarven,
wo ehrenhaftem Tun sein Recht zu geben, der lieber in verborgener Stelle leben mag usw.
Respekt, Ihr Herren! Ich sprach von Ehren-Zunz (Anmerkung).
(Anmerkung): Der Verfasser dieser Verse ist Heinrich Stieglitz (geb. 1801 in Arolsen, gest. 1849 in Venedig), bekannt durch den Opfertod seiner Gattin Charlotte (1806 bis 1834), die glaubte, dass ein großer Schmerz ihren Gatten zum Dichter reifen würde. Auf einem beigelegten Blatt findet sich folgendes ausführlichere Zitat aus dem angefügten Gedicht Stieglitz’:
Ihm wüßt’ ich einen würdigen Genossen Im Amt: den Mann, den keine Erdenmacht,
Auch nicht des Schicksals harte Hagelschlossen, Nicht Samiel mitsamt der wilden Jagd,
Noch des Gewinns verführerische Spenden, Jemals den Sinn vermocht zu wenden,
Zurückzuhalten mit dem Wort, dem scharfen, Wo nichtiges Getreibe zu entlarven,
Wo ehrenhaftem Tun sein Recht zu geben, Verkannte Wahrheit hell hervorzuheben,
Der lieber in verborgener Stille leben Entbehrend mag, als Judaslohn verdienen,
Begnadet von erbschieicherischen Mienen, Die Köder witternd, lecken Hinz und Kunz,
Drohnen, verdrängen treue Arbeitsbienen —  Respekt, Ihr Herren!
Ich sprach von Ehren-Zunz. Dazu findet sich auf Seite 183 im Verzeichnis folgende Erklärung: 'Zunz, ein Ritter erster Klasse vom Orden der Selbständigkeit mit Eichenlaub'."    

       
   
   
Zur Geschichte der Synagogen/Beträume           
    
1727 wurde im Haus des Hoffaktoren Marcus Juda eine Synagoge eingerichtet (Schlossstraße 11, siehe Fotos unten). Diese Synagoge ist nach dem Tod von Samuel Hertz - einem Nachkommen der Familie Juda - 1837 seinen zwei Söhnen vererbt worden und stand dann nicht mehr als Betraum zur Verfügung. 
   
In den 1760er-Jahren kam es zu einer Spaltung der jüdischen Gemeinde in der Stadt, die durch das liberale Verhalten der Familien Hirsch und Lazarus Stieglitz ausgelöst wurde. Sie bauten 1763/67 an der Rückseite ihres Hauses in der Schlossstraße 1 ein Gebäude an, in dem sie eine Synagoge einrichteten. Die "neue Synagoge" wurde nun von den "vornehmen", eher liberal orientierten Juden besuchten, während die ärmeren und konservativ eingestellten Juden weiterhin in der Hertzschen Synagoge in der Schlossstraße 11 ihre Gottesdienste abhielten. 
   
Im Zeitraum zwischen ca. 1763/67 und ca. 1800 bestanden somit zwei Synagogen in der Stadt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war - vor allem nach dem Tod von Samuel Hertz (1837) vermutlich keiner der bisherigen Beträume mehr in Benutzung. In dieser Zeit besuchten die Arolser Juden die Gottesdienste in der Synagoge in Mengeringhausen.   
    
1874 wurde eine Synagoge in einem Gebäudeteil des Hauses Kaulbachstraße 22 eingerichtet (Haus des Köppel Schönstädt). In diesem Gebäude waren auch der Schulraum, die Lehrerwohnung und vermutlich eine rituelles Bad.  
   
Die letzte Synagoge und eine Lehrerwohnung befand sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Gebäude Mannelstraße 3.  Der Synagogensaal war im Obergeschoss des östlichen Gebäudeteiles und war durch Treppenaufgang von Eingang an der südlichen Traufseite zu erreichen. Auch der große Saal des Gebäudes im westlichen Teil könnte zeitweise Gottesdienstraum gewesen sein, doch wurde dieser überwiegend als Theater benutzt. Heute ist das Gebäude ein Mehrfamilienhaus.        
    
    
Adresse/Standort der Synagoge:    siehe bei den Beschreibungen oben beziehungsweise zu den Fotos unten     
    
    
Fotos
(Fotos Hahn, Aufnahmedatum 16.6.2008)

Gebäude Ecke Kaulbachstraße 
/ Schlossstraße 11
Arolsen Stadt 155.jpg (93818 Byte) Arolsen Stadt 154.jpg (97589 Byte)
   In dem Gebäude Schlossstraße 11 richteten dessen Besitz - die Hoffaktoren Emanuel und Markus Juda  - 
1727
eine Synagoge ein; es ist jedoch nicht bekannt, wo innerhalb des Gebäudes sich der Saal befand.  
     
Stieglitz-Haus Schlossstraße 1     
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Hinweistafel: "Stieglitz - Haus. Auf den Fundamenten eines Vorgängerbaus errichtete 1763 F.F. Rothweil für die Hofagenten Hirsch und Lazarus Stieglitz und ihre Familien dieses Sandsteinhaus" Das Stieglitz-Haus; links seitlich des Hauses war die Einfahrt zu dem dahinterliegenden Hof, anschließend der Stall; hinter dem Haus befand sich ein Garten. Das Haus war bis 1828 im Besitz der Familie Stieglitz, danach kam es in Besitz des Gastwirtes und Bürgermeisters Louis Gleisner, der es zum Gasthof "Römischer Kaiser" umbaute. Von 1868 bis 1935 war es Dienstsitz und Dienstwohnung der preußischen Landesdirektoren.
   Zur Synagoge: Familie Stieglitz erstellten 1763/67 an der Rückseite ihres Gebäudes (auf dem Foto nicht erkennbar) einen Anbau, in dem sie eine Synagoge einrichteten. 
       
Schule Kaulbachstraße 22   Arolsen Stadt 153.jpg (76438 Byte)
    1870 wurde eine Synagoge in einem Gebäudetail des Hauses Kaufbaustraße 22 eingerichtet. Das Gebäude umfasste 
noch einen Schulraum, die Lehrerwohnung und vermutlich ein Ritualbad.
     
Mannelstraße 3   Arolsen Stadt 150.jpg (80582 Byte) Arolsen Stadt 152.jpg (85447 Byte)
   Im Gebäude Mannelstraße 3 befand sich der letzte Synagogensaal der Gemeinde. 
     

  
   

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    

1980er-Jahre: Erinnerungsarbeit durch Schüler*innen der Christian-Rauch-Schule in Bad Arolsen    
Artikel im "Mitteilungsblatt der Alija Chadascha" des  Irgûn ʿÔlê Merkaz Êrôpā vom November 1986 S. 7: "An der Christian-Rauch-Schule in Arolsen (Hessen-Waldeck) beschäftigt sich seit Frühjahr 1986 eine Arbeitsgruppe (bestehend aus 13 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 12 und einem Religionslehrer) damit, die Geschichte der Juden aus Arolsen, Mengeringhausen und Rhoden aufzuschreiben. Die Suche nach ehemaligen Mitbürgern gestaltet sich sehr schwierig, da offizielle Unterlagen nur wenig aufschlussreich sind. Die Arbeitsgruppe sucht daher den Kontakt zu jüdischen Familien, die Auskunft geben können über das Schicksal ehemaliger Mitbürger. Neben der Geschichte einzelner Familien interessieren besonders Dokumente (Fotos, Briefwechsel etc.), die die Verfolgung zur Zeit des Nazifaschismus in den genannten Orten deutlich macht. Wer über jüdisches Leben in Arolsen, Mengeringhausen und Rhoden Auskunft geben kann, wird gebeten, die Arbeit der jungen Historiker zu unterstützen. Bitte wenden Sie sich an Arbeitsgruppe 'Juden in Arolsen', Christian-Rauch-Schule, Grosse Allee 73, 3548 Arolsen, oder Studienrat Michael Winkelmann, an der Mauer 33, 3530 Warburg, West-Germany."    
 
Ab Ende 2026: Verlegung von Stolpersteinen in Arolsen, Helsen und Mengeringhausen 
Artikel von Elmar Schulten in der "Waldeckischen Landeszeitung" vom 24. Januar 2026: "50 Stolpersteine zur Erinnerung in Arolsen, Helsen und Mengeringhausen
Stolpersteine sollen demnächst auch in Arolsen an die ehemaligen jüdischen Mitbürger erinnern, die von den Nationalsozialisten vertreiben und ermordet wurden. Dafür setzen sich diese Schüler um Geschichtslehrerein Tina Römer ein. Die ersten drei von insgesamt 50 Stolpersteinen zum Gedenken an verfolgte und ermordete Juden werden in Bad Arolsen, Helsen und Mengeringhausen voraussichtlich im Dezember 2026 durch den Künstler Gunter Demnig verlegt werden.
Bad Arolsen – Das wurde bei einer Veranstaltung der Geschichtswerkstatt der Christian-Rauch-Schule in Zusammenarbeit mit der örtlichen Bezirksgruppe des Waldeckischen Geschichtsvereins erklärt. Es solle eine 'Gemeinschaftssache' werden, so Geschichtslehrerin und Vorstandsmitglied Tina Römer bei einer Präsentation zu dem Stolpersteine-Projekt in der 'Luisenmühle' Mengeringhausen. Es gehe nicht nur um die Vergangenheit , sondern um die Gegenwart, sagte Römer. Geplant seien 'Mahnmale in unserem Boden' , die zeigen sollen, dass die Bürger sich gegen Ausgrenzung und Verfolgung einsetzten.
Geeignete Stellen ausgesucht.
Auf ihre Präsentation bei der Magistratskommission für eine Sichtbarmachung der NS-Geschichte in Bad Arolsen hat die Geschichtswerkstatt aus diesem Gremium ein positives Echo erfahren. Zuvor wurde das Thema kontrovers erörtert und eher ablehnend behandelt. Es brauche eine breite Zustimmung, ohne die Stadt und die Anlieger gehe es nicht, betonte Römer. Doch nach der Vorstellung der Pläne der Geschichtswerkstatt steht nun ein grober Zeitplan. Die Verwirklichung ist nach längerer Diskussion schon in greifbarer Nähe. Bis April soll ein formeller Antrag an die Stadt gestellt werden und die neu gewählte Stadtverordnetenversammlung ein Votum abgeben. Laut Bürgermeister Marko Lambion seien schon die vorgesehenen Stellen in der Kernstadt Bad Arolsen (17 Stolpersteine), Mengeringhausen (24) und in Helsen (neun) geprüft worden.
An das Unrecht erinnern. Die Stolpersteine und die Verlegung sollen durch Spenden finanziert werden, der Geschichtsverein würde dies koordinieren. Hier können sich einzelne Personen, Vereine oder Kirchengemeinden engagieren. Dabei geht es primär um 6000 Euro für die 50 Stolpersteine, die aus einem Betonkern und einer Messingplatte bestehen. Der Künstler und Ideengeber für Stolpersteine Gunter Demnig hat bereits einen Termin für die ersten drei Stolpersteine für Dezember angeboten. Die übrigen Exemplare würden von seinem Team in öffentlichen Veranstaltungen verlegt. Demnig möchte mit den Stolpersteinen der nationalsozialistischen Massenvernichtung etwas entgegensetzen. Daher sollen die Steine einzeln und nicht in Masse eingesetzt zu werden, um der Person dahinter gerecht zu werden, wie Demnig auf seiner Webseite betont.
CRS-Schüler sehr engagiert. Die Stadt würde die Mahnmale in den Bürgersteigen übernehmen, so Stadtrat Dietmar Danapel. Verschiedene Gruppen, Parteien, Bürger und Vereine können sich um den Erhalt und die Pflege der goldglänzenden Steine kümmern. Durch solche Patenschaften sollen die Erinnerung und der mahnende Charakter der Steine lebendig erhalten werden. Bad Arolsen würde nach Bad Wildungen, Frankenberg und Battenberg die vierte Kommune in Waldeck-Frankenberg werden, in der Stolpersteine verlegt werden. Dass sie nun auch in Bad Arolsen platziert werden können, ist nicht zuletzt der Arbeit der CRS-Geschichtswerkstatt um Tina Römer, einem umfangreichen Werk des Geschichtsvereinsvorsitzenden Erhard Kraft über die Helser Juden und dessen Engagement auf dem Gebiet zu verdanken.
Ein bisschen spät dran. Die CRS-Arbeitsgemeinschaft hat intensive Recherchen angestellt und im Rahmen der beabsichtigten Sichtbarmachung der NS-Geschichte bereits Rundgänge durch Mengeringhausen und Bad Arolsen/Helsen organisiert sowie virtuelle Rundgänge für eine eigene Webseite gestaltet. Zudem wurde der jüdische Friedhof erkundet und die verfügbaren Daten im Internet bereitgestellt. Nun also sollen Stolpersteine in Gehwegen der alten Ortskerne das Gedenken anschaulich ergänzen. 'Das Thema liegt uns sehr am Herzen', betonten Sprecher der Geschichtswerkstatt. 'Es ist in der Kommission positiv aufgefasst worden', freuten sie sich. 'Lass’ es uns mal anfangen!', brachte es Kraft auf den Punkt. 'Wir sind ein bisschen spät dran', erklärte der Heimatforscher Prof. Martin Kipp. 'Im Waldecker Land und speziell in Arolsen gehen die Uhren anders', ergänzte er.
Wiederholung verhindern.
Unterstützung äußerte auch die Vorsitzende der Initiative Pro Bad Arolsen, Angela Dingel-Padberg. Das international bekannte Format des Gedenkens sei überzeugend und ergänze die Tafeln an historischen Gebäuden, die die Initiative bereits habe anbringen lassen. Sie räumte ein, dass das Thema auch auf Ablehnung in der Initiative gestoßen sei. Es gebe noch kein Denkmal in Bad Arolsen zur Erinnerung an die Verfolgung der Juden, betonte Tina Römer. Als erschreckend werde auch kommentiert, dass es noch nicht einmal ein Gedenken am ehemaligen KZ-Außenlager gebe. Sie verwies damit auf Erklärungen der früheren Direktorin der Arolsen Archives, Floriane Azoulay, die ein solches Denkmal und Stolpersteine in Arolsen vermisste. 'Wir sehen doch, was draußen passiert. Wir laufen Gefahr, dass so etwas wieder passiert', sagte der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bad Arolsen und Helsen, Timothée Liebig.
Forschungsgebiet Landau.
'Es ist höchste Zeit', sagte Kommissionsmitglied Ulrich von Nathusius. In dem Gremium habe es entschiedene Gegner gegeben. Juden könnten es als ungehörig empfinden, dass 'man auf Juden herumtrete' - so ein Argument von zwei inzwischen verstorbenen Mitgliedern. Von Nathusius räumte ein, dass auch Juden dies nicht gut fänden. Heimatforscher Christian Meuser wandte ein, dass auch Grabplatten in Kirchen problemlos betreten werden könnten. Schließlich informierte Stadtrat Dietmar Danapel über die in der Kommission erörterte Idee , den Kirchplatz in Arolsen als zentralen Ort für ein Denkmal auszuwählen und per QR-Code Informationen abrufbar zu machen. Der Stadtteil Landau biete sich als ehemaliger Standort jüdischen Lebens noch als Forschungsgebiet an', sagte Römer auf die Frage, warum dort keine Stolpersteine vorgesehen seien." 
Link zum Artikel   

   

 
Links und Literatur

Links:

bulletWebsite der Stadt Bad Arolsen   
bulletMuseum Bad Arolsen 
bullet Historischer Stadtführer zu Bad Arolsen   
bulletZur Seite über den jüdischen Friedhof in Bad Arolsen (interner Link)     

Quellen:    

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Bad Arolsen 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Bad Arolsen sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,1      Gräberverzeichnis des jüdischen Friedhofs Arolsen (Helsen), aufgenommen von dem Lehrer Moritz Goldwein aus Korbach im Sommer 1938   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5319758 
enthält 108 hebräische und deutsche Grabinschriften sowie eine Skizze zur Lage des jüdischen Friedhofes. Darin auch eine hebräische Inschrift auf einem Toramäntelchen in Mengeringhausen.       
HHStAW 365,2      Personenstandsregister der Juden von Arolsen   1834 - 1842 (1857-1858)  Trauregister 1834 - 1840  Sterberegister 1834 - 1842 - enthält auch Helsen - sowie Geburtsverzeichnis der Kinder von den Eheleuten Carl Alsberg und Johanna geb. Baruch aus Arolsen 1857 - 1858  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1030569  
HHStAW 365,435   Personenstandsregister der Juden von Arolsen  1859 - 1866: enthält Geburts- und Sterberegister der Juden von Helsen, 1859 - 1866, Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Mengeringhausen, 1861 - 1866, Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Rhoden, 1859 - 1866, Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Landau, 1859 - 1866,  Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Arolsen, 1859 - 1866; Geburtsregister der Juden von Vasbeck, 1861, Geburtsregister der Juden von Helmighausen      https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4250801                  
HHStAW 365,15     Personenstandsregister der Juden von Arolsen  1859 - 1875: enthält Geburtsregister 1859 - 1875, Trauregister 1859 - 1875, Sterberegister 1859 - 1875  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289737       
HHStAW 365, 16    Personenstandsregister der Juden von Arolsen  1867 - 1875: enthält Geburts-, Trau- und Sterberegister, darin auch Helsen, Külte, Landau, Massenhausen, Meineringhausen, Nieder-Waroldern, Rhoden, Wrexen  
 https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2126643           

Literatur:  

bulletHeinrich Schnee: Die Hoffinanz und der moderne Staat. Band III. Berlin 1955 S. 87-93.  
bulletPaul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 46-48.  
bulletThea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 65-66.  
bulletdies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 62-63.  
bulletdies.: Neubearbeitung der beiden Bände. 2007. S. 177-179. 
bulletStudienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 208-210.   
bulletPinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 370-371.   
bulletMichael Winkelmann: "Auf einmal sind sie weggemacht". Lebensbilder Arolser Juden in 20. Jahrhundert. Hrsg. Gesamthochschule Kassel 1992. 
bulletArolsen Lit 016.jpg (51689 Byte)Olga Stieglitz: Die Stieglitz aus Arolsen: Texte, Bilder, Dokumente. Bad Arolsen: Museum 2003. Museumshefte Waldeck-Frankenberg 22. ISBN 3-930930-10-2. 

     
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Arolsen  Hesse. Waldeck's landgrave invited Jews to settle there around 1725 and a community was organized, numbering 69 (3 % of the total) in 1880. After Kristallnacht (9-10 November 1938) the remaining Jews dispersed. In 1946 the International Tracing Service was established in Arolsen to locate and identify victims of Worldwar II (and the Holocaust) in Europe. By the early 1990s over 38 million references were catalogued.  
      
       

                   
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Stand: 09. August 2026