Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Gießen (Hessen) 
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt  
- Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde (und an der Universität 

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Gießen wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 18.2.2015.   
   
Hinweis: ein Teil der Texte auf dieser Seite muss noch abgeschrieben und teilweise mit Anmerkungen versehen werden, kann jedoch durch Anklicken der Textabbildung bereits gelesen werden. 
   
   
Auf dieser Seite stehen keine Texte zu den Rabbinern, Lehrern und anderen Kultusbeamten der Gemeinde, siehe hierzu die Seiten   
Texte zur Geschichte der Rabbiner und der jüdischen Lehrer in Gießen   
  
  
Übersicht:

Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde (und an der Universität)     
-  Zum Tod der Frau von Fabrikant Heinrich Homberger und andere Mitteilungen (1852) 
Privatdozent Dr. Moritz Pasch wird Professor der Mathematik in Gießen (1873)   
An der Universität Gießen lehren zwei jüdische Dozenten (1874)     
-  Vermächtnis der Aron Heichelheim'schen Eheleute für wohltätige Zwecke (1890)   
-  Zum Tod von Aron Stern (1892)  
-  Beisetzung von Staatsrat Abraham Sack aus Petersburg auf dem jüdischen Friedhof (1893)   
-  Erneuerung des Doktor-Diploms des ehemaligen Reichstagsabgeordneten Dr. Ludwig Bamberger (1895)  
-  Prof. Moritz Pasch wird mit dem Ritterkreuz I. Klasse ausgezeichnet (1895)   
-  Zur Beisetzung des Stadtverordneten Meier Homberger (1898) 
D
ie Restauration "Zur Kaiserkrone" von L. Grünewald steht unter rabbinischer Aufsicht (1898   
-  Prof. Moritz Pasch wird zum "Geheimen Hofrat" ernannt (1898)  
-  Gerichts-Akzessist Dr. Max May wird zum Amtsanwalt ernannt (1903)  
-  Ein jüdischer Student wird in der Burschenschaft Arminia aufgenommen (1904)  
-  25-jähriges Amtsjubiläum von Gemeindevorsteher Kommerzienrat Siegmund Heichelheim (1905)   
Der Schauspieler Max Herrscher stirbt bei einer Aufführung im Stadttheater (1907)   
-  S.B. Eschwege besteht die philosophische Doktorprüfung (1908)  
-  93. Geburtstag von Hirsch Baer (1908)  
-  Goldene Hochzeit der Eheleute J.M. Schulhof (1909) 
Stiftung des Geheimen Kommerzienrates Siegmund Heichelheim (1912)    
-  Privatdozent Dr. Leo Rosenberg wird außerordentlicher Professor an der juristischen Fakultät (1912)   
-  Spende an die Israelitische Gemeinde von Adolf Busch (1913)   
-  Zum Tod des Schneidermeisters Jakob Kahn (1913)  
-  Zum Tod von Adolf Austerlitz (1914)  
-  Spende des Kommerzienrates S. Heichelheim für die Stadt Gießen (1914)  
-  Zum Tod von Sußmann Hirsch Sondheim (1915)  
-  Gerson Isenberg wird mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet (1915)  
-  Dr. Leo Rosenberg wird zum ordentlichen Professor der juristischen Fakultät ernannt (1916)   
Dr. Israel Rabin wird Lektor für jüdische Wissenschaften am Orientalischen Seminar der Universität (1919)  
Rabbiner Weinberg aus Pilwischok erhält einen Lehrauftrag an der Fakultät für jüdische Wissenschaften in Gießen (1921)   
-  Dozent und Rabbiner J.J. Weinberg wurde promoviert (1923)  
-  Zum Tod des Vorstandsmitgliedes der Israelitischen Religionsgesellschaft Sigmund Hirsch (1925)  
70. Geburtstag von Adolf Baer (1929)   
-  84. Geburtstag von Frau Hirsch geb. Satz (1929)  
-  Zum Tod von Therese Sondheim geb. Stern (1930)  
-  Zum Tod von Prof. Moritz Pasch (1930) 
Vorsteher Sally Meyerfeld wird wiedergewählt (1931) 
75. Geburtstag des Gemeindevorstehers Moritz Strauß (1931)  
70. Geburtstag der in Gießen geborenen Frauenrechtlerin Henriette Fürth (1931)    
-  75. Geburtstag von Isaac Stern (1932)  
Zum Tod von Rechtsanwalt Hermann Mendelsohn (1933)  
-  Zum Tod des Vorsitzenden der Israelitischen Religionsgesellschaft Alfred Fröhlich (1933)  
Zum Tod von Ida Isenberg (1934)      
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
-  Anzeige des Getreide- und Mehlgeschäftes Goldenberg & Marcus (1890)  
-  Anzeige von Juwelier & Uhrmacher David Kaminka (1900)   
-  Anzeige der Farben- und Lack-Großhandlung S.H. Sondheim (1903)  
Anzeige des Restaurants Grünewald (1906)    
-  Anzeigen des Hotels Central in Gießen (1906 / 1911) 
Verlobungsanzeige von Flora Isenberg und Bendix Blumenthal (1921)   
Verlobungsanzeige von Gertrud Mayer und Arthur Wassermann (1922)   
-  Anzeige der Weinhandlung von A. Austerlitz (1925)  
Verlobungsanzeige von Rellie Sondheim und Salo Posten (1928)  
Anzeige von Frauenarzt Dr. Mack (1929)  
V
erlobungsanzeige von Selma Mayer und Karl Sondheim (1930)   
Nach der Emigration: Verlobungsanzeige von Gisella Simon und Heinz Baer (1944)  
    
Sonstiges  
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: Grabstein in New York für Charles Wolfskehl aus Giessen (1836-1907)  
Kennkarten aus der NS-Zeit für Helene Goldschmidt und Herbert Homberger 
   
Weitere Dokumente  
Ansichtskarte Marktplatz Giessen mit dem Textilgeschäft Julius Pfeffer (1914/18) 

       
       
       
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
       
Zum Tod der Frau von Fabrikant Heinrich Homberger und andere Mitteilungen (1852):  
-
Hofgerichtsadvokat Rosenberg wird in den Stadtvorstand gewählt 
- von sieben jüdischen Studenten an der Universität erhalten drei ein Staatsstipendium 

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Juli 1852: "Gießen, 5. Juli (1852). Vor einiger Zeit starb dahier die Frau des sowohl in hiesiger Stadt als auch in der Umgegend sehr geachteten Fabrikanten Herrn Heinrich Homberger. die allgemeine Teilnahme an diesem Trauerfall tat sich bei der Beerdigung kund, da dem Leichenwagen, welcher, beiläufig gesagt, für Christen und Juden bestimmt ist, mehr als 300 der angesehensten christlichen Bürger, worunter auch 3 christliche Geistliche, folgten. Derselbe christliche Geistliche, welcher schon vor 10 Jahren am Grabe der würdigen Gattin des Rabbinen Dr. Levi dahier ergreifende Worte sprach und deshalb von gewisser Seite getadelt wurde, scheute sich auch diesmal nicht, ausgehend von dem Grundsatze, die Wahrheit zu sagen, wo sie sich auch immer finden möge, eine voll von Menschenliebe und Toleranz ausgezeichnete Rede zu halten, welche ihre Wirkung auf die sehr zahlreiche anwesende Versammlung nicht verfehlte. 
Bei einer kürzlich hier vollzogenen Wahl eines neuen Stadtvorstandes (15 Gemeinderäte, von welchen die Regierung einen zum Bürgermeister ernennt) ist, von konservativer Seite dazu vorgeschlagen, Herr Hofgerichtsadvokat Rosenberg, Mitglied des israelitischen Religionsgemeindevorstandes, mit ansehnlicher Stimmenmehrheit in denselben gewählt worden. - 
Von 7 Israeliten, die in gegenwärtigem Semester hier studieren, erhalten nicht weniger als 3 ordentliche Stipendien aus der Staatskasse oder dem Universitätsfonds, gewiss ein Beweis humanster Gesinnung unserer Staatsregierung und ein Zeichen nicht bloß papierner Emanzipation. S. Mayer, Lehrer."           

   
Privatdozent Dr. Moritz Pasch wird Professor der Mathematik in Gießen (1873)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. September 1873:    

    
An der Universität Gießen lehren zwei jüdische Dozenten (1874)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. November 1874:         

 
Vermächtnis der Aron Heichelheim'schen Eheleute für wohltätige Zwecke (1890)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Dezember 1890: "Gießen. Die Hinterlassenen der in Gießen verstorbenen Aron Heichelheim'schen Eheleute haben ein Vermächtnis im Betrage von 40.000 Mark für Unterstützung von Personen, welche durch missliche Verhältnisse in Bedrängnis geraten sind, gemacht."      
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Dezember 1890: 
Dieselbe Mitteilung wie im "Israelit" siehe oben.    

  
Zum Tod von Aron Stern (gest. 1892 in Weilburg, bis 1887 in Gießen wohnhaft)  

Weilburg Israelit 07041892.jpg (185793 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. April 1892: "Weilburg a.d. Lahn, 4. April (1892). Die hiesige israelitische Gemeinde hat einen sehr schmerzlichen Verlust zu beklagen. Einer ihrer edelsten und besten Männer weilt nicht mehr in ihrer Mitte.   
Nach kurzem Krankenlager schied am vergangenen Freitag (Erew Schabbat Kodesch) Herr Aron Stern nach zurückgelegtem 69. Lebensjahre von uns. Der Verstorbene vereinigte in sich die herrlichsten Tugenden und schönsten Eigenschaften. Er zeichnete sich nicht nur durch seine strenge Redlichkeit, Mildtätigkeit, Gastfreundschaft und seinen Gemeinsinn aus, er war auch ein wahrhafter, ernst frommer Jehudi, der kein Opfer und keine Hingebung scheute, wo es galt, eine göttliche Weisung zu üben und ein religiöses Werk auszuführen. Zu den besonderen Vorzügen des Seligen gehörte dessen Gottesdienst. Trotz des weiten Weges, den er bis zum Gotteshause hatte, vermochten ihn weder strenge Winterkälte noch beschwerliche Sommerhitze von dessen Besuch morgens und abends abzuhalten, und er war immer einer der ersten und einer der letzten (in der Synagoge).   
Der leider für uns so früh Entschlafene erfreute sich des Vertrauens und der allgemeinen Achtung seiner Mitbürger, die Gemeinde Gießen, deren Mitglied er bis vor 5 Jahren war, worauf er hierher zog, um seinen Lebensabend im Hause seiner Tochter zu beschließen - gab ihm einen kleinen Beweis dadurch, dass sie ihn in den Vorstand wählte, als dessen Mitglied er seine Amtspflichten treu und gewissenhaft erfüllte. Auch nach seinem Tod fanden seine Verdienste eine Anerkennung durch das Geleite, welches ihm die ganze Gemeinde, Freunde und Bekannte von Nah und Fern, von allen Konfessionen, zur letzten Ruhestätte gegeben.   
An seiner Bahre sprach unser Herr Rabbiner Dr. Lewinsky wegen des Monats Nissan nur wenige, aber tief ergreifende Worte. Er verglich ihn mit dem Hohenpriester Aron, von dem unsere Weisen sagen: 'er liebte den Frieden und jagte dem Frieden nach und stiftete den Frieden zwischen einem Menschen und seinem Nächsten' (Sanhedrin 6b).   
Möge der Allgütige den tief gebeugten Hinterbliebenen Trost senden und möge unsere Gemeinde das Andenken des seltenen Ehrenmannes durch Nachahmung seiner leuchtenden Beispiel zu würdigen ernst bestrebt sein. 'es gehe vor ihm her seine Gerechtigkeit und die Herrlichkeit des Ewigen gesellt sich zu ihm".         

  
Beisetzung von Staatsrat Abraham Sack aus Petersburg auf dem jüdischen Friedhof (1893)   
Anmerkung von P. Arnsberg Bd. I S. 261 im Rahmen des Abschnittes zum jüdischen Friedhof: "Ein Familiengrab enthält die Gräber von S. Exz. Abraham Sack, wirklicher Staatsrat aus St. Petersburg, geboren 1826 in Bobruisk, gestorben 1893 in Berlin, und seiner Frau Katharina, geborene Epstein, gestorben 1917 in Heidelberg; dann Prof. Dr. med. Max Perls, geboren 1843 in Danzig, gestorben 1881 in Gießen, und Ehefrau Fanny Perls, geborene Sack, geboren 1868 in Brest-Litowsk, gestorben 1876 in Gießen."   

Giessen Israelit 11051893.jpg (44863 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Mai 1893: "Gießen, 6. Mai (1893). Der am 1. Mai verstorbene russische Finanzmann, Wirklicher Staatsrat A. Sack, wurde vorgestern auf dem hiesigen städtischen Friedhof beigesetzt. Am Grabe sprach Direktor Dr. Baerwald aus Frankfurt am Main über die Verdienste des Verstorbenen, der stets der wärmste Fürsprecher unschuldig Verfolgter und der Anwalt seiner hartbedrängten Glaubensgenossen gewesen sei."   
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Mai 1893: "Gießen, 23. Mai (1893). Wir erhalten folgende Zuschrift: In Nr. 38 dieses Blattes wird aus Gießen mitgeteilt, die Beerdigung des Staatsrats Sack aus Petersburg habe auf dem städtischen Friedhofe hier stattgefunden und Herr Dr. Bärwald aus Frankfurt habe am Grabe dessen große Verdienste um den russischen Juden hervorgehoben. Haben Sie die Gefälligkeit, das Erstere zu berichtigen und das Zweite zu ergänzen. Herr Sack ist nicht auf dem städtischen, sondern auf dem jüdischen Friedhofe hier, der ein abgesonderter Teil des städtischen bildet, beerdigt worden; und Herr Dr. Bärwald hat erst gesprochen, nachdem Herr Rabbiner Dr. Levi die Grabrede gehalten hatte. 
(Wir übernahmen die betreffende Notiz, so wie sie lautete, aus einer Oberhessischen Zeitung. Redaktion)."      

  
Erneuerung des Doktor-Diploms des ehemaligen Reichstagsabgeordneten Dr. Ludwig Bamberger (1895)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 31. Mai 1895: "Aus Gießen wird berichtet: Zur Ehrung des ehemaligen Reichstagsabgeordneten Dr. Ludwig Bamberger, welcher von 1842-1843 drei Semester an der hessischen Landes-Universität studierte und am 24. Juni 1845 bei der juristischen Fakultät promovierte, hat die Fakultät das Doktor-Diplom erneuert und mit einer Tabula gratuloria an den Jubilar nach Berlin übersandt".        
   
Giessen LBamberger 010.jpg (16463 Byte)Links: Ludwig Bamberger (geb. 1823 in Mainz als Sohn eines jüdischen Kaufmanns und Bankiers - 1899 in Berlin) war Bankier und Politiker. Nach Abschluss der Schulzeit studierte er seit 1842 in Gießen, Heidelberg und Göttingen. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Liberalismus der Reichsgründungszeit. 1870 gehörte er zu den Gründern der Deutschen Bank und war in den frühen 1870er-Jahren einer der wichtigsten Finanzpolitiker ("Vater der Münzreform und der deutschen Mark"). 
Weitere Informationen: siehe u.a. den Wikipedia-Artikel zu Ludwig Bamberger  (hier weitere Links)    

  
Prof. Moritz Pasch wird mit dem Ritterkreuz I. Klasse ausgezeichnet (1895)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Dezember 1895: "Professor Dr. Moritz Pasch in Gießen ist anlässlich seines fünfundzwanzigjährigen Amtsjubiläums vom Großherzog von Hessen das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen worden."          
Weitere Informationen zu Prof. Moritz Pasch siehe unten Artikel von 1930 

  
Zur Beisetzung des Stadtverordneten Meier Homberger (1898)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. Juli 1898: "Gießen, 15. Juli (1898). Am 7. dieses Monats wurde die sterbliche Hülle des Stadtverordneten Meier Homberger vom Trauerhause, Marburgerstraße, zur ewigen Ruhe geleitet. Ein stattliches Gefolge erwies dem Verewigten die letzte Ehre; kostbare Blumenspenden wurden im Zuge mitgeführt. Zwei kunstvolle Blumengewinde wurden durch die beiden Ratsdiener Moll und Ochs vor dem Trauerwagen einher getragen. Auf dem Friedhof hielt der Provinzial-Rabbiner Dr. Sander die Grabrede. Der erste Vorsitzende der israelitischen Gemeinde, Kommerzienrat Heichelheim, rief am offenen Grabe dem dahingegangenen Meier Homberger den Dank nach für das, was er als sein Vorgänger für die Gemeinde getan, sein Verdienst sei es, derselbe eine geordnete, festgefügte Verwaltung gegeben zu haben, womit er sich ein bleibendes Denkmal geschaffen. Hierauf nahm Herr Oberbürgermeister Gnauth namens der städtischen Verwaltung das Wort: Als die Stadtverordnetenversammlung vor sechs Wochen das 25-jährige Amtsjubiläum ihres Seniors beging, da dachte wohl niemand daran, dass dieser nur noch einmal an den Beratungen derselben teilnehmen würde, dass man so bald an seinem Grabe stehen würde. Was der nun Entschlafene für das Gemeinwohl gewirkt, es sei bei jenem Anlass öffentlich zum Ausdruck gekommen, die städtische Verwaltung und die Kollegen würden über das Grab hinaus ihm ein treues Gedächtnis bewahren. Als letztes äußeres Zeichen der Anerkennung wolle er noch am Grabe die Kranzspenden der Stadtverordnetenversammlung und der städtischen Verwaltung neiderlegen."      

  
Die Restauration "Zur Kaiserkrone" von L. Grünewald steht unter rabbinischer Aufsicht (1898)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. September 1898: 

   
Prof. Moritz Pasch wird zum "Geheimen Hofrat" ernannt (1898)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. Dezember 1898: "Dem ordentlichen Professor der Mathematik Dr. Moritz Pasch in Gießen ist vom Großherzog von Hessen der Charakter als Geheimer Hofrat erteilt worden."        
Weitere Informationen zu Prof. Moritz Pasch siehe unten Artikel von 1930  

  
Gerichts-Akzessist Dr. Max May wird zum Amtsanwalt ernannt (1903)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Januar 1903: "Worms, 19. Januar (1903). Der Beschluss der II. Kammer der hessischen Landstände, dass auch der Justizminister bei Besetzung von Richterstellen Juden nicht mehr ausschließe, hat insofern einen günstigen Erfolg gehabt, dass nunmehr der Gerichts-Akzessist Dr. Max May von hier in Gießen zum Amtsanwalt ernannt worden ist."     

  
Ein jüdischer Student wird in der Burschenschaft Arminia aufgenommen (1904)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. März 1904: "Verschiedene jüdische Blätter machen sehr viel Aufgebens davon, dass in Gießen ein jüdischer Student, der stud. phil. class. Siegfried Kann in die Burschenschaft Arminia (im A.D.B.) aufgenommen wurde. Zu den Prinzipien des A.D.B., der etwa 15 Burschenschaften umfasst, gehört auch jenes, jeden konfessionellen Unterschied zu ignorieren. Er kämpft zugleich gegen den Komment des S.C. (Verband der Korps) und die sogenannten Bestimmungsmensuren. Nichtsdestoweniger wurden in den letzten Jahren Juden nicht aufgenommen."         

  
25-jähriges Amtsjubiläum von Gemeindevorsteher Kommerzienrat Siegmund Heichelheim (1905)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. November 1905: "Gießen, 10. November (1905). Der erste Vorsteher unserer Gemeinde, der allgemein hochgeschätzte Kommerzienrat Heichelheim, feierte in der vorigen Woche sein 25-jähriges Amtsjubiläums. Die Feier wurde eingeleitet durch einen Festgottesdienst am Vormittag in der geschmückten und erleuchteten Synagoge. Nach Beendigung des Gottesdienstes begaben sich der Vorstand und die Beamten der Gemeinde, welche sich zu einem Komitee vereinigt hatten, die die Wohnung des Jubilars, wo Provinzialrabbiner Dr. Sander als Vorsitzender des Komitees unter herzlicher Ansprache als bleibende Erinnerung an diesen Tag eine äußerst kunstvoll ausgestattete Adresse überreicht. Provinzialdirektor Breidert, Handelskammerpräsident Koch und viele andere gratulierten persönlich in überaus herzlicher Weise. Eine größere öffentliche Feier fand abends in Steins Saalbau statt. Kommerzienrat Heichelheim erfreut sich hier seiner Wohltätigkeit und seines Bürgersinns wegen allgemeiner Wertschätzung. Erst im vorigen Jahre hat er für den Neubau der Universitätsbibliothek 40.000 Mark und für den des Theaters 50.000 Mark gespendet."         

  
Der Schauspieler Max Herrscher stirbt bei einer Aufführung im Stadttheater (1907)       

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. Januar 1907:           

 
S. B. Eschwege besteht die philosophische Doktorprüfung (1908)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Januar 1908:   

  
93. Geburtstag von Hirsch Baer (1908)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. März 1908:    

  
Goldene Hochzeit der Eheleute J. M. Schulhof (1909)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 3. Dezember 1909: "Gießen. Am kommenden Monat begehen die Eheleute J.M. Schulhof das Fest der goldenen Hochzeit".     

   
Stiftung des Geheimen Kommerzienrates Siegmund Heichelheim (1912)        

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Februar 1912: "Geheimer Kommerzienrat Siegmund Heichelheim, Präsident der jüdischen Gemeinde in Gießen, hat anlässlich seines 70. Geburtstages für den zu errichtenden Saalbau und für das Handelskammergebäude je 50.000 Mark gestiftet."             


Privatdozent Dr. Leo Rosenberg wird außerordentlicher Professor an der juristischen Fakultät (1912)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 29. März 1912: "Gießen. Privatdozent Dr. Leo Rosenberg - Göttingen ist zum etatsmäßigen Extraordinarius in die hiesige juristische Fakultät berufen worden".     
weiterer Artikel zu Rosenberg s.u. von 1916.   
Anmerkung (vgl. Wikipedia-Artikel zu Leo Rosenberg): Leo Rosenberg (geb. 1879 in Fraustadt, Schlesien, gest. 1963 in München) studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Freiburg, München und Breslau. Im Jahre 1899 legte er die erste juristische Staatsprüfung ab. Im Alter von 21 Jahren, promovierte er bei Otto Fischer in Breslau mit seinem Buch über die Beweislast. Nach dreijähriger Referendarzeit in Posen bestand er 1904 das Assessorexamen in Berlin. Nach seiner Habilitation 1906 war er als Privatdozent in Göttingen tätig, bis er 1912 außerordentlicher, 1916 ordentlicher Professor an der juristischen Fakultät in Gießen wurde. Seit 1932 lehrte er in Leipzig, wurde jedoch 1934 wegen seiner jüdischen Herkunft (er war konvertiert zur evangelisch-reformierten Konfession) in den Ruhestand versetzt. Die NS-Zeit überlebte er im Allgäu (zwei seiner Schwester starben im Ghetto Theresienstadt). Nach 1945 war er Professor an der Universität München. Er begründete die Großen Lehrbücher zum Zivilprozessrecht und Zwangsvollstreckungsrecht.    
Quelle des Fotos: Professorenkatalog der Universität Leipzig    

  
Spende an die Israelitische Gemeinde von Adolf Busch (1913)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 28. November 1913: "Gießen. Adolf Busch - Hamburg (oder Homburg?), ein Kind unserer Stadt, hat der hiesigen israelitischen Gemeinde 10.000 Mark für verschiedene wohltätige Zwecke vermacht."       

   
Zum Tod des Schneidermeisters Jakob Kahn (1913)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. Dezember 1913: "Gießen. Jakob Kahn, Schneidermeister, der jüngste Soldat des Krieges 1870/71 - er trat damals mit 16 3/4 Jahren als Freiwilliger ein - , ist verschieden."      

  
Zum Tod von Adolf Austerlitz (1914)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 18. Januar 1914: "Gießen. Adolf Austerlitz, seit drei Jahrzehnten Vorsitzender des Israelitischen Wohltätigkeitsvereins, ist verschieden."     

  
Spende des Kommerzienrates S. Heichelheim für die Stadt Gießen (1914)  
Anmerkung: der Name ist im Artikel verschrieben für korrekt Heichelheim.

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. August 1914: "Herr Geheimer Kommerzienrat S. Heichelheim in Gießen hatte aus Anlass seines 70. Geburtstages einen Betrag für einen Bau in Höhe von 50.000 Mark der Stadt Gießen in Aussicht gestellt, wenn der Bau in diesem Jahre zur Ausführung kommt. Jetzt hat der Herr Geheime Kommerzienrat diese Summe ohne jegliche Bestimmung der Stadt übergeben."      

  
Zum Tod von Sußmann Hirsch Sondheim (1915)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juli 1915:   

  
Gerson Isenberg wird mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet (1915)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. August 1915:    

  
Dr. Leo Rosenberg wird zum ordentlichen Professor der juristischen Fakultät ernannt (1916)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. August 1916: "Gießen. Dr. Leo Rosenberg, a.o. Professor an der juristischen Fakultät ist zum ordentlichen Professor ernannt worden."      
Weiterer Artikel zu Rosenberg und biographische Angaben s.o. von 1912. 

  
Dr. Israel Rabin wird Lektor für jüdische Wissenschaften am Orientalischen Seminar der Universität (1919)  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. Februar 1919: "Zum Lektor für jüdische Wissenschaften am Orientalischen Seminar der Universität Gießen ist Dr. J. Rabin, zuletzt Leiter des Rabbinerseminars in Odessa, zugelassen worden."        

 
Rabbiner Weinberg aus Pilwischok erhält einen Lehrauftrag an der Fakultät für jüdische Wissenschaften in Gießen (1921)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. September 1921:       


Dozent und Rabbiner J.J. Weinberg wurde promoviert (1923)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. August 1923:    

  
Zum Tod des Vorstandsmitgliedes der Religionsgesellschaft Sigmund Hirsch (1925)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Oktober 1925:     

    
70. Geburtstag von Adolf Baer (1929)       

Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 25. Januar 1929:  "Gießen (70. Geburtstag). Das Vorstands- und Ehrenmitglied der Chewra Kadischa, Herr Adolf Baer, beging in seltener Körper- und Geistesfrische seinen 70. Geburtstag. Dem Vorstand der Religionsgemeinde gehört Herr Baer seit zehn Jahren an, und kürzlich wurde er auf weitere fünf Jahre für dieses Amt gewählt, der beste Beweis für die Wertschätzung seiner sozialen Arbeit."            

 
84. Geburtstag von Frau Hirsch geb. Satz (1929)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juni 1929:    

   
Zum Tod von Therese Sondheim geb. Stern (1930)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. September 1930: "Gießen, 14. September (1930). Am 13. Elul (= 6. September) hat ein ganz großer Kreis den Heimgang von Frau Therese Sondheim geb. Stern beweint. Eine edle, brave und fromme Frau, eine der immer seltener werdenden frommen Frauen ist in fast vollendetem 70. Lebensjahre mit ihr dahingegangen. Vor 30 Jahren siedelte sie an der Seite ihres gleichgesinnten Gatten, der ihr schon vor 15 Jahren in die Ewigkeit vorausgegangen ist, von Ober-Gleen nach Gießen, um als treue Mitglieder unserer Religionsgesellschaft ihren Kindern eine gute Erziehung, sowohl in religiöser als auch profaner Hinsicht geben zu können. Das Haus, das beide führten, war ein in jeder Weise vorbildliches, beide verstanden Tora und weltliche Betätigung zu verbinden und auf dieser Grundlage ihre Kinder - sechs Söhne und zwei Töchter - zu gesetzestreuen und wackeren Menschen heranzubilden.   
In ihrem Witwenstande verstand es Frau Therese Sondheim, ihr Haus zu einer Gaststätte zu gestalten, wo jedermann von dem Hauche mütterlicher und menschlicher Liebe sich umgeben fühlte. Eine selten harmonische Mischung von zielsicherem, starkem Willen mit warmer Gemütstiefe befähigte sie, manchen Freunden mit Rat und Tat helfend beizuspringen. Kein Bedürftiger ging von ihrer Türe, der nicht von ihrer Güte und Milde beschenkt wurde.   
Beste Kraft schöpfte sie aus echter, innerlich wahrhaftiger Frömmigkeit, und dies Gottvertrauen half ihr auch, ihren kränklichen Körper meistern und während ihres längeren Krankenlagers geradezu ergreifenden Gleichmut zu erhalten. Ihre erzieherische Saat ging in herrlichen Früchten auf. Mit beispielloser Liebe und Treue wurde sie von ihren Söhnen und Töchtern bis zu ihrem letzten Atemzuge gehegt und gepflegt, die die teure Mutter scheiden sahen in dem Bewusstsein, deren unendliche Liebe tausendfältig wiedergegeben zu haben. Ihre Bestattung gestaltete sich zu einer großen Kundgebung all der Beliebtheit und Verehrung, deren sie sich erfreuen durfte. Tief ergriffen schilderte Herr Provinzialrabbiner Dr. L. Hirschfeld die edlen Tugenden und Eigenschaften der Entschlafenen. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."     

  
Zum Tod von Prof. Moritz Pasch (1930)   

Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 3. Oktober 1930: "Geheimrat Professor Pasch (Gießen) gestorben. Am 20. September starb in Bad Homburg der berühmte Mathematiker Geheimrat Professor Dr. Moritz Pasch, der Senior der Mathematiker. Pasch wurde 1843 in Breslau geboren und entstammt einer angesehenen jüdischen Familie. Dem Judentum hat der große Gelehrte stets die Treue gehalten. - 1870 habilitierte sich Pasch an der Universität Gießen, wo er 1873 zum außerordentlichen und 1875 zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Bis 1911 übte er seine erfolgreiche Lehrtätigkeit aus, um sich nach seiner Emeritierung ganz seinen wissenschaftlichen Forschungen zu widmen.  
Pasch hat durch bahnbrechende Werke wie erkenntnistheoretisch-axiomatische Grundlagenforschung der Mathematik in neue Bahnen gelenkt, und heute steht dieser Zweig der mathematischen Wissenschaften im Mittelpunkt des Interesses. Aus der Zahl seiner Schriften seien hervorgehoben: 'Vorlesungen über neuere Geometrie', 1882 (2. Auflage 1926), 'Einleitung in die Differential- und Integralrechnung', 'Grundlagen der Analysis', 1909, 'Veränderliche und Funktion' und Mathematik am Ursprung'. Bis ins höchste Alter war Geheimrat Pasch mit seinen Forschungen beschäftigt. Die Erinnerung an diesen großen Menschen und an den schöpferischen Forscher wird nicht vergehen. Dr. S. Weinberg. 
     
Eine stattliche Trauergemeinde versammelte sich am 24. September in der jüdischen Abteilung des neuen Friedhofs, um von dem verstorbenen Freunde und Kollegen Abschied zu nehmen. Nach formvollendeter, gedankenreicher Rede des Provinzialrabbiners Dr. Sander trat der Rektor der Landesuniversität, der mit einer ganzen Reihe von Professoren und Dozenten erschienen war, Professor Dr. Eger, in Amtstracht an den Sarg und gab in ergreifenden Worten der Trauer der hessischen Landesuniversität um diesen bedeutenden Gelehrten Ausdruck. Mehr als 41 Jahre sei Moritz Pasch mit der Universität eng verbunden gewesen, und nicht zum wenigsten habe seine Tätigkeit als Gelehrter und Forscher dazu beigetragen, das Ansehen der Alma Ludoviciana in der Welt zu erhöhen. Die Universität werde Moritz Pasch nie vergessen. Danach pries der Dekan der philosophischen Fakultät, Professor Dr. Vanselow, die Bedeutung des Entschlafenen als Mann der Wissenschaft. Nach ihm sprach noch der Dekan der naturwissenschaftlichen Fakultät zu Frankfurt am Main. Er erinnerte daran, dass die beiden Universitäten Frankfurt und Freiburg Moritz Pasch zu seinem achtzigsten Geburtstage durch die Ernennung zum Dr.h.c. geehrt hätten, und hob hervor, welch ein inniges Verhältnis zwischen der Fakultät und Moritz Pasch bis in die letzten Monate hinein bestanden habe. Zum Schlusse seiner ergreifenden Ansprache legte er einen Kranz am Sarg nieder, dessen schwarzrotgoldene Schleife die Inschrift trug: 'Dem Freunde! Dem Vorbild!'    Marx (Giessen)."     
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 26. September 1930:   
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 20. Februar 1931:    
Giessen Pasch 010.jpg (12362 Byte)Foto links: Prof. Dr. Moritz Pasch. Weitere Informationen zu Pasch siehe Wikipedia-Artikel zu Moritz Pasch    
Weiterer Link: Foto des Grabsteines für Moritz Pasch  
 
Quelle für das Foto   

       
Vorsteher Sally Meyerfeld wird wiedergewählt (1931)       

Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 28. Januar 1931: "Gießen. (Persönliches). Bei den letzten Ergänzungswahlen zum Vorstand der Religionsgemeinde wurde der bisherige Vorsteher Sally Meyerfeld fast einstimmig wiedergewählt."            
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 23. Januar 1931: 

 
75. Geburtstag des Gemeindevorstehers Moritz Strauß (1931)         

Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 11. Februar 1931: "Gießen. (Persönliches). Am 28. Januar beging der Vorsteher der Israelitischen Religionsgemeinde, Herr Moritz Strauß, in voller Körper- und Geistesfrische seinen 75. Geburtstag. Die Gemeinde verdankt dem Jubilar die Erhaltung und Förderung ihrer Institutionen und ließ es an seinem Ehrentage an sichtbaren Zeichen der Wertschätzung und Verehrung nicht fehlen."         

  
70. Geburtstag der in Gießen geborenen Frauenrechtlerin Henriette Fürth (1931)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 21. August 1931:      

 
75. Geburtstag von Isaac Stern (1932)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1932: "Gießen, 31. Oktober (1932). Am Schabbat Paraschat Noach (Schabbat mit dem Wochenabschnitt Noach = 1. Mose 6,9 - 11,32, das i. 5. November 1932) feiert Herr Isaac Stern, hier, seinen 75. Geburtstag. Herr Stern, seit über 30 Jahren ein treues und eifriges Mitglied der Gießener Religionsgesellschaft, hat sich stets bestrebt, sein Leben in echter Jüdischkeit zu verbringen und sein Haus gemäß den Anforderungen unserer Tora zu führen. Die drei Grundsäulen des Judentums, Tora, Gottesdienst und Wohltätigkeit waren es, auf welchen er sein Leben aufbaute. Mögen dem alten Herrn im Vereine mit seiner Lebensgefährtin noch recht lange Jahre in Gesundheit und Wohlergehen beschieden sein. (Alles Gute) bis einhundert Jahre!"     

   
Zum Tod von Rechtsanwalt Hermann Mendelsohn (1933)   
Anmerkung: vgl. bei den Google-Books: "Gedenkblätter für Hermann Mendelsohn, Rechtsanwalt zu Gießen: geb. 23. März 1868, gest. 29. März 1933". 1933 31 S. 
Link zu den Google-Books.   
Bestand im Stadtarchiv Gießen in der Foto- und Bildersammlung: Aktenplan 10,18 Einzelpersonen; hier: 81 1621: Mendelsohn, Hermann.   

Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des Zentralvereins") vom 4. April 1933: "Ende vorigen Monats starb im Alter von 65 Jahren Rechtsanwalt Hermann Mendelsohn (Gießen). Im 47. Lebensjahr zog Mendelsohn freiwillig in den Weltkrieg. Anfang 1915 erhielt er schon das Eiserne Kreuz und wurde bald zum Leutnant befordert. Die überaus große Beteiligung an seinem Leichenzuge zeugte von seiner allgemeinen Beliebtheit."       

 
Zum Tod des Vorsitzenden der Israelitischen Religionsgesellschaft Alfred Fröhlich (1933)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. November 1933: "Gießen, 5. November (1933). Noch klafft die Wunde des Heimganges unseres verehrten Rabbiners. Dr. L. Hirschfeld - das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen -, und schon wieder hat uns ein ungemein harter Schicksalsschlag getroffen durch das plötzliche Hinscheiden unseres lieben 1. Vorsitzenden der Israelitischen Religionsgesellschaft, Herrn Alfred Fröhlich, dessen Hinscheiden einen gewaltigen Verlust für unser Gemeindewesen bedeutet. In einer Sitzung der Landjudenschaft, in der die Neubesetzung des Rabbinats behandelt wurde, vertrat er in beredten Worten den Standpunkt der Israelitischen Religionsgesellschaft und deren Interessen. Kaum hatte er seine Ausführungen beendigt, ereilte ihn zur größten Bestürzung aller Anwesenden der Tod. Was er unserer Religionsgesellschaft war, kann nur der bemessen, der in seiner Gemeinde lebte und sein Wirken mit offenen Augen zu beobachten und zu bemessen Gelegenheit hatte. Zum Lehrerberufe bestimmt, besuchte er die Präparandenanstalt in Burgpreppach und die Israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg. Diese Anstalt berief ihn vor mehreren Jahren in das Kuratorium; man schätzte dort seinen offenen Blick und war für seine Anregungen stets dankbar. Nachdem der Verblichene in mehreren Gemeinden segensreich gewirkt hatte, nahm er seinen Wohnsitz in Gießen. Hier erkannte man bald seine Umsicht, seinen Weitblick, seine organisatorische Fähigkeit und wählte ihn in den Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft und kurze Zeit darauf zu ihrem Führer. Allen stand sein goldenes Herz gleich nahe, mit Rat und Tat trat er für alles Gute und Edle ein, den Bedürftigen empfing er mit Freundlichkeit und Liebe. Er war ein würdiger Nachkomme seines Stammvaters Abraham, dessen Name er trug, seine Türen waren weit geöffnet, um die edle Tugend der Gastlichkeit, die er in Gemeinschaft mit seiner tieftrauernden Gattin in reichstem Maße erfüllte. Er war ein liebevoller Gatte und treubesorgter Vater, der im sonnigen Familienglück seine erhabenste Freude fand. Auch ein Freund des Friedens war er, sein Streben war, den Frieden zu erhalten, überall wo es galt, Gegensätze zu mildern und auszugleichen, aber nie bot er seine Hand, einen Frieden zu schließen auf Kosten der Wahrheit. Bei seiner Beisetzung konnte man so recht den Verlust unserer Gemeinde ermessen, eine riesige Beteiligung sei seiner Beisetzung. Herr Provinzialrabbiner Dr. Cohn, Marburg, entwarf ein getreues Bild des Verstorbenen. Sodann widmete der Jugendfreund und frühere Kollege, Herr Bernhard Klein, dem Dahingeschiedenen Worte des Gedenkens, der Liebe und Freundschaft. Herr H. Joseph, 2. Vorsitzender der Israelitischen Religionsgesellschaft, dankte im Namen des Vorstandes und der Gemeinde. Herr E. Neumann, Lehrer und Kantor der Israelitischen Religionsgesellschaft, brachte den Dank der Jugend in beredten Worten zum Ausdruck. So wird uns dieser edle, sonnige Mensch in ewigem Gedenken bleiben. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."       

  
Zum Tod von Ida Isenberg geb. Löwenstein (1934)
    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. September 1934: "Fronhausen, 14. September (1934). Eine trauernde Gemeinde war es, die eine weit über die Grenzen der engeren Heimat überaus hochgeschätzte, von allen geliebte und geachtete Frau zur letzten Ruhestätte führte, zu dem Friedhof, den ihr seliger Vater vor vielen Jahren der Gemeinde geschenkt und auf dem alle Glieder seines Hauses ihren Ruheplatz finden sollten: Frau Ida Isenberg aus Gießen, deren Gatten David Isenberg man schon im Jahre 1906 hier heraufgetragen hatte. Schon gar früh hat diese wackere Frau das Leben an verantwortungsvolle Stelle gestellt und sie hat ihren Posten treu behauptet. Schon mit 19 Jahren reichte sie ihrem tiefen angesehenen Gatten zu Ehebund die Hand, dem sie elf Kinder schenkte, wovon noch 9 leben und sich großer Beliebtheit erfreuen. In ihr Leben griff das Schicksal oft mit rauer Hand ein und getragen von einer echten Gottesfurcht, gestärkt durch unsere Wahrheit hat sie allen Stürmen standgehalten, besonders als in ihrem 38. Lebensjahr durch den Tod ihres Gatten das traute, schöne Familienleben zerrissen wurde und sie nun mit einer alten Mutter und noch zehn unmündigen Kindern allein stand. Bei der Fülle der nun auf sie einstürmenden Aufgaben und Pflichten hat sie nie gewankt und ihren heiteren Lebensmut verloren, eine seltene Frau, die nach ihrer Erziehung so peinlich die Gebote einhielt, dass sie zum Vorbild für viele gelten könnte. Wo Not und Armut war, war sie hilfsbereit zur Hand, ob es halt, im Gießener Krankenhaus oder auch in Privathäusern Kranke zu besuchen oder das heilige Gebot (statt Gebet) von wahrhafter Wohltätigkeit zu erfüllen (sc. sie hat sich auch in der Frauenchewra um das Bestattungswesen bemüht).  
Am Tag vor Neujahr erlitt sie einen Schlaganfall und am Donnerstagmorgen erwachte sie aus ihrer Bewusstlosigkeit, um, mit dem Sch'ma auf den Lippen, ihre reine Seele auszuhauchen.
Herr Lehrer Neumann, Gießen, entwarf ein kurzes Lebensbild der Verstorbenen, der fast die gesamte Gemeinde von Gießen das letzte Geleite gab; auf dem Friedhof in Fronhausen hatten sich viele Trauernde eingefunden. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

   
    
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Anzeige des Getreide- und Mehlgeschäftes Goldenberg & Marcus (1890)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Oktober 1890:    

  
Anzeige von Juwelier & Uhrmacher David Kaminka (1900)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Mai 1900:    

  
Anzeige der Farben- und Lack-Großhandlung S. H. Sondheim (1903)   

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. Oktober 1903:    

   
Anzeige des Restaurants Grünewald (1906)     

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. April 1906: "Suche Lehrstelle 
für meinen Sohn, 14 1/2 Jahre alt, in einer Konditorei. Samstag und Feiertage geschlossen. Offerte an 
Restaurant Grünewald, Giessen
."            

 
Anzeigen des Hotels Central in Gießen (1906 /1911)  

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 24. August 1906:     
   
Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 10. März 1911:    

   
Verlobungsanzeige von Flora Isenberg und Bendix Blumenthal (1921)       

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Dezember 1921:       

 
Verlobungsanzeige von Gertrud Mayer und Arthur Wassermann (1922)      

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. April 1922:       


Anzeige der Weinhandlung von A. Austerlitz (1925)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juli 1925:    

  
Verlobungsanzeige von Rellie Sondheim und Salo Posen (1928)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. September 1928:    

  
Anzeige von Frauenarzt Dr. Mack (1929)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1929:    

  
Verlobungsanzeige von Selma Mayer und Karl Sondheim (1930)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli 1930: 
"Selma Mayer - Karl Sondheim. Verlobte.  
Mannheim Schöpflinstraße 6  -  Mönchsroth in Bayern  - Gießen  Nordanlage 11. 
Gießen, 1. Juli 1930".         

     
Nach der Emigration: Verlobungsanzeige von Gisella Simon und Heinz Baer (1944)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Aufbau" vom 10. März 1944: 
"Mr. and Mrs. Walter Simon 
annouce the engagement of their daughter 
Miss Gisella Simon to Mr. Heinz Baer.  
74 West 103rd St. New York, N.Y. (formerly Berlin)  7726 Mc Pherson  St. Louis, Mo. (formerly Giessen)."      

  
  
Sonstiges 
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: Grabstein in New York für Charles Wolfskehl aus Gießen (1836-1907)        
Anmerkung: das Grab befindet sich in einem jüdischen Friedhof in NY-Brooklyn.    

Giessen NY Cyprus 1735.jpg (105373 Byte)   Grabstein für 
"My beloved husband 
and our father 
Charles Wolfskeh
born in Giessen, Darmstadt  
June 19, 1836  
died Sept. 29, 1907".   

     

Kennkarten aus der NS-Zeit für Helene Goldschmidt und Herbert Homberger           
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarten zu Personen, 
die in Giessen geboren sind
 
 Giessen KK MZ Goldschmidt Hel3ene.jpg (98796 Byte)  Giessen KK MZ Homberger Norbert.jpg (90131 Byte)  
  Kennkarte (ausgestellt in Gießen 1939) für Helene Goldschmidt 
(geb. 9. Juni 1920 in Gießen), Hausangestellte, später wohnhaft in Gießen,
 Osnabrück und Mainz; am 25. März 1942 ab Mainz-Darmstadt in 
das Ghetto Piaski deportiert und umgekommen.    
 Kennkarte (ausgestellt in Mainz 1939) für Herbert Homberger 
(geb. 1. März 1908 in Gießen), Kaufmann; wohnhaft in Mainz. 
1943 nach Auschwitz deportiert und 
dort am 26. August 1943 ermordet.   
 

  
  
Weitere Dokumente  

 Ansichtskarte Marktplatz Giessen mit dem 
Textilgeschäft Julius Pfeffer (1914/18)
  
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries) 
 Giessen Dok 087b.jpg (455311 Byte) Giessen Dok 087a.jpg (91136 Byte)  Giessen Dok 087.jpg (79550 Byte)

Die Ansichtskarte aus den Jahren 1914-1918 vom Marktplatz Giessen zeigt u.a. das Textilgeschäft Julius Pfeffer. 
Der Inhaber Ignatz Pfeffer und seine Frau Jeanette geb. Hirsch wohnten in Giessen am Marktplatz 6. Das Ehepaar hatte fünf Kinder: Sohn Julius Pfeffer betrieb ein Kleider - und Textilgeschäft. Er starb bereits 1928. Sohn Fritz Pfeffer war von Beruf Zahnarzt. Auf seiner Flucht versteckte er sich zusammen mit der Familie Frank in Amsterdam im selben Haus und teilte mit Anne Frank ein Zimmer. Nachdem das Versteck verraten wurde, ging sein Leidensweg über Auschwitz und Sachsenhausen nach Neuengamme, wo er am 20. Dezember 1944 zu Tode kam. Sohn Emil Pfeffer emigrierte 1937 nach Südafrika. Sohn Hans Pfeffer ging nach New Jersey. Sohn Ernst Pfeffer zog nach England und nahm seinen Neffen Werner Pfeffer, Sohn von Fritz Pfeffer, bei sich auf. Ernst Pfeffer starb 1944. Tochter Minna Pfeffer blieb bei ihrem Vater und starb unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Jeanette Pfeffer starb bereits 1925. Ignatz Pfeffer wurde am 27. September 1942 ab Darmstadt nach Theresienstadt deportiert und dort am 8. Oktober 1942 ermordet.
Quellen. http://www.stolpersteine-giessen.de/dokumentation/verlegeorte/marktplatz_11.html 
http://en.wikipedia.org/wiki/Fritz_Pfeffer 
http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/buseck/wahre-schaetze-aus-dem-giessen-des-jahres-1890_13597695.htm 
http://freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com/~alcalz/aufbau/1945/1945pdf/j11a24s25.pdf  - Nachruf ganz unten links   

     
     

    

      

      

      

      

     

     

 

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Stand: 03. Januar 2016