Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Gailingen am Hochrhein (Kreis Konstanz)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte des Ortes 
Seite 3: Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde 
sowie Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Gailingen wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 19.7.2011.     
   
Ein Teil der Texte muss noch abgeschrieben werden - bitte zum Lesen die Textabbildungen anklicken!    

  
Übersicht:

Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde    
-  Leopold Guggenheim wird zum Bürgermeister gewählt (1870)  
-  Wiederwahl von Leopold Guggenheim als Bürgermeister (1877)  
-  Über die Verdienste von Heinrich Harburger im Krieg 1870/71 (Artikel von 1895)  
-  Sal. S. Wolf ist 50 Jahre der 1. Vorstand der Bruderschaft Dower Tow (1886)  
-  25-jähriges Jubiläum von Henry Weil und Maier Moos als Vorsteher der Chewra Kadischa (1887)  
-  Sterbebegleitung durch den 96-jährigen Jakob Weil (1887)    
-  Zum Tod von Maier Elias Moos (1889)   
-  Goldene Hochzeit von Baruch Kaufmann und Frau (1892)  
-  Zum Tod von Mirjam Ullmann (1893) 
Zum Tod von Fanny Gut geb. Rothschild (1893)  
Zum Tod von Joseph Kaufmann (1893)   
Zum Tod von Samuel H. Guggenheim (Bruder von Bürgermeister Guggenheim, 1893)   
Zum Tod von Maier Veit Weil (1894)   
Zum Tod von Vögele Weil (1896)   
Weiteres Dokument - Witwe Hirsch-Kubitschek betreffend (1899)  
Abschied des langjährigen Vorstehers Baruch Harburger (1899)   
Abschiedsfeier für Wilhelm Moos (1900)   
Zum Tod von Emil Moos (1905)  
Zum Tod von Heinrich Harburger (1907)  
Zum Tod von Marie Kurz geb. Veit (1908)   
Goldene Hochzeit von Leopold und Dorlina Gut (1912)   
Auszeichnungen für Unteroffizier Philipp Veit (1914)   
Zum Tod des Synagogenrats-Vorstehers Ludwig Rothschild (1915)  
Goldene Hochzeit von Abraham M. Weil und Babette geb. Dreifuß (1919)  
Zum Tod des langjährigen Gemeindevorstehers Baruch Harburger (1919)   
Zum Tod des Arztes Dr. Calmann Heilbronn (1921)   
25-jähriges Seminarjubiläum des aus Gailingen stammenden Studienrates Elias Gut in Köln (1926)  
60. Geburtstag des aus Gailingen stammenden Studienrates Elias Gut in Köln (1929)      
Zum Tod von Mathilde Hasgall geb. Wallensteiner (1931)   
Bericht von Dr. S. Heilbronn über eine Reise nach Erez Jisrael (1933)  
Zum Tod des aus Gailingen stammenden Konstanzer Rechtsanwalt Dr. Willy Rothschild (1934)     
Zum Tod von Anna Heilbronn, Witwe des Dr. Heilbronn (1937)  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen      
-  Anzeigen von Gustav Bloch (1861 / 1863)   
-  Anzeige der Fa. Guggenheim & Söhne (1887)  
-  Anzeige von Adolf Guggenheim (1890)  
Lehrlings-Gesuch des Eisen- und Metallwarengeschäftes E. Harburger & Söhne (1891)   
Anzeige von Hugo Guggenheim (1900)   
Anzeigen des Hotels Café Biedermann (1900 / 1936)  
Das Hotel Café Biedermann sucht eine Köchin (1900)  
Anzeigen der Seifenfabrik von Nathan Gut (1901) 
Spendenaufruf von Jonas Biedermann (1901)      
Lehrlingssuche der Herrenkleiderfabrik Gebrüder Ottenheimer (1903)   
Anzeige der Seifenfabrik Gailingen von Kantor Kahn (1909)   
Nachnahme-Karte der Fa. Isaac & Co. (1910)  
Hochzeitsanzeige von Dr. Ezechiel Hasgall und Esther geb. Kahn (1925)   
Hochzeitsanzeige von Abraham Hasgall und Helene geb. Sondheimer (1928)    
Hochzeitsanzeige von Norbert Guggenheim und Fanni geb. Kissinger (1929)  
Verlobungsanzeige von Alice Weil und Heinrich S. Hanhart (1931)  
Todesanzeige für Edwin L. Rothschild (1932) 
Weitere Dokumente  
Brief von Seligmann E. Biedermann in Gailingen an den Gemeindevorsteher H. Bernheimer in Thiengen (1851)   
     

    

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
 
Leopold Guggenheim wird zum Bürgermeister gewählt (1870)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. November 1870: "Karlsruhe. Von 304 Stimmberechtigten wurde heute Leopold Guggenheim, Kaufmann in Gailingen, mit 206 Stimmen als Bürgermeister gewählt. Er ist der erste Israelit in Baden, der zu einer solchen Stelle gelangt."  
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Juli 1871: "Gailingen (Baden), den 30. Juni (1871). In Nr. 26 des 'Israelit' wird von der Wahl eines Israeliten zum Bürgermeister berichtet. Auch hier in einem etwa 2.400 Seelen zählenden Orte wirkt ein Israelit (Herr Guggenheim) schon ¾ Jahr als Bürgermeister zur allgemeinen Zufriedenheit. B."    

  
Wiederwahl von Leopold Guggenheim als Bürgermeister (1877)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Januar 1877: "Gailingen, 5. Januar 1877: "Gestern wurde Herr H. L. Guggenheim von hier, nachdem seine 6-jährige Amtsdauer abgelaufen, zum zweiten Male als Bürgermeister der hiesigen Gemeinde erwählt. Abgesehen von der Seltenheit dieses Ereignisses berührt uns dasselbe umso freudiger, als der Gewählte ein religiöser Mann ist, der in jeder Weise seiner Stellung entspricht und es aufs Beste versteht, des Vertrauens sich würdig zu zeigen, das in ihn gesetzt wird."

  
Über die Verdienste von Heinrich Harburger im Krieg 1870/71 (Artikel von 1895)

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. September 1895: "In der Geschichte des 6. badischen Infanterieregiments Nr. 114, von dem Major Waenker von Dankenschweil beim großen Generalstabe, ist der damalige Gefreite und jetzige Kaufmann Heinrich Harburger von Gailingen ‚für besonders rühmliches Verhalten während des Feldzuges 1870/71’ aufgeführt; insbesondere wird von ihm erwähnt, dass er in der 3-tägigen Schlacht bei Belfort ‚verdiene, einen Ehrenplatz einzunehmen, dass er immer unter den Ersten war, die sich nach den größten Strapazen und in den gefährlichsten Lagen stets freiwillig zu Patrouillen und sonstigen Unternehmungen meldeten.’   Konstanz, 4. September. E. Rothschild."

   
Sal. S. Wolf ist 50 Jahre 1. Vorstand der Bruderschaft Dower Tow (1886)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Oktober 1886: "Gailingen, (Baden). Ein kleines Fest, das vergangenen Schmini Azeret im hiesigen Orte in bescheidenem Rahmen begangen wurde, dürfte seiner Seltenheit halber wohl wert sein, durch Ihr geschätztes Blatt verbreitet zu werden, da wir annehmen, dass sich auch ein entfernteres Publikum für derartige, echt jüdische Anlässe interessieren dürfte.   
Unser Mitbürger, Herr Sal. S. Wolf, hat nämlich am genannten Tage sein 50-jähriges Jubiläum als 1. Vorstand der Bruderschaft Dower Tow (Verein zur Ausübung guter Werke) durch Abhaltung eines durch die Mitglieder dieser Bruderschaft im Café Biedermann hier veranstalteten Bankett, gefeiert. Dem Jubilar, welcher mit Pflichttreue seit dem Jahre 1836 als 1. Vorstand dieses der örtlichen Wohltätigkeit gewidmeten Vereines wirkt, wurde von Seiten der Mitglieder des Vereins ein passendes Geschenk überreicht, und demselben im Verlaufe des Festes von einem Mitgliede des Vereins, der Dank für dessen langjähriges Wirken abgestattet, worauf der Jubilar, sichtlich gerührt, für diese erwiesene Ehre dankte, und in einem guten Vortrage alles Das, was der Verein seit seiner Gründung im Jahre 1803 geleistet, in einem kurzen Überblick klar darlegte. Wir entnahmen daraus, dass dieser Wohltätigkeitsverein, trotz seiner bescheidenen Mittel, doch seit seinem Bestehen viel Gutes geleistet, viele Arme unterstützt hat, und darf wohl hervorgehoben werden, dass diese Bruderschaft in der Hauptsache noch im gleichen Sinne wirkt und handelt, wie solche von den selig verstorbenen Eltern und Großeltern der jetzigen Mitglieder gegründet wurde.   
Von Herrn Vorsteher Harburger hier wurde dem Jubilar bei diesem Feste namens der Gemeinde gratuliert, und betonte dieser in seinem Toaste, dass es dem Jubilar Herrn Wolf vergönnt sein möge, mit Gottes Hilfe in vier Jahren abermals ein Jubiläum zu begehen, nämlich dasjenige als ehrenamtlicher Vorbeter, in welcher Eigenschaft der Jubilar schon 46 Jahre in hiesiger Gemeinde wirkt. Wir schließen uns gerne diesem Wunsche an, und hoffen, dass der Jubilar solches an der Seite seiner ehrbaren Gattin, mit welcher derselbe ebenfalls schon 46 Jahre in glücklicher Ehe lebt, mit der gleichen Gesundheit und Geistesfrische, welches sich derselbe trotz seiner 78 Jahre heute erfreut, mit Gottes Hilfe erleben möge.  M."

   
25-jähriges Jubiläum von Henry Weil und Maier Moos als Vorsteher der Chewra Kadischa (1887)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juni 1887: "Gailingen.   


Sterbebegleitung durch den 96-jährigen Jakob Weil (1887)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juli 1887: "Gailingen (Baden). Gestatten Sie mir, das nachfolgende interessante Faktum zu veröffentlichen, wovon Schreiber Dieses Augenzeuge war. An dem Sterbelager eines schwerkranken, 77-jährigen Mannes stand der ehrwürdige und achtbare Bürger Jakob Weil, der Ältere, ein Greis von 96 Jahren, wenigstens 3 volle Stunden und wehrte dem vor ihm liegenden Kranken die Fliegen ab, ja, er machte ihm eine volle Stunde lang Eisüberschläge. Wer in der Nähe stand und es mit ansah, der wünschte sich, ein Bild hiervon zu besitzen, denn es wird wohl zu den größten Seltenheiten des menschlichen Lebens gehören, einen kerngesunden Greis, mit vollem Verstand, nahe an den hundert Jahren, in sehr vermöglichen Verhältnissen, als freiwilligen Krankenwärter vor einem Sterbenden zu sehen, und Jeder in der Gemeinde hegt den Wunsch, dass Gott, der Allmächtige, diesen ehrwürdigen, achtbaren Greis in Gesundheit auch das hundertste Lebensjahr erleben lassen möge, denn derselbe ist eine große Zierde unserer ganzen Gemeinde. Er macht täglich Krankenbesuche, geht ins Gotteshaus morgens und abends. Wer es mit ansieht, dem lacht das Herz." 

   
Zum Tod von Maier Elias Moos (1889)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Mai 1889: "Gailingen. Während es von unserem heiligen Pessachfeste heißt, dass wir an demselben geführt wurden 'aus der Trauer zur Freude und aus dem Jammer zu einem Feiertag’ traf in hiesiger Gemeinde diesmal leider das Gegenteil ein; denn wenige Tage nach dem Fest starb unerwartet rasch nach kaum achttägiger Krankheit einer der Edelsten und Besten, die je hier gelebt, nämlich Herr Maier Elias Moos von hier.    
Wie sehr der Schmerz und die Trauer um den Verlust dieses wackeren Mannes alle Herzen ergriff, zeigte die große Bestürzung beim Bekannt werden der Trauerbotschaft, wie auch die außerordentlich zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnisse und zwar aus Nah und Fern, ohne Unterschied des Glaubens. 
Und in Wirklichkeit hat auch dieser edle Mann sich einer solch großen Liebe und Verehrung stets würdig gezeigt; denn er hat dasjenige, was ihm von dem allgütigen Gotte an Geistesgaben und an irdischen Gütern beschieden war, bereitwillig in den Dienst der Gemeinde und unserer Not leidenden Mitmenschen gestellt. Er war längere Zeit Vorsteher der hiesigen israelitischen Gemeinde, und bis zu seinem Tode Vorstand der Chewra Kadischa (Wohltätigkeitsverein), welch letzteres Amt er ununterbrochen während eines Zeitraums von 27 Jahren bekleidete.   
Beide Ehrenämter versah er zur vollen Zufriedenheit der israelitischen Gemeinde, wovon die Wohltätigkeit, die während dieses Zeitraums an ‚Lebenden und Toten’ geübt wurde, rühmlichst Zeugnis gibt.   
Aber auch außerhalb seines amtlichen Wirkungskreises hat er viel Gutes bewirkt und fördern helfen. Wer sich in irgendeiner Angelegenheit an ihn wandte, durfte sicher sein, mit Rat und Tat unterstützt zu werden.   
Er erreichte ein Alter von 66 Jahren. Möge die allgemeine Teilnahme, sowie das Bewusststein, dass das Wirken dieses Edlen gute Früchte getragen und sein guter Name bis in die spätesten Zeiten in hiesiger Gemeinde fortleben wird, den Hinterbliebenen einigermaßen zum Troste gereichen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

 
Goldene Hochzeit von Baruch Kaufmann und Frau (1892)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1892: "Aus Baden. Die früher in Gailingen, im badischen Oberlande und jetzt in Heidelberg wohnhaften und allgemein geachteten Baruch Kaufmann’schen Eheleute, haben am 15. Dezember ihre goldene Hochzeit gefeiert. Der Großherzog verlieh dem Jubelpaar die gestiftete silberne Erinnerungsmedaille, welche von dem Amtsvorstande, Herrn Geheimem Regierungsrat Pfister mit der Überbringung der Glückwünsche unseres edlen Fürsten überreicht wurde. Zu gleicher Zeit brachten Herr Bürgermeister Dr. Walz die Glückwünsche der Stadtgemeinde, und Herr Netter, Vorsteher, die der israelitischen Gemeinde zu Ausdruck." 

  
Zum Tod von Mirjam Ullmann (1893)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1893: "Gailingen, im Februar (1893). Am 2. Februar verschied hier plötzlich im Alter von 42 Jahren die durch ihre wahrhafte Frömmigkeit und seltene Herzensgüte ausgezeichnete Frau Mirjam Ullmann, Gattin des allgemein geachteten und geschätzten Herrn Max Ullmann sen. Bescheiden und anspruchslos, freundlich und wohlwollend gegen jedermann war sie nicht bloß eine selten treue Gattin und liebevolle Mutter, sondern auch eine wackere Frau in des Wortes eigenster Bedeutung. Armen und Dürftigen schlug ihr warmfühlendes Herz besonders entgegen, die in ihrem Hause stets eine liebevolle und gastfreundliche Aufnahme fanden. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  

  
Zum Tod von Fanny Gut geb. Rothschild (1893)
  

Wangen Israelit 04051893.jpg (77874 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1893: "Wangen (Baden), 24. April (1893). Vorigen Donnerstag fand in Gailingen unter großer Teilnahme von Nah und Fern die Beerdigung von Frau Fanny Gut statt. Mancher Leser des "Israelit" wird mit Wehmut ihrer gedenken. Denn die Wohnstätte der Verblichenen wurde in ihrem früheren Aufenthaltsorte St. Gallen von gesetzestreuen Glaubensgenossen seinerzeit gerne aufgesucht, wo sie als wahrhaft fromme Priesterin des Hauses waltete. Unbemittelten war zu jeder Zeit diese gastfreundliche Stätte geöffnet. Manche haben daselbst Labung für den Körper, Trost und Aufmunterung für die Seele gefunden. Für das Wohl der Ihrigen war der Verstorbenen kein Opfer zu schwer und kein Mittel zu groß. Mit recht konnte der Herr Rabbiner am Schlusse seiner Rede sagen: 'Mit ihr wurde ein Stück echt jüdischen Lebens und Strebens zu Grabe getragen.'"  
Nach Friedhofsdokumentation Bamberger zu Friedhof Gailingen Nd. II S. 188 Grab Nr. 281 ist Fanny Gut geb. Rothschild am 18. April 1893 im Alter von 75 Jahren gestorben. Sie ist geboren in Worblingen als Tochter des Handelsmannes Baruch Rothschild und seiner Frau Rachel geb. Ochs. Sie war verheiratet mit Daniel Gut. Ihr Grab in Gailingen ist erhalten. 

    
Zum Tod von Joseph Kaufmann (1893)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Oktober 1893: "Gailingen am Rhein, 16. Oktober (1893). Leider hat der Todesengel auch über unsern Ort seine Sense geschwungen und einen frommen, edlen und gerechten Mann unserer Mitte entzogen; denn das zweitälteste Mitglied unserer Gemeinde, Herr Joseph Kaufmann, hat am vergangenen Donnerstagmorgen im 84. Lebensjahre seine reine Seele ausgehaucht. Nur ein zweitägiges, durch Aufregung und Schrecken sich zugezogenes Leiden hat seinem segensreichen Leben ein allzu schnelles Ende gesetzt. Welcher Liebe und Achtung derselbe sich während seiner Lebenszeit erfreute, davon gab die gestrige Beerdigung beredtes Zeugnis. Reich wie arm, Jude wie Christ nahmen an derselben Teil. Manches Auge weinte bittere Tränen, ob des großen Verlustes, den die Gemeinde erlitten. Begleitete doch der Verstorbene eine lange Reihe von Jahren hindurch den ehrenhaften Posten eines Waisenrichters. Und ach – wie viele Arme und Bedürftige hat er unterstützt und wie bescheiden und anspruchslos war er stets für seine Person. Religiöse Pflichten zu erfüllen, bereitete ihm stets Freude und Genuss! Wie oft äußerte er sich über die jetzige Zeit, dass das Gottes-Wort so wenig erfüllt wird und dadurch so große Entweihung des heiligen Gottesnamens entsteht! Wie oft ist er Ratlosen mit gutem Rat und kräftiger Tat zur Seite gestanden. In diesem rühmenswerten Sinne erzog er auch seine Kinder, unterstützt von seiner Gattin, einer wackeren Frau in des Wortes schönster Bedeutung, welche ihm leider schon bereits vor 3 Jahren im Tode vorangegangen ist. Dieser traurige Fall, sowie der frühzeitige Tod zweiter verheirateter Töchter und eines Sohnes waren sein Kummer und darum bedurfte er seit jener Zeit der kräftigen  Stütze seines einzigen noch übrigen Sohnes. Dieser, sowie dessen Frau und Kinder waren seine Freude und sie haben durch hingebende Sorgfalt alles aufgeboten, um den Lebensabend des Verblichenen zu einem ungestörten und freudigen zu machen; was ihnen auch in der bestmöglichsten Weise gelungen. Mit Recht konnte daher unser Herr Rabbiner – sein Licht leuchte – in seiner Trauerrede die Worte anwenden: 'Unsere Lebensjahre, das sind siebzig Jahre…' (Psalm 90,10). Möge der Allvater die trauernde Familie trösten und stärken, damit sie den großen Verlust ertragen kann. Möge dem Verstorbenen der Lohn für seine guten Taten voll und ganz bezahlt werden. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

  
Zum Tod von Samuel H. Guggenheim (Bruder von Bürgermeister Guggenheim, 1893)

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. November 1893: "In Gailingen, dem Sitze des Bezirksrabbinates des badischen Oberlandes (mit den Gemeinden Gailingen, Worblingen, Wangen, Tiengen und Konstanz) starb am 23. dieses Samuel H. Guggenheim, Bruder des seligen, langjährigen verdienten Bürgermeisters hiesiger Gemeinde, Leopold Guggenheim. Samuel H. Guggenheim war lange Jahre Mitglied des Synagogenrates Gailingen, Vorsteher der Bezirks-Synagoge und verwaltete diese Ämter ebenso wie dasjenige des Direktors des hiesigen blühenden Vorschussvereins mit großer Gewissenhaftigkeit und gutem Takte. Die am 25. dieses stattgehabte Leichenfeier gab denn auch ein beredtes Zeugnis davon, in welch allgemeinem Ansehen der Verblichene gestanden, sodass Herr Dr. Spitz im vollen Sinne der ganzen Trauerversammlung sprach, als er dieses in seinem warmen Nachrufe hervorhob."   
  
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1893: "Gailingen, 25. Oktober (1893; wegen Raummangel verspätet). Kaum sind es zwei Wochen, dass uns ein altes Gemeindemitglied entrissen wurde, und schon wieder standen wir am offenen Grabe eines solchen; denn unser S.H. Guggenheim ist nicht mehr. Vor nahezu fünf Wochen wurde er an das Krankenbett gefesselt, das ihm zum Schrecken aller so plötzlich und schnell ein Totenbett werden musste. Einen edlen, gerechten Mann haben wir in ihm zu Grabe getragen. Hat er sich doch durch seinen Gerechtigkeitssinn, seine ungeheuchelte Frömmigkeit und Freundschaft die Liebe und Achtung aller derjenigen erworben, die mit ihm infolge seiner Stellung in hiesiger Gemeinde und der Ehrenposten, die er bekleidete, in Berührung kamen. War er doch seit nahezu 20 Jahren Bezirksältester und tätiges Mitglied des Chewra Kadischa (Wohltätigkeitsverein). – Bereits seit Gründung eines Vorschussvereins in hiesiger Gemeinde, war der Verstorbene Präsident der Gesellschaft, welche Stelle er seines hohen Alters wegen – er wurde 81 Jahre alt – vor einigem Jahre niederlegte und bei welcher Gelegenheit ihm durch Überreichung eines kostbaren Ehrengeschenkes die Dankbarkeit der Gesellschaft bewiesen wurde. Und ebenso wie er gelebt, ist er auch gestorben. Noch kurz vor seinem Tode ließ er die gesamte Familie an sein Bett kommen, dankte ihnen für ihre hingebende Pflege und nahm Abschied von ihnen. Mit tränenerstickter Stimme beauftrage er den anwesenden Herrn Rabbiner, der Gemeinde seinen Dank abzu-  
Gailingen Israelit 06111893c.jpg (60735 Byte)statten für das Vertrauen, das sie in ihn gesetzt, und bald darauf hauchte er seine reine Seele aus. Trauernd umstanden daher alle Familieglieder die Bahre ihres Oberhauptes und weinten bittere Tränen, ob des großen Verlustes, den sie erlitten. Und was er uns gewesen, das bewies die heutige Beerdigung, an der alle Mitglieder der Gemeinde, Vertreter der Bezirkssynagogen und viele christliche Bürger von hier und Umgebung teilnahmen. In beredten Worten schilderte der Herr Rabbiner das Leben und Wirken des Verblichenen und stattete ihm den Dank der Gemeinde ab. Kein Auge blieb tränenleer, als der Verstorbene in das kühle Grab gesenkt wurde. – Möge ihm die Erde leicht sein und möge es gelingen, einen würdigen und ebenso beliebten Nachfolger zu finden. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

    
Zum Tod von Maier Veit Weil (1894)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Juli 1894: "Gailingen, 28. Juni (1894). Schon wieder ist einer der edelsten unserer Gemeinde uns entzogen, den wir heute Mittag in den kühlen Schoß der Erde gebettet; denn unser treuer Gemeindebürger Maier Veit Weil ist nicht mehr. Bereits vier Jahre von einem schweren Leiden heimgesucht, hauchte er seine reine, gottergebene Seele am vergangenen Dienstag aus. Nie hörte man während seiner Leidenszeit ein Klagen und Seufzen, stets gottergeben ertrug er seine Schmerzen. Zwölf Jahre lang Verwaltungsmitglied der hiesigen jüdischen Gemeinde und Vorsteher mehrere Vereine, war er stets bestrebt, die Interessen derselben in geeigneter und würdiger Weise zu vertreten. Glücklich in allen seinen Unternehmungen, streng reell und ehrlich in seinem geschäftlichen Verkehr vergaß er niemals der Armen und Bedrückten. Und darum war er auch beliebt bei Juden und Christen. Im gleichen Sinne erzog er auch seine Kinder, 2 Töchter und 5 Söhne, die nun mit der betrübten Mutter ihres Oberhauptes beraubt sind und klagend die Bahre des geliebten Vaters und Gatten umstehen. Sein Ableben hat eine allgemeine und gerechtfertigte Trauer hervorgerufen, wovon die heutige Beerdigung beredtes Zeugnis ablegte. Möchte diese Teilnahme die trauernde Familie in ihrem Schmerze trösten und aufrichten! Weilt er auch nicht mehr in unserer Mitte, so lebt sein Andenken doch stets in unserem Herzen als ein gesegnetes fort und fort."  

   
Zum Tod von Vögele Weil (1896)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Dezember 1896: "Gailingen. Ein bescheidenes, im Verborgenen verblühtes Veilchen im schönen Blumenkranze der wackeren Frauen in Israel wurde uns entrissen. Frau Vögele Weil ist im hohen Alter von 83 Jahren nach einem sorgenvollen, leidenschweren, dornenbesäten, aber tiefreligiösen, gottesfürchtigen Leben ins bessere Jenseits eingegangen. Ihren Stiefkindern war die Heimgegangene, wie ihren eigenen Kindern eine treue, hingebungsvolle Mutter. Trotzdem ihr Leben eine lange Kette von Widerwärtigkeiten und Leiden gewesen war, kam niemals ein Laut der Klage, ein Wort des Unwillens über ihre Lippen. Als vor einigen Jahren ihr einziger Sohn, die Stütze ihres Alters, der in seiner großen Heimatgemeinde das Amt eines zweiten Vorsängers und des Schächters verwaltet hatte, im jungen Alter von 33 Jahren durch einen jähen Tod ihr entrissen wurde, da hörte man kein Schreien der Verzweiflung, leise und duldend sprach die fromme Frau mit den Worte unseres schönen ‚Chad Gadja’-Liedes: ‚Und du Todesengel, der du den Schochet schächtest…’* und ergab sich ruhig in das Geschick. Möchten die Hinterbliebenen ihre Trauer dadurch zeigen, dass sie in den Bahnen der Verstorbenen wandeln und insbesondere ihre Kinder für diese Gottes- und Gesetzestreue erziehen. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."       
*Anmerkung: zum Chad Gadja-Lied gibt es einen Wikipedia-Artikel.     

  
Weiteres Dokument - Witwe Hirsch - Kubitschek betreffend (1899)   

Schreiben des Synagogenrates in Gailingen an das Schultheißenamt in Aufhausen (1899)  
(Aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries)
Gailingen Dok 185a.jpg (110645 Byte) Gailingen Dok 185.jpg (91530 Byte)
   Schreiben "die Verlassenschaft der verstorbenen Salomon Kubitschek Witwe Babette geb. Metzger betreffend"; diese war die 2. Ehefrau des Salomon Kubitschek aus Aufhausen, war aber vorher in Gailingen mit Daniel Hirsch Kahn verheiratet. 

 
Abschied des langjährigen Vorstehers B. Harburger (1899)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. November 1899: "Gailingen. Ein hoch geachteter und allgemein beliebter Mann, Herr B. Harburger, ist dieser Tage von uns geschieden, um nach Zürich überzusiedeln. 20 Jahre lang wirkte Herr Harburger hier als Vorstand der israelitischen Gemeinde, Lange gehörte er dem Bürgerausschuss an, außerdem war er Bezirksältester, Mitglied der Landessynode, Mitvorstand des Landesasyls ‚Friedrichsheim’ und des Vereins zur Erziehung israelitischer Waisen in Baden und schließlich war er 25 Jahre als Kassier des Vorschussvereins Gailingen tätig, der unter seine Leitung zu großer Blüte gelangte. Der Gesangverein ‚Eintracht’ ehrte den Scheidenden und dessen Familie durch eine Abschiedsovation, verbunden mit Fackelzug, an welchen sich ein Bankett im Hotel Biedermann schloss. An Herrn Harburger verliert Gailingen einen Mann, welcher am gesamten öffentlichen Leben regen Anteil nahm und nie fehlte, wenn es galt, die Fahne des Fortschrittes hochzuhalten, zum Wohl des gesamten Gemeinwesens. Auch die national-liberale Partei besaß in ihm einen erprobten, überzeugungstreuen Führer, welcher auch von den Gegnern hochgeschätzt wurde; Toleranz war stets die Losung dieses edlen Bürgers. Möge es Herrn Harburger und dessen Familie im neuen Wirkungskreis recht wohl gehen, das ist der herzliche Wunsch seiner Freunde ohne Unterschied des Standes und Konfession. (Konstanzer Zeitung)."

  
Abschiedsfeier für Wilhelm Moos (1900)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juli 1900: "Gailingen, im Juli (1900). Eine erhebende Abschiedsfeier wurde am Sabbat Pinchas seitens der Chewra Kadischa zu Ehren des hier wegziehenden bisherigen Präsidenten, Herrn Wilhelm Moos, veranstaltet. Eine halbe Stunde nach Schluss des Morgengottesdienstes begab sich eine Deputation in die Wohnung des Herrn Moos, um demselben den Dank für die vielen Verdienste, die er sich um das Aufblühen des Vereines erworben, auszusprechen.   
Hierbei wurden demselben als Zeichen der Anerkennung eines Dankadresse und ein Pokal überreicht und derselbe zum Ehrenmitgliede dieses Vereins ernannt.   
Nachdem der Vereinsvorstand, Herr Max Jakob Ullmann die Dankadresse verlesen, hielt Herr Hauptlehrer Schwan eine Ansprache, worin er der von allen Vereinsmitgliedern dankbar anerkannten Verdienste des Herrn Moos gedachte und ihm die Wünsche des Vereins für sein und seiner Familie Wohlergehen aussprach. Dabei hob er hervor, dass die Mitglieder dem Wirken ihres bisherigen Präsidenten keine schönere Anerkennung zollen können, als dass sie wünschen, es möchte dessen Nachfolger von der gleichen Hingabe und Opferwilligkeit für den Verein beseelt sein.   
Tief bewegt dankte Herr Moos für die ihm erwiesene Aufmerksamkeit, wobei er erwähnte, dass er keinen Dank begehre, da er nur seine Pflicht getan und dass er jederzeit an dem Gedeihen des Vereins den innigsten Anteil nehmen werde.    
Einsender dieses möchte hier noch anfügen, wie sehr die ganze Gemeinde den Wegzug des Herrn Moos bedauert, indem derselbe als Mitglied des Synagogenrates und verschiedener wohltätigen Vereine überall ersprießliche Dienste leistete, sich auch bei Gründung des israelitischen Krankenhauses und des Greisenasyls Friedrichsheim mit namhaften Beiträgen beteiligte und jedem Einzelnen, der sich um Hilfe an ihn wandte, mit Rat und Tat zur Seite stand. Wenn wir diese Zeilen der Öffentlichkeit übergeben, so möchten wir hier auch mit Anerkennung der edlen Bestrebungen der Chewra Kadischa gedenken, eines Vereines, der Wohltätigkeit den Lebenden und Toten gegenüber ausübt, und jährlich 300 Mark Stipendien an hiesige schulentlassene Knaben und Mädchen vergibt, welche sich dem Studium oder der Krankenpflege widmen, oder ein Handwerk erlernen. 
Möchte dieser wohltätige Verein, der mit Gottes Hilfe jetzt 224 Jahre besteht, sich auch weiter günstig entwickeln und noch viel Gutes ausüben!"      

  
Zum Tod von Emil Moos (1905)  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. Januar 1905:      

  
Zum Tod von Heinrich Harburger (1907)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Januar 1907:    

  
Zum Tod von Marie Kurz geb. Veit (1908)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Januar 1908:    

  
Goldene Hochzeit von Leopold und Dorlina Gut (1912)  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. September 1912:       

   
Auszeichnungen für Unteroffizier Philipp Veit (1914)  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. Dezember 1915:       

    
Zum Tod des Synagogenrats-Vorstehers Ludwig Rothschild (1915)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14. Januar 1915:    
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Januar 1915:    
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Januar 1915:      

  
Goldene Hochzeit von Abraham M. Weil und Babette geb. Dreifuß (1919)  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 31. Januar 1919:    

  
Zum Tod des langjährigen Gemeindevorstehers Baruch Harburger (1919)  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Dezember 1919:    
Gailingen AZJ 19121919a.jpg (247898 Byte)    

    
Zum Tod des Arztes Dr. Calmann Heilbronn (1921)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Dezember 1921:     
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Dezember 1921:    

 
25-jähriges Seminarjubiläum des aus Gailingen stammenden Studienrates Elias Gut in Köln (1926)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1926:   
Gailingen Israelit 15041926a.jpg (167721 Byte)   

  
60. Geburtstag des aus Gailingen stammenden Studienrates Elias Gut in Köln (1929)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. April 1929:     

 
Zum Tod von Mathilde Hasgall geb. Wallensteiner (1931)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Februar 1931:     

  
Bericht von Dr. S. Heilbronn über eine Reise nach Erez Jisrael (1933)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Februar 1933:   

     
Zum Tod des aus Gailingen stammenden Konstanzer Rechtsanwalt Dr. Willy Rothschild (1934)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. November 1934: "Konstanz-Gailingen, 12. November (1934). Man schreibt uns: Noch zittert der Schmerz über den Verlust des Dr. Moses Rothschild in uns nach, da kommt eine neue Schreckensbotschaft. Wieder hat der unerbittliche Tod einen aus der jüdischen Gemeinschaft des badischen Seekreises hinweggerafft und wieder ist es zugleich ein Gefährte jener denkwürdigen unter der Führung der Aguda stattgefundenen Pilgerfahrt ins heilige Land. Dr. Willy Rothschild, der 'Rothschild erster Klasse', wie er damals zum Unterschied der vielen Gleichnamigen, halb scherzend, halb staunend genannt wurde. Halb staunend, denn es kommt auf den üblichen Schiffen, die nach Erez Jsrael verkehren, nicht alle Tage vor, dass ein Passagier, wenn er nicht gerade ein hoher Regierungsbeamter ist, für sich eine Kabine erster Klasse in Beschlag nimmt. Geboren in Gailingen, Student auf Deutschlands Hochschulen, Rechtsanwalt in Konstanz, gestorben fern der Heimat in Mailand in seinem 54. Lebensjahr. Drei Ortsnamen, zugleich drei Pole, in denen dieses Leben eingespannt war. Darüber hinaus typische Meilensteine, die irgendwie symbolisch den Weg absteckten, den der deutsche Jude von gestern mit scheinbar innerer Notwendigkeit gehen zu müssen glaubte. Geboren in einer Landgemeinde, die stark in der Vergangenheit wurzelnd, voll traditionsgebundener Kraft ihren Söhnen weniger einen großen Fundus jüdischen Wissens, als jüdischen Stolz und Selbstbewusstsein mitgegeben. Dann Berührung mit der Welt, begeisterter K.C.-er, den er Zeit seines Lebens nicht verleugnen konnte. Weltmännischer Anwalt in Konstanz, dabei immer voll rührender Anhänglichkeit ans heimatliche Dorf, der sich immer wieder zeigte. Auch hier glühte, wenn auch scheinbar unter viel Weltlichem verschüttet, das ewige jüdische Feuer. Es bedurfte nur eines kleinen äußeren Anstoßes, dass auch er jener Fahrt sich anschloss. Ging hinüber, sicher mit viel Skepsis, eher geneigt alles kritisch zu betachten und sich nicht von Gefühlen überrumpeln zu lassen. Und siehe, auch an ihm vollzog sich das Wunder der Kedduschah, die von jenem Boden ausströmt. Er, dessen äußerer Ausgleich so weit gediehen war, dass ihn drüben die Araber nie als Jehudi, immer aber als 'Germani' taxierten, auch er kam als ein Verwandelter zurück. Und diese Verwandlung mag zuletzt sich für ihn als eine große Gnade erwiesen haben: dass er, als seine Welt über ihm zusammenbrach, Haltung und innere Würde zu bewahren wusste. Dr. S. H."     

 
Zum Tod von Anna Heilbronn, Witwe des Dr. Heilbronn (1937)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Januar 1937:     
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Januar 1937:   

 
 

  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeigen von Gustav Bloch (1861 / 1863)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. April 1861:    
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Mai 1863:    

  
Anzeige der Fa. Guggenheim & Söhne (1887)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom

  
Anzeige von Adolf Guggenheim (1890)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. September 1890:   

  
Lehrlings-Gesuch des Eisen- und Metallwarengeschäftes E. Harburger & Söhne (1891)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1891:    

  
Anzeige von Hugo Guggenheim (1900)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1900:    

  
Anzeigen des Hotels Cafe Biedermann (1900 / 1936)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juli 1900:    
 
Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Juni 1936:    

  
Das Hotel Café Biedermann sucht eine Köchin (1900)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juni 1900:    

  
Anzeigen der Seifenfabrik von Nathan Gut (1901) 

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Mai 1900:    
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. September 1900:    
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Januar 1901:    

  
Spendenaufruf von Jonas Biedermann (1901)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. September 1901: "Aufruf
Kaufmann, welcher schon sechs Jahre an chronischen Leiden haftet, 24 Jahre alt, arbeitsunfähig, bereits stets von seinem Bruder unterstützt worden, demselben nicht mehr möglich was zu tun, bittet nun, Herren, Berufsg., Vereine, edle Personen, um ein Scherflein für eine Radikalkurz beizutragen. Ärztliche Zeugnisse zu Diensten Liebes-Gaben ist bereit anzunehmen und dankt 
Herr Jonas Biedermann, Gailingen Baden."    

  
Lehrlingssuche der Herrenkleiderfabrik Gebrüder Ottenheimer (1903)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Dezember 1903:    

  
Anzeige der Seifenfabrik Gailingen von Kantor Kahn (1909)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. März 1909:   

  
Nachnahme-Karte der Fa. Isaac & Co. (1910) 

Dokument zur Geschichte jüdischer Gewerbebetriebe in Gailingen (erhalten von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries) Gailingen Dok 110.jpg (91800 Byte) Gailingen Dok 111.jpg (96995 Byte)
      Nachnahme-Karte der Fa. Isaac & Co. aus Gailingen mit Poststempel Gailingen und Ankunftsstempel Lörrach vom 18. Januar 1910

    
Hochzeitsanzeige von Dr. Ezechiel Hasgall und Esther geb. Kahn (1925)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1925:    

 
Hochzeitsanzeige von Abraham Hasgall und Helene geb. Sondheimer (1928)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Oktober 1928:    

 
Hochzeitsanzeige von Norbert Guggenheim und Fanni geb. Kissinger (1929)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Mai 1929:    

  
Verlobungsanzeige von Alice Weil und Heinrich S. Hanhart (1931)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Oktober 1931:   

  
Todesanzeige für Edwin L. Rothschild (1932)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juli 1932:    

    
   
Weitere Dokumente
 
(aus der Sammlung von Hansjörg Schwer, Waldshut-Tiengen)  

Brief von Seligmann E. Biedermann in 
Gailingen an den Gemeindevorsteher 
H. Bernheimer in Thiengen (1851)
Tiengen Dok 512.jpg (123563 Byte) Tiengen Dok 513.jpg (132971 Byte)
 

Im Brief wird die Lieferung von "Cedern und Palmen" (vgl. Wikipedia-Artikel Lulaw) an den Vorsteher Bernheimer in Tiengen angekündigt: "Gailingen, den 7ten Septber 1851/ Herrn H. Bernheimer Vorsteher in Thiengen /
Mit Gegenwartigem habe die Ehre Ihnen anzuzeigen / daß die bestellten Cedern u. Palmen dahier angelangt / sind, welche Ihnen im Laufe dieser Woch nach unten / verzeichneter factura zu zusenden das Vergnügen / habe, wofür Sie mir gefälligst den Betrag de 13 fl / einzusenden belieben. / Zu fernerem geneigten Zuspruch glaube ich / mich bestens empfehlen zu dürfen, da beste Gegen.. / gewiß Ihrem Wunsche entsprechen werden. / Zugleich habe Ihnen noch zu bemerken, daß / die Palmen sowohl als die Cedern hier genau geprüft / u. für /Koscher [hebräisch] Koscher gefunden wurden. / Freundschaftlichst grüßt Sie u zeichnet angenehmst / Seligm. E. Biedermann / 
1 Kistchen Cedern G. No. 1 / 1 " Palmen G " 2. durch Fuhrmann Sharmi Bohring [?] / 
Rechnung / 24 Stück Cedern [hebr.] ... 25x f 10.- / 5 " Palmen [hebr.] Lulaw 36 3.- / S 13." 

     

  

 

   

     

 

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Stand: 25. Januar 2012