Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Ober-Olm (VG Nieder-Olm, Kreis Mainz-Bingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Ober-Olm bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Eine erste Eintragung der Geburt eines jüdischen Kindes (Tochter von Bernhard (?) Abraham) ist vom Jahr 1774. Zur offiziellen Gründung einer selbständigen jüdischen Gemeinde kam es erst 1881. 

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1807: fünf jüdische Familien, 1824 27 jüdische Einwohner, 1828, 29, 1847 47, 1861 32 (2,4 % von insgesamt 1.307 Einwohnern), 1880 36 (2,7 % von 1.322), 1900 43 (3,0 % von 1.428), 1910 41 (2,7 % von 1.510). Zur Gemeinde gehörten auch die im benachbarten Klein-Winternheim lebenden jüdischen Personen (1933 vier Personen: Familie von Alex Abraham). Die jüdischen Haushaltsvorstände lebten vom Handel mit Vieh, Textilien und Landesprodukten. Es gab auch Kohlenhändler und Grundstückmakler. Alex Abraham in Klein-Winternheim hatte ein Landesproduktengeschändet (Saatgut, Düngemittel).

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Die jüdische Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Mainz.

Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Gustav Mayer (geb. 8.9.1895 in Ober-Olm, gef. 17.8.1917).

Um 1924, als 36 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (2,3 % von insgesamt 1.537 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Alfred Mayer, Moritz Mayer I und Alex Abraham (letzterer aus Klein-Winternheim). 1932 waren die Vorsteher Otto Mayer (1. Vors.), Alex Abraham (Klein-Winternheim, 2. Vors.) und Benno Stern (3. Vors.). An jüdischen Vereinen bestand der Israelitische Kranken- und Sterbeverein (1932 Vors. Alex Abraham, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger). 
     
Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 30 Personen, 2,0 % von insgesamt 1.532 Einwohnern) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert: 17 Personen konnten nach Nordamerika emigrieren, ein jüngerer Mann übersiedelte nach Argentinien. Einzelne verzogen in die Städte Mainz und Speyer. 1939 wurden noch 10 jüdische Einwohner gezählt. Letzter Gemeindevorsteher war Karl Abraham.
  
Von den in Ober-Olm geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Johanna Abraham (1883), Betty Goldschmidt geb. Mayer (1896), David Goldschmitt (1884), Alfred Koch (1893), Alois Koch (1876), Anna Koch geb. Beck (1877),  Wilhelm (Willi) Koch (1901), Albert Lang (1909), Erna Lang (1908), Ruth Lang (1938), Bertha Mayer geb. Bendheim (1865), Emma Mayer geb. Mayer (1865), Johanna Mayer (1860), Julius Mayer (1866), Karl Leopold Mayer (1883), Moritz Mayer (1865), Moritz Mayer (1868), Emilie (Emmi) Michel geb. Mayer (1891), Antonie (Toni) Oppenheimer geb. Mayer (1880), Benno Stern (1893), Elisabeth (Betty) Stern geb. Mayer (1881).   
   


Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
Ausschreibung einer Vorsängerstelle zu den hohen Feiertagen im Herbst 1893

Oberolm Israelit 21081893.jpg (33550 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. August 1893: "Die israelitische Gemeinde Ober-Olm bei Mainz sucht zu den bevorstehenden ehrfurchtgebietenden Tagen einen Chasan (Kantor) mit guter Stimme, welcher auch Baal Kore (Tora-Vorleser) sein muss. Meldungen sind zu richten an den Unterzeichneten Hermann Mayer."

  
      
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    
70. Geburtstag von Bina Abraham (1928) 
    

Oberolm Israelit 05071928.jpg (23482 Byte)Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juli 1928: "Mainz, 27. Juni (1928). Die Ehefrau des verstorbenen Ludwig Abraham aus Oberolm bei Mainz, Frau Bina Abraham, feiert dieser Tage im Kreise ihrer Kinder und Enkel ihren 70. Geburtstag in voller körperlicher und geistiger Frische."

   
   
    

Zur Geschichte der Synagoge

Die kleine Gemeinde hatte einen Betsaal im oberen Stockwerk eines kleinen Hauses in der Oberen Bitzer Straße eingerichtet. Der Raum hatte eine Größe von 4 mal 7-8 Metern. 1931 wurde das Gebäude renoviert und der Betsaal erweitert. Verantwortlich für den Umbau war der Architekten V. Metzler. Im Betsaal befand sich eine Gedenktafel zur Erinnerung an den im Ersten Weltkrieg gefallenen Gustav Mayer.   
 
Über die Geschichte des Gebäudes nach 1933 liegen keine Informationen vor. Das Gebäude ist als Wohnhaus erhalten. 
   

Adresse/Standort der SynagogeObere Bitzer Straße

Fotos

Fotos sind noch nicht vorhanden; über Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.

 

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Ober-Olm  
Website der VG Nieder-Olm   
Seite der SPD Ober-Olm zur Geschichte des Ortes  

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 2 S. 154-155.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 41-42.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 296 (mit weiteren Literaturangaben).
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Ober-Olm  Hesse, The community, numbering 42 (3 % of the total) in 1900, had members in Klein-Winternheim. During the Nazi era, 17 Jews emigrated to the United States; six were deported in 1942.  
              

 

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 10. November 2010