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Jena (kreisfreie
Stadt, Thüringen)
Jüdische Geschichte / Synagoge (jüdische Beträume)
Übersicht:
| Neu (Dezember 2011):
Onlineplattform zum jüdischen Leben in Thüringen |
| Der Förderverein Alte und Kleine Synagoge Erfurt e.V. wird mit Hilfe des Leo-Baeck-Programms der Stiftung
"Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" sowie des Thüringer Kultusministeriums ein Onlineportal zum jüdischen Leben in Thüringen schaffen. Ziel sei es, künftig einen gemeinsamen Veranstaltungskalender, wissenschaftliche Publikationen sowie Bild- und Tonarchive einzubinden. Ein besonderer Fokus soll auf ehrenamtlich agierenden Initiativen vor Ort
liegen. Mit den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen in Thüringen hat der Förderverein in den vergangenen Jahren seine Netzwerkfähigkeit unter Beweis stellen können.
Weitere Informationen zum geplanten Netzwerk gibt es im Internet unter
www.synagogenverein-erfurt.de. |
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Jena bestand eine jüdische
Gemeinde bereits im Mittelalter. Nachweise für eine jüdische Ansiedlung
gibt es allerdings erst aus der Zeit nach den Verfolgungen in der Pestzeit. 1379
wird in einer Urkunde erstmals ein in der Stadt wohnhaft Jude genannt. 1430
lebten in der Stadt mindestens 15 erwachsene jüdische Männer (insgesamt etwa
100 jüdische Personen in der Stadt). Die jüdischen Familien lebten vor allem
vom Geld- und Pfandgeschäft. Von Bedeutung war nach 1411 (bis um 1425) der
Financier Isaak von Jena (bzw. Isaak der Reiche), der eine rechtliche und
soziale Sonderstellung in der Stadt genoss.
Die jüdischen Familien lebten im Bereich der 1406 erstmals genannten "Jüdengasse",
die damals die Johannis- mit der Leutragasse verband. Hier standen die Synagoge
(1431 als "Judenschule" genannt, an der Ecke der Leutragasse)
und die "Judenmühle" (1444 genannt; die Mühle war aber vermutlich
immer in christlichem Besitz). Vom jüdischen Wohngebiet des Mittelalters haben
sich keine Spuren mehr erhalten. Das gesamte Areal wurde anders strukturiert und
neu überbaut (Bereich Leutragraben 2).
Spätestens seit den antijüdischen landesherrlichen Mandaten von 1536
und 1543 lebten in Jena bis zum 19. Jahrhundert keine Juden
mehr.
Seit 1784/85 war an der Universität Jena auf Grund einer Anordnung
der Herzöge von Sachsen das Studium jüdischer Studenten möglich. Nach der
Mitte des 19. Jahrhunderts gab es jüdische Dozenten und Professoren an der
Friedrich-Schiller-Universität.
Seit 1825 war eine Niederlassung von Juden in der Stadt wiederum erlaubt.
Danach entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1880 30 jüdische Einwohner, 1890 64, 1895 85, 1900 61, 1905 145.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.) und eine Religionsschule.
Ein jüdischer Friedhof wurde in der Stadt nicht angelegt; die Toten wurden auf
auswärtigen Friedhöfen beigesetzt. Die Gemeinde gehörte zum Landrabbinat
"Sachsen-Weimar-Eisenach" (Sitz in Stadtlengsfeld, dann Eisenach). Von
den jüdischen Vereinen sind bekannt: ein Frauenverein (1932 unter
Leitung der Frau von Direktor Eckstein, Kleine Paradiesstraße).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Albert Herz (geb.
10.11.1884 in Flamersheim, gef. 17.3.1916)
und Gefreiter Harry Korn (geb. 29.1.1894 in Eberswald, gef. 29.7.1917)
Um 1924 wurde die Höchstzahl jüdischer Einwohner mit 168 erreicht (Angaben
nach dem Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung; von ca. 48.500 Einwohnern;
nach anderen Angaben gab es 1925 sogar 277 jüdische Einwohner). Der
Religionsunterricht in der Stadt der jüdischen Kinder durch Rabbiner Dr. Wiesen
aus Eisenach erteilt.
1933 lebten etwa 150 jüdische Personen in Jena (Handbuch der jüdischen
Gemeindeverwaltung; von etwa 59.000 Einwohnern). Zur jüdischen Gemeinde
("Israelitische Religionsgemeinschaft") gehörten auch vier in Kahla
und vier in Rudolstadt lebende jüdische
Personen. In
den Jahren nach 1933 ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1933 richtete sich der Boykott
schwerpunktmäßig gegen die Kaufhäuser Wohlwert (Unterm Markt 8), Behrend
(Markt 17) und Rosewitz (Markt 23) sowie das Schuhgeschäft Bottina (Löbderstraße
6). Unter den ersten jüdischen Opfern der NS-Zeit waren Prof. Dr. Felix
Auerbach und seine Frau, die sich in der Nacht vom 25./26. Februar 1933 nach
seinem zweiten Schlaganfall und unter dem Eindruck des NS-Regimes das Leben
nahmen.
Beim Novemberpogrom 1938 soll es nach dem damaligen Bericht des
Oberstaatsanwaltes beim Landgericht Weimar, Zweigstelle Jena nicht "zu
Unruhe und Gewalttätigkeiten" gekommen sein. Jedoch wurden die noch
bestehenden jüdischen Geschäfte geschlossen sowie 18 jüdische Männer
verhaftet und in das KZ Buchenwald eingeliefert (unter den Verhafteten waren
Julian Cohn, Oskar Dallmann, Hermann, Artur und Max Friedmann, Rechtsanwalt
Walter Ledermann und Julius Wolf sowie Max Grossmann, Abteilungsleiter im JGW).
Zum 31. März 1939 mussten die letzten jüdischen Geschäfte schließen
(Darm- und Fellgroßhandlung Hermann Friedmann in der Grietgasse 25/26, Strickwarenfirma
Kahn & Co, in der heutigen Rathenaustraße 6, Schuhgeschäft Bottina in der
Löbderstraße 6). Am 15. September 1939 wurden noch 50 jüdische
Einwohner in Jena gezählt. Die meisten von ihnen wurden nun gezwungen, in
sogenannte "Judenhäuser" zu ziehen, d.h. in das Gebäude
Scheidlerstraße 3 (Haus der Familie Hermann Friedmann) und in das Gebäude
Ebertstraße 4 (Haus der Familie Josephy). 1942 wurden fast alle der noch
in Jena lebenden jüdischen Einwohner deportiert (in das Ghetto Belzyce wurden
Anfang Mai 1942 deportiert: Werner Meyerstein, Gerda Abraham, Edith und Julian
Cohn, Dr. Lise Eppenstein, Adelheid Friedmann, Max Friedmann, Irene, Elisas und
Günther Hirschowitz, Berta und Martin Kiewe sowie Martha und Alfred Walther;
eine weitere Deportation ging in
das Ghetto Theresienstadt). Ende Januar 1945 wurden noch mehrere
jüdischen Partner in sogenannter "Mischehe" nach Theresienstadt
eingewiesen.
Von den in Jena geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Gerda Abraham geb.
Benjamin (1910), Hans Arenstein (1922), Anna Auerbach geb. Silbergleit (1861),
Felix Auerbach (1856), Helene Bach (1879), Irene Behrendt geb. Friedmann (1902),
Curt Bejach (1890), Esther Malke Binder (1924), Kurt Blumenthal (1901), Gustav
Born (1896), Henriette (Jettchen) Born geb. Schwarz (1869), Klara Camnitzer geb.
Zamory (1856), Edith Cohn geb. Camnitzer (1893), Julius (Julian) Cohn (1889),
Lisbeth (Lisa) Eppenstein (1887), Käthe Feuerstein (1912), Erich Friedmann
(1912), Hermann Friedmann (1870), Klara Friedmann (1869), Max Friedmann (1876),
Karl Goymann (), Klara Griefahn geb. Hoffmann (1886 oder 1897), Max Grossmann
(1877), Siegfried Max Halberstadt (1903), N.N. Hammermann (), Anna Hammermann
geb. Urbach (), Juda Samuel Hammermann (), Lazar Heilpern (1885), Heinrich Hess
(1916), Günther Hirschowitz (1925), Frieda Hofmann geb. Plaut (1885), Salomon
Hofmann (1869), Walter Hofmann (1901), Else Holzer geb. Laboschinski (1888),
Agnes Nathalie Holzmann geb. Priebatsch (1863), Anna Rosalie Josephy geb.
Behrend (1869), Martin Kiewe (1891), Bertha Kiewe Geist geb. Anschlewitz (1890),
Lilly Levy geb. Nussbaum (1899), Else Lewin geb. Wollowitzki (1904), Gertrud
Lewinski geb. Schlesinger (1871), Toni Meyer-Steineg geb. Stern (1874), Berta
Marta Meyerstein geb. Katz (1884), Franziska Meyerstein (1910), Max Meyerstein
(1879), Werner Meyerstein (1915), Wolfgang Nussbaum (1932), Gisela (Gitty)
Reinhardt geb. Czerwinski (1891), Klara Fanny Rosenthal geb. Ellstätter (1863),
Bela Rosner (1897), Brigitte Salomon (1933), N.N. Scheinok (), Anna Scheinok
geb. Münzer (), Aron Scheinok (), Marie Schnauzer geb. Kopenhagen (1892), Erna
Klara Schrade geb. Hess (1905), Maria Stensch geb. Zamory (1863), Maria Straubel
geb. Kern (1865), Helene Urbach (), Alfred Walter (1894), Martha Walter geb.
Friedmann (1900), Louis Zamory (1871).
Am Gebäude des Westbahnhofes (Westbahnhofstraße 1) wurde 1988 eine Gedenktafel
mit folgender Inschrift enthüllt: "Zum Gedenken an unsere Jenaer
Mitbürger, die 1933-1945 rassisch verfolgt worden sind. Juden und Sinti, die
von hier aus in die faschistischen Todeslager transportiert worden sind'. Die
Tafel zeigt den Davidsstern und das Zeichen der VdN. Die Gedenktafel wurde 1990
von Unbekannten entfernt und 1992 wieder erneuert.
Ein weiterer Gedenkstein steht im Jenaer Stadtpark "Paradies"
mit einem Zitat des Baal Shem Tov: "Erinnerung ist das Geheimnis der
Erlösung".
Seit 2007 gab es mehrere Verlegungen von "Stolpersteinen" in
Jena (weitere im Mai 2008, im August 2009, Juni 2010 und Juni 2011; insgesamt 34
"Stolpersteine").
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
| In jüdischen Periodika des 19./20.
Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Jena
gefunden. |
Sonstiges aus jüdischen Periodika
Anstellung von Dr. Günther als "Professor für
Rassenkunde" an der Universität Jena (1930)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26.
Juni 1930: "Eisenach. Wie Rechtsanwalt Dr. Bluth, Eisenach,
auf der Kundgebung des Zentral-Vereins deutscher Staatsangehöriger
jüdischen Glaubens mitteilte, ist die Anstellung Dr. Günthers als
Professor für Rassenkunde an der Universität Jena erfolgt. Dr. Frick
hat in Verhandlungen mit den Vertretern der in ihrer großen Mehrheit
rechtsgerichteten Dozentenschaft eine Einigung hierüber
erzielt." |
Zur Geschichte der Synagoge
Im Mittelalter war eine Synagoge vorhanden
("Judenschule", 1431 genannt). Sie stand an der Ecke der Leutragasse.
Die Gemeinde des 19./20. Jahrhunderts richtete Beträume ein. Zeitweise
befand sich ein Betsaal im Haus Scheidlerstraße 3 (Haus der Familie Hermann
Friedmann) sowie vermutlich in der Friedrich-Engels-Straße 52 (früher
Schützenstraße 52).
Adresse/Standort der Synagoge: s.o.
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmen vom 27.6.2011)
| Haus Scheidlerstraße 3 |
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Im Haus der Familie Hermann
Friedmann
befand sich zeitweise ein Betsaal |
"Stolpersteine" für
Alfred Walter (1894)
und Martha Walter geb. Friedmann (1900) |
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| Haus der Familie
Grossmann |
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Das
"Max Grossmann-Haus" (Forstweg 31), errichtet 1905 als Wohnhaus
der Familie
Grossmann;
1938 ist Dipl-Ing. Max Grossmann im KZ Buchenwald umgekommen;
1964 schenkten die
Söhne das Gebäude der Carl-Zeiss-Stiftung in Jena. |
"Stolperstein" für
Max Grossmann
(1877-1938 KZ Buchenwald) |
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Exemplarisch: weiterer
"Stolperstein" |
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"Stolperstein" für
Agnes Holzman
geb. Priebatsch (1863) (Forstweg 23) |
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| Gedenken am
Westbahnhof |
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| Der Westbahnhof |
Die am
Ausgang von Gleis 1 angebrachte Gedenktafel mit der Inschrift:
"1933-1945.
Zum Gedenken an unsere Jenaer Mitbürger, die rassisch verfolgten Juden,
Roma und Sinti,
die von hier aus in die faschistischen Todeslager deportiert wurden." |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Juni 2010:
Über die vierte
Verlegung von "Stolpersteinen"
in Jena |
Artikel von Thomas Stridde in der "Thüringer Landeszeitung" vom
3. Juni 2010 (Artikel):
"Vier weitere "Stolpersteine" für ehemalige jüdische Mitbürger
Das Leid, das der Nationalsozialismus über die Menschen gebracht hat, war auch dergestalt, dass Familien "die Erinnerung an den Schrecken unterdrückt haben". - Dies äußerte Cornelius Wandersleb als Gast der feierlichen Setzung von vier "Stolpersteinen" in Erinnerung an jüdische Jenaer Mitbürger.
Jena. Cornelius Wandersleb aus Schorndorf bei Stuttgart ist Großneffe der Studienrätin Dr. Lisa Eppenstein. Auch vor ihrer letzten Wohnstätte, dem Haus Schaefferstraße 14, hat gestern der Kölner Künstler Gunter Demnig einen der "Stolpersteine" samt Metallplatte für den Namen und die Lebensdaten gesetzt.
65 Jahre fällig. Lisa Eppenstein hatte nach der Zwangsschließung ihrer Berliner Schule bei ihrer Schwester Emmy Wandersleb in Jena Zuflucht gefunden, wurde als Jüdin im Mai 1942 ins KZ Belzyce deportiert und dort im Oktober gleichen Jahres ermordet. Eine Geschichte, die Schülerinnen und Schülern der Staatlichen Berufsschule für Gesundheit und Soziales ("Mefa") gestern den Gästen der Veranstaltung detailreich darlegten.
"Eine Frau, die etwas gewagt hatte", so berichtete Cornelius Wandersleb über seine Großtante. Sie habe in Berlin mit einer Frau zusammengelebt, sich politisch in die Schulreform eingemischt, sei deswegen versetzt und auf Elternproteste hin zurück beordert worden. Aber ob Emmys schlimme NS-Erfahrung sie überlebte das KZ Theresienstadt oder Lisas Tod: "In der Familie wurde darüber nicht gesprochen. Wir Kinder hatten dann angefangen zu fragen", sagte Cornelius Wandersleb. Allein eine nach Schweden ausgewanderte Tante habe die Materialien gegen den Willen ihrer Geschwister gesammelt. Tiefe Genugtuung also gestern für Cornelius Wandersleb: "Endlich ist dieser Stein gesetzt, was 65 Jahre fällig war", möge man sich auch nichts vormachen und im Klaren sein, dass "bestimmte Leute nicht drüber stolpern". Aber: "Tante Lisa freut sich auch."
Bürgermeister Frank Schenker (CDU) richtete namens der Stadt seinen Dank an den Arbeitskreis Judentum für dessen "Kultur des Erinnerns an ehemalige jüdische Mitbürger". Schließlich hat der Arbeitskreis seit 2007 zum vierten Male (TLZ, 27. Mai) den Kölner Künstler Gunter Demnig nach Jena geholt, der in unserer Stadt nunmehr 27 und bundesweit in 500 Orten 24 000 "Stolpersteine" gesetzt hat. Schenker zitierte aus dem Arbeitskreis-Programmblatt diesen Talmud-Gedanken: "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist."
Mit "Stolpersteinen" vorm Vergessen bewahrt wurden gestern auch Marie Kern (Botzstraße 10), Henriette und Gustav Born (Mittelstraße 36) und Clara Fanny Rosenthal (Mälzerstraße 11)." |
Link zu einem Flyer:
"Erinnerung an die jüdischen Opfer in unserer Stadt - 9. November
2010 16 Uhr" mit Fotos der "Stolpersteine"
Dazu Artikel
"Jena/Stolpersteine" im GenWiki. |
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| Juni 2011:
Über die fünfte Verlegung von
"Stolpersteinen" in Jena |
Pressemitteilung aus der Website der Stadt
Jena vom 18. Juni 2011 (Artikel):
"Sechs neue Stolpersteine in Jena gesetzt.
Erinnerung an die jüdischen Bürger Bertha und Martin Kiewe, Max Grossmann, Gitta Reinhardt sowie Martha und Alfred Walter
'Man wollte die Namen der jüdischen Bürger auslöschen – dem setzen wir etwas
entgegen', sagte Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter bei der 5. Setzung von Stolpersteinen in Jena am Samstag, 18. Juni. Mit den Stolpersteinen soll erinnert werden an die jüdischen Bürger, die von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet worden sind. Am Samstag Nachmittag waren viele Mitglieder des Arbeitskreises Judentum, des Aktionsnetzwerks gegen Rechtsextremismus und interessierte Bürger gekommen, um dabei zu sein, als der Kölner Bildhauer Gunter Demnig insgesamt sechs weitere Stolpersteine in Jena setzte.
Man muss knien, um die Stolpersteine zum Gedenken an die Toten zu setzen.
(Foto: Glasser) Ein Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen ist. Und nun wird wieder an sechs Namen erinnert von Menschen, die einst in Jena gelebt haben: Bertha und Martin Kiewe, Max Grossmann, Martha und Alfred Walter, Gitta Reinhardt. Zum Stolperstein-Setzen für Gitta Reinhardt, die 1943 in Auschwitz umgebracht worden ist, war ihre Enkelin Felicitas Zwalf aus Australien angereist.
'Das Setzen der Steine ist immer ein Sinnbild für Bleibendes, der Stein gehört in der Trauerkultur des jüdischen Volkes zu den
Erinnerungssymbolen', sagte Dr. Albrecht Schröter. Dazu komme die Geste des Künstlers Gunter Demnig. Denn man müsse niederknien, um die Steine zu setzen. Dieses Knien sei ein ehrendes Gedenken für die Ermordeten.
Den Stolperstein für Bertha Kiewe, die in dem kleinen polnischen Ort Belzyce ums Leben kam, stiftete das Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus.
'Das soll eine Mahnung sein und eine Aufforderung, nicht wegzuschauen, wenn heute wieder Neonazis marschieren und ihre Geschichtslügen verbreiten
wollen', sagte Dr. Gisela Horn vom Aktionsnetzwerk. Zivilcourage sei nötig, um sich den Neonazis entgegenzustellen und ihnen keinen Fuß breit Platz zu lassen." |
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| Mai 2012:
Erinnerung an die Deportationen der Juden aus
Jena vor 70 Jahren |
Artikel von Frank Döbert in der
"Ostthüringer Zeitung" vom 10. Mai 2012: "Vor 70 Jahren
wurden jüdische Bürger auch aus Jena deportiert..."
Link
zum Artikel |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica III,1 S. 588-591. |
 | Martin Stiebert / Jenaer Arbeitskreis Judentum
(Hg.): Juden in Jena. Eine Spurensuche. Jena 1998. |
 | Detlef Ignasiak: Juden in Jena - eine Übersicht vom
Mittelalter bis 1945. In: Zeitschrift des Vereins für Thüringische
Geschichte. 29. Beiheft. Jena 1996. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Band 8 Thüringen. Frankfurt am Main 2003. S. 156-158. |
 | Israel Schwierz: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit
in Thüringen. Eine Dokumentation - erstellt unter Mitarbeit von Johannes
Mötsch. Hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ( www.lzt.thueringen.de)
2007. Zum Download
der Dokumentation (interner Link). Zu Jena: S. 168-169. |
 | Eberhart Schulz: Verfolgung und Vernichtung.
Rassenwahn und Antisemitismus in Jena 1933-1945. Jena: Städtische Museen.
2007. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Jena Thuriniga.
Jews lived in Jena from the mid-14th century and by 1430 there were at least 15
Jewish men there.
From 1536 to 1790, Jews were not allowed to settle in Jena.
Jewish were allowed to enroll at the university from 1790 and from the second
half of the 19th century, there were Jewish professors on the staff of the
Friedrich Schiller University, including the Kantian Otto Liebmann (1840-1912)
and the physicist Felix Auerbach (b. 1856). The Jewish population was 64 in 1890
and 277 in 1925. Prayers were held in private homes. According to the Nazi
census of June 1933, some four months after the Nazi rise to power, the Jewish
population was 111. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the windows of
all Jewish shops were smashed and the Jewish men were arrested and deported to
the Buchenwald concentration camp, where one perished. In 1941 and 1942 all
remaining Jews were deported.

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