Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Suhl mit Heinrichs (kreisfreie Stadt)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Aus der jüdischen Geschichte Mitte des 19. Jahrhunderts   
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Weitere Dokumente zu jüdischen Gewerbebetrieben     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort   
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
   
In Suhl bestand eine jüdische Gemeinde von 1871 bis September 1942.   

Bereits im 16. Jahrhundert lebten - zumindest für einige Jahre - Juden in der Stadt. Ab 1533 wird ein Jude namens Eberle / Eberlin zu Suhl genannt, 1552 die Juden Itzig, Weiß und Salomon. Sie lebten vermutlich im Bereich der früheren Judengasse (heutige "Judithstraße"). 1555 wurden die Suhler Juden wie alle ihre Glaubensgenossen aus dem Bereich der Grafschaft Henneberg ausgewiesen. Von 1560 bis 1848 lebten keine Juden in der Stadt. 
   
Anfang des 18. Jahrhunderts
entstand unmittelbar vor Suhl eine jüdische Gemeinde in Heinrichs. Hier lebten 1811 in zehn Häusern, die Juden gehörten, zusammen 17 jüdische Familien. Ein weiteres Haus gehörte der jüdischen Gemeinde. Es wurde als Synagoge und Schule mit Lehrerwohnung genutzt (im heutigen Hinterhof der Bäckerei Striebe, Meininger Straße 114 in Heinrichs). Noch Anfang der 1840er-Jahre bemühten sich jüdische Personen in Heinrichs vergeblich um eine Niederlassungserlaubnis in Suhl. Mehrere sind in dieser Zeit nach Nordamerika ausgewandert (siehe Bericht unten von 1843).     
   
1848 wurden erstmals wieder Juden in Suhl aufgenommen: Moses und Löb Simson konnten am 24. August dieses Jahres in Suhl ein Haus am Markt erwerben und hier einen Schnittwarenhandel eröffnen. 1850 erwarben Moses und Löb Simson gemeinsam Anteile am Alten Stahlhammer in Suhl, der 1866  in Alleinbesitz des Moses Simson überging und Ausgangsobjekt für den späteren Großbetrieb der Simson-Werke wurde. 1856 hatte die Firma Simson 20 Mitarbeiter, 1918 waren es 3.500. Die Firma produzierte hochwertige Waffen, Fahrräder (ab 1896 - Simson war einer der großen deutschen Fahrradproduzenten) und Autos (ab 1908; zwischen 1923 und 1930 auch ein Rennwagen unter der Bezeichnung Simson Supra). Nach den Bestimmungen des Vertrages von Versailles wurde die Firma Simson der einzige konzessionierte Waffenproduzent für Maschinengewehre in Deutschland. In der NS-Zeit ist 1934 der Familie Simson die Kontrolle über die Firma entzogen. Noch im selben Jahr wurde die Firma nach einem Scheinprozess mit konstruiertem Material enteignet. Familie Simson konnte ins Ausland fliehen (USA 1936). Die Firma bestand nach einer sehr wechselvollen Geschichte bis in die jüngste Vergangenheit (Waffenfabrik in der NS-Zeit, von 1952 bis 1990 als VEB Fahrzeug und Gerätewerk Simson Suhl, danach bis 2003 als Suhler Fahrzeugwerk GmbH. (Grundlage Artikel bei wikipedia, siehe Link unten). 
    
Im April 1859 beschlossen die in Heinrichs und Suhl lebenden jüdischen Einwohner, sich künftig "Synagogengemeinde Heinrichs mit Suhl" zu nennen. 12 Jahre später nannte sich die Gemeinde "Synagogengemeinde Suhl mit Heinrichs". 1880 lebten 91 jüdische Personen in der Stadt, 1905 etwa 150. Jüdische Einwohner betrieben inzwischen mehrere angesehene Gewerbebetriebe und Handlungen in der Stadt.  
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibung der Stelle unten von 1877). 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Suhl: der Gefreite Julius Goldmann (geb. 1896 in Suhl, gefallen 14.5.1918), der Sanitätsgefreite Bruno Sander (geb. 1892 in Suhl, gefallen 28.4.1917), Otto Sommer (geb. 1894 in Suhl, gefallen 4.10.1917) sowie Max Stern (geb. 1898 in Schwarza, gefallen 19.5.1918). 
   
Mitte der 1920er-Jahre zählten zur jüdischen Gemeinde etwa 150 Personen (0,93 % von ca. 16.000 Einwohnern; 1932/33 waren es noch 120 Personen). Zur Suhler Gemeinde gehörten auch die in Heinrichs lebenden 10 jüdischen Personen sowie die in Zella-Mehlis lebenden 15 Personen. Den Synagogenvorstand bildeten damals (großenteils dieselben Personen auch noch 1932/33): Daniel Meyer, Daniel Nussbaum, O. Ottensoser. Zur Repräsentanz gehörten Julius Sommer, Isaac Nussbaum, Siegmund Sander, Isidor Sander, Simon Mannheim, Adolf Brylewski. Als Lehrer und Vorbeter war Abraham Levy tätig. Er unterrichtete im Religionsunterricht 12 Kinder. Unter den jüdischen Vereinen ist der gemeinsame Israelitische Frauenverein für Suhl, Zella-Mehlis und Heinrichs zu nennen (gegr. 1895, 1925/32 unter der Leitung von Meta Sander in Suhl mit 35 Mitgliedern). Seine Ziele waren die Unterstützung Hilfsbedürftiger und die Unterhaltung einer Nähestube. Dazu gab es eine Unterstützungskasse für durchreisende Arme.
   
Mit dem Boykott der jüdischen Geschäfte am 1. April 1933 begann eine starke Aus- und Abwanderung der jüdischen Einwohner der Stadt. Im April 1938 gab es noch 24 jüdische Haushaltungen. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge zerstört (s.u.). 1939 lebten noch 20 bis 30 jüdische Personen in der Stadt. 1942 wurden die letzten Suhler Juden deportiert. Nur zwei in sogenannter "Mischehe" lebende Personen konnten in der Stadt überleben. 
  
Von den in Suhl geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Maria Arnold geb. Baum (1872), Emma Brylewski geb. Schaye (1877), Frieda Trude Dörnberg geb. Simson (1887), Berta Dublon geb. Sander (1884), Käthchen Ehrlich geb. Goldmann (1882), Helene Emden geb. Brunn (1875), Heinrich Friedmann (1903), Max Friedmann (1861), Clothilde Goldmann (1882),  Lilly Goldmann geb. Sander (1895), Paula Goldmann (1884), Doris Guttmann geb. Sander (), Hanni Haehnlein (1939), Irma Haehnlein geb. Stern (1901), Susanne Haehnlein (1929), Günther Jacobi (1930), Margarete Jacobi geb. Nussbaum (1905), Renate Jacobi (1926), Selma Kahn (1899), Adelheid Kaufmann geb. Mannheimer (1869), Deborah Levi geb. Ehrlich (1863), Helene Charlotte Levi (1890), Leopold Levi (1887), Martha Levi (Levy) geb. Hirschfeld (1866 oder 1868), Emilie (Emmy) Levy (1874), Meta Löwenstein geb. Meyer (1870), Dina Ida Ernestine Mannheimer geb. Kissinger (1872), Erich Mannheimer (1898), Martha Mannheimer geb. Friedmann (1907) Max Mannheimer (1875), Max Mannheimer (1893), Serry Mannheimer geb. Steinbock (1886), Siegfried Mannheimer (1896), Simon Mannheimer (1867), Tilly Mannheimer (1897), Emilie Meyer (1869), Else Nussbaum (1907), Jenny Nussbaum geb. Rosenthal (1876), Johanna Nussbaum (1900), Karl Nussbaum (1902), Wolf Nussbaum (1862), Jenny Rosenbaum geb. Levi (1887), Jelasawa Sander (1890), Käthe Henriette Sander (1900), Elfriede Spangenthal geb. Brylewski (1906), Hugo Stern (1889), Karoline Stern geb. Morgenroth (1866), Else von der Wall geb. Lang (1884), Bertha Wolff geb. Baum (1873).                    
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibungen  der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1877 / 1885   

Suhl Israelit 22081877.jpg (44681 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. August 1877: "Nachdem unser bisheriger Lehrer, welcher das Amt 30 Jahre bekleidete, vorgerückten Alters halber seine Pensionierung beantragt hat, ist die hiesige Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters anderweitig zu besetzen und ersuchen wir Reflektanten, uns ihre Zeugnisse baldigst einzusenden. Festsetzung des Gehalts erfolgt ja nach Qualifikation. 
Suhl in Thüringen. 
Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde: Meyer."  
 
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. August 1877: Text wie oben 
Dieselbe Anzeige erschien erschien sowohl in der orthodox-konservativen Zeitschrift "Der Israelit" wie auch in der liberalen "Allgemeinen Zeitung des Judentums" 
      
 
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Februar 1885: "Durch das am 30. Januar dieses Jahres erfolgte Hinscheiden unseres hochgeachteten Lehrers ist die hiesige Stelle als 
Religionslehrer, Vorbeter und Schächter neu zu besetzen.
 Qualifizierte Bewerber werden ersucht, mit dem unterzeichneten Vorstand in Unterhandlung zu treten, welcher weitere Auskunft gern erteilt. 
Suhl in Thüringen. 
Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Meyer.
"      

   
   
Aus der jüdischen Geschichte Mitte des 19. Jahrhunderts 
Als noch keine jüdischen Personen in Suhl zuziehen durften (1843)  

Suhl AZJ 22051843.jpg (147978 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. Mai 1843: "Aus dem Hennebergischen, 26. März (D.A.Z.). Es ist wenig bekannt und scheint selbst die Aufmerksamkeit der preußischen Regierung noch nicht auf sich gezogen zu haben, dass die Juden in der Grafschaft Henneberg sich in einer ungleich ungünstigeren Rechtslage befinden als die des ganzen übrigen Staates. Es ist dort noch die alte Partikulargesetzgebung beibehalten worden, und in Folge davon dürfen die dortigen Juden keine Grundstücke erwerben, sich nicht als Handwerker etablieren, sich ohne eingeholte Erlaubnis nicht verheiraten. Namentlich sind ihnen die Suhler Stadtrechte feindselig. Gleichwohl ist dieser kleine Teil Landes verhältnismäßig stark von Juden bewohnt, und namentlich halten sich in den Flecken Heinrichs und Schwarza sehr viele auf. Nach Suhl darf keiner ziehen. Ein junger Mann in Suhl, namens Nathan Mayer, der früher den Kleinhandel (Schacherhandel?) betrieben, aber das Handwerk eines Leinwebers erlernt hatte und nun dem Handel entsagen und sich seiner Profession widmen wollte, konnte, trotz aller Bemühungen, die Erlaubnis nicht erhalten und musste so zu seinem früheren Geschäfte zurückkehren. Ein angesehener und wohlhabender Jude in Heinrichs, namens Julius Mayer, wollte nach Suhl ziehen und wendete sich, da der dortige Magistrat widersprach, an die Regierung, endlich ans Ministerium, musste aber, mit Rücksicht auf das bestehende Recht, abgewiesen werden. Er verkaufte nun Hab und Gut und zog mit seiner Familie nach New York, wo es ihm wohl gehen soll, und viele junge Leute aus der Grafschaft schlossen sich ihm an. Gleichwohl treiben die Juden dieser Flecken viele Geschäfte mit Suhl und leben mit den dortigen Bürgern auf dem freundschaftlichsten Fuße."     

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. Januar 1900: "Suhl, 27. Dezember (1899). Am 12. dieses Monats (Dezember 1899) starb hier Herr Louis Sander, Begründer der gleichnamigen Bankfirma und Vorsteher der israelitischen Gemeinde. In dem Heimgegangenen betrauert die Familie einen zärtlichen Gatten und fürsorglichen Vater, die Gemeinde eines ihrer treuesten Mitglieder, die Stadt einen ihrer besten Bürger. Als glaubenstreuer Jude genoss er die Achtung Aller, die ihn kannten, und die Verehrung und Freundschaft Derer, die in näherem Verkehr mit ihm standen. Durch seine Biederkeit und strenge Ehrenhaftigkeit entwaffnete er so manch gehässiges Vorurteil und verwandelte es in unbegrenztes Zutrauen und n aufrichtige Zuneigung. Von rührender Bescheidenheit, verzichtete er leichten Herzens auf jede Ehrung für sein gemeinnütziges Streben, ja, er vermochte in seiner Selbstverleugnung Anerkennung und Dank, die ihm selbst in erster Reihe gebührten, Anderen rückhaltlos zu zollen. Von seinem ansehnlichen Vermögen, das er sich durch seinen klaren Blick und unermüdlichen Fleiß allmählich erworben, machte er den edelsten Gebrauch. Er übte Wohltätigkeit im Geheimen, jene Art, die in unseren Tagen immer seltener wird und mit Selbstberäucherung nichts gemeint hat. Wohl tun war ihm Selbstzweck, wahre Herzenssache; und gar vielen war er ein kluger Berater und bereitwilliger Helfer in der Not. Noch auf dem Sterbebette traf er mit bewundernswerter Seelenruhe Bestimmungen, die von seiner Herzensgüte und seinem Edelsinn beredtes Zeugnis ablegen. So lebt der Gerechte in seinen Taten fort, und sein Andenken wird zum Segen."                 

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. Januar 1859: "Für unser Eisenwaren-Geschäft suchen wir zum 1. April dieses Jahres einen Lehrling.  
D. Meyer's Söhne
in Suhl."             

 
Anzeige des Tuch- und Manufakturwarengeschäftes en gros & en detail M. Ronnefeld (1865)
         

Suhl AZJ 20061865.jpg (32687 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. Juni 1865: "Commis-Gesuch
Für mein Tuch- und Manufakturwaren-Geschäft en gros & en detail wird ein Commis, der in der Buchführung tüchtig ist, und Fachkenntnisse besitzt, unter vorteilhaften Bedingungen zum baldigen Antritt gesucht. Franco-Offerten erbittet man an M. Ronnefeld in Suhl."         

    
Anzeigen des Bank- und Manufakturwarengeschäftes M. Baum (1864 / 1870 / 1872)  

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Oktober 1864: "Für mein Manufaktur- en gros & en detail- und Bank-Geschäft suche ich einen tüchtigen Commis fürs Comptoir und einen Lehrling, welcher mit nötigen Vorkenntnissenn versehen ist. M. Baum. Suhl, im September 1864."        
 
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. November 1870: "Für mein Bank- und Manufakturwaren - En gros & En detail-Geschäft suche ich zum baldigen Antritt einen mit guten Vorkenntnissen versehenen jungen Mann als Lehrling. M. Baum in Suhl."     
  
Suhl Israelit 28021872.jpg (49939 Byte)Anzeigen in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1872: "Für mein Manufaktur - en détail-Geschäft suche ich einen jungen Mann als Commis, der in einem derartigen Geschäft bereits gearbeitet resp. gegenwärtig seine Lehrzeit daselbst beendet. Derselbe muss ein flotter Verkäufer sein und vorkommend den Lagerposten in meinem Manufakturwaren - en gros-Geschäft versehen können. 
M. Baum,
Suhl. 
Für mein Bank- und Manufakturwaren - en gros & en détail-Geschäft suche ich einen Lehrling, mit guten Schulkenntnissen versehen, per 1. April. M. Baum, Suhl."  

    
Anzeige des Leder- und Manufakturwarengeschäftes David Levy (1874)     

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. November 1874: "Für mein Leder- und Manufakturwarengeschäft en gros & en detail (Feiertage geschlossen) suche per 1. Januar oder früher einen Lehrling mit den nötigen Vorkenntnissen. Kondition: 3 Jahre Lehrzeit, freie Kost und Logis im Hause. 
Suhl.    David Levy.
"       


Lehrlings- Commissuche des Tuch-, Manufaktur- und Modewarengeschäftes Gebr. Simson (1880 / 1887) 

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Januar 1880: "Für unser Manufaktur- und Modewarengeschäft suchen wir zum baldigen Antritt einen Commis, flotten Verkäufer, sowie einen Lehrling. 
Gebr. Simson. Suhl."      
 
Suhl AZJ 24021887.jpg (30099 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Februar 1887: "Lehrlings-Gesuch. Wir suchen per 1. April dieses Jahres für unser Tuch-, Manufaktur- und Modewarengeschäft einen jungen Mann mit guten Schulkenntnissen als Lehrling
Gebr. Simson, Suhl." 

    
Anzeige von David Levy (1888)      

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Juli 1888: "Für meinen Neffen (Ware), der seine Lehre als Bäcker beendet, suche zur weiteren Ausbildung sofort Stelle. David Levy, Suhl."        


Anzeige des Schuh- und Herrengarderobegeschäftes Hermann Friedmann (1904)      

Suhl Israelit 29021904.jpg (41739 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Februar 1904: "Lehrling, Lehrmädchen oder Verkäuferin für mein Schuh- und Herrengarderobegeschäft für sofort oder später gesucht. Freie Station im Hause. 
Hermann Friedmann, Suhl (Thüringen)."     

  
Haushaltshilfe gesucht (1906)  

Suhl FrfIsrFambl 26101906.jpg (38133 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. Oktober 1906: "'Stütze.' Suche kinderliebes junges Mädchen, nicht unter 20 Jahren, befähigt, die Schularbeiten jüngerer Kinder zu überwachen und im Schneidern bewandert. Etwas Kochen erwünscht, doch nicht durchaus erforderlich. Ausführliche Offerten an 
Frau Karl Sander, Suhl in Thüringen."

     
Geburtsanzeige der Tochter Erika von Alfred Herzberg und Margot geb. Berger (1924)      

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des Central-Vereins) vom 1. Mai 1924: 
"Die glückliche Geburt ihres Töchterchens Erika zeigen hocherfreut an 
Alfred Herzberg und Frau Margot geb. Berger. 
Suhl,
den 22. April 1924."      

    
    
Weitere Dokumente zu jüdischen Gewerbebetrieben    

Umschlag eines an die Firma Simson & Co.
 in Suhl geschickten Briefes
 

(aus der Sammlung von Peter Karl Müller,
 Kirchheim/Ries) 
Suhl Dok 080.jpg (133252 Byte)  
  Der Eilbrief aus Hamburg wurde am 
20. Oktober 1930 nach Suhl geschickt  
   

     
     
    

Fotos
(Fotos Hahn, Aufnahmedatum 14.8.2005) 

Die ehemalige "Judengasse"  Suhl Synagoge 113.jpg (67415 Byte) Suhl Synagoge 112.jpg (43863 Byte)
Blick in die Judithstraße, frühere Judengasse 
   
Ort der Deportation 1942  Suhl Synagoge 110.jpg (57121 Byte) Suhl Synagoge 115.jpg (42514 Byte)
  Hinweis auf das Gebäude, von dem die jüdischen Einwohner Suhls 
1942 deportiert wurden. 
   

    
    
Zur Geschichte der Synagoge       
    
Zunächst hatte die jüdische Gemeinde (von 1871 bis 1906) einen Betraum, der sich in einem Saal am früheren Mühlplatz 7 (erster Stock des Harras'schen Hauses) befand (das Gebäude Harras'sche Haus wurde abgebrochen, der Mühlplatz besteht nicht mehr). 
 
Die 1938 zerstörte Synagoge war 1904/06 in zweijähriger Bauzeit in traditionellem byzantinisch-maurischem Stil mit Elementen des Jugendstiles erbaut worden. Die Einweihung der Synagoge war am 7. August 1906. Die Seitentürme gaben ihr das Aussehen eine Kirche. In der Synagoge hatte es Platz für 200 Personen. Auf drei Seiten war eine Empore angebracht.   
  
Die Einweihung der Synagoge in Suhl (1906)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 24. August 1906: "Suhl. Dieser Tage fand die Einweihung der neu erbauten Synagoge statt. Die städtischen Behörden, sowie auch die beiden ersten evangelischen Geistlichen waren bei der Feier vertreten."     

Nur 32 Jahre war die Synagoge Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens in der Stadt.   
     
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört.
   
Seit November 1985 steht am Standort der Synagoge ein von dem Künstler Jürgen Conrad gestalteter Gedenkstein. Er ist aus hellem Naturstein geformt und zeigt die Darstellung einer Menora mit eingearbeitetem Davidstern. Bis Anfang der 1990er-Jahre stand auf den Fundamenten der einstigen Synagoge eine Baracke. Dann wurde das Grundstück mit einer Wohnanlage neu überbaut.        
     
     
Adresse/Standort der Synagogeheutige Straße der Opfer des Faschismus (frühere Hohenlohestraße 13)    
     
     
Fotos   

Historische Aufnahmen der 
Synagoge in Suhl  
Suhl Synagoge 001.jpg (86907 Byte) Suhl Synagoge 002.jpg (51375 Byte)
  Außenaufnahme der Synagoge in Suhl  Innenaufnahme mit Blick zum Toraschrein 
     
Die Zerstörung der Synagoge
in der Pogromnacht 1938  
Suhl Synagoge 303.jpg (52108 Byte) Suhl Synagoge 301.jpg (60533 Byte)
Quelle: Fotos aus der Darstellung 
von Hans Nothnagel (Hg.) s. Lit.
Der Brand der Synagoge am frühen 
Morgen des 10.11.1938  
Die ausgebrannte Ruine 
(Frontansicht)
     
   Suhl Synagoge 302.jpg (98376 Byte) Suhl Synagoge 300.jpg (69563 Byte)
  Die ausgebrannte Ruine (Seitenansicht) Abbruch der Synagoge 
     
Die Gedenkstätte für die 
zerstörte Synagoge

(Fotos Hahn, Aufnahmedatum 14.8.2005) 
Suhl Synagoge 114.jpg (61168 Byte) Suhl Synagoge 116.jpg (75761 Byte)
   Gedenkstein für die zerstörte Synagoge an ihrem Standort 
   

  
  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

2007/2008: Berichte von zwei Gedenkveranstaltungen  
Erschienen am 10. November 2007 in der Zeitschrift "Freies Wort" - Artikel von Ruth Schafft   
Erinnerung an den Pogrom  -  Lieder und Texte aus Talmud und Thora
Jalda Rebling gestaltete das Gedenken auf ganz besondere Weise und machte jüdisches Leben erlebbar 

    
Suhl. - Jalda Rebling singt leise, anrührend. Es ist ein jüdisches Lied, der Text auf hebräisch. Die Gäste im Oberrathaussaal summen mit. Ein jeder in seine eigenen Gedanken versunken... Mit der gestrigen Veranstaltung wollte die Stadt zur Erinnerung an den nationalsozialistischen Pogrom vor 69 Jahren, jenem Tag, an dem auch die Suhler Synagoge in Flammen aufging, neue Wege gehen, "das Gedenken neu erlebbar machen durch konkretes jüdisches Leben", erklärt Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel, der neben der bekannten Schauspielerin und Sängerin auch Wolfgang Nossen, den Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringens, und zahlreiche Suhler im voll besetzten Saal zu einem "nachdenklichen Nachmittag" begrüßte.
Gedenken einmal anders – ohne offizielle Reden und Appelle, stattdessen mit viel Emotionen, mit Wärme, mit Texten aus dem Talmud und der Thora. Mit Liedern und Geschichten, die Trauer, aber auch das Glück und die Hoffnung des jüdischen Volkes vermitteln, vorgetragen von Jalda Rebling. "Vergesst es nie", das waren die Worte ihrer Mutter, als sie 1945 aus dem KZ Bergen-Belsen befreit wurde. Doch wie gedenkt man in einer Stadt wie Suhl der jüdischen Opfer? Mit den letzten Transporten in die KZ im Mai und September 1942 der noch etwa 130 in Suhl wohnenden Juden erlosch ein für alle Mal jegliches jüdisches Leben in der Stadt. Fast alle Männer und Frauen wurden ermordet oder sind gestorben, nur wenige überlebten den Holocaust. Seit vergangenem Jahr erinnern in Suhl "Stolpersteine" an einige von ihnen. Schüler im Leistungskurs Geschichte des Gymnasiums erforschten und erforschen Einzelschicksale. Geschichtslehrerin Heidemarie Schwalbe berichtet außerdem von Kontakten ihrer Schüler zu einer betagten Jüdin, Tochter der Suhler Familie Sander, die von ihrer Mutter nach England geschickt wurde und seither in Birmingham lebt. Im Dezember werden ihre Enkel und Urenkel nach Suhl kommen. Ziel, so Heidemarie Schwalbe, sei es, mit den von Schülern erforschten Lebensgeschichten eine Broschüre zu erstellen – auch als begleitendes Informationsmaterial auf dem Weg von "Stolperstein" zu "Stolperstein". So wollen die Schüler Geschichte lebendig halten. 
Das Lebendig-Halten treibt auch Jalda Rebling um. Wie gedenkt man der Opfer in vier, fünf Jahren? Was ist in 20 Jahren – wie machen es dann unsere Kinder? Was können wir tun, damit das, was geschehen ist, nie wieder geschehen kann? Viele Fragen. Antworten, sagt sie, habe sie keine. Dafür hat Jalda Rebling eine Stimme, sie nicht nur als Künstlerin erhebt.
Nach der Veranstaltung begaben sich die Teilnehmer zur Stele, die an die einstige Synagoge erinnert, um – der jüdischen Tradition folgend – einen Stein niederzulegen. Jalda Rebling und Wolfgang Nossen sprachen das Kaddisch-Gebet.
Der Gedenkveranstaltung ging ein Workshop voraus, eingebettet in das Bundesprojekt "Vielfalt tut gut", das in Suhl unter dem Motto "Suhl bekennt Farbe" seine konkrete Umsetzung erfährt. 19 Teilnehmer, vornehmlich aus dem Sozialbereich, waren vertreten, leider keine Schulen, so Sabine Schmidt vom Jugendamt in einem Freies Wort-Gespräch. Dabei sei es um interkulturelle Kompetenzen gegangen, ein Thema, das in den drei folgenden Workshops unter verschiedenen Aspekten diskutiert werden soll. Nicht so sehr Wissensvermittlung, vielmehr soll das Hinterfragen der eigenen Empfindungen im Umgang mit anderen Kulturen im Vordergrund stehen, erklärt die Vertreterin des Jugendamtes."
  
Erschienen am 28. Januar 2008 in der Zeitschrift "Freies Wort" - Artikel von Ruth Schafft   
Gedenkveranstaltung - Auf den Spuren jüdischen Lebens - Suhler Gymnasiasten erforschten das Schicksal einst in Suhl lebender Juden
Suhl – Vier Suhler Gymnasiasten nahmen gestern die Gäste der Gedenkveranstaltung mit auf den Spuren jüdischer Mitbürger, die einst in Suhl lebten, machten Halt an den Wohn- und Geschäftshäusern der Familien Sander, Herzberg und Brylewski. Seit drei Jahren erforschen Schüler im Leistungskurs Geschichte unter Leitung ihrer Lehrerin Heidemarie Schwalbe das Schicksal der Juden – 130 lebten hier. 
Etwa 50 Suhler – darunter Vertreter der Stadt, der Kirche, Stadträte – fanden sich gestern am Nationalen Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus und Holocaust auf dem jüdischen Friedhof ein, um an das unsägliche Leid der jüdischen Menschen zu erinnern. Dort begann der Rundgang auf den Spuren jüdischen Lebens.
Der Friedhof ist für Juden von zentraler Bedeutung, für sie der gute Ort, der immer und ewig ist. "Es ist deshalb das Schlimmste zu wissen, dass Angehörige kein Grab haben", erklärt Rico Schuberth, Gymnasiast. Er hat sich mit den jüdischen Friedhöfen, ihren Grundprinzipien und Besonderheiten näher befasst, berichtete, dass 1720 der erste in Heinrichs entstand, wo es 1917 die letzte Beerdigung gab. 1903 wurde am Hoheloh der zweite jüdische Friedhof eingeweiht. Die Toten werden begraben, eine Verbrennung lehnt das Judentum strikt ab. "Wir können nur ahnen, wie viel Abscheu und Schmerz die Shoa für die jüdischen Menschen bedeutet", schloss der Abiturient seinen aufschlussreichen Vortrag.
Die Sanders wohnten im Steinweg 26, dem heutigen Rokokohaus, wo Isidor Sander ein Lederwarengeschäft führte. Im gleichen Haus lebte damals auch die nichtjüdische Familie Rehfeld. Von deren Tochter erfuhr Annelie Pfannschmidt für ihre Schülerarbeit Näheres aus dem Leben der Sanders. Sie waren beispielsweise in der jüdischen Gemeinde sehr aktiv und besonders Meta Sander, die Ehefrau, war sehr sozial eingestellt. 1936 wurde sie schwer krank und starb im April des gleichen Jahres.
Diesen Schmerz, die schwere Zeit, die Repressalien, die SA-Männer, die mit "hängt die Juden auf" brüllend durch den Steinweg zogen – all das konnte Isidor Sander nicht mehr ertragen und nahm sich im Juli 1936 das Leben. Da war Tochter Helene schon längst in England, wohin sie geschickt wurde, um ihr Englisch zu vervollkommnen. Dort lebt sie, 92-jährig, noch heute und pflegt besonders mit Heidemarie Schwalbe einen regen Briefwechsel. Sie zeigt sich erfreut darüber, dass durch die Projektarbeiten der Suhler Schüler Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Ihre beiden Geschwister sind bereits gestorben. Ilse-Marion, die 1939 über Genf nach England auswanderte, Helmut, der nach Palästina ging und dort bis zu seinem Tod 2002 lebte. Mit seinem Sohn, so berichtete Heidemarie Schwalbe, gibt es weiterhin Kontakt.
Das Kaufhaus Herzberg, am Markt, Ecke Bleymüllerstraße neben dem "Bären" gelegen, galt in den 1920er- und 30er-Jahren als erste Adresse. Dort wurden die Suhler freundlich beraten, das Gebäude selbst bestach durch sein schönes Ambiente. Gegründet 1918 wurde es von Alfred und Margot Herzberg geführt.
Als mit der Machtübernahme der Nazis auch in Suhl der Boykott jüdischer Geschäfte begann, kauften die Suhler dennoch bei Herzberg ein. Erst als SA die Kunden fotografierte und die Bilder in der Zeitung veröffentlichte, wurde es ruhig. So schilderte Alexander Koberstein jene Zeit. Die Herzbergs mussten 1937 ihr Geschäft verkaufen und zogen nach Berlin. In der Reichspogromnacht wurde Alfred Herzberg von der Gestapo verhaftet. An den Folgen der Misshandlung verstarb er wenige Monate später. Frau Herzberg, so wusste der Suhler Abiturient, weiter zu berichten, emigrierte mit den Töchtern Ingelene und Erika nach Chile. Letztere besuchte Suhl seit ihrer Auswanderung zwei Mal.
In den Zwanziger Jahren übernahm die Familie Brylewski das Kaufhaus Leschziner am Markt, Ecke Pfarrstraße, wo sich heute das Wäschegeschäft befindet. Über das Schicksal von Aaron Brylewski, das seiner Frau Emma und der Kinder Werner, Elfriede und Heinz berichtete Christian Meißner. Ab 1933 musste auch diese Familie Schikanen ertragen, die fünf Jahre später in der Liquidierung ihres Geschäftes gipfelten – auf Betreiben des Nazi-Bürgermeisters König, dem aus seinem Amtszimmer der Anblick auf ein jüdisches Kaufhaus zutiefst zuwider war. Im gleichen Jahr wurde aus der Villa der Brylewskis in der Kellerstraße das so genannte "Judenhaus". Dort mussten einige jüdische Familien einziehen und ihre eigenen Häuser verlassen. 1942 wurde das Ehepaar Brylewski sowie die Tochter mit ihrer Familie in das Vernichtungslager Belzec deportiert und dort ermordet.
Zum Abschluss legten Teilnehmer der Gedenkveranstaltung an der Gedenktafel im Alten Rathaus, wo die Namen aller in Suhl lebenden jüdischen Mitbürger festgehalten sind, Blumen nieder."       Originalartikel mit Fotos  

  
    

Links und Literatur  

Links:

Website der Stadt Suhl 
Link zum Fahrzeugmuseum Suhl: hier anklicken   
Artikel von wikipedia (mit weiteren Links) zur Geschichte der Familie Simson und der Simson-Werke: hier anklicken 
Seite zum jüdischen Friedhof Suhl (interner Link)      

Literatur:  

Hans Nothnagel/ Ewald Dähn: Juden in Suhl - ein geschichtlicher Überblick. Konstanz 1995. Hg. von Erhard Roy Wiehn, Konstanz.
Hans Nothnagel/ Hans Michael/ Annekathrin Peters: Eine dokumentarische Nachlese zur Geschichte der Juden in Suhl. In: Hans Nothnagel (Hg.) Juden in Südthüringen - geschützt und gejagt. Bd. 1 Suhl 1998 S.11-109.
Israel Schwierz: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation - erstellt unter Mitarbeit von Johannes Mötsch. Hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ( www.lzt.thueringen.de) 2007. Zum Download der Dokumentation (interner Link). Zu Suhl S. 248-251. 
Suhl Lit 010.jpg (19782 Byte)Sehr informative Broschüre "Jüdisches Leben in Suhl" - Kleine Suhler Reihe Nr. 25. Hrsg. von der Stadtverwaltung Suhl in Zusammenarbeit mit Holger Aderhold und Annette Wiedemann im September 2008. 76 Seiten. 
Downloadbar als pdf-Datei über Link (kann über die "Galerie im CCS" in Suhl bestellt werden, Tel. 03681/788301).
Download auch über internen Link möglich.    
Ulrike Schulz (Hrsg.): Die Enteignung der Firma Simson & Co, Suhl / Thüringen (1927-1935). Reihe: Quellen zur Geschichte Thüringens. Bd. 37. Landeszentrale für geschichtliche Bildung Thüringen 2013.  
Artikel ohne Autor:  Ein Name aus Schall und Rauch? Dennis Baum und die Geschichte des Familienunternehmens Simson. In:  LBI Aktuell. Hrsg. vom Leo Baeck Institut - New York / Berlin. Herbst-Winter 2016 No. 1 S. 10-13.   

  
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Suhl. Evidence of Jews in Suhl dates from 1315. In spite of several expulsions, Jewish settlement was continously renewed. At the beginning of the 18th century, Jews were restricted to a settlement outside the town gates. The first Jewish resident was allowed to acquire a house within the city only in 1848. In 1856, the ten Jewish families from Suhl set up a community together with the Jews of Heinrichs. In 1880, the community numbered 91, establishing a cemetery in 1905 and a synagogue in 1906. By the time the Nazis assumed power in 1933, the community numbered 120 (about 40 households). The general boycott of 1 April 1933 led to the first emigrations. By April 1938, there were only 24 Jewish households in Suhl. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was burned down, and in 1939 only 20-30 Jews still lived in Suhl. Those who did not manage to escape had to move to "Jewish houses". All were deported in 1942, with the exception of two Jews who were probably protected by marriage to non-Jews.  
    
     

                   
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Stand: 30. November 2016