Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


Zurück zur Seite über die Jüdische Geschichte/Synagoge in Stadtlengsfeld   
  

Stadtlengsfeld (Wartburgkreis)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Stadtlengsfeld wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt.  
   
Hinweis: es konnte bislang nur ein Teil der Texte abgeschrieben werden; zum Lesen bitte Textabbildungen anklicken.    

  
Übersicht:

Aus der Geschichte des Landrabbinates  
Rabbiner Dr. Mendel Heß ist Herausgeber der Zeitschrift "Der Israelit des 19. Jahrhunderts" (1840)
Rabbiner Dr. Mendel Heß möchte ein Erziehungsinstitut eröffnen (1841)   
-  Schwierigkeiten mit Rabbiner Dr. Mendel Heß (1846)   
-  Zum Tod von Landrabbiner Dr. Mendel Heß (1871)   
-  Auszeichnung für Landrabbiner Dr. Theodor Kroner auf Grund seiner Verdienste um die Stadt (1877)  
-  Auf die Stelle des Landrabbiners wurde Rabbiner Dr. Moses Salzer gewählt (1883) 
Zum Tod von Landrabbiner Dr. Moses Salzer (1902) 
Einführung von Landrabbiner Dr. Joseph Wiesen (1902)       
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule
-  Ein neues israelitisches Schulhaus wird eingeweiht (1840)    
-  Zur Vereinigung der christlichen und jüdischen Schulen zu einer Bürgerschule (1850)   
-  Über die Simultanschule in Stadtlengsfeld (1877)   
-  Zum Tod von Religionslehrer Jacob Salzer (1894)   
-  Lehrer Willi Katz tritt in den Ruhestand (1926)   
Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
-  Schwierigkeiten im Blick auf Reformen in der Gemeinde (1847)   
-  Beiträge zum Thema "Kultusreform" (1853)   
-  Brandkatastrophe in Stadtlengsfeld (1878)    
-  Urteil gegen den Holzhauer Johann Trender auf Grund seines Überfalls auf das Haus eines jüdischen Getreidehändlers in Gehaus (1894)  
-  Kultusminister von Pawel besucht die jüdische Gemeinde - Vorsteher Jakob Huhn I erhält die silberne Verdienstmedaille (1898)   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde    
-  Zum Tod des Großherzoglichen Amtsphysikus und Landgräflichen Philippsthälischen Hofrates Dr. Samuel Heß (1838)  
-  Kommerzienrat Rosenblatt wird als Landtagsabgeordneter gewählt (1867)   
-  Zum Tod des Toraschreibers Loser Blüth (1879)   
-  50-jähriges Jubiläum von Samuel Löb Rosenblatt als Mohel (1885)  
-  Goldene Hochzeit von Kaufmann Sandel Rosenblatt und Minka geb. Huhn (1891)   
-  Zum Tod von N. Hirsch Rothschild in Völkershausen (1897)      
-  70. Geburtstag von Kaufmann Jacob Huhn I (1897)   
-  Zum Tod von Sara Huhn und der Frau von Landrabbiner Dr. Wiesen (1905)   
-  Zum Tod von Salomon Rothschild (1927) 
Abschied von der Familie Nathan Ullmann (1935)     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
-  Anzeige des Manufaktur- und Wäschefabrikations-Geschäftes L. M. Stiebel (1889)       
Anzeige von Metzgermeister Ferdinand Müller (1900)    
    

        

      
Aus der Geschichte des Landrabbinates  
Rabbiner Dr. Mendel Heß ist Herausgeber der Zeitschrift "Der Israelit des 19. Jahrhunderts (1840)   

Stadtlengsfeld Israelit19Jh 04101840.jpg (135645 Byte)Titelblatt der Zeitschrift "Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts": 
"Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. 
Herausgegeben von Dr. M. Heß, Land-Rabbinen zu Stadtlengsfeld, im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. 
Nr. 1 Sonntag, den 4. Oktober 1840  II. Jahrgang. 
Motto: Entschieden, freisinnig, mutvoll und wahr...."  
  
Stadtlengsfeld Israelit19Hg 06121840.jpg (69668 Byte)Titelblatt der Zeitschrift "Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts" vom 6. Dezember 1840.   

      
Rabbiner Dr. Mendel Heß möchte ein Erziehungsinstitut eröffnen (1841)   

Stadtlengsfeld Israelit19Jh 03011841.jpg (160915 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Januar 1841: "Avertissement
Mit dem 1. Mai 1841 wird der Unterzeichnete ein Institut eröffnen, das die höhere  Bildung des künftigen Kaufmannes, des Künstlers und überhaupt aller derer, welche dereinst in einen solchen Beruf, der keine eigentlichen Universitätsstudien erfordert, treten wollen, zum Zwecke hat. 
Die Unterrichtsgegenstände werden daher sein: Religion und Erklärung der Bibel, die neueren Sprachen, kaufmännische Buchhandlung, Arithmetik, Geometrie, Statistik, Naturwissenschaften, Technologie, Zeichnen und Musik, sowie für diejenigen, welche sich dem Universitäts-Studium widmen wollen, griechische und lateinische Sprache, wo weit, dass sie später in die ersten Klassen eines Gymnasiums eintreten können. Die auswärtigen Zöglinge erhalten zugleich Kost, Logis und Wäsche, und zahlen hierfür, wie für den sämtlichen Unterricht, (mit Ausnahme der Musik) im Ganzen nur 200 Reichstaler preuß. Cour. jährlich, in viertel-jährigen Raten.  
Ihrer Erziehung, wie ihrer Bildung, wird die möglichste Sorgfalt gewidmet werden, und um diesen Zweck vollständig zu erreichen, und die Zöglinge schon nach wenigen Jahren für ihren künftigen Beruf zu befähigen, werden einige tüchtige und erprobte Lehrer der Anstalt vorstehen, während diese selbst nur auf eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Schülern beschränkt bleiben soll.  
Das Haus (ein früheres adeliges Schloss), in welchem der Unterzeichnete wohnt, bietet die nötigen Räumlichkeiten auf das Bequemste und Anständigste dar, und die erforderlichen literarischen Hilfsmittel können jederzeit billig und prompt von den benachbarten Städten Eisenach und Meiningen bezogen werden. 
Alle diejenigen Eltern, welche ihre Kinder dieser Anstalt anvertrauen wollen, werden daher ersucht, die desfallsigen Anmeldungen (auf welche die näheren Bedingungen noch mitgeteilt werden) baldmöglichst und spätestens vor dem ersten März 1841 zu bewirken, da sie später nicht auf die Annahme derselben rechnen können. 
Stadt-Lengsfeld (im Großherzogtum Weimar). 
Dr. M. Heß.
Großherzlicher Weimarscher Land-Rabbiner".            

 
Schwierigkeiten mit Rabbiner Dr. Mendel Heß (1846)     

Stadtlengsfeld DtrZionsw 20101846.jpg (117407 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 20. Oktober 1846: "Weimar.  
St. Lengsfeld, den 9. Oktober (1846). Ich kann nicht umhin, Ihnen, w. H. R., gegenwärtig meinen Dank für den unaussprechlichen Genuss auszudrücken, den Sie durch Ihre Zeitung, 'der treue Zions-Wächter' bereiten. Mit wahrer Sehnsucht sehe ich jedes Mal Ihrem geschätzten Blatte entgegen, und noch größer wird mir diese Freude dadurch, dass unser bekannter Rabbiner, Dr. H. (sc. Heß) nur zu oft schon sein Bedauern ausdrückt, wie der Zions-Wächter sehr viel schade. Ich erspare daher keinen Fleiß, um dieses geschätzte Blatt so viel als möglich hier zu verbreiten, und bezweifle nicht, dass es auch für unser wahres Judentum nur heilbringend ist. 
Ihnen durch die Tat zu beweisen, wie sehr ich von dem Nutzen dieser Blätter durchdrungen, übersende ich Ihnen hierbei für die Armen im Land Israel beifolgende kleine Beisteuer, um deren Besorgung ich Sie höflichst bitte. Möchte dieses Scherflein neben den vielen größeren auch seinen Segen bringen. 
Von unserem Rabbinen übrigens kann ich Ihnen nichts Bezeichnenderes mitteilen, als dass das 'Verlegen' seine Haupt-Leidenschaft ist. Er hat verlegt, laut Protokolle, den Schabbat auf weiter hinaus; ferner hat er verlegt seinen Wohnsitz von seiner Gemeinde nach Eisenach, wo bekanntlich keine Juden wohnen, endlich seine Neujahrs-Predigten von Lengsfeld nach der Leipziger Messe, wo er selbige bereits 3 Jahre nacheinander feilbietet. Ich könnte Ihnen noch Mehreres über 'Verlegen' mitteilen, doch mag das Gesagte für diesmal genügen."         

  
Zum Tod von Landrabbiner Dr. Mendel Heß (1871)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Oktober 1871: "Eisenach, 1. Oktober (1871). Am 21. September verstarb der seit vielen Jahren hier wohnhafte großherzoglich weimarische Landrabbiner, Herr Dr. M. Heß, der sein Amt über 43 Jahre bekleidet. Er war 1807 geboren, erreichte also ein Alter von 64 Jahren. Bekanntlich gehörte er der äußersten Reformpartei an, in welchem Sinne er auch eine Zeit lang eine Zeitschrift herausgab. Außerdem sind von ihm Predigten veröffentlicht worden. Längere Zeit hindurch war er die Zuflucht für Brautpaare gemischter Konfession. Viele Jahre leidend, hielt er sich während des letzten Stadiums seines Lebens von der Öffentlichkeit zurückgezogen."     

   
Auszeichnung für Landrabbiner Dr. Theodor Kroner auf Grund seiner Verdienste um die Stadt (1877)       

Stadtlengsfeld Israelit 12091877.jpg (435073 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. September 1877:  "Aus Thüringen. Wenn man von dem, an der Werrabahn gelegenen Badeorte Salzungen aus seine Schritte südwestlich nach dem Rhöngebirge zuwendet, erreicht man, die sich auf Umwegen dahinschlängelnde Landstraße vermeidend, auf schönem schattigen Waldpfade das an der Vorderrhön in romantischer, aber nicht sehr fruchtbarer Gegend gelegene Städtchen Stadtlengsfeld, zum Großherzoglich Weimar'schen Oberlande gehörig, welche letztere Bezeichnung bei den übrigen Bewohnern des Großherzogtums Weimar einen etwas sibirischen Beigeschmack hat. Indessen ist der Temperaturunterschied nicht so arg und es lässt sich ganz gemächlich alldort leben. Auch haben sich schon vor uralten Zeiten in Stadtlengsfeld viele Israeliten angesiedelt, welche bald zu einer sehr ansehnlichen Gemeinde anwuchsen, die sich aber in neuerer Zeit durch Wegzug wieder bis auf etwa 60 Familien vermindert hat. In früheren Zeiten wurde dort viel 'gelernt', was auch in neuerer Zeit daselbst wieder sehr in Aufnahme gekommen ist. In diesem Städtchen zeigte sich im Laufe dieses Sommers ein eigenartiges Schauspiel. Es wurde alldort ein Volksfest gefeiert und von den Stadtbewohnern waren so ziemlich alle auf dem Festplatze vorhanden. Auch die Spitzen der Stadt und der dort befindlichen Behörden waren anwesend. Nur der Landrabbiner fehlte; denn es war in der Tischa-beAw-Woche (9. Aw), in welcher derselbe sich von dergleichen Vergnügen fern zu halten für geboten erachtete. Da betrat der Bürgermeister plötzlich eine Art Tribüne und verlas unter allgemeinem Aufhorchen ein Schreiben Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin von Weimar. Er hatte kaum geendet, als ungeheurer Jubel die Luft erfüllte, dessen erstem Ausbruche der allgemeine Ruf folgte: 'Der Landrabbiner soll herbei!'. Wirklich wurde eine Deputation an denselben entsandt, und er musste dem Volkswillen nachgeben und erscheinen. Kaum erschienen und von einer freudig bewegten Schar umringt, hieß es: 'Sprechen!' Auch diesem wurde nachgegeben und der Landrabbiner hielt eine Ansprache. Nachdem dieses geschehen war, erschien eine Deputation eines Damenkomitees und überreichte ihm einen prachtvollen Blumenstrauß. Außerdem wurde er noch bekränzt und mit Blumen überschüttet. Was war aber den Leutchen nur angekommen, das zu solchem Gebaren sie trieb? Die Sache hat folgenden Zusammenhang: Stadtlengsfeld erfreut sich keines besonderen Wohlstandes. Der größte Teil des zur Stadt gehörigen, ohnedies nicht sehr fruchtbaren Ackerbodens ist im Besitze zweier Rittergüter, sodass die Bürger nur sehr geringen Feldbau betreiben können. Der von dortigen Israeliten entwickelte Fabrikbetrieb und der durch diesen und das Amtsgericht vermittelte Verkehr der Landbewohner bilden die Hauptnahrungsquelle der Bewohner der Stadt. Durch den Wegzug einiger israelitischer Fabrikanten hat diese Ernährungsquelle einigen Schaden gelitten. Durch die geplante neue Gerichtsorganisation sollte auch das Amtsgericht in Wegfall kommen, ohne dass irgendeine Ersatzbehörde an dessen Stelle treten sollte. Das erregte Besorgnisse schwerwiegender Art. Es wurden Vorstellungen und Deputationen, unter Letztern auch einmal der Land-Rabbiner nach Weimar gesendet; aber ohne allen Erfolg. In der Stadt besteht seit Jahren schon unter der Protektion der Großherzogin ein 'Verein zur Beförderung des Wohlstandes' usw. Nachdem alle eingeschlagenen Wege nciht zum Ziele geführt hatten, machte der Landrabbiner, Herr Dr. Kroner, der außer seiner vielseitigen geistlichen Tätigkeit sich sich auch in sehr hervorragender Weise in gemeinnützigen Angelegenheiten rührig zeigt, den Vorschlag, man sollte sich in der fraglichen Angelegenheit seitens des Vereins an die Großherzogin wenden. Der Vorschlag fand Beifall, und Herr Dr. Kroner wurde mit der Abfassung des betreffenden Bittgesuches beauftragt. Fünf oder sechs Tage nach stattgefundener Absendung desselben schon wurde dem Bürgermeister seitens der Großherzogin die Mitteilung gemacht, dass nach Allerhöchstem Entschlusse das neu zu errichtende Justizamt seinen Sitz in Stadtlengsfeld haben werde. Der Bürgermeister war bereits einige Tage im Besitze des Allerhöchsten Schreibens, hatte dasselbe aber verheimlicht, um bei dem stattfindenden Feste die Bürgerschaft mit dieser erfreulichen Nachricht zu überraschen. So geschah es. Nach dem ersten Freudenausbruche war es dem Volksgefühlte Bedürfnis, dem Urheber dieser glücklichen Wendung dankbare Anerkennung darzubringen. Daher diese öffentliche Auszeichnung des Herrn Dr. Kroner, welcher sich des Morgens noch ein musikalisches Ständchen sämtlicher in der Stadt bestehender Vereine anreihte. Der aus diesem Vorgang resultierende Beweissatz, wenn es eines solchen etwa noch bedarf, ist, dass man ein sehr orthodoxer Rabbiner sein und doch für gemeinnützige, Bürgerwohlfahrt fördernde Angelegenheiten ein warmes Herz haben, oder, um Alles in Allem zu sagen, ein guter Patriot sein kann!"                

  
Auf die Stelle des Landrabbiners wurde Rabbiner Dr. Moses Salzer gewählt (1883)
   
Anmerkung: Dr. Moses Salzer (geb. 1841 in Ermershausen, gest. 1902): war Sohn des Lehrers Jakob Salzer; studierte seit 1863 in Würzburg und Berlin, wurde in Halle promoviert; 1870 bis 1883 Distriktsrabbiner in Schnaittach, seit 1883 Landesrabbiner in Stadtlengsfeld.      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Mai 1883: "Bonn, 27. April (1883). Man schreibt aus Weimar vom 21. April: Im Weimarischen ist die Stelle eines Landrabbiners, die den Charakter eines Staatsamtes hat, seit zwei Monaten unbesetzt; das Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht den jüdischen Religionsgemeinden zu und haben dieselben durch ihre Vorstände heute den bayerischen Distriktsrabbiner Dr. Salzer einstimmig gewählt."        

 
Zum Tod von Landrabbiner Dr. Moses Salzer (1902)      

Stadtlengsfeld Israelit 03031902.jpg (182734 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. März 1902: "Stadtlengsfeld, In der Nacht vom Freitag zum Schabbat Paraschat Tezaweh (Schabbat mit der Toralesung Tezaweh, d.i. 2. Mose 27,20 - 30,10; das war am 22. Februar 1902) verschied plötzlich in Folge Herzschlages der Großherzogliche Sächsische Landrabbiner Dr. Moses Salzer im begonnenen 61. Lebensjahre, nach fast neunzehnjähriger Wirksamkeit im Großherzogtum Sachsen Weimar (hebräisch und deutlich aus 2. Mose 33:): 'Und als das Volk diese schlimme Kunde hörte, da hüllten sie sich in Trauer und keiner legte seinen Schmuck an.' Wie hoch angesehen der Verstorbene bei Hoch und Niedrig, Juden und Christen, dem ihm unterstellten Vorständen und Lehrern, sowie seiner vorgesetzten Behörde gewesen, hat die ungemein zahlreiche Beteiligung bei seiner Montag, den 24. Februar dieses Jahres, erfolgten Bestattung erweisen. Außer dem Gemeinderat und Schulvorstande und sämtlichen städtischen Beamten, waren von auswärts erschienen der Großherzogliche Geheime Regierungsrat Bezirksdirektor Schmith, sowie Herr Schulrat Kögler. Sämtlich israelitischen Lehrer und Vorsteher des Landes, sowie mancher Bekannte aus der Nachbarschaft war im Leichengefolge zu erblicken. Unsere Stadt hat wohl seit vielen Jahrzehnten ein solch zahlreiches Leichenbegängnis nicht gesehen.   
Am Grab hielt, nach dem Vortrage der Liturgie durch Lehrer Röthler - Gotha, der benachbarte Herzogliche Landrabbiner Dr. Fränkel - Meiningen die Gedächtnisrede. In beredten Worten verglich der gewandte Redner den Entschlafenen mit dem Hohenpriester Aaron, insbesondere betonend, dass derselbe es verstanden, während seiner Amtstätigkeit den Frieden innerhalb der Gemeinde im volslten Sinne des Wortes zu pflegen und zu erhalten.  
Tief ergriffen rief alsdann Lehrer Baumgart - Stadtlengsfeld dem ihm so plötzlich entrissenen Lehrer und Freunde herzliche Worte des Abschiedes und des Dankes noch namens seiner Gemeinde und der jüdischen Vereine des Ortes. Derselbe verglich den Heimgegangenen mit unserem großen Lehrer Moscheh, rühmte seine hohe Bescheidenheit und dass er stets die Menschen nach ihrer günstigsten Seite zu beurteilen pflegte. 
Als dritter Redner schilderte Lehrer Meyer - Eisenach den Entschlafenen als einen wahren Lehrerfreunde, dankte ihm auch Namens des Vereins israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands für seine mehrjährige Tätigkeit als Vorsitzender desselben. 
Mit dem Vortrage der üblichen Gebete endigte der ergreifende Akt und die Strahlen der Sonne beschienen den frischen Grabeshügel eines treuen Seelsorgers in Israel. Das Andenken des Gerechten sei zum Segen. Bgrt  (= Lehrer Baumgart)."         

  
Einführung von Landrabbiner Dr. Joseph Wiesen (1902)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. November 1902: "Eisenach, 1. November (1902). Die Einführung des neuen Landrabbiners unseres Großherzogtums fand am 14. vorigen Monats in feierlicher Weise in Stadtlengsfeld statt. Die würdige Feier, zu der die verschiedenen Staats- und städtischen Beamten sowie die Gemeindevertretungen und Lehrer aus allen Kultusgemeinden eingeladen und erschienen waren, machte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Unter Führung des großherzoglichen Bezirksdirektors Herrn Geheimen Regierungsrat Schmidt aus Dermbach und des Kultusvorstehers Herrn Jakob Huhn aus Stadtlengsfeld bewegte sich der Zug von der Wohnung des Herrn Landrabbiners Dr. J. Wiesen in die festlich geschmückte Synagoge, wo der festliche Akt vollzogen wurde. - Nach vorausgegangenem Minchagebet hielt Herr Dr. Wiesen eine treffliche Antrittspredigt. Er entwickelte in zu Herzen gehender Rede sein Programm und legte zum Schlusse das Gelöbnis ab, sein Amt nciht nur als eine Würde, sondern auch als einen Dienst aufzufassen, dem er alle seine Kräfte widmen wolle. - Nun ergriff der Herr Bezirksdirektor das Wort, um unter Vorlesung der Bestellungsurkunde Herrn Dr. Wiesen in sein neues Amt einzuführen. Besonders anerkennende und ehrende Worte widmete der Herr Bezirksdirektor dem verewigten Landrabbiner Dr. Salzer, den er als einen Mann von seltener Herzensgüte, von reinem und makellosem Charakter in mehr denn 20-jähriger gemeinsamer Arbeit schätzen und lieben gelernt habe. Nachdem Herr Landrabbiner Dr. Wiesen den Segen für das Fürstenhaus, für Kaiser und Reich gesprochen hatte, schloss die Feier mit dem Gesange: Lobe den Herren. - Im Anschluss an obigen Bericht referiere ich gleichzeitig über die am Freitag, den 31. Oktober und Sonnabend, den 1. November stattgehabte Feier in der Gemeinde Eisenach. Am Freitag, nach vollzogenem Minchagebet, wurde der Herr Landrabbiner von dem Vorsteher der hiesigen Gemeinde, Herrn Leopold Kuh, und den Deputierten vom Sitzungszimmer aus nach seinem Platze in der Synagoge geleitet. Der Synagogenchor begrüßte den Herrn Landrabbiner mit dem 'Boruch habo'. Alsdann ergriff Herr Leopold Kuh das Wort, um als erster Vorsteher namens der Gemeinde Herrn Dr. Wiesen als neuen Landrabbiner herzlich zu begrüßen. Dr. Wiesen dankte in bewegten Worten für die ihm erwiesenen Aufmerksamkeiten und Ehrungen. In besonders herzlicher Weise betonte der Redner, dass er mit vollem Herzen den Gemeinden entgegenkomme; dass er Vertrauen und Liebe mitbringe und solches auch wieder zu finden hoffe. - Der Abendgottesdienst gestaltete sich unter Mitwirkung des Synagogenchores besonders feierlich. Am Sabbath hielt dann der Herr Landrabbiner seine Antrittspredigt, die nach Form und Inhalt vorzüglich war und tiefen Eindruck bei allen Zuhörern machte. Der neuernannte Landrabbiner hat sich im Fluge die Herzen der Israeliten im Großherzogtum erobert. Man sieht in ihm den wahren und berufenen Nachfolger des unvergesslichen Landrabbiners Dr. Salzer, einen echten Schüler Ahrons, der den Frieden liebt und ein treuer, friedlicher Seelenhirte allen Gemeinden des Großherzogtums sein wird."      

  
   
     
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule   
Ein neues israelitisches Schulhaus wird eingeweiht (1840)       

Lengsfeld Israelit19Jh 29111840.jpg (92297 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit des 19. Jahrhunderts" vom 29. November 1840: "Geschichte des Tages. Die Geschichte des Tages eröffnet heute der Wohnort des Herausgebers, das kleine Städtchen Lengsfeld. Aber auch das Kleine wird groß, nimmt einen Platz in der Geschichte der Menschheit ein, wenn Großes und Menschliches dort gefördert wird, wenn es mitarbeitet zur Weiterführung der Geschichte, zur Veredlung und Heiligung des Menschengeschlechtes. Das ist auch in dem kleinen Lengsfeld durch den Aufbau eines neuen israelitischen Schulhauses geschehen. Zwar ein Schulhaus an und für sich, wenn vielleicht auch mehr nützend, als ein Schloss und ein Theater, kann darum doch nicht eine Stelle in einem öffentlichen Blatte finden. Schulhäuser werden tagtäglich gebaut; Schulhäuser gibt es fast in allen Dörfern und Flecken, und wenn die öffentlichen Blätter immer erzählen wollten, wann und wo ein solches gebaut worden ist, so würden sie kaum einen Platz für die Weltereignisse übrig behalten. Aber, meine verehrlichen Leser! mit dem Schulhause in Lengsfeld ist es doch was Anderes. Rühmt euch immer ihr Großstädter der prachtvollen Stätten, welche ihr in der neuesten Zeit dem Gottesdienste und dem Unterrichte der Jugend erbaut habt; der Schulbau in dem kleinen Lengsfeld, dieser reiche und schöne Bau in dem sonst weder reichen, noch schönen Städtchen, überstrahlt weit euren Ruhm, zeugt, dass unsere größte und         
Lengsfeld Israelit19Jh 29111840a.jpg (223685 Byte)heiligste Angelegenheit, dass die Fürsorge für die Erziehung und Bildung unserer Jugend, unendlich weit fortgeschritten ist, so weit fortgeschritten ist, dass selbst die nicht bemittelte Gemeinde einer kleinen Stadt ihr große, rühmliche Opfer gebracht hat. Das ist es, was jenen Bau wichtig macht, was seine am 15. Oktober stattgefundene Einweihung zu einem geschichtlichen Ereignis erhebt.   
Nicht minder zieht aber auch die Teilnahme, welche die ganze christliche Bevölkerung des Ortes dieser Feier bewies, die Aufmerksamkeit jedes Menschenfreundes auf sich; denn diese Teilnahme beweiset, dass das, was die deutschen Regierungen, was namentlich die großherzogliche Weimarsche (Anm.: Der Großherzog gab selbst eine bedeutende Unterstützung zum Bau des Schulhauses) für die Bildung der israelitischen Untertanen getan, auch Anklang im deutschen Volke gefunden, dass das Volk es fühlt, wie die Hebung des bisher so sehr vernachlässigten israelitischen Erziehungswesens, seine Sache, Sache der nur durch Bildung aller ihrer Glieder glücklichen Menschheit sei. Dem Zuge schlossen sich darum nicht nur die sämtlichen Honoratioren der Stadt, sondern auch eine große Volksmenge an. An dem neuen Gebäude angelangt, ertönte unter Begleitung der Musik ein feierlicher Choralgesang; nach welchem der Beamte des Ortes, als dirigierendes Mitglied der Aufsicht über das israelitische Kirchen und Schulwesen, vortrat und eine Rede hielt, wie sie würdig war des hellen Geistes der Zeit, würdig der Stellung, die ihm als Beamte eines, auch von Israeliten bedeutend bevölkerten Bezirkes anvertraut ist. 'Und so steht nun' (so schloss der Redner) 'der Neubau da, freundlich und gelungen nach den gegebenen Vorschriften, und entsprechend den billigen Anforderungen, welche man an ein tüchtiges Schullokal machen kann, für Jahrhunderte eine bleibende Stätte und eine stille Wohnung des Unterrichts und der Erkenntnis für Herz und Geist. - Ja ich begrüße seine Schwelle mit wahrhafter Freude und bin überzeugt, dass die bedeutenden Opfer, welche es der Gemeinde und ihren Gliedern kostet, auch mit Freude getragen werden, da ja alle die Hoffnungen, welche die Eltern in der Gemeinde auf ihre heranwachsenden Kinder, die ganze Bürgerschaft auf ihre zukünftigen Genossen, ja der Staat auf seine künftigen Untertanen setzt, in diesem Hause die Mittel zur Verwirklichung finden. Somit übergebe ich denn den Schlüssel zum Baue dem achtbaren Vorstande und durch ihn der Gemeinde, unter der Ermahnung, dass, wie Sie bisher für alle Schulzwecke mit Bereitwilligkeit tätig waren, Sie nun durch Vollendung des Werkes einen neuen Antrieb finden werden, den Pflichten der Gemeinde gegen die Schule stets zu genügen, und ihr in aller Weise das zu gewähren, was sie zu ihrem Fortbestande bedarf, wie ich selbst mit meinem Herrn Kollegen immer mit Liebe und Beständigkeit den Schutz ihr angedeihen lassen werde, welcher uns von dem Staate anvertraut ist, und mit dem innigen Wunsche, dass alle Ihre eifrigen Bestrebungen zum Besten der Schule reife Früchte für die Gegenwart und Zukunft tragen mögen. dazu helfe der Allvater droben, den ich darum bitte, und unter dessen Schutz wir nun zum erstenmal dieses Haus betreten, um es feierlich seiner Bestimmung zu übergeben.' Nach diesen Worten, die als der Ausdruck der edleren Richtung der Zeit es wohl   
Lengsfeld Israelit19Jh 29111840b.jpg (165224 Byte)verdienen, in diesem ihrem Organe aufbewahrt zu werden, begab sich die Versammlung in das Innere des Schulhauses, wo der Herausgeber dieser Blätter die Weihrede hielt, nach deren Beendigung die Feier mit dem vom christlichen und jüdischen Chore gemeinschaftlich vorgetragenen Hallelujah des Hamburger Tempels geschlossen ward.  
Mittags vereinigten sich die Honoratioren, sowie viele israelitische und christliche Einwohner der Stadt, zu einem Festmahle, bei welchem Herzlichkeit und Frohsinn alle Teilnehmer beseelte. Den ersten Toast brachte der Superintendent und Kirchenrat Dr. Schreiber auf die Staatsregierung aus, welche, ohne die wesentlichen Grundsätze der israelitischen Religion zu verletzen, mit so rühmlichem Eifer für die Hebung des israelitischen Gottesdienstes und Schulwesens Sorge trage. Dieses gab dem Herausgeber Veranlassung in einem zweiten Toaste auf die Verdienste des Dr. Schreiber aufmerksam zu machen, dessen Wirken als Mitglieder der vorhinnigen israelitischen Kultuskommission die Forschritte, welche die Israeliten des Großherzogtums in ihrer gottesdienstlichen Einrichtung, wie in ihrem Schulwesen gemacht, hauptsächlich zuzuschreiben sind. Sprach der Herausgeber, wie dieses schon der Beamte in seiner Rede getan, hierdurch die tief gefühlten Dank der israelitischen Gemeinde gegen den würdigen Geistlichen aus, so darf er zugleich die öffentliche Erwähnung hievon als einen Tribut ansehen, welchen das ganze höherstrebende Israel, ja jeder Freund des Fortschrittes und der Humanität dem hochverdienten Geistlichen, dessen Wirksamkeit auf diese Weise sich weit über seine eigenen Gemeinden erstrecket, bringt. Zu gleichem Danke werden sich alle Gutgesinnten dem Beamten des Ortes verpflichtet fühlen, dem dieses fröhliche Zusammensein von Christen und Israeliten Veranlassung gab, auf das fernere friedliche und wohlwollende Vernehmen beider Konfessionen einen Trinkspruch auszubringen. Erst spät ging die Versammlung auseinander und nicht nur sie, sondern die ganze Bevölkerung der Stadt erhoben sich zu der schönen Hoffnung, dass die Feier des Tages, dass die laute und allgemeine Freude über die endliche Vollbringung eines dem Heile der Jugendgewidmeten Gebäudes noch lange, lange, reichen Segen zurücklassen werde."   

 
Zur Vereinigung der christlichen und jüdischen Schulen zu einer Bürgerschule (1850)       

Stadtlengsfeld AZJ 28101850.jpg (54843 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. Oktober 1850:       
   
Stadtlengsfeld AZJ 25111850.jpg (314473 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. November 1850:          
Stadtlengsfeld AZJ 25111850a.jpg (195201 Byte)   

 
Über die Simultanschule in Stadtlengsfeld (1877)     

Stadtlengsfeld Israelit 02051877.jpg (341676 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Mai 1877:        
Stadtlengsfeld Israelit 02051877a.jpg (395406 Byte)  
Stadtlengsfeld Israelit 02051877c.jpg (174938 Byte)  

   
Zum Tod von Religionslehrer Jacob Salzer (1894)   

Stadtlengsfeld Israelit 31121894.jpg (137902 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Dezember 1894:       

  
Lehrer Willi Katz tritt in den Ruhestand (1926)        

Stadtlengsfeld Israelit 29031926.jpg (27265 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. März 1926:         

 
  
Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben 
Schwierigkeiten im Blick auf Reformen in der Gemeinde (1847)      

Stadtlengsfeld DtrZionsw 19011847.jpg (149834 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 19. Januar 1847:        
Stadtlengsfeld DtrZionsw 19011847a.jpg (279776 Byte)  

 
Beitrag zum Thema "Kultusreform" (1853)    

Lengsfeld AZJ 19091853a.jpg (105893 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. September 1853:         
Lengsfeld AZJ 19091853b.jpg (293674 Byte)   
Lengsfeld AZJ 19091853c.jpg (93389 Byte)      

   
Beitrag zum Thema "Kultusreform" - Fortsetzung (1853)         

Lengsfeld AZJ 10101853a.jpg (240029 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. Oktober 1853:        
Lengsfeld AZJ 10101853b.jpg (114579 Byte)  

   
Beitrag zum Thema "Kultusreform" -  Fortsetzung und Schluss (1853)    

Lengsfeld AZJ 17101853a.jpg (219651 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Oktober 1853:       
Lengsfeld AZJ 17101853b.jpg (354233 Byte)   

  
Brandkatastrophe in Stadtlengsfeld (1878)    

Stadtlengsfeld Israelit 06111878.jpg (137678 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1878:         

      
Urteil gegen den Holzhauer Johann Trender auf Grund seines Überfalls auf das Haus eines jüdischen Getreidehändlers in Gehaus (1894)       

Lengsfeld Israelit 06081894.jpg (102388 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1894:         

     
Kultusminister von Pawel besucht die jüdische Gemeinde - Vorsteher Jakob Huhn I erhält die silberne Verdienstmedaille (1898)     

Stadtlengsfeld Israelit 27061898.jpg (68159 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juni 1898:       
  
Stadtlengsfeld AZJ 08071898.jpg (73125 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Juli 1898:         

  
  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    
Zum Tod des Großherzoglichen Amtsphysikus und Landgräflichen Philippsthälischen Hofrates Dr. Samuel Heß (1838)      

Stadtlengsfeld AZJ 10031838.jpg (349406 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. März 1838:         

  
Kommerzienrat Rosenblatt wird als Landtagsabgeordneter gewählt (1867)        

Stadtlengsfeld AZJ 19111867.jpg (131540 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. November 1867:        

    
Zum Tod des Toraschreibers Loser Blüth (1879)       

Stadtlengsfeld Israelit 08011879.jpg (137658 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Januar 1879: "Stadtlengsfeld, im November (1879). Vor Kurzem starb hier ein alter, ehrwürdiger, einem großen Teil des Leserkreises dieses Blattes wohl bekannter Mann, der Toraschreiber R. Loser Blüth, im Alter von 81 Jahren. Es sei uns gestattet, demselben einen kurzen Nachruf zu widmen. Da seine Eltern frühzeitig gestorben waren, so musste er von seinem 6. bis 13. Jahre von Fremden erzogen werden. Mit seinem 13. Jahre kam er in die Lehre zu dem Sofer R. Moscheh Mai in Raboldshausen, Kreis Hersfeld. Schon als Lehrling war er überall, wo er für seinen Lehrherrn arbeitete, sehr beliebt und erwarb sich gute Zeugnisse. In seinem 21. Jahre kehrte er nach seiner Vaterstadt Lengsfeld zurück, wo er bis zu seinem Ende seinen Wohlsitz hatte. Er arbeitete unter den Rabbinen R. Isak Heß - seligen Andenkens - Dr. M. Heß und dem jetzigen Landrabbinen Dr. Kroner. Aber nicht nur bei diesen Rabbinen und in seinem Heimatlande, sondern auch in einem großen Umkreise der Nachbarländer Hessen, Bayern und Thüringen erwarb er sich durch seine Leistungen und sein angenehmes Wesen Anerkennung und Beliebtheit. Er zeichnete sich aus durch Bescheidenheit, Religiosität, Arbeitsamkeit, Genügsamkeit und Wohltätigkeit. Diese Eigenschaften, verbunden mit selten getrübter Heiterkeit, zierten ihn bis zu seinem Tode; noch am Tage vor demselben arbeitete er. Vor mehreren Jahren erlebte er das seltene Fest der goldenen Hochzeit, bei welcher Gelegenheit er u.a. vom Großherzog von Weimer ein vollständiges Café-Service mit 12 silbernen Café-Löffeln zum Geschenk erhielt. Das Andenken dieses Gerechten wird bei seinen zahlreichen Bekannten und guten Freunden ein gesegnetes sein. Ein hier lebender Sohn führt das Geschäft seines Vaters weiter."             

   
50-jähriges Jubiläum von Samuel Löb Rosenblatt als Mohel (1885)    

Stadtlengsfeld Israelit 19021885.jpg (73589 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1885:         
 
Stadtlengsfeld Israelit 23021885.jpg (22639 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Februar 1885:          

  
Goldene Hochzeit von Kaufmann Sandel Rosenblatt und Minka geb. Huhn (1891)     

Stadtlengsfeld Israelit 16021891.jpg (169341 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Februar 1891:           

   
Zum Tod von N. Hirsch Rothschild in Völkershausen (1897) 

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Dezember 1897: "Völkershausen (Thüringen). Am 7. Chanukkatage verschied hier im hohen Greisenalter von nahezu 93 Jahren N. Hirsch Rotschild. Die hiesige jüdische Gemeinde, die leider sehr im Abnehmen ist, verliert in dem Entschlafenen ein musterhaftes Beispiel aufrichtiger Religiosität. Stets traf man den frommen Greis beschäftigt mit dem Lesen heiliger Schriften. So lange es ihm seine Kräfte gestatteten, wohnte er dem Jom Kippur-Katan-Gottesdienste in der Nachbargemeinde Lengsfeld bei. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. rt."  

 
70. Geburtstag von Kaufmann Jacob Huhn I (1897)     

Stadtlengsfeld Israelit 11111897.jpg (140781 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. November 1897:          

  
Zum Tod von Sara Huhn und der Frau von Landrabbiner Dr. Wiesen (1905)       

Stadtlengsfeld AZJ 10031905.jpg (96440 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. März 1905:         

      
Zum Tod von Salomon Rothschild (1927)       

Stadtlengsfeld Israelit 15091927.jpg (53523 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. September 1927:         

  
Abschied von der Familie Nathan Ullmann (1935)   

Stadtlengsfeld Israelit 21021935.jpg (47193 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Februar 1935:         

  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Anzeige des Manufaktur- und Wäschefabrikations-Geschäftes L. M. Stiebel (1889)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Juni 1889: "Für mein Manufaktur- und Wäschefabrikations-Geschäft suche ich zum baldigen Eintritt einige Lehrmädchen mit guter Schulbildung, welche Lust haben, das Zuschneiden sämtlicher Wäschegegenstände, sowie das Konfektionieren derselben zu erlernen. 
Offerten mit Photographie nebst Angabe des Alters erbittet 
L.M. Stiebel,
Wäschekonfektion, Stadtlengsfeld (Sachsen-Weimar)."      

  
Anzeige von Metzgermeister Ferdinand Müller (1900)      

Stadtlengsfeld Israelit 22111900.jpg (44148 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November 1900:          

 

 

 

 

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 06. Juni 2011