Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Rieneck (Main-Spessart-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
(die Seite wurde erstellt unter Mitarbeit von Kreisheimatpfleger Bruno Schneider, Gemünden)  

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
   
In Rieneck (Stadtrechte seit etwa 1250) lebten Juden bereits im Mittelalter. Ob es zur Bildung einer Gemeinde mit Einrichtungen kam, ist unbekannt. 1298 waren die Juden der Stadt von der sogenannten "Rindfleisch-Verfolgung" betroffen. 
  
Bis zum Dreißigjährigen Krieg war eine Niederlassung von Juden in Rieneck nicht möglich, da sich Mainz und Hanau als Besitzer der Stadt hierzu nicht einigen konnten. 1569 hatte der mainzische Amtmann Philipp von Dirnheim einen Juden aufgenommen, ohne jedoch die Hanauer davon zu informieren. Diese erlaubten ihrerseits dem Juden Mosok (Mosch) von Sunter eine Niederlassung im Oberteil der Stadt, worauf Philipp von Dornheim den Mosok von Sunter festnahm und in das Gefängnis warf. Da sich die Ortsherrschaften nicht einigen konnten, wurden schließlich alle Juden wieder ausgewiesen.   
 
Die neuzeitliche Gemeinde bestand bis zu ihrer Auflösung im Februar 1939. Ihre Entstehung geht in die Zeit Mitte des Jahrhunderts zurück. 1640 lebten "Heymann der Vater und Itzig der Sohn" in der Stadt,  1669 waren es (gleichfalls) zwei jüdische Familien. 1726 wird von der Taufe des Juden Borg von Rieneck berichtet; er legte sich danach den Familiennamen Kasimir zu. 1737 und 1740 werden drei, 1790 bereits zehn jüdische Familien gezählt. In die Zeit des 18. Jahrhunderts dürfte die in der Stadt bis heute bestehende "Judengasse" zurückgehen: in dieser Gasse, die zur Synagoge führte, lag auch das alte Ritualbad der Gemeinde (Mikwe).  
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1814 83 jüdische Einwohner (7,0 % von insgesamt 1.192), 1837 96 (6,2 % von insgesamt 1.542), 1867 65 (4,8 % von 1.349), 1871 64, 1880 48 (3,6 % von 1.340), 1900 28 (2,0 % von 1.376), 1910 24 (1,5 % von 1.540). Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Rieneck Filialgemeinde zur jüdischen Gemeinde in Burgsinn
   
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden Rieneck auf insgesamt 16 Matrikelstellen die folgenden Familienvorstände genannt (mit neuem Familiennamen; in Klammer Angaben zu Alter, Beruf und Familie): Nathan Schloß (38, Hausierhandel und Detailverkauf mit Spezerei, mit Frau, einem Sohn und drei Töchtern), Benjamin Neugass (60, Viehhandel, mit Frau, drei Söhnen und zwei Töchtern), Isaak Guntersheim  (62, Hausierhandel, mit Frau und einer Tochter), Benjamin Straus (64, Makler, mit Frau, einem Sohn und vier Töchtern), Joseph Straus (62, Viehhandel, mit Frau und zwei Söhnen), Abraham Straus (30, Viehhandel, mit Frau und zwei Söhnen), Jakob Schloß (32, Hausierhandel, mit Frau und drei Töchtern), Jonas Schloß (67, Hausierhandel, mit Frau, einem Sohn und einer Tochter), Isack Straus (40, Viehhandel, mit Frau, zwei Söhnen und zwei Töchtern), Löb Oppenheimer (52, Hausierhandel und Detailverkauf mit Spezerei, mit Frau, drei Söhnen und einer Töchter), Lemmel Oppenheimer (36, Schlachter, mit Frau und einer Tochter), Ezechiel Schwerins Witwe (48, Handel mit Ellen- und Spezereiwaren, mit zwei Söhnen), Anschel Kahn (84, Hausierhandel, Witwer, mit zwei Söhnen und einer Tochter), Samuel Kahn (56, Viehhandel und Schlachter, mit Frau, zwei Söhnen und vier Töchtern), Wolf Kahn (42, Hausierhandel, mit Frau, einem Sohn und einer Tochter), Herz Schloß (Handel mit Ellen- und Rauchwaren). 
        
An Einrichtungen hatte die Gemeinde eine Synagoge (s.u.), einen Raum für den Religionsunterricht der Kinder (bereits seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts) sowie ein rituelles Bad (bis 1874 in der "Judengasse", danach in einem Haus in der Hauptstraße. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Altengronau beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war. Zunächst war ein für Rieneck allein zuständiger Lehrer angestellt (bereits um 1790 Lehrer Vaist Aaron). Unter ihnen war u.a. der Lehrer Samuel Kohn, der 1891 in Niederwerrn gestorben ist. Mit dem Rückgang der jüdischen Einwohner in Rieneck seit Mitte des 19. Jahrhunderts konnte jedoch der Lehrer kaum mehr finanziert werden. Der 1872 verstorbene Lehrer Samuel Oppenheimer hatte zur Bestreitung seines Lebensunterhalt noch ein Warengeschäft inne. Seit 1872 hatten die Rienecker jüdischen Familien gemeinsam mit den in Burgsinn lebenden Familien einen gemeinsamen Lehrer angestellt. Bei anstehenden Neubesetzungen wurde die Stelle immer wieder neu ausgeschrieben (siehe Ausschreibungen unten).
 
1871 gab es noch 13 jüdische Familien in der Stadt: Wolf Schloß (Handelsmann), Kifa Oppenheimer (Metzger), Süßmann Strauß (Schuhmacher), Süßmann Schloß (Handelsmann), Witwe von Abraham Schloß (Händlerin), Samuel Eisenmann (Kaufmann), Samuel Oppenheimer (Handelsmann), Witwe von Samuel Strauß (Handelsmann), Benjamin Kahn (Metzer), Moses Neugaß (Handelsmann), Ezechiel Kahn (Handelsmann), Anselm Kahn (Schuhmacher), Witwe von Hirsch Kahn (Kaufmann).    
     
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Josef Köstrich (geb. 17.12.1880 in Rieneck, gef. 11.6.1918) und Moses Neugass (geb. 12.10.1889 in Rieneck, gef. 14.4.1917). Ihre Namen stehen auf dem Kriegerdenkmal an der Hauptstraße.  
       
Um 1924, als noch fünf jüdische Familien in Rieneck lebten, war Gemeindevorsteher ein Herr Neugass. (vermutlich Viehhändler Wendel Neugass) Die Gemeinde gehörte zum Distriktsrabbinat Kissingen. Unter den Familien waren noch die Familie Kahn, die an der Hauptstraße gegenüber der heutigen Sparkasse Mainfranken ein Manufakturwarengeschäft betrieb. Im Nachbarhaus lebten die Viehhändler Berthold und Wendel Neugass.   
      
1933 lebten noch 19 jüdische Personen in der Stadt. Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts verarmten die noch am Ort lebenden jüdischen Familien. 1937 waren neun der damals noch 19 jüdischen Einwohner unterstützungsbedürftig. Fast alle Gemeindemitglieder blieben jedoch bis Ende 1937 im Ort. Anfang 1938 emigrierten vier von ihnen (drei nach Palästina, einer in die USA). Mehrere verzogen in andere Ort in Deutschland. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge demoliert (s.u.), die jüdischen Einwohner tätlich angegriffen, ihr Besitz wurde teilweise erheblich beschädigt. Im Februar 1939 mussten die 13 noch in Rieneck lebenden jüdischen Einwohner ihre Häuser verkaufen. Daraufhin verzogen alle am 10. März 1939 nach Frankfurt am Main. 
   
Von den in Rieneck geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Meta Bamberger geb. Strauss (1909), Hermann Gutmann (1892), Jenny Gutmann geb. Ickelheimer (1896), Hannchen (Hanna) Ickelheimer geb. Kahn (1869), Leopold Kahn (1894), Dina Keller geb. Kahn (1879), Ingeborg Köstrich (1929), Julius Köstrich (1896), Rena Köstrich (1927), Recha Mannheimer geb. Kahn (1867), Karolina Neugass (1890), Joseph Strauss (1899), Joseph Weglein (1867).  
     
An die jüdische Geschichte erinnert eine Gedenktafel, die am Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege angebracht ist mit der Inschrift: "Die Stadt RIENECK gedenkt ihrer ehemaligen jüdischen Mitbürger und den Opfern des Nationalsozialismus. ZUR ERINNERUNG UND MAHNUNG."  
      
      
      
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Lehrer, Vorbeters und Schochet - gemeinsam mit Burgsinn 1873 / 1889 / 1891 / 1898 / 1907     

Die Ausschreibung von 1873 war nach dem Tod von Lehrer Samuel Oppenheimer im August 1872 (s.u.) notwendig geworden.
Rieneck Israelit 08011872.jpg (48308 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Januar 1873: "Die israelitischen Kultusgemeinden Burgsinn und Rieneck wollen gemeinschaftlich einen Religionslehrer aufnehmen, der seinen Sitz in Burgsinn, auch daselbst den Vorsängerdienst zu versehen, die Schächterfunktion aber in beiden auszuüben hat, welche jetzt durch die Bahn sehr nahe beisammen sind. Der Gehalt der Lehrers beträgt 300 Gulden Fixum, freie Wohnung, 2 Klafter Holz, 100 Wellen; die Schächterfunktion in beiden Orten trägt mindestens 150 Gulden. Es ist wöchentlich drei mal Unterricht in Rieneck zu erteilen. Bewerber wollen sich gefälligst an den Unterzeichneten werden. 
Burgsinn, 5. Januar 1873. J.B. Heidelberger, Kultusvorstand". 
   
Burgsinn Israelit 05091889.jpg (45622 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. September 1889: "Die hiesige Religionslehrerstelle und Schächterfunktion mit Filiale nächste Bahnstation Rieneck ist frei und soll dieselbe bis 1. Oktober wieder besetzt sein. Dieselbe gewährt ein jährliches Einkommen von 1.200 Mark. Es erhält jedoch zur Probeleistung nur solcher Reisevergütung, welcher die hiesige Stelle erhält. Bewerber wollen sich sofort unter Beifügung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichnete wenden. 
Burgsinn, 27. August (1889). Aron Heidelberger, Kultus-Vorstand."
   
Bis 1891 war Salomo Stern Lehrer. Er wechselte in dieser Jahr nach Miltenberg. Nach seinem Weggang erschien die folgende Anzeige:  
Burgsinn Israelit 20071891.jpg (56168 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juli 1891: Die Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle dahier, verbunden mit Filiale, nächste Bahnstation Rieneck, ist vakant und soll bis längstens 15. August wieder besetzt sein. Gehalt beträgt Fixum 600 Mark, sowie Nebeneinkünfte und sehr schöne freie Wohnung und Beheizung. Bewerber wollen sich sofort mit Vorlage ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten wenden, welcher sich zu allen näheren Aufschlüssen bereit erklärt. Reise-Entschädigung wird jedoch nur dem Gewählten vergütet. Aron Heidelberger, Kultusvorstand. Burgsinn, 16. Juli 1891." 
  
Burgsinn Israelit 23061898.jpg (58065 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juni 1898: "Die hiesige Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle mit Filiale Rieneck, ist vakant und alsbald zu besetzen. Fixes Gehalt 600 Mk. Nebeneinkommen incl. der Schechita ca. 50 Mk., nebst schöner Dienstwohnung und Garten, sowie freier Beheizung. Reisespesen werden nur dem Gewählten vergütet. Bewerber wollen ihre Gesuche nebst beglaubigten Zeugnisabschriften senden an Aron Heidelberger, Kultus-Vorstand, Burgsinn, Unterfr."
    
Eine weitere Ausschreibung erfolgte 1907
Rieneck Israelit 27061907.jpg (50108 Byte)Anzeige in  der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juni 1907: "Die Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle bei der Kultusgemeine Burgsinn, verbunden mit Rieneck, soll baldigst wieder besetzt werden. Das fixe Einkommen beträgt bei freier Wohnung mit Garten 600 Mark, die Nebeneinkünfte mit der Schächterfunktion ca. 480-500 Mark. Bewerber wollen sich baldigst melden an S. Hamburger, Kultusvorstand, Burgsinn."

  
Zum Tod von Lehrer Samuel Oppenheimer (1872)   

Rieneck Israelit 21081872.jpg (83689 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. August 1872: "Rieneck (Bayern). Am Vorabend zum 9. Aw (Gedenktag zur Zerstörung des Tempels) wurde unsere Gemeinde von einem Verluste betroffen, welcher von allen Mitgliedern derselben schmerzlich empfunden wurde, und die Tränen um die Zerstörung des Tempels noch reichlicher fließen ließ. An diesem Tage brachten wir die irdischen Überreste unseres geliebten Lehrers Samuel Oppenheimer - Friede sei mit ihm - zu Grabe, eines Mannes, der sich durch innige Frömmigkeit und durch alle die schönen Eigenschaften auszeichnete, welche den wahren Jehudi charakterisieren. 
In seiner Eigenschaft als Lehrer wusste er nicht nur der Jugend die Tora und die Gebote einzuprägen, sondern auch die Erwachsenen durch seine Vorträge am Schabbat zur Erfüllung unserer heiligen Gesetze mit Erfolg anzueifern. Obgleich der Abgeschiedene zu seinem Unterhalte noch ein Warengeschäft zu betreiben nötig hatte, so war ihm das dennoch Nebensache und das Erlernen und die Erfüllung der Tora und der Gebote die Hauptsache. 
Wenn ein Notruf aus dem heiligen Lande, aus Persien oder Rumänien ertönt, da war es ihm eine große Angelegenheit für diese Zwecke möglichst viel Gaben zusammenzubringen. Die Tugenden des Verblichenen verschafften ihm bei Allen, die ihn kannten, Achtung und Anerkennung. Möge sein Beispiel noch recht lange in unserer Gemeinde und Umgebung wirken. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
Aufforderung zur Mildtätigkeit nach dem tödlichen Unfall von Samuel Strauß junior (1870)  

Rieneck Israelit 02031870.jpg (112281 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1870: "Aufforderung zur Mildtätigkeit. Zu Rieneck (Unterfranken), woselbst nur wenige, nicht sehr bemittelte Israeliten wohnen, widerfuhr am 11. Januar dieses Jahres einer israelitischen Familie ein grässliches Unglück: Ein braver, strebsamer Glaubensgenosse: Samuel Strauß jun. begab sich in Geschäftsangelegenheiten in das benachbarte Städtchen Gemünden, und wurde dort von einer Holzfuhre derartig umgeworfen und beschädigt, dass er nach wenigen Stunden den Geist aufgab! Strauß war nicht nur der treue Ernährer seiner Familie - er hinterlässt eine Frau mit drei unmündigen Kindern, das älteste zählt erst 6 Jahre, denen bald ein viertes folgt - sondern auch die einzige Stütze seines noch lebenden 71jährigen Vaters. Die Lage der Familie ist eine schreckliche! Ohne Vermögen, ist dieselbe geradezu auf die Mildtätigkeit unserer Glaubensgenossen angewiesen, und diese zu erwecken ist der Zweck dieser Aufforderung. Wohl dürfte es mehr als überflüssig sein, hier noch Worte der Ermunterung beizufügen. Der Hilferuf der Witwe und der Waisen wird sicherlich nicht verfehlen, den schon so oft und vielfach erprobten Wohltätigkeitssinn unsere Glaubensbrüder und Schwestern anzuregen, damit durch zahlreiche Unterstützung wenigstens die pekuniäre Lage dieser hartgeprüften Familie etwas gebessert werden. 
Die wohltätigen Spenden in Empfang zu nehmen sind bereit die Herren: Distriktsrabbiner Bamberger in Kissingen, M. Sichel in Gemünden (Unterfranken), Samuel Strauß in Rieneck, Isac Neugass in Würzburg". 

     
Zum Tod von Samuel Strauß senior (1872)   

Rieneck Israelit 11121872.jpg (151555 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Dezember 1872: "Rieneck in Unterfranken. Erst wenige Monate sind es, dass sich unsere Gemeinde in der traurigen Lage sag, an öffentlicher Stelle ihrem berechtigten Schmerze Ausdruck geben zu müssen, da ihnen ihr teuer, unvergesslicher Lehrer, Samuel Oppenheimer, durch den Tod entrissen wurde. Noch ist die Wunde nicht vernarbt, da hat uns ein neuer schwerer Schlag getroffen: Samuel Strauß, ein intimer Freund des jüngst Verschiedenen, ist demselben vor wenigen Tagen nachgefolgt: "Die Geliebten und holden in ihrem Leben, auch in ihrem Tode sind sie nicht getrennt" (2. Sam 1,23). Was je in größeren Kreisen bedeutende Männer Segensreiches wirken konnten, das waren in entsprechender Weise die beiden Dahingeschiedenen bemüht, für unsere Gemeinde zu tun, jener durch die Heranbildung der Jugend zu innig religiösem Lebenswandel, wie durch eindringliche Belehrung, die er den Erwachsenen zuteil werden ließ, dieser durch seine Aufopferung für religiöse Zwecke und durch große Wohltätigkeit, welche sich übrigens sehr häufig über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus erstreckte. Samuel Strauß hinterlässt eine edle, gottesfürchtige Gattin, die an Wohltätigkeit stets mit ihrem Manne wetteiferte, 'eine tüchtige Frau, die ihr Licht leuchten Tage und Jahre', aber keine Kinder; doch bewährt sich in diesem Falle so recht der Ausdruck unserer weisen: 'die wahre Nachkommenschaft der Gerechten, das sind ihre guten Taten'.  Wie häufig bieten die Kinder, namentlich in unseren Tagen gottesfürchtigen Eltern die Veranlassung zu tiefem Kummer, wenn sie durch Entartung und Gottlosigkeit den hochbetagten Eltern ihr Lebensende verbittern - aber was der Mensch Edles gewirkt auf Erden, das geleitet ihn hinüber in jene Welt und sichert ihm ein bleibendes Andenken in den Herzen derer, die ihn kannten. Gebet Gott, dass das Andenken der beiden Dahingeschiedenen seine segensreiche Wirkung auf den religiösen Bestand unserer Gemeinde für die Zukunft nicht verfehle, dass namentlich die religiöse Erziehung der Kinder sowie das praktische Leben nach den Grundsätzen unserer heiligen Tora im Geiste der Verstorbenen fortgeführt werde für alle Zeiten."

      
      
      
Zur Geschichte der Synagoge             
      
Ein Betraum (Synagoge) in Rieneck wurde vermutlich Ende des 17. Jahrhunderts eingerichtet. Genaue Informationen liegen nicht vor. Der Toraschrein in der Synagoge trug eine Inschrift aus dem Jahr 1748. 
  
1799 baute sich die jüdische Gemeinde eine Synagoge mit einem Hofraum unterhalb der Burgmauer am Weg hinauf zu Burg. 1872 erfolgte eine größere Renovierung. Dabei war das Dach komplett zu erneuern. Außerdem war ein neuer Verputz notwendig. Die Inneneinrichtung war größtenteils verfault. Die Gesamtkosten der Reparatur beliefen sich auf etwa 1.000 Gulden. Die Finanzierung konnte nur mit Unterstützung einer in anderen Gemeinden durchgeführten Kollekte vorgenommen werden.    
   
Auch 1932 stand eine größere Renovierung an. In welchem Umgang sie durchgeführt werden konnte, ist nicht bekannt. Da der Gemeinde die finanziellen Mittel für die Renovierung fehlten, wendete sie sich mit einem Spendenaufruf an die Öffentlichkeit: 

Rieneck Israelit 27101932.jpg (61065 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1932: "Hilfe für eine Kleingemeinde. Die hier noch wohnenden fünf jüdischen Familien möchten ihre ehrwürdige Synagoge aus dem Jahre 1699, die immer baufälliger wird, um jeden Preis erhalten. Uns fehlen aber hierzu die Mittel aus eigener Kraft. Wir richten an alle unsere Glaubensgenossen die herzliche Bitte, um bei diesem gottgefälligen Werke zu helfen und Beiträge an den unterzeichneten Gemeinderepräsentanten zu senden.  S. Kahn, Rieneck (Unterfranken), Postscheck Nürnberg 36227." 
   
Bericht über einen Besuch in der Synagoge in Rieneck (?) nach 1933 :   
Beitrag "Schatten '...und was verschwand, wird mir zu Wirklichkeiten'  1. Die alte Tefiloh (Gebetbuch) von S. Brückheimer in Marktbreit (aus der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. September 1936) Marktbreit BayrIsrGz 15091936.jpg (457418 Byte) Marktbreit BayrIsrGz 15091936a.jpg (362078 Byte)  
Lehrer Simon Brückheimer aus Marktbreit hatte vom Landesverband der Israelitischen Gemeinden (München) den Auftrag, viele kleine Gemeinden aufzulösen, wo oft nur noch wenige ältere Menschen zurückgeblieben waren, nachdem die Jüngeren entweder ausgewandert oder verzogen waren. Ein weiterer Auftrag bestand darin, ein Inventar von allen Ritualien in etwa 150 kleinen Gemeinden zu erstellen. Das Inventar ist erhalten und befindet sich im Archiv von Yad Vashem in Jerusalem. Da er in dem 1936 erschienen Bericht Mirjam Neugass erwähnt und es nur in Rieneck über mehrere Generationen eine Familie mit diesem Namen gab, dürfte es sich sehr wahrscheinlich um die Rienecker Synagoge handeln, deren Dachboden mit der Genisa Brückheimer besucht und untersucht hat: 
"Durch die mit dichten Spinnweben verhängten kleinen Fenster im Giebel der Synagoge fiel gerade noch soviel Licht, dass der geräumige Boden in seiner ganzen Ausdehnung übersehen werden konnte. Weit hinten lagen übereinander gestapelt nicht mehr benötigte Betpulte und zerbrochene, mit Blech belegte lange Tische, die vor vielen Jahrzehnten bei dem gemeindlichen Mazzohbacken Verwendung gefunden hatten. An den Dachbalken hingen von Motten zerfressene Toramäntelchen, alte, unbrauchbar gewordene Parochoth und Teile bunt gestickter Wimpeln. Am Boden, zwischen querlaufenden eichenen Balken, lange im buntesten Durcheinander die verschiedensten Dinge: wacklige Fußschemel, Teile von Messingleuchtern, Glasscherben, eingetrocknete Lulofim und mit Schimmel überzogene Gebetriemen. Neben der Stiege, auf der ich stand, und die in die Frauenabteilung hinabführte, hob sich bis zu den Dachsparren ein regelloser Haufe zumeinst zerrissener hebräischer Bücher. Was im Laufe der Zeit zerlesen, außer Rand und Band gekommen, die Bücher belehrenden Inhalts, deren Lektüre die Winter-Sabbatnachmittage der Alten angenehm ausfüllte, und mit denen Söhne und Töchter nichts mehr anzufangen wussten - sie alle wanderten hinauf und türmten höher und höher das Mahnmal einer zerfallenden Gemeinde. Staub legte sich auf die Bände, die Feuchtigkeit des durch das schlechte Dach eindringenden Regens blähte sie auf und die Mäuse fraßen mit dem Leim auch ihre gilbenden Blätter.   
Die den Ruhetag preisenden 'Semiroth', die Psalmen des königlichen Dichters, die sechsbändige Mischnah und die 'Bittegebete' frommer Frauen - hier auf dem Synagogenboden wurden sie Moder und Asche.   
Vorsichtig, um nicht auf die herumgestreuten Gegenstände zu treten, schritt ich dann durch den Raum. Dabei suchte ich nach den Verbindungen, die einmal zwischen diesen, einem heiligen Zweck einst dienstbaren Dingen und ihren frühen Eigentümern bestanden haben mochten. Aber da fand sich kein Zeichen mehr und keine Erinnerung. Nichts mehr wies hin auf die Menschenhand, welche diese Kultgeräte gehalten und getragen, nichts mehr erzählte von den erhebenden Gefühlen, die über ein jüdisches Herz dabei hingegangen waren. Aus allen Ecken und Winkeln grinste nur Tod und Zerstörung. 
Und trotz der brütenden Augustsonne jagte ein kalter Schauer über meinen Körper. -     
Als ich wieder zur Stiege zurückging, bemerkte ich bei dem Stoß alter Bücher einen noch gut erhaltenen dicken Band. Durch seinen schwarzen Lederdeckel stach er aus dem Zerfall ringsherum scharf heraus. Eine dicke Lage Staub quoll auf, und eine fette Spinne fuhr erschrocken an dem abgerissenen Faden hinauf in ihren Schlupfwinkel, als ich das Buch zwischen den zerbeulten Folianten nebenan hervorholte. Ich schlug es auf. Es war eine alte Tefiloh.  
Auf der Sinnenseite stand auch der Name der einstigen Eigentümerin: Mirjam Neugaß.
Die schöne, gleichmäßige Schrift, die in Ruhe hingelegten Buchstaben verrieten auch dem der Schriftdeutung Unkundigen den gefestigen Charakter dieser Frau. Sie erzählten von ihrem seelischen Gleichgewicht. Und nichts konnte ihre Übereinstimmung mit dem Schlpfer, und ihr gütiges Menschentum zugleich deutlicher aufzeigen, als der ihrem Namen angeführte Wunsch: 'Möchten in ihren sehnlichsten Wünschen alle erhört werden, die ihre Gebete aus dieser Tefiloh zu Ihm hinaufschicken.'    
War das nicht ein Anruf, der auch an mich gerichtet war? Konnte, ja, durfte ich jetzt, wo mir doch die Fürsprache einer in die Ewigkeit eingegangenen Seele sicher war, etwas anderes tun als beten?   
Und während ich in dem Buche blätterte, um ein Gebet zu finden, welches dieser seltsamen Stunde entsprach, entdeckte ich ein Buchzeichen. Es war nur ein gewöhnliches Papierchen. Darauf stand in hebräischer Quadratschrift ein Psalmvers. Sein Anfangs- und Endbuchstabe verrieten mir, dass so der 'Possuk' der Mirjam Neugaß gelautet hatte. Die Bewandtnis um den 'Possuk' führt in Midrasch und Kabbalah hinein. Darnach soll jeder Jude aus dem jüdischen Schrifttum einen Vers heraussuchen, dessen erster und letzter Buchstabe dem ersten und letzten Schriftzeichen seines hebräischen Namens entspricht. Diesen Possuk fügt er täglich im Hauptgebet ein, hängt er vor dem Einschlafen seinem Nachtgebet an. Der Poßuk mag auch der Spiegel seiner religiösen Überzeugung sein und wird als erstes abverlangt, wenn die Seele vor des ewigen Richters Throne sich zu verantworten haben wird.  
Der Psalmvers auf dem schon ein wenig brüchigen Zettel in der alten Tefiloh lautete so: 
'Wie unendlich ist Deine Güte, o Herr, Die Du aufbewahrst für Deine Frommen.' 
Die Blätter, zwischen denen dieser Possuk lag, waren vom vielen Umwenden braun angelaufen. Die Ränder waren eingerissen, die Buchstaben abgeblasst. Mirjam Neugaß musste an dieser Stelle oft gebetet, in den hier aufgeschlagenen 86. Psalm ihr ganzes Herz hineingepresst haben. Die runden Flecken neben den Zeilen, waren sie nicht letzte Spur befreiender Tränen?   Und in die mit einem Male so schwer lastende Stille um mich her stieß ich laut und lauter die tröstenden und aufmunternden Worte:  'Neige, Ewiger, dein Ohr, erhöre mich; denn arm und dürftig bin ich ... Sei mir gnädig, Herr, denn zu Dir rufe ich den ganzen Tag. Denn du Herr, bist gütig und verzeihend und reich an Huld für alle, die dich anrufen... Lehre mich deinen Weg, ich will wandeln in deiner Wahrheit. Trotzige sind aufgestanden gegen mich, und die Rotte der Übermütigen trachtet mir nach dem Leben... Hilfe dem Sohne deiner Magd! Tue an mir ein Zeichen zum Guten! Und sehen es meine Feinde, werden sie zuschanden. Denn Du Ewiger, stehst mir bei und tröstest mich.'     
Ein sicheres, fast körperlich spürbares Gefühl, beschützt und geboren zu sein, überkam mich. wie wenn der Vater herübergriff zu seinem Kinde, das auf dem Wege sich geirrt, am Stein sich gestoßen und nun an der warmen Hand seine alte Sicherheit und Ruhe wieder gewinnt. Die Gebetsworte allein hatten das nicht bewirkt. Ich fühlte deutlich den Bannkreis einer frommen Seele. 
Auf diesen brüchigen Buchseiten hatten die Augen von Mirjam Neugaß geruht, diesen Zeilen waren ihre Finger nachgefahren, und diese selben Worte hatten ihre Ängste und Sorgen abgedrängt. Mit der jetzt alten Tefiloh da war Mirjam Neugaß, frommer Ergebenheit voll, durchs Leben gegangen. Und ein solches nach dem Göttlichen hin ausgerichtetes Leben sollte nichts anderes ein wie ein Feuer, das für kurze Zeit nur flackert und wärmt, um dann auf alle Ewigkeiten auszulöschen? 
Ich setzte mich auf die staubige Stiege und sann vor mich hin. Da tauchten aus dem Dunkel des Dachgebälks zwei große Augen. Um sie herum formte sich stückweise das Gesicht: eine faltige Stirne, darüber die Kopfbedeckung der frommen jüdischen Frau, der 'Scheitel', der an den Schläfen ein paar weiße Haare frei ließ, dann die starke Nase mit einem halb geöffneten Mund. Und während die tiefen Augen unbeweglich auf die alte Tefiloh blickten, die immer noch aufgeschlagen in meinen Händen lag, breitete sich um den Mund ein Lächeln, von dem ein immer starker werdender Glanz aushing. In diesem, zuletzt wegen seiner Leuchtkraft nicht mehr zu ertragenden Scheine verschwand das Antlitz."          

      
Zu einer schweren Schändung der Synagoge kam es in der Nacht zum 30. Juni 1937. Dabei wurde der Toraschrein aufgebrochen, sechs Torarollen wurden entweiht und beschädigt. Vor den Hohen Feiertagen im August 1937 renovierte die Gemeinde unter erheblichen finanziellen Opfern und mit Unterstützung des Verbandes der Bayerischen israelitischen Gemeinde die Synagoge. Beim Novemberpogrom 1938 wurde Inneneinrichtung der Synagoge mit den Ritualien weitgehend zerstört. Alle Fenster wurden eingeschlagen.   
     
Von der ehemaligen Synagoge blieben nur die Grundmauern erhalten.   
     
     
Adresse/Standort der SynagogeSchlossberg 10 (Hinterhaus)    
     
     
Fotos  
(Die Fotos / Abbildungen wurden alle von Heimatpfleger Bruno Schneider, Gemünden zur Verfügung gestellt)   

Dokumente  Rieneck Dok 170.jpg (121662 Byte) Rieneck Dok 171.jpg (76880 Byte)
   Mitglieder der israelitischen 
Kultusgemeinde Rieneck 1871
 Liste der Schüler, die von 1869 bis 1874 
die jüdische Schule in Rieneck besuchten
     
Karten Rieneck Synagoge 171.jpg (229896 Byte) Rieneck Dok 172.jpg (71498 Byte)
   In der "Uraufnahme" von Rieneck 1842 
ist die Synagoge mit der Plannummer 142
 eingetragen (mit Kreuz als Gotteshaus
 markiert)
 In der "Uraufnahme" ist auch das Gebäude
 Nr. 169 eingetragen (untere Hälfte Mitte),
 in dem nach 1874 das rituelle Bad und die
 jüdische Schule eingerichtet wurden
      
Die Synagoge  Rieneck Synagoge 170.jpg (62979 Byte) Rieneck Synagoge 170a.jpg (47526 Byte)
    Die Synagoge in Rieneck (Luftaufnahme um 1937)
   
   
 Gegenwärtiger Standort der ehemaligen Synagoge   
Rieneck Ort 180.jpg (71851 Byte)  Rieneck Ort 184.jpg (109397 Byte)  Rieneck Ort 185.jpg (112506 Byte)
 Hinter dem Haus mit der Nummer 121
 stand bis 1942 die Synagoge 
Ansicht auf den Platz der Synagoge 
vom Schlossberg aus
 Das Grundstück der
ehemaligen Synagoge
     
     
 Die Judengasse Rieneck Ort 182.jpg (36151 Byte) Rieneck Ort 181.jpg (79358 Byte)
   Straßenschild 
"Judengasse"
In der Judengasse war bis 1874 
auch das rituelle Bad (Mikwe)
       
       
Bauplan für das neue rituelle Bad
(1874)
Rieneck Mikwe 170.jpg (83076 Byte) Rieneck Mikwe 171.jpg (173512 Byte)
   Bauplan für das rituelle Bad in der Hauptstraße mit der Zuleitung aus dem Fließenbach
       
Das Haus Kasimir    
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Das Haus der Familie Kasimir gegenüber dem Gasthaus "Zum Löwen". 1726 ließ sich der 24-jährige Jud Borg von Rieneck taufen. Er nahm darauf gen Namen Georg Peter Andreas Johann Kasimir an. Von ihm stammt die Familie Kasimir in Rieneck ab. Die Inschrift auf dem Haus Kasimir (rechts): "Sit Nomen Domini Benedictum + Ex Hoc Nunc Et Usque In Saeculum  Gelobt Sey Jeßus Christus In Ewigkeit A Georg Petter Caßimir und Catharina"
     
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In der Mitte: das Haus 
der Familie Kahn 
   
      
       
Plan für das neue Schulhaus 
der israelitischen Gemeinde (1874)
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  Ansicht des Gebäudes Grundrisse der einzelnen Stockwerke  
     
Denkmale / Gedenktafeln    
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Die Namen der beiden jüdischen Gefallenen Josef Köstrich und Moses Neugass 
stehen auf dem Kriegerdenkmal an der Hauptstraße 
Gedenktafel: "Die Stadt Rieneck gedenkt
 ihrer ehemaligen jüdischen Mitbürger 
und den Opfern des Nationalsozialismus. 
Zur Erinnerung und Mahnung".  
  
 
       
     
Auf dem jüdischen Friedhof in Altengronau
Gräber von Personen, die aus Rieneck stammen
  
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 Grabstein für Anselm Kahn 
(1840-1920) 
 Grabstein für Sabine Neugaß
(1862-1925)  
     
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Grabstein für Hannchen Schloss 
(1837-1905)  
 Grabstein für Mendel Neugaß
 (1856-1937)
      
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 Grabstein für Klara Strauß 
(1863-1905)  
 Grabstein für Moritz Ickelheimer
 (1859-1921) mit Schofar
     
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 Grabstein für Zipora Strauß 
(1872-1903)
 Grabstein für Wolf Schloß
(1829-1902) 
     
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 Grabstein für Sara Kahn
(1862-1911) 
   
      
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 Grabstein für Süßmann Strauß  
(1822 - 1905) 
   

     
     
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Dezember 2014: Über die in Rieneck teilweise sehr schwierige Erinnerungsarbeit    
Artikel in der "Main-Post" vom 7. Dezember 2014: "RIENECK. Fünf verdrängte Morde von Rieneck
Eine Frau will ihrer Heimatstadt eine Tafel stiften zur Erinnerung an ein Kriegsverbrechen vor fast 70 Jahren - sie darf nicht. Eine Geschichte über den schwierigen Umgang mit Geschichte..."  
Link zum Artikel    
 
Rieneck Kriegerdenkmal.jpg (55790 Byte)Anmerkung: Zum Thema "schwierige Erinnerungsarbeit" gehört, dass in Rieneck die übliche Gedenktafel, die eigentlich für den Standort der Synagoge vorgesehen ist, auf dem offiziellen Kriegerdenkmal der Gemeinde angebracht ist (Standort: Wolfskehle, Nähe Bushaltestelle "Rieneck Kriegerdenkmal". . 
An Täter wie an Opfer wird an derselben Stelle erinnert - eine völlig unsensible Form der Erinnerungskultur.  
   
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Links und Literatur 

Links:

Website der Stadt Rieneck  
Namen der Gefallenen des 1. Weltkrieges in den Listen des Hauses der Bayerischen Geschichte 

Literatur:  

Germania Judaica II,2 S. 701.
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 391.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 106.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 567-568.
Leonhard Scherg: JüdischesMSP Publikation 01.jpg (23157 Byte) Leben im Main-Spessart-Kreis. Reihe: Orte, Schauplätze, Spuren. Verlag Medien und Dialog. Haigerloch 2000 (mit weiterer Literatur). S. 36-37. 
Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13. Würzburg 2008. S. 193-194.   
Bruno Schneider: Manuskript (Datei) zur Geschichte der jüdischen Kultusgemeinde von Rieneck. 2010. 
Bayern Synagogengedenkbuch IMG_20150803_0001.jpg (85625 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Teilband III: Unterfranken, Teil 1. Erarbeitet von Axel Töllner, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Hans Schlumberger. Hg. von Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid und Gury Schneider-Ludorff in Verbindung mit Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern. 1. Auflage 2015. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu (mit umfassenden Quellen- und Literaturangaben)
ISBN 978-3-89870-449-6.
Hinweis: die Forschungsergebnisse dieser Publikation wurden in dieser Seite von "Alemannia Judaica" noch nicht eingearbeitet.
Abschnitt zu Rieneck S. 294-308.

    
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Rieneck  Lower Franconia. Jews suffered during the Rindfleisch massacres of 1298 and were expelled at around the beginning of the Thirty Years War (1618-1648). Jews were present again in 1699 and numbered 96 (total 1.542) in 1837, with 18 emigrating to the United States in 1830-1854. A new school was built in 1873. Nineteen Jews remained in 1933. The last 13 left for Franfurt in March 1939 after being forced to sell their homes.      
         
           

                   
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Stand: 03. August 2015