Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Jesberg mit Densberg (Schwalm-Eder-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
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Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
       
In Jesberg bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/39. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. 1664 gab es jüdische Familien am Ort, 1744 waren es fünf, 1776 sieben Familien.  

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1835 53 jüdische Einwohner, 1861 55 (4,9 % von insgesamt 1.105 Einwohnern), 1871 77 (8,0 % von 960), 1885 85 (10,1 % von 837), 1895 73 (8,8 % von 834; etwa 20 Familien), 1905 89 (10,8 % von 827). Zur Gemeinde Jesberg gehörten auch die in Densberg lebenden jüdischen Personen: 1835 5 jüdische Einwohner, 1861 34, 1905 19, 1924 2. Die jüdischen Einwohner betrieben Landwirtschaft, Vieh- und Pferdehandel sowie Manufakturwarenhandel; dazu gab es Mitte des 19. Jahrhunderts auch einen jüdischen Sattler und einen Metzger, in Densberg einen Schuhmacher. 

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine israelitische Elementarschule (von 1838 bis 1922, danach Religionsschule), ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt (Elementarlehrer beziehungsweise Religionslehrer), der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die israelitische Elementarschule wurde 1868 von 29 Kindern besucht, 1871 von 23 und 1874 von 10 Schülern; zwischen 1890 und 1900 gab es noch zwischen 20 und 30 Schüler, danach ging die Zahl langsam zurück. An Lehrern sind bekannt: I. Appel (vor 1851 bis ?; gest. 1867; war Vater des 1851 in Jesberg geborenen Rabbiner Dr. Meyer Appel), Isaak Emmerich (vor 1862, danach in Rhina), Lehmann Ballin (um 1868; Quelle für 1865), Naphtali Sommer (um 1877), Salomon David (in den 1880er-/1890er-Jahren, wechselte 1899 nach Hofgeismar), Jakob Höxter (1899 bis 1924), Dagobert Löwenstein (bis 1925).  Die Gemeinde gehörte zunächst zum Kreisrabbinat in Gudensberg, später mit den im damaligen Kreis Fritzlar bestehenden jüdischen Gemeinden zum Rabbinatsbezirk Niederhessen mit Sitz in Kassel. 
 
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Max Katzenstein (geb. 25.5.1893 in Jesberg, gef. 3.6.1915). Außerdem ist gefallen: Israel Stern (geb. 24.6.1886 in Jesberg, vor 1914 in Kirchhain wohnhaft, gef. 16.6.1915).   
 
Um 1924, als noch 77 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (0,62 % von insgesamt 800 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Julius Goldschmidt und Markus Katz. Als Religionslehrer, Kantor und Schochet wirkt noch Jakob Höxter. Er hatte damals noch sieben Kindern den Religionsunterricht zu erteilen. An jüdischen Vereinen gab es eine Frauenchewra (beziehungsweise Frauen-Chewroth; 1924/32 unter Leitung von Nettchen Schloß; Arbeitsgebiet: Wohltätigkeit) sowie eine Männerchewra (beziehungsweise Männer-Chewroth, 1924 unter Leitung von Meier Katz). 1932 war Gemeindevorsteher Wolf Stein. Im Schuljahr 1931/32 besuchten noch sechs Kinder den Religionsunterricht.    

1933 lebten noch 58 jüdische Personen in Jesberg (5,3 % von insgesamt 1.096 Einwohnern). Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts (bereits am 11. März 1933 hatten SA-Leute mit einer entsprechenden Aktion zum Boykott der jüdischen Geschäfte aufgerufen), der zunehmenden Repressalien und der Entrechtung (vgl. unten "Judenordnung" von 1935) ging ihre Zahl in der Folgezeit durch Aus- und Abwanderung zurück. Zwischen 1933 und 1939 sind insgesamt 27 Personen ausgewandert (20 in die USA, 7 nach Palästina [zwei Familien Katzenstein]); zwei Familien verzogen 1938 nach Frankfurt.
In
den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.    
   
Von den in Jesberg geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Bella David (1894), Else David (1896), Louis Frensdorff (1894), Rebekka Frensdorff geb. Katz (1864), Rosa Ganß (1905), Sally Ganß (1893), Siegmund Gauß (1887), Bertha Goldwein geb. Katz (1889), Siegfried Salomon Hirschberg (1879), Bertha Katz (1902), Gustav Katz (1898), Hermann Katz (1891), Moses Katz (1873), August Katzenstein (1876), Sally Katzenstein (1890, siehe unten), Jettchen (Settchen) Levi geb. Katz (1862), Frieda Neuhaus geb. Gauß (1904), Rahel Potzernheim geb. Ganß (1882), Klara Schirmer geb. Hirschberg (1881), Jettchen Speier geb. Katz (1870), Edit Jeitel Stern geb. Löwenstein (1927), Frieda Stern geb. Löwenstein (1896), Rosi Stern (1932), Sally Stern (1895), Rosa Weinthal geb. Speier (1893).    
 
Von den in Densberg geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Aron Gans (1887), Lisette (Jettchen) Schloss geb. Gans (1856), Rickchen Schwab geb. Stern (1883), Abraham Stern (1877), Sally Stern (1895).    
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1878   
Anmerkung: Von einer gewissen liberalen Prägung der Gemeinde zeugt, dass noch 1878 die Lehrerstelle sowohl in der konservativ-orthodoxen Zeitschrift "Der Israelit" wie auch in der liberalen "Allgemeinen Zeitung des Judentums" ausgeschrieben wurde.    

Jesberg Israelit 27021878.jpg (51012 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Februar 1878: "Die israelitische Gemeinde Jesberg (Hessen) sucht zum 1. April dieses Jahres einen tüchtigen, seminaristisch gebildeten Lehrer und Vorsänger. Gehalt pro anno 750 Mark, für Feuerungsentschädigung 90 Mark nebst freier Wohnung, sowie Aussichten auf nicht unbedeutende Nebenverdienste. Bewerber wollen gefälligst ihre Zeugnisse sofort dem Unterzeichneten einsenden. 
Der Vorstand der israelitischen Gemeinde: Feist Katz."
 
Jesberg AZJ 05031878.jpg (43011 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. März 1878: "Die israelitische Gemeinde Jesberg (Hessen) sucht per 1. April dieses Jahres einen tüchtigen, seminaristisch gebildeten Lehrer und Vorsänger. 
Gehalt pro anno Fixum Mark 750. Für Feuerungsentschädigung Mark 90 nebst freier Wohnung, sowie Aussicht auf nicht unbedeutende Nebenverdienste. 
Bewerber wollen gefälligst ihre Zeugnisse sofort dem Unterzeichneten einsenden. 
Der Vorstand der israelitischen Gemeinde. Feist Katz."  

       
Zum Tod des aus Röhrenfurth stammenden und zeitweise in Jesberg tätigen Lehrers Salomon David (gest. 1930 in Kassel, bis 1899 Lehrer in Jesberg)            

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 2. Mai 1930: "Lehrer S. David. Am Dienst dieser Woche verschied hier (sc. in Kassel) der pensionierte Lehrer Salomon David nach längerem, schweren Leiden im 71. Lebensjahr. Geboren in Röhrenfurth, erhielt er seine Ausbildung in Malsfeld bei dem frommen und gelehrten Privatmann Bensew, dessen Vorbild ihn stets leitete. Nach Absolvierung des hiesigen Lehrerseminars war der Verstorbene in Jesberg, Hofgeismar und Ziegenhain tätig. Seine in sich geschlossene ruhige Natur und seine streng religiöse Lebensführung verschafften ihm Anerkennung bei seinen Mitbürgern und Behörden. Seinen Sarg umstanden viele Lehrer und Freunde. Still wie er gelebt, wurde er zu Grabe geleitet. Secher zadik livrocho - das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen."      

 
Beiträge von Jakob Höxter für die Zeitschrift "Der Israelit"  

Jesberg Lehrer Hoexter 010.jpg (12389 Byte) Heldenbergen LHoexter 010.jpg (49829 Byte) Anmerkung: Jakob Höxter ist am 13. Februar 1873 in Zimmersrode geboren. 1899 wurde er Lehrer der jüdischen Gemeinde in Jesberg. Hier unterrichtete er zuerst nur die jüdischen Kinder in der israelitischen Elementarschule. Im Ersten Weltkrieg unterrichtete er die christlichen und jüdischen Kinder in der Volksschule Jesberg gemeinsam. Nach seiner Pensionierung als Volksschullehrer in Jesberg übernahm Jakob Höxter 1926 die Aufgabe als Vorbeter, Lehrer und Schächter in Heldenbergen (kurzzeitig vermutlich noch in Lich). 1933/34 war er in Büdesheim bei seiner Tochter Gertie Strauß. 1934 verzog er nach Frankfurt, 1939 emigrierte er nach Brasilien, von dort 1943 nach Argentinien zur Tochter seiner Familie. Er starb 1950 in Buenos Aires. 
Das Foto links wurde 1949 in Argentinien aufgenommen und zeigt ihn mit einem Enkelkind (Quelle des Fotos: siehe Seite zu Heldenbergen
).     

   

Jesberg FrfIsrFambl 20111903.jpg (245717 Byte)Überlegungen von Lehrer Höxter zur "Beschneidung" (= miloh) (1903) - Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 29. November 1903: "Eine pädagogische Plauderei. Von Lehrer Höxter – Jesberg.   
Eine in diesen Tagen stattgefundene Brith Miloh gab mir Veranlassung, einige Gedanken zum Ausdrucke zu bringen, die, da ich sie jetzt dem Papiere anvertraue, sich zu einer pädagogischen Plauderei vereinigen lassen.   
Ein großer Dichter hat die denkwürdigen Worte ausgesprochen: ‚Das größte Erziehungsprinzip trifft man beim Volke Israel an’, und in der Tat, fast jedes Blatt der Geschichte unseres Volkes enthält eine Fülle pädagogischer Grundwahrheiten, zeigt uns, wie Gott das Volk leitet, führt und nach seinem Willen erzieht, um es würdig zu machen, seine Mission auf Erden zu erfüllen. Auch der heutige Akt, die Miloh, die in diesem Hause vorgenommen worden ist, ist ein wichtiges Kapitel in der göttlichen Pädagogik.   
Der kleine Weltenbürger hat das Licht der Welt erblickt, ein neues Zentrum ist entstanden, um das sich das ganze häusliche Leben, die elterliche Liebe und Fürsorge dreht. Es sind nun sieben Tage vergangen, und das zarte Kindlein soll aufgenommen werden in den Kiddusch Brith, in den heiligen Bund, soll eintreten als Glied in eine Gemeinde, mit der Gott sich verbunden hat, aber da muss eine schmerzhafte Operation an ihm vorgenommen werden, und erst diese soll es befähigen, Mitglied eines Gottesvolkes zu werden. Da haben wir einen Moment, der uns herrliche Lehren gibt: ‚Schon von dem ersten kurzen Dasein an lerne, o Mensch, Schmerzen ertragen, die dich fähig machen sollen, dein ganzes Dasein, das nur aus Schmerzen zusammengesetzt ist, ertragen zu können. So nur kannst du dich hindurch winden durch die Dornen und Disteln, die an deinem Lebenswege stehen.’ Wir beten: ‚Unser Vater, unser Könige, wende ab: Pest und Schwert, Hunger und Gefangenschaft und Verderben von den Kindern deines Bundes.’ Hier haben wir ein ganzes Heer von Feinden, die dem Menschen auflauern. Wer würde vor ihnen bestehen können, der nicht nach dem Grundsatze erzogen wäre: Lerne Schmerzen ertragen! Während die gewaltigen Diasporaschmerzen, die unser Volk zu erdulden hat, wohl auszuhalten, wenn die Träger nicht schon von vornherein in dem Grundsatz erzogen worden wären: Lerne Schmerzen ertragen schon vom kurzen Dasein deines Wesens an! Also die Kinder seines Bundes, des mit Abraham geschlossenen Bundes ‚der Miloh’ lässt Gott von solchen Feinden umgeben sein. Beachte das wunderbare Erziehungswerk: Gott erzieht sich erst seine Kinder, indem er sie kämpfen lässt mit solchen gewaltigen Feinden. Nur aus Liebe trifft sie alles dieses. Nur dadurch werden sie erst wert, mit der Gottheit in Verbindung zu treten, wenn in den Feuergluten der Prüfungen und Heimsuchungen die Schlacken von dem besseren Teile geschieden worden sind. Es ist bezeichnend, dass wir am Neujahrstage den Abschnitt von der Miloh lesen, um gerade dem Menschen beim Übertritt ins kommende Jahr zuzurufen. Fürchte dich nicht vor den Schmerzen der Welt, Gott in seiner Liebe zu dir, hat sie gerade für dich herausgesucht durch sie wirst du erst der wahre Träger des Gottesgedankens.   
Möge der Akt der Miloh, als ein herrliches Erziehungswerk Gottes, den Eltern die beherzigenswerte Lehre geben: Wenn ihr euere Kinder zu guten, braven und ordentlichen Menschen erziehen wollt, so dürfte auch ihr ihnen keine Schmerzen und Tränen ersparen, manche Eltern begehen hierin die größten Fehler. Gewöhnet euere Kinder an recht, strenge Erziehung, sie werden es euch Dank wissen, wenn sie daran gewöhnt worden sind, stille zu halten bei den unsäglichen Schmerzen und Tränen, die das Leben beschert, sie werden erfüllen lernen, die Aufgabe, die Gott dem Abraham gestellt: 'Wandle vor mir und werde vollkommen.'"
 
  
Von den nachfolgenden Artikeln wird jeweils nur der Anfang zitiert.  
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. Mai 1903: "Die körperliche und geistige Freiheit. Von J. Höxter - Jesberg. Zwischen dem Pesach. und Schowuothfeste ziehen sich 'die Tage des Omer' als wichtige Verbindungskette hin, gleichsam beide kulturhistorische Momente in der Geschichte unseres Volkes miteinander verknüpfend. Ein Pesach- ohne Schowuothfest wäre in der Geschichte Israels ebenso wenig denkbar, wie in unserem jetzigen täglichen Leben...". 
Jesberg FrfIsrFambl 15051903a.jpg (97027 Byte)   
   
Gedicht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1904: "Zur Erinnerung an meinen Barmizwotag. Von Lehrer Höxter - Jesberg.  
Rückwärts schweife der umflorte Blick, 
Bringe längst Entschwundenes zurück; 
Holde Jugendträume sollt vorüberrauschen, 
Euerem Märchenzauber will ich still lauschen:..."  
 
Jesberg Israelit 25021904.jpg (89708 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Februar 1904: "Betrachtungen zum Sabbbat Sochaur. Von Lehrer Höxter – Jesberg. 
Der Sabbat vor dem lieben Purimfeste wird Sabbat Sochaur, 'Erinnerungssabbat', genannt, der aus der Tora verlesene Schriftabschnitt gibt ihm seinen Namen. Wenn nun jene von Amalek kündenden Schriftverse heute unser Ohr berühren, wenn gleichsam, das ganze Auftreten dieses unseren Vorfahren so gefährlichen Feindes deutlich vor unserem geistigen Auge vorüberzieht und uns bewusst wird, was Israel von ihm zu erdulden hatte, wenn endlich das kurz bevorstehende Purimfest uns daran erinnern soll, wozu es ursprünglich der Sohn Hamdatas bestimmt hatte, wenn uns gesagt wird, warum der sonst so barmherzige und gütige Gott unsere Vorfahren so schwer heimgesucht hat, so müssen wir bei solchen Betrachtungen dem Gedanken in unserer Brust Raum geben: Wir selbst verschulden es, wenn uns solche Dinge treffen, wenn der Feind zur Zuchtrute in der Hand des erzürnten Gottes wird, wir aber können das Andenken Amaleks auslöschen, dann haben wir Ruhe vor ihm…"
    
Gedicht  in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. März 1904: "Leil Schimurim. (= erste Nacht des Pessachfestes
Hast du schon darüber nachgedacht, 
Warum man gerade in der Nacht 
Den Auszug aus Ägyptenland 
In den Familien macht bekannt?..."
  
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Mai 1904: Gedicht zum Omer-Zählen (Wikipedia-Artikel): "Zähle
Sieben volle Wochen sollst du zählen, Von da ab dir die Stunde wählen, 
Wo der Sichel scharfe Schneide Mäht das stehende Getreide.  
Zähle diese Wochen, ihre Tage, Nimm alsdann von deinem Feldertrage, 
Gott ein Speiseopfer darzubringen, Der segnet deiner 'Händ' Gelingen. ---  
Mensch, du gleichst dem stehenden Getreide,  Stets verfallen scharfer Todesschneide: 
Dein Beginnen, Werden und Vergehen, Sieben Jahreszehnt' nur dein Besteh'n.-  
Drum auf deinem Lebenspfade, Folg' des Schöpfers weisem Rate: 
Zähle, messe, wäge, wiege  Deine Zeit, das führt zum Siege.  
Bei des Todes raschem Mähen, Deiner Tugenden Trophäen, 
Die du gesammelt, darfst sie bringen, Als Priester deinem Gotte schwingen.   J. Höxter - Jesberg."      
 
Jesberg Israelit 21051925.jpg (73577 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Mai 1925: "Zum Feste der Thora. Von Jacob Höxter in Jesberg. 
Vor mir liegt ein Blatt, in welchem zur Werbearbeit für den Keren Hathora aufgefordert wird. Es ist deshalb wohl nötig, etwas über den Keren Hathora selbst zu sagen und zwar im Interesse der Nichteingeweihten, deren es wohl eine ganze Menge und zwar unter der ländlichen Bevölkerung geben dürfte. Da muss zunächst an jene große Versammlung erinnert werden, die im Jahre 1923 in den Mauern Wiens tagte, wo die Orthodoxie der gesamten Welt zusammen kam unter dem Banner unserer heiligen Tauroh (Tora), die von Männern getragen wird, die ihr den Weg zu bahnen suchen in den mannigfachen verschlungenen Gängen der Diaspora, die einen festen schützenden Damm errichten wollen gegenüber Abfall…"

  
Anzeige der Geburt eines Sohnes von Lehrer Höxter und Frau (1904)
    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1904: 
"Die glückliche Geburt eines kräftigen 
Jungen
 
zeigen hoch erfreut an 
Lehrer Höxter & Frau, Jesberg."   

     
Kindergedichte von Lehrer Jakob Höxter (1923) 

Jesberg Israelit 07061923.jpg (93818 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juni 1923:   
Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken   

      
Über das Engagement des Lehrers Jakob Höxter im Blick auf die Erhaltung des jüdischen Friedhofes (Borken-)Haarhausen siehe zu diesem Friedhof    
  
       
Lehrer Dagobert Löwenstein verlässt Jesberg und geht nach Melsungen (1925)  

Melsungen Israelit 26031925.jpg (27546 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. März 1925: "Melsungen, 3. März (1925). Lehrer Dillhof, der nach seiner Pensionierung als Religionslehrer hier verblieben war, hat der Gemeinde das Amt gekündigt. Die Gemeinde wählte nun Löwenstein aus Jeßberg, bisher im besetzten Gebiet, als Lehrer und Vorsänger."  

   
Neubesetzung der Lehrerstelle in Lich mit dem bisherigen Lehrer Jakob Höxter in Jesberg (1925)    

Lich JuedlibZtg 16101925.jpg (117530 Byte)Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 16. Oktober 1925: "Lich (Oberhessen). (Tod eines Gemeindevorstehers). Der zweite Vorsteher unserer Gemeinde, Kaufmann Chambré, ist nach einem arbeitsreichen Leben im 74. Jahre aus dem Kreise seiner Angehörigen geschieden. Die Gemeinde betrauerte in dem Verstorbenen einen treuen Sachwalter ihrer Interessen, dem sie über das Grab hinaus ein treues Gedenken bewahren wird. - Seit vielen Jahren ist die hiesige Gemeinde ohne Lehrer und Kultusbeamten gewesen, zum Leidwesen aller derjenigen, die an religiöser Erziehung und Erhaltung der Gemeindeinstitutionen ein lebhaftes Interesse hatten. Umso freudiger ist es zu begrüßen, dass die Wiederbesetzung der erledigten Stelle bald in Aussicht steht, nachdem die auf etwa 30 Familien angewachsene Gemeinde den Beschluss gefasst hat, Lehrer Jakob Höxter, früher an der israelitischen Volksschule in Jesberg tätig, mit den Funktionen eines Kultusbeamten zu betrauen. Der Gewählte wegen der bestehenden Wohnungsnot noch nicht hierher übersiedeln könnte, hat an den hohen Feiertagen und auch am Sukkausfeste (Laubhüttenfest) bereits zur Zufriedenheit der Gemeinde den Gottesdienst geleitet. Es ist daher auch der dringende Wunsch aller Beteiligten, dass er bald dauernd hier seinen Wohnsitz nehmen möchte." 

   
Lehrer Jakob Höxter wechselt nach Heldenbergen (1926)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. März 1926: "Jesberg, 21. März (1926). Der pensionierte Lehrer Jakob Höxter, der seit 1899 am hiesigen Orte amtiert, ist als Religionslehrer und Kultusbeamter nach Heldenbergen berufen worden."   

    
   
Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben
    
55-jähriges Bestehen des Israelitischen Frauenvereins (1927)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 14. Januar 1927: "Aus Jesberg. Der Israelitische Frauenverein, welcher auf ein zirka 55-jähriges Bestehen zurückblickt und dessen Hauptzweck in der Ausübung von Wohltätigkeit besteht, veranstaltete in der K.schen Wirtschaft einen Gesellschaftsabend. Herr Lehrer Katz (Borken) sprach über Entstehung und Wertung biblischer Frauennamen. Die interessanten Ausführungen des Redners fesselten die Zuhörer. Sehr eindrucksvoll wurde von der Schülerin Lotte Goldschmidt das Gedicht 'Heimat in der Fremde' vorgetragen, wofür sie reichen Beifall erntete."     

  
Chanukka-Ball der Ortsgruppe des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten (1929)      

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Hessen und Waldeck" vom 13. Dezember 1929:  "Zimmersrode. Die Ortsgruppe des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten Zimmersrode-Jesberg feiert am 29. Dezember dieses Jahres im Gasthaus "Zum Bahnhof" (Inhaber Ferdinand Theune) zu Zimmersrode ihren diesjährigen Chanukah-Ball, verbunden mit der Feier des fünfjährigen Bestehens der Ortsgruppe, wozu sämtliche Ortsgruppen, Freunde und Bekannte eingeladen werden. Ganz besonders wird darauf hingewiesen, dass die in Hessen und Waldeck als erstklassig bekannte einzige jüdische Konzert- und Tanzkapelle Gebrüder Gelonka für den Abend verpflichtet ist, sodass für eine gediegene Tanzmusik garantiert wird. Für rituelle Küche bestens Sorge getragen."       

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde    
Zum Tod von Betty Katz (1876)   

Jesberg Israelit 02081876.jpg (200768 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. August 1876: "Jesberg in Hessen. ‚Die Frommen schwinden dahin, die Redlichen hören auf unter den Menschenkindern’. Mit schmerzlichem Bewusstsein hat man die Wahrheit obigen Spruches auch in unserer Gemeinde erfahren, indem derselben ein herber Verlust bereitet wurde durch den Tod einer wackeren Frau. Betty Katz hieß die Verblichene; sie war die Frau des Herrn Peritz Katz und hat diesem in den 36 Jahren, die sie in der Ehe mit ihm verlebte, beigestanden als eine treue Gattin, als wahre Gehilfin. Bei ihrem Tode, welcher am 13. Tag im Monat Tammus eintrat, konnte man mit dem größten Rechte mit Raschi ausrufen: ‚geschwunden ist der Schmuck, der Glanz und die Herrlichkeit’.   Ja, eine Zierde war die Verstorbene ihrem Hause, ihren Verwandten; ein Schmuck der ganzen Gemeinde. Wem es vergönnt war, ihr einfaches mit nützlichen Beschäftigungen ausgefülltes Leben etwas näher zu kennen; wer einen Einblick tun konnte in ihr Wohl tun und in ihre Pflege, welche beide sie Armen und Bedürftigen ohne Unterschied mit der größten Liebe zukommen ließ; wer schließlich weiß, mit welchem Eifer und mit welcher Hingebung und Selbstverleugnung sie alle einzelnen Gebote unseres Gottes ausübte, der muss offen gestehen, dass eine Fromme in jeder Hinsicht durch ihren Tod von der Erde hinweg genommen ist. Nicht hielt sie ein kleines Unwohlsein ab, an irgend einem Fasttag zu fasten; nicht konnte sie Sturm, Regen oder sonstiges Unwetter veranlassen, am Sabbat, Fest- und Selichottagen nicht zum Gottesdienst zu gehen, um hier in ungestörter Andacht ihr Herz auszugießen vor dem Allmächtigen, den sie aus seinen Schriften so sehr erkannt und wegen seiner Güte so verehrt hat. Auch bei keiner Angelegenheit vergaß sie das Wohl tun ihres Schöpfers; ohne ihn zu loben, genoss sie keine seiner Gaben. Ja, als schwere Krankheit sie ergriff und ihre Kräfte mit jedem Tage schwanden, verrichtete sie sogar, so lang es ihr möglich war, morgens und abends ihr Gebet. So lange ihr die Besinnung  noch war, nahm sie keine Arznei ein, ohne vorher einen Segensspruch (Berachah) gemacht zu haben (Anmerkung des Korrektors: Das war wohl nicht ganz korrekt. Über Arznei, namentlich überschmeckende, macht man keine Berachah; man nimmt daher vorher etwas anderes, Wasser, Wein oder Derartiges und spricht darüber die Berachah). Die Verblichene wird nicht nur von ihrer großen Verwandtschaft allein beweint und betrauert, sondern von der ganzen Gemeinde. Ganz besonders aber haben die Armen Ursache, ihren schon im 58. Lebensjahre eingetretenen Tod zu beweinen. Am Morgen des schon erwähnten Tages hauchte sie ihre Seele in die Hand Gottes aus, um in der kommenden Welt zu ernten, was sie in dieser Welt ausgesät hat. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."       

      
Zum 90. Geburtstag von Levi Katz (1912)  

Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 16. August 1912: "Jesberg bei Marburg. Rentner Levi Katz feiert Samstag seinen 90. Geburtstag." 
 
Jesberg AZJ 11091912.jpg (36457 Byte)Mitteilung in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. September 1912: "Dieser Tage beging der Nestor der israelitischen Gemeinde in Jesberg, der Rentner L. Katz, in völliger körperlicher Frische seinen 90. Geburtstag. Nach Abhaltung eines Gottesdienstes begab sich die Gemeinde in die Wohnung des Greises, um zu gratulieren. Herr Katz erfreut sich bei allen Ortsbewohnern großer Beliebtheit."  

     
Zum Tod von Rebekka Katz geb. Katzenstein (1927)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 11. März 1927: "Jesberg. Unerwartet entriss der Tod die Ehefrau Rebekka Katz geb. Katzenstein ihrem Wirkungskreis. Mit ihr ist eine echt religiöse und mildtätige Frau dahingegangen. Lehrer Katz - Borken würdigte Leben und Wirken der Entschlafenen."      

 
Zum Tod von Johanna Vogel geb. Weinberg (1927)    

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 1. Juli 1927: "Jesberg. Am Sonntag wurde die vor drei Jahren nach hier verzogene und bei ihrer Tochter, Frau Boni Katz, wohnende Witwe Johanna Vogel geb. Weinberg, zu Grabe getragen. An ihrem Sarge hob Herr Lehrer Katz - Borken ihr treues Wirken hervor."      

 
Goldene Hochzeit von Levi Katzenstein und Jeanette geb. Bendheim (1928)
     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. August 1928: "Jesberg, 14. August (1928). Am heutigen Tage begeht Herr Levi Katzenstein, das älteste Mitglied der hiesigen israelitischen Gemeinde, im 77. Lebensjahre stehend, mit seiner Gattin Jeanette geb. Bendheim, in größter Frische die goldene Hochzeit. Das Paar genießt in allen Kreisen der Bevölkerung Achtung und Beliebtheit."     
 
Jesberg CV-Ztg 10081928.jpg (14871 Byte)Mitteilung in der Zeitschrift des "Central-Vereins" (CV-Zeitung) vom 10. August 1928: "Die goldene Hochzeit des Ehepaares Katzenstein in Jesberg (Bezirk Kassel) findet am 15. (nicht 14.) August statt."   
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 10. August 1928: "Jesberg. Das Ehepaar Katzenstein feiert am 14. August das Fest der goldenen Hochzeit. In dem Jubilar haben wir noch den rüstigen Repräsentanten der altjüdischen Zeit, in der Jubilarin eine Person, die infolge ihrer Allgemeinbildung mit der Zeit fortzuschreiten weiß. Möge dem Jubelpaar eine Reihe ungetrübter Jahre beschieden sein."      

        
70. Geburtstag von Rosa Renß (1929)  

Jesberg Israelit 09071929.jpg (13616 Byte)Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juli 1929: "Jesberg, 1. Juli (1929). Ihre 70. Geburtstag begeht heute in körperlicher Rüstigkeit und Geistesfrische Frau Rosa Renß dahier."  

    
75. Geburtstag von Settchen Schloss geb. Gans (1931)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 13. Februar 1931: Jesberg. Am 15. Februar begeht Frau Settchen Schloß geb. Gans, in Jesberg in seltener Rüstigkeit ihren 75. Geburtstag."     


Zum Tod des Pferdehändlers Josef Katz (1931)  

Jesberg Israelit 21051931.jpg (64029 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Mai 1931: "Jesberg, 11. Mai (1931). Hier verstarb im Alter von 76 Jahren der in weiten Kreisen bekannte Pferdehändler Josef Katz. Ein Mann von biederem Charakter und trefflichen Eigenschaften ist in ihm dahingegangen, der auch eine Zeitlang durch das Vertrauen der Gemeinde das Amt des Gemeindeältesten verwaltete, die in ihm einen eifrigen Minjanmann und pflichteifrigen Besucher der Synagoge verliert. Der Verstorbene stand bei der Mit- und Umwelt in hohem Ansehen, wovon die zahlreiche Beteiligung bei der Beisetzung ehrendes Zeugnis ablegte. Der Schwager des Verstorbenen entwarf an der Bahre ein treues Lebensbild von demselben, ihn als Gatten, Vater, Juden, Mensch und Bürger zeichnend. Möge Gott die trauernden Hinterbliebenen trösten. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 15. Mai 1931: "Jesberg. Eine große Trauergemeinde hatte sich am Donnerstag der verflossenen Woche versammelt, um dem Pferdehändler Josef Katz das letzte Geleit zu geben. In einer eindrucksvollen Rede betonte Lehrer Höxter (Heldenbergen) die Vorzüge des Verstorbenen, der sich in allen Bevölkerungskreisen der größten Beliebtheit erfreute. Aber auch über die Grenzen der Heimat hinaus war er bekannt und geachtet. Die israelitische Gemeinde Jesberg hatte den Verstorbenen vor längeren Jahren zu ihrem Vorstand gewählt."    

   
 Über den aus Jesberg stammenden Lehrer Sally Katzenstein (geb. 1890 in Jesberg, ermordet in Auschwitz)    

Minden Stolperstein Katzenstein Sally 010.jpg (26360 Byte)Sally Katzenstein ist 1890 in Jesberg geboren. Er war von 1911 bis 1921 Lehrer in Breitenbach, danach bis 1935 Lehrer der jüdischen Gemeinde in Soest, schließlich noch in der Gemeinde Minden/Westfalen. Im Mai 1943 wurde er mit seiner Frau nach Theresienstadt, von dort 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet. 
"Stolpersteine" erinnern an Sally Katzenstein und seine Frau vor dem Haus Wilhelmstraße 18 in Minden.   
(Quelle: Website friedenswoche-minden.de )

  
Über den aus Jesberg stammenden Rabbiner Dr. Maier (Meier) Appel (geb. 1851 in Jesberg, gest. 1919 in Karlsruhe)   

Dr. Maier (Meier) Appel wurde 1851 in Jesberg (nach anderen, nicht richtigen Angaben in Fritzlar) geboren; er starb 1919 in Karlsruhe; er war verheiratet mit Anna Willstätter, Tochter von Rabbiner Benjamin Willstätter: Nach dem Studium im Rabbinerseminar in Breslau 1870-1878 wurde er Rabbiner in Bad Homburg, 1887-1894 Stadtrabbiner in Mannheim, 1894-1919 Rabbiner in Karlsruhe (Stadt- und Konferenzrabbiner). 
Texte zu seinem Tod (Biographie, Würdigungen) siehe Seite mit Texten zur Geschichte der Rabbiner in Karlsruhe.      

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  

Todesanzeige für Salomon F. Katz (1924)     

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom  21. Februar 1924: 
"Am vergangenen Samstagmorgen entschlief sanft infolge eines Schlaganfalles mein innigstgeliebter Gatte, unser guter edler Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel  
Salomon F. Katz
 
im vollendeten 71. Lebensjahre. 
Die trauernden Hinterbliebenen
Jesberg,
Selters (Westerwald), Borken (Main-Weser-Bahn), den 17. Februar 1924".        

 
Anzeige von Jacob Katzenstein (1924)      

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom  21. Februar 1924: 
"Suche für meinen 15 1/2-jährigen Sohn, welcher bereits ein Jahr in meinem Gemischtwarengeschäft gelernt hat, eine
Lehrstelle
wo er sich weiter ausbilden kann. Volle Pension im Hause erwünscht. Gefällige Offerten an 
Jacob Katzenstein, 
Jesberg
(Bezirk Kassel)."          

 
Anzeige von Moses Ganß (1924)      

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 3. April 1924: 
"Suche für meine 18-jährige Tochter 
Aufnahme
 
in besserem, rituellem Hause zwecks Erlernung des Haushalts, wo Dienstmädchen vorhanden, bei vollständigem Familienanschluss. Angebote erbittet Moses Ganß, Jesberg  (Bezirk Kassel)."           

   
Geburtsanzeige für eine Tochter von Jakob Katz und Rosa geb. Alexander (1924)     

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 17. Juli 1924: "Die glückliche Geburt ihres Töchterchens zeigen hocherfreut an  Jakob Katz und Frau Rosa geb. AlexanderJesberg, den 13. Juli 1924."              

   
Verlobungsanzeige von Blanka Löwenstein und Siegfried Katz (1930)  

Jesberg CV-Ztg 24101930.jpg (28423 Byte)Anzeige in der Zeitschrift des "Central-Vereins" ("CV-Zeitung") vom 24. Oktober 1930: 
"Blanka Löwenstein - Siegfried Katz  
grüßen als Verlobte. Fritzlar - Jesberg. 26. Oktober 1930."   

      
      
   
   
Zur Geschichte der Synagoge      
   
Zunächst war ein Betraum oder eine erste Synagoge vorhanden. 
  
1831/32 konnte die jüdische Gemeinde eine Synagoge erbauen und im Sommer 1832 einweihen.    
  
Über die Einweihung der Synagoge in Jesberg und das von der Kirchenleitung nicht gewollte Engagement des Pfarrers Bach  (1832; Bericht von 1908)     

Jesberg FrfIsrFambl 03071908.jpg (208100 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 3. Juli 1908: "Aus Kurhessen. Wenn man von dem Verhältnis der Nichtisraeliten zu den Israeliten Kurhessens nach der Anzahl der abgegebenen antisemitischen Stimmen schließen wollte, käme man zu einem falschen Urteil. Die Bekenner beider Konfessionen leben in Dorf und Stadt in steter Harmonie, - und so war es auch vor vielen Jahren. Im Sommer 1832 wurde in dem Dörfchen Jesberg die Synagoge eingeweiht, der auch der Ortspfarrer beiwohnte. Infolge dessen richtete er an das Kurfürstliche Konsistorium nachstehendes Schreiben:  
Der Pfarrer Bach zu Jesberg hat uns die Anzeige gemacht, dass am 10. dieses Monats die Einweihung der daselbst erbauten neuen jüdischen Synagoge statt gehabt, welcher er mit den hiesigen Beamten Schullehrern und mehreren anderen dazu eingeladenen christlichen Einwohnern beigewohnt habe. Nach geendigter Predigt des Kreisrabbiners am Schluss des Gottesdienstes sei es ihm Bedürfnis gewesen, aus der Fülle des Herzens der kleinen Gemeinde zu dieser Festfeier Glück zu wünschen und hieran an kleinen Vortrag zu knüpfen, der von denselben mit solchen Äußerungen der Rührung und Dankbarkeit aufgenommen worden, dass er, weil ihn das arme Volk seines erbärmlichen mechanischen Gottesdienstes und der gänzlichen Entbehrung alles religiösen Zuspruches wegen wahrhaft jammere, versprach, wenn man nichts dagegen habe, ihnen von Zeit zu Zeit in ihrer Versammlung am Sabbat einen Religionsvortrag zu halten, und hat, da dieses von den Anwesenden, namentlich auch von dem Kreisrabbiner mit Wohlgefallen aufgenommen worden, und er sich die Hoffnung mache, dadurch mit der Zeit einigen Nutzen stiften zu können, bei uns angefragt, ob wir dazu die Erlaubnis erteilen wollten. Da wir uns von dem Antrage des Pfarrers in mancher Hinsicht eine wohltätige Wirkung versprechen, so sind wir nicht abgeneigt, unsere Zustimmung hierzu zu geben, wünschen jedoch zuvor die Ansicht der Kurfürstlichen Regierung hierüber zu erfahren.  
Ordnungsgemäß hörte das Konsistorium die Meinung des Regierungs-Kollegiums; der Bescheid lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig:   
Auf das gefällige Schreiben Kurfürstlichen Konsistoriums beehren Wir uns ergebenst zu erwidern, dass wir mit der Ansicht nicht einverstanden sein können. Fühlt der Pfarrer Bach sich etwa getrieben, das Christentum unter den Juden in Jesberg zu verbreiten, und stellen sich einzelne Israeliten daselbst zur Annahme desselben empfänglich und geneigt, so steht durchaus nichts im Wege, dass dieser privatim in seiner Wohnung christlichen Religionsunterricht erteilen, oder dass solche zu dem Ende die christliche Kirche besuchen. Dagegen erscheint es mit dem Berufe eines christlichen Predigers überhaupt nicht verträglich, solche Religionsvorträge zu halten, welche des eigentümlichen Gepräges der christlichen Glaubenslehre entbehren, und können wir von solche Religionsvorträgen, welche sich nicht auf das Evangelium gründen, keinen wahren Nutzen versprechen."    

   
Aus der Geschichte der Synagoge liegen nur wenige Informationen vor. Es handelte sich um ein zweigeschossiges Fachwerkhaus. Im Betsaal im Erdgeschoss hatte es 44 Plätzen für Männer, 41 für Frauen auf der Empore. Neben dem Betsaal war die Schulstube; die Lehrerwohnung war über zwei Stockwerke verteilt.  Das Gebäude lag neben dem Ortsbach.   Aus dem Jahr 1904 ist eine Predigt von Landrabbiner Dr. Prager (Kassel) in der Synagoge in Jesberg überliefert:  
     
Predigt von Landrabbiner Dr. Prager in der Synagoge Jesberg (1904)     

Jesberg Israelit 28011904.jpg (69058 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Januar 1904: "Jesberg, 21. Januar (1904). Anlässlich der hiesigen Schul- und Schächterprüfungen durch Seine Ehrwürden den Herrn Landrabbiner Dr. Prager – Kassel nahm letzterer die Gelegenheit wahr, an die um 5 Uhr Nachmittags in der hiesigen Synagoge sich versammelnde Gemeinde eine erbauliche Ansprache zu richten, in der er zwei Merkmale des laufenden Wochenabschnittes näher beleuchtete. Es seien einige Kernpunkte dieser Ansprache wiedergegeben.    
‚Mit einem dankbaren Aufblick zu Gott begrüße ich die Gelegenheit, die es mir vergönnt, an dieser heiligen Stätte zu Euch zu sprechen, und da ist es ein Zweifaches des laufenden Wochenabschnittes, auf das ich Eure Aufmerksamkeit hinlenken möchte. Als einst Gott dem Mosche den Auftrag gab, das Volk Israel aus Ägypten zu führen, da entgegnete Mosche: Wer bin ich, dass ich das vollführen kann? Und Gott sprach zu ihm: Ich will mit Dir sein und das sei dir ein Zeichen: Sprenge das Blut des geschlachteten Lammes an die Türpfosten und es sei euch ein Zeichen an
Jesberg Israelit 28011904a.jpg (234890 Byte)den Häusern, in denen ihr wohnet, und ich werde das Blut sehen und werde euch überschreiten, und keine Plage wird euch treffen, wenn ich vernichtend über Ägypten einher ziehe. Und dieser Tag soll euch zum Andenken sein. Und Mosche erwiderte: Herr der Welt! Bedarf es für dich eines Zeichens, kennst du nicht auch so die Häuser, die du überschreiten willst? Und Gott sagte: Es soll nicht für mich, sondern nur für euch ein Zeichen sein, wenn ihr es beobachtet, dann sollt ihr erkennen, dass ich euch nie verlassen werde. – Dieses Zeichen, so fährt Redner fort, besitzt die Kraft, Israel aufrecht zu halten, dass es nicht untergeht, es hat sich an vier Jahrtausende bewährt, und mit ihm trotzt Israel allen Stürmen von außen, allen Prüfungen und Versuchungen, mit der Beobachtung dieses Zeichens kann Israel sorglos der Zukunft entgegen sehen, es wird an seine Vergangenheit denken und sich erinnern, dass Gott es niemals verlassen hat, wie er es errettet aus der Hand des mächtigen Pharao, und aus den Sklavenketten befreite, so wird er ihm auch weiter beistehen. Durch dieses Zeichen an den Häusern werden letztere zu geweihten Stätten, zur Stätte der Wahrheit und des Friedens, jeder Familienvater zum Priester seiner Familie, jede Mutter zur Lehrerin ihrer Kinder. Diese würden in Liebe zu Gott und seiner Religion erzogen, und es würde dadurch das Fundament geschaffen, auf dem unser ganzer Glaube aufgebaut sei.
Und es soll sein zum Zeichen an deiner Hand und zur Erinnerung zwischen deinen Augen, damit die Lehre Gottes in deinem Munde sei.    
Es ist eine betrübende Tatsache, wenn man einen Blick auf die Gegenwart wirft; nicht ohne Rührung und bitteres Weh im Herzen sieht man, wie so viele vom rechten Weg abirren und gekrümmte Pfade wandeln. Sie befolgen jeder das Gesetz, sie kennen das Zeichen, aber nicht den inneren Wert, sie heften Mesusaus (Mesusot) und legen Tallis (Gebetsschal) und Tefillin, damit glauben sie ihrer Pflicht genügt zu haben, nun dürfen sie sündigen. Doch nein, durch die Mesuso wird das Haus zu einer heiligen Stätte, und nicht Unlauteres darf über die Schwelle kommen, wenn du hinausgehest, so blicke auf die Mesuso, der Name des allmächtigen Gottes mahnt dich daran, nichts Böses zu tun, den Versuchungen und Verlockungen, die da draußen deiner warten, zu widerstehen, wenn du in dein Haus gehst, so schaue auf die Mesuso, was du getan und vollbracht hast, stelle Gott anheim, wenn Schicksalsschläge dich heimsuchen, wenn du verzweifeln willst im schweren Kampf ums Dasein, so blicke auf die Mesuso, dein Gott ist neben dir, Er wird dir helfen, blicke auf das Zeichen deiner Hand, so wirst du erinnert werden, dass dein ganzes Sorgen und Schaffen, dass alles, was deine Hände unternehmen, alles im Namen Gottes geschehen muss. So werden Mesuso und Tefillin zur Waffe, mit der wir uns verteidigen können gegen alle Anstürmungen, gegen alle Verlockungen und Versuchungen, darum sind sie auch die ersten Vorschriften gewesen, die Israel erhalten hat, und der Monat wurde zum ersten der Monate des Jahres bestimmt.   
Und in der Tat, unser ganzes Leben ist auch diesen beiden Vorschriften über Mesuso und Tefillin aufgebaut. Möget ihr euch das zu Herzen nehmen, wie sie Schutz und Harnisch gewesen sind gegen alle Feinde, so werden sie es weiter bleiben über alle Stürme, die heranbrausen, über alle Fluten, die uns  umtoben, bleibt ewiglich fortbestehen der reine, wahre Gottesgedanke."
 
Die Predigt von Landrabbiner
 Dr. Prager wurde auch - in
 teilweise ausführlicherer
 Wiedergabe - abgedruckt im
 "Frankfurter Israelitischen
 Familienblatt" vom 
11. März 1904  
Jesberg FrfIsrFambl 11031904.jpg (137900 Byte) Jesberg FrfIsrFambl 11031904a.jpg (158042 Byte) Jesberg FrfIsrFambl 11031904b.jpg (96152 Byte)

  
1932 konnte die Gemeinde das 100-jährige Bestehen des Synagoge feiern. Zum Jubiläum wurde das Gebäude renoviert. Beim Festgottesdienst hielt Provinzial-Rabbiner Dr. Walter aus Kassel die Ansprache. Lehrer Katz aus Borken wirkte als Kantor mit.    
    
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge verwüstet. Einige der Täter standen nach 1945 vor Gericht, wie aus den im Staatsarchiv Marburg aufbewahrten Prozessakten hervorgeht.  
  
Nach 1945 wurde das Synagogengebäude kam das Gebäude 1946 an die jüdische Vermögensverwaltung JRSO und wurde von dieser nach dem Restitutionsverfahren an Privatpersonen verkauft. In der Folgezeit kam es zu mehreren Besitzerwechseln. Nach einem 1965 erfolgten Verkauf wurde es schließlich zu einem bis heute bestehenden Wohnhaus umgebaut. Nach dem Umbau waren keine Spuren der ehemaligen Synagoge mehr zu erkennen. 
    
    
Adresse/Standort der Synagoge    Densbergerstraße 38   
    
    
Fotos
(Quelle: Altaras: Synagogen in Hessen Bd. I S. 54; neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 8.4.2010)  

Historische Aufnahme  Jesberg Synagoge 100.jpg (120607 Byte)    
   Die Synagoge in Jesberg - Aufnahme 
vor dem Ersten Weltkrieg 
   
       
Die ehemalige Synagoge 
im Juli 1985 
Jesberg Synagoge 430.jpg (106792 Byte) Jesberg Synagoge 431.jpg (71571 Byte)
  Straßenseite   Traufseite zum Garten 
      
 Die ehemalige Synagoge 
im April 2010 
 Jesberg Synagoge 471.jpg (68120 Byte)  Jesberg Synagoge 470.jpg (68258 Byte)
    wie oben  wie oben  
      
     
Die "Judenordnung" in Jesberg 
vom Februar 1935
(Quelle: Digitales Archiv Marburg)
Jesberg Judenordnung 1935.jpg (159754 Byte)   
     

  
   
Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Jesberg   
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Jesberg. 
Barbara Greve: Unter http://jinh.lima-city.de/index-gene.htm finden sich Beiträge zu Stammbäumen und Familiengeschichten, darunter:  
Nachkommen der Familie GANNS (Gans) aus Densberg, Hessen
Nachkommen des DAVID STERN aus Densberg, Hessen
Nachkommen des RUBEN KATZ aus Jesberg, Hessen
Nachkommen des SCHOLUM KATZENSTEIN aus Jesberg, Hessen
Die rekonstruierten Personenstandsregister der jüdischen Gemeinde Jesberg
Die rekonstruierten Personenstandsregister der jüdischen Gemeinde Jesberg - Einführung
Geburtsregister der jüdischen Gemeinde Jesberg – Rekonstruktion
Heiratsregister der jüdischen Gemeinde Jesberg - Rekonstruktion
Sterberegister der jüdischen Gemeinde Jesberg - Rekonstruktion 

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 411-413. 
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 53-54. 
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 51 (keine neuen Informationen)
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 177.   
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 490-491. 
Barbara Greve: Gelles Kleider. Eine Studie zum Kleidungsbesitz jüdischer Frauen um 1800. In: Hessische Heimat 3/2014, S. 13-19. 
dies.: Die Juden von Jesberg. In: Schwälmer Jahrbuch 2015, S. 51-63.  

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Jesberg  Hesse-Nassau. Established in the 18th century, the community dedicated a synagogue in 1832, maintained an elementary school from 1838 bis 1922, and grew to 89 (11 % of the total) in 1905. It dwindled to 58 in 1933. The synagogue was desecrated on Kristallnacht (9-10 November 1938), and all the Jews left (50 emigrating) by 1939.  
    
     

                   
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Stand: 27. Juli 2017