Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Beiseförth mit Malsfeld (Gemeinde Malsfeld) 
sowie Binsförth und Neumorschen (Gemeinde Morschen, Schwalm-Eder-Kreis) 
und Rengshausen (Gemeinde Knüllwald)
Jüdische Geschichte / Synagoge

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
    
In Beiseförth bestand eine jüdische Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16./18. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1542 Juden aus Beiseförth genannt (Klage des Juden Lipmann aus Beiseförth wegen Beraubung bei Fladungen, Nr. 357 in Gemeinschaftlichen Hennebergischen Archiv Sektion IV, Thüringisches Staatsarchiv Meiningen). Auch 1614 waren Juden am Ort. 1744 lebten vier jüdische Familien am Ort. In Neumorschen werden 1653 Juden genannt (1671/73 erstmals Ruben Levi, zu seinen Nachkommen vgl. unten in der Liste der Links); im 18. Jahrhundert waren zwei bis drei jüdische Familien am Ort.     

Seit der Mitte des 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner in Beiseförth wie folgt: 1861 78 jüdische Einwohner (10,0 % von insgesamt 779 Einwohnern), 1871 63 (8,6 % von 732), 1885 33 (4,5 % von 737), 1895 21 (3,0 % von 693), 1905 18 (2,5 % von 731). Zur jüdischen Gemeinde Beiseförth gehörten auch die in Binsförth, Malsfeld, Neumorschen und Rengshausen lebenden jüdischen Personen: in Binsförth 1835: 6, 1861: 9, 1905: 14, 1924: 12, 1932: 11 jüdische Einwohner; (am Ort gab es insbesondere die Familien Goldschmidt und Simon), in Malsfeld 1835: 27, 1861: 45, 1905: 8, 1924: 9 jüdische Einwohner (am Ort gab es insbesondere die Familien Katz, Noa und Rosenblatt), in Neumorschen: 1835 41, 1861 38, 1905 12, 1933 und später keine jüdischen Einwohner mehr (am Ort gab es insbesondere die Familien Nußbaum und Katz); in Rengshausen gab es vor allem die Familien Höflich und Levi.   
 
An den Freiheitskriegen 1813-14 nahm Joisel Stern aus Beiseförth teil (sein Name stand auf einer Tafel in der Synagoge). Nach dem Krieg 1870-71 gehörte Juda Katz aus Beiseförth zu der Militäreskorte, die die Kriegsentschädigung aus Paris abholte. 
 
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (jüdische Konfessionsschule bis 1884) und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde (aller Teilorte) wurden auf dem jüdischen Friedhof in Binsförth beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Im Bericht zur Wiedereinweihung der Synagoge von 1928 (siehe unten) werden als Lehrer bis zur Schließung der jüdischen Konfessionsschule 1884 genannt: Lehrer Stern, Lehrer Neumark, Lehrer Joseph Wertheim (später in Volkmarsen) und zuletzt Lehrer Joseph Bacharach (ab 1884 in Abterode). Bis 1892 war Daniel Katz als Vorbeter, Schochet und Rechnungsführer tätig, bis er mit seiner Familie nach Melsungen übersiedelte. Die jüdische Gemeinde gehörte mit den Gemeinden des ehemaligen Kreises Melsungen zum Rabbinatsbezirk Niederhessen mit Sitz in Kassel. 
Auch in Malsfeld gab es zeitweise einen jüdischen Lehrer (Ende der 1820er-Jahre war Lehrer Tannenbaum jüdischer "Privatlehrer" in Malsfeld (siehe Bericht unten).    
  
Um 1924, als noch 20 jüdische Personen in Beiseförth lebten (2,6 % von 766 Einwohnern), war Vorsteher der Gemeinde Levi Rosenblatt. Die damals noch vier jüdischen Kinder der Gemeinde erhielten ihren Religionsunterricht durch Lehrer Stiefel aus Baumbach. 1932 war Vorsteher der Gemeinde Felix Höflich, als Schriftführer wird Sally Katz genannt. Weiterhin unterrichtete Lehrer Stiefel aus Baumbaum die jüdischen Kinder. Der Unterricht wurde in der israelitischen Religionsschule in Heinebach erteilt.     
  
1933 lebten noch etwa 21 jüdische Personen in Beiseförth. In den folgenden Jahren ist ein Teil von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.  
In Binsförth lebten 1932/33 noch zwei jüdische Familien. Beim Novemberpogrom 1938 wurden der Kaufmann Aron Rosenblatt (Haus Nr. 12) und Salomo Siemon (Haus Nr. 16) in das KZ Breitenau verschleppt. Auch der Kaufmann Menni Katz aus Neumorschen kam in das KZ Breitenau. Familie Aron Rosenblatt konnte 1940 noch über Italien in die USA emigrieren. Familie Siemon ist nach Frankfurt verzogen, ein Sohn ist nach Palästina ausgewandert. 
  
Von den in Beiseförth geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Berta Baum geb. Katz (1879), Adelheid Dalsheim geb. Blumenkrohn (1860), Abraham Höflich (1889), Dina Höflich geb. Höxter (1894), Gitta (Giedchen) Höflich geb. Blumenthal (1888), Hannelore Höflich (1924), Karl Höflich (1913), Ludwig Höflich (1921), Betty Katz  geb. Rosenblatt (1900), Doris Katz (1937), Friedrich Katz (1888), Hermann Leopold (Lemann) Katz (1886), Moritz Katz (1878), Sally Katz (1890), Lina Löbenstein geb. Boley (1857), Leopold Rosenblatt (1889), Leo (Levy) Rosenblatt (1888, siehe unten), Max Rosenblatt (1896), Thekla Rosenblatt (1880), Julie Wolf geb. Rosenblatt (1879).       
   
Aus Binsförth sind umgekommen:  Henriette (Jettchen) Levi geb. Rosenblatt (1887), Johanna Proskauer geb. Simon (1882), Heinz Simon (1923), Lea Simon (1883), Salomon Simon (1886).        
Aus Malsfeld sind umgekommen:  Berta Blach (1878), Emma (Ester) Cohn geb. Goldschmidt (1859). Frommel Herzer geb. Goldschmidt (1866), Else Jacoby (1890), Recha Katz geb. Kleeblatt (1891), Rosa Schönhorn geb. Katz (1876).    
Aus Neu-Morschen sind umgekommen: Lina Jonge geb. Katz (1864), Bella Katz geb. Katz (1897), Bernhardt (Bernd) Katz (1930), Bettina Katz (1926), Gertrud Katz (1937), Levi Katz (1858), Malchen (Amalie) Katz geb. Plaut (1870), Menni Katz (1894).  
Aus Rengshausen sind umgekommen: Gerda Höflich (1932), Hilde Höflich geb. Rothschild (1896), Nathan Höflich (1894). 
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
     
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
 
Zum Tod von Lehrer Tannenbaum in Wanfried (1866, 1807 in Mansbach geboren, war Ende der 1820er-Jahre jüdischer Privatlehrer in Malsfeld)
  

Mansbach Israelit 13061866.jpg (278043 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juni 1866: "Aus Niederhessen, am 4. Juni (1866). Erst wenige Wochen sind verstrichen, seitdem ich dem verewigten teuren Kollegen Silberberg zu Volkmarsen in diesen Blättern (Nr. 18) ein Denkmal gesetzt und schon wieder tritt die traurige Pflicht an mich heran, ein gleiches dem geschätzten - am 30. vorigen Monats entschlummerten - Amtsbruder Tannenbaum zu Wanfried zu stiften. Von dem so nahe aufeinander erfolgten Tod dieser beiden Freunde könnte man in mehrfacher Beziehung die Worte Davids sagen: 'Die Geliebten und Holden in ihrem Leben, auch in ihrem Tode sind sie nicht getrennt' (2. Samuel 1,23). Sie waren von der Zeit ihres gleichzeitigen Besuches der israelitischen Lehrerbildungsanstalt zu Kassel miteinander befreundet; beiden waren von echtem Schrot und Korn, gediegen in Kenntnissen unserer heiligen Tora und in den weltlichen Wissenschaften; beide gottesfürchtige Männer..., echt-religiös und von ihrem heiligen Berufe als Lehrer in Israel erfüllt; beide für die Schule rastlos tätig, welche übermäßige Anstrengung vielleicht ihren frühen Tod (denn auch Tannenbaum hat noch nicht das 60. Lebensjahr erreicht) teilweise herbeigeführt; beide waren wegen ihrer Kenntnisse bei Juden und Christen geschätzt, und in Folge ihres menschenfreundlichen bescheidenen Benehmens geliebt. Sie gingen kurz nacheinander in die friedlichen Räume der Seligen ein, um mit diesen von ihren Arbeiten auszurufen und die süßen Früchte ihrer Taten zu genießen. 'Rühmet den Gerechten, denn ihm geht es gut, denn die Frucht ihrer Werke werden sie essen' (Jesaja 3,10). Auch bei Tannenbaums Leichenbegängnis, das am 1. dieses Monats - Gerade an dem nämlichen Tage, an welchem vor zwei Jahren seine 25jährige Amtstätigkeit in der Gemeinde Wanfried gefeiert wurde (siehe das Referat über dieses Jubiläum im Jahrgang 1864 dieser geschätzten Zeitschrift) - stattfand, zeigte sich eben dieselbe allgemeine Teilnahme an dem Heimgange des treuen Lehrers, Freundes und trefflichen Mitbruders. 
Tannenbaum, im Jahre 1807 zu Mansbach in der Provinz Fulda geboren, bekleidete als angehender Jüngling schon - natürlich in alter Weise, eine Privatlehrerstelle in der kleinen israelitischen Gemeinde Malsfeld Kreis Melsungen. Er war dabei auf Vermehrung seiner Kenntnisse stets bedacht, studierte fleißig die Bibel mit den gangbarsten Kommentaren, sowie auch andere Schriften der rabbinischen Literatur; und um sich für das damals gegründete israelitische Seminar zu Kassel vorzubereiten, erhielt er auf sein Ansuchen von dem Pfarrer des Ortes, der dem liebenswürdigen, ebenso lerneifrigen, als talentvollen Jüngling sehr gewogen war, einen erweiterten Unterricht in den deutschen Fächern. Mit guten Kenntnissen ausgerüstet, meldete er sich zur Aufnahme in das Kasseler Seminar, die man ihm aber, weil diese Anstalt nur für Niederhessen und nicht auch für die anderen 3 Provinzen Kurhessens, da sie nichts zu den Kosten derselben beitragen, vorhanden, nicht gewährt hätte, wenn nicht der damalige Oberlehrer Herr Rosenbach seligen Andenkens, der bei der Rezeptionsprüfung die gediegenen Kenntnisse und die guten Anlagen Tannebaums wahrgenommen, ihm die unentgeltliche Aufnahme bewirkt hätte. In dieser Pflanzstätte bildete er sich zu einem tüchtigen Lehrer aus, als welcher er, nachdem am Ende des dreijährigen Kursus bestandenen Examen, für die israelitische Gemeinde Spangenberg von Kurfürstlicher Regierung bestellt wurde. Nach neunjähriger erfolgreicher Amtswirksamkeit daselbst, - während welcher Zeit er sich mit einer braven Jungfrau aus seiner Gemeinde verheiratete, - wurde er in Folge seiner Bewerbung nach der Stadt Wanfried versetzt, in welcher Gemeinde er 27 Jahre lang segensreich wirkte, bis ihn der Herr abrief. Von seinen eklatanten Leistungen zeugen die vielen Belobungsschreiben und Gratifikationen, die ihm in Folge der Schulvisitationsberichte von den hohen Behörden geworden. Vom Herrn Kreisrabbiner Wetzlar - sein Licht leuchte - zu Gudensberg wurde ihm, als er noch Lehrer in Spangenberg war, der Chower-Titel verliehen. Bei seiner     
Mansbach Israelit 13061866b.jpg (45287 Byte)Funktion als Chasan (Vorsänger) wurden die Betenden durch seinen ebenso andachts- als klangvollen Vortrag mit ihm zur Andacht gestimmt. 
Von seinen 4 Söhnen haben 3 sich dem Berufe des Vaters gewidmet. Leider sind 2 derselben kurze Zeit nach dem Eintritt ins Lehramt, der eine nach 1 1/2 - und der andere nach kaum einjähriger Dienstzeit aus dem Erdenleben geschieden; nur einer noch fungiert als Lehrer im Königreich Hannover; der vierte Sohn ist jetzt im Begriff, sich als Buchbinder zu etablieren, und die einzige Tochter, einige und zwanzig Jahre alt, ist noch bei der Mutter. Westheim."  

 
Goldene Hochzeit von Lehrer Joseph Wertheim und seiner Frau Jettchen geb. Abt (1913, Lehrer in Beiseförth von 1858 bis 1866)    

Frankenberg Frf IsrFambl 05091913.jpg (92303 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. September 1913: "Frankenberg (Kurhessen). Am 2. September feierte der emeritierte israelitische Lehrer Joseph Wertheim mit seiner Gattin Jettchen geb. Abt das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Beide erfreuen sich noch einer besonderen körperlichen und auch geistigen Frische.   Lehrer Wertheim ist eine in Lehrerkreisen sehr geschätzte Persönlichkeit. Er kann auf eine fast 52-jährige segensreiche Amtstätigkeit zurückblicken, wovon 8 Jahre auf Beiseförth von 1858-1866 und 43 Jahre auf Volkmarsen von 1866-1909 entfallen. Bei seinem Dienstaustritt wurde ihm der Adler der Inhaber des Hohenzollern'schen Hausordens verliehen. Das Jubelpaar hat es verstanden, durch sein loyales, menschenfreundliches Wesen sich die allgemeine Wertschätzung zu erringen, was sich in geradezu hervorragender Weise bei seinem 50-jährigen Amtsjubiläum gezeigt hat."    

      
Zum Tod von Lehrer Josef Wertheim (1917)    

Volkmarsen AZJ 09021917.jpg (123859 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. Februar 1917: "Volkmarsen, 2. Februar (1917). Am 24. vorigen Monats wurde hier der Nestor der israelitischen Lehrerschaft der Provinz Hessen, unser ehrwürdiger Lehrer Herr Josef Wertheim, im 78. Lebensjahre zu Grabe getragen. Über 46 Jahre wirkte er segensreich in unserer Gemeinde und vorher acht Jahre in Beiseförth. Drei Generationen von Schülern hat er herangebildet und unserer Gemeinde in Treue mit klugem Rat und allzeit bereiter Tat zur Verfügung gestanden. Zu den Füßen von Rabbi Mordechai Wetzlar seligen Andenkens in Gudensberg - seinem Geburtsort - hat er gelernt. Seine Kinder hat er im Verein mit einer liebevollen, verständnisreichen Gattin zu wackeren Juden erzogen. Was er in unserer Gemeinde geleistet, den Kleinen und den Großen, fünf Jahrzehnte lang, das wird ihm nie vergessen werden. Einer seltenen Wertschätzung und Verehrung erfreute sich der Heimgegangene in der gesamten Bürgerschaft, die ihn anlässlich seines goldenen Jubiläums im Jahre 1908 in hohem Maße ehrte. Das bewies auch das große Trauergefolge. Auch die Stadt beklagt einen der besten ihrer Männer. In den letzten Jahren hatte er den Schmerz, die geliebte Gattin, einen erwachsenen Sohn, Lehrer in Neustadt, und einen Schwiegersohn, Lehrer Levy in Dresden, zu verlieren. Sein Gottvertrauen hielt ihn hoch und geistesfrisch bis in die letzten Lebenstage. An seinem Grabe sprachen Lehrer Flörsheim (Wolfshagen) namens der Verwandten Worte des Dankes und des Abschieds, ferner Herr Gottfried Goldschmidt (Halberstadt) und zuletzt der Sohn Herr Lehrer Wertheim aus Hannoversch-Münden. Januach beschalom - er ruhe in Frieden."   
Bei dem im Text genannten Lehrer Wertheim aus Hannoversch-Münden handelte es sich um Lehrer Adolf Wertheim, einem Sohn von Josef Wertheim (wird auch genannt im Bericht zur Wiedereinweihung der Synagoge 1928, siehe unten).

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
  

Über die Verdienste von Heinemann Bensew in Malsfeld - Bericht zu seinem Tod (1878)
Stichworte zum Inhalt: Wie Heinemann Bensew erfolgreich die Einführung einer neuen Synagogenordnung für die kurhessischen Juden verhinderte -  
dazu: Über die Freundschaft zwischen dem Heinemann Bensew und dem christlichen Ortspfarrer  
   

Malsfeld Israelit 13111878a.jpg (107293 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1878: "Von der Fulda. Wenige Tage vor dem Schluss des vergangenen Jahres hauchte in dem Dörfchen Malsfeld (Regierungsbezirk Kassel) ein 80-jähriger Greis seine reine Seele aus, der es verdient hat, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Heinemann Bensew - er ruhe in Frieden - hieß der Edle. Er war ein einfacher, schlichter Handelsmann und zeichnete sich in seinem äußeren Auftreten und seiner Lebensstellung wenig aus. Ja, er vermied es mit einer gewissen Ängstlichkeit, von sich reden zu machen und zog sich scheu vor jedem anerkennenden Worte zurück. Er hat es sich sogar verbeten, dass ihm eine Trauerrede - Hesped - gehalten werde, und dieser Wunsch war kein letztwilliger, war ein schon viele Jahre niedergeschriebener und fand sich in dem Sarg vor, den sich der Heimgegangene selber vor mehreren Jahren gezimmert hatte. 'Wenn es mir einmal zu wohl werden sollte', sagte der biedere Greis vor längerer Zeit schon zu dem Schreiber dieser Zeilen, 'dann gehe ich auf meinen Speicher und sehe mir die hölzerne Lade an, in der man mich einst hinwegtragen wird.'    
Der hervorragendste Zug des edlen Hingeschiedenen war seine eiserne, unbeugsame Charakter- und Willensstärke, die vor Nichts zurückschreckte, und die getragen von innigem, ungekünsteltem Vertrauen auf Gott in der Tat Großes anstrebte und vollführte. - Wir teilen denselben teils nach mündlichen Mitteilungen, teils nach hinterlassenen, amtlichen Aktenstücken des Verstorbenen mit. Letztere Befinden sich gegenwärtig im   
Malsfeld Israelit 13111878b.jpg (275129 Byte)Besitz des Herrn Rabbiners Dr. Ehrmann in Kassel, der sie uns freundlichst zu Benützung überließ.    
Vor ca. 24 Jahren, im November 1854 trat das Kurfürstliche Landrabbinat unter dem Präsidium des Herrn Landesrabbiner Dr. Adler zusammen, zum eine neue Synagogenordnung ins Leben zu rufen. Das Sekretariat des damals noch sehr regsamen, tatendurstigen Vorsteheramtes wurde von Herrn Dr. Pinhas verwaltet. 
Der Letztere war als engagierter Reformjude männiglich bekannt, aber der Schafspelz des Herrn Landrabbiners war damals noch nicht so fadenscheinig und durchsichtig, wie er es im Laufe der Zeit geworden ist. Die Kundigen hatten jedoch den Wolf schon längst herausgewittert. Die neue Synagogenordnung war noch nicht bekannt, sie war ein Geheimnis des Landrabbinats. Man konnte also gegen die noch unbekannte Synagogenordnung kein Bedenken erheben. Sie sollten eben dem kurfürstlichen Ministerium zur Genehmigung vorgelegt, von diesem bestätigt, dann offiziell eingeführt und so die jüdische Zukunft der kurhessischen Israeliten in verhängnisvoller Weise entschieden werden; die gesetzestreuen, das heißt fast ausnahmslos alle Israeliten des Kurstaates ahnten mit banger Besorgnis, was ihnen bevorstände, sie fürchteten mit Recht die Einführung dieser neuen Synagogenordnung als den Beginn einer Ära des Abfalls und der Profanisierung unserer heiligsten Heiligtümer. So allgemein diese Befürchtung auch war, so hatte doch niemand den Mut, einen Schritt gegen dieses geplante Attentat zu unternehmen, unter den Tausenden Israeliten des Kurstaates hatte nicht ein Einziger, angesichts dieser bevorstehenden Vergewaltigung jüdischer Gewissen ein freies Wort, oder gar eine entschiedene Tat für die gefährdete Gottessache; keiner außer Heinemann Bensew. 
Als er in seinem Dörfchen Kenntnis bekam von dem, was der Kurhessischen Judenheit bevorstand, ging er, der einfache, schlichte, unbekannte, jüdische Handelsmann, direkt nach Kassel zu dem bekannten Minister Hassenpflug, und trat vor den damals allmächtigen Leiter des Kurstaates mit der bescheidenen Frage hin: 'ob so ein geringer Mann wie er sei, ein hohes Ministerium auf die Gefahren aufmerksam machen dürfe, welche die kurhessische Judenheit in Folge der neu einzuführenden Synagogen-Ordnung bedrohen?'  
'Gewiss', erwiderte der Minister, 'bei uns gilt nur Wahrheit und Recht, und es ist uns daher lieb, wenn wir aufmerksam gemacht werden. Wenn Ihr Israeliten Euren Kultus selber zu Grunde gegen lasset, so können wir ihn nicht halten (Anm.: Diese und andere Unterredungen hat der Verstorbene aufgezeichnet, sie befinden sich unter dem oben erwähnten schriftlichen Nachlass). 
Der Minister nahm dann die Auseinandersetzungen des Petenten mit großer Teilnahme entgegen, und forderte ihn auf, sein Anliegen schriftlich einzureichen. - Da aber war guter Rat teuer. Bensew war ein schlechter Skribent, er hatte nur eine gewöhnliche Dorfschulbildung genossen, ein Gesuch an den Minister abzufassen, war er nicht im Stande. Es in Kassel ausarbeiten zu lassen, was nicht ratsam, weil zu befürchten war, dass das Landrabbinat etwas davon wittern und das Ganze von vornherein durchkreuzen könnte. Aber er fand Hilfe, da wo sie ein Anderer kaum gesucht hätte. Er arbeitete das Gesuch in seiner schlichten Sprachweise aus und der Pfarrer von Malsfeld übernahm die Korrektur und Politur des Schriftstückes. Am 30. August wurde es eingereicht, und schon am 2. September erwiderte Hassenpflug dem Petenten, 'dass sein Gesuch die angemessene Berücksichtigung gefunden habe.'   
Da gegen die noch unbekannte Synagogenordnung eine Remonstration nicht gut erhoben werden konnte, so ging das Gesuch nur dahin, das Ministerium wolle vor der etwaigen Sanktionierung, das Gutachten orthodoxer rabbinischer 'Autoräten einholen, ob die etwaigen einzuführenden Neuerungen ohne Nachteil für das orthodoxe Judentum eingeführt werden könnten. Von den hierzu vorgeschlagenen Persönlichkeiten, wandte sich das Ministerium an Herrn Rabbiner Hirsch in Frankfurt am Main. Das Gutachten desselben brach natürlich den Stab über die neue Synagogenordnung, ihre Einführung wurde verweigert.   
Darob große Verblüffung beim Landrabbinat, das von diesen Antecedenzien keine Ahnung hatte, sondern der Sanktionierung ganz zweifelsohne sicher zu sein glaubte. Als die Herren aber gar erfuhren, dass es ein einfacher Dorfjude, der Malsfelder Gemeindeälteste Bensew war, der einen so dicken Strich durch die landrabbinatliche Rechnung gemacht hatte, da kannte der Unmut der betreffenden Herren keine Grenzen mehr. - Herr Dr. Pinhas ließ den Attentäter zu sich kommen, und fuhr, als er erschien, mit einer wahren Berserkerwut auf ihn los, wie er, der ungebildete Landmann, die Dreistigkeit haben könne, auf solche Weise die Pläne des hohen Landrabbinats und Vorsteheramtes zu durchkreuzen usw. usw. Er drohte, ihn seiner Stellung als Gemeindeältester zu entheben, er gab füglich gute, süße Worte, damit 'der ungebildete Landsmann' seine Opposition aufgebe; alles schei- 
Malsfeld Israelit 13111878c.jpg (293395 Byte)terte an dem geraden, unbestechlichen Charakter des 'ungebildeten Landmannes'. - Absetzen konnte man freilich einen Mann nicht, weil er rückhaltlos seiner jüdischen Pflicht gerecht wurde, aber man verleidete ihm sein Amt derart, dass er später selbst um Enthebung nachsuchte.     
Inzwischen wurde im Jahre 1857 das Ministerium Hassenpflug entlassen, und Scheffer wurde Hassenpflugs Nachfolger. Sofort wurde dem neuen Minister die inzwischen alt gewordene Synagogenordnung zur Genehmigung unterbreitet. Die Reminiszenzen an das vor 3 Jahren vorher erlebte Fiasko machte das Landrabbinat vorsichtig. 'Wenn Bedenken gegen die vorliegende Synagogen-Ordnung auftauchen sollten', baute das ehrwürdige Landrabbinat sofort vor,  'so könne man ja ein auswärtiges Landrabbinat darüber zu Rate ziehen.' - Vermutlich versprach sich das hohe Landrabbinat, von einem ebenbürtigen auswärtigen Kollegium, ein mehr sympathisches Votum. Aber es irrte sich auch diesmal. Das Ministerium sandte die unter einem so unglücklichen Stern geborene Synagogen-Ordnung an das von Herrn Rabbiner Dr. Cohn verwaltete Mecklenburgische Landrabbinat, welches ebenfalls sein Verdikt über sie aussprach.   
Seitdem hat das Landrabbinat keinen Schritt mehr getan, um seine Velleitäten (= noch nicht verwirklichte Vorhaben) mit staatlicher Sanktion zu bekleiden; und dass auf diese Weise den kurhessischen Israeliten alle jene namenlosen Widerwärtigkeiten erspart geblieben sind, die sonst unvermeidlich gewesen wären, verdanken sie nächst Gott, dem wackeren Greise, den uns der Tod jetzt entrissen hat.  
Diese Art und Weise des Auftretens war nicht eine ihm natürliche, in seinem Charakter begründete, sondern eine ihm durch die äußeren Verhältnisse aufgedrängte, die er stets unter Tränen des Dankes gegen Gott erwählte, dass er ihn gewürdigt habe, als sein Werkzeug die Pläne des Leichtsinnes und frivolen Abfalls zu vereiteln.   
In seinem Privat- und Familienleben, war er bei all diesen von sanftem, friedfertigen, ja leutseligem Wesen. Er war nie reich, genoss aber in seinem Kreise eine seltene Achtung bei Christen wie Juden. Als er sich vor mehreren Jahren ein neues Haus baute, fuhren ihm christliche Mitbürger die nötigen Steine herbei, und weigerten sich, eine Bezahlung dafür anzunehmen. Sie bewiesen aber diese Teilnahme auch keinem Undankbaren. Wo und wann es ihm möglich war, einem Mitmenschen durch Rat und Tat beizustehen, war er mit Freuden bereit. Ja, er wartete nicht, bis die Not an ihn herantrat, er suchte sie auch und half. Seine größte Freude war dann immer, wenn es ihm gelang, sich an den Wohltäter zu verheimlichen. Es möge uns gestattet sein, hier einen rührenden Zug echter Nächstenliebe mitzuteilen, der so recht geeignet ist zu zeigen, wie hoch wahrhaft jüdische Humanität über alle konfessionellen Schranken erhaben ist. 
Bensew besuchte eines Tages den Pfarrer des Dorfes und fand ihn sehr niedergeschlagen. Auf sein Betragen zeigte ihm der bejahrte Geistliche eine soeben eingetroffene scharfe Rüge des Konsistoriums, weil sich der Pfarrer einer eigennützigen Handlungsweise bei Einlösung eines zur Pfarrei gehörigen Grundstückes schuldig gemacht haben sollte. Tatsächlich handelte es sich um eine Angelegenheit, bei welcher der Pfarrer mit großer Selbstlosigkeit, ja mit Hintansetzung seiner berechtigten Interessen gehandelt hatte. Die Sache war dem Konsistorium falsch berichtet, und die so durchaus unverdiente Rüge schmerzte den greisen Geistlichen doppelt tief. Bensew verließ darauf den Pfarrer mit einigen tröstenden Worten, und reiste ohne weiter ein Wort darüber zu sprechen, den Tag darauf nach Kassel, stellte sich dem Konsistorium vor, entschuldigte sich, dass er als Israelit für einen Pfarrer zu plädieren wage, und erzählte wahrheitsgemäß den Hergang der betreffenden Angelegenheit. Das Konsistorium von diesem Akte wahrer Freundschaft gerührt, versprach sofortige Remedur (= Abhilfe) eintreten zu lassen. - Wenige Tage später kommt der Pfarrer in freudigster Aufregung zu Bensew und hält triumphierend einen neuen Erlass des Konsistoriums in der Hand, welcher die erhobene Rüge zurücknimmt und das Unrecht bedauert, welches ihm angetan worden sei. 'Ich möchte nur wissen, fragte der Glückliche, wer die Herren inzwischen aufgeklärt hat?' - Bensew beantwortete diese Frage nicht, als der Pfarrer aber später auf anderem Weg den Hergang erfuhr, mag diese Aufklärung sicher dazu beigetragen haben, einen neuen Knoten in das Freundschaftsband der beiden Greise zu schürzen.  
Ergreifend war die glühende Liebe und Begeisterung, mit welchen er an dem Väterglauben mit jeder Faser seiner edlen Seele hing. Zahllos sind die jungen Leute, deren Herzen er für die Tora zu gewinnen verstand. Ihrem Studium gehörten seine Mußestunden. Viele Lehrer Hessens verdanken ihm ihre Tora-Kenntnis und ihre begeisterte Anhänglichkeit für Judentum, die er so tief einzupflanzen verstand, dass die große Mehrzahl selbst derjenigen seiner Schüler, welche das Kasseler Lehrerseminar besuchten, während dieses Besuchs die von ihm gelernte Tora nicht vergaßen, und noch heute als gesinnungstüchtige Lehrer im Dienste des gesetzestreuen Judentums leben und wirken. Das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen."  
 
 
Arnsberg s.Lit. Bd. II S. 124 überliefert zur Familie Bensew (beziehungsweise Benseef) eine weitere Begebenheit: "Aus Neumorschen stammte der Lehrer Meier Steinhardt; er war Lehrer in Magdeburg, Vorsitzender des Jüdischen Lehrer-Vereins und Mitarbeiter beim 'Israelit' und beim Israelitischen Familienblatt Hamburg. Er ist der Verfasser eines Büchleins, dem eine wahre Begebenheit zugrunde liegt. Ein jüdischer Familienvater aus Malsfeld war beim Zubereiten des Frühstücks für seine Kinder mit Rattengift in Berührung geklommen, und zwei der Kinder - Juda und Fradchen - starben (im Jahre 1856); ein anderer Sohn, der gerade sein Morgengebet verrichtete, war gerettet, und der Vater gab ihm einen neuen Namen 'Benseef' - dieser Name lebte als Familiennahme später in Melsungen und Leipzig fort."   
 
Über Lehrer Meier Steinhardt (1864-1940)    
Biografische Angaben von Ildikó Leubauer im "Magdeburger Biografischen Lexikon" (Artikel zu Steinhardt): 
Anmerkung: in diesem Artikel wird als Geburtsort Witzenhausen angegeben; doch ist Lehrer Meier Steinhardt in Neumorschen geboren (so auch bei Moritz Spanier: Geschichte der Juden in Magdeburg. 1923; vgl. Kopie der Geburtsurkunde).  
"Steinhardt, Moritz Meyer (Meier): geb. 14.12.1864 Witzenhausen/Hessen, gest. 22.12.1940 Dresden, jüdischer Religionslehrer, Redakteur.
S. besuchte nach seiner Schulausbildung die jüdische Lehrerbildungsanstalt in Hannover und wurde im Mai 1884 als Lehrer in Hausberge bei Minden angestellt. Ab 1886 wirkte S. über 40 Jahre als Religionslehrer und Kantor an der Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg und gab jüdischen Religionsunterricht u. a. am Magdeburger König Wilhelms-Gymnasium. Vor allem war sein Name hervorragend mit dem Reichsverband der jüdischen Lehrervereine verbunden, dessen stellvertretender Vorsitzender und Schriftleiter der Verbandszeitung Blätter für Erziehung und Unterricht, einer pädagogischen Beilage des Hamburger Israelitischen Familienblattes, er fast 30 Jahre war. Später leitete er die Jüdische Schulzeitung, ein selbständiges Fachorgan des jüdischen Lehrerverbandes. S. stellte sein anerkanntes, umfangreiches Wissen in den Dienst jüdischen Organisationen und setzte sich für die Entwicklung und Förderung der jüdischen Schule sowie die wirtschaftlich-sozialen Hebung des Lehrerstandes ein. S. war Mitglied der Mendelssohn-Loge. Nach 1934 zog er nach Bad Ems und verbrachte danach seine letzten Lebensjahre in Dresden, wo er seelsorgerliche und gottesdienstliche Gemeindefunktionen wahrnahm sowie an der Jüdischen Volksschule Unterricht erteilte.
Werke: Der Unterricht unserer Jugend, 1901.
Literatur: Magdeburger Lehrerbuch, hg. vom Lehrerverein Magdeburg, 1899, 49; Joseph Walk, Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945, 1988, 352."  (Hinweise auf diese biografischen Angaben zu Meier Steinhardt von Waltraut Zachhuber, Magdeburg)   


70. Geburtstag von Karoline Rosenblatt (1928)
  

Beisefoerth Israelit 05071928.jpg (13384 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juli 1928: "Beiseförth, 25. Juni (1928). Ihren 70. Geburtstag beging in bester Frische Frau Karoline Rosenblatt geborene Sommer."   

   
70. Geburtstag von  Levi Katz in Neumorschen (1928)
   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. August 1928: "Neumorschen, 8. August (1928). Seinen 70. Geburtstag beging Herr Levi Katz dahier in seltener Rüstigkeit".   
Anmerkung: Levi Katz (geb. 5. August 1858 in Neumorschen) ist nach der Deportation über Kassel und Chemnitz in das Ghetto Theresienstadt dort am 6. Oktober 1942 umgekommen.

   
86. Geburtstag von Koppel Katz (1928) 
Anmerkung: Koppel (bzw. lt. Grabstein Jakob) Katz, Handelsmann und Viehhändler, ist am 8.12.1842 in Malsfeld geboren; er starb am 20. März 1932 in Malsfeld und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Binsförth beigesetzt. Er war verheiratet mit Hendel (Hanna) geb. Seelig (1844-1922). Das Ehepaar hatte neun Kinder.   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Dezember 1928: "Malsfeld, 10. Dezember (1928). Seinen 86. Geburtstag beging vorgestern Herr Koppel Katz hier in größter körperlicher Rüstigkeit und Geistesfrische."  

    
Todesanzeige für Moses Katz (1928)    

Anzeige in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 28. März 1928: 
"Heute früh entschlief sanft nach langem, schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Moses Katz im 6x.Lebensjahre. 
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karoline Katz geb. Katz.  
Ernst Pollitz und Frau Mally geb. Katz   
Louis Loewenstein und Frau Johanna geb. Katz  und 4 Enkelkinder.  
Beiseförth, Kassel, Gensungen, 27. März 1929. 
Die Beerdigung findet Freitag, den 2. März 1929, nachmittags 2 Uhr von Beiseförth aus statt."           

 
Goldene Hochzeit des Ehepaares Isaak Nußbaum in Neumorschen (1929)   

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 15. Februar 1929: "Neumorschen. Am 19. dieses Monats begehen das Ehepaar Isaak Nußbaum in bester Frische das Fest der goldenen Hochzeit."        


80. Geburtstag von Karoline Rosenblatt geb. Sommer (1938)   

Aus den Familien-Nachrichten im "Jüdischen Gemeindeblatt Kassel" vom 17. Juni 1938: 
"Geburtstag: Beiseförth: Karoline Rosenblatt geb. Sommer, am 18.6.1938, 80 Jahre".    

   
 Über Levy Rosenblatt (1888 - 1944)  

Levy Rosenblatt ist am 6. Mai 1888 in Beiseförth geboren. Er war Kriegsteilnehmer im Ersten Weltkrieg, erhielt das Eiserne Kreuz I. Klasse und wurde zum Offizier befördert. 1920-21 war er Lehrer und Erzieher am Jüdischen Waisenhaus in Paderborn, von 1921 bis 1929 im Schuldienst der Stadt Berlin. Danach wurde er Leiter der Israelitischen Gartenbauschule in Ahlem bei Hannover. 1943 kam er von dort aus mit seiner Familien nach Theresienstadt, 1944 mit seinem Sohn nach Auschwitz, wo beide ermordet wurden.  

     
     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige von L. Höflich (1901)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Dezember 1901: "
Suche zu Ostern Stellung für meinen Sohn als Lehrling und zwar in einem Manufakturwaren-Geschäft oder in einem gemischten Waren-Geschäft, wo Schabbat streng geschlossen ist. Kost und Logis im Hause. Näheres 
L. Höflich,
Beiseförth 
bei Melsungen."           

     
     
   
  
Zur Geschichte der Synagoge    
        
     
Zunächst war ein Betsaal oder eine erste Synagoge vorhanden. 
 
Eine neue Synagoge konnte nach langen Verhandlungen zwischen dem kurhessischen Kreisamt in Melsungen und der israelitischen Gemeinde Beisefürth 1853 erstellt werden. Die für den Bau nötige Summe von etwa 12.000 Mark wurde von den Gemeindemitgliedern angesammelt. Es handelte sich um einen Saalbau, massiv aus lufttrockenen Lehmsteinen erstellt. Thea Altaras beschreibt den Bau wie folgt (1988 S. 47-47): "...mit Ecklisenen in das Dachgesims übergehend. Satteldach in Ost-West-Richtung. Recheckiger Grundriss, bestehend aus Vorraum mit Treppenaufgang zur Empore, Synagoge und zwei kleinen Räumen, nicht unterkellert, Fußboden mit Sandsteinplatten belegt. Dachkonstruktion, Sitzbänke und Empore sowie deren tragende Säulen aus Eichenholz. Rundbogenfenster und Eingangstüren mit Hausteinumrahmungen. Über der großen Eingangstüre Rundbogenfenster, vermutlich mit Rosette."  
    
1928 wurde die Synagoge anlässlich des 75-jährigen Bestehens renoviert und feierlich wiedereröffnet. Darüber liegen Berichte aus der "Jüdischen Wochenezeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vor:    
     
75-jähriges Bestehen der Synagoge (1928)            

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 28. September 1928: "Beiseförth. Es sind 75 Jahre her, dass die Gemeinde Beiseförth die im Jahre 1853 erbaute Synagoge einweihen konnte. Man darf sagen, dass dieser Bau und dessen Einrichtung den in der letzten Zeit gebauten Synagogen nichts nachsteht. Die Gemeinde Beiseförth beabsichtigt, am 11. November dieses Jahres eine Jubiläumsfeier zu veranstalten und hat zu diesem Zwecke die Synagoge nach besten Kräften wieder renoviert, allerdings gehören noch größere Geldmittel dazu, um die Sache zu vervollständigen, was in den vielen Jahren reparaturbedürftig geworden ist. Die Gemeinde ist so klein geworden, dass sie nicht allein in der Lage ist, all die Mittel zu bestreiten. Sie richtet daher an alle die Bitte, mit zur Erhaltung dieses Gotteshauses beizutragen. Eventuelle Spenden können gesandt werden zugunsten der Israelitischen Gemeinde Beiseförth an den Vorschuss-Verein Melsungen G.m.b.H, Postscheckkonto Frankfurt a.M. 1267, oder direkt an den Gemeindeältesten Felix Höflich, Beiseförth."    
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 16. November 1928: "Das Jubelfest der Beiseförther Synagoge am 11. November 1928. Vor 75 Jahren, im Jahre 1853, war die Synagoge fast am Ausgang des Dorfes in nächster Nähe des Waldes durch die Opferwilligkeit der damaligen Gemeindemitglieder errichtet worden. Jeden Freitagnachmittag war eine freiwillige Spende erhoben worden, sodass auf diese Weise eine Summe von 12.000 Mark als Baufonds zur Verfügung stand. Vollständig aus Backsteinen aufgeführt, trotz wohl ihr äußeres Kleid dem Zahn der Zeit, doch im Innern bildeten sich im Laufe der Jahre so viel Schäden, dass eine Erneuerung unbedingt erforderlich war. Durch die Hochherzigkeit edler Spender, durch Flüssigmachung staatlicher Hilfsmittel und durch die Rührigkeit und den Eifer der Gemeindemitglieder von Beiseförth, Binsförth und Malsfeld ist dem Bethaus eine würdige Ausstattung geworden. Die Wände und die Decke bilden in ihrer himmelblauen Färbung einen wohltuenden Gegensatz zu dem tiefblauen Anstrich der Bänke, der Frauengalerie,           
Beisefoerth JuedWZKassel 16111928a.jpg (141560 Byte) Türen usw., an denen wieder eine Goldleiste geschmackvoll absticht. Neue Läufer führen zur heiligen Lade, an der ein Geschenk des Beiseförther Frauenvereins als Borauches (Vorhang vor dem Toraschrein) prangt. Selbst die Uhr, die sich 40 Jahre geruht, ist wieder in Gang gebracht, und so findet sich nichts, was das Auge nicht mit Befriedigung betrachten könnte, und staunend fragt man sich, wie ist es möglich, dass eine solche geringe Zahl von Mitgliedern dieses Werk geschaffen. Mancher hessischen Gemeinde, die über andere Steuerkräfte verfügt, möchte man zurufen: Schaut euch die Sache an und tut ein Gleiches!    
Durch den Wegzug vieler Gemeindemitglieder ist die Gemeinde stark zusammengeschmolzen. Im Jahre 1884 find die jüdische Schule ein. An ihr hatten u.a. die Lehrer Stern, Neumark, Wertheim, später in Volkmarsen, und zuletzt Bacharach, später in Abterode, jetzt in Kassel gewirkt. Mit Wehmut bedauerten gerade die kinderreichen Familien den Eingang der Schulstelle. Bis 1892 versah dann der selige Daniel Katz die Vorbeterstelle, das Schochet- und Rechnungsführeramt, bis auch er mit den Seinen nach Melsungen übersiedelte. Heute finden sich nur noch 12 bis 14 Mann aus den drei obengenannten Ortschaften zusammen, die allsabbatlich einen Gottesdienst abhalten. 
Zur Jubelfeier hatten sich viele Freunde der Gemeinde eingefunden, ganz besonders die Familien, deren Stammbaum nach Beiseföhrt führt oder die sonst in verwandtschaftlicher Beziehung zu Beiseförther Familien stehen. Herr Neumeier aus Niederaula, der Aushilfsvorbeter der Gemeine zu den hohen Feiertagen, leitete durch Psalm 93 den Festgottesdienst ein und Herr Landrabbiner Dr. Walter sprach über den Satz: 'Wie ehrfurchtbar ist dieser Ort, nichts anderes: Hier ist das Tor des Himmels.' Herr Landrat Dr. Schuster (Melsungen) war ebenfalls zur Feier anwesend.   
An den Festgottesdienst schloss sich ein Festessen, an dem über 100 Personen teilnahmen. Dr. Walter überbrachte noch die Wünsche des Vorsteheramtes. Gemeindeältester Höflich dankte im Namen der Gemeinde. Lehrer Wertheim (Münden) erinnerte an die Lehrtätigkeit seines verstorbenen Vaters in Beiseförth, ließ noch anwesende Schüler seines Vaters hochleben und gab dem Wunsche Ausdruck, dass sie sich noch lange ihrer Gesundheit erfreuen mögen. Lehrer Katz (Borken) sprach über Jugenderinnerungen, die sich ebenfalls an die Tätigkeit seines verstorbenen Vaters Daniel Katz im Dienste der Gemeinde knüpften und toastet auf den Frieden der Gemeinde. Ein bis ins Morgengrauen sich hinziehender Ball mit Kaffeetafel hielt die Jubelgäste noch lange zusammen. Nicht vergessen darf die Riesenarbeit der Beiseförther Hausfrauen werden, die in einem christlichen Hotel eine so herrliche Bewirtung der Gäste durchführten. Möge dieser echtjüdische Geist, der sich sowohl in der Restaurierung der Synagoge wie auch in der Begehung der Feier derselben wiedergibt, noch lange in Beiseförth eine Heimstätte haben. Katz (Borken)."    

Über die Ereignisse beim Novemberpogrom 1938 liegen keine Berichte vor.  
 
Nach 1945 wurde das Synagoge zu einem Wohnhaus umgebaut und durch den Umbau als ehemalige Synagoge weitgehend unkenntlich gemacht. 
  
  
Adresse/Standort der Synagoge am Ortsausgang von Beiseförth     
  
  
Fotos
(Quelle: Fotos aus den 1980er-Jahren aus Altaras Synagogen 1988 S. 46; Foto aus Museum Hofgeismar: Hahn)

Historische Erinnerung 
im Museum Hofgeismar
Hofgeismar Museum 136.jpg (84915 Byte)  
   Quittungs- und Rechnungsbuch aus dem
 Besitz der Beiseförther Synagoge
  
     
Das ehemalige Synagogengebäude 
Mitte der 1980er-Jahre
Beisefoerth Synagoge 120.jpg (77779 Byte) Beisefoerth Synagoge 121.jpg (62794 Byte)
  Westgiebel und Traufseite  Nordseite 
     
  Aktuelle Fotos werden bei Gelegenheit erstellt; über Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite

   
   
Links und Literatur

Links:   

Website der Gemeinde Malsfeld   
Website der Gemeinde Morschen  
Website der Gemeinde Knüllwald  
Seite über das tragische Schicksal des in Beiseförth 1880 geborenen Metzgermeisters Arthur Katz und seiner Familie in der Website zu den Stolpersteinen in Melsungen
In der Website http://jinh.lima-city.de/index.htm (Projekt Juden in Nordhessen) -  "Genealogien jüdischer Familien in Nordhessen" finden sich die Stammbäume der Familien Goldberg, Heilbrunn, Siemon, Katz und Stern in Beiseförth (unter Forschungen Eckhard Preuschhof), der Familie Goldschmidt in Binsförth (ebd.), der Familien Katz, Noa und Rosenblatt in Malsfeld (ebd.), der Familien Nußbaum und Katz in Neumorschen (ebd.) sowie der Familien Höflich und Levi in Rengshausen (ebd.).    
Stammbaum/Nachkommen des Reuben Ha-Levi (u.a. Neumorschen / Spangenberg):  http://jinh.lima-city.de/gene/chris/plaut/01062016_Ha-Levi_Familie_Neumorschen_u_Spangenberg.pdf 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Binsförth (interner Link)     

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Beiseförth mit Binsförth, Malsfeld, Neumorschen, Rengshausen  
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Beiseförth sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,72   Gräberverzeichnis des jüdischen Friedhofs der Synagogengemeinde Beiseförth in Binsförth   1694 - 1936, enthält Grabinschriften, zum Teil mit deutscher Übersetzung; enthält auch Beiseförth, Heinebach, Malsfeld, Melsungen, Neumorschen, Rengshausen, Röhrenfurth, Spangenberg; darin auch Bericht zur Geschichte des jüdischen Friedhofs in Binsförth mit Situationsplan  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5494579            
HHStAW 365,65   Geburtsregister der Juden von Beiseförth  1824 - 1852, enthält auch Angaben zu Personen aus Binsförth, Malsfeld, Neumorschen, Rengshausen   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2379121    
HHStAW 365,67   Trauregister der Juden von Beiseförth  1824 - 1862, enthält auch Angaben zu Personen aus Binsförth, Malsfeld, Neumorschen, Rengshausen  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4607207                     
HHStAW 365,69   Sterberegister der Juden von Beiseförth  1826 - 1852, enthält auch Angaben zu Personen aus Binsförth, Malsfeld, Neumorschen, Rengshausen  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2719763      
HHStAW 365,70   Sterberegister der Juden von Beiseförth  1852 - 1891, enthält auch Angaben zu Personen aus Binsförth, Malsfeld, Neumorschen, Rengshausen  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3732242       
HHStAW 365,68   Trauregister der Juden von Beiseförth  1853 - 1878, enthält auch Angaben zu Personen aus Binsförth, Malsfeld, Neumorschen, Rengshausen   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2083506     
HHStAW 365,66   Geburtsregister der Juden von Beiseförth  1853 - 1893, enthält auch Angaben zu Personen aus Binsförth, Malsfeld, Neumorschen, Rengshausen  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2126644      
  
Zu Rengshausen sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,714  Geburtsregister der Juden von Rengshausen  1829 - 1892; enthält auch Angaben zu Personen aus Nenterode     https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4250816      
HHStAW 365,716  Sterberegister der Juden von Rengshausen  1829 - 1893; enthält auch Angaben zu Personen aus Nenterode   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5135978       
HHStAW 365,715  Trauregister der Juden von Rengshausen  1837 - 1886; enthält auch Angaben zu Personen aus Nenterode   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1230107        
   
Zu Malsfeld sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,558   Geburts- und Sterberegister der Juden von Malsfeld  1852 - 1865: Sterberegister 1853 - 1859 und Sterberegister  1852 - 1865    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2753495    

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 60-62 (zu Beiseförth), Bd. II S. 124 (Neumorschen). 
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 46-47. 
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 48 (keine weiteren Informationen)
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 177 (Malsfeld), S. 179 (Morschen)
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 396-397.

    
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Beisefoerth  Hesse-Nassau. Jews living there from the 17th century originally formed part of a regional community but established ohne of their own, numbering 78 (10 % of the total) in 1861 , and 20 in 1925. Rebuilt on its 75th anniversary, the synagogue closed ten years later and by October 1939 most of the remaining Jews had left. At least two died in Auschwitz.  
   
     

                   
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Stand: 02. Juni 2017