Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Annweiler am Trifels (VG Annweiler, Landkreis Südliche Weinstraße) 
Jüdischer Friedhof

Zur jüdischen Geschichte in Annweiler

In Annweiler, das 1219 zur Reichsstadt erhoben wurde, lebten Juden zunächst im Mittelalter. Sie hatten zu Beginn des 14. Jahrhunderts eine jährliche Reichssteuer von 4 Pfund zu bezahlen. Von einer Verfolgung während der Pestzeit ist nichts bekannt. 1362 wird eine Jüdin in der Stadt genannt, die in diesem Jahr einen Schutzbrief auf 5 Jahre von den Pfalzgrafen erhielt. 1477 bis 1490 lebte ein Jude in der Stadt, seit 1486 ein weiterer. 
   
In den folgenden Jahrhunderten - einschließlich des 19./20. Jahrhunderts - bestand keine jüdische Gemeinde in Annweiler. In den Verzeichnissen der Juden in der Pfalz um 1810 wurden keine jüdischen Einwohner in der Stadt festgestellt. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind insbesondere aus dem benachbarten Albersweiler einige jüdische Familien zugezogen. 1928 lebten 16 jüdische Personen in Annweiler, die zur Synagogengemeinde Albersweiler gehörten. Gemeinsam mit dieser Gemeinde gehörte Annweiler zum Rabbinatsbezirk Landau.
   
    

Zur Geschichte des Friedhofes

Der Friedhof der Gemeinde ist einer der ältesten erhaltenen jüdischen Friedhöfe im Bereich der Pfalz. Er wurde bereits im 16. Jahrhundert belegt. Wieso er in Annweiler angelegt wurde, ist nicht bekannt. 1540/41 zahlte Hud Hyrtz der Stadt Annweiler 30 Gulden Abgabe für den Friedhof. Dieser war Begräbnisplatz für Juden in einer weiten Umgebung. Zwischen 1606 und 1684 zahlten folgende jüdischen Gemeinden (bzw. jüdische Familien in den Orten) Abgaben nach Annweiler zur Unterhaltung und für die Nutzung des Friedhofes: Albersweiler, Waldhambach, Eschbach, Bergzabern, Pleisweiler, Gleishorbach, Arzheim, Billigheim, Rohrbach, Göcklingen, Klingenmünster, Ingenheim. Ein Teil dieser Orte hat die Verstorbenen seit der Anlage des Friedhofes in Ingenheim um 1650 danach dort beigesetzt. Der Friedhof in Annweiler wurde seitdem vor allem von der Gemeinde in Albersweiler belegt.
        
Nach mehreren Erweiterungen im Laufe der Jahrhunderte (der neuere Teil wurde 1875 angelegt) hat der Friedhof heute eine Fläche von 28,30 a. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1882. Nach einer neueren Dokumentation befinden sich im älteren Teil 211, im neueren Teil 105 Grabsteine.
  

Lage des Friedhofes    


Längliches Grundstück oberhalb der heutigen Industriestraße, unterhalb der Madenburgstraße. 
    

Link zum Stadtplan Annweiler: hier anklicken  und "Industriestraße" eingeben; der jüdische Friedhof ist als Grünstreifen mit zwei Kreuzen markiert. 
     


Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 31.8.2004) 

Annweiler Friedhof 106.jpg (76874 Byte) Annweiler Friedhof 101.jpg (86381 Byte) Annweiler Friedhof 102.jpg (90964 Byte)
Blick über die unbelegt gebliebene 
Fläche zum Eingangstor
Teilansichten des Friedhofes
   
   
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Teilansichten
 
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    "Segnende Hände" der Kohanim
     
Annweiler Friedhof 111.jpg (85119 Byte) Annweiler Friedhof 112.jpg (93876 Byte) Annweiler Friedhof 113.jpg (101815 Byte)
Einzelne Grabsteine mit Symbolen: rechts und links die "segnenden Hände" der Kohanim, in der Mitte der Hirsch 
(teilweise beim Vornamen Zwi = Hirsch oder Nachnamen Hirsch)
 
Annweiler Friedhof 110.jpg (91523 Byte) Annweiler Friedhof 109.jpg (99720 Byte)    
"Entsorgung" von Grabsteinen 
am Rand des Friedhofes
Gedenkinschrift    
  

     
      

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Annweiler 

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 17; III,1 S. 22-23.
Franz Schmidt: Die Steine reden. Zeugnisse jüdischen Lebens im Landkreis Südliche Weinstraße. 1989.
Michael Brocke/Christiane E. Müller: Haus des Lebens. Jüdische Friedhof in Deutschland. Leipzig 2001. S. 140.

     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 14. November 2010