Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zu den Synagogen im Kreis "Südliche Weinstraße" und Stadtkreis Landau  
   

Klingenmünster (VG Bad Bergzabern, Kreis Südliche Weinstraße) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
   
In Klingenmünster bestand eine jüdische Gemeinde bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Bereits im 16. Jahrhundert waren jüdische Personen am Ort. 1550 sind zwei "Schutzjuden" am Ort genannt ("Gotlieb und Dochtermann Mannel"), die einen "kleinen Schirmbrief auf Widerruf" hatten und jährlich fünf Gulden Schutzgeld zu zahlen hatten. 1722 werden drei (Gerson, Jockel und Gerson Hirsch), 1743 vier jüdischen Familien (Gerson der alte, Aberle, Jacobs Witwe, Gerson der Junge) am Ort genannt.      

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1808 44 jüdische Einwohner (3,5 % der Gesamteinwohnerschaft), 1825 43 (3,2 %), 1847/48 56 (in elf Familien), 1875 54, 1900 40. 
 
Zur Gemeinde in Klingenmünster gehörten offiziell auch die in Klingen und Pleisweiler lebenden jüdischen Personen, doch gestaltete sich die Zusammengehörigkeit schon durch die an beiden Orten vorhandenen Synagogen/Beträume vermutlich nur sehr locker.    
 
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), ein jüdische Schule und ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Toten der Gemeinde wurden im 17. Jahrhundert auf dem jüdischen Friedhof in Annweiler, später auf dem jüdischen Friedhof in Ingenheim beigesetzt. Die Gemeinde gehörte zum Bezirksrabbinat Landau.  
  
Hinweis zur Mikwe: ein rituelles Bad existierte im 18. Jahrhundert in Klingenmünster. Der Bergzaberner Kantonsart bemerkt 1828 in seinem Bericht an die Königliche Kreisregierung in Speyer, in Klingenmünster sei das Kellerquellenbad seit vierzig Jahren in der Behausung des Israeliten Samuel Levi.   
 
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Gemeinde aufgelöst und die noch in Klingenmünster lebenden jüdischen Personen der Gemeinde in Ingenheim zugeteilt.  
  
1924 wurden noch vier jüdische Einwohner in Klingenmünster gezählt.  
  
1933 lebten noch drei jüdische Personen am Ort.
Die letzten beiden jüdischen Einwohner wurden am 22. Oktober 1940 in das KZ Gurs in Südfrankreich deportiert.
  
Von den in Klingenmünster geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Emil Levis (1870), Alfred Levy (1881), Gustav Levy (1871), Anna Maria Seelenberger (1886), Kilian Vollmer (1885).      
   
  
  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde    

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Klingenmünster gefunden.    

 
Zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   
    
Erinnerung an die Deportation in das südfranzösische Internierungslager Gurs im Oktober 1940: Grabstein für Gustav Levy in Gurs       

Klingenmuenster Gurs BK 020.jpg (168739 Byte)  Grabstein im Friedhof des ehemaligen Internierungslagers Gurs für 
Gustav Levy (Grabstein: Levi), 
geb. am 27. Oktober 1871 in Klingenmünster, wohnhaft in Klingenmünster, 
war vom 15. November bis zum 28. November 1938 im KZ Dachau, 
am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, wo er am 14. Februar 1942 umgekommen ist.         

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge         
   
Zunächst war ein Betraum vorhanden. Wann eine Synagoge gebaut wurde, ist nicht bekannt. Vermutlich wurde sie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts oder spätestens um 1920 verkauft. 1945 wurde das Gebäude durch Artilleriebeschuss beschädigt und 1946 abgebrochen. An seiner Stelle steht heute ein Wohnhaus (Ökumenische Solzialstation).   
    
    
Adresse/Standort der Synagoge    Steinstraße 3  (frühere Bachgasse)     
    
    
Fotos
(Quelle: O. Weber S. 105 mit Angabe: Foto Privatbesitz von Erich Löhlein, Klingenmünster)  

Die Synagoge in Klingenmünster Klingenmuenster Synagoge 110.jpg (57382 Byte)  
   Foto aus der Zeit Ende der 1920er-Jahre  

   
    
Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Klingenmünster    

Literatur:  

Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. 1992. 
Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005. S. 97.105 (mit weiteren Literaturangaben).
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 213-214 (mit weiteren Literaturangaben). 
Franz Schmitt.: Die Schönen auf der Empore. Einblicke in die Lebenswelt jüdischer Frauen in der Südpfalz an der Schweller zur Moderne. In: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz 107. Band. Speyer 2009 S. 123-164. 
S. 156 Informationen zur Mikwe in Klingenmünster. 

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Klingenmuenster Palatinate. Jews were present in the early 14th century. Eleven Jewish families were living there in 1848. Two Jews were deported by the Nazis to southern France on 22 October 1940.      
      
       

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 22. Februar 2014