Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Die jüdischen Friedhöfe im Werra-Meißner-Kreis (ESW)

Übersicht:

Eschwege     
Unterseite
   

Herleshausen  

Hessisch Lichtenau  

Herleshausen - Nesselröden  

Meinhard - Jestädt    
Unterseite
  

Meißner - Abterode   
Unterseite
  

Neu Eichenberg - Eichenberg und Hermannrode  

Neu Eichenberg - Hebenshausen 
Unterseite
  

Ringgau - Netra   
Unterseite
  

Sontra  
Unterseite
     

Sontra - Diemerode  

Waldkappel - Bischhausen  

Waldkappel - Harmuthsachsen   
Unterseite
  

Wanfried  
Unterseite
   

Wehretal - Reichensachsen  

Witzenhausen  
Unterseite    

 

Eschwege

Eschwege Friedhof 188.jpg (114785 Byte) Zum Friedhof in Eschwege besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken

 
 

Herleshausen

Zur Geschichte des Friedhofes¹: Der Friedhof wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegt. Die älteste bekannte Belegung stammt aus dem Jahr 1876; die letzte Beisetzung wurde 1935 vorgenommen. Danach wurde der Friedhof geschlossen, die bis zu den Deportationen 1942 am Ort verstorbenen Juden wurden in Eschwege beigesetzt. 1985 wurden noch 69 Grabsteine gezählt, davon elf mit rein hebräischer Inschrift. Die Friedhofsfläche beträgt 20,78 ar.
In unmittelbarer Nähe des jüdischen Friedhof wurde während des Zweiten Weltkrieges ein Friedhof für russische Kriegsgefangene angelegt. Als man diesen wegen der großen Zahl der Todesfälle erweitern musste, wurde ein Teil des jüdischen Friedhofes eingeebnet und für die russischen Toten benutzt. Dabei wurden zum Teil zwischen noch bestehenden jüdischen Grabstätten Bestattungen vorgenommen. 

Lage: Der Friedhof liegt im Gewann "Ölgrund" oberhalb des Ortes (am Nordausgang in einer Waldecke). 

Links: Hinweise zum Friedhof mit zwei Fotos auf der Website der Gemeinde Herleshausen
Informationen zum Friedhof auf Seite des Landkreises
 
Literatur
: Arnsberg I,355-357;  
Die Jüdischen Gemeinden in Herleshausen und Nesselröden. 1988.


 

Herleshausen, Ortsteil Nesselröden (zwei Friedhöfe)

Zur Geschichte der Friedhöfe¹: In Nesselröden bestand ein erster jüdischer Friedhof etwa 2 km nordwestlich von Unterhausen, am Südosthang des Eichenberges. Das Alter ist nicht bekannt. Es sind keine Grabsteine mehr vorhanden. Das direkt am Waldrand gelegene Gelände liegt brach und wird nicht landwirtschaftlich genutzt. 
Vermutlich im 18. Jahrhundert wurde der bis heute bestehende Friedhof angelegt. Der älteste lesbare Grabstein stammt aus dem Jahr 1866. Es sind noch 60 Grabsteine in drei Reihen vorhanden. Die Friedhofsfläche beträgt 9,80 ar.

Lage: zur Lage des älteren Friedhofes s.o.; der erhaltene Friedhof liegt etwa nordöstlich des Dorfes in der Nähe der Bauschuttdeponie ("Vor dem Ziegengraben").
LinkWebsite der Gemeinde Herleshausen
Literatur
: Arnsberg II,119.
Die Jüdischen Gemeinden in Herleshausen und Nesselröden. 1988.  

   
   

Hessisch Lichtenau   

Zur Geschichte des Friedhofes: Ein jüdischer Friedhof lag in Hessisch Lichtenau etwa 1 km südlich der Stadt, bereits in der Gemarkung von Retterode. Er ist in einer Flurkarte aus dem Jahr 1774 eingetragen. 1854 wurde die Straße von Lichtenau nach Retterode ausgebaut. Sie durchschnitt danach das Friedhofsgrundstück nahezu in der Mitte. Heute sind keine Hinweise mehr auf seine Lage vor Ort festzustellen. 

Eintragung der jüdischen Friedhofes ("Juden Todenhof" an der Straße zwischen Hessisch Lichtenau und Retterode auf einer Karte aus dem Jahr 1774 
(Quelle: Kollmann/Wiegand s.Lit. S. 93)
Hessisch Lichtenau Friedhof Pl170.jpg (115922 Byte)  

An der Südostecke der Gemarkung Quental, nahe der Gemarkungsgrenze zu Lichtenau und Günsterode am alten Sälzerweg findet sich der Flurname "Judenfriedhof". Hier ist ein ca. 20 x 40 m großes Rechteck mit Wall und Graben nachzuweisen. Ob es einst eine jüdische Begräbnisstätte war, ist unklar.  
Der Name "Judenkirchhof" findet sich auch im Norden der Lichtenauer Gemarkung im Hergesbachtal bei Punkt 330,9 direkt an der Grenze zur Helsaer Flur. 

Lage:   siebe obige Beschreibungen 
Literatur
: Karl Kollmann / Thomas Wiegand: Spuren einer Minderheit. Jüdische Friedhöfe und Synagogen im Werra-Meissner-Kreis. Hrsg. von der Historischen Gesellschaft des Werralandes. Kassel 1996. S. 93.     

  
   

Meinhard, Ortsteil Jestädt

Jestaedt Friedhof 193.jpg (127567 Byte) Zum Friedhof in Jestädt besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken

   
  

Meißner, Ortsteil Abterode

Abterode Friedhof 172.jpg (150979 Byte) Zum Friedhof in Abterode besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken

  
  

Neu Eichenberg, Ortsteile Eichenberg und Hermannrode

Zur Geschichte des Friedhofes¹: Am westlichen Ortsrand von Eichenberg war ein jüdischer Friedhof noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Gebrauch. Er wurde von der jüdischen Gemeinde Hermannrode belegt, wofür der Eichenberger Dorfgemeinde für jedes Begräbnis ein Totengeld zu entrichten war. Der Friedhof geht in die Zeit zurück, als in Eichenberg einige jüdische Familien lebten (nachweislich von vor 1667 bis 1718). 1667 wurde der Eichenberger Jude Jacob auf dem jüdischen Friedhof in Witzenhausen beigesetzt. Damals bestand in Eichenberg noch kein Friedhof. Er wird in den darauffolgenden Jahren von den in Eichenberg und Hermannrode lebenden jüdischen Familien angelegt worden sein. Von dem Friedhof sind heute keine Spuren mehr vorhanden.

Lage: Oberhalb der "kleinen Trift" am westlichen Ortsrand, jedoch keine sichtbaren Spuren mehr vorhanden.

Literatur: bei Arnsberg keine Angaben.

  
   

Neu Eichenberg, Ortsteil Hebenshausen

Hebenshausen Friedhof 162.jpg (222794 Byte) Zum Friedhof in Hebenshausen besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken

   
     

Ringgau, Ortsteil Netra

Netra Friedhof 104.jpg (96445 Byte) Zum Friedhof in Netra besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken.
   
   

Sontra (zwei Friedhöfe)

Sontra Friedhof 172.jpg (135537 Byte) Zu den Friedhöfen in Sontra besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken        
      
     

Sontra, Stadtteil Diemerode

Zur Geschichte des Friedhofes: Die Toten der jüdischen Gemeinde Diemerode wurden zunächst in Sontra beigesetzt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein eigener Friedhof angelegt. Die jüdische Gemeinde hatte eine kleine Parzelle nordöstlich des Dorfes auf einem Hügel inmitten eines Wäldchens erwerben können. Der älteste (1985 registrierte) Grabstein ist von 1862. Die letzte Beisetzung fand am 5. März 1939 statt. Bei der Dokumentation 1985 wurden 56 Grabsteine gezählt, von denen 44 aufrecht standen, fünf lagen, von sieben Grabstätten waren nur noch Fragmente unterschiedlichen Zustands vorhanden. Die Friedhofsfläche beträgt 14,66 ar.

Lage: Etwa 800 m nordöstlich des Dorfes (s.o.), erreichbar über Forstfahrwege. Der Friedhof ist ohne Ortskenntnisse nur schwer zu finden.
Literatur
: Arnsberg I,137f.

    
  

Waldkappel, Ortsteil Bischhausen

Zur Geschichte des Friedhofes¹: Die Toten der jüdischen Gemeinde Bischhausen wurden bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Reichensachsen oder Jestädt beigesetzt. 1857 konnte die jüdische Gemeinde ein Grundstück in der Flur "Im Rittershagen" von etwa einem halben Acker Größe von Conrad Küllmers Frau erwerben, tauschte diesen jedoch zwei Jahre später gegen ein benachbartes, etwas größeres Grundstück. Die ersten Beisetzungen wurden seit 1863 vorgenommen. Der Friedhof wurde bis 1905 belegt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof verwüstet; nach 1945 wurden die umgeworfenen Steine wieder aufgerichtet. Nach einer Dokumentation von 1985 sind noch 17 Grabsteine vorhanden, die über zwei nahezu parallel verlaufende Reihen verteilt sind. Die Friedhofsfläche beträgt 4,62 ar.

Lage: Der Friedhof liegt etwa 2 km vom Dorf entfernt am Waldrand über dem Wehretal. Er liegt sehr versteckt am Waldrand und ist ohne Ortskenntnisse zur schwer aufzufinden.

Link: Website der Stadt Waldkappel  
Literatur
: Arnsberg: kein Ortsartikel zu Bischhausen (Nennung nur bei Zimmersrode, II,446-448).

 
 

Waldkappel, Ortsteil Harmuthsachsen (zwei Friedhöfe)

Harmuthsachsen Friedhof 181.jpg (122392 Byte) Zu den Friedhöfen in Harmuthsachsen besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken

   
    

Wanfried

Wanfried Friedhof 182.jpg (136063 Byte) Zum Friedhof in Wanfried besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken

     
 

Wehretal, Ortsteil Reichensachsen

Zur Geschichte des Friedhofes¹: Der jüdische Friedhof in Reichensachsen dürfte noch im 17. Jahrhundert angelegt wurden sein. Erstmals wird er 1710 genannt, als ein Jude aus Sontra hier beigesetzt wurde. Auf einer Flurkarte von 1788 ist er in der bis heute bestehenden unregelmäßigen Form eingetragen. Auch die jüdischen Familien in Datterode benutzten den Friedhof für die Beisetzung der Verstorbenen. Die Friedhofsfläche beträgt 85,77 ar. 

Hinweis: Nach dem Verzeichnis der durch die "Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen" bearbeiteten hessischen Friedhöfe ergibt sich für den Friedhof in Reichensachsen die Zahl von 198 vorhandenen Grabsteinen aus der festgestellten Belegzeit von 1716 bis 1938. Siehe landesgeschichtliches Informationssystem Hessen - Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen und Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg: Dokumentation der jüdischen Friedhöfe in Hessen - Online zugänglich

Lage: Am nördlichen Abhang des Spitzenberges, etwa 2 km außerhalb von Reichensachsen. Er ist über forstwirtschaftliche Fahrwege erreichbar. Allerdings führt kein befestigter Weg bis in die unmittelbare Nähe des Friedhofes, sodass er schwer aufzufinden ist.

Fotos (Fotos: K. Kurre²):

Reichensachsen Friedhof 100.jpg (105241 Byte) Reichensachsen Friedhof 105.jpg (109537 Byte) Reichensachsen Friedhof 101.jpg (88309 Byte)
Eingangstor zum Friedhof Blick auf den Friedhof Teilansicht
Reichensachsen Friedhof 102.jpg (82280 Byte) Reichensachsen Friedhof 103.jpg (97277 Byte) Reichensachsen Friedhof 104.jpg (77271 Byte)
Teilansicht Alter Grabstein Gedenkstein von 2003 für die in der NS-Zeit deportierten Juden aus Reichensachsen.

Link: Website der Gemeinde Wehretal 
Literatur
: Arnsberg II,215-217.

   
 

Witzenhausen  

Witzenhausen Friedhof 175.jpg (191340 Byte) Zum Friedhof in Witzenhausen besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken   

 

  

Quellen/Literatur:

Anmerkung ¹) bezieht sich auf die Quellen: 
Eva Grulms/Bernd Kleibl: Jüdische Friedhöfe in Nordhessen. Bestand und Sicherung. Kassel 1984.
Karl Kollmann/Thomas Wiegand: Spuren einer Minderheit. Judenfriedhöfe und Synagogen im Werra-Meißner-Kreis. Hg. vom Museumsverein Bischhausen/Wichmannshausen e.V. 1986.
Die Texte zur Geschichte der Friedhöfe und weitere Informationen wurden diesen Büchern entnommen. Hierin finden sich auch die Angaben über die Erhaltungszustände der Friedhöfe Mitte der 1980er-Jahre.

Fotos:

Zu den mit ²) markierten Fotos: Die Fotografien wurden von Klaus Kurre, Mainberg angefertigt und dürfen nicht ohne Genehmigung weiter verwendet werden. Hochauflösende Aufnahmen und weitere, hier nicht hinterlegte Bilder können per Mail bei Klaus Kurre angefordert werden).

   

 

 

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Stand: 13. Juni 2011