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Friedhöfe im Werra-Meißner-Kreis"
Netra (Gemeinde
Ringgau, Werra-Meißner-Kreis)
Der jüdische Friedhof
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in Netra (interner
Link)
Zur Geschichte der Friedhöfe
Ein alter jüdischer
Friedhof unbekannten Alters, von dem keine Spuren mehr erhalten sind, befand sich
möglicherweise in der
Flur "Krückholz" unterhalb des "Schulklopfes" an der
Netra-Röhrdaer Grenze nordwestlich des Dorfes, vermutlich auf einem Grundstück
der Ortsherrschaft (Herren von Boyneburg). Dieser Friedhof könnte ein gemeinsamer Friedhof der im nördlichen Ringgau lebenden jüdischen
Familien gewesen sein.
Im 18. Jahrhundert wurden die in Netra verstorbenen Juden im
jüdischen Friedhof in Jestädt beigesetzt,
Hier wurden aus Netra u.a. begraben: 1729 Elle Katz, 1732 David Benedix und 1786
Gitchen Löb. Nach 1780 wurde der jüdische
Friedhof in Reichensachsen zentraler Friedhof für mehrere jüdische Gemeinden
in der Umgebung (neben Reichensachsen auch Bischhausen, Wichmannshausen,
Datterode, Herleshausen, Nesselröden und Netra). Allerdings gibt es heute im
Friedhof Reichensachsen keine Gräber mehr, die Personen aus Netra zugewiesen
werden können.
Ein eigener Friedhof wurde von der jüdischen Gemeinde Netra vermutlich
noch 1805 mit Erlaubnis des Konsistoriums in Kassel angelegt. Von Beisetzungen
erfährt man aus Dokumenten von 1823 und 1827. Beschrieben wird der jüdische "Todtenhof"
in Netra in einem Dokument von 1835. Der älteste erhaltene Grabstein ist von
1855, die meisten Grabsteine davor dürften im Boden versunken sein. Die letzte
Beisetzung im Friedhof war 1938 (Hermann
Pfifferling). Zeitweise wurde der Friedhof auch von den in Datterode lebenden jüdischen
Familien belegt. Diese hatte zuvor ihre Toten in Reichensachsen
beigesetzt. Auf dem Friedhofsgelände wurden 1985 noch 91 Grabsteine gezählt, die
sich auf zwei Hauptreihen mit mehreren unregelmäßigen Abweichungen verteilen.
Die Friedhofsfläche umfasst 15,63 ar.
Lage des Friedhofes
Der 1805 angelegte Friedhof liegt etwa 1,5 km von Netra entfernt nahe der Straße von Netra nach Grandenborn
innerhalb des Waldes am Waldrand. Von der Straße nach Grandenborn geht rechts
ein forstwirtschaftlicher Fahrweg ab, der am Friedhof vorbeiführt (Flur 16,
Flurstück 116).
Link zu den Google-Maps
Fotos
(Hinweis: die Fotos der oberen beiden Fotoreihen
sind von Klaus
Kurre, Mainberg angefertigt und dürfen nicht ohne Genehmigung weiter
verwendet werden. Hochauflösende Aufnahmen und weitere, hier nicht
hinterlegte Bilder können per Mail
bei
Klaus Kurre angefordert werden;
die beiden Fotos der unteren Zeile: Website des Heimatvereins Datterode).
| Fotos des neuen Friedhofes |
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| Eingangstor |
Teilansicht |
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"Segnende Hände"
der Kohanim |
Grabstein für Berthold
Goldschmidt
(1876-1881) |
Grabstein für Röschen Stern
(1842-1865) |
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Nachkommen der
Familie Löwenstein
zu Besuch in Netra |
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Nach einer
Kontaktaufnahme mit dem Heimatverein Datterode besuchte im Frühjahr 2010
eine Enkelin des im Ersten Weltkrieg gefallenen Moritz Löwenstein und
seiner 1937 nach Palästina / Israel emigrierten Witwe Henriette
(Jettchen) Löwenstein mit ihrer Familie den Ort der Vorfahren. Die beiden
Fotos sind beim Besuch der Gräber der Vorfahren auf dem jüdischen Friedhof
in Netra entstanden. Bericht
über den Besuch in der Website des Heimatvereins Datterode. |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Arnsberg II, 119-121. |
 | Eva Grulms/Bernd Kleibl: Jüdische Friedhöfe in Nordhessen.
Bestand und Sicherung. Kassel 1984. |
 | Karl Kollmann/Thomas Wiegand: Spuren einer Minderheit.
Judenfriedhöfe und Synagogen im Werra-Meißner-Kreis. Hg. vom Museumsverein
Bischhausen/Wichmannshausen e.V. 1986.
Die Texte zur Geschichte der Friedhöfe und weitere Informationen wurden
diesen Büchern entnommen. Hierin
finden sich auch die Angaben über die Erhaltungszustände der Friedhöfe
Mitte der 1980er-Jahre. |
 | Martin Arnold: Netra - Ein Dorf und seine jüdische
Gemeinde im Nationalsozialismus, in: Eschweger Geschichtsblätter 36, 2025,
S. 91-105. Eingestellt
als pdf-Datei. |
 | Hans Isenberg: Die jüdische Gemeinde in Netra bis
zur Machtübernahme der Nationalsozialisten, in: Eschweger Geschichtsblätter
36, 2025, S. 65-90.
Eingestellt
als pdf-Datei. |

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