Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Netra (Gemeinde Ringgau, Werra-Meißner-Kreis) 
Der jüdische Friedhof  
   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde                  
    
Siehe Seite zur Synagoge in Netra (interner Link)  
   
   
Zur Geschichte der Friedhöfe            
   
Ein alter jüdischer Friedhof unbekannten Alters, von dem keine Spuren mehr erhalten sind, befand sich möglicherweise in der Flur "Krückholz" unterhalb des "Schulklopfes" an der Netra-Röhrdaer Grenze nordwestlich des Dorfes, vermutlich auf einem Grundstück der Ortsherrschaft (Herren von Boyneburg). Dieser Friedhof könnte ein gemeinsamer Friedhof der im nördlichen Ringgau lebenden jüdischen Familien gewesen sein.
 
Im 18. Jahrhundert wurden die in Netra verstorbenen Juden im jüdischen Friedhof in Jestädt beigesetzt, Hier wurden aus Netra u.a. begraben: 1729 Elle Katz, 1732 David Benedix und 1786 Gitchen Löb. Nach 1780 wurde der jüdische Friedhof in Reichensachsen zentraler Friedhof für mehrere jüdische Gemeinden in der Umgebung (neben Reichensachsen auch Bischhausen, Wichmannshausen, Datterode, Herleshausen, Nesselröden und Netra). Allerdings gibt es heute im Friedhof Reichensachsen keine Gräber mehr, die Personen aus Netra zugewiesen werden können. 
  
Ein eigener Friedhof wurde von der jüdischen Gemeinde Netra vermutlich noch 1805 mit Erlaubnis des Konsistoriums in Kassel angelegt. Von Beisetzungen erfährt man aus Dokumenten von 1823 und 1827. Beschrieben wird der jüdische "Todtenhof" in Netra in einem Dokument von 1835. Der älteste erhaltene Grabstein ist von 1855, die meisten Grabsteine davor dürften im Boden versunken sein. Die letzte Beisetzung im Friedhof war 1938 (Hermann Pfifferling). Zeitweise wurde der Friedhof auch von den in Datterode lebenden jüdischen Familien belegt. Diese hatte zuvor ihre Toten in Reichensachsen beigesetzt. Auf dem Friedhofsgelände wurden 1985 noch 91 Grabsteine gezählt, die sich auf zwei Hauptreihen mit mehreren unregelmäßigen Abweichungen verteilen. Die Friedhofsfläche umfasst 15,63 ar
.   
    
    
Lage des Friedhofes 
  
Der 1805 angelegte Friedhof liegt etwa 1,5 km von Netra  entfernt nahe der Straße von Netra nach Grandenborn innerhalb des Waldes am Waldrand. Von der Straße nach Grandenborn geht rechts ein forstwirtschaftlicher Fahrweg ab, der am Friedhof vorbeiführt (Flur 16, Flurstück 116). 
  
Link zu den Google-Maps
  
   
   
Fotos
(Hinweis: die Fotos der oberen beiden Fotoreihen sind von Klaus Kurre, Mainberg angefertigt und dürfen nicht ohne Genehmigung weiter verwendet werden. Hochauflösende Aufnahmen und weitere, hier nicht hinterlegte Bilder können per Mail bei Klaus Kurre angefordert werden; 
die beiden Fotos der unteren Zeile:  Website des Heimatvereins Datterode
).      

Fotos des neuen Friedhofes    
Netra Friedhof 103.jpg (90282 Byte) Netra Friedhof 104.jpg (96445 Byte) Netra Friedhof 105.jpg (84517 Byte)
Eingangstor Teilansicht  
      
Netra Friedhof 102.jpg (49126 Byte) Netra Friedhof 101.jpg (57831 Byte) Netra Friedhof 100.jpg (64766 Byte)
"Segnende Hände" 
der Kohanim
Grabstein für Berthold Goldschmidt
 (1876-1881)
Grabstein für Röschen Stern 
(1842-1865)
       
  Nachkommen der Familie Löwenstein 
zu Besuch in Netra 
Netra Friedhof k210.jpg (20957 Byte) Netra Friedhof k211.jpg (24251 Byte)
   Nach einer Kontaktaufnahme mit dem Heimatverein Datterode besuchte im Frühjahr 2010 eine Enkelin des im Ersten Weltkrieg gefallenen Moritz Löwenstein und seiner 1937 nach Palästina / Israel emigrierten Witwe Henriette (Jettchen) Löwenstein mit ihrer Familie den Ort der Vorfahren. Die beiden Fotos sind beim Besuch der Gräber der Vorfahren auf dem jüdischen Friedhof in Netra entstanden. Bericht über den Besuch in der Website des Heimatvereins Datterode

    
     

Links und Literatur

Links:  

bulletWebsite der Gemeinde Ringgau    
bulletZur Seite über die Synagoge in Netra (interner Link)  
bulletWebsite des Heimatvereins Datterode e.V. mit Fotos von Gräbern auf den jüdischen Friedhöfen in Netra und Reichensachsen von den in Datterode verstorbenen jüdischen Personen: Link zu den Fotoseiten.  
bulletInformationen zum Friedhof bei LAGIS Hessen: https://lagis.hessen.de/resolve/de/jfh/229      

Literatur:  

bulletArnsberg II, 119-121. 
bulletEva Grulms/Bernd Kleibl: Jüdische Friedhöfe in Nordhessen. Bestand und Sicherung. Kassel 1984.
bulletKarl Kollmann/Thomas Wiegand: Spuren einer Minderheit. Judenfriedhöfe und Synagogen im Werra-Meißner-Kreis. Hg. vom Museumsverein Bischhausen/Wichmannshausen e.V. 1986.
Die Texte zur Geschichte der Friedhöfe und weitere Informationen wurden diesen Büchern entnommen. Hierin finden sich auch die Angaben über die Erhaltungszustände der Friedhöfe Mitte der 1980er-Jahre.  
bulletMartin Arnold: Netra - Ein Dorf und seine jüdische Gemeinde im Nationalsozialismus, in: Eschweger Geschichtsblätter 36, 2025, S. 91-105.  Eingestellt als pdf-Datei.    
bulletHans Isenberg: Die jüdische Gemeinde in Netra bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten, in: Eschweger Geschichtsblätter 36, 2025, S. 65-90. Eingestellt als pdf-Datei.

   
     

                   
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Stand: 31. Januar 2026