Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Sontra (Werra-Meißner-Kreis) 
Die jüdischen Friedhöfe  
   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde     
    
Siehe Seite zur Synagoge in Sontra (interner Link)  
     
     
Zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe              
    
Die Toten der jüdischen Gemeinde Sontra wurden noch Anfang des 18. Jahrhunderts in Jestädt oder Reichensachsen beigesetzt. 
 
1710 erwarb die jüdische Gemeinde Sontra einen steilen und unwegsamen Hand am Quesselsberge, etwa zwei Kilometer von der Stadtmitte entfernt. Dieser alte jüdische Friedhof diente auch umliegenden jüdischen Gemeinden (Breitzbach, Diemerode, Nentershausen, Nesselröden, Richelsdorf, Solz und Wommen) als Begräbnisstätte, bis diese Gemeinden teilweise eigene Friedhöfe anlegten. Auf dem Friedhof stehen noch 125 Grabsteine, etwa die Hälfte der ehemals vorhandenen Gräber. 1859 wurde dieser Friedhof letztmals erweitert. 1927 gab es Bemühungen, den Friedhof zu restaurieren (siehe nachstehender Bericht). Damals war er bereits einige Jahre geschlossen.  
  
Der Friedhof soll restauriert werden (1927)  

Sontra Israelit 04081927.jpg (120452 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. August 1927: "Ein alter Friedhof. Sontra, 20. Juli (1927). Die hiesige Synagogengemeinde zählt zu den ältesten Kurhessens. Diese Annahme bestätigt der alte, bereits vor einigen Jahren geschlossene Friedhof am Quesselsberg. Es befindet sich auf diesem Grabsteine, aus denen Jahreszahlen überhaupt nicht zu ermitteln sind. In früheren Jahren war derselbe ein Sammelfriedhof der kurhessischen Gemeinden Sontra, Richelsdorf, Solz, Wichmannshausen, Herleshausen. Noch heute kommen aus genannten Gemeinden Besucher, deren Angehörige auf dem alten Friedhof bestattet sind. Leider befindet sich die Stätte im Zeichen des Verfalls. Die hiesige Gemeinde ist infolge ihrer geringen Mitgliederzahl nicht in der Lage, aus eigenen Mitteln die Herrichtung des Friedhofs zu bestreiten. Es soll deshalb eine Werbetätigkeit einsetzen, und hat sich zu diesem Zwecke ein Ausschuss unter Vorsitz des Gemeindeältesten Simon Heilbrunn gebildet. Es ist beabsichtigt, insbesondere diejenigen Personen zur Beisteuerung zu den Kosten zu gewinnen, von denen Anverwandte auf dem alten Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Hoffentlich werden die Bemühungen des Ausschusses, der sich in uneigennützigster Weise in den Dienst der guten Sache gestellt hat, von dem entsprechenden Erfolg begleitet."   
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Hessen und Waldeck" vom 22. Juli 1927:  
Derselbe Artikel wie in der Zeitschrift "Der Israelit", siehe oben.   

  
Um 1920 erwarb die jüdische Gemeinde Sontra ein Grundstück am flachen Gegenhang des Quesselsberges zur Anlage eines neuen jüdischen Friedhofes, das näher an der Stadt gelegen war. Hier wurden von 1926 bis 1937 noch mindestens 26 Beisetzungen vorgenommen. In der NS-Zeit wurde der Friedhöfe zerstört. Die sieben erhaltenen Grabsteine wurden zu einem Ehrenmal umgestaltet, das heute innerhalb des Geländes der Gesamtschule Sontra liegt.   
   
   
Dokumentation des Friedhofes 

Hinweis: Nach dem Verzeichnis der durch die "Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen" bearbeiteten hessischen Friedhöfe ergibt sich für den Friedhof in Sontra die Zahl von 125 (alter Friedhof) bzw. 7 (neuer Friedhof) vorhandenen Grabsteinen aus der festgestellten Belegzeit von 1714 bis 1922 (alter Friedhof) bzw. 1926 bis 1937 (neuer Friedhof). Siehe landesgeschichtliches Informationssystem Hessen - Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen und Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg: Dokumentation der jüdischen Friedhöfe in Hessen - Online zugänglich

   
   
Lage des Friedhofes
    
Der alte Friedhof liegt nordöstlich der Stadt zwischen dem Heinrich-Schneider-Stadion und dem Panoramaweg; der neue Friedhof unweit davon innerhalb des Schulzentrums an der Jahnstraße. 
    
   
Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 6.4.2009)     

Sontra Friedhof 186.jpg (135511 Byte) Sontra Friedhof 187.jpg (136252 Byte) Sontra Friedhof 185.jpg (95885 Byte)
Blick auf den Friedhof - vom 
heutigen Sportplatz her kommend 
  
Das Eingangstor mit 
den Hinweistafeln 
  
Grabstein mit "segnenden Händen" der 
Kohanim: "Hier ruht ein aufrechter 
und gottesfürchtiger Mann...
"
     
Sontra Friedhof 170.jpg (137530 Byte) Sontra Friedhof 174.jpg (140388 Byte) Sontra Friedhof 172.jpg (135537 Byte)
Teilansicht des Friedhofes  Blick nach unten - hinter den Bäumen ist der heutige Sportplatz erkennbar  
      
Sontra Friedhof 176.jpg (125468 Byte) Sontra Friedhof 184.jpg (134514 Byte) Sontra Friedhof 175.jpg (129627 Byte)
Rechts Grabstein für Ruben Katzenstein, 
gest. 8. Ijar 5643 = 15. Mai 1883  
Teilansichten des Friedhofes 
   
      
Sontra Friedhof 173.jpg (114565 Byte) Sontra Friedhof 178.jpg (130392 Byte) Sontra Friedhof 179.jpg (119866 Byte)
Grabstein für Selmar Katz
(Kindergrab, 1884-1885)  
Teilansicht 
  
Grabstein mit "segnenden Händen" 
der Kohanim für "Schlomo Bar Jizchak HaKohen",
 gest. am Tag vor dem Pessachfest 
(Jahr nicht erkennbar)
 
 
 
     
Sontra Friedhof 180.jpg (129210 Byte) Sontra Friedhof 183.jpg (136003 Byte) Sontra Friedhof 182.jpg (126906 Byte)
Teilansichten des Friedhofes   Zwei Grabsteine, die auf 1889/90 datieren 
     
Sontra Friedhof 181.jpg (138335 Byte) Sontra Friedhof 171.jpg (125679 Byte)  
Durch Umwelteinflüsse gespaltener 
und in absehbarer Zeit 
auseinanderbrechender Grabstein
Grabstein für Wolf Rothschild 
(1844-1919) 
  
  
     
     
Der neue Friedhof       
Sontra Friedhof 282.jpg (134124 Byte) Sontra Friedhof 283.jpg (118939 Byte) Sontra Friedhof 270.jpg (123744 Byte)
Blick auf den Friedhof   Hinweistafeln  Die Gruppe der wieder errichteten Grabsteine 
     
Sontra Friedhof 277.jpg (102438 Byte) Sontra Friedhof 276.jpg (105181 Byte) Sontra Friedhof 275.jpg (100116 Byte)
Grabstein für Sara Braunschweiger 
geb. Katz
(1879-1927)  
Grabstein für Jacob Spier 
(1860-1926)  
Grabstein für Hermann Katz (1877-1937)
 mit "segnenden Händen" der Kohanim
     
Sontra Friedhof 274.jpg (112224 Byte) Sontra Friedhof 278.jpg (111222 Byte) Sontra Friedhof 273.jpg (125740 Byte)
Grabstein für Hermann Katz II
(1878-1928) mit "segnenden Händen" 
der Kohanim  
Gedenkplatte hebräisch und deutsch: "Nach
 Wiedererrichtung des zerstörten Friedhofes
 wurde dieser Gedenkstein zum Andenken an 
die hier ruhenden ehemaligen Mitglieder 
der Gemeinde Sontra gesetzt."
Grabstein für Regine Aschenbrandt 
geb. Dannenberg
 
(1862-1928)
       
      
Sontra Friedhof 272.jpg (108290 Byte) Sontra Friedhof 271.jpg (93623 Byte)  
Grabstein für Rosalie Spier 
geb. Levi
(1860-1932) 
Grabstein für Ruben Bachrach 
(1841-1926) 
  

           
          

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Sontra. Innerhalb der Website der Stadt ist ein Stadtplan vorhanden. Der alte Friedhof ist im vergrößerten Plan eingetragen unter G/H 5/6, der neue Friedhof unweit davon in G 6. 
Zur Seite über die Synagoge in Sontra (interner Link) 

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Sontra 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Sontra sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,768   Trauregister der Juden von Sontra  1828 - 1909    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3031406     
HHStAW 365,767   Geburtsregister der Juden von Sontra  1828 - 1925  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4607227    
HHStAW 365,769   Sterberegister der Juden von Sontra   1828 - 1934    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3500087                
HHStAW 365,770   Familienregister der Juden von Sontra   1835 - 1835: Verzeichnis der jüdischen Einwohner von Sontra, geordnet nach Familien mit Angabe von Namen und Geburtsdaten der Eltern und Kinder, aufgestellt 1835; enthält auch eine jüdische Begräbnisordnung o.D.   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5135981     

Literatur:  

Arnsberg II,260-262.
Eva Grulms/Bernd Kleibl: Jüdische Friedhöfe in Nordhessen. Bestand und Sicherung. Kassel 1984.
Karl Kollmann/Thomas Wiegand: Spuren einer Minderheit. Judenfriedhöfe und Synagogen im Werra-Meißner-Kreis. Hg. vom Museumsverein Bischhausen/Wichmannshausen e.V. 1986.

      
       

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 19. Mai 2016